Indiana Tribüne, Volume 28, Number 71, Indianapolis, Marion County, 14 November 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

zTrovinz cHreswig'ScrsteNr. Schleswig. Verliehen tourix dem Former Klaus Friedrich Vöhrnsen zu.Flensburg, dem Gerbereivorar beiter Bernhard Petersen zu Hadersleben und dem Schiffszimmergesellfn Johann Behrens zu Haseldorf im Kreise. Pinneberg das Allgemeine Ehrenzeichen. A Ilona! Dem Ehepaar Lorenz Asmussen in der Großen Brunnenstraße Hierselbst, das das Fest der qoU denen Hochzeit feierte, wurde aus dieser Veranlassung die EhejubiläumsMedaille verliehen. Vom Dache des Hauses Bahnstraße 22 stürzte der Malergeselle Petersen auf die Straße hinab und blieb besinnungslos liegen. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus gefahren, wo er starb. Apenrade. In dem Dorfe Höckeberg brannte das von dem Schneider Ehristenjkn und dem Maurer Jörgensen bewohnte Gebäude total nieder. V a r m st t d i. Die Ehelcute Peter Lohse und Frau feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Büssum. Der Veteran von 184851 H. Uhl und Frau feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Duden st edt. Rentner Saß schnitt sich mit einemRasirmesser in die Kehle. Ein herbeigeholter Atzt dernähte schnell die Wunde und ließ den Genannten dann in's Krankenhaus zu Redsburg bringen. Unterwegs trat der Tod ein. F a n d r u p. Ein 16jähxiger Sohn des Landmanns Ehristiansen trat aus Unvorsichtigkeit in eine Kalkgrube, in der vorher Kalk geloscht war. Der junge Mann verbrühte 'sich in dieser kochendheißen' Masse das eine Bein so schwer, daß sofort die Usberführung in's Krankenhaus zu Lügumklosier erfolgen mußte. Haseldorf (Pinneberg). Pastor Behn feiert im November sein 25jährioes Jubiläum als Prediger der hiesigen Gemeinde. Jarplund. Im nahen Hohnholz zerstörte Feuer den Besitz des Landmanns Jensen. Kiel. Auf gräßliche Weise hat der in der Ehemnitzstraße wohnende Tischler Lütten seinem Leben ein Ende gemacht. Lütten war angetrunken nach Hause gekommen und mit seiner Frau in Streit gerathen. Ehe die Frau ihn daran hindern konnte, stürzte er sich nun plötzlich aus dem Fenster auf die Straße hinab, wo er mit zerschmettertem Schädel todt liegen blieb. Provinz Schlesien. Breslau. Vor dem Grundstück Fürstenstraße 4 werden gegenwärtig Kanalisations - Arbeiten ausgeführt, weshalb amFahrdamm ein Erdhaufen, aufgeworfen ist. Hier spielten mehrere Kinder, und eines derselben, der 5 Jahre alte Knabe Willi Berger, rollte von dem Haufen hinab, als ein Straßenbahnwagen vorbeifuhr. Durch dessen Schutzvorrichtung wurde dem Knaben der rechte Unterschenkel vollIkandlg zermalmt. Das scywerverlenie Kind wurde durch seine Mutter, eine Näherin, in die Königl. Klinik getragen. B r i e g. Vor kurzer Zeit fiel der galizische Arbeiter Thomas Lach aus Strascina auf dem hiesigen Bahnhöfe aus dem Zuge und erlitt dabei einen Bruch der Schädeldecke. Der Verunglückte wurde in die hiesige Krankenanstatt gebracht, wo er seiner Verletzung erlegen ist. Görlitz. Arbeiter Glomb holte von. einer Veranda eine Gießkanne, trat auf der Leiter fehl und stürzte rücklings hinunter. Ein Eimer mit Wasser fiel ihm so unglücklich auf den Kopf, daß Dlomb bald starb. Im nahen L e s ch w i tz brannte die Werkstatt des Tischlermeisters Altus nieder. Zwei Feuerwehren konnten das Wohnhaus retten. H a y n a u. Dem Briefträger Gustav Bürger, welcher die von Kaiserswaldau nach Märzdorf gehende FahrPost leitet, ging das Pferd durch. Er stürzte hierbei vom Wagen und wurde so unglücklich überfahren, daß er bewußtlos liegen blieb und ohne die Besinnung noch einmal erlangt zu haben, verstarb. Laub an. In einem zum Bergwerk Glückauf", Lichtenau, gehörenden Hause, lvelches von dem BergWerksarbeiter Jäkel bewohnt war, brach Feuer aus. Bald darauf stand auch daö Haus deä Häuslers und Invaliden Brückner und das des BergWerkstischlers Knebel in Flammen. Wenige Augenblicke später waren auch noch die zum Bergwerk v gehörenden, etwa 500 Meter entfernt gelegenen Häuser, welche von dem Bergwerksarbeiter Bachmann und Kriegs- und Verginvaliden Arlt bewohnt waren, vom Flugfeue? in Brand gesteckt und wurden gleichfalls vernichtet. R a t i b o r. Der Pferdeknecht Matussik von Dominium Niedane erhielt von einem Pferde einen so heftigen Schlag gegen den Unterleib, daß tt bald darauf verstarb. ' Seriendorf (Waldenburg). In der nahen Sandgrube des Dominiums wurde die Frau des Großknechts Gem-. 5us, welche damit beschäftigt war, Sand auf einen Wagen zu laden, von einer sich ablösenden Sandwand ver schüttet und getödtet. Provinz Losere. Posen. Durch Gasvergiftung . . ''

starb der Arbeiter Rüzer der hiesigen Gasanstalt. Er erhielt vom Gasmeister den Auftrag, in dem Gebäude, in welchem sich zwei Gasometer befinden, die Fenster zu putzen, und fing mit den Fenstern des ersten Stocks an. Da wahrscheinlich einer oder auch vielleicht beide Gasometer nicht' ganz icht waren, so muß ihnen eine Menge Gas entströmt sein, das Rüaer einathmete. Fraustadt. Als Rittergutsbesitzer Leutnant Menzel auf Oberpritschen vom Biwak bei'Jlgen, wo er seine Manöver - Einquartierung begrüßt hatte, nach Hause ritt, muß das Pferd unweit des Gutes durchgegangen sein, denn als die Gutsleute ein Geräusch am hinteren Thor hörten und Umschau hielten, fanden sie ihren Herrn todt am Thorpfeiler und das Pferd um sich schlagend auf einem der aus den Angeln gerissenen Tho'rflügel. Ein Schädelbruch infolge des Sturzes hat den Tod des. kraftstrotzenden Mannes herbeiqeführt. Ober-Röhrdorf. Das dreijährige Töchterchen des Ziegelmeisters Robert Pfitzner fiel während die Mutter mit dem Melken beschäftigt war, in das in dem Kuhstall befindliche. Jaucheloch. Der Inspektor zog dasKind noch lebend heraus, doch starb es auf dem Wege zum Arzt.' 'Frovinz Sachsen. Magdeburg. Das Allgemeine Ehrenzeichen ist verlieben worden: dem pensionirt:n Eisenbahnlademeister Muthig., dem früheren Eisenbahnkoppler Franz Pabst, dem früheren Eisenbahnmaschinenputzer Wilhelm Gebner, dem früheren Bahnhofsarbeiter Karl Jordan, den'pensionirten Eisenbahnlokomotivführern Wilhelm Eckleben und Wilhelm Kaßninck, dem früheren Eisenbahntischler Benjamin Bosetti und dem früheren Eisenbahngüterbo-den-Arbeiter Friedrich Stolze, sämmtlich in. Magdeburg. Ausleben (Neuhaldensleben). Das fünfjährige Söhnchen des Arbeiters Neumann fand bei einem Sturz von der Treppe den Tod. Beendorf. Auf dem hiesigen Kaliwerke ereignete sich ein gräßlicher Unglüösfall. Der Häuer Wilhelmi, ein sehr fleißiger und zuverlässiger Arbeiter, war beim Schießen beschäftigt, als ein Schuß zu früh. loZging und ihm das ganze Gesicht zerfleischte. Da besonders die Augen stark gefährdet sind, wurde der Unglückliche sofort nach Halle in die Klinik transportirt. Halle. Der Student der Medizin Hellmuth, Sohn eines höheren Versicherungsbeamten in Erfurt, vergiftete sich hier wegen eines Zerwürfnisses mit seiner Familie. Auf dem Heimweg vom hiesigen Jahrmarkt wurde der Schlosser Richter aus Böllberg von einem Zug der Hafenbahn überfahren. Er erlitt dabei einen Bruch des linken Unterschenkels und eine .schwere Kopfverletzung und mußte dem St. Elisabeth - Krankenhause 'zugeführt werden. M e r s e b u r g. In einem hiesigen Hotel erschoß sich der Uhrmacher Adolf Oßner aus Frankfurt a. M. Ihm war vor Kurzem die Frau gestorben, was auf seinen Gemüthszustand stark eingewirkt hatte. Er behauptete ferner, man habe ihm seine Brieftasche mit mehreren Hundert Mark im Hotel gestöhlen. Oßner hinterläßt zwei kleine Kinder. Frovinz Kannöver. Hannover. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in Körtings Fabrik in Körtingsdorf. Der HilfsMaschinist I. Belfler kam einer Treibriemenwelle zu nahe und wurde von dieser zur Seite geschleudert. Belster, der schwere Quetschungen an Kopf und Brust erlitt, wurde- ins Krankenhaus gebracht. Das 25ja rige Arbeitsjubiläum feierte der BildHauer Wilh Möller bei der Firma Th. Maßler hier. Besenhorst. In den Besenhorster Elbwiesen wurde die Leiche des 20 Jahre alten Arbeiters Hauck gefunden, welcher dort ertrunken ist. Der Verunglückte wollte auf einem

Kahn zu einem Verwandten fahren. ist aus Sand gerathen und dann ertrnken. E i n b e ck. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich im nahen Orte Kuventhal. Der schon betagte Maurer Meier hatte mit seinem Gespann vom Felde eine Fuhre Kartoffeln geholt. An einer abschüssigen Stelle kam der Wagen ins Rollen und Meier gerieth mit den Beinen in das Rad, wurde mehrmals mit herumgeschleudert und erlitt furchtbare Verletzungen am ganzen Körper. Er wurde in das hiesige Kreiskrankenhaus gebracht, doch wird an seinem Auskommen gezwciseit. Göttingen. In die hiesige Universitätsklinik wurde der sechsjährige Sohn des Eisenbahnassistenten Pelz aus dem Nachbarorte Friedland gebracht, der durch d5n unvorsi'"'tig geführten Dampfpflug tödtlich verletzt worden war. Ha r bürg. Der hiesige Bierverleger Quade starb infolge einer BlutVergiftung. Die Vergiftung ist durch eine ganz unscheinbare Wunde am Fuße, die ihrer Geringfügigkeit halber nicht beachtet' wurde, entstanden. Hildes heim. Der Schneidermeister Friedrich Feddeler und seine Ehefrau, ein hochbetagtes Ehepaar, feierten das seltene Fest der diamantenen Hochzeit, wobei es den alten Leuten nichts an Aufmerksamkeiten fehlte. ,

Die Erzählung des Kutschers. Novellettevon A. Tschechow. Dort in jenem Wäldchen, hinter den Balken, ist etwas Schreckliches passirt, werther Herr. Mein verstorbener Vater, Gott habe ihn selig, brachte dem Gutsherrn M0 Rubel.' Unsere Bauern hatten damals von ihm Land gepachtet, es war also der Betrag für ein halbes Jahr. Der Alte war ein gottesfürchtiger Mann, konnte Gedrucktes und Geschriebenes lesen und hat nie im Leben Jemand beleidigt oder gar betrogen. Die Bauern achteten ihn sehr, und wenn es nöthig war, Jemand in die Stadt zur Obrigkeit oder mit Geld zu schicken, so wurde er stets dazu gewählt. Er that sich unter den anderen Bauern hervor, aber ohne ihn schlecht zu machen, muß doch gesagt werden, daß er eine unüberwindbare Vorliebe für Branntwein hatte. Es war ihm rein unmöglich, an einem Wirthshause vorbei zu fahren, ohne hineinzugehen und ein Gläschen hinter die Binde'zu gießen ! Er kannte seine Schwäche und wenn er fremdes Geld bei sich hatte, nahm er stets mich oder meine Schwe-. ster Anjutka mit, damit er nicht einschliefe oder gar bestohlen werde. Offen gesagt, neigt unsere ganze Familie sehr zum Schnapstrinken. Ich kann lesen und schreiben, bin sechs Jahre in der Stadt in einer TabaksHandlung angestellt gewesen, kann mich mit jedem gebildeten Menschen unterhalten und mich ganz gut ausdrücken, aber es ist ganz richtig, was ich in einem Buche las ; da hieß es, der Schnaps wäre Satansblut. .Seitdem ich Schnaps trinke, bin ich ganz schwarz im Gesicht und dumm im Kopfe, und wie Sie sehen, bin ich jetzt Kutscher, wie ein blöder Bauer, der nicht lesen und nicht schreiben kann. Nun, ich sagte also, mein Vater brachte dem Gutsherrn Geld ; Anjutka fuhr mit ihm, sie war damals sieben Jahre alt, ein dummes, unbeholfenes Mädel. Bis Kala'ntschik ging alles sehr schön, der Alte war nüchtern ; als sie aber in Kalantschik ankamen And im Wirthshaus bei Mosejka einkehrten, belebte sich feine Phantasie. Er hatte drei Gläschen getrunken unv fing nun an, vor den Leuten zu prahlen : Ich bin nn kleiner, einfacher Mensch, habe aber fünfhundert Rubel in der Tasche I Wenn ich will, kann ich die ganze Schenke mit der ganzen Wirthschaft, und Mesejka selber mit Frau und Kind kaufen. Alles kann ich kaufen und mir anschaffen." Nachdem er so gescherzt hatte, begann er zu klagen : Es ist schlimm, Ihr Leute, ein reicher Mann, Kaufmann oder dergleichen zusein. Kein Geld keine Sorgen, hat man aber Geld, so muß man die Taschen festhalten, damit man von schlechten Leuten nicht bestohlen werde. Wer viel Geld hat, muß viel ausstehen!" 'Die Betrunkenen ringsumher hörten zu, rochen den Braten und merkten sich genau sein: Worte. Damals wurde in Kalantschik die Eisenbahn gebaut, und allerlei zerlumptes Volk und Gesindel trieb sich in Massen umher. Der Alle merkte, vie leichtsinnig er gewesen, aber da war's bereits zu spät. Ein Wort ist nicht wie ein Spatz, man fängt es nicht, wenn es einmal entflogen ist. Wie sie so durch den Wald fahren, bemerken sie, daß ihnen Jemand nachreitet. Der Vater war kein Hasenfuß, das kann man nicht sagen) aber er war recht erstaunt : Der Waldweg wurde fast nie benutz:, höchstens zum Heu- und Holzfahren, ein Reiter hatte hier nichts zu suchen, besonders nicht während der Arbeitszeit. Es scheint, als ob sie uns nachsetzten", sagte der Vater zu Anjutka, sie reiten furchtbar schnell. Ich hätte m der Schenke schweigen, meine Zunge im Zaume halten sollen. O, Töchterchen, mein Herz ahnt nichts Gutes !" Er sann eine Weile über seine gefährliche Lage nach und sagte zu meiner Schwester Anjutka : Sie scheinen uns wirklich zu verfolg 'n. 7.mn kann nicht wissen, wie es kommt, in jedem Falle nimm das Geld zu Dir, liebe Annuschka, verwahre es unter Deinem Rock und verstecke Dich im Gebüsch. Wenn sie uns überfallen, die Verfluchten, dann rennst Du zur Mutter und giebst ihr das Geld ab, damit sie es der Obrigkeit bringe. Nur,gieb acht, daß Du von Niemand gesehen wirst, wenn Du durch den Wald oder über FeldWege läufst, damit Dich Niemand aufhält. Lauf, so schnell Du kannst und, bitte Gott um Erbarmen, Christus sei mit Dir!" Der Vater schob Anjutka ein Sackchen mit Geld in die Hand, sie suchte sich daj dichteste Gebüsch aus und versteckte sich; Kurz darauf näherten sich drei Reiter dem Vater: ein kräftiger, großer Mann in einem groben LeinenHemd und großen Stiefeln, die beiden anderen waren zerlumpt und abgerissen, offenbar Arbeiter von der Eisenbahn. Was der Vater geahnt hatte, traf wirklich ein. Jener im groben Leinenhemd, unter den Bauern ein ganz besonders starker Kerl, hielt das Pferd an und alle drei gingen auf den Vater los. Halt, Du Alter! Wo hast Du das Geld?" Was für Geld?, Geh' zum Teusen- , ' Nun, das Geld, daö Du dem Gutsherrn für die Pacht bringst! Gieb's her, kahler Teufel, sonst murksen wir Dich ab, Du stirbst mit all'.

Deinen Sündenl Und sie begannen, am Vater ihre Gemeinheit auszulassen; anstatt sie durch Weinen zu erweichen, wurde der Vater wüthend und fuhr sie streng an: Was rempelt Ihr mich an, wie Besessene? Ihr seid ein Lumpenpack, habt keinen Gott im Herzen, keine Strafe ist schwer genug für Euch! Nicht Geld müßtet Ihr bekommen, sondern eine Tracht Prügel mit der Ruthe, daß Euch drei Jahre lang der Rücken juckt. Schecret Euch fort, Ihr Ochsen, sonst werde ich mich wehren! Ich habe einen sechsmal geladenen Revoiver bei mir!" Nach diesen Worein wurden die Raubmörder noch wüthender und schlugen den Vater mit Allem, was ihnen gerade in die Hand fiel. Sie durchsuchten den ganzen Wzgen, durstöberten alle Taschen und Falten anVaters Kleidern, zogen ihm sogar die Stiefel aus, und als sie sahen, daß er infolge der Schläge nur noch wüthender wurde, fingen sie an, ihn auf verschiedene Weise zu 'quälen.. Anjutka saß underdeffen im Gebüsch und sah Alles mit an. Als die Aermste nun erblickte, daß der Vater auf der Erde lag und keuchte, sprang sie auf und lief so schnell wie sie konnte, durch Wald und Hain nach Hause zu. Sie war noch ein Kind, ohne Verstand, kannte den Weg nicht und rannte blindlings vor sich hin. Bis zum Hause waren neun Werst. Ein Erwachsener würde sie in einer Stunde zurücklegen, aber ein Kind läuft einen Schritt vorwärts und zwei zur Seite und kann oft mit den bloßen Füßen nicht über die Nadeln und Stacheln. Man muß auch im Gehen geübt sein, bei uns aber treiben sich die Mädchen gewöhnlich auf dem Ofen ode.r auf dem Hofe herum und fürchten sich in den Wald zu gehen. Gegen Abend kam Anjutka endlich abgehetzt an ein bewohntes Haus. Es war eine fremde Hütte, die Hütte des Försters im kaiserlichen Wald. Sie klopfte an. Die Frau des Försters, ein altes Weib, kam heraus.. Anjutka erzählte ihr sogleich unter Thränen Alles, was vorgefallen war, mit allen Einzelheiten, und natürlich auch' von dem' Gelde... Die Förstersfrau war ganz gerührt. Du, mein Herzblättchen! Mein armes Kindchen! Dich, kleines Wurm, hat Gott geschützt! Komm' mit mir in die Stube, ich gebe Dir wenigstens was zu essen!" Sie nahm Anjutka also vor, gab ihr zu essen und zu trinken, weinte sogar mit ihr und lenkte sie so ab, daß das Mädchen ihr sogar das Säckchen mit dem Gelde ab. Ich bewahre es Dir gut und morgenfrüh," sagte sie, gebe ich es Dir wieder und begleite Dich nach Hause, Liebchen." ' Die Alte nahm das Geld und legte, Anjutka auf den Ofen, auf dem Rcisig trocknete. Auf demselben Ofen schlief auch das Töchterchen des Försters, das ebenso alt war, wie unsere Anjutka. Sie legte sich hin, doch konnte sie nicht schlafen, weinte ganz leise um den Großvoter und ängstigte sich. Eine Stunde vergeht nacy der anderen, plötzlich sieht sie, wie jene drei Räubcr, die den Großvater gemartert haben, in die Stube treten. Der allergrößte in dem Lcinenhemd, ihr Räuberhauptmann. kommt zu der Alten heran und sagt : Nun, Frau, wir haben umsonst einen Menschen umgebrscht. Jetzt, zur Mittagszeit, ist es geschehen. Ermordet haben wir ihn zwar aber von Geld fanden wir keine Spur, nicht einen Groschen." , Der Bauer im Leinenhemd war also der Mann der Förstersfrau. Ein Menschenleben ist vergeblich draufgegangen," sagten seine zerlumpten Kameraden, umsonst haben wir eine Sünde auf unsere Seele gcladen." Die Förstersfrau blickte alle drei an und lächelte. ' ' Warum, lachst, dummes Weib?" fragte ihr Mann. , Ich lache, weil ich keinen Menschen umgebracht, keine Sünde auf meine Seele geladen habe und dennoch Geld, fand," entgegnete sie. Was für Geld? Was redest Du für Unsinn?" Sieh her, was für Unsinn ich rede." Die Försterfrau band das Säckchen auf und zeigte ihnen das Geld, dann' erzählte sie, wie Anjutka zu ihr gekommen war und was sie ihr berichtet hat. Die Räuber freuten sich, theilten die Beute, wobei es fast zu einer Keilerei kam, dann setzten sie sich an den Tisch und fraßen. Anjutka lag da, die Aermste, und hörte alles was sie sprachen; sie zitterte wie Espenlaub. - Was war. zu thun? Aus ihren Worten erfuhr sie auch daß der Vater gestorben war und auf dem Wege lag; nun sah sie in ihren erregten Gedanken, wie den armen Vater die Wölfe und Hunde fra ßen, wie unser Pferd in den Wald ging und ebenfalls von den Wölfen aufgefressen wurde und wie man sie selbst schließlich ins Gefängniß einschloß, weil sie das Geld nicht gut gehütet hat, und furchtbar schlug. Die Räuber hatten sich inzwischen voll gegessen und die Frau nach Schnaps geschickt. Sie gaben ihr fünf

Rubel, damit sie Brantwein und süßen Schnaps kaufe. ' Sie tranken und belustigten sich für fremdes Geld. Ohne Maß tranken sie, die Hunde, und schick- ' ten die Frau, einen neuen Vorrath zu holen, um immer weiter, ohne Ende zu trinken. . I

, Wir wollen bis zum Morgen knetpen!" schrien sie. Geld haben wir jetzt genug, brauchen nicht zu sparen! Trink', nur verliere den Verstand nicht dabei!" . Gegen Mitternacht, als alle bereit? tüchtig betrunken waren, lief die Frau zum dritten Mal nach Schnaps; der Förster ging taumelnd durch die Stube und sagte: Nun, Bruder, wir müssen doch das Mädel aus dem Wege räumen! Wenn wir sie laufen lassen, zeigt sie uns doch zu allererst an." Sie beriethen hin und her und beschlössen, daß Anjutka nicht am Leben bleiben dürfe; Der Hals sollte ilr durchschnitten werden. Ein unschuldlges Kind zu tödten ist etwas Furchtbares. Das kann nur ein Betrunkener oder ein Wahnsinniger thun. Eine Stunde etwa stritten sie sich, wer die Thab vollbringen sollte; wieder kam es beinahe zur Keilerei, sie konnten nicht einig werden. Da wurde ausgeloost, und das Loos fiel auf den Förster. Er trank noch ein Glas, spie aus und ging hinaus, eine Axt zu holen. Aber Anjutka war diesmal schlau. Was das dumme Ding ersann, würde selbst nicht jedem, der lesen und schreiben kann, einfallen. Vielleicht hatte der liebe Gott mit ihr Erbarmen und sandte ihr den Verstand, oder vielleicht ist sie vor Angst klug geworden, jedenfalls zeigte es sich, daß sie schlauer war. als alle anderen. Sie stand leise auf, sagte ein Gebet und nahm den Pelz um, mit dem die Alte sie zugedeckt hatte. Neben ihr lag das Försterkind, das in demselben Alter 'war, wie sie; nun bedeckte sie dieses Mädelchcn mit dem Pelz und nahm selber von ihr-dic Jacke der Mutter und legte sie an. Sie vertauschte also die Sachen, warf sich die Jacke über den Kopf und ging durch die Stube mitten unter den Betrunkcnen hindurch, die nicht einmal aufsahen, weil sie in ihr das Töchterchen des Försters vermutheten. Au ihrem Glück war die Frau nicht m der Stube, sie holte Branntwein, sonst würde Anjutka sicher dem Beil nicht entgangen sein, denn ein Weiberauge ist wie ein Falkenauge. Ein Weib sieht alles. ylniutka aina aus der Stube beraus

und rannte davon, wohin die Füße sie ' trugen, die ganze Nacht irrte sie im Walde umher, des Morgens gelangte sie zur Lichtung und lief den Weg hinunter. Gott der Herr hat es gefügt, daß sie dem Schreiber Jcgor Daniwitsch begegnete. Er ging mit der Angcl zum Fischfang. Anjutka erzählte ihm. alles. Er eilte sofort zurück zum Angeln hatte er wohl die Lust verlorcn , rief die Bauern im Dorfe zusammen und dann ging's zum Förster. ' Als sie in die Stube kamen, lagen die Mörder alle betrunken auf der Erde ausgestreckt, wo gerade einer hingefallen war. Unter ihnen war auch J die betrunkene Frau. Vor allem durchsuchten sie die Taschen, nahmen ihnen das Geld ab, und als sie auf den Ofen blickten, da wichen sie vor Entsetzen zurück! Das Förstertöchterchen lag auf dem Reisig, unter dem Pelz, der Kopf war losgetrennt und ganz in Blut. Sie weckten die Bauern und die Frau, vanden ihnen die Hände und führten s zum Amtsbezirk, die Frau heulte, der Förster schüttelte nur mit dem Kopfe und bat: Wenn wir den Rausch nur ausschlafen könnten! Wir haben Kopfschmerzen!" Dann kamen, sie vor Gericht und wurden streng bestraft wie die Gesetze es verlangen. Die Geschichte ist dort hinter jenem Wald passirt mein Herr. Man sieht ihn kaum mehr, die rothe Sonne ist hinter ihm verschwunden. Ich rede zu Ihnen und die Pferde fviken die Obren, als ob auch sie zuhören würden. Hü, ihr lieben Pferdchen! Lauft nur lustig zu, der Herr ist ein guter Mensch und wird kein Trinkgeld sparen. Rennt zu, ihr lieben Pferdchen! DieKlugeund dieDumme. Ein Mann stand zwischen zwei Mäd chen. Elvira war arm, aber klug, Die andere hingegen, die Käthchen, Stockdumm, aber reich genug. Er wußte nicht, wie er entscheide Und irrte in Zweifeln umher, Geheirathet hätt' er gern beide. Die Wahl ward ihm fürchterlich schwer. Da plötzlich in kühnem Zuge Entschloß er sich rasch zur That: Er fragte ganz einfach die Kluge Um ihren verständigen Rath. Sie sprach: ' Wer auf Seelengliuk achtet, Der nehme die Dumme nie. Jedoch, rein verständig betrachtet, Ist die Dumme die bess're Partie." Da ging er und nahm sich zur Herrin Die Dumme nach Heirathsbrauch: Sie war zwar eine Närrin, Doch Millionarin auch. Auf die Dumme mit ihren Dukaten, Da war er ja längst erpicht; Bon der Klugen ließ er sich rathen, Heirathen aber nicht. Der schweizerische Dundesrath hat acht italienische Anarchist' und Sozialrevolutionäre, welche In Lu gano das italienische KonsulatsslUv weggerissen und in den See geworbn hatten, aus der Schweiz ausgewies.':.