Indiana Tribüne, Volume 28, Number 70, Indianapolis, Marion County, 12 November 1904 — Page 5
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Konstanz und Könstanze. " S!izze vsn Adelheid Weber. Sie hieh Konsianze Beständig" Beständig mit dem s-t; denn sie war eine Hamburgerin und trug den Hamburger Typ vom Scheitel bis zur Sohle in ihrer ha!b englischen, hohen, schlanken, ein wenig starkknochigen Gestalt, in ihrem schlicht zurückgestrichenen, reichen, hellblonden Haar in ihrem rosig weißen, regelmäßigen Gesicht, in den hellblauen, festblickenden Augen und dcm rothen Mund mit den festen, weißen, ein wenig zu großen Zähnen, in ihren gehaltenen Bewegungen, ihrer bedächtigen Sprache, in ih-. rer ganzen langsamen, maßvollen, zurüöhaltenden Wesensart. Unzählige Witze machte das MalerVölkchen der hübschen, kleinen Bergstadt, in der sie malte, über ihren seit samen Doppelnamen, und sie hörte sie alle mit ihrem lieben, gutmüthigen, nachsichtigen Lächeln an; aber das beste Wort sagte sie selbst darüber, indem sie. behauptete, sie hieße nur Konstanze Beständig, weil das Schicksal sie schön in der Wiege zu ihrem Lebensberuf: dem der Freundin, bestimmt habe. Von da an hieß sie nur die Freundin" bei ihnen. Alle brachten sie ihre Angelegenheiien zu ihr; ihre Pläne, ihre glänzenden Hoffnungen' und schwarzen Enttäuschungen, ihre Streitigkeiten und Liebesbegeisterungen; das ganze Auf und Ab ihrer Jugend und ihrer Künstlerherzen fluthete zu ihr hin und ebbte zurück unter dem klaren Blick ihrer hellen Augen, unker dem verständigen Zureden ihrer süßen Stimme, bis es klar' und ruhig vor ihnen selbst lag. Und weil sie gar so viel mit ihr über sich selbst zu reden hatten, merkten sie gar nicht, daß sie ihr Vertrauen wohl freundlich aufnahm, aber es nie dadurch erwiderte, daß sie sich ihnen auch 'aufschloß. Nicht einmal ihre Malerei zeigte sie ihnen, und so erfuhren .sie immer erst in den Ausstellungen, daß sie, eigentlich die besten Bilder von ihnen allen malte. So lebte Konstanze Beständig ein stilles Leben unter ihnen wie die klare Luft, die alle Gegenstände verbindet und alle Farben vermittelt, die jeder zu seinem Leben braucht, und an die er doch erst denkt, wenn er sie entbehren soll. Ab und zu fiel freilich einem der jungen Männer ein, daß Konstanze ein junges und schönes Mädchen sei; aber in ihrer Haltung lag dann so viel still in 'sich selbst Geschlossenes, daß er den ersten Vorstoß gegen ihre Unnahbarkeit selten erneuerte. Wenn er dann, wie das meist geschah, hinging und sich in eine andere verliebte, war er überrascht, wie schnell er zu einer gu-ten,-rein menschlichen Freundschaft mit Konstanze kam. 1 Die meisten von denen, die an Konstanzens Unnahbarkeit abprallten,. sielen Helena Mantegna zu; denn Helena war immer von einem Schwärm von Anbetern umgeben, und wo Volk ist, läuft Volk hin. Einer hörte es vom andern und sprach es ihm nach, daß es nichts Reizenderes auf der Welt gäbe, als Helenas blau-schwarzes Haar und ihre braunen Sammetaugen unter den schweren italienischen Lidern, als Helenas zierliche Figur, ihre winzigen Hände, ihr übermüthiges Lachen und selbst ihre harte Stimme vor allem aber die halb kecke, halb schmeichlerische Art, mit der sie sich die Männer heranholte und aneignete. An den Frauen, die ihr allesammt feind. waren, schien ihr wenig zu liegen. Aber dann geschah es, daß sie einmal für ihre Verehrer weder Augen noch Ohren hatte, sondern nur nach Kon-stanze-Beständig hinblickte, die an einem Ncbentisch unter anderen Malerinnen still dasaß und die Augen mit concentrirtem, fassendem Künstlerblick auf den buschigen Grund heftete, der sich unter der Veranda der Brauerei, wo sie speisten, an dem kleinen Fluß entlang zog. Endlich, nachdem Helena lange das siille, blonde Mädchen angesehen hatte, stand sie von ihrem Tisch auf und trat zu dem Geländer der Veranda hin, neben dem Konstanze saß. Sie legte dem großen Mädchen ihre kleine Hand auf die Schulter und sagte, unbekümmert um die anderen, die alle zu ihr hinsahen, mit ihrer tiefen, harten Stimme: Wir sind beide nicht wie die anderen Weibsen; wir wollen gut Freund sein." Könstanze sah etwas verlegen aus, aber während das Gespräch um sie verstummte, erhob sie sich vo.r ihrem Stuhl und erwiderte mit ihrer süßen, ruhigen Stimme: 'Wollen Sie sich zu hir setzen, Frau Mantegna?" Dann kam Olaf Peters, der lange, blonde Norweger, der in der Secession die vielumstrittenen? Bilder ausgestellt hatte, die unter ihrer Bizarrerie ein so großes Können verriethen. Die ganze .Malerkolonie war in Aufregung, daß er hier leben wollte. Und nun kam er und war ein einfacher, stiller, ein wemg ungeschickter Mensch. Helena fand gleich heraus,. . daß er eigentlich eine männliche. Ausgabe von Konstanze Beständig sei und gab ihm den Spitznamen Konstanz". Und die beiden hießen'nun: Konstanz und Konstanze oder die Zwillinge". So wurden sie beinah dazu gezwungen einander mit großen, wägenden, betrachtenden Blicken abzuschauen. Und' nachdem sie eine Weile jede personliche Berührung miteinander gemieden hatten, Panden sie nun oft'ne-
veneinander, sprachen wenig, verstau'
den sich wortlos und sahen schön aus ' c ; m r - c 1L I m oer yerziicyen Msrieoigung, mu vzi die großen,'' schlanken Gestalten zusammenstanden und die blonden Köpfe, sich zueinander neigten. Olaf kam auch als erster in Konstanzens Atelier. und ihr Gesicht strahlte, wenn er über rhre Buder sprach. Konstanze undHelena hatten beide Halbakt und saßen vor ihren Staffeleien in Konstanzens Atelier. Konstanze malte ruhig und stetig fort, ab und zu mit festem Blick das Modell umfassend, eins jener zwölfjährigen Malmädchen", die den Malern der Kolonie die Staffeleien trugen, Pinsel und Teller wuschen und zuweilen auch Modell standen; Helena sprang lebhaft j um die Kleine herum, maß mit dem Pinsel in der Luft ihre Linien und warf dann hastig die Conturen auf! die Leinwand, um sie alsbald wieder zu übermalen.' Sie wurde immer nervöser, und daß Konstanzens Arbeit stetig vorwärtsrückte, - verdarb ihr völlig die Laune. .Endlich warf sie den Hinsel heftig auf die Erde. Es ist zum Verrllcktwerden!" rief sie. Wer kann neben dir malen?" Könstanze hob noch mit ein paar Pinselstrichen die Schulter der Klei'nen plastischer aus dem Hintergrund heraus. Dann wandte sie ihre ruhigen, blauen Augen von der Leinwand und blickte erstaunt auf die Eifernde, die sich in einen Sessel geworfen hatte und ihr, roth vor Zorn, zusah. . Was thue ich dir denn?" fragte sie verwundert. Was du mir jhust? Gar nichts thust du mir! Eben! Du thust mir gar nichts!" rief Helena. Wie ein Steinbild, das bloß Augen und Hände bewegt, siehst und gehst und sitzest du neben mir und sagst nichts. nichts sagst du!" . Du weißt, ich kann bei der Arbeit nicht reden." , Thust's .wenigstens, nicht. Weder bei der Arbeit, noch sonst. Ich bitte dich., schicken wir? die Theres fort." " Könstanze warf einen bedauernden Blick auf, jhr halb vollendetes Bild, hieß aber die Theres ihre Jacke anziehen und hinausgehen. Helena-hatte sich indes eine Cigarette angezündet und blies die blauen Ringel in die Luft, während sie mit den Augen den ruhigen Bewegungen Konstanzes folgte, die ihre Pinsel wusch und Ordnung im Atelier schaffte. Ich beneide eigentlich die versteckten Menschen nicht," stieß Helena zwischen den Rauchwolken hervor.. Es. ist was Schönes um das Sichmittheilen man genießt den Genuß noch einmal!" Könstanze kam, sie wußte nicht wie, das Bild einer behaglich wiederkäuenderr Kuh; sie-lächelte.' " Ja, siehst du!" sagte Helena lebhaft, selbst dein Lächeln ist hinterhaltig; man kennt stch darin nicht aus: lachst du mit einem oder über einen?" Diesmal über dich!" erwiderte Könstanze gutmüthig. Sag in aller Welt, was verstecke ich denn vor dir? Was soll ich dir denn mittheilen? Du weißt ja, daß ich nichts erlebe." , Hm wirklich? Du, Konstanze Beständig, würde es zum Beispiel ein Erlebniß für dich sein, wenn ein gewisser blonder Maler so unbeständig wäre wie die anderen Männer alle?" Konstanze schaute mit einem raschen,' erschrockenen Blick zu. Helena herüber. Da erschienen ihr zum ersten Mal die harten Züge, die Ödaliskenäugen 'Und -der blutrothe Mund der schönen-Frau widerwärtig. Ihre Seele zog sich ängstlich.vor einer Berührung mit ihr zurück, ,. ganz unwillkürlich, mehr in Scheu als in Stolz. Mich geht 'keines Mannes Beständigkeit an," sagte sie abweisend. Als am nächsten Mittag Olaf und Konstanze wieder einmal auf der Veranda der Brauerei zusammenstanden, Olaf ruhig befriedigt wie immer. Konstanze mit einer unbewußten Verschlossenheit im Gesicht, trat Helena zu den beiden Blonden. Konstanz und Könstanze, seid nicht so geizig, laßt mich theilnehmen an eurer lebhaften Unterhaltung!" Konstanze trat ein wenig zurück, Olaf sah überrascht auf und in Helenas Gesicht. Das lachte ihn so schelmisch an, daß er mitlachen mußte. Ja, amüsant bin ich nicht!" sagte er gutlaunig. Das ist noch, unentschieden!" lachte Helena; Sie haben sich vielleicht nur noch nicht entdeckt." Na, Zeit genug hätte ich dazu schon gehabt." ' Die Leit thut's nicht, sondern der Stem, der aus dem Stahl-Funken schttigt." Sind Sie von Stein schöne Helena?" Probiren Sie's, blonder Konstanz." Er folgte ihr zu dem Tischchen, zu dem sie voranging. Konstanze stand noch immer still. Es versetzte ihr etwas den Athem. Olaf hatte plötzlich ein anderes Gesicht für sie bekommen; cU was Fremdes, Heißes machte ihr zum ersten Mal in ihrem Leben eine unerklärliche Angst.' Nun, Konstanze, überläßt du mir deinen Konstanz allein?" -rief Helena von ihrem Tisch herüber. -Könstanze zuckte die Achseln und setzte sich zu den beiden. Aber an ihrer Unterhaltung betheiligte sie sich nicht, konnte es auch "kaum; denn die Scherzreden flogen zwischen den beiden
wie bunte Raketen hin und her; , sie konnte ihnen kaum folgen, Olaf war selbst verwundert, wie rasch sie ihm vom Mund flogen, wie Helenas Munterkeit und Schlagfertigkeit die feinen entzündeten. Ein ihm ungewohnter Selbstgenuß umfing iHn wie. ein leichter Rausch. Vor Konstanze aber stieg eine graue Glaswand auf und schob sich zwischen ihn und sie. Mit schweren Knien-erhob sie sich endlich. ES ist spät; ich muß an die Arbeit gehen." Er sah nach der Uhr. Wahrhaftig! Haben wir uns verplaudert!"' Er stand nun auch auf. ' Helena streckte ihm ihr Händchen hin und hielt seine Hand fest. Ra, halten. Sie sich noch' immer nicht für amüsant?" Er betrachtete die kleine Hand. Wenn solch ein schönes Steinchen sich bemüht, Funken aus mir zu schlagen " Wollen Sie das Vergnügen' öfter haben, so speisen wir fortan zu dreien. Ist's recht?" Mit Entzücken, schöne Helena." .Als er Konstanze ebenfalls die Hand aab und ihr dabei inö Gesicht sah schämte er sich plötzlich. Von diesem Tag an waren sie immer zu dreien, aber Konstanze saß meistens , schweigend neben ihnen, und manchmal vergaßen sie ihrer . beinah. Wenigstens Olaf; denn Helena hatte neben dem Genuß seiner Eroberung immer' den angenehm prickelnden Beigeschmack auf der Zunge, Konstanze zu quälen. Sie plauderte scheinbar völlig unbefangen mit ihr von Olafs Verliebtheit. - Es ließ sich hübsch davon plaurern, denn Olaf umgab feine Leidenschäft mit Goldglanz und hob die Geliebte in ihren eigenen Augen empor. Tausend närrische Lieblichkeiten hatte Helena wie ein feines Gift in Konstanzens Ohr zu träufeln, und da Konstanze nicht, verrathen wollte, welche Qual sie dadurch litt, mußte sie diese Qual immer wieder auf sich nehmen. Ist sie nicht . die geborene ältere Schwester der Schauspielerin?"- sagte Helena zu Olaf, als sie einmal zu dritt beisammen saßen. Er sah fragend auf. Haben Sie nie eine Primadonna mit ihrer älteren Schwester gesehen?" fragte Helena. Die Primadonna lebt,
liebt, putzt sich irnd macht Geräusch; die ältere Schwester begleitet sie, schweigt, ist ihr Ohr, -betreut sie und sieht dem Leben zu." ' , Da sah Olaf auf Konstänze und sah. wie sie bläh mit aufeinandergepreßten Lippen dasaß. Ein eigenthüm-, liches Zittern ging über sein Herz. Wer so jung und schön ist wie Fräulein Könstanze und so gut malt, lebt doch wohl fein eigenes -Leben," sagte er warm.. - " Sie aber sah ihm mit fast feindlicher Abwehr in die Augen. Helena hat recht, ich bin die' geborene Freundin ich lebe nicht, ich sehe dem Leben zu," sagte sie mit trockener Stimme. Von da an suchte er, als sei etwas in ihm halb aus dem Schlaf erwacht, wieder die frühere Zusammengehörig-' keit mit ihr. ; ' Es ist die alte Geschichte," sagte Helena lächelnd, Konstanze sieht erst recht gut mit den Männern, wenn sie in eine andere verliebt sind. Oder wäret ihr ohne mich je so vertraut geworden, Konstanz und Könstanze?" Die beiden großen Menschen standen in der That wieder viel zusammen und neigten die blonden Köpfe zueinander. Aber niemand wußte, daß Konstanz zu Konstanze ging, um sein arg bedrängtes Selbstbewußtsein von ihr wieder auf die Füße stellen zu lassen und sich von ihrer süßen Stimme und ihren lieben Augen den Trost zu holen, daß er doch ein ganzer Kerl fein müsse, da das kluge Mädchen ein ganz Theil von ihm halte. Denn für' Helena war die Idylle sanfter Liebe schon ein wenig schal geworden, und sie bemühte sich, Pfeffer hineinzuthun. Da war der kleine schwarze Maler Wille, ein Teufelskerlchen; der war sehr dazu geeignet, den Pfeffer darzustellen. Und Helena war fo eifrig im Würzen, daß zuletzt Konstanzens Zuspruch auch nicht mehr half und in Olaf der Berserker zum Vorschein kam. Das gab ein neues Amüsement für Helena, und sie sagte Olaf, daß sie ihn nie so gern habe, als wenn sie vor ihm zittere. Aber Konstanze kam nicht mehr zu ihrem gemeinschaftlichen Essen.' Da, als "sie nun Tag für Tag ausblieb, fühlte Olaf eine Leere 'in sich, die ihn zerstreut und unruhig machte. Er stand eines Tags noch vor dem zweiten Maß Bier auf und ging geradewegs zu Konstanzens Atelier. Dort stand sie in der Malschürze und drehte rasch ein Bild gegen die Wand. Sie' wär glühend roth. Er war mit ein paar Sätzen bei ihr und faßte ihre Hand. , 'Was heißt es denn, daß Sie vor mir eine Arbeit verstecken?" schalt, er mit seiner guten, dröhnenden Stimme und was heißt es, daß Sie sich überhaupt vor mir verstecken?" Sie hatte sich schon gefaßt; sie entzog ihm ruhig ihre Hand und stellte das Bild gegen die Wand. Dann stand sie snll vor ihm. Er wurde zum ersten Mal neben ihr befangen. Er mußte sich fast zwingen, scherzend zu wiederholen: Na, also warum sind Sie uns dersertirt, unbeständiges Fräulein Beständdig?" ; Da sah sie ihm ins Gesicht. ' Olaf," sagte sie leise, mit 'dem fu
ßen Ton ihrer Stimme den Vorwurf
lyrer Worte mildernd, ich konnte es nicht mit ansehen, daß Sie unter sich selbst herunterstiegen." Es gab ihm einen Stoß, so daß' er einen Schritt zurücktrat. Wie was?" stieß er heraus. Aber gleich flogen ihm die bösen Szenen durch den Kopf, die er mit Helena gehabt hatte. - Meine Heftigkeitvar Ihnen zuwider?" fragte er. . - Sie neigte sanft den Kopf. Ja." ' ' ; Itza " machte er. Also Sie zittern nichtern vor einem Mann?" Ich sehe lieber zu ihm hinauf." Hm und zu einem wüthenden Mann Sie haben recht, Konstanze. Wuth ist Schwäche, nicht Kraft. Na, es soll nicht wieder vorkommen. Und nun seien Sie gut, Fräulein Konstanze ohne Sie ist keine Freude in unserer Lust kommen Sie wieder zu uns. Wollen Sie?" , Sie war wieder blaß geworden. Aber als. er ihr nun die Hand hinreichte, legte sie die ihre hinein. Sie zitterte ein wenig, in der seinen, und merkwürdigerweise theilte sie seiner Hand das Zittern mit. Wissen Sie was, Freundin Konstanze?" sagte er mit etwas, unsicherem Humor. Wir werfen alle drei morgen die Pinsel beiseite und feiern im Moos unser Versöhnungsfest. Ja? Ich wette, es wird ein prächtiger Tag das Wetter ist beständig, die Luft frisch, der Wald hat schon herrliche Färbungen. Wir wollen mal schlaraffen. Ist's recht?" Konstanze nickte. Und das Wetter war beständig, die Luft frisch, der Wald prahlte in Purpur und Gold; aber im Wagen wollte die rechte Stimmung nicht aufkommen. Olaf zwar saß den beiden Frauen vergnüglich gegenüber und ließ die Augen von der kleinen Schwarzen zur großen Blonden fpazieren. Und Konstanze war still und freundlich wie immer. Aber 'Helena war in reizbarer Laune, nannte die beiden immer wieder Konstanz und Könstanze und prickelte und stichelte so lange an ihnen herum, bis die Unbefangenheit einen argen Riß bekam. Sie hatten die Hälfte des Weges , zurückgelegt, . da that Helena einen kleinen Schrei. Halt, halt!" .rief sie dem . Kutscher zu. Da drüben am Hollunder steht ja der schwarze'Wille! Kommen Sie doch her, Wille!" , .?,Was' willst du denn von.ihm? Laß ihn'doch bei .seiner Staffelei!" .sagte Olaf stirnrunzelnd. .Aber schon hielt der Wagen, , und dex, kleine Maler kam, Pinsel und Paleite in der Hand, auf ihn zu. . - Amüsiren will ich mich! Glaubt ihr, jtüxt blonde Seelenharmonie sei kurzfoeilig für mich?" rief Helena lachend. Steigen Sie ein, Wille, wir nehmen IJhre Staffelei auch mit!" 4 -Der kleine Maler sprang entzückt und leichtfüßig in den Wagen, und die Lustbarkeit bekam nun freilich ein anderes Gesicht. Helenas Temperament schäumte über, und Olafs verdunkeltes Gesicht diente nür dazu, ' ihr Amüsement zu erhöhen. Olaf war dunkelroth wie ein Mensch, der gewaltsam den Athem anhält. Da begegneten seine Augen denen Konstanzens, 'die. ihn in angstvollem Flehen .anblickten und sogleich verlor sein Blick das Stierende; seine Stirn wurde heiterer, seine Farbe heller. Er lächelte sogar ein wenig, als wolle er sagen: Aengstige dich nicht, ich sieige nicht unter mich herunter!" Konstanze aber saß da, als wolle ste aus dem Wagen springen; denn Helenas Uebermuth überschlug sich. Jetzt griff Könstanze erblassend nach dem Wagenrand. Helena und Wille hatten sich weit gegeneinander vorgebeugt. Und jetzt küßten sie sich. , 'Halt!" rief Olaf mit dröhnender Stimme. Der. Wagen hielt. Und im selben Moment war Olaf herausgesprungen, hatte Helena mit seinen langen Armen gefaßt und vom Wagen gehoben, dann den kleinen Maler neben Helena gesetzt und war schon wieder auf den Wagen. Fahr zu!" rief er. Der Wagen , rollte weiter. Helena und der kleine Maler stqnden wie versteinert am Wegrand. Und wie versteinert saß.auch Könstanze da. Aber als ihre Augen nun denen Olafs begegneten, leuchteten sie wie zwei Sonnen. Dä lachte Olaf laut und fröhlich mit einem befreiten, glücklichen Lachen. Er reckte die Arme auf. . . . .. So!" sagte er. Dann tauchten seine Laugen in die Konstanzens, erst lachend, dann ernst werdend, bittend, zagend, hoffend, jubelnd. Er breitete die Arme aus. Auf diesem Umwege!" sagte er. Aquarien kann man durch einen Kitt aus einem Theil Mennige oder braungebranntem Bleiweiß, drei Theilen gekochtem Leinöl und einem Theil Sikkativ' wasserdicht machen. Auch kann man folgendermaßen' verfahren: Man nimmt ganz fein gepulverte Bleiglätte und konzentrirtes, sirupdickes, wasserhelles Glycerin. Beide Bestandtheile werden innig miteinander vermengt, so daß ein weicher, 'zähflüsstger'Brei entsteht. Diesen streicht man in die. Falze, in welche die Glasscheiben kommen sollen, drückt letztere hinein und entfernt den überschüssigen Kitt. .Nach kurzer Zeit ist er vollständig er-härtet.
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