Indiana Tribüne, Volume 28, Number 84, Indianapolis, Marion County, 29 November 1904 — Page 6

Jndiana Tribünc, SS. November 1902.

G

2)ie alteSZöuch JCur

J?1V ljjJ

( st. n Jakobs I Del 5 t! 1 . ffgcn Neuralgia besänftigt und besiegt den e&rnrrj. Tausende be zeugen für dessen unke dingte Heilungen. Preis 25c und 50c. Warum nicht Ihr Heimanziehend machen, durch den Gebrauch eines Garland Ofen... .... und .... Nange... Dieselben übertreffen alle andern in Schön hnt. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar sÄeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werde mit Vergnüge gezeigt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. i 1 1 1 1 I II I 1 1 IIH A. W. H.BURT0N, Rechtsanwalt. 2 (Früher Konsul in Teutschland.) x Deutscher V:i7lfirtFrt it avvuuil uhu viuuu Praktizirt in allen Gerichtshöfen der Ver Staaten. M 613 State Life Gebäude. i c I I 1 s in 1 1 , !, ,, 1 1 1 tti CEIiTBAL COLLEGE OF MUSIC, 550 Nord Meridian Str. ....Schule jetzt eröffnet.... TagSchüler sowie auswärtige Schüler, reiche bin im College völlige Aufnahm, Juden, können ,u jeder Zeit eintreten. Ei, ßbenu gut ausgerüstetes Institut,' voll, ßsnsig in allen Abtheilungen deö Lernen dn Sunft der Musik und den rwandter lUkrften. Katalog frei. Edward Taylor, Direktor. Dichmann L5 Grabhorn, .abrikantt von seinen.. Schau-Kästen. . Glas Ladentische und Cigarren -Tische' 22 Oft Washington Crrnfrc. tUter$5one3Kain IM.

L l ' W''','

WZ Z i.'Vä-J M, I ".iiy e5L?, -rjH' rtXXdy$S) ' AÄÄ?- ) WffMMM.' S , U"OM!n? MWI V1 .lx V ß '&ggnigF ' C 8

Europäische Nachrichten.

Zfrovinz ctzreswlg.Sborstetn. Schleswig. Kornscheune und Wagenschuppen des Hufners Johannes Jensen in Schaalby brannten ab; das Wohnhaus wurde gerettet. Als die Feuerwehren sich noch auf der Brandstätte befanden, bemerkte man eine aufsteigende Rauchwolke in- der Gegend vom Gute Winning, das eine halbe Stunde entfernt liegt; die hiesige Feuerwehr rückte sofort dorthin ab. Hier brannte eine vor Kurzem erbaute Scheune des Gutsbesitzers Schwerdtfeger mit gegen 250 Fuder Korn ab. Einige Zeit darauf ertönten aufs neue die unheimlichen Klänge des Feuerhorns. Es brannte in dem benachbarten Dorfe Moldenit. Inzwischen war der Wind stärker geworden, und das ganze Gehöft des Landmannes Detlef Petersen, das Wohnhaus mit zwei Scheunen, in welchen letzteren sich eine Anzahl von Schweinen befand, brannte nieder. Durch Flugfeuer gerieth auch das Gehöft des Parzellisten Georg Jenfen in Flammen und konnte trotz der größten Anstrengungen der braven Feuerwehrmänner nicht gerettet werden. In dem etwa zwei Stunden von Moldenitz entfernt gelegenen Boelschuby sind, auch einige Gehöfte zum Theil eingeäschert. Es unterliegt keinem Zweifel, daß in sämmtlichen Fällen das Feuer von verbrecherischer Hand angelegt worden ist. Altona. Der Husarenwachtmeisier und Brigadeschreiber Kranich, der auf eine 42jährige tadellose Dienstzeit zurückblicken konnte und sich bei Borgesetzten und Kameraden größter Wertschätzung erfreute, hat Selbstmord begangen. Kranich hatte die Dienstaltersgrenze erreicht und sollte pen.sionirt werden, vielleicht ist ihm dieser Wechsel fo nahe gegangen, dajjj er in einem Anfall von Schwermuth darüber d:e unselige That begangen hat. Mölln. Die freiwillige Feuer wehr beging das Fest des 30jährigen Bestehens. Die Wehr ist 1874 unter dem Eindruck einesFeuers, das 30 Gebäudt in Asche legte, gegründet worden. Petersdorf a. F. Einwohner Grünwald hier dürfte die älteste. Person in Schleswig - Holstein sein. Er sieht tm 104. Lebensjahre. Rendsburg. Arbeiter Fischer von der hiesigen Düngerfabrik kam beim Rangiren eines Eisenbahnwagens zwischen die Puffer und ' wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Wege nach dem Krankenhause starb; er hmterläßt Frau und Kinder. Stelle. Das Ehepaar Jak. Thau beging das Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer recht tu stiaen Gesundheit. Thau lst em alter 48er Freiheitskämpfer. Frovinz Schrelient V r e s l a u. Das 25jährige MiethsJubiläum feierten der pensionirte Eisenbahnbeamte Heinrich - Gröhl, wohnhaft Vorwerkstraße 63a, und der Lokomotivführer a. D. Rudolf Rächlow, Paradies Straße 33. Eine Gasexplosion erfolgte in einem, dem Umbau unterworfenen Grundstück Schweidnitzer Straße 34, wodurch ein sehr bedeutender Jmmobilarschaden verursacht wurde. Der Anstreicher Jänner wurde durch den Luftdruck zu Boden geworfenund erlitt einen Knöchelbruch, und schwere Quetschungen der Füße. EisenbahnGüterexpedient I. Görlich, wohnhaft Reue Tauentzien Straße 87, feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. Brieg. Ein bedauerlicher Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich auf der hiesigen Wagner Straße. Die im Hause 2324 wohnenden Sternitzkyschen Eheleute waren aus ihrer Wohnung wezgegangen ' und hatten ihre siebenjährige Tochter allein zurückgelassen. Das Mädchen neigte sich zu weit aus dem Fenster des 2. StockwerU und stürzte auf das Straßenpfla. sier herab. Die Schläfe war ihm eingedrückt. 'Gram schütz. Die evangelische Kirchengemeinde beging die Feier des 150jährigen Bestehens ihres GottesHauses. Dasselbe hat eine umfassende Renovation erfahren. Auch eine neue Orgel ist angeschafft worden. Kupp. Pilzsucher fanden in der Nähe des Weges nach Groß-Goebern im Gebüsch die schon stark in Verwe-. sung übergegangene Leiche eines unbekannten ca. 40 Jahre alten 'Mannes. Irgend welche Legitimationspapiere fanden sich nicht vor. Doch ist in der Leiche der von der Staatsanwaltschaft in Brieg gesuchte FleischerKuhnert aus Norok, Kreis Falkenberg, recognoscirt worden, der vermißt wurde. Kuhnert ist einem Raubmord zum Opfer gefallen. Münsterberg. In schrecklicher Weise verunglückte der Mühlenbesitzer Paul Heinelt in der Rohrmühle in Nieder - Schreibendorf. Als er einen Spitzgang besichtigte, wurde vermuthlich seine Jacke von einem Treibriemen erfaßt und er gerieth in das Räderwerk. Hierbei wurden ihm beide Unterschenkel z?rmalmt. Er starb bei bet Operation. Schreiberhau. Im Hotel Schenkenstein" stürzte der daselbst beschaftigte Maurer F. Theuner aus beträchtlicher Höhe. 3 Stockwerke hoch, in den Garten und blieb mit gebrochenem

Genick und eingeschlagener Hirnschale todt liegen. Frovinz ?csen. Posen. Als drei Gespann der Firma Hartwig vom Truppenübungsplatz Weißenburg hierher zurückkehrten, fiel der Kutscher Martin Nowacki aus Glowno von seinem mit leeren Vierfässern beladenen Wagen unter die Räder. Ein Rad ging ihm über den Kopf und zertrümmerte die Hirnschale, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Bromberg. Nicht geringes Aufsehen erregt hier die Verhaftung des 17 Jahre alten Lehrlings Paetzold von hier, der in der Droguenhandlung von Heydemann beschäftigt war. Sie erfolgte, weil Paetzold verdächtig Ist, in zehn Fällen sich der vorsätzlichen Brandstiftung schuldig gemacht zu haben. Dieser Verdacht bestätigte sich. Bei seiner polizeilichen Vernehmung räumte der jugendliche Brandstifter ein. bei zehn Bränden, die seit September vorigen Jahreö hier vorgekommen sind, die Brände selbst angelegt zu haben. Bei allen diesen Bränden ist die Feuerwehr durch Paetzold mittels der öffentlichen Feuermelder zu den Brandstellen gerufen worden, und jedesmal hat Paetzold die für diese Meldung ausgesetzte Prämie von 3 Mark eingeheimst. C z a r n i k a u. Mühlenbauer Mahn Hierselbst fühlte sich nicht wohl und begab sich zum Arzt, welcher ihm Arzneien zum Einreiben und Gurgeln verordnete. Mahn jedoch schüttete dieje Arzneien in ein Gefäß und trank sie aus. Bald darauf stellten sich Vergiftungserfcheinungen ein, welche trotz der angewendeten Gegenmittel . den Tod des Mahn zur Folge hatten. Jnowrazlaw. Die Namensänderuna der hiesigen Stadt in Hohensalzaerfolgte mit 17 gegen 8 Stimmen. K r o n e a. V r. Gänzlich begnadigt und nach Verbüßung, von 31 Iahren 3 MonatenZuchthaus aus der hiesigen Strafanstalt entlassen wurde der 58jährige Tischler Ludwig Karp aus Kappe, Kreis Deutsch - Krone. Karp hatte im Jahre 1872 seinen DienstHerrn, den gräflichen Förster Vielhaber in Behle bei Schönlanke, ermordet, und zwar gemeinsam mit dessen Ehefrau. mit der er unerlaubte Beziehungen unterhielt. Beide wurden vom Schwurgericht in Schneidemühl zum Tode verurtheilt, demnächst aber zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. L a b i s ch i n. Hauptlehrer und Kantor Schulz trat nach 41jähriger Dienstzeit, von welcher er 30 Jahre in unserer Stadt zugebracht hat, in den Ruhestand. Provinz Sachsen. Magdeburg. Eine gefährliche Explosion ereignete sich in der Fettgasanstatt auf dem Gelände des, CentralBahnhofes am Sudenburger Thor. Der dort beschäftigte Gasarbeiter Max Vaucke suchte mit der Lampe nach der Stelle einer von ihm entdeckten Beschädigung. wobei ihn seine beiden Söhne Max (11 Jahre) und Ernst (12 Jahre), die ihm das Abendessen gebracht hatten, aus Neugierde begleiteten. Plötzlich erfolgte unter heftigem Krach eine Explosion. Der Vater und die. beiden Söhne wurden erheblich am Gesicht und an anderen Körpertheilen verbrannt. Alsleben a. S. Auf der Domäne des Amtsraths H. Dietze in Neubeesen wurde ein seltenes Doppeljubiläum gefeiert. Der Gutszimmermann Dockhornund der Gutsmaurer Krüger begingen den Tag ihres 50jährigen Dienstes auf der Domäne. Eilenburg. Der Geschirrsührer Müller vom Stiftsgut Pehritzsch wurde zwischen Machern und Pehritzsch von seinem eigenen Geschirr überfahren und besinnungslos aufgesunden. Er wurde nach dem hiesigen Krankenhause gebracht und ist seinen Verletzungen erlegen. H a l l e a. S. Bei einer in Canena abgehaltenen Hasenjagd wurde ein 12 jähriger Sohn des Steinsetzermeisters Springstein durch einen von einem Schützen abgegebenen Schrotschuß an Kopfe schwer verletzt. Er starb' auf "dem Transport nach der Klinik. H a l b e r st a d t. Nach vollendetem 100. Lebensjahre verschied an Alters'schwäche Frau Wittwe Johanne Becker. Die hochbetagte Dame, die sich bis in hohe Lebensjahre geistige und törpe: liche Rüstigkeit bewahrt hatte, feierte im August d. I. ihren 00. Geburtstag. Mühlbausen i. Th. Auf dem hiesigen Staatswhnhofe verunglückt: der Bahnarbeiter Hildebrand aus Vollstedt. Beim Rangieren gerieth er zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde erdrückt. Der Tod war sofort eingetreten. Der Verunglückte war verheirathet und Familienvater. Ostrau. Aus Eifersucht scho der Steinbrucharbeiter Satter aus Kütten seine Geliebte mit einem Revolver in den Rücken. Das Mädchen ist schwer verletzt. Sauer entsloh.nach vollbrachter That.

Torgau. Der 21 Jahre alte Dachdecker Hammerbach stürzte hinter Ux Artilleriekaserne von einer 6 Meter hohen Leiter und zog sich erheblicheVer letzungen zu. v" f r fT -3 C C iasettjenTC u rciucr Arbeiters Braun in Wiedebach wurde todtaefahren: die Räder eines Lastwa aens ainaen dem Kinde über den Koks. 1 o daß es auf ver stelle verjazieo. , V . V - . . er. c

Die Briefe Humoreske nach einer fremden Idee von Sophie Spiegel. Süßer Wohlgeruch durchfluthete das Zimmer. Einige Augenblicke dachte Herbert Mariens, die Operation sei wider' Erwarten der Aerzte tödtlich verlaufen, und er befände sich schon an den Pforten des Paradieses. Selbst der Anblick der hübschen Schwester", die er mit halbgeschlossenen Augen betrachtete, störte den schönen Traum nicht; sie konnte ganz gut ju den Engeln gehören wenn Engel goldbraunes Haar, große Vergißmeinnichtaugen, eine unvergleichliche Gesichtsfarbe und ein zierliches weißes Häubchen haben. Einen Moment sp'ater gewahrte er das Fußende seiner Bettstelle und stieß einen tiefen Seufzer aus. Schwester Marie sprang auf. O, wie mich das freut", flüsterte sie erregt, es war ein großartiger Erfolg und Sie werden gesünder 'als je werden. Die Operation ist glänzend gelungen." Herbert seufzte nochmals es war ein glücklicher Seufzer. Ich lebe also wirklich und kann wieder genesen?" Das will ich meinen! Rascher als Sie denken, werden 'Sie auf den Füßen sein." Welch' herrlicher Duft", begann er von neuem. Ja, er kommt von den Blumen. Haben Sie eine Unmenge Freunde! Es ist so viel Obst da, daß wir einen ganzen Obstladen. einrichten könnten." Auf seinem blassen Gesicht zeigte sich ein zufriedenes Lächelns Erst wenn es einem schlecht geht, lernt man seine wahren Freunde kennen. Sind denn keine Briefe für mich angelangt?" O, eine Menge und alle von Damen. Auch Blumen und Früchte sind wieder abgelieferte worden, sehen Sie nur!" Sie reichte ihm einen wundervollen Strauß weißer Orchideen, an dem eine Karte mit schmalem weißen Seidenbändchen geheftet war. Mit den innigsten Wünschen zur baldigen Genesung. Von Maria", stand darauf. Wer ist Maria?" fragte er. Die Adresse steht auf der anderen Seite. Villa Grunewald. Sie war dreimal hier und wollte Sie mit Gewalt sehen, sie sagte, sie hätte ein Recht dazu." Zum Kuckuck mit der Frau", grollte der Kranke. Dann hier diese Reseden und Vergißmeinnicht. Käthe sendet die herzlichsten Grüße." Aus Kolonie Schlachtensee." Von Fräulein Hennings. ' War sie ?" Natürlich kam sie auch. Ein ganzer Schwärm kam Fräulein Kampf, Fräulein Döring, Fräulein Schmidt, Fräulein Hansen, Wittwe Bauer und Käthe. Ich wußte gar nicht, was ich machen sollte " Er sah sie an, als ob er einen Geist gesehen hätte. Allmächtiger,? keuchte er, die Briefe!" Die Briefe?' Welche Briefe?" Die Briefe, die ich geschrieben hatte. Johann soll kommen." Beruhigen Sie sich doch," bat sie und drückte auf den elektrischen Knopf. Sie wissen nicht, es ist entsetzlich." Johann trat ein. Höre, Johann, die sechs Briefe, die ich vor der Operation schrieb, und die ich Dir befahl nur im Falle im Falle meines Todes abzusenden?" Ja, gnädiger Herr?" Wo stnd sie?" Ah", unterbrach ihn die Schwester, ich sah einige Briefe auf dem Schreibtisch liegen, und da ich dachte, sie seien vergessen worden, habe ich sie zur Post gegeben." Barmherziger Gott!" stöhnte Herbert. Sie haben' mich zu 'Grunde gerichtet." Herbert war stets ein Glückskind gewesen. Sein Vater hatte ihm ein großes Vermögen hinterlassen, und nur um etwas, zu ergreifen, hatte der junge Mann Jura studirt. Den größten Theil des Jahres verbrachte er auf Reisen und. gab sein Geld für Bilder und Antiquitäten aus. In der letzten Zeit hatte er sich aber doch öfters einsam gefühlt und ganz allmählich kam ihm der Gedanke ans Heirathen. Es war vielleicht doch möglich, daß sich unter den vielen Frauen eine befand, die ihn glücklich machen konnte. Einem Mann wie ihm war der Zutritt zur Gesellschaft leicht. Ueberall wurde er mit offenen Armen empfangen und bald hatte er die Bekanntschaft einer Menge Damen (gemacht. Unter diesen wählte er sechs zur näheren AusWahl. So standen die Dinge, als lich seine plötzliche Krankheit einstellte. Es stand fest, daß er sich einer Operation unterziehen mußte. Sein Arzt klärte ihn über das Bedenkliche seines Zustandes auf und rieth ihm, feine letzten Verfügungen zu treffen. Am Tage vor der Operation machte Herbert sein Teftament. Er wußte, Frau Bauer, die nicht sehr begütert war, würde durch seinen Tod furchtbar enttäuscht werden. Um sein ' Gewissen zu beruhigen, setzte er ihr ein Legat von 20.000 Mark lus. Aber auch Fräulein Döring fiel ihm ein, dann Fräulein Hennings, Fräu

lein Schmidt usw.' Jede Einzelne hatte das gleich Recht wie.Frau Bauer, also wurde auch jede Einzelne mit der gleichen Summe bedacht. Doch als er etwas später darüber nachdachte, fand sein Zartgefühl, daß. die Sache ein wenia nach Unverschämtheit schmeckte, besonders wenn die Damen von ihren gegenseitigen Vermächtnissen hörten. Da kam ihm ein glücklicher Gedanke: ein Brief konnte alles

ms rechte Licht setzen. Zuerst schrieb er an Frau Bauer. Er erwähnte des Leaates. saate ihr. er wäre zweimal auf dem Punkte gewejen, sich zu erklären und nur der Zufall habe ihn daran verhindert, und bedauerte dann sich selbst, dan er sterben müsse, ohne die Freuden des häusucyen Herdes genossen zu haben. Er schloß mit der rührenden Bitte, ihm ein ehrliches Andenken zu bewahren. Nun kam Fräulein Käthe an die Reihe. Aber Briefe schreiben war ihm verhaßt und um sich die. Sache zu erleichtern, copirte er einfach die erste Epistel, die dann auch für die vier anderen herhalten mußte. Hieraus gab er Johann den Auftrag, sie nur zu befördern, wenn er nicht mit dem Leben davonkäme. Als Herbert wieder zum Bewußtsein erwachte, ließ er sich die Briefe bringen, und Schwester Marie mußte sie ihm vorlesen. Alle sechs nahmen sein Schreiben als Heirathsantrag auf natürlich, wenn er genas , und alle sechs nahmen ihn an. Bei dem Gedanken an seine sechs Verlobten brach er in ein hysterisches Gelächter aus. Dann verfiel er in heftige Zuckungen und das kaum gerettete Leben gerieth wieder in die größte Gefahr. Tag und Nacht pflegte ihn die Schwester mit aufopferndster Hingebung und endlich brach sich seine kräftige Natur Bahn. Als er nach schweren Wochen wieder zur Besinnung zurückkehrte, fand er Marie noch immer an seinem Bett. Da fragte er plötzlich eines Morgens: Wo sind die Vlumen?" Welche Blumen? O." erwiderte sie erröthend, es werden keine mehr geschickt auch keine Früchte." Dort stehen frische Rosen, und eben brachten Sie mir Weintrauben. Sind sie von Frau Bauer?" Nein, von keiner der Damen." Er sah, wie ihr Gesicht sich höher färbte und fuhr sie barsch an: Waren sie von Ihnen?" Ja", antwortete sie befangen. Aber mein halbes Dutzend Bräute hat doch sicher Beweise seiner Liebe aeschickt?" Es ist keine dagewesen und sie haben alle nur ein einziges Mal aeschrieben seit jenem Tage. Um Ihnen die Wahrheit zu gestehen ich glaube, Sie sind frei!" Frei?" wiederholte er hastig und sah sie an, wieso?" Ich darf es Ihnen nicht sagen." Ich will es aber wissen." Nein, nein, warten Sie noch, bis Sie etwas kräftiger sind." In diesem Augenblick trat der Diener in das Zimmer. Johann, warum schleichst Du wie ein Leichenbitter herum, was ist los?" Nun, gnädiger Herr. Ich glaube, Ihr Ruin hat bt Bagage fortgetrieben." Mein Ruin?" fragte der Kranke maßlos erstaunt und blickte zurSchwester Marie hinüber, die dem Burschen vergeblich ein Zeichen gemacht hatte, zu schweigen. Nun war es schon besser, den Patienten nicht länger in Ungewißheit zu lassen, sie zog ein zusammengefaltetes Papier hervor und las: In Sachen H. Mariens. Ueber das Vermögen des H. Mariens ist heute der Conkurs erklärt worden: Die Verluste rühren hauptsächlich von verfehlten Börsenspekulationen her. Ach, ich kann nicht weiter, es thut mir so leid." Bringen Sie mir die Briefe", sagte Herbert mit ernster Stimme. Er öffnete sie und las einen nach dem anderen langsam durch. Fräulein Hennings äußerte ihr Bedauern, daß sie sich aus zwingenden Gründen veranlaßt sähe, ihr Wort zurückzunehmen. Fräulein Schmidt hatte sich in ihren Gefühlen getäuscht und Freundschaft für Liebe genommen. Fräulein Kampf hatte ihre Ansicht geändert.. Fräulein Hansen fühlte sich nach reiflicher Ueberlegung doch zu jung für einen Mann seines Alters, und Fräulein Dörings Eltern konnten sich nicht entschließen, ihr Kind von sich zu lassen. Frau Bauer war die Einzige, die nicht mit der Wahrheit hinter dem Berge hielt; sie, schrieb, wenn beide Parteien nicht genug zum Leben hätten, wäre es besser, jede bliebe für sich allein. Also so sind die Frauen", seufzte Herbert, nachdem er seine Lektüre beendet hatte. . Nicht die Frauen, nur manche," unterbrach ihn Schwester Marie sanft. So? Glauben Sie das wirklich? Könnten Sie mir vielleicht in.Mädchen nennen, was einem ruinirten Mann treu wäre?" Au 3 h) c g. Oberst: Was neymen Sie gegen die Malaria, Herr Major?" Major: Whiskey und Ehinin." Oberst: Und wenn das Mittel nicht helfen sollte?" , Major: Dann werde ich das Chinin weglas-sen."

' Für die Küche. Französischer Salat. Ant Tage vor der Verwendung werden eine Sellerieknolle, eine große gelbe Rübe, ein Kohlrabi und zwei Kartoffeln ge. kocht, den nächsten Tag wirXalleS grobnudlig geschnitten ebenso kleine eingelegte Gurken und eingelegte rothe Rüben. Ein Eidotter wird mit sehr gutem Oel, etwas Salz und Pfeffer, einem Löffel Essig und den eingelegten rothen Rüben gut zusammen verrührt, mit gutem Weinessig abgeschmeckt, und wenn das Geschnittene auf einer Schüssel aufgehäuft wird, wird die Sauce darüber gegossen und mit hartgekochten Eiern garnirt. Paprika -Rostbraten. Man nimmt einen Roastbeef - Theil, schneidet in willkürlicher Größe Rostbraten (große Scheiben) davon ab, klopft dieselben gut und bratet sie schnell in steigender Butter auf beiden Seiten ab, aber nur so, daß sie eine schöne braune Farbe haben. Indessen röstet man in einer Kasserolle gehackten Speck und gehackte Zwiebeln, bis beides goldbraun ist, gibt nun etwas Paprika darauf, sowie ein wenig Weinessig, thut die abgebratenen Rostbraten hinein, gießt so viel Sahne und Bouillon auf, daß es eine hübsche Sauce gibt, und dünstet darin die Rostbraten noch eine knappe halbe Stunde auf schwachem Feuer. Dazu reicht man Nudeln. Maccaroni, Klöße, Tarkonga. Reis und Aehnliches. Das Recept ist das echt österreichische und ist äußerst schmackhaft. Zwiebelgemüse. Man schält die Zwiebeln und schneidet sie unten und oben etwas ab, röstet sie dann in reichlich zerlassener Butter mit etwas darüber gestreutem Puderzucker schön hellbraun, gießt etwas Fleischbrühe oder übrig gebliebene Bratensauce, wenn man es liebt, auch eine. Kleinigkcit Essig dazu, streut Salz und Pfeffer darüber und dünstet die Zwiebeln völlig weich, so daß sie von allen Seiten ein glänzendes, hellbraunes Aussehen haben. Hammelkeule pikant. Nachdem die Keule gut geklopft und gehäutet ist, wird sie mit feinstiftig geschnittenen Schalotten, Pfeffergürkchen und leicht gewässerten Sardellenstreifchen gespickt, dann 1824 Stunden in eine Beize gelegt, die man von gutem Essig, einigen Löffeln Speiseöl, Zwiebel- und Citronenscheiben, Lorbeerblatt, Pfeffersörnern und einem Kräutersträußchen zubereitet hat. Kurz vor der Vratzeit nimmt man die Keule heraus, trocknet sie ab. legt sie in dieBratpfanne in reichlich steigende Butter und läßt sie im Bratofen unter allmählichem Zugießet von etwas Marinade undBrühe oder Wasser weich braten. Die Sauce wird von der Pfanne losgekocht, entfettet, abgeschmeckt, wenn nöthig, mit etwas inWasser aufgelöster Cornstärke, seimig gekocht. Hammel - Karbonade in Puddingform. iy2 Pfund Hammelkarbonaden werden einzeln geklopft und in eine Puddingform fchichtweise mit Kartoffeln gepackt, eine feingewiegte Zwiebel, gestoßener Pfeffer nach Belieben dazwischen gestreut, Salz, Butterstückchen, je nachdem die Karbonaden fett sind, mehr oder wemger zwischen die Schichten gelegt. Die Kartoffeln werden roh geschält, nach dem Abwäschen in recht dünne Scheiben geschnitten und mit einem Tuch abgetrocknet. Sie sind je trockener, desto besser zu obigem Zweck geeignet. Die Form wird gut verschlossen, in kochendes Wasser gesetzt und zwei Stunden gekocht. Obige' Portion genügt für 4 Personen. AusgebeintesNierenstück. Der Kalbsnierenbraten gehört zu den feinsten Braten. Um ihn recht auszunutzen, thut man gut, sich schon vom Fleischer das zum Braten bestimmte Stück gut ausbeinen zu lassen, so daß gar kein Knöchelchen mehr darin ist. Man läßt den Braten dann nicht kurz hauen, wie es sonst wohl geschieht, sondern nimmt ihn mit dem daran hängenden lappigen Ende. Die -'Niere wird sodann, nachdem das Fleisch sehr stark geklopft worden ist, in die Mitte des Bratens gelegt. Auch streut inan Kapern und ein wenig feingewiegte Citronenschale nebst Salz über das Fleisch. Dasselbe wird sodann so aufgewickelt, daß das lappige Stück nach innen kommt und die Niere möglichst in der Mitte liegt. Man thut gut, die. entstandene Rolle mit einer Heftnadel und weißem Zwirn zusammenzunähen. Auch kann man dieselbe äußerlich noch, spicken. Man bringt sie dann mit Pfund Butter in die Bratpfanne und bratet sie in etwa 1 Stunden in der Bratröhre unter öfterem Angießen von Wasser oder saurer Sahne goldbraun. Die mit etwas Cornstärke losgekochte Sauce reicht man zum Braten. Man versetzt sie gern mit abgekochten Pilzen, deren Brühe man schon Um Angießen des Bratens mit verwenden kann. Auch ein Nierenstück, in das ohne die oben angegebenen Zuthaten die Niere eingewickelt wird, ist sehr ' schmackhaft. Ebenso kann man eine Farce von Schweinefleisch mit Sardellen undPilzen, auch feinen Kräutern gewürzt, auf das Nierenstück streichen, bevor die Niere hineingelegt wird. Alle diese Bereitungsarten sind auch äußerst geeignet für kalten Aufschnitt; die letztenReste geben ein feines Hache. Von den Knochen, die in rohem Zustande natürlich viel ausgiebiger .sind, als gebraten, macht man irgend eine beliebige Bouil-lonsuppe.