Indiana Tribüne, Volume 28, Number 83, Indianapolis, Marion County, 28 November 1904 — Page 4

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Indianä Tribüne. HnaukstAeben von de, utendg Q. ' Indianapolis, Ind.' mju jT-nnrnj-u-u--r-u--r j-L-jl - r. 1 ' Harry C. Thudium Präsident. GeschäftSloealt No 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE ,

E tered at the Post Office ol IndUnapoHt as second dass matter. Deutsch-Südwest-Afrika für die Buren. Als der südafrikanische Krieg zu Ende war, schreibt die Milwaukee Germa nia", prophezeite man einen großen Exodus der Buren. Man nahm an. daß die Buren eher ihre Heimath derlassen als linier einem verhaßten Union Jack wohnen würden. . Die- Prophe zeiung bestätigte sich nicht. Wohl zog eine kleine Schaar von Unversöhnlichen nach Mexiko, Ärgentinien. Chili und Java, aber die große Masse blieb, weil man sich mit der Hoffnung trug. England würde seine Versprechungen wahr! machen.- Nun sind schon em paar Jahre seit dem Friedensschluß vergan gen, aber die starke Hand der gewünsch ten modernen civilisirten Regierung läßt sich nicht fühlen. Unter den Bu. ren herrscht deshalb große Unzufriedenheit über die ihnen zutheil werdende Behandlung; ihre rechtlichen Ansprüche für Ersatz des ihnen anerkannt Genommenen werden mit einer nicht zu verkennenden. Langsamkeit hin- und her gezerrt, verdreht, geschmälert und schließlich doch wieder auf die lange Bank geschoben, und eine kostspielige Verwaltung verschlingt daS. womit Tausenden geholfen werden könnte. ' Ganze Dörfer liegen noch, in Asche, ohne daß auch nur derWersuch gemacht würde, die traurigen Zeugen deS Krieges zu entfernen und die Dörfer wieder bewohnbar zu machen. Die Unzufriedenbeit unter den Buren wächst wieder. Auf ihrem letzten Kongreß in Pretoria haben sie bitter Klage darüber geführt, daß die Briten ihre Versprechungen nicht lösten. Zugleich schicken sich die Buren. wieder an, ihre Heimath zu ver lassen. -Mehrere'kleine Trupps haben sich im letzten Sommer im portugiefischen Ost'Afrika, südlich von Zam. best, niedergelassen und fühlen sich dort so behaglich, daß andere ihnen dahin folgen werden. Im Juli wanderten fünfzig Burenfamilien nach Tanga, dem deutschen Hafen an der ostafrikaNischen Küste, aus und begannen nicht weit von der Küste sich als Farmer ein zurichten. . Der vielbesprochene Plan deS bekannten und angesehenen Buren Varand Vorster, in Deutsch Ostafrika einen neuen Burenstaat unter der Souverän!' tät deS Deutshien Reiches zu gründen und zu diesem Zwecke eine größere An Zahl Burenfamilicn er hoffte auf 6000 Familien zur Auswanderung zu bewegen, gilt freilich als unausführbar, da die' deutsche Regierung eine solche Staatenbildung im eigenen Terri torium selbstverständlich nicht zulassen wird. Der Plan gilt auch deshalb als nicht praktikabel, weil das äquatoriale Klima den Buren nicht zusagen würde. Besser schon eignet sich daS .deutsche Südweftafrika. Die deutsche Presse steht einer solchen Besiedelun'g sehr sympathisch gegenüber. Wenn erst einmal die aufständischen Herero, Witboi und BondelzwartS niedergeworfen sind, dann wird die deutsche Kolonialregierung eS sicherlich gern sehen, wenn die fleißigen Buren sich aus dem weiten Tenain nieder lassen . würden. ES find jetzt schon Hunderte 'von Burenfarmen dort im Betrieb. Auch daS. Amsterdamer Wochenblatt De. Zuid.Afrikanische Post" redet einem ExoduS der Buren nach diesen guten Weideplätzen daS Wort. Die Buren, schreibt sie, würden sich dort unter der Obhut der deutschen Kolonkal'Regierung wohl befinden und mit den deutschen Siedlern, mit denen fie stammverwandt find, gut auskom men. Die deutsche Regierung sollte nur den einwandernden Buren die An fiedelung auch möglichst erleichtern. Gerade das füdwestafrikanische Ge biet hat den übrigen afrikanischen Ko lonien gegenüber den Vorzug, weiße Ansiedler, und zwar Farmer, aufneb men zu können. Die weiße Bevölke rung hat auch schnell zugenommen. Ihre Kopfzahl, betrug am 1. Januar 1902, 4674, gegen 3643 im Vorjahre, d. i. eine Zunahme von 1031 oder 23 3 vom Hundert. ' Und dieser Zuwachs bestand schon iu jenem Jahre in erster Reihe aus einge wanderten Buren Familien. Der Aus

blick, für die Zukunft, liach Nieder werfung des Aufstandes ist so vielver sprechend, daß eine weitere starke. Ein Wanderung von Buren in Zukunst zu erwarten steht, zumal die zahlreichen Steppen und Dzrnbuschlündereien sich für Schaf und Rindviehzucht so vorzüglich eignen. . - Wenn also die Buren ihre Heimath verlassen wollen, dann bietet sich ihnen gerade im - deutschen Südwestafrika der beste Ersatz. - , . i Nach drei Monaten wird Senator Fairbanks Vorsitzer der hohen Körper schaft sein' in. welcher er seit Jahren Jndiana so würdig vertreten hatte. Nun gehen die Volksvertreter wie' der in Washington an die Arbeit. Un ter den Nüssen, die sie zu knacken haben werden, sind wohl die härtesten die Re ducirung der Ausgaben und die Tarif' Revision. Letztere wird dringend von einflußreichen Republikanern verlangt, aber zugleich wird auf die Nothwendig keit hingewiesen, daß die Einkünfte er höbt und die Ausgaben riesig einge schränkt werden müßten, wenn man nicht vor großen Deficits ' stehen wlll. Mit dem aus dem Vollen schöpfen" ist'S wenigstens für diesen Kongreß vorbei. &aß dies bei der riesigen Ma jorität der Republikaner ein Glück ist, versteht sich von selbst. Man muß eben gut und vernünftig wirthschaften, wenn man sich nicht festrennen will.

In einem Wandalen" betitelten Artikel, den Ernst v. Wildenbruch im Berliner Der Tag" veröffentlicht, schreibt der Dichter mit Bezug auf den Umstand, daß, der diesmalige Tag für Denkmalspflege sich weder mit dem Schicksale deS Heidelberger Schlosses, noch dem des Berliner Königlichen Opernhauses beschäftigte: Als - einen geradezu schmählichen Vorgang muß ich das Geschehniß auf dem DenkmalStage in Mainz bezeichnen. Wer mir etwa entgegenhatten wollte: Dn bist ja gar kein Techniker, was geht Dich die Sache an", dem erwidere ich: ES handelt fich hier um etwas ganz Anderes, weit Wichtigeres, weit Größeres als eine technische Frage; es handelt .sich um ein Symptom, das ein böseS. bös?S Licht auf die wirkliche innere Bildung, auf den Eharacter Deutschlands wirft". ' Wie war eS möglich, daß nicht die ganze Versammlung, wie ein Mann. sich erhob und alle weiteren Berathun gen für gegenstandslos erklärte ? Ganz Deutschland steht harrend ander Thüre, hinter der über das Schicksal von zrreien seiner Heiligthümer berathen werden soll, U7.d unterdessen beräth man da drinnen, ja über was denn ? Viel leicht über das Nauener Thor in Potö dam, öder den guchsthurm bei Jena, was ja auch zwei alte Bauwerke sind ? Eme solche 'Mißachtung nationalen Empfindens hatte man den Muth fich zu erlauben, weil man nicht so viel Muth hatte, einem von anderer" Seite ausgesprochenen Befehl: über diese Dinge wünsche ich nicht, daß ver handelt wnd" zu widersprechen. Wer war diese andere" Seite ? Eine Re gierüng ? Ein Hof ? Wenn eS so war, dann- haben diese Regierungen oder diese Höfe allerdings gefiegt; aber eS giebt Siege, zu denen man nicht gra tulirt, sondern kondolirt. Und ich kon dolire ihnen dazu, aus ibrem eigensten wohlverstandenen Interesse. Gerade von Seiten der Höfe und Re gierungen wird immerfort und zwar mit Recht über den immer weiter und breiter um fich greifenden Verfall na tional - geschichtlichen Bewußtseins im deutschen Volke geklagt. Endlich bie. tet fich eine Gelegenheit zu allgemeiner Bestätigung an einer ernsten, natio nalen Sache, an der fich,' weil es keine politische ist, jeder Deutsche unmittelbar betheiligen kann. Das erfreuliche tritt ein, weite Kreise nehmen aus eigenstem Antrieb Stellung zu der Frage ; zu diesen Kreisen gehören die besten, im besten Sinn gebildeten Männer Deutsch landS, und im Augenblicke, wo fie fich ernsthaft, sachlich über die wichtige Frage berathen wollen, wird ihnen von obenher daS Wort entzogen, die Bera thung und der Mund verboten. Wo leben .wir, wenn so etwas geschehen kann? In Deutschland oder in Byzanz? Ist die öffentliche Meinung Deutsch landS ein Hund, den man aus der Ecke hnvorlockt, wenn es einem beliebt, daß er Zustimmung bellt, und den man mit einem Fußtritt in die Ecke zurück schickt, wenn eS einem beliebt, daß er schweigt? .... Die Deutschen sind geduldige Menschen, und ich betrachte oaS als .eine edle Eigenschaft. Wann werden die Deutschen da oben" ler nen, daß eS eine frevelhafte Ver geudung ' der nationalen Kraft ist, wenn . man die edlen Eigenschaften seines Volkes mißbraucht? Wann wer den die Deutschen da unten", lernen daß, wer Geduld mit knechtischer Ge finnung.. verwechselt, entweder selbst zum Knecht oder aber zum Parteigän ger derjenigen werden muß, die, weil Urnen dieses und jenes am deutschen Vaterlande nicht gefällt, ' daS ganze Vaterland in die Luft sprengen möch ten?"'-' - ---

Eine Berschärsung der Strafge-.ES

fetze empfohlen. Die Polizei.Association, eine HülfS'

gefellschaft der Municipal Liga von bie mit Gott und. der Welt zerJndiana, welche kürzlich in South fallen sind, sich einzig und allein noch

Bend eine Versammlung abkielt, hatu oen moern allen, vei oenen xgi

verschiedene vorgeschlagene Aenderun dem Jndianaer Strafgesetzbuch gen ln angenommen und die bevorstehende Le giSlatur wird ersucht werden, dieselben zu pasfiren. Etliche Aenderungen find radical und dürften, faps fie acceptirt werden, den Verbrechern unserer Stadt böse verleiden. Vor Allem soll Einbruch, anstatt wie bisher mit. 2 14,- in Zukunft mit 1020 Jahren Zuchthaus bestraft werden Für Vagabundirung und Straßenbetteln soll die Strafe mindeften S5 S50 sein. Mit 2 14 Jahren soll Vernachläs. figung der Familie geahndet werden. Ein Mädchen unter 20 Jahren zu unmoralischem Lebenswandel zu ver führen, soll alS,.Verbrechen" ebenso hoch berechnet werden. DaS Gesetz, welches Einbruch bei Tage mit höchstens -sechs Manaren resp. $200 belegt, soll durch ein strengeres ersetzt werden. Raub, auf welchen 2 14 Jahre stehen, soll mit 520 Jahren bedacht werden. Schließlich wird die Annahme eines Gesetzes empfohlen, welches die Bezah lung der Ausgaben für die Festnahme flüchtiger Verbrecher vorsieht, ob die selbe nun innerhalb oder außerhalb des Staates geschieht. Socialistische Arbeiter - Partei. Vortrag von Frank A. Bohn. Unter den Auspicien der Socialistischen ArbeiierPartei . wird morgen, Dienstag, Abend, Frank A. Bohn - in der Germania - Halle . einen Vortrag halten. Der Eintritt ist frei. Grundeigenthums Übertragungen. Luella Waldon an Reuben H Moore, Lot 15, Waldon'S Centra! Ave. Add. 40x134 Fuß, östliche Seite der New Jersey Str.. südlich der 13, Str. $550. r John I. Cooper an Wabash Nealty & Loan Co., Lot 41, Cooperö 1. Süd Meridian Str. Add.. 30x120 Fuß Verbesserung, südöstliche' Ecke Minne sota und Meridian Str. $5,000. Emma I. Holloway an Äquilla L. Jones. Hälfte von LotS 4 und 13, Block 3, NicholS North Park Add., 40 bei 120 Fuß, östliche Seite der Ala. bama Str., südlich der 13. S500. . John C. Hoß an Arth. C. Williams, Lot 22. CcmpbellS Sub., Block 16. Hutchings k DarnellS Brookstde Add.. 23 bei 126, östliche Seite der Station Str., südlich der Massachusetts' Ave. $700. Jesse G. Alvord an Salathiel R. R. Billiger, Lot 156, Jefferson Park, 40 bei 172.9 Fuß. östliche Seite der Elder Ave., nördlich' der Calvelage Str. $1200. ; Anna M. C. Ferguson an Samuel S. Dillon, Theil vom südwestlichen Viertel, Section 26, Township 15, Range 3, Perry Township. Joseph B. Brownback u..A. an In dianapoliö Southern Railway, 49 Lots in Braden'S Riverside Addition,' $2,500. CyruS A. Winecup an denselben, 20 LotS in derselben Addition, $2,300. ArtemuS N. Hadley an dieselbe, 9 LotS in der Peru & Indianapolis Railroad Co'S Süd.Addition,. und 6 Landstücke in Kappes & Naltner's Süd Meridian Str. Addition, längs der Ostseie des FlusseS, nördlich der Gür telbabn, für denselben Zweck, $47,500 Katherine Hicks an JameS W. Noel, Lot 26, Meridian HeightS Place, 185x195.5 Fuß. vacant, 2. Lot östlich von Meridian Str., an der SüdLinie genannter Addition. $1000. Charles H. Stuckmeyer an Salem G. Pattison, Lot 117. MilliganS Brook Park Add.. 40 bei 140 Fuß. westliche Seite der Samoa Str., nörd lich der Coyne Ave. $550. Edward R. Bladen an Sherman T. Davis, Lot 122, Wiley Sub., Außen lot 162 u. A.. 33 bei 120 Fuß, südwestliche Seite der Pratt Str. zwischen Blake und 10. Str. $1500.' Grundeigenthum im Gesammtwerthe von $233,184.04 wechselte in der ver flössen! Woche die Besitzers Der Lahrer Hinkende Bote sowie der Negensburger Marien Kalender für 1905 sind ? durch nnsere Ofsice zn beziehen.

liegt ein tiefer Sinn w

k!nd'fchen Spiel. Nichts Seltenes ist eS, daß Mew meist außergewöhnlich zartes Fühlen und Empfinden Verständniß findet ooer wemgiens icine Jurullweung erfährt. Aus dem Kinde entsteht erst der zielbewußte Mensch, der je nach sittlicher und physischer Kraft, nach Neigung und Bestimmung seine eigenen Wege wandelt, während in des Kindes weichem Herzen selten schon Egoismus und Rücksichtslosigkeit gegen seine Umgebung Raum haben. Nichts flößt darum dem feinsinnigen Menschen mehr Bewunderung und Achtung vor denWerken des Schöpfers ein, als diese unschuldigen Kleinen, und nichts gewährt einen man möchte sagen edleren Reiz, als die körperliche und geistige Entwickelung der Kinder zu. beobachten und zu verfolgen Ist man müde vom Getriebe des Alltags, hat das Schicksal uns matt und verzagt gemacht, was erfrischt uns wohl am besten, was gießt uns neue Hoffnung in's Her hinein? Kinderaugen, die uns zärtlich anstrahlen, KinderHände', die sich uns sehnsüchtig entgegenstrecken, und Kinderherzen, die uns ihre Zuneigung beweisen. Seid fröhlich mit den Kindern es ist eine Wohlthat, wer das kann, denn er wird das herbste Leid' in den Minuten vergessen, in denen er sich am Lächeln seines Kindes erfreut. Braucht Ihr Zerstreuung, so schaut den Kindern zu, wie sie eine kleine Welt um sich herum zaubern, an der die Erwachsenen sei nen Theil haben, und in der man doch bereits den Pulsschlag der großen Welt verspürt. ' Wenn Euer Töchterchen sorgsam ihr Püppchen yütet und Pflegt, wenn ihr ein geschundenes Puppennäschen, ' ein abgebrochenes Glied Thränen erpressen, so seid überzeugt, daß sich in der kleinen Pujppenmam bereits die zukünftige treue Frau und Mutter regt. Es liegt ein tiefer Sinn im kindischen Spiel darum sucht ihn, wenn Ihr ihn nicht gleich herausfindet, sucht das Problem der Kinderseele zu lösendes ist die schönste und lohnendste Aufgäbe. Der einstige Gelehrte, der werdende Künstler, der zukünftige Vaterlandsvertheidiger, sie alle kann man häufig aus ihren kindlichen Neigungen erkennen, und darum sollen wir das Spiel uns erer Kinder " niemals mit leichtfertigen Blicken betrachten sondern mit ernsten Augen uns in ihre Ideen zu. vertiefen suchen. , Alles was gut, schön und rein ist, liegt; in einer Kinderseele, aber: sie ist-auch zugleich der getreue Spiegel ihrer Umgebung und was für ein Bild dieser Spiegel aufnimmt, das rcflektirt er. Bemerken wir folglich Unedles und Häßliches im Spiele unserer Jugend, so müssen wir nach der Ursache forschen. Wo hat das Kind Schlechtes gesehen und gehört, woher hat es die Veranlagung zu bösem Thun und Treiben? Forschet und suchet und ermüdet niemals bei dieser Aufgabe,, die zur heiligsten Pflicht wird, sobald Ihr Vater, Mutter oder Erzieher werdet. Verstopft den' Vorn, aus dem so' trübes Wasser quillt, damit Eurer Kinder Herzen und Gedanken rein bleiben. . Leitet die Spiele Eurer Kleinen eigenhändig und lscht nicht, wenlisie in unbewußter Komik die Schwächen der Großen nachahmen, sie können ihnen leicht selber in Fleisch und Blut übergehen. Es heißt so oft: Ach, 'diese ungezogenen Kinder, sie machen nichts als Dummheiten," aber selten denkk der oder die sich derartig Aeußernde darüber nach, warum die Kinder so. unartig und ungesittet sind. Wachen immer treue Augen über ihrem Spiele, suchen immer sorgsame Eltern das Böse im Keime zu ersticken, das Gute in den jungen Gemüthern zu fördern? Leider ist das nicht immer, sogar recht oft nicht der Fall, und darum brauchen wir uns über die Unarten unbewachter Kinder nicht zu beklagen. Wir dürfen sie auch nicht verdämmen, da ihr kindlicher Unverstand sie nur unvollkommen den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennen läßt. . Wie vielen Müttern geht das Verständniß für ihre. Kinder vollständig ab und. wie wenig Sorge machen sie sich deswegen! Sie sehen eben diesen Mangel in ihrer Mutterliebe gar nicht und geben sich keine Mühe, die Kunst, denn es ist gewissermaßen eine Kunst, sich mit Kindern zu beschäftigen, zu erlernen.. Sie engagiren einfach ein Fräulein" für . die Kleinen, damit die Lieblinge gut untergebracht sind. Was sie sich selber dadurch an unerschöpflichen Freuden, an reichem Glück entziehen,, daran denken sie nicht, oder vielleicht geht ihnen erst in Jahren, wenn es längst zu spät ist, wenn die Kinder unterdessen erwachsen sind, das Verständniß dafür auf, und die Gegenwart lehrt sie, wie wenn sie selbst eigentlich dazu beitrugen, sich Vertrauen und Liebe ihrer Kinder zu erringen. , Hätten sie damals das Spiel der Kleinen bewacht und geleitet,', so hätten sie ihnen wohl um , manche Klippe herumhelfen können, an der später das eine oder das andere scheiterte,. und manche zarte Regung der jungen Herzen blieb unbeachtet oder verkümmert, weil sie von' der' Mutter nicht rechtzeitig beachtet oder mißverstanden wurde.

Vonl Iulandc. Der Dampfer S w a jz i" von Calcutta und Colombo lief unlängst im New Forkir Hafen ein. Sein Capitän berichtete, daß der Bug am 3L Qctober einen Walfisch fast in der Mitte durchschnitt. Die See wurde s,anz.roth und die beiden Hälften des Ungethüms tauchten an beiden Seiten des Dampfers, auf. Zuerst war angenommen worden, daß der Dampfer auf ein Riff gefahren sei. Einem geraubt enKuß verdankt es der Staatssenator W. F. Meyer von Carbon, Mont., daß er bei der letzten Wahl nicht wiedergewählt und von dem Demokraten Gltdden geschlagen wurde. Vor einiger Zeit traf Meyer auf der Straße in" Red Lodge Frl.Groves, die Semester eines Episcopal - Predigers, und gingmit ihr nach ihrem Hause; an einer einsamen Stelle hat. er ihr dann einen heißen Kuß gegeben und ihr zärtlich gute Nacht gewünscht. Einige Tage später erzählte die junge Dame den Kußraub ihrem Bruder, die Sache wurde bald das Tagesgespräch und wurde besonders in die Politik hineingezogen; im ganzen Dellowstone - Thal war nur noch diese Kußgeschichte die einzige Wahl - Jssue". Die japanische Einwanderung in die Ver. Staaten nahm vor dem Ausbruche des jetzigen Krieges beträchtlich zu. Seit dem Jahre 1900 sind über San Francisco über 10,000 Japaner nach den Ver. Staaten eingewandert,, über Canada etwa ebensoviel, so daß sich die Zahl der im'Lande befindlichen Japaner in , den letzten Jahren um etwa 20,000 vermehrt hat. Die chinesische Bevölkerung vonCaliformen ist, wie der dortige ArbeitsCommissär sagt, eher im Abnehmen. Das San Franciscoer Chronicle" befürchtet, daß die japanische Emwanderung bedenklichen Umfang . annehmen werde, mit ebenso schlimmen Folgen wie die Einwanderung der Chinesen sie hatte, als sie noch nicht eingedämmt war; ihr habe man schließlich ein Verbot entgegensetzen können, weil China es sich .eben gefallen lassen rnußte Japan aber, das sich jetzt als Großmacht fühle, würde eine derartige Behandlung nicht ruhig , hinnehmen, sondern für seine Landeskinder dieselben Rechte beanspruchen, die anderen Nationen zugestanden seien. Der Fürsprache John Jacob Astor's verdanken ihre Freiheit zwei Arbeiter, welche einem Richter m Vrooklyn unter der Anklage vorgeführt wurden, eine mit Brillanten besetzte Strumpfband - Schnalle, ein Paar Operngläser und ein Paar Schuhe aus der Wohnung Astor's entwendet zu haben. Die beiden Angeklagten, junge, Leute, waren mit Reparaturen in einem Zimmer des Astor's schen Hauses beschäftigt, sahen dort die bezeichneten Gegenstände auf, dem Ofengesims vereinsamt liegen . und steckten sie, ihren Angaben nach, als Andenken" in die Tasche. Im Polizeigericht wurde die Brillantenschnalle au $200 und die anderen Artikel auf $25 abgeschätzt, doch wurden beschworene Aussagen des Herrn Astor in den General - Assissen unterbreitet, in welchem er erklärt, daß seine Gattin den Werth des Strumpfbandes nicht höher als zehn Dollars schätze. Ueber haup5 fei man in seiner Familie der Ansicht, die Leute hätten wahrscheinlich gedacht, weil man die Sachen achtlos hä..e auf dem Gesims liegen lassen, dieselben würden von der Familie nicht mehr gebrauch! und seien deshalb von ihnen als Andenken mitgenommen worden. . Die Beschuldigung wurde deshalb in eine auf Kleindiebstahl lautende umgewandelt, die beiden jungen Leute bekannten sich schuldig und wurden dann unter suspendirtem Urtheil entlassen. Der Sieg des Präsidenten Roosevelt war in Brooklyn die Urjache eines Selbstmordes. - Ueber die Wahlresultate gerieth der 42 Jahre alte Apothelergehilfe Alexander Simmons in solche Verzweiflung, daß er sich, in seinem Schlafzimmer erhängte. Simmons interessirte sich schr für die Politik und in dem Kreise seiner. Familie bildete dieselbe deshalb seit einigen Wochen das wichtigste Gesprächsthema. . . Am Wahltage nach dem Abendessen entfernte sich der Mann, um sich nach den Wahlresultaten zu erkundigen. Als die Wiedererwählung Roosevelt's zweifellos erschien, gerieth Simmons in große Aufregung und sprach Freunden' gegenüber die :Besürchtung aus, daß die . Zeiten nun noch schlimmer werden würden. i,Dann ist es doch besser todt sein," schloß der Mann f eine Lamentation. Tief niedergeschlagen, kehrte Simmons kurz vor Mitternacht nachHause zurück und ging sofort in das Zimmer, in welchem seine Gattin und vier Kinder, schliefen. Er küßte seine-Lie-ben leidenschaftlich und wünschte ihnen dann gute. Nacht. Darauf suchte' der Mann s ein Schlafzimmer ! auf, drehte aus dem einen Ende "eines Strickes, den er m Zimmer gefunden, eine Schlinge, legte diese um den Hals und befestigte das andere Ende desStrickes an dem Bettpfosten. Im 'nächsten Moment schob er den Stuhl -unter sich hinweg. Der Unglückliche führte sein Vernichtungswerk so geräuschlos, aus, daß die Gattin nicht den leisesten Verdacht , schöpfte. Da Simmons am nächsten Morgen nicht zum Frühstück erschien, ging die Frau in das Schlafzimmer des Gatten und,' fand. .diesen 2ii ihrem Schrecken erhängt vor.

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9 No. 1 W. Washington St? (Men:haat8 National Bank.) . Ein europäisches Depattmmt. Wechsel, Creditbriese und Postanweisungen auf alle Städte EurcvaS. xZrhiti&f&tirii naq vo UjlJJUj,lll, Eurova. Atti und verkauf ausländischen Geldes. s giebt da einige Leute die man bemerken hört : Ach wenn ich nur einige. Hundert Dollars hätte, ich könnte dann etwas Geld machen." Es ist keine schwierige Sache ein paar Hundert Dollars zu sammeln" und es gibt nicht wenig Leute, die wenn fest entschlossen,' dies nicht zu Werke bringen, wenn eine gewisse Summe von ihrem Einkommen positiv jede Woche oder jeden Monat deponirt wird.m Der , Jndiana Trust Company. Das Resultat wird bald ,m paar Hundert Dollars fein" mit denen Sie Geld machen können. Probieren Sie es. Beginnen Sie heute. ' Kaltblütigkeit. Während der Belagerung von Warschau im Jahre 1831. .hatte der russische Feldmarschall Paslewitsch auf einen bestimmten Punkt der Stadt Granaten--feuer befohlen und wartete ungeduldig das Resultat der Operation ab. Das erwartete Resultat wollte sich indessen nicht einstellen, die Schüsse mußten wohl schlecht ausgefallen sein, und seine wiederholten Befehle brachten .keine Wirkung hervor. Der Marschall bestieg sein Pferd und stürmte im Galopp nach der Anhöhe, wo die Batterie aufgestellt war. Wer ist -der Dummkopf, der hier befehligt?" fragte er. Ich," versetzte der betreffende Offizier. Nun gut, ich werde Sie degradiren, denn Sie verstehen Ihren Beruf nicht. Ihr Schießen nützt ja gar nichts.". Das ist richtig," versetzte der Haupt-mann,-aber die Schuld tragen allein die schlechten Granaten, die. man' mir geschickt hat, denn sie platzen, nicht." Das können Sie erzählen, wem Sie wollen, mein Herr, mich fangt man mit solchen Ausreden nicht. . Heute Abend lasse ich Sie vor ein Kriegsgericht stellen." . . Da ergriff der Hauptmann eine Granate, zündete, die Lunte an, fetzte sich das rauchende Geschoß auf die Hand und hielt es dem Marfchall hin. Da, sehen Sie selbst," skgte er.. Paskewitsch kreuzte die Arme über de? Brust und sah erwartungsvoll auf die Granate. Es herrschte ein feierliches Schweigen.' Die beiden Männer blieben unbeweglich stehen und' warteten, ob die Lunte erlöschen, oder dte Granate explodiren würde. .. Das erstere war. der Fall, , und der Hauptmann warf die Granate .verächtlich zur Erde. '- '.4 Da erklärte . in ernstem . Tone der Marschall: Ich bitte Sie . um Entschuldigung, denn Sie baben recht.". , Deutsche Sänger cinft und jetzt. Während .sich heutzutage die deutschen Sänger allgemeiner Anerkennung er- -freuen und nicht wenige von ihnen Weltruf genießen waren sie in früheren Zeiten geradezu berüchtigt und der Gegenstand der schärfsten Angriffe. So sagt Johann der Diakon im 9. Jahrhundert von den deutschen Sängern: Die süße Gesangweise haben sie zu lernen sich abgemüht, aber wegen angeborner Wildheit nicht rein erhalten können. Nämlich: groß an Leib wie Berge, donmit, auch ihre Stimme hochbrausend daher, kann also , nicht in süßem Gesänge tönen; und wenn die barbarische Rohheit ihrer durstigen Kehlen den Gesang . durch Uebergänge und Nachhall u verschleifen bemüht ist, so stößt sie die harten Töne mit ganz eigenem Geprassel heraus, fast wie ein Lastwagen, der :ihti die Steine iasselt, so daß Ohr und Gefühl, statt sanft bewegt, erschreckt und erschüttert werden."