Indiana Tribüne, Volume 28, Number 76, Indianapolis, Marion County, 19 November 1904 — Page 7
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Jndiana Tribüne, 19. November 1S.
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. It'flii SU . VT t 's Ci liil itp PL 44 4 tt w if H- . iT U ?-- 4(Fortsetzung.) Gin Eewand, wie sie eZ zu tragen liebte, lose und fließend aus weicher indischer Seide von einem milden Elfenbeinweiß, der duftige lange Schleier, der um ihr Haupt gewunden. Kinn und Wangen, umrahmend und im Nacken verschlungen bei jeder ihrer'Bewegungen zitternd sie umwehte, gaben ihr ein zartes, fast gespenstisches Aussehen. Doch die blauen Augen leuchteten in dem Bewußtsein einer siegreichen Perfönlichtet Als Georg Rink eintrat, stand er einen Moment im Thürrahmen und betrachtete enrjückt die weiße, hoheitsvolle Erscheinung inmitten der glühenden Pracht der üppigen Azaleen, inmitten all des Noth und Gold. Sie blickte ihm freundlich lächelnd entgegen. Georg Rink ergriff ihre Hand und berührte sie mit seinen LipPen. Gnädige Frau . . . Was ich soeben genossen, war etwas selten Köstliches in einem Dasein, das uns fortwährend durch seine Häßlichkeit martert . . ." Sie werden heut Abend nur Pilger nach dem Lande der Schönheit finden," sagte Frau Vürgelin weich. Sie sollen sich daheim fühlen bei mir." Dionys kam hereingesprungen in dem Wams eines Edelknaben des fünfzehnten Jahrhunderts, das er kürzlich in, einem lebenden Bilde getragen hatte. Frau Vürgelin ließ sich auf ihrem Lieblingsseffel nieder. Dionys streckte sich vor ihr auf dem Teppich aus, den dunklen Kopf au ihre Kniee geschmiegt. Ihre Hand, diese Hand von der erlesensten Form und der Farbe einer weiß und rosa Muschel spielte in seinem Haar, auf dem erdbeerfarbenen, von silbernen Lichiern übcrschimmerten Sammet, dem grauen Pe!z:?erk seines KleideZ. Der Dichte? starrte träumend die Gruvpe an. nur fln ur.b wieder wurde ein lässi3 Wort gewechselt, bis die anderen Gäste erschienen. Toris sauste in die schwüle genußsüchtige Stille wie ein Morgenwind; Übermüthig voll Leben und Glück über .den Erfolg deZ gestrigen Abends und voll Entrüstung übe: einige fehlgeschlagen? Momente. Die Mnstk ist doch Kapellmeisterinusik. das lasse ich mir nicht nehmen!" rief, sie Georg Rink zu. Ich hätte Ihren prachtvollen Versen etwas Vesseres gewünscht . . . Kann mir nicht helfen!" Kapellmeistermusik?" fragte Dionys und hob den Kopf ein wenig von seiner Mutter Schooß, was verstehen Sie darunter?" Na ja: so etwas Braves etwas ,Bürgerlich-Angestelltes' möchte ich sagen. Brauchbar, gut gemacht nur fehlt eben die Hauptsache." Sie hatle die Nolle der Heldin gespielt, einer wilden Nordlandsmaid, die durch die Leidenschaft gezähmt und gebrochen wird. Das Vorspiel zu der Li.:besszene fand ich gut." sagte Dionys. War auch das Beste. Was sagen Sie, Herr Rink?" Der Dichter, ein älterer Mann von feinen Formen, zuckte diskret die Achfein. Ueberhaupt weniger Musik," murmelte er. Jedenfalls nur begleitend " Aber wie hat Fräulein Rüder ihre schwierige Aufgabe gelöst," wandte er sich an Frau Aürgelin. Ich bätte es kaum für möglich gehalten, L''j eine Sängerin, die an den Pomp von Wagnerrollcn gewöhnt worden ist, Töne s? einfach naiver, ich möchte sagen: Volksthümlicher Leidenschaft finden kann." Na unsere Doris." sagte Frau Bürgelin stolz und blickte das junge Mädchen herzlich an. Ihr Spiel war aber beinahe zu zügellos für unser gutes Bernhardshausen." Ich habe bewundert, was man wagte. . ." rief die Stiftsdame von Kalb und schüttelte ihre langen Locken, die so vcrnehm altmodisch wirkten wie ihre Toilette. Ich war mit meiner Nichte im Theater ich hätte ihr am liebsten den Fächer vor's Gesicht gehalten." Dabei sandte sie Georg Rink ein Lächeln zu, das frivole Lächeln der geistreichen Aristokratin des vorigen JahrHunderts. Sagen Sie nur hatte unser hoher Herr das Stück in der That vorher gelesen?" Das glaube ich nicht. Ich hab: ihm zwar ein in Schweinsleder gebundenes Exemplar gewidmet mit einer Goldpressung nach einem Muster der vatiianischen Bibliothek entzückend ! Indessen möchte ich nicht schwören, daß mein liebe? alter Herzog von dem Inhalt Kenntniß genommen ha'." Aber Hoheit wünschte doch die Auf-, führung, , trotz der Bedenken des Barons " Allerdings Hoheit waren so gütig " sagte der Dichter mit einer leichten Verbeugung. Ich fand Gelegenheit, ihm einmal den Stoff zu erzählen, bei einem Gana durch die Gärten
33! R rn st n Von Gabriele Lteuter JJL LJL u TV w ; ? ri u n JLL 11 der Villa Pam Phils. Damals erhielt ich sein Versprechen " Ach, nun verstehe ich " rief Doris munter. Ich habe mich all die Zeit her gewundert, daß nicht der größte Theil meiner Rolle dem moralischen Blaustift unsres guten Bock zum Qpser gefallen ist!" Beneidet habe ich Sie nicht darum," rief Lucinde von Kalb. Heureusement trugen Sie wenigstens altnordisches Kostüm." Finden Sie wirklich, daß das einen Unterschied macht?" fragte Frau Vürgelin. . :. ; ,,Maig'rna chere" rief die lebhafte Kalb, stellen Sie sich die Szene der Brautnacht mit einem Herrn im Frack vor!" Alles lachte. Die Leidenschaft sollte uns in jedem Gewände heilig sein," sagte Georg Rink. Nun nun es ist doch ein Unterschied" Nein das bestreite ich ganz entschieden," rief der Dichter laut und feierlich. Echte Leidenschaft wird sich immer groß und poesievoll zeigen" Frau Bürgelin hatte schon einigemal unruhig nach der Thür geblickt. Jetzt erhob sie sich und ging hinaus. Ist Karl noch nicht zurück?" fragte sie Pauline. Nein, gnädige Frau! Und die Forellen zerfallen. Seit Nachmittag um Fünf ist Herr Karl schon fort." Frau Vürgelin zog die Brauen zufammen. So lassen Sie uns zu Tische gehen," sagte sie mißgestimmt. Es war ihr kaum möglich, ihre Stirn zu glätten, ehe sie zu ihren Gästen zurückkehrte. Alles war so harmonisch. Georg Rink, in seiner delikaten, weltmännischen Art sich zu geben, war ihr ungemein sympathisch. Sie hatte sich auf diesen Abend gefreut wieder mußte ihn Karl verderben. Ahnen Sie, wohin er geganaen ist?" flüsterte sie Mademoiselle zu. Er wollte zu Doktor Fahrenhorst, aber ich verstehe nicht. Er wollte nur ein Buch holen. Ich bat ihn so sehr, pünktlich zu fein-V Nun. er kommt wohl noch." sagte Frau Bürqelin und forderte die Anwesenden auf, sich zum Speisen zu be N muo.cn. Das Eßzimmer der Villa Edina war nur eng, doch für diesen kleinen Kreis wie geschaffen. Auch hier schmückte ein dichter Kranz von Azaleenbüscheln die Tafel. Frau Bürgelin hatte auf ihren ältesten Sohn gerechnet, um Fräulein von Kalb zu führen. Sie war merklich still bei Tisch. , Doris beugte sich einmal zu ihr und fragte flüsternd, ob sie sich schlecht fühle. Sie hatte bemerkt, dafc ??rau Büraelin kaum eiwa genoß und nervös daö Brot neben ihren Teller zerbröckelte. Es war längst finster, der Wind hatte sich heftiger erhoben, zuweilen prasselte ein heftiger Regenguß gegen die Fenster. Frau Bürgelin begann sich um Kar! zu ängstigen. Wo konnte er nur bleiben? Auch die Gäste fragten. Ach," meinte Dionys, der hat einfach, die ganze Geschichte vergessen!" Aber das ist unmöglich!" O, wenn Karl was andreI im Kopf hat da könnte der Kaiser von China erwartet werden " sagte Dionys und man lachte. Das Gespräch wurde langsamer, gemessener. Ein Unbehagen senkte sich auf die Gaste, wie ein feiner, kaum sichtb":er Nebel uns am Abend eines sonnin Tages kühl durchschauert. Man verzögerte absichtlich das SerViren. Schon wurde das Eis gereicht, da klingelte es heftig. Frau Bürgelin fuhr zusammen und wurde blaß. Das ist Karl!" rief Dionys laut. Gleich darauf öffnete sich die Thür und Karl trat ein. Er sagte: Guten Abend!" und wollte sich auf den freigelassenen Platz niedersetzen. Mais Charles, sagte Mademoiselle. Sie haben einen bösen Weg oehabt?" bemerkte der Dichter höflich Wollen Sie den wilden Mann spielen, mein Lieber?" fragte Lucinde von Kalb. Es ist ja gar nicht erlaubt, die halben Felder an den Kleidern heimzutragen," rief Doris, mit einem verzweiselten Versuch, die Situation durch Lustigkeit zu retten. Frau Vürgelin blickte enpört auf ihren Sohn. Er war mit Koth und nassem Schlamm bespritzt bis zum Kragen. Sein Gesicht war greu, seine Augen traten etwas hervor und sahen die Anwesenden glcichgiltig an, er verzog den Mund zu einem blöden nichtssagenden Lächeln. Schlecht Wetter draußen," sagte er und begann zu essen. Karl," rief seine Mutter strenge, gehe in Dein Zimmer und kleide Dich um." Karl schien sie nicht zu kören. Es
hatte den Löffel in feine Suppe sinken lassen und starrte vor sich hin. Berichten Sie uns wenigstens Ihre Abenteuer," forderte Fräulein von Kalb neckisch mit de Finger drohend. Er soll aufstehen und sich entfernen," rief seine Mutter scharf. Karl so geh doch," mahnte' Dionys an seiner Seite und zupfte ihn. Was in aller Welt hast Du nur?" Karl lachte laut und 'sagte: Ja ja!" Und dann aß er weiter. Frau Vürgelin erhob sich, ihr Antlitz war erstarrt in Zorn und Angst. Sie streckte die Hand über den Tisch und rief: Hinaus! Auf der Stelle hinaus!" Karl erhob sich, schüttelte den Kopf und starrte die .Anwesenden noch einmal mit demselben schrecklichen, abwesenden Blicke an. Bei dem Versuch, die Thür zu gewinnen, taumelte er und schlug plötzlich lang zu Boden. Pauline sprang zu, der Dichte? wollte helfen, aber die Haushälterin hatte Karl schon mit festen Armen gepackt und schleifte ihn hinaus. Georg Rink kehrte auf seinen Platz zurück. Degoutant,1 flüsterte er Fräulein von Kalb zu. Arme Mistreß Allandice!" Er ist krank," sagte Frau Bürgelin beklommen. Dionys, Du wirst zu Doktor Bayer gehen müssen." Sie setzte sich wieder, die Kniee zitterten ihr. Die Gesellschaft blieb um den Tisch versammelt, weil Niemand wußte, was er thun oder sagen sollte. Frau Bürgelin schwieg und sah dabei so hochmüthig aus, wie sie es nur that, wenn sie sich in starker Erregung befand. Dionys kam mit seinem Regenmantel wieder herein, küßte seine Mutter und rief ihr beruhigend zu: Ich bringe den Doktor gleich mit. Sicher ist es nichts Gefährliches." Karl ist schon wieder bei Besinnung." . Hat er sich niedergelegt?" Er ist im Begriff, es zu thun." Pauline soll mich dann rufen." Wenige Minuten später winkte ihr Pauline. Sie ging hinaus. Und die zurückgebliebenen Gaste tauschten nun lauter und lebhafter ihre Vermuthungen über den sonderbaren Fall. Gnädige Frau," flüsterte die Wirthschafterin mit einer ' wichtigen Unheilsmiene: Der Herr Karl haben sich übergeben. Jetzt schläft er schon wie ein Sack. Sein Haar roch nach Rauch und Bier. Der Herr Karl können ja noch gar nichts vertragen. Er war ein-fach-" ' Sie machte eine Geberde, die Frau Bürgelin nicht verstand. Was meinen Sie?" Betrunken!" Frau Vürgelin trat bei ihrem Sohn ein. Karl lag auf dem Rücken und schlief mit röchelndem Schnarchen. Auf dem Boden lagen seine besudelten Kleider. Sie beugte sich über ihn, sein Athem dünstete ihr widerlich entgegen. Schauder und Ekel schüttelte sie. In wüthender Scham ballte sie die Händ-. Dann ging sie in ihr Zimmer . und schloß sich ew. Die Gäste mußten sich entfernen, ohne ihr adieu zu sagen. Unter dem Vorwand, man dürfe Karl nicht im Schlafe stören, wurde der Arzt wieder fortgeschickt. Sie wollte keine weiteren Zeugen der Erniedrigung ihres Sohnes. 12. Kapitel.
rn nächsten Tage ließ Frau Vürgehn Karl Zu sich rufen. Sie hatte nicht geschlafen und nicht gegcjzen seit dem vergangenen Abend. Karl sah blaß und zusammengefallen aus, seine Augen blickten immer noch mit dem verstörten, häßlichen Ausdruck. Was war das gestern, Karl?" fragte seine Mutter. 'Hast Du mir etwas darüber zu sagen?" Karl zuckte die Achseln, nahm ein Buch vo.m Tische, blickte hinein und sagte zerstreut: Ja ja !" ...Karl ich warte auf Deine Antwort." Er schaute von seiner Lektüre auf und sagte: Es ist doch ein interessantes Ding, ob Shakespeare oder Bacon die Dramen geschrieben hat. Dieser Amerikaner hier läßt einem kaum einen Zweifel, daß man Shakespeare als Dichter aufgeben muß." Karl das ist zu arg! Es handelt sich jetzt nicht um Shakespeare, sondern um die Schande, die Du mir gestern vor meinen Gästen angethan hast. Was fiel Dich an, -daß Du. Dich betrunken hast, wie ein Brüte?" Betrunken? Ich hätte mich betrun" ' Karl lachte laut und lange, abi ..s war nicht sein herzliches JungenZlachen von sonst. Nun weißt Du nicht mehr, wie Du Dich gestern aufgeführt hast?" Karl legte beide Arme hinter den Kopf und ' gähnte. Nein um die Wahrheit zu sagen ich habe nur noch einen dunklen, unklaren Begriff von gestern Abend. Es kann sein, daß ich getrunken habe, ich gebe es gerne zu. Es ist ja ganz gleichgiltig." Er begann zu pfeifen. Seine Mutter wurde vom Zorn übermannt. Sie stürzte auf ihn zu und schlug ihm in's Gesicht. Karl litt den Schlag, aber er blickte sie danach an wie ein unschuldig gemißhandeltes Thier. Sie schämte sich vor diesem Blick und verfiel, um ihre Empfindung zu betäuben, in eine yeftige Rede, in der sie ausführte: es könne ihr nicht gleichgiltig sein, wenn ihr .Sohn ein Säufer ryerde und im Delinumnde.
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Karl- hatte den Kopf gesenkt "und hörte ihren leidenschaftlichen, Ausbruch schweigend an. Er kannte die Art seiner Mutter, sich durch ihre eigene Darstellung einer Sachlage immer tiefer in Zorn oder Verzweiflung hinein zu arbeiten. Er hatte rasende Kopfschmerzen, ihre Stimme, ihr Auf- und Niedergehen quälte feine Nerven bis auf's Aeußcrste. . . . Wenn ich sie nur packen und festhalten und wiederschlagen konnte, dachte er mit einer dumpfen Wuth. Wie dumm sie auch ist wie dumm alle diese Weiber mit ihrem albernen Schrecken. Warum in aller Welt bilden sie sich nur ein, ich hätte mich betrunken! Wie kann meine eigene Mutter mir zutrauen, ich werde hingehen und mich betrinken. an einem Abend, wo sie Gäste hat? Was wäre übrigens dabei, wenn ich mich betränke? Jeder junge Mensch betrinkt sich einmal. Aber das kommt von diesem Hechmuth, der die Welt nicht kennen lernen will, wie sie wirklich ist. Und plötzlich kam wieder die Erinnerung über ihn, an das, was er gestern gesehen und erlebt hatte. Unvermuthet ahnungslos, wie der Metzger den Stier mit der Axt vor die Stirn schlägt, hatte es ihn getroffen ' Durch seine Empfindungsnerven raste wieder derselbe wüthende Schmerz, der ihn gestern stundenlang in Sturm und Regen ohne Weg und Steg über die neugepflügten, erweichten Aecker gejagt hatte. Er hob den Kopf und blickte auf seine Mutter: jammervoll, ein gepeinigter Mensch, der rathlos den Kopf an eine mitleidige Brust legen und sich ausweinen möchte. Aber sie stand am Fenster und predigte und sprach beleidigende, höhnische Tiraden über irgend etwas, das ihn gar nichts anging. Eine giftige Bitterkeit flieg in dem jungen Menschen auf. Er wandte sich um, ohne ein Wort zu sagen, ging aus dem Zimmer, schlug die Thür gewaltsam hinter sich zu und schloß sich oben ein. Er fiel auf einen Stuhl und hing dort mit schlaffen Armen und zitternden Gliedern und starrte blöde vor sich nieder, und er sah wieder, was er gestern gesehen. Er hatte Doktor Fahrenhorst nicht zu Haus getroffen. Die Frau hatte ihm in ihrer unruhigen, fahrigen Weise erklärt, er sei mit Mia und dem jungen Herrn von Kalb, der jetzt immer käme, nach MellingLn gegangen. Karl war ihnen nachgelaufen. In der Allee vor der Stadt traf er den jungen Kalb, der allein und in schlechter Laune zurückkam. Es sei-eine heillose Verrücktheit, bei solchem Wetter nach Mellingen zu gehen. So was sei auch nur der Dottor Fahrenhörst fähig. Nachdem sein einer Gummischuh im Schlamm stecken geblieben, sei er mit dem andern nach der Stadt zurückgehumpelt. Er müsse auch noch in's Theater. Karl war weiter gegangen. Gummischuhe trug er niemals, und sein Wettermantel schützte ihn. Er ging gern im Sturm und hörte das entfesselte Frühlingsbrausen über seinem Haupte in den Kronen der alten Kastanien und wie die dürren Aeste rasselnd knackten. Der nennt sich Schriftsteller, Dichter und sorgt dabei um seine Ueberschuhe, dachte er verächtlich und wanderte fröhlich die Landstraße entlang Dann schlua er einen vitchtweg vurcy vie Feiver em, oen sie alle kannten, und auf dem er schon mit Doktor Fahrenhorst gegangen war. Er führte durch eine von den kleinen mit Buschwerk bestandenen Schluchten, wie sie das hügelige Land durchschnitten. Karl dachte, daß er Mia in einer solchen Schlucht gefunden habe und wie sonnig der Morgen gewesen. Er dachte mit einer süßen Sehnsucht an das Mädchen. Vor seinem Geiste sah er schlanke Baumstämme, von denen leichte Gewinde blühender Blumen zur Erde niederhingen. Und zwischen den Baumstämmen eine hohe Tempelpforte. Dort stand sie in einem weißen Gewände, umhütet vom Geheimniß des Göttlichen. Eine ferne, melancholisch holde Musik wurde gleichsam von einem warmen Winde zu ihr getragen und verklang dann wieder in einzelnen unbestimmten Tönen. Entzückt malte seine Phantasie sich alle Einzelheiten des Bildes. Er sah. wie silberne Lotosblüthen mit schöngeformten Blättern ihre langen Stengel zu seltsamen Arabesken verschlangen, das Portal des Tempels zu bilden. Er schaute die gestickten Säume an Mias Gewand: Ranken und Blüthen, die es in der Natur nicht gab, die das Werk seiner Träume waren, er sah den Schmuck an ihrem Halse, an ihren Armen, Schmuck, wie er ihn niemals erblickt hatte. ' Mia Mia." flüsterte er zärtlich. Jetzt war es schon fast dunkl und es sauste und brauste um ihn her. Er schloß die Augenund ging weiter, ganz in seine Phantasien vertieft. Dann öffnete er die Lider und blickte vor sich hinaus, ob er sie noch nicht erspähen könne, auf die er sich so sehr freute. Und er sah Beide: Mia und Doktor Fahrenhorft. Des Mannes großer Mantel verbarg ihm anfangs das Mädchen. Karl fühlte ihre Gegenwart mehr als daß er sie sah. Fahrenhorst hielt Mia in den Armen und beugte sich über sie. Das Köpfchen hatte sie weit zurückgcwarfen, seinen 5wß zu dulden. (Fortsetzung folgt.)
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