Indiana Tribüne, Volume 28, Number 83, Indianapolis, Marion County, 28 November 1904 — Page 6
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Hantpflege. Man erzählt, daß die Mädchen, welche bestimmt sind, den Harem der arabischen Großen zu schmücken, schon jahrelang zuvor mit Teigmasken auf Gesicht und Hals schlafen müssen, um eine feine und zarte Haut zu bekommen. Dieses Schönheitsmittel war bekanntlich schon bei den alten Römern üblich, aber bei diesen begnügten sich die Frauen damit, die Masken Abends vor dem Zubettgehen anzulegen und sie am Morgen wieder abzunehmen, während die jungen arabischen Mädchen sie die ganze Nacht hindurch durch Anfeuchten mit wohlriechenden Oelen und Essenzen weich und geschmeidig erhalten müssen. In der Regel besorgt dies zwar eine Sklavin, aber die bedauernswerthen Opfer eines zu weit ge triebenen Schönheitscultus werden doch dadurch fortwährend in ihrem Schlaf gestört. Und nicht genug damit, sind sie auch noch gezwungen, am Morgen nach dem Abnehmen der Masken sich stundenlang Umschläge mit natronhaltigen Lösungen zu machen. Durch dies Verfahren soll die Haut eine unbeschreibliche Feinheit erhalten. Die Dichter des Landes vergleichen sie in ihren bilderreichen Liedern mit einem Blumenblatt, welches schon der flüchtigste Sonnenstrahl welken läßt. So ganz aus der Luft gegriffen ist thatsächlich dieser Vergleich nicht, denn als unangenehme Begleiterscheinung dieser außerordentlich zarten Haut macht sich auch ihre ebenso große Empfindlichkeit geltend, und zwar besitzt sie nicht nur der Sonne, sondern auch der frischen Luft gegenüber keine Widerstandsfähigkeit. Weiterhin bedingt ihre dünne Beschaffenheit das frühzeitige Eintreten von Falten. Eine vornehme arabische Frau von dreißig Jahren hat das runzlige Gesicht ein Achtzigjährigen. Mit ihrer Schönheit aber verliert sie auch die Gunst ihres Herrn und Gebieters und sinkt zu einem küapp geduldeten Geschöpf einer Art Lastthier herab, dem man alle Arbeiten ausbürdet und das es sich gefallen lassen muß, von seiner jüngeren und zeitweilig glücklicheren Nachfolgerin gescholten und gehänselt zu werden. Ein trauriges Los! Die Frauen der Abendländer, welche ihre Bedeutung im Leben, Gott sei Dank, , doch nur ausnahmsweise den körperlichen Reizen allein verdanken, haben wahrlich keine Ursache, ihren morgenländischen Schwestern die kurze Zeit märchenhaften Glanzes, welche der einen oder anderen beschicken ist, zu beneiden. Und ebenso thöricht wäre es, wenn sie sich die mit so viel Opfern erkaufte, blumenzarte Haut jener wünschten. Denn wie bereits gesagt wurde, hat diese zur Folge, daß ire Besitzerinnen frühzeitig alt aussehen. Die Blume, welche von Thau und Regen benetzt und vom Sturm umbraust, ihren Kelch dem Licht der Sonne erschließt, zeitigt eine gesundere und darum dauerhaftere Blüthe, als die im geheizten Zimmer erwachsene Pflanze, die Mauern, Fenster und dicke Vorhange vor den Einflüssen der Witterung schützen. Licht, frische Luft und Wasser sind Eonfervirungsmittel für den Teint. Und man möge sich nicht darüber täuschen je dicker und derber die Haut, desto länger bleibt sie glatt und frisch. Es liegt ja ganz klar auf der Hand, daß eine dünne Haut leichter runzlig wird, als eine stärkere. Besonders bemerklich macht sich dies, wenn jemand abmagert. So lange die Haut unterpolstert ist, liegt sie prall und glatt, schwindet das Polster, so bilden sich Falten oder gar förmliche Säcke. Bei einer derben Haut bedarf es dazu aber recht langer Zeit, und inzwischen ist der Betreffende auch wohl wieder voller und kräftiger geworden. Mit alledem soll jedoch nicht gesagt sein, daß das Verhalten der Frauen aus dem Volk, welche ihr Gesteht, oft ohne es mit einem Hut zu beschatten, rücksichtslos dem heißen Sonnenbrand aussetzen, vom offenen Feuer weg in die Kälte gehen und dergleichen mehr, dem Teint günstig ist Gott bewahre bei ihnen rächt sich die Unachtsamkeit gegen ihr Aeußeres ebenfalls durch frühzeitiges Altern, wie das überall geschieht, wo die Grundsätze einer rnünftigen Hautpflege vernachlässigt werden. Die letztere aber hat nichts mit dem Sichabschließen von Licht und Luft zu thun, sondern bedarf vielmehr zu ihrer Wirksamkeit der beiden genannten Faktoren; nothwendig erscheint es nur, daß man auch hierfür gewisse Vorschriften befolgt. Eine davon gebietet uns, bei kaltem Wetter niemals unmittelbar, nachdem wir uns gewaschen oder gebadet haben, ins Freie zu gehen, da andernfalls die Haut hart, rauh und rissig wird. Wer öffentliche Warmbäder benutzen muß, hat es ja in dieser Hinsicht sehr schwer, doch finden sich heute wohl in den meisten Wohnungen Badezimmer oder zum mindesten irgend welche Vorkehrungen, um daheim ein Bad nehmen zu können. Frauen, die ihr Beruf schon Morgens früh von Hause fort führt, sollten sich Abends vor dem
Schlafengehen baden und waschen. Im Uebrigen wird die kalte Luft dem frisch .gewaschenen Gesicht weniger schaden, wenn das Waschwasser kalt war. Warmes ist ohnehin auf die Dauer nicht empfehlenswert, , da es die Haut zu sehr erweicht und ausdehnt, wodurch ebenfalls die Falten
bildunq begünstigt wird. Daß man weiches Wasser zum Waschen verwenden soll, ist allbekannt, leider steht es nur nicht jedem zur Verfügung. In diesem Fall erweist sich ein Zusatz von Kleie oder irgend einem Kleiepräparat als zweckmäßig. Selbstverständlich ist die Hautbeschaffenheit bei den verschiedenen Menschert keineswegs die gleiche. Ebenso pflegen die Absonderungen der Haut in den einzelnen Fällen völlig veränderte zu fein. Der Schweiß kann in übermäßiger Menge gebildet werden, auch ganz fehlen, ähnliches gilt ferner von dem Hauttalg, dessen allzu starke Absonderung allerhand Uebelstände, z. B. eine beständkg. fettig .glänzende Hautoberfläche zur Folge hat, weiterhin komn?t häufig eine abnorme Trockenhaut der Haut vor. Treten diese Erscheinungen in einer andauernden Stärke auf, so fragt man natürlich den Arzt. Besonders ist dies anzurathen, wenn fehlender oder übermäßiger Schweiß zu Besorgnissen Anlaß giebt. Der Trockenheit der Haut läßt sich dagegen meist durch den Gebrauch einer mit reinem Wollfett überfetteten Seife abhelfen, und wiederum bei sehr fetter Haut löst man zweckmäßig eine Prise Natrium in Wasser auf. Nur sollte das nicht täglich, sondern höchstens wöchentlich zwei mal geschehen. Von den verschiedenen SchönheitsMitteln, die zu den Kosmetika im engeren Sinn zählen, soll hier nicht die Rede sein, nur eins, welches zur Kategorie der Hausmittel gehört, fei hier erwähnt. Es ist die frische Mölke. In welchem Maß Waschungen damit die Gesichtshaut bleichen, sollte man kaum glauben. Man erlebt Fälle, in denen junge Mädchen von kränklich grauer Hautfarbe, die durch das Vorhandensein von Hautunreinigkeiten noch mehr auffällt, durch den Gebrauch dieses Mittels in verblüffend kurzer Zeit eien klaren, frischen Teint erhalten. Manchen erweist sich dicke Milch noch zuträglicher, als Mölke; man muß eben ausprobiren, was da jedem besser bekommt. Auch gegen Sommersprossen wirken Waschungen mit Molken, nur empfiehlt es sich, ein paar Tropfen Citronensaft hineinzutröpfeln. Wer das Mittel noch nie angewandt hat, dem hilft es eigentlich immer, erst bei fortgesetztem Gebrauch fängt es an, zu versagen. Das Ueble bei den Sommersprossen ijt eben, daß sie, so verhaltnißmäßig leicht sie auch zu vertreiben sind, doch immer wiederkehren, sobald man sich der Sonne aussetzt. Erst in späteren Jahren bleiben sie weg. Denn ältere Leute mit SommersprosJen sieht man nicht. Nun giebt es jeooch noch ein ' Mittel gegen diesen Feind eines reinen Teints, das neuerdings vielfach empfohlen wird, es besteht in dem Tragen eines rothen Schleiers. Wer fein Gesicht durch diesen vor dem Sonnenlicht schützt, soll gänzlich von Sommersprossen verschont bleiben. Diese Zauberwirkung hängt mit den ultravioletten Strahlen des Sonnenspektrums zusammen, ihre nähere Erklärung würde jedoch an dieser Stelle zu weit führen. Bemerkt möge noch werden, daß man die rothen Schleier nie aus Tüll oder gemusiertem Stoff, sondern aus glatter, ziemlich dichter Seidengaze fertigen soll. Dessenungeachtet braucht das Gewebe keineswegs dick zu sein, nur dürfen die einzelnen Fäden, die so dünn wie irgend möglich sein können, keine Lücken freilassen. Die Kunst des BrodbaeenS. Die Kunst der Brodbcreitung M aus Aegypten stammen. So wird meistens behauptet. Indessen läßt sich dies nicht positiv annehmen. Bekannt ist lediglich, daß gesäuertes und ungesäuertes Brod schon zur Zeit Ramses' des Dritten (1200 v. Chr.) dort in Gebrauch war. Die Säuerung des Brodes ist wohl einem Zufall zuzuschreiben, als einmal Teig, der nicht gleich verbacken werden konnte, längere Zeit stehen blieb. Der Gebrauch ungesäuerten Brodes kommt schon im grauen Alterthum vor; die erste Kunde davon stammt aus dem Orient, wo man in frühester Zeit geröstete Gerste aß. Das Wort Brod" bezeichnete ursprünglich nicht das im Ofen geröstete Gebäck (Laib), sondern ein Mehlmus: Brod" stammt von Brauen". Die Jüden gebrauchten schon zur Zeit Abrahams ungesäuertes Brod. (Aber Melchisedech brachte Brod und Wein." 1. Mos. 14, 18.) Vor dem Auszuge aus Aegypten hatten sie auch schon gesäuertes Brod; denn ihre Sitte, beim Passafest ungesäuertes Brod zu essen, soll an die Zeit des Auszuges erinnern, wo die Flüchtigen keine Zeit hatten, das Brod zu säuern. Wie Funde in Sachsen beweisen, benutzten unsere heidnischen Vorfahren Brod in Kugelsorm aus geschrotetem Getreide, das mit fetter Erde vermengt und in Töpfen gebacken wurde. Bei der Gründung Roms kannte man dort das Brot noch nicht; man aß das unreife Getreide, solange es weich und milchig war. Erst unter den Königen wurde das Getreide geröstet und gekocht; daher farina, Mehl, von far, Saatgetreide. Als Erfinder der BackLfen gatt der Gott Pan, daher panis, Brod. Der Bräutigam. Irma: Denke dir, Adele, als mein Bräutigam vier Jahre alt war, stürzte er von einer Brücke hinab in den Fluß." Adele: Ist er ertrunken?"
Revanche. Humoreske von Auguste Werner. Liebes Coustnchen. In großer Herzensbedrängnlß erflehe ich Deinen Rath. Wann darf ich kommen? Fritz." Lieber Cousin. Erwarte Dich Nachmittags 5 Uhr. Lou." Mit elastischwiegendem Schritt, ein .vergnügtes Lächeln, auf dem hübschen Gesicht, lenkte Leutnant Fritz von Berkow dem stillen Ville''.viertel zu, wo' seine Cousine, Louise von Berkow. das Parterre einer kleinen Villa bewohnte, welche einer älteren verwittwkten Freundin Lous gehörte. Als er vor nicht langer Zeit seiner Cousine Louise, von allen Nähersiehenden Lou"' genannt, seinen ersten Besuch machte, da hatte ihr feingeschnittenes, vornehmes Gesicht, das von dichtem, schwarzem Haar umrahmt war, einen recht kühlen Ausdruck gezeigt. Die, ersten, keck hingeworfenen Schmeicheleien des sieggewohnten Leutnants verfingen gar nicht, ihre Haltung blieb abweisend und conzentrirte sich in einem höflichen aber deutlichem Betonen der ernsthaften Kunststudien, um derentwillen sie sich in hiesiger Stadt aufhalte, und die ihr kein Vertändeln ihrer Zeit erlaubten. Mit letzterem waren die diversen Tennis-, 3olf- und sonstigen Spiel- und Zerstreuungsvorschläge ihres sehr verwandtschaftlich thuenden Vetters gemeint. Die Verwandtschaft war übrigens ziemlich entfernten Grades, aber die Mütter waren innig befreundet gewesen, hauptsächlich zu einer Zeit, wo Lou .im Pensionate und Fritz im Cädettenhause steckte. In den Jahren vor- und nachher hatte sich diese Freundschaft, der räumlichen Trennung wegen, auf regen Briefwechsel beschränken müssen. Doch war Fritz das Pathenkind von Lous verstorbener Mutter, und darauf stützte er sich mit einem Nachdruck, als sei es Lous erste und heiligste Pflicht, sich dieses hinterlassenen, allerdings schon recht großgewachsenen Pathenkindes anzunehmen. Ueberhaupt bekam sein anfangs scherzhaft leichter Ton eine ernste und gemüthstiefe Färbung, als er von Freundschaft der Mutter sprach und davon, daß er sie, Lou, in Gedanken immer als ein Schwesterchen" betrachtet habe. Er besaß ja keine Schwester und hatte sich sein Lebtag nach einer solchen gesehnt! Zumal hier, wo er ja keine weibliche Seele kannte, zu der er sich einmal in stillen Herzensnöthen hätte flüchten können, um milden Rath und Zuspruch zu erbitten Eine schwesterliche Freundin Was gäbe er darum! . 'Schwesterliche Freundin! An dieser Angel hatte sie gesessen. Wenn er glaube, daß sie mit ihrer geringen Erfahrung O, .das weibliche Herz bedarf keiner Erfahrung, sein reiches Vermögen an Mitempfinden, Zartgefühl, feinem Verständniß überwiegt alles . Nun, sie hatte bedeutend gütiger gelächett, so möge er denn, wenn er einmal Rath brauche, kommen. Er brauchte ihn sehr bald, und zwar in einer ernsthaften Herzensasfäre, die er Lou bat, ihn anvertrauen zu dürfen, und die er mit allen recht verwiekelten Nebenumständen, zu denen immer wieder neue kamen, vor ihren theilnahmsvollen Augen entrollte. Lou hatte ihr Amt als schwesterliche Vertraute mit gewissenhaftemErnste übernommen, und so oft ein Briefchen, wie das obenerwähnte, kam, hielt sie sich für verpflichtet, umgehend zu erwidern. Schlag fünf Uhr betrat Leutnant von Berkow in sehr bescheidener Haltung den Gartensalon, wo ihn Lou mit dem Thee erwartete. Die schlanke, schöne Figur des jungen Offiziers verneigte sich tief vor ihr, bevor er sie mit brüderlichem Handkuß 'begrüßte. Kein Zug des gebräunten Antlitzes sprach von Leichtfertigkeit, und seine blitzenden Augen sahen mit ruhiger Ehrsamkeit in die ihren. Das Theetischchen stand in der weitgeöffneten Flügelthür, wo der Blick in schattiges Grün tauchte und der Duft blühender Sommerblumen sowie das Summen honigdurstiger Vienen zu ihnen drang. Während Lou an einer Stickerei arbeitet, die recht langsame Fortschritte macht, berichtet Fritz und veranlaßt Lou zu Rathschlagen, Meinungsäußerungen, auch sanften Vorwürfen, je nachdem. Er liebt ein junges Mädchen und wird wiedergeliebt, doch alle äußeren Verhältnisse sind dagegen. Sie ist bürgerlicher .Herkunft, Tochter eines reichgewordenen Braumeisters, welcher seine Tochter absolut keinem adligen Offizier geben will, abgesehen davon, daß er überhaupt nicht Offizier bleiben kann, wenn er Elfe" heiräthet. In seiner früheren Garnison hat er sie kennen gelernt, und dort lebt sie, umgeben von einem, immer größer werdende Schwärme fataler Onkels und Tanten, welche sie bald mit Heirothsprojekten, bald mit Enterbungsdrohungen quälen. Sogar die Großmutter zeigt sich der Sache entgegengesinnt! Auf Fritzens Seite gleichfalls heftiger Familienkampf, vor allem seine Mutter, mit flammendem Schwert vor ihres Hauses adliger Pforte stehend! Und zwischen all diesen Widerwärtigkeiten zwei Herzen, treu und stark ! Vor den lauschenden Augen Lous
schildert Fritz diese Treue, die man nur noch in Büchern findet. Doch mitunter, wenn er von seiner heißen Liebe für jene 'Elfe" spricht und seine Augen plötzlich eine tiefglühende, flammende Sprache reden, wird es aucö Lou heiß . Sie senkt die Augen auf ihre Stickerei, und ihre schient ken Finger zittern ein wenig. Doch auch Fritz verstummt dann für ein Weilchen und sieht vor sich nieder. Ueberhaupt, seit neuerer Zeit kommen seine Berichte stockender, nicht mehr so geläufig über seine Lippen und eines Tages hatte er eine besondere Nachricht: Denke, Lou, da ist wieder eine Tante ausgetaucht " Oh !" und zwar eine fromme", welche der Himmel mag's ihr verzeihen die arme Elfe zu überreden sucht, ins Kloster zu gehen!" Wie?" Ein Wunder w'ärs nicht, wenn das arme Ding nach den aufreibenden Kämpfen schließlich selbst nach einem Asyl' des Friedens verlangt " Aber dann wär' sie Dir ja für immer verloren?" Etwas wie ein freudiger Schreck will Lous Herz durchzucken doch sie sieht seine düstere Miene. Was willst Du thun?" Bitteres Achselzucken Mir sind die Hände gebunden, ich darf nicht vorgehen " Deine Mutter?" v Verstößt mich, wenn ich nicht von Elfe lasse " Das ist hart " Lou sieht nachdenklich vor sich hin. auch nachdem er sie verlassen ein schwerer Seufzer. dann geht sie zu ihrem Schreibtisch der erste Bogen ist von Thränen durchnäßt, der zweite erfüllt seinen Zweck Lou schreibt an Fritzens Mutter und bittet sie um Milde für ihren Sohn und Elfe, die Vrauerstochter. . . Zwei Tage nachher hält . die Antwort in Händen Wie ? Alles ein Scherz? Den ihr Schalk von Sohn büßen soll, wie Leutnant von Berkows Mama ihrer süßen, kleinen Lou" versichert, unter tausend Küssen und der bestimmten Hoffnung, sie bald in ihre Arme schließen zu können. Lou starrt entgeistert auf das PaPier. An einem der nächsten Tage tritt Leutnant von Berkow besonders frohen Muthes seinen Lieblingsgang an, der durch schattige Allen, führt und in einem kleinen Gartensalon endet. Er will eine Last von sich schütteln, die Last der Lüge, die er nicht langer ertragen kann. Allerdings nicht durch ein offenes Bekenntniß, wozu er noch nicht den Muth hat, weil es ihn möglicherweise aus Lous Nähe verbannen könnte, aber dadurch, daß er heute seine Scheinverbote für immer aus der Welt verschwinden läßt! Zu Geständnissen ist später Zeit, wenn er sich erst mal über diese" Brücke hinweg aus dem Irrgarten seiner Erfindungen herausgerettet hat, um aus geradem Wege einem verlockenden und ersehnten Ziele zuzueilen. Auch kann dasMitleid mit dem verlassenen Bräutigam von Nutzen sein. Erfüllt von rosigen Gedanken betritt er den Gartensalon. Heute wartet Lou nicht mit dem Thee auf ihn. Sie steht hochaufgerichtet im Zimmer, bleich und mit seltfam funkelnden Augen. Doch er, ganz mit seinen ' Plänen beschäftigt, bemerkt dies nicht. Gleich nach der ersten Begrüßung sagt er die schwerwiegenden Worte: Lou es ist alles aus!" Er macht eine Pause, doch Lou verharrt in wortloser . Spannung", , wie er meint hat den Schleier genommen", vollendet er in feierlichem Ernst. Ah wirklich?" Er sieht auf, das klang so seltsam ..Verzeih'," sagt sie, wenn ich heute nicht im Stande bin " Sie fährt sich über die Stern, wie Jemand, der erregt, verwirrt ist Du wirst gleich begreifen " Sie lächelte ganz merkwürdig und blickt zu Boden Er sieht sie. mit großen Augen an Ich habe mich heute morgen verlobt " Wie? Was?" Er glaubt nicht recht zu hören Auf schriftlichem Wege? Mit einem Landschaftsmaler, den sie in Schottland kennen find lieben gelernt haben will? Er ist starr, doch nicht lange, dann lodert er in zorniger Empörung auf. Sie hat mit einem anderen Briefe gewechselt, während er in ihren Augen' das Aufkeimen einer Neigung zu lesen glaubte " Wie', er? Der Verlobte einer anderen?! Da erfolgt sein Bekenntniß: Zuerst des Leichtsinns, dann der Reue, dann der tiesen. heißen Liebe zu ihr Seine bebende Stimme, seine bleichen, verstörten ZUge reden die Wahrheit Er will gehen, da ruft sie sei nen Namen und ein zärtlicher Blick trifft ihn Ich fürchte nur" sagt sie leise er bleibt aushorchend stehen. Was?" Daß auch mein Verlobter ins Kloster gehen wird " Sie ' reicht ihm den Brief seiner Mutter O Lou Heuchlerin " So? Und was bist Du ?" Selig " sagt er und bittet in heißen Küssen ab. 1
Für die Küche.
Rindfleisch m i t U n t e r r üb c n. Eine beliebig breite Rindfleischscheibe ohne Knochen setzt man in kochendem Wasser zu, um sie. mit Zwiebel, einem Kräuterbündelchen, PetersilienWurzel, Sellerie und Porree in etwa 2 Stunden recht wdch und saftig zu kochen. Unterdessen schält' man gelbe (nicht weiße) Unterkohlrabi (Wrucken), hobelt dieselben auf ein:m Gurkenhobel, brüht sie mit kochendem Wasser und stellt sie dann zugedeckt zum Feuer. Sie werden mit halb Wasser, halb Fleischbrühe, die man zum Theil vom Fleisch abschöpfen kann, ganz weich gekocht. Die Brühe muß so in die Rüben hineinkochen, daß sie, wenn dieselben weich sind, über dem Fleische sieht. Dann richtet man die Untcrrüben in ihre: kurzen Brühe auf einer runden Schüssel an, schneidet das Rindfleisch in handlange Streifen von nur li Zoll Breite, bildet davon einen Stern auf den schönfarbigen Rüben und reicht das Gericht nach einer aus der Fleischbrüb: bereiteten guten Reissuppe als einzige Speise. Durch das Hobeln wird die Wrucke so ungemein saftig, wie in keine: anderen Zubereitung. Als Nachtisch gibt man gedünstete Kirschen. Dieses Mittagessen wird sich in jedem Hausstände ganz ollgc.meiner Beliebtheit erfreuen und zeichnet sich durch einfache Zub:reitungsweise aus. Kraftsup'pe für Kranke. Man brät ein altes Huhn und wenn es halb gar ist, zerstößt man es zu kleine:: Stücken. Hierzu ist ein eiserner Mörser am besten. Dann gießt man ein Quart kräftige Brühe hinzu, stößt Vi Pfund Mandeln klein, thut sie zu d?r Brüh-, läßt alles gut durchkochen und wringt s durch eine Serviette. Wenn man w:ll,,kann man ein Stückchen HU tronenschale miikochen lassen, auch ein wenig Citronensaft daran thun. Diese Supp?. :st sehr wohlschmeckend und natürlich auch für Gesunde passend. Man macht sie gern mit einem Stück Butter seimig, das in bestem Weizenmehl verknetet wird. GeschmorteGurken. Große Gurken werden , geschält, der Länge nach in vier Theile geschnitten und die Körner entfernt. Mit Salz bestreut, müssen die Gurken etwas durchziehen. Kleingewürfelter Speck wird nun ausgebraten, dem Fett noch etwas Butter zugethan und die Gurkenstücke hineingethan; alsdann verschließt man den Topf und läßt die Gurken tüchtig schmoren. Wenn sie weich gekocht sind, schmeckt man das Gurkengericht mit Essig und Zucker' ab, läßt es noch einmal aufkochen und nur, wenn die Sauce zu dünn gerathen sein sollte, rührt man etwas Mehl daran. Rindfleisch in Weißwein. Ein Stück Fleisch (Oberschale) wird geklopft und gespickt, mit einigen Scheiben durchwachsenen Speck, einer zerschnittenen Zwiebel, einer zerschnittenenMohrrübe, einem Kräutersträußchen, einem Lorbeerblatt, einer Knoblauchzehe, einigen Gewürznelken, Pfefferkörnern und Salz in eine Kasserole gegeben, mit wenia Wasser und zwei Glas Weißwein Übergossen und gut verdeckt aus sehr gelindem Feuer vier Stunden gar gedämpft. Die Sauce wird durchgeseiht, entfettet, wenn nöthig mit etwas Krafmehl seimig gekocht und über dem zerlegten Fleisch angerichtet. , Suppenfleischmit Sauce. Man schneide das gekochte Fleisch in passende Stücke, mache Bratenfett ode? Butter gelb, rühre darin 1 2 geschnittene Zwiebeln gelbbraun, sowie der Portion entsprechend 1 2 Eßlöffel Mehl, gebe Bouillon oder Wasser nebst Bratenbrühe, Nelken, Pfeffer, 2 i Lorbeerblätter und' etwas abgeschälte, in Scheiben geschnittene Gurken hinzu, läßt letztere weich kochen und das Fleisch in der Sauce ein wenig schmoren; letztere muß recht sämig sein. WeißkohlmitRindfleisch gekocht. (Wer zum Weißkohl Hammelfleisch vorzieht, kann anstatt des Rindfleisches Hammelfleisch nehmen. Dieses einfache Gericht ist ganz besonders kräftig und auf dem Familientisch sehr beliebt.) Die Kohlköpfe werden von den äußersten Blättern befreit, in Viertel getheilt und aus diesen Strunk und Rippen entfernt, dann gröblicher oder feiner, je nachBelieben, geschnitten, gut gewaschen und ausgedrückt. Indessen hat man 221. Pfund Rindfleisch in 11 V-z Quart Wasser zum Kochen gebracht und sorgfältig geschäumt, legt nun den Kohl dazu, gibt Salz hinein und läßt Kohl und Fleisch 2U 3 Stunden langsam kochen. L:ebi man es, auch Kartoffeln dazu zu geben, so kann man diese, nachdem sie gewaschen, Stunden vor dem Anrichten in die Brühe geben und mit gar koch:n. Empfehlenswerther ist es, sie allein in Salzwasser zu kochen und nebcnher zu reichen. Meerretiichfleisch.' Eine halbe Stange Meerrettich 'wird recht sein gerieben. Indessen kocht man zwei Pfund in Scheiben geschnittenes Rindfleisch in wenig Wasser und etwas Salz weich. Dann bräunt man in zerlassener Butter 12 Eßlöffel Zucker und 1 Löffel Mehl, gibt den geriebenen Meerrettich' dazu, läßt ihn mit rösten, süllt von der Brühe, in der die Fleischscheiben gekocht wurden, soviel zu, als man Sauce braucht, und ebenso etwas Wasser. Nachdem das Fleisch noch einmal darin aufgekocht hat. gibt man es mit gekochten Kartoffeln zu Tisch.
