Indiana Tribüne, Volume 28, Number 83, Indianapolis, Marion County, 28 November 1904 — Page 5

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O S poncUcttc von 2 O F. M. Zoo 00Q000 0$0000 te schreibt Das dunkle Kraustopfchen iikr einen weißen Bogen gebeugt, die zarten Wangen vor Eifer glühend die Feder fliegt fast über das Papier. So jetzt zieht sie einen energischen Schlußstrich fertig! Ach ein Seufzer der Erleichterung hebt die Brust des kleinen Perfönchens, die da vor dem zierlichen Schreibtisch sich nun in den Stuhl zurücklehnt und die losen Blätter flatternd in die Höhe fckwingt: Hurrah gemacht! Gott sei Dank! Toni fährt sich mit der Hand über die Stirn: hat's Schweißtropfen gekostet? Hm! Sie lacht. Dann hält sie das Schriftstück weit von sich ab, wie um zu prüfen, und legt das Schelmenköpfchen auf die Seite. Ein verfehltes Leben" wahrlich ein schöner Titel, der muß Karriere machen! Ein verfehltes Leben! Toni wird nachdenklich. Die klugen Braunaugen öffnen sich weit und blicken elegisch züm Fenster hinaus zu den Bäumen und Sträuchern des Botanischen Gartens, die sich wohlig in der warmen Mittagssonne recken und strecken, und dankbar die ersten, süßen Frühlingsknospen hervorsprießen lanen. Krausköpfchens Herz sieht so wenig mit der Hoffnungvollen . Frühlingsstimmung im Einklang. Ein verfehltes Leben," gerade so wie das ihre, sie hat gewissermaßen ihren eigenen Roman, sich selber niedergeschrieben. Ist es kein verfehltes Leben, wenn der - Herzallerliebste Redakteur , und Schriftsteller ist der alle zeitungsschreibende Frauen" haßt? Und sie möchte doch auch einmal so gerne sich gedruckt sehen, es wäre ihm eine Kleinigkeii! Sie hat gewiß Talent! Liebkosend sireicht Toni über das vor ihr liegende Papier. Ist es nicht ein verfehltes Leben, wenn er ihr, seine? zukünftigen, kleinen Gattin strengstens verbietet, die Feder zu solchem ominösen Zeug anzurühren? Er, der neun Stunden des Tages seine Nerven damit foltert, will daheim in seinen vier Pfählen Ruhe davor haben und von anderen Dingen reden. Ist es nicht ein verfehltes Leben, wenn er ihr das Rad auf Monate entziehen will und statt dessen wünscht, daß die Nähmaschine in Kraft tritt, und der Kochlöffel geschwungen wird? Und dabei sind sie beide noch nicht einmal verlobt! Zwar schon feit geraumer Zeit sich einig, daß sie .sich einander 'innig lieb haben, aber zur rechten Ausspräche ist es doch kürzlich erst gekomrnen. Und statt, wie das träumerische, dichterische Krausköpfchen sich tausendmal schwärmerisch in Gedanken ausmalt, eine glühende, regelrechte Liebeserklärung zu erhalten, die sie gnädig mit gönnerhafter Miene anhören wollte - nimmt der große, schöne, blonde Ewald' sie kühn in die Arme, küßt sich mir nichts, dir nichts 'die Zustimmung von ihren Lippen und ohne jedes Wei- ' tere fügt er die ernsthaften Worte hinzu: Unsere Liebe muß eine Probezeit durchmachen. Wildsang" und nun naht das Verhängniß sehe ich, daß sich mein Liebling zum braven, kleinen Hausfrauchen entwickelt wird Verlobung gefeiert!" In der Tha4 keck gesprochen. Und im ponirt hat es ljr mächtig. Aber in den Augenblicken der höchsten Poesie und Liebe' von der niedrigsten Realistik zu sprechen, das ist entsetzlich und verdient bestraft zu werden!' , Toni hatte es denn auch gethan. Nachdem sie still seine Rede mitangehört, sogar liebevoll den dunklen Kopf an seine Schulter geschmiegt raffte sie sich energisch auf. Das ging denn doch zu weit, das hieß alle ihre Ideale entwürdigen und zerstören. Stolz stellte sie sich vor ihn hin: Jch verbitte mir' Ihre Zärtlichkeiten, mein Herr, ich ich empfinde keine Neigung für Sie, ich verachte solche Männer, die das Weib zur Magd erniedrigen wollen!" Das war gewiß schön gesagt und mußte -wirken, jetzt würde der Grausame doch Einkehr in sich halten. Aber nein! , Ueber Ewalds Zuge huschte sogar ein Lächeln,- ein kluges, überlegenes. und mit leichter, eleganter Verbengung entschuldigte er sich! . Er ist nicht wiedergekommen. Und sie, die ihn so heiß und leidenschaftlich liebt, sitzt da mit dem geknickten Herzen und der dufteren Sehnsucht. Ist da nicht ein verfehltes Leben? Und jetzt laufen dem Krausköpfchen die hellen Thränen über die Wangen. Nur nicht weinen, energisch drücken die Finger das Taschentuch in die Augen. jetzt, wo sie den schweren Gang thun will ven Gang Toni nimmt die weißen Blätter von der Schreibtischplatte dies hier ist der erste Schritt zur Berühmtheit! . Sie will ihm zeigen, was sie kann! Vielleicht mehr als er mit seinem langweiligen Zeitungsstil. 'Sie will ihm beweisen, daß sie zu etwas 'Höherem geboren ist, als zur Küchenfee, , daß sie idealere Ziele hat: eine berühmte Frau zu werden und die Männer alle zu hassen, zu verachten! Sie stülpt das spanische SammetBarett auf den Krauskopf, wirft das Cape um die Schultern und eilt, daß sie

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in die 5l:vaf tton ihrer Abonnementszeiiung fc-r.rnt. Eine halbe Stunde später'stcht Toni vor. dem hohen Gebäude -und betritt klopfenden Herzens den Treppenflur. .Schnell die Teppich belegten Stufen hinauf ? und sie befindet sich in einem großen !)iaum.der jet:.aüs e'm Wartez immer vorstellt, fcln der Längswand ein Wh: Stühle, zum Theil besetzt von verschiedenen, sonderbaren Gestalien. Frauen mit Taschen und becbachtenden Mienen, ein paar alte .Herren mit Brillen und schauderhaft bunten

chnupftüchern. zwei rot.oeschlipste Handlungdiener eifrig Zeitung lesend. Woll'n Sie nicht Platz nehmen, Fräulein?" Ein pflichttreues Faktotum in graugrüner Amtsjacke tritt geschäftig auf sie zu und weist auf die typische Stuhlreihe. Toni wirft den Kopf ein wenig in den Nacken, aber das Blut schießt ihr siedend in die Schläfen: Nein ich will ich habe einen Noman, den ich dem Herrn Chefredakteur übergaben möchte," bringt sie hastig und leise hervor. Hm, unser Chcf ist verreist," theilt der Diener mit überlegenem Lächeln mit. Jch werde aber dem Herrn Vertreter melden Ach ja, bitte" ein Seufzer der Erleichterung. Toni .sieht die große Gestalt du:ch die Glasthür verschwinden und den langen Korridor hinuntergehen. Ein paar ungcmüthliche Augenblicke folgen; sie steht wie auf Kohlen. Man betrachtet sie von allen Seiten. Wie ein Wunderkind auf dem Jahrmarkt kommt sie sich vor. Gott sei Äank. die lange Gestalt erscheint wieder auf der Blldfläche. ..Sie möchten, bitte, dort eintreten." Er zeigt mit wichtiger Amtsmiene auf die letzte Thür im War:eraum. Sprechzimmer." Toni drückt auf die Klinke und tritt ein. Niemand darin. Sie wirst das Cape von den Schultern, ihr ist glühend heiß geworden, und setzt sich auf das breite Ledersopha. 7rm mitTrr fr Yt rmm CVtfcsrf V fcVV V r V W tltVV 4 VI K und vornehm ausgestattet: ein großer Diplomatentisch, in der Mitte mit Büchern und Zeitungen überhäuft, sechs schwere Led:rsessel. auf dem Ofensims eine wundervolle Stutzuhr aus eichenem Schnitzwerk, ein Bibliothekschrank da mit Iei,em Knarren offne! sich die gegmüberliegende Tapetenthür ein. starker Herr in blondem Vollbart und blauem Kneife: tritt ein. Toni erhebt sich. Sitte, behalten Sie Platz, mein Fräulein. Darf ich fragen, in welcher Angelegenheit Sie" Ich habe" mit zitternden Fingern wiäelt sie die Papierrolle aus hie: einen Ncman geschrieben und wollte Sie bitten, diesen für Ihre Zeitung anzunehmen." Sie- reicht ihm das Manuskript hin. " "; Er setzt sich ihr viZ-a-vis. Zuerst, mein Fräulein, muß ich doch einmal die Sache lesen, ehe ich" er überfliegt das Titelblatt Ein verfehltes Leben" murmelt er vor sich hin und ein undefinirbares Lächeln gleitet für einen Moment übe? sein Gesicht. Unwillkürlich blickt er zu der Verfasserin, die in jugendlicher Anmuth und Frische so reizend vor ihm sitzt und gar wenig nach einem verfehltm Leben aussieht. Verzeihen Sie. Fräulein, der Titel will mir ein wenig sonderbar erscheinen in Anbetracht Ihrer Jugend und" 0 bitte, das sind Privatinteressen," sagt Toni mit würdevollem Ernst. Wenn Sie indeß meinen Roman lesen möchten " Das ist mir leider jetzt unmöglich." Der Nedatteur läut die 123- Seiten durch die Finger gleiten, wieder mit einem eigenen Lächeln. Sie müssen sich schon noch' einmal herbemühen, damit ich Ihnen Bescheid sagen kann." Ginge das nicht schriftlich zu erledigen?" . Wir müssen vielleicht noch etwas darüber sprechen und Abänderungen treffen." Abänderungen," fragt sie bestürzt. Nur ganz kleine, es wäre doch möglich, nicht wahr und dergleichen bespricht sich besser persönlich." Er blickte sie forschend an. Es ist wohl, Zeit, daß ich gehe!" Toni hat längst mit F?auenklugh?it seine rechte Hand der bewußten Musierung unterzogen sie ist schmucklos. Wann soll ich wiederkommen, m.o: gen?" Wie es Ihnen beliebt. Für Sie bin ich stets zu sprechen, fugt er artig hmzu. Ihr wird es entsetzlich eng und unbcquem zu Muth,, aber, um berühmt zu werden, muß man sich lchon etwas gefallen lassen. Gut, ich werde morgen Nachmittag hier sein und mir Bescheid holen." Sie wendet sich zur Thür. Es wird mir ein HochgenuZz sein" tz streckt ihr die Hand entgegen, ein Kollegenabschied muß freundlich sein." Toni ltcs: fcb ihre zaghaft hinein: aber er umspannt ihre zarten , Finge? mit festem Druck. Auf morgen denn," sagt er mit bedeutsamem Vlick. In der nächsten - Minute steht die kleine Schriftstellerin tief aufathmend draußen im .Warteraum. Wie ein gehetztes Wild stürmt sie die Treppen hinab und fühlt im,Jnnern deutlich, daß der Weg z' r Berühmtheit , für jung'Krausköpfchen kein leichter ist! 5 . " Mensch, Du 'ommst wie oerusen, Du mußt mir einen großen Gefallen thun!" Tonis bewußter Gönner udt im Wr

oarrionszimmer , vor. dem, breiten Arbcitstifch und kramt in Stößen von Schriftstücken ' herum. Was ist denn los?" fragt eine Gestatt, die. sich's in einem Sessel am offenen Fenster bequem gemacht hat und die Ringe der Cigarre gemächlich in die Luft bläst. Ich habe da gestern von einer jungen Dame einen Noman zum Druck erhalten und ihr versprochen, ihn- durchzulesen. Hab's auch gethan, aber" Wie. betitelt sich denn der Roman?" .Ein verfehltes Leben!' " Vom Fenster her tönt ein schallendes Gcläcbter. Ja, Du hast gut lachen, aber mich hat's gefröstelt dabei. Ich kann doch unmöglich dieses schauerliche Zeug annehmen,' aber die Verfasserin scheint so felsenfest von der Vollkommenheit ihrer Arbeit überzeugt zu sein, daß es mir äußerst peinlich ist, sie vom Gegentheil überzeugen zu müssen, besonders, da sie ein so 'süßes, kleines Mädchen ist, die mich ganz in E?tase versetzt hat, und der gegenüber ich " Allemal den angenehmen Schwerenöther spielen möchte! Ja, ich kenne Dich." Die Gestalt vom Fenster erhebt

sich und tritt an den Schreibtisch. Sie kann jeden Augenblick erscheinen: ich habe sie zu heut herbestellt. Willst Du"s nicht übernehmen?" Alle Jubeljahr besucht man Dich mal auf Deiner Werkstatt, um 'n bischen mit Dir zu reden, und dann bist Du stumm wie ein Fisch im Wasser, und außerdem erhält man noch Arbeit. Na, aber meinetwegen, wenn sie hübsch ist!" Bildhübsch, versichere ich Dich, trau meinem Geschmack. Viel zu hübsch, um solche Romane zu schreiben. Sage ihr in meinem Namen, sie sollte lieber mit dem Schreiben für immer Schluß machen und eine kleine biedere Hausfrau werden, sie hat sicher das Zeug, einen Mann für's Leben zu beglücken." Herr Redakteur, eine Dame!" Das lange amtliche Faktotum steckt den Kopf durch die Thür. . '..',7.'.' ' Schön, soll warten! Du, das ist sie! Mach' Deine Sache gut, Du kannst ja besser schönen Augen 'widerstehen als ich." Der Sprecher drückt dem Freunde die Papierrolle in die Hand. ' Hier ist das ,verfehlte Leben,' " sagte er lachend und schiebt ihn zur Thür": Im Sprechzimmer." Dort harrt Toni schon voller Ungeduld. Mechanisch blättert sie. in ein paar Zeitungen herum, die auf dem Tische liegen. Ihre Gedanken sind bei ihrem Erstlingswerk und bei dem erhebenden Augenblick, wo ihr der Redakteur die Zusage macht, daß ihr Roman ah die bekannte Tapetenthür' öffnet sich Toni sieht hinüber aber was ist das, sie wird bleich bis in die Lippen, und die Finger umklammern mit festem Griff den vor ihr siehenden Ledersessel wie mit elektrischem Schlage vollzieht sich dieselbe Wirkung an der eintretenden Gestalt. Ein minutenlanges Schweigen entsteht, und als Toni sich endlich gefaßt hat und die Blicke wieder zu erheben wagt, schaut sie w zwei ihr bekannte liebe, helle Augensterne, die mit sonderbarem Erstaunen und feinem Spottlächeln auf ihr weilten. Ewald!" flüsterte sie bebend, aber sich sofort beherrschend, rafft sie sich auf und fordert ihn in kriegerischer Haltung zum Zweikampf heraus. Ich habe wohl das Vergnügen, mit Fräulein Toni " Ganz recht! Indeß bin ich.hergekommen, um " . ! . Um Ihren Roman abzuholen! Wie hieß er doch gleich hm ja ,Sin verfehltes Leben!' nichtZ-Hübscher Titel.' Ueber des Sprechers Züge, gleitet ein Lächeln. , : Darüber zu urtheilen ist nicht Ihre Sache," entfährt es Toni erregt und sie wird blutroth. . Ich habe überhaupt nicht mit Ihnen, sondern nur mit dem Redakteur dieser Zeitung zu verhaudeln." Sehr wohl. Jedoch, der' Herr Redakteur erlaubt sich ein guter Freund von mir zu sein, den ich heut in meinen freien Mittags-Mußestunden hier auffuchse, um eine geschäftliche Angelegenheit mit ihm zu besprechen." Das intercssirt mich nicht!" Es dürfte sie doch wohl interessiren, wenn ich Ihnen sage, daß er mim als Stellvertreter zu Ihnen geschickt hat. Er ist so überhäuft mit Arbeiten, daß er keine Minute Zeit erübrigen kann, um Ihnen Ihr Manuskript zürückzugeben. Zurückzugeben?" wiederholt Toni verletzt. - Jawohl, mein Fräulein. Ich habe den Roman weder gelesen, noch geahnt, wer die Verfasserin sei, sonst hätte ich diesen Auftrag nicht angenommen! Da ich aber hörte, daß die Ueberbringerin ein hübsches, junges Mädchen wäre. überlegte ich keinen Augenblick mehr!" Ewald steht höchst belustigt aus. So " Toni räuspert sich. , Ja, aber gehen wir zur Sache. Besiellung 1. Der Roman ist schauderhaft, untauglich, unbrauchbar mit einem Wort" , ' : ' Schweigen' Sie," befiehlt Toni emPort, das ist nicht wahr, das ist " Bestellung 2," fährt Ewald mit der selben kaltblütigen Ruhe fort, Sie möchten für ewig die Schriftstellerei an den Nagel hängen, einen dicken Strich durch .Ihr verfehltes Leben' ziehen, und ein neues beginnen: nämlich das einer braven, kleinen Hausfrau!" Jetzt stehen Toni die Zornesthränen m den Augen. " Aber schon ist'Ewfcld an ihrer Seite.

unv zwar meine sieme Hausfrau." fügt er leise hinzu. Toni, süßer L'.ebling, war das nicht ein sonderbarer Zufall heut, und nun sag', ob Du mir

noch böse bist!" , Keine Antwort, aber ein leises Schluchzen sagt ihm. daß die Thränen des Zornes d-nen der Reue gewichen sind. Stille nach dem Sturme! -, Ewald legte den Arm um die geknickte Mädchengestalt, und zieht' sie sanft an sich. Nie mehr schreiben, Schatz, nein, nie mehr?" Toni schüttelte das dunkle Krausköpfchen. Eine 'biedere, venünftige Hausfrau werden, ja?" Ja," schluchzt sie .unter Thränen, und ich habe Dich ja doch so lieb, so sehr lieb, es war ja alles nicht wahr damals und Du ließest mich allein mit mit" Mit Deinem verfeblten Leben, armes Kind!" - Ewald streicht ihr die hei ßen Wangen. Wenn wir uns heute nicht getroffen hätten, wäre ich doch in allernächster Zeit wiedergekommen, die Liebe und Sehnsucht ließen mir schon jetzt keine Ruhe. Ich wollte nur erst den unartigen Wildfang em bischen zappeln lassen! So, und nun, Wildfang, schwöre mir was wird mit dem Rad?" fragt er ernsthaft. In die Ecke gestellt!" Und statt dessen?" ' Die Nähmaschine getreten," schwört Toni. . Und Feder und Tinte?" examinirt Ewald weiter. , Nur zu Kochrezepten verwendet, und der Suppenlöffel geschwungen," lacht sie unter Thränen und blickt strahlend zu ihm auf. Aber Du Du hast auch etwas zu schwören," sagte Tom schmollend. Ich ach ja! Also wenn ich wieder zu einem Freunde auf die Redaktion steige, darf ich keine Stellvertretung bei hübschen Mädchen.i5ernehmen und wenn ich wieder mal einer. Dame eine Liebeserklärung mache, so muß sie poetischer, schwärmerisch'er mit Kniefall" 'Aber Toni hält ihm krampfhaft den Mund zu. Sag' mal, 'hast Du wirklich den Roman .nicht .gelesen?" Nein, wahrhaftig nicht!" . . ' Dann zerreiß' ihn, bitte, auf der Stelle." Ein' heißes Roth färbt ihre Wangen. .-Eigentlich .sollt' ich neugierig sein aber, na" Ewald begegnet Tonis flehendem Blick da eins zwei drei! Zufrieden? Und nun, Liebling" ,M -Nun, fragt sie, sich an ihn schmiegend. Wird Verlobung gefeiert, mein herzies, Mädchen, und für uns beide beginnt"' 'Mit ihren klugen Schelmenaugcn sieZt Toni ihn übermüthig an, und es blitzt'und 'zuck! darin wie von tausend Teufeln, v Ein verfehltes Leben!" i,Uirdrigcr hängen." Im Berliner Kalender für 1895 behandelt derGeneraldireklor der Staatsarchive Professor Koser die bekannte Erzählung vom Niedriger hängen" und führt den Nachweis, daß sie historisch ist. Dies ergibt folgende Schilderung eines Augenzeugen Namens Haffner, der Mitglied der königlichen Ka?elle und später Kapellmeister in Up'ala war: Zurzeit der unglückseligen Kaffeeregie fand in derNähe des Fürstenhauses (am- Werdetschen .Markt) eine Tages ein großer, Auflauf statt, indem alles mit lächelnden Mienen, um ein hoch an der Ecke angeschlagenes Pa Pier versammelt stand. Ich kam von der, Kapelle, einige Notenblätter unter dem Arm und konnte kaum erfahren, was es bedeute, als jemand anderes herzukam, der es ebenfalls nicht wußte und doch ungleich mehr bei der Sache betheiligt that als ich. Es war der alte Friß, der einsam mit seinem Heiducken die Jcigcrstraße heraufgeritten kam. Die Mützen flogen herunter, man gaffte den König an mit lächelnden und doch erschrockenen Mienen, man wich zurück, Niemand aber wagte zu sprechen. Der Monarch schickte nun seinen Begleiter ab,, zu erfahren, was es wäre. Indessen musterte er mit seiner großen Lorgnette die Umstehenden, und ich glaubte sogar zu meiner großen Freude, daß auch mich em besonderer Blick traf, der zu erkennen gab, daß er sich meiner erinnere; denn darin war der große Fritz einzig, daß er jeden wiedererkannte, mit dem er einmal gesprochen. Der Heiduck kam jetzt lächelnd wieder und wollte nicht mit der Sprache heraus. - ,'Sie haben etwas auf Euer Majestät angeschlagen.' Nun ritt der König etwas nciher und sah sich selbst auf dem Bilde, tüit er in höchst kläglicher Positur auf einem Fußschemel saß und. eme Kaffeemühle zw: schen den Beinen, emsig mit der einen Hand mahlte, wahrend er Mlt der ande ren jede herausgefallene Bohne auflas Sobald Friedrich den Gegenstand erkannte, wehrte er mit der Hand und rief: ,Hängt es doch niedriger, daß dit Leute sich nicht den Hals ausrecken müssen.' Kaum war dies ausgesprochen, als ein allgemeiner Jubel ausbrach. Man riß das Bild herab, und' in tausend Stücke, -die ' Jungen warfen die Mützen, und ein allgemeiner Jubelruf: Zwat der alte Fritz!' scholl dem langsam abreitenden König nach.'" ' . proizezr-Annonec. Kräftiger Mann gesucht zum Koüponschneiden - Me i e r ;? Rentier.' -

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