Indiana Tribüne, Volume 28, Number 76, Indianapolis, Marion County, 19 November 1904 — Page 4

Juvtana Trib sin e, 19. November 1 9

Jndiana Tribüne. HeraukgeAedin von der utdrg O. JndianccholiZ, Ind.

Harry O. Thndium , Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. K'tereji at the Post Office of Indianapolis a second clast xn&tter. Wahlstreit nnX Wahl' Maschine In Colorado kann man jeden Au gendlick den Ausdruch blutiger Zufammenstöße zwischen den Anhängern des republikanischen Gouverneur Peabody und dessen erwählten Nachfolger Adams erwarten. Peabody behauptet,, daß die Wahl deS Demokraten AdamS durch Betrug erfolgt fei und daß in Wirklichkeit er selbst erwählt wurde. Er hat nicht nur das Obergericht auf seiner Seite, sondern auch die ganze bewaffnete Macht Colorados, mit dem famosen General Bell an der Spitze. AdamS , dagegen kann sich nur auf die DemokraZen, die für ihn stimmten, und die Mitglieder der Gruben-Gewerkschasten verlassen, die wie behauptet wird, sich bewaffnet haben, um wenn nöthig, ihren Candidaten mit Gewalt in sein Amt einzusetzen. Mitten im tiefsten Frieden steht also in Colorado ein Bürgerkrieg zu erwarten. Die Bundesregierung kann nichts in der Sache thun. Die Staatenrechte dürfen nicht angetastet werden. Nur wenn die angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl eine Congreßabgeordneten oder der Elektoren vorgekommen wären, hätte Washington ein Recht, sich einzumischen. Wie es augenblicklich mit der Gerech' tigkeit in Colorado bestellt ist, steht eS schlimm um Adams' Sache. Mit der despotischen Macht, die Peabody sich während seiner Amtszeit anmaßte, geht Hand in Hand die Unterstützung deS feilen Obergerichts von Colorado. Selbstverständlich behauptet Peabody, daß er nur von hohen Pflicht Idealen bewegt wird, indem er die Wahl Adams' angreist. Mit hochtrabenden Worten erklärt er, daß er sich berufen fühlt, das friedliche Element in Colorado gegen anarchistische" Uebergriffe der Gewerkschaftler zu ver theidigen. Der gute Mann weiß dabei ganz genau, daß er nur ein Element während seiner Dienstzeit mit seiner Amtsgewalt protegirte, in ftatt, daß er ein gehorsamer Dlener der großen GrubenJnteressen war. Cr weiß ferner, daß er befürchten muß. . wenn Alva Adams, der schon früher als Gouverneur von Colorado seine Unbestechlichkeit und Gerechtig' keitsliebe bewiesen bat, nun Gouverneur wird, die Schandthaten und Uebergriffe seiner Verwaltung in grel ler Weise an die Oeffentlichkeit gelan gen werden. Niemand wird eS den Bürgern Colorado'5 verdenken, wenn sie Gewalt mit Gewalt begegnen, um AlvaAdamS, den rechtlich erwählten Gouverneur, in sein Amt einzusetzen. Möge da? gute Recht in Colorado die Oberband behalten. In anderen Staaten schön haben Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zu ernstlichen Unruhen geführt. Jeder Staat hat ja da? Recht seine Wablme thode selbst zu bestimmen und da die seS Bestimmungsrecht leider vom Volke zumeist den gewerbsmäßigen Politikern überlassen wird, so wird auch von die sen Herrn stets dafür gesorgt, daß sie genügend Spielraum haben, allerlei ' Ränke au-zuüben, um den Willen des Volkes. wenn'S ihnen so in den Kram paßt, zu hintertreiben. Die Wahlmaschme scheint dazu an gethan, diese Schwierigkeiten zu über' ' brücken und Wahldetrug unmöglich zu machen. Bei Nationalwahlen steht dem Congreß unbedingt das Recht zu, den Wahlmodus vorzuschreiben. Der Gebrauch der Wahlmaschinen sollte durch Gesetz verfügt werden. selbst wenn es eines erklecklichen Re gierungSzuschusseZ bedürfte, um den Staaten die Anschaffung der Maschie nen zu erleichtern. Ungezählte Millionen werden all jährlich vcm Congreß. für minder wich tige Sachen' bewilligt. ES muß jeden Z.fi T ST)? rtttrttf 'hairftftil Vnv. UU9 Ul? uuuauiuu vittuiii ivfc. den, daß derLJille deS Volkes zur Aus " führung gelangt. ' Wie trefflich sich die Maschinen hier

bewährt haben und wie groß die Er

sparnisse durch ihren Gebrauch sind, haben wir schon berichtet und brauchen wir nicht mehr zu erörtern. Durch ihre Einsührung werden solch schmachvolle Vorgänge wie die in Colorado unmöglich. Wir haben Millionen für Kanonen und Kriegsschiffe übrig, um mit deren Hilfe Naturvölker zu civilisiren. Wie die Erfahrung gelehrt bat, sind unsere Wahlmethoden höchst primitiver Natur und führen zu Hader, Streit und sogar Bürgerkrieg. Ein Gesetz sollte geschaffen werden, welches den Gebrauch der Wahlmaschinen obliga torisch bei Nationalwahlen macht und einen Theil der CivilifirungSmillionen für Anschaffung der Maschinen verwilligt. , m i Es ist jetzt von London aus die bestimmte Meldung eingetroffen,, daß die britische Admiralität in Kürze eine Einladung an das FlottenDepart ment ergehen lassen wird, einen höheren amerikanischen Marine Offizier als Mitglied der englisch-russischen Un tersuchungS Commission behufs Entscheidung der DoggerBankAffaire zu ernennen und nach Pari zu entsenden. Natürlich wird für dieses Ehrenamt in erster Linie auf Admiral Dewey reflektirt werden, da er unser höchster und angesehenster Marineoffizier ist ; aber der Admiral hat bis jetzt noch nicht zu erkennen gegeben, ob er das Amt annehmen wird oder nicht. In letzterem Falle wird man einen anderen hohen FlotteN'Ofnzier von Seiten des Flöt ten - Departements auswählen. Die direkte Aufforderung zur Betheiligung an der Unterfuchungs Commission scheint deshalb noch nicht erfolgt zu sein, weil Rußland an Stelle eines amerikanischen FlottenOsfizierZ einen deutschen in Vorschlag gebracht hat. Dieser Vorschlag ist jedoch den Engländern nicht genehm; sie behaupten, daß das für Rußland sympathisirende Element in der UntersuchungZ.CoM'

Mission ein zu große? Uebergewicht be äme, wenn sich unter den 5 Mitgliederg ein Russe, ein Franzose und ein Deutscher befinde. Die Zusammenetzung der Commission dürste noch auf verschiedene Schwierigkeiten stoßen. Auf Veraulassung des KriegsDepartements. hat sich schon wieder ein Kriegsgericht mit einem Offizier zu be fassen, der angeblich während feines Aufenthaltes in den Philippinen ein Filipino-Mädchm heirathete und dasfelbe bei seiner Rückkehr nach den Ver. Staaten einfach sitzen ließ Der erste ähnliche Fall war bekanntlich der des Ersten Lieutenants Burbanks in Fort Leavenworth, welcher sich angeblich auf den Philippinen verheirathet hatte, bei seiner Rückkehr nach den Ver. Staaten aber eine neue Ehe mit einer vermögenden Amerikanerin eingehen wollte. Das Kriegsgericht hat den Fall noch nicht entschieden, weil weitere Zeugen auf den Philippinen vernommen werden müssen. Burbanks leugnet, mit dem Filipino-Mädchen verheirathet gewesen zu sein u. will sie sich nur alsKonkubine zugelegt haben. Erschwerend wirkt bei diesem Fall der Umstand, daß das be wußte Mädchen den Behörden in Ma nila einen Heirathsfchein vorgezeigt hat, den Burbanks allerdings für eine Fälschung erklärt und ferner, daß diesem angeblichen Konkubinat zwei kleine Burbankertchen" entsprungen sind, die. dem Vater au den Augen geschnitten sein sollen. Der zweite Offizier, der sich gegen die Anklage deS böswilligen Verlassens feiner Gattin auf den Philippinen zu verantworten haben wird, ist Capitän David S. Mulliken. und das Kriegs gericht wird den Fall in Fort Ehen dan, wo Mulliken stationirt ist, ab urtheilen. In Armeekreifen nimmt man an diesen Anklagen außerordent licheS Interesse; denn wie eS heißt, soll eine ganze Reihe von Offizieren auf den Philippinen Eben mit eingebore nen Mädchen eingegangen sein, aller, dingS in der Voraussetzung, daß die Ehen in den Vereinigten Staaten keine Gültigkeit hätten. w , tm Danksagungs-Naten Exkursionen von allen Ticket Statio nen der Pennsylvania Linien. Cxcursions-TicketS werden verkaust van allen Ticket Stationen der Pennsylvania Bahnen am 23. und 24. November, nach irgend einer Station nicht mehr als J50 Meilen von der Verkausö-Station. Tickets sind giltig für die Rückfahrt bis 23. November. Für Einzelnheiten konsultire man die Lokal Ticket'Agenten der Pennsylvania Linien.

3m 8üdjwlar-Ei5. Interessante Einzelheiten aus . den Erfahrungen der von Dr. Otto Nor-

denskjöld geleiteten schwedischen Südpolarezpcdition hat Dr. Andersson. ein Mitglied der Expedition, veröffentlicht: Als es sich herausstellte, daß das Expeditionsschiff Antarctic." welches die Aufgabe hatte. Nordenskjöld nach einjährigem Aufenthalt von seiner Ueberwinterungsstatwn abzuholen, wegen ungünstiger Eisverhältnisse nicht zu ihm vordringen konnte, verließen drei Mitglieder der Expedition, darunter Andersson, das Schiff, um, über das Eis wandernd, die Verbindung mit Nordenskjöld herzustellen. Dies gelang ihnen jedoch nicht, sie wurden nach allen Seiten abgeschnitten und mußten, fast ohne Hilfsmittel, im Eise überwin tern. Innerhalb der vier Wände unferer Hütte, so erzählt Andersson, gab es mancherlei Beschäftigungen. Gleich zu Anfang der Ueberwinterung kam Duse auf den Gedanken, uns ein Schachspiel anzufertigen. Der rothkarirte Deckel einer großen Kakaodose diente als Schachbrett. Er wurde in 64 Felder abgetheilt, und von jedem zweiten wurde die. Farbe weggekratzt. Als Figuren verwendeten wir Patronen und dergleichen Gegenstände. Leere Schrotpatronenhülsen, von denen die Pappe weggeschnitten war, so daß nur der Metallboden zurückblieb, waren die Bauern, Pistolenpatronen die Laufer. Das Schachspiel war sehr gut gelungen, und einige Tage spielten wir sehr fleißig. Bald aber hatten wir Wichtigeres zu thun. Die zerlumpten Schuhe wurden mit jedem Tage unmöglicher, aber es wurde Mitsommer, ehe wir unsere Winterschuhe in Ordnung hatten. Als dann das Wetter schlechter wurde, hatten wir wieder mehr Zeit, da aber stellte es sich bei einer vorgenommenen Untersuchung heraus, daß die Schachfiguren, die wochenlang vergessen und, in meine Sommermütze eingewickelt, in einer Ecke ' )s Zeltes verwahrt waren, jetzt in einei roßen Eismasse lagen, die infolge des hin und wieder eintretenden Thauwetters sich um die 'Schachfiguren, die Mütze und das Zelttuch gebildet hatte. Das Anfertigen unserer Winterschuhe war eine unendliche Arbeit. Wir besaßen nur eine einzige Segelnadel, und die war das nothwendigste Werkzeug. Es war tui großes Glück, daß sie nicht abdrach, wenn wir aus Leibeskräften zogm, um sie mit dem groben Riemen durch das Seehundsfell zu zwingen. ( Manchmal verloren wir sie, wenn wir beim Schein der Thranlampe bei der Arbeit saßen. Das war dann ein ängstliches Suchen,' bis wir tas Kleinod wiedergefunden hatten, oft ganz unten im Schlafsack des Schuhmachers oder auch im Schmutz des schmierigen Fußbodens. Zu unserer Schusterarbeit bedurften wir natürlich eines Pfriemens. Wir schnitten einen großen Nagel aus einer unserer Hölzernen Kisten, schliffen ihn auf einer Schieferplatte, die wir auf einem Berggipfel gefunden hatten, und schließlich befestigte Gründen einen hölzernen Stiel daran. Gründen und ich machten uns Schuhe von derselben einfachen Form. Für das Innere derselben benutzten wir die jetzt ganzlich sohlen losen lappländischen Schuhe. Diese versahen wir von innen wie von außen mit Sohlen aus der Haut des ausqewachsenen Pinguins. Um diese Schuhe wurde das Fell emes jungen Pmgurns geheftet, und außen um das Ganze herum nähten wir dann einen vollständigen Schuh aus Seehundsfell mit dazugehörigen Seehundssohlen. Es gehl schnell, die Herstellung eines solchen Schuhes zu beschreiben,' aber es währte Wochen, biZ er fertig war; 20 bis 30 Stiche durch das steife Seehundsfett Naren bei unseren mangelhaften Werkzeugen eine tüchtige Tagesarbeit. Als wir endlich gegen Mittsommerzeit" alle drei unsere Schuhe fertig hatten, fühlten wir uns ruhig und zufrieden. Wir brauchten nicht mehr so schrecklich an den Füßen zu frieren wie bisher, und konnten nun unbehindert umherwandern, so lange das Wetter gut war. ohne befürchten zu müssen, daß wir den letzten Nest unserer zerlumpten Schuhe vorzeitig verschleißen würden. Aber die Freude war nicht von langer Dauer. Bald hatten die Seehundsfelle ein Loch, und nun folgte ein Flicken ohne Ende. Aber wir schleppten uns doch mühselig den ganzen Winter damit hin. Als die kalten Stürme tobten, war die Hütte unser trauliches Heim, das wir in dankbaren Worten priesen. .Als aber das wärmere Wetter, kam, verfluchten wir sie als unausstehliches Loch. Duse, der an der niedrigsten Stelle des etwas abschüssigen bodens lag, erwachte dann infolge eines sonderbaren Kältegefühls und fand, daß er mitten in einer Wasserlache lag, die sich am Zeltboden angesammelt hatte. Große Wassertropfen fielen überall von der Decke in schnellem Tempo auf uns herab, bald auf die Schlafsäcke, bald gerade in unsere Gesichter. Wir suchten, so gut wir konnten, diesem abscheulichen Tropfenfall zu entgehen, indem wir überall, wo das Wasser durch das Zeltdach sickerte, leere Konservendosen aufhängten. Diese T-ropfensammler mußten dann oft geleert werden, was Anlaß zu allerlei Unannehmlil5leiten gab. Im Uebrigen bahnte sich das 'Wasser fortwährend neue Wege durch das Zelttuch, so daß das Dach .schließlich voll baumelnder Dosen hing, die einer Sammlung bun-

ter, leider aber beständig dunkler La-

kernen glichen. Die Tropftage gaben uns einen unfreiwilligen Anlaß, den Zeltboden zu scheuern. Hier und dort schöpften wir das Wasser mit Blcchennern aus den Vertiefungen, im Uebrigen aber besorgten wir das Reinemachen . indem wir den Fußboden mit einem sJJlttx abkratzten! Auf diese Weise sammelten wir jedesmal mehrere große Blechdosen voll von 'einer zähen, schmierigen, halb flüssigen, schwarzen Masse, die aus Waffer. Scehundsfett, Nuß. Fellstücken und anderen Abfällen bestand. Auch wenn es in der Hütte nicht eigentlich thaute, schmolz doch der Reis unter der Decke, und die Feuchtigkeit sickerte an den Zeltwänden und den steinernen Mauern herab, um am Fußboden, wo die Temperatur unter Null betrug, zu einer dickeren Eisschicht zu gefrieren. Von Zeit zu Zeit trugen wir ganze Ladüngen dieser schmutzigen Eismasse hinaus. , Wenn das Thauwetter mit Tropfenfall und plätschernden Wasserlachen einfetzte, wurde das Leben in der Hütte unerträglich. Die Beiden, die für diesen Tag frei waren, überließen dann in der Regel den armen Koch seinem traurigen Schicksal und wanderten in's Freie. Ueberhaupt hielten wir uns, so weit das Wetter es erlaubte, im Freien auf. Es war eine förmliche Erquickung. an schönen Tagen einsgm über die Hügel dahinzuwandern. zu dem gefrorenen See hinauf ode? über das ebene Eis in der Bucht. Hier war der Schnee immer rein und weiß; bei Sonnenuntergang erglühte der Horizont hinter den Schneezinnen der Joinville-Jnsel im tiefsten Karmin, und in dem Mondschein der klaren, schönen Abende , lag das öde, weiße Land zauberhaft träumerisch in windstiller Ruhe da. Oft bemächtigte sich unser ein Gefühl der Unlust beim Anhören der beständig gleichklingenden Stimmen der Kameraden mit den wohlbekannten Geschichten, die wieder und 'wieder auftauchten, und es erschien völlig sinnlos, eine Unterhaltung zu führen, die gleich wieder in die alte ausgetrocknete Bahn überging. Da that es denn wohl, einige Stunden allein im Freien umherstreifen zu können. Nie machte sich jedoch unter un etwas von dem übellaunigen, sich stetig steigernden Unwillen von Mann zu Mann geltend, worüber von anderen Ueberwinterungen so viel berichtet wird. Im Gegentheil, im Laufe der Zeit, a!3 wir einander mit allen unseren verborgenen Launen und Stimmungen- immer genauer kennen lernten, schlössen .wir uns um so enger aneinander an, in den harten Tagen, die uns beschieden waren, eine Brüderschaft bildend, deren wir uns in kommenden Jahren sicher alle drei mit Freuden erinnern werden. Moltkc im Zchildcrhau An einem schönen Herbsttaae des Jahres 1863 war Graf Moltke in einem schwarzen C'.vilanzuge Mittags von Berlin nach Potsdam aefabren. Dort angelangt, ging er vom Bahnhöfe zu Fuß in die Stadt, behaglich seine Cigarre rauchend. Ohne auf die Taf:l mit dem damals noch aufrecht erhalt: nen Rauchverbot zu achten, betrat e durch's Brückenportal den als Exerzierplatz dienenden Theil des Lustgartens, der um jene Stunde menschenleer war. Wohl ruft der Posten von der hoben Schloßrampe: Rauchen ist hier verboten!" jedoch Moltke. in Gedanken vertieft, den Zuruf überhörend, geht unten ruhig welter. Kaum aber biegt er um die Schlotzeae. so wird er von dem Wachtposten von der Fahnentreppe, den der Anruf des Kameraden aufmerksam gemacht hat. anaebalten. Als der. Civilist sich, auch hier nicht bequemen will, den Glimmstengel weg zuthun, stellt ihn der Gardist ohne Wei teres m's Schilderhaus, mit der Aus sicht, dort bis zur nächsten Ablösung zu neyen. Nun gibt sich Moltke zwar zu erken nen, aber der Posten erklärt, das könne jeder sagen, daß er der General Moltke fei. Moltke vermag dem Manne nicht unrecht zu geben, bat aber leider keine Legitimation bei sich. Zum Glück kommt nach emiger 3eü ein Äerr de Weges, den der General unter Nennung seines Namens bittet, das Ereigniß doch gesallign dem wachthabenden" Offizier zu melden. Dieser eilte nun schleunigst herbei und befreite alsbald den großen Stra legen, der sich aus seiner Gefanaen schaft unmittelbar zur Kommandantur begab und dort seinen tragikomischen Empfang im Lustgarten berichtete Schon eine halbe Stunde darauf waren zur Freude aller Raucher die Rauchverbote von den drei Portalen des Platzes verschwunden, denn der geniale (schlachtendenker hatte darauf aufmerk sam gemacht, daß die Kiesschüttung be: Exerzierplatzes ebensowenig feuerge fährlich fei, als das Straßenpflaster. Gkdankrnsplittcr. ' Könnte man im richtigen Augenblick stets oa pasienve ort smden, gade es et weni ger Mibverftündnisse. . Das Männerherz ift ein Minister des In ncrn. der ine grauen oft um Aeukerften bringt. D a man sie lobt.' ist den meisten Men, schen wichtiger, als w a S man an ihnen lobt. , Wenn man Glück haben soll, findet man es auch aus dem Holzwege' ." , Willst du angestellt werden, so sei a n st 1 1 l i g ! Warum denkt jeder bei dem Necrris .Schwiegermutter an die Schwiegermutter ici Cannes i

Verschmier Laryngologe. ZU fteli? SemonS Besuch der Ver. Staate und der ungtlybhnliche ?!ulaft. Es war kein gewöhnlicher Anlaß, der den letzte? Tage wieder nach England abgereisten berühmten Laryngolcgen Sir Felix Semon, den Leibarzt des

englischen Königs, nach den Ver. Staaten gebracht hatte. Er hatte seine Gattin begleitet, die in der Union und in Kanada ihren Vruder und ihre Schwesier aufsuchen wollte, welche vor mehr als 25 Jahren aus ihrer Heiinath in Deutschland ausgewandert und seitdem verschollen waren. Die Bemühungen des Semonschen Paares waren nur theilweise von Erfolg gekrönt, der Vruder wurde aufgefunden: er liegt bereits seit mehreren Jahren auf einem FriedHofe in Philadelphia. Von der Schwester konnte keine Spur entdeckt werden. Felix Semon, der während seines Aufenthaltes hierzulande in mehreren Städten Vorträge über Krebskrankheiten hielt, wurde 1849 in Danzig, WestPreußen, 'geboren. Er studirte an den Universitäten Berlin, Heidelberg. Wien, Paris und London und machte den deutsch-französischen Krieg mit. Semon ließ sich in London nieder und fungirte Sir Felix Semon. dort von 1882 bis 1897 als Arzt für Halskrankheiten am St. Thomas-Ho-spital. Er war einer der Begründer und drei Jahre Präsident der Londoner Laryngologischen Gesellschaft. Jni Jahre 1901 zum Leibarzt des Königs ernannt, bewog er diesen, eine von Sir Ernest Cassel 1902 gemachte Schenkung in Höhe von $1,000,000 zum Bau eines - Hospitals für Lungenschwindsüchtige zu verwenden. Japanische Karikaturen. Humor im Mikadorciche und seine Vethäti gung in Kunst und Literatur. Man sieht es dem zierlichen Japaner mit dem ewigen Lächeln auf den schmalen Lippen und den kleinen unruhig ' umherwandernden Augen gar nicht an, daß er Humor besitzt. Der japanische Humor ist ein Ge'misch von Sarkasmus und Kübnheit. Er bespöttelt sich selbst und zieht sogar in Wort und Bild gegen feine Götterwelt los. Namentlich die Glücksgötter stnd für die Karikaturisten immer wieder hervorgeholte Motive, doch verschonen sie auch andere Gottheiten nicht. So haben die kleinen langnasigen Tengus oft unter der Bosheit der Zeichner zu leiden. Die Tengus sind so eine Art japanischer Heinzelmännchen. Sie sind gefällig, wo sie können, werden aber recht unangenehm, wenn man ihre Güte mißbraucht. Der Tengu- ist galant gegen das schönere Geschlecht, rwartet aber, daß sich die Dame, bei. der er Küchenjungendienste verrichtet, dankbar erweist. Sie thut es auch, indem sie dem Tengu, seine Gesichtszierde putzt. Auf Küsse muß der Tengu allerdings verzichten. Das fällt ihm, abgesehen von seinem störenden Gesichtsvorsprung, auch als Vollblutjapanner nicht schwer, da er, wie alle seine Landsleute, den Kuß als unanständig betrachtet. Sehr charakteristisch ist ein Kopf, den Kuniyoshi, einer der hervorragendsten Künstler Japans aus der ersten Halste Ein Mensch aus Menschen gebildet. des 19. Jahrhunderts, gezeichnet hat. Zahlreiche gezeichnete Menschenleiber sind derart ineinander geflochten, daß sie Kopf und Hand eines gelehrten Jajianers bilden. Die japanische Literatur ist an Humoristika reicher alZ diejenige irgend einer anderen Nation.' Die hervorragendsten Maler im Mikadoreiche, allen voran . Hokusai. haben sich auf humoristischem Gebiete beschäftigt und zahllose Blätter voll lustiger Holzschnitte und Farbendrucke geschaffen.

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'9 i 55e?. 1 W. Washington Str (&Ie?chant8 National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und V Postanweisungen auf alle Städte Europa. Schtsssscheine nÄ0 5In und verkauf ausländischen Geldes. sLine Person, welche ein SparConto besitzt, ist in einem gewissen Maße ein- öffentlicher Wohlthäter, der m seiner bescheidenen Art dazu beiträgt, das Geld in wirklicher Circulation per Kopf zu erhöhen. Die Person welche kein Spar Conto unterhält, sondern ihr Geld in verborgenen Plätzen versteckt, zieht das Geld aus der Circulation und hindert dadurch das Wachsthum und die Prosperität des Landes und beraubt sich zur gleichen Zeit um ein legitimes Einkommen. Die Jndiana Trust Company. ist speziell cquipvirt um jedem Dcvonenten prompte und fähige Dienste zu gewähren sowie gerechte Einkünfte an seinen Depositen. Capital $1,000,000.00 Ueberschuß 225,000.00 Niedrige :: Raten und lange Zeit Bedingungen ' .... für .... Danksagungs Tag Fahrkarten via Essen Sie den Truthuhn mit den lieben Alten zu Hause". Am 23. und 24. November werden Netour fahrkarten verkauft nach allen Local Stativ nen der Big Four Route", Cincinnati Northern und D. & U. Bahn, (innerhalb einen Umkreis von 150 Meilen der Abfahrts Station) ; ebenso nach vielen Punkten mit Verbindungs-Linien des Central Paffagier Association-Gebiets zu sehr niedrigen Preisen. Fahrkarten sind gültig für die Netour fahrt bis zu und cinschlicklich den 23. November 1904. Für völlige Information' und Einzelnheiten über Raten, Fahrkarten u.s.m., wende man sich an die Big Four Agenten, oder schreibe an Unterzeichneten. Warrcn I. Lynch, General Passagier und Tick et-Agent, Cincinnati, O. 4 Route Niedrige Siatcxi nach hicago tSS in Anbetracht der Vichausstellung SE.OWNnndsahrtlZ.WO giltig auf allen Zügen, die am 27., 23. und 29. November abfahren, mit Netourfahrt bis zum 5. Dezember inclusiv. H3.7SNundfahrtSS.7S ailtig auf allen Zügen am 30. November mit Netourfahrt bis 3. Dezember inclusive. Für Information svreche in der Ticket Office No. 1 Ost Wasbington Straße oder Union Bahnhof vor. H. M. B r o n s o n, A. G. P. A. i IAKE ER1E & WESTERII R.R. . ....Fahrzeit der Zuge... Abfahrt akunk Ivkdo. kizieazo und VNchigan xpreß. 7.15 no.H koledo, Detroit und hicago Lim u.o sm lichiga tty, Muncie u.La!ayetteepl5 7.20 fl0.$6 t3gli$ t ausgenommen Cornitigi.

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