Indiana Tribüne, Volume 28, Number 71, Indianapolis, Marion County, 14 November 1904 — Page 5

Indiana Tribüne, 11 November .OM.

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Meinem Kinde.

Von Gustav Falke. ; Du schläfst und fa$:c neig' ich mich Ueber dein Bctt und segne dich. CV V. r r -. - 10 ' Jeder leiseste AtKem?ua Ist. ein schlvcifcndcr Himnzclsflug, Stfr. ein Suchen weit umher, b nicht doch ein Sternlein' wär'. Wo aus eitel Ölan und Licht Liebe sich ein Glückskraut bricht, Dc-s sie geflügelt hernieder trägt Und dir auf's weiße Dcckchcn legt. Zu theuer. Öumoreske von Roda Noda. Sollte der königliche Bauinspektor Rademantel entgegen der Annahme seiner Umgebung große Leidenschaften haben, so werden sie sicherlich nur da lebendig, wo es sich um die Vefriedigung seines Ruhebedürsnisses handelt. Herr Bauinspektor Rademantel ist aber nicht etwa faul. Er ist nur ein Feind der Veränderung. Wenn er Morgens geweckt wird, bedauert er, aufstehen zu müssen. Schläft er, so scheint es ihm eine boshafte Grausamkeit der Natur, daß der Schlaf im besten Falle nur auf vierundzwanzig Stunden täglich ausgedehnt werden kann. Er macht keine neuen Bekanntschaften, raucht nie Sorten, die er nicht kennt, und wohnt gerne, wo er sich eingewohnt hat, möglichst lange. Um dies wahrhaft gigantische Beharrungsvermögen Herrn Rademaniel's auszugleichen vielleicht auch nur aus Tücke hat ihm das Schicksal in Frau Martha Rademantel eine Lebensgefährtin gegeben, die die Geschwindigkeit und der Wechsel selber ist. Sie läßt nie eine Speise zweimal kochen. Sie kauft jeden Tag in einem anderen Laden ein. Sie hat alle Monat andere Freundinnen und andere Dienstmädchen und sie hat eine Borliebe sür's Uebersiedeln, die schon zigeunerhaft ist. Man sagt, daß die Zugvögel, selbst im Käfig gehalten, um die Strichzeit unruhig werden, just als wollten sie .durch die Gitterstäbe brechen und nach südlichen Ländern fliegen. Frau Martha Rademantel, eine geboreneSchwalbe. zeigt jährlich zweimal, ehe der Umziehtermin naht, ähnliche Erscheinungen. Eines Tages, eben wieder um diese Zeit, kehrt der Herr königliche Bau.infpektor Rademantel müdgearbeitet aus dem Bureau heim und begehrt, zu Nacht. zu essen. Auf dem ganzen Wege hak'er-sich aüf das eingemachte Huhn mit Blumenkohl gefreut. Heut ist ja Mittwoch! Er findet natürlich Kalbsbraten mit Dunstobst übrigensohne eine Miene, zu verziehen, denn-er .ist gewohnt, alles anders zu finden.' Auch daß das Klavier Nachmittags' in's dritte Zimmer gestellt worden ist, wundert ihn nicht weiter. Er setzt sich nieder und langt wacker zu, als Frau Martha beginnt: Otto, vergiß, nicht,' morgen mit dem Hauseigenthümer zu sprechen." Sprechen? Worüber denn?" Na... wir wollen doch die Wohnung kündigen." Herr Rademantel blickt auf. Das ist aber das neueste," sagte er erstaunt. Wir wohnen ja erst ein halbes Jahr hier." Der Miethzins ist viel zu hoch, hast du so oft bemerkt, und ich habe dir zugestimmt. Erinnerst du dich denn nicht mehr?" Keinen Schatten weiß ich davon." Gut so sage ich dir's jetzt: Unsere Wohnung ist zu theuer. Wir werden hier kündigen und ein. anderes Heim suchen." Kind Marthe um Himmelswillen was fällt dir ein? Wir sind zehn Jahr verheirathet und sind in der Zeit ein dutzendmal umgezogen." Weil wir eben mußten. Oder sollen wir etwa in einer Wohnung bleiben, wo alle Oefen rauchen, wie Nubergasse No. 7 oder wo Tag und Nacht die elektrische Bahn vorbeiklingelt, wie Kehlerplatz No. 2?" Es gibt nichts Vollkommenes auf Erden. Jede Miethkaserne hat ihre Fehler." Laß mich nur macheu, mein Lieber. Kümmere dich um gar nichts ich will eine Wohnung finden, die vollkommen ist und billiger als diese hier. Zweitausend Kronen jährlich! Das ist ja entsetzlich." Gewiß aber " Laß nur lümmer' dich nicht. Ich will es diesmal ganz allein und ganz famos besorgen." Als Herr Bauinspektor am nächsten Tage heimkam, fand er Frau Marthe in den Lehnsiuhl hingehaucht. . . müde wie einenSchnittwaarenkommis.' - Hast du gesucht. . .?" Ja. Uno hast du gekündigt?" fragte sie interessirt. Jeu Hast du aber auch gefunden?" Wie man's nimmt. Auf dem Dannebergwall war eine schöne Wohnung ausgeschrieben. Ich komme hin, will mir sie ansehen... öffne die ' Thür. Rathe, was .mir entgegenstürmt...? Ein Papagei!" Wie ein Papagei?" Nun ja, ein Papagei. Er ist lhnen ausgekommen und mir gerade in's Gesicht geflogen. Dann trat ich ein. Die Wohnung ist sehr, sehr hübsch und spottbillig: Zweitausend Kronen." Soviel kostet doch unsere auch." "Freilich aber die dort ist o net" einige Kleinigkeiten ausgenommen zum Beispiel die Küche. . Da ist mir nämlich etwas passirt. Ich öffne di? Küchenthür und rathe, was mir entgegenkommt?"

Wieder ein Papagei?" - Unsinn! Ein Wasserstrahl. DaS Leitungsrohr war geplatzt. Es gab eine ordentliche Überschwemmung." Hast du die Miether, die jetzt dort wohnen, gefragt' warum sie das Haus verlassen?" Es ging nicht recht, weißt du, denn als ich das Badezimmer öffnen wollte, um auch das zu besichtigen, rathe mal, was mir da wieder entgegenkam...?" Ein Wasserstrahl?" Frau Marthe schüttelte den Kopf. . Also, ein Papagei?" Nein, der Wirth. Da konnte ich doch nicht recht fragen " Hm, das sehe ich ein." Na, siehst du. So nahm ich also die Wohnung nicht und besah Kehlerplatz No. 17 eine andere. . Jetzt hat sie ein Rechtsanwalt inne. Er scheint recht beschäftigt zu sein." .So?" Er hatte es nämlich sehr eilig, ließ mich nicht zu Worte kommen und n'öthigte mich gleich auf einen. Stuhl. Leben Sie mit Ihrem Manne?" fragte er mich. Ich wußte nichts wo das hinaussolle und bejahte. Schlägt er Sie?" fragte er wieder. Da wurde mir die Sache zu bunt. Herr," rief ich, wofür halten Sie mich bcrni?" Kurz, es stellte sich heraus, daß ich zu einem Spezialtsten für Scheidungsangelegenheiten gerathen sei... und ich ging empört von dannen." Hast, du aber Pech!" rief der Herr Bauinspektor lächelnd. An sich war's keines... aber die Präsidentin hat mich eintreten gesehen .und wird überall erzählen... Du kennst ja ihre Phantasie." Mach dir nichts -draus. . . unsere alte Wohnung in der Nubergasse ist wieder zu haben, wie ich. höre. .. und die Oefen, die damals rauchten, sind jetzt gerichtet." O, ich war auch dort." Und...?" Ach, frage mich gar nicht! Sie haben einen Mops, . der mich in's Knie gebissen hat, un die Frau die Frau ist wahnsinnig, einfach wahnsinnig. Sie hielt mich für eine der zahlreichen Putzmamsellen, die Geld von ihr fordern kommen," und warf mich fast über die Treppe " Nach diesen Erfahrungen wäre es doch vielleicht gut, zu bleiben, wo wir sind. Meinst du nicht auch, Marthe?" Kein Gedanke daran! Ueberlass' dasganz mir, habe ich. dich schon gebeten ich will eine Wohnung ausfindig machen, um die uns , alle Bekannten beneiden sollen . und billiger, als diese hier, soll sie auch fein. Jetzt komm aber essen, es gibt Fisch mit Salat." . Nicht Beefsteak mit Spiegelei ?" Nein, ich habe mir's unterdessen übezlegt:" ' ': ' ' " ' Wo werden wir also nächstes Quartal unsere Zeltpflöcke einschlagen. Marthe?" fragte Herr Bauinspektor, als er Freitag Mittags über die Schwelle trat. Weiß ich'? Es ist noch nicht entschieden!" antwortete Frau Rademantel mißmuthig. Ja bist du denn heute nicht auf der Forschungsreise gewesen?" Nicht auf der Reise? Ich bin einfach vernichtet vom ewigen Reisen! Nicht weniger .als fünf Häuser mit fünfzehn Stockwerken habe ich abgelaufen. Auch in unsere letzte Wohnung bin ich endlich eingedrungen, nachdem ich den Portier als Parlamentär vorausgeschickt hatte, damit sie den Mops anbinden und die Frau darüber aufklären,. daß ick keine Putzmamsell sei und auch kein Geld fordern käme. Aber alles war vergebens. Oben im vierten Stock hat sich eine Musikschule eingenistet das paukt und schmettert wie das jüngste Gericht. Dafür ist im Hause gegenüber eine ganze Flucht frei vom 1. Februar an nämlich." Hast du auch die angesehen?" Will's meinen! Mit der Hauswirthin selber! Die Zimmer sind hoch und licht, auch sonst alles tadellos, nur verwahrlost, schrecklich verwahrlost. Ich Hab's .der Wirthin gesagt." Und sie?" Sie wurde grob. Wie grob! Es war nämlich ihre eigene Wohnung, mußt du wissen und ich hatte gesagt, das sei der reinste Augiasstall. Du hast keine Ahnung, wie reich die deutsche Sprache ist, wenn du mit dieser Wirthin nicht aesprochen hast. Ich ahne es jetzt schon. Ist aber alles noch nichts gegen Doktor Meyer. Kennst du den? Nicht? Na, hüte dich vor ihm! Er wohnt Karlsring No. 1 und will seine Wohnung auch zum nächstenTer.min verlassen. Als ich angeklingelt hatte, kam er selber öffnen, geleitete mich freundlich in ein elegantes 'Arbeitszimmer und sprach mit mir von allerlei. Ich erzählte ihm meine verschiedenen Abenteuer von gestern und er lachte herzlich. Auf einmal sagte er mir, ich schiene ihm ein wenig herzleidend zu sein er wolle mich untersuchen. Ich lehne ab, er aber wird dringender zuletzt sogar kategorisch. Ich sträube mich heftig, da stürzen zfcei Männer herein und wollen mich halten. Gnädige Frau, ruft er drohend, wenn Kie sich nicht gutwillig untersuchen lassen ich bin dazu beauftragt, so kommen Sie sofort unter eine eiskalte Douche". Stelle dir vor, welche Angst ich hatte! Aber ich bin schon vom leidigen Wohnungssuchen her auf alles gefaßt.'Jch zwang mich zur Ruhe und -suchte lhn

aufzuklären: Herr Doktor es liegt offenbar eine Verwechselung vor. Ich heiße Frau Marthe Rademantel, mein Mann ist königlicher Bauinspektor, und Sie können unmöglich beauftragt fein, mich zu untersuchen. Darum auch." Weil Sie nervös sind", erwiderte er, doch schon ein wenig unsicher. Zum Glück meldete man ihm just im selben Augenblick die Ankunft der wirklichen Nervösen Doktor Meyer ist nämlich Irrenarzt und so kam ich. mit dem bloßen Schrecken davon. Aber ich will mir's merken!" schloß Frau Marthe. Herr Bauinspektor nickte befriedigt. Wir bleiben also noch, wo wir sind nicht wahr?" Wenigstens vorläufig. Die Sucherei ist doch gar zu ermüdend. Vielleicht läßt du den Hauswirth zu uns bitten und setzest ihm auseinander, daß unsere Wohnung nicht zweitausend Kronen jährlich werth ist " Der Hauswirth hört die lange Rede des Herrn Bauinspektors ruhig an und entgegnete dann ebenso ruhig: Alsdann gut! Wann d' Herrschaften vom nächsten Viertel an zwatausendvierhundert Kronen zahlen .wollen, können S' bleiben. Wann nöt, hab' i a andere Partei " " Frau Marthe Rademantel, geborene Schwalbe,'ist seitdem merkwürdig seßhaft geworden! Zjerzcnscdikt. Von Benedicta. Aber Tantchen, muß es denn immer die breite Straße der Allgemeinheit fein, welche die meisten Menschen wandern? Kann nur allein die Ehe glücklich machen? Giebt es für die alleinstehende Frau nicht große und er-' habene Aufgaben zu lösen, Aufgaben, die ein Menschenherz und ein ganzes Leben ausfüllen und mit Befriedigung erfüllen Aufgaben, die die Frau aus dem Niveau ihrer untergeordneten Stellung dem Manne gleichberechtigt an die Seite stellen?" Hastig, mit blitzenden Augen, und gerötheten Wangen hatteComteß Irma Wartenegg es hervorgesprudelt. Det alten Dame, ihrer Tante, die, wie so oft, der Ehe ein Loblied sang, zugewandt, sagte sie es dem Besucher abe?- sollte es gelten. . . Ruhig hatte dieser zugehört. Nur ein ganz feines, fast unmerkliches Lächeln war es Zustimmung, war es Ironie?, huschte dabei über .. das geistvolle Gesicht des jungen Gelehrten. Und doch, heute zum ersten Mal begriff er nicht recht. Wie kam nur dies einfache, so ganz weibliche Wesen, deren liebliche Persönlichkeit wie geschaffen schien zum Glücklichmachen. wie kam es nur zu solchenJdeen? Als Kind hätte sie das. nicht, versprochen. . . Unwillkürlich mußte er an die Heimath, an die gemeinsam verlebten Kinderjahre denken, wo sie, die hochgeborene Comteß, durch ihre entrückende Frische dem Sohn des Dorfschulmeisters so nahe gestanden. Sie waren gute Freunde gewesen, trotz des Altersund Standesunterschieds. Und jetzt? Die Zeit hatte ihre Arbeit gethan an den Personen und Verhältnissen. Jetzt war er im Vortheil. Aus eigener Kraft war er etwas geworden hatte er sich in der Welt einen Namen geschaffen, der -ihm die vornehmen Kreise erschloß. Und Irma? Sie hat. Schweres erfahren, das arme Kind," hatte ihm die alte Dame, seine mütterliche Freundin, erzählt, nicht allein, daß sie die Eltern verloren nein fast als Bettlerin mußte sie von dem schönen. Familiensitz fortziehen. Und als sich nach der Katastrophe alle zurückzogen, sogar ihre glühendsten Verehrer sich einen schmählichen Rückzug gestatteten, da war sie eines Tages von der Bildfläche spurlos verschwunden. Erst meinen unausgesetzten Nachforschungen aelang es, sie nach längerer Zeit in einerdrohstadt als Correspondentin eines ExPortgeschäftes zu entdecken. Und sie war stolz auf diese' Stellung. Nur meine dringenden Bitten, mich vereinsammte, alte Frau doch nicht fremder Gesellschaft und fremder Hilfe zu überlassen, vermochten es sie dem dienstlichen Verhältniß zu entreißen. Aber sie giebt das Streben nach Selbstständigkeit nicht auf, sie will studiren, sich eine Position in der Welt verschaffen, die sie frei und unabhängig macht." ' Er wußte das alles. Aus ihrem eigenen V?unde hatte er ihren Zukunftsplan erfahren und billigte ihn? Warum nicht? Die Wissenschaft, das Studium war ja auch sein Schatz,' sein höchstes Ideal. Warum sollte er die Freude daran andern mißgönnen und gerade ihr, der einzigen FraZl, deren weiterer Lebensgang ihn interessirte? Liebe-kam dabei nicht insSpiel? Er war ein Streber und fand sich zu Irma hingezogen, weil. sie in dieselben Geleise einbiegen wollte. Der verknöchertste Hagestolz hätte sie nicht schnöder behandeln könzjn, als er es that. Die Liebe, wie sie in Romanen unli Novellen geschildert war, wie sie vor. der schreibenden, bildenden, musizirem den Menschheit in allen ihren Stadien aeseiert wurde diese Liebe nannte er ine Kinderkrankheit, eine thörichte Verirrung des Herzens nur möglich bei jugendlich unfertigen Menschen, deren Träume noch zwischen Himmel und Erde schweben. Bei gesetzten, vernünftigen . Leuten konnte sie unmöglich das ganze Leben, ausfüllen, so sagte er. Wie oft war das Thema besprochen

und wie oft hatte Comteß Irma lhn sö oder ähnlich reden hören und' mit welch gleichen Gefühlen war sie seinen Vorträgen, die des humoristischen Anstrichs nicht entbehrten, gefolgt. Bisher hatte Irma den jungen Gelehrten stets verstanden. Aber seit letzter Zeit kamen ihr seine Grundsätze oft so herzlos, so abscheulich vor. Ob er wohl gar kein Empfinden besaß oder ob eine trübe Erfahrung gleich der ihren ihn zu so kühler Ansicht geführt hatte? Und da gestand sie sich, daß ihr so kühn aufgebautes Zukunftsbild doch so leer, so inhaltlos für das Herz sei. Aber er durfte es nicht ahnen um keinen Preis! Und wenn sie jetzt mehr denn je für ihre früheren Ansichten plädirte, so gab lediglich der Stolz ihr die Worte ein. Die Unterhaltung war weiter gegangen. Die Tante hatte noch Kräften opponirt, aber der junge Gelehrte erklärte: Gnädige Frau, ich meine, die Comteß. hat recht. Es muß doch. nicht immer nur die Ehe sein. ' Der alleinstehenden, pekuniär gutgestellten Frau bietet sich heutzutage Gelegenheit genug. Talent und , Reichthum in den Dienst der guten 'Sache zu stellen und es freut mich zu hören, daß die Comteß sich diese Bestrebungen zur Lebensaufgabe gemacht." Da brachen ihr die Thränen . der Empörung aus den Augen und sie beugte den blonden Kopf tief auf die kostbare Stickerei. Sie sah nicht 'den aufleuchtenden Blick des jungen Mannes.. Zorn, Scham und ein merkwürdiges Ahnen kämpften in ihrem Herzen. Sie fühlte sich Plötzlich so unbeschreiblich allein und . vereinsamt. War sie nicht selbst schuld daran? Hatte sie nicht gleich anfangs in der Erbitterung ihres Herzens über die furchtbaren Enttäuschungen, die sie er litten, ihn erkennen lassen, daß der Glaube an die Aufrichtigkeit der Männer für sie nicht mehr existire? Hatte sie ihn nicht gleich mit ihren Zukunstsplänen bekannt gemacht? Baron Vlissingen lassen gnädige Comteß um eine Unterredung bitten," meldete der Diener. Irma fuhr erschreckt aus ihrer Träumerei emporsie wußte, was der Baron von ihr wollte. Mit einer Entschuldigung gegen die Anwesenden verließ die Comteß den Salon, kehrte aber schon nach kurzer Zeit dahin zurück. Ein eigenthümlicher Ausdruck,' ter dein Professor, wescher allein war, auffiel, lag auf ihrem Antlitz. . Nun, Professor," hub sie scheinbar lustig an, nun, was meinen Sie, was der Baron wohl wollte?" Ihre Stimme zitterte ein wenig. Nun" eine herbe Bitterkeit lag im Ton ihrer Stimme, als sie fortfuhr t-, da Sie siA meiner stets so väterlich angenommen, so sollen Sie auch dieses wissen: Äaron Vlissingen ial soeben um' meine' Hand!" Und" er beugte sich in banger Erwartung vor darf ich auch die Antwort erfahren?" . .Ich sagte ihm" ß sollte heiter klingen, aber ihre St!me zitterte wie von verhaltenem Weinen , daß ich bereits gewählt." 'Zainen Augenblick sah er sie durchdringend an, dann. sagte er mit leisem Aerger: Ach ja, ich vergaß, daß Sie entschlossen sind, sich wissenschaftlichen Studien zu widmen und diese Aufgabe als den vollkommeneren Theil gewählt haben." Verständnißlos schaute sie ihn an. Begriff er sie wirklich nicht? Vor ihren Augen begann es zu flimmern. Mit Gewalt suchte sie die aufsteigenden Thränen zurückzudrängen .... Im nächsten Augenblick aber schon hielt der Professor die laut Ausschluchzende in seinen Armen. Ich ahnte richtig, daß es mit Deinen Plänen nicht bitterer Ernst war. Soll ich Dir beistehen aus Deinen ferneren Lebenswegen? Es wird dann viel leichter gehen!" Ja. was sollte ich wohl anders?" flüsterte sie verlegen. Ich hatte mir Größeres zugemuthet, als ich durchzuführen vermag. Ein Edikt des Herzens ist stärker als alle hochfliegenden Pläne." Eben öffnete sich' dieThür und das gute, ehrwürdige Gesicht der Tante erschien im Rahmen. Ein triumphirendes, aber doch seelengutes Lächeln spielte ihr um die Lippen. Geniert Euch nicht, Kinder' Ehen werden im Himmel geschlossen. Auch Ihr mit Euren großen Plänen könnt nicht dagegen an." 7T Einen eigenartigen Dieb stahl, wie er wohl noch niemals vorher ausgeführt wurde, beqingen .auf der französischen Westbahn zwei, mittlerweile eingefangene, Berufs - Einbrecher. Sie drangen in einen Schuppen ein und entkleideten die sämmtlichen dort aufbewahrten Ersterklassewagen ihrer Kissen, Lampen und Vorhänge. Sie müssen allermindestens zur Fortschaffung alles dessen, was vermißt, wird und einen Werth von etwa 10,000 Francs repräsentirt, drei große, zweispännige Transportwagen, sogenannte Cammions" ur Verfügung gehabt haben. Wo die fehlenden Gegenstände hintransportirt wurden, darüber fehlt jeder Aufschluß, da die beiden Uebelthäter die, soweit eL der Aufklärung des Diebstahls an sich bedürfte, geständig sind, versichern, sie hätten diesen im Auftrage eines unbekannten Dritten, der mittlerweile die sämmtlichen Sachen weiter verkauft hätte, ausgeführt. '.. .

Lon Jnlaude. In New For k soll ein Denkmal errichtet werden, welches die Haager Conferenz verherrlichen soll. Nach den Aussagen der Personen, welche die Errichtung betreiben, soll dasselbe eines der größten und kunstvollsten Denkmäler der Welt werden. Das Geld zur Bestreitung der Herstellungskosten wird von einerDame gesammelt, welche in der New Dorker Gesellschaft eine hervorragende Rolle spielt. Ein gemeines Verbrechen beging in Whiefish, Mont., Jemand, der ein Stück Dynamit in Feuerholz steckte, wodurch der Küchenofen in einer Chinesen - Restauration abgesprengt wurde. Ein Chinese wurde getödtet und ein anderer tödtlich verwundet. Seitdem die Division's-Of-fice der Great Northern-Bahn sich dort befindet, kommen die Chinesen so zahlreich, daß die Union-Arbeiter alles versuchen, die Zopfträger als unliebsame Conkurrenz auf irgend eine Weise loszuwerden.' Ein Gesetz, das sich recht gut bewähren dürfte, hat die Stadr LosAngeles, Cal., eingeführt. Wenn 25 Prozent der Stimmgeber einer Ward oder eines Distriktes mit ihrem Vertreter unzufrieden sind, so können sie ein Gesuch unterzeichnen, demzufolge er entweder zurücktreten oder sich einer Neuwahl Unterwerfen muß. Ein mißliebiger Alderman hatte letzthin die letztere Alternative gewählt und dann erfahren, daß nicht nur der vierte Theil, sondern eine Mehrzahl seiner bisherigen -Wähler aus seine Dienste gern verzichtete. In recht drastischer Weise Hat sich kürzlich ein Baltimorer Wirth gegen die dortige Sonntagstyrannei aufgelehnt. Als nämlich ein Polizist die Wirthschaft von William I. Gailey in der Ost-Fork Straße zu überrumpeln versuchte, prügelte der Wirth den Eindringling nach allen Regeln der Kunst durch. Er wird sich deshalb vor den Großgeschworenm zu verantWorten haben. Eine Anschuldigung, wegen Verkaufs geistiger Getränke.'am

Sonntag wurde jedoch abgewiesen, da. der Polizist durch die Prügel verhmdert wurde, eine solche zu erschnüfsein. Ein Mann Namens Chas. Agrelius, welcher sich des zweifelhaften Rufes erfreut, der älteste Pferdedieb in den Ver. Staaten zu sein, wurde kürzlich in Monroe, Wis., vom Kreisgericht von Green County zu löjähriger Haft im Zuchthause zu Waupun verurtheilt. ' Er wurde von der Jury nach einer fünfzehn Minuten dauerndenBerathung schuldig befunden. Der Richter ließ ihm das höchste Strafmaaß zutheil werden. Da Agrelius im 85. Lebensjahre steht, wird er schwerlich das Zuchthaus' lebend verlassen. ' Seit 1876 ist er jetzt in Wisconsin zum fünften Mal wegen Pferdediebstahls verurtheilt worden. Bei der Vergebung von Contrakten für den Bau des PanamaKanals geht die Panamakanal-Com-Mission mit Vorsicht zu Werke. Sie hat jetzt der Standard Steel Car Co. von Pittsburg den Contrakt für Lieferung von 200 Eisenbahnfrachtwagen, abzuliefern in der Stadt New York zum Preise 'von je 5875. zugesprochen. Der Contrakt für Lieferung von stählernen Umkipp - Wagen wird noch nicht ausgegeben, und auch der Contrakt für Ik Lieferung von Hydranten und Ventilen ist noch nicht ertheilt. Die Bucyrus Co. von Milwautee hat den Contrakt 'für die Lieferung' von Dampfschaufeln im Betrage von 117,750 erhalten. DiegrößtederSchlangen, welche sich im Zoologischen Garten in New York befinden, eine 20 Fuß lange Riesenschlange, wurde dieser Tage nach Jacksonville, Fla., versandt, wo sie ein Circusbesitzer in Empfang nehmen wird. Die Wärter athmeten erleichtert aus, als die Schlange endlich in ihre Kiste gepackt war, denn sie hatte sich während ihres Aufenthaltes in der Menagerie als eine äußerst tückische Btstie gezeigt. Das Thier wurde seiner Zeit von Carl Hagenbcck mit einigen anderenExemplaren ihrer Gattung hierhergebracht. . Die Schlange dersandtgerecht zu machen, war keine Kleinigkeit. Einer der Wärter zog ihr eine Pferdedecke übn den Kops, während ein halbes Dutzend feiner Kämeraden den mächtigen Leib der Schlange zusammenrollten und dann den ganzen Körper in ente.Kift. legten, welche fest vernagelt .wurde. Die Grocers von Pennsylvanien planen die Einrichtung eines eigenen Laboratoriums, in welchem alle in den Handel kommenden Waaren untersucht werden sollen. Die KleinHändler wollen sich davor schützen, daß sie wegen Nahrungsmittelfälschung bestraft werden können, wenn sie von unehrlichen Lieferanten hinter's Licht geführt sind. Ehe der Händler eine Lieferung abnimmt, wird-er sich erst bei dem Laboratorium darüber vergewissern, daß' er auch wirklich , reine Waare erhält. Der Mann mit wemger sauberem Gewissen mag Schwindelwaare kaufen, aber er hat den Nach.theil, daß er für die Qualität seiner Waaren kein Zeugniß beibringen kann. Freilich wäre dasselbe nicht offiziell, weil das Laboratorium nur PrivatUnternehmen wäre; wenn die .Itersucung von Staats- oder Bundeswegen vorgenommen würde, hätte die Reinyeitsmarke, weil amtlich, größeren Werth.

Feuer - Signale.

l PennHIv n Startet l SngliZh'Op,HauA ) Tast und 9?"tt Z)ork 1 Noble und VZichigan 9 N. Jerjey u. Vasi Av Pine und North y Kartet und Pine t Vermont nahe Saft Nq. 8 Cpritzenhau Mass. Svc nahe Ru & Deuuvare und Walnut t Jersey u Central 2. i5 Mass. und SorneZ Av, 6 m.d 11. trabe 17 Park Ave und 12 Etr 8 Columbia und Hillsid i Higd.land Zlve u.PraU :i Jllinoit und Et. I . l Pnmshlv. und Zratt 14 Meridian und 11. Str 15 No. k Sprienhaus IS. nahe Jllinoli !S Senate Ave .StSlaik n JllinoU und Mchigan 18 Pe esvlvania und 14. 19 Senate Lve. und 15. No. l Spritzenhaus JndLvenaheMichiga Meridia und Walnut 54 California u Vermont 5 Blake und New vor Ind. Av. u. et lai? 17 H Hospital , J8 Vlake und NortH 39 Michigan und Ltzne US. Cprttzenbau Washington nahe Oeft it Ssendorf u Wash. ü Missouri New Vork Meridian u Wash -iS Illinois und Ohi, -i7 Capitel v. u Wash Smgan'S Porkhaul z Straßenbahn Stall W. Waffwgton EU 52 No.zo Spritzenhaus JllinoU u errill Illinois Louistana 5 West und South West und McTarty Senate Lve. u Henry 57 ZReridian und ay No.4 Spritzenhaus Madiso Lv.uMorrlS . Madiion Lv.n Dunlop No S Hakm Leiterhauk' South nah Delawar, Penn, u Merrill ftl Dlave u. MrSartA 14 rftndcSatttz - ewIasqu. 47 Lieg. v. radsha Saft und Prospect Buking und High n 9te. 11 Spritzenhaus vir Lve. nahe Huro ft Saft und Seörgi st Cedar und Zln H Davidson u Seoraia n nglish Lv.u Pine Sheliy und LateS 'S No. 3 Spritzenhaus Prospnt nahe Chelöy Fletcher 80. Sheliy Market u. New Jersey Delaware und Wash. Tast Washington Z4 New York .Davidsor 35 Taubstummen Anstalt es cr. Staaten Arsenal . 37 Orient! und Wash. 9 Frauen-Reformat. U No. 13 Spritzenhaus Ward land nahe Mer. )2 Meridian u. Seorgia. gz' Meridian und South U PennsvlZ u. Louifiana 6 Liraini Ave u. Zllab, 9 Hauptquartier. 7 Grand Hotel. 3 Eapital Av und Db 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 11 Alabama und 16. .25 Central Ave und lL 26 DandeS und 15. 127 Brooksid und Juptt ' (28 Central Lve und 17. 129 Delaware und 19. jl Alabama und 11. li Bellefontawe undh. i34 College Av und ti. V) Delaware und is. '36 Alabama und North !37 Nevmann und 19. 138 Tolleg Ave und 14. ,39 Csrnell Ave und 13, 4i DandeS und 19. AI Highland Ave und IS. .43 Tecumseh und 10. i45 New Jersey und 82. 46 Alvord und 17 47 No. 2 Spritzenhaus HiKstde Ave und it, s College Ave und 2. 49 College Av und 7. .62 Park Av und 22. .63 L E u. Bahn u. 22. '.54 Ramsey Ave und 10. 56 Stoughton u Newme .57 AtlaS und Pike. iS8 Bloyd und Pawpato. .59 No. 21 SprenhauS Lrtghtwook .65 Lrdm und Depot :6$ Brightwood und 25. 64 Rural und lovd .65 Et.Clair u.eystone .67 Arsenal Ave un 23. es ellefontau unt 5& H9 Park Bx rnd ltv li Capital tat und 17, IS Pcmshw.n.Sichisak 214 JllinoiS und 29. - 215 Senate Ave und N. 216 Pennsylvania und 2 17 Meridian und 16, 218 Capital Ave und 21 219 Sroadway und 10. 231 nilinoiS und McLum 234 No. 14 Spritzenhaus Äcnwosd und 30. 235 JllinoiS und 53, 36 Annetta und $C 237 No. Spritzcnhlur Ndell und Siader 23S Udetl Ladder WorU 239 Jsatel und 7. 241 Meridian und 24. S4SMnoiS Et.Ia 243 Eldridge und 23. 12 West uud Walnut BIS West und 12. 814 Howard am 16. 816 Torbet und Pacck Z16 Capital Ave und 1 817 Northweftan Lv 818 Gent und 18. 819 Canal und 10. 8 Cerealin Ssr 824 Vermont und Hn 25 VisnuckSrandvl 826 No. 29 CprgenhauS Haushville, 827 Michigan u. IbkS, 828 Michigan u. Concord 841 West und MeJntyr 412 Missouri u. MarylanB 41Z Missouri und Obio 415 Capital Ave'.'Seorgia 416 Missouri KentutktzL, 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E sdmdS W. Wsshingt. 428 Irren-Hospital. 424 Miley Lve u.J Dld 425 Wash. und Harr 426 No. 13 EpvitzachaH W. Washrzgto 427 Olkver und irch 428 Oliver uxd OSzoeH 42 Nordvk und ZZort 431 Hadley Ave , MrU 432 River Av m. MrU 434 River Av und Cxy 35 Harding.vtz S N? 436 Harding und CCXl 437 No. 19 epstzZI 1 MorriS und 4S6t5s3 fll SrUitcr wA 45 Howard WA L 458 Brotl t 45 fern K& Dcst 57 Nsrdpe Ave b. C9 no Werts 12 ZLeft und Bis SentuaAv.ZÄrrS 014 Meridia und Strny JllinoiS und &nV 617 MorriS und Dakoia SIS MorriS und harch 619 Capital . u SfcCarv, 621 Meridia und Pa&MS 623 Pine und Lord ' 624 Madiso, Av U Line! 426 Meridian und lt 627 Carlos und Ratz 628 Sfctfotas und Srii 29 Meridian n.S!avon 631 Meridia u. McCa&t 532 No. 17 Spritzen! 2ck MorriS nahe West . 512 McKerakv und Dougk 615 Cast u. 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Arsenal Avek. 885 New Dntd La?5 2 JllinoiS nd SarZl.' 912 JllinoiS d EaxtA 91t Part. nd Cc i5Delavk wsA1Q3 vpezial.Oiznsle. erst Schla iter Alarm, Zwettm Schläge, dritter Alarm, Dritte 2 Schläge, viert Alarm, l-a-i, Feuer aus und Schlauch aussend. 8 Schläge, Wasserdruck ad. 12 Schläge, II Uft Mittags. Die p bezeichnete Signale wrde nur da ! vächter angegeben da an de betretend Ctx tctavmaettoUcatä Wurchlausende Züge. t Sömis Die einzige Linie, welche Passagiere und Gepäck in dem VnSstellnngöpltz?andet, ehe der Zug in St. Louis einfährt. ?R sin Waggon Exkursion jeden Tag, z?,UU ausgenommen Freitags und Samstags, giltig für 7 Tage. 83. , Abfahrt von Indianapolis 1I.50Uhrc.' mittags und 11 10 Uhr Abends. Ankunft auf dem AuSstellungsplatz 7 Nhr Mends.und 7:40 Uhr Morgens. Stadt Ossice: 8 Nord JllinsiS Stt.

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