Indiana Tribüne, Volume 28, Number 69, Indianapolis, Marion County, 11 November 1904 — Page 5
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Anlage und charakteristische Merkmale der Bcgräbnißplähe. 2ie Via Appia i Rom Der Mailänder FrievyoZ TaS Monument Jtx Kuchenver käuscrin-ZZ erlassener FrieShos-Marschall MuratS Marmorstatue. Verschieden von den nach deutscher Art angelegten Friedhöfen. sind die itaf lienischen. Eine ungeheuere Verschwendung von Marmor in allen Farben ist das charakteristische Merkmal aller dieser Kirchhöfe. Schon die alten Römer pflegten ihren Verstorbenen kostbare Grabdenkmäler zu errichten' und pomphafte Mausoleen zu bauen. Sie wählten dazu meist die von den Hauptstädten ausgehenden Landstraßen, und in der 'Via Appia, der Gräberstraße des antiken Rom, .findet man noch heute bis auf stundenweite Entfernung hin die mehr' oder weniger erhaltenen Trümmer dieser alten Monumente. Der moderne Italiener legt nun allerdings seine Friedhöfe nicht mehr in meNenweiter Ausdehnung längs der Landstraßen an. Aber er gibt ihnen, namentlich in den größeren Städten, eine Gestalt, die den an lauschige, gartenartige Begräbnißplätzc gewöhnten deutfchen Fremdling seltsam berührt. Von dem Mailänder Friedhofe entwirft der Reisende. Justinius z. B. die folgende Schilderung: Das ist eine vollständig mit Bedacht gebarte Stadt mit Straßen und Gassen und öffentlichen Plätzen, mit Gallerien und Loggien, Kapellen und Grüften, mit wunderbaren, terrassenförmig sich erhebenden Eebäudekomplexen, Leichenhäusern und Verbrennungsöfen, mit Kirchen und Verwaltungs - Gebäuden, öffentlichen Denkmälern und Kruzifixen,, welche weithin sichtbar alle radialen Straßen herrschen." Dabei bildet dieser Gottesacker ein wahres Museum plastischer Werke der verschiedenen Kunstrichtungen. Die Realisten bilden den 23erstorbenen und seine Angehörigen in oft geradezu erschreckender Naturwahrheit ab. Sie zeigen uns das abgezehrte Gesicht der Wittwe, ja. der Todeskampf . selbst tritt uns in bildnerischer Darstel- . lung entgegen. Die idealistischen Künstler dagegen wählen mit Vorliebe den Todesengel, den Genius mit der umgekehrten Fackel. Der malerisch gelegene Genueser Friedhof enthält unter Anderem eine gewaltige Rotunde, deren innere Gallerien von schwarzen Säulen getragen ! werden. Lebensgroße figürliche DarStellungen begegnen uns auf Schritt und Tritt. Hier entschwebt der Todesengel mit einer Mutter durch das Jen--ster desFammenzimmers, und die Kmder strecken dem verwaisten Vater ihre Arme entgegen. Ein Genius entführt die Seele der' sterbenden Frau, ein anderer übergibt ihr einen Kranz. .Zu Füßen solcher Gruppen kniet gewöhnlich die ganze Familie in ihren Alltagskleidern. An einer Stelle sehen wir tinen stattlichen Bersagliere aus weißem Marmor in voller Uniform. Weiter steht da ein Kaufmann hochaufgerichtet inmitten von Ballen, Anker und Segeln auf dem Postament; die Frau reicht ihm mit verklärtem Gesicht einen Kranz herauf. Eine Kuchen-und Bretzelverkauferm erblickt man, wie sie ihr zu Kränzen aneinander gereihtes Gebäck den Vorübergehenden zum Kauf anbietet, und darunter liest, man, daß sie sich dieses Denkmal bei Lebzeiten habe anfertigen lassen und , das Geld dazu foldiweise erworben habe ' Der Kirchhof von Ferrara war einst für die Bedürfnisse von mehr als 100,C0 Einwohnern berechnet. Unter den ' conumenten der Anlage ist das der ' xamilie Gulinelli mit der wundervollen überlebensgroßen Marmorgruppe auf hohem Postamente wohl das schönste. Die Einwohnerschaft des früher m so hoher Blüthe gestandenen Ortes zählt heute kaum noch 25,000 Köpfe. Die Paläste der einstigen. Nobili stehen zum größten Theile leer und sind einem langsamen Verfall preisgegeben. So kommt es, daß auch dieser prunkende Friedhof den wehmüthigen Eindruck der Verlassenheit auf den Besucher hervorbringt. Eine anschauliche Vorstellung von der Großartigkeit italienischer . Begräbnißgebäude gewährt endlich das Innere des Kolumbariums auf dem Kirchhof der Eertosa in Bologna. Die Todten ttegen hier in flachen, hoch aufeinander - 'geschichteten Särgen in dem die Arkaden flankirenden Mauergange, während zahllose Marmortafeln im Inneren der Säulenhalle ihre Namen verkünden. Auf diesem nämlichen Begräbnißplätzc steht die lebensgroße Marmorsiatue, die der Marschall Murat auf dem Grabe feiner Tochter sich selbst errichten ließ. Kunst st ü ck e auf der Landst r a ß e. In der Nähe von Colorado Springs, Eol., inszenirte neulich eine von einem Mutoskop-Fabrikanten engagirte Gesellschaft einen StagcoachUeberfall, mit obligater Schießerei und Beraubung des Postsackes, als zufällig eine . Touristen-Gesellschaft dazu kam und die Sache für baare Münze nahm. Einer der Touristen ging sogar so weit, fein Schießeisen zu ziehen und einen der Figuranten, Namens W. C. Selig aus 'Chicago, in den Arm zu schießen. Schließlich klärte sich die ganze Geschichte auf, aber die Touristen, setzten höchst entrüstet ihren Weg fort, indem sie rklarren, daß solche Kunststücke an der öffentlichen Landstraße nicht ge-' duldet werden sollten.
Zcipng's ncuco alhhar.s. tln der Ztcüt dcr alten P'cisjenurg errlch: teitt Monumentalbau. An der Stelle der allen Plcißenburc und unter Benutzung des Thurmes derselben ist in Leipzig das prächtige nem Rathhaus nach den ' Entwürfen dc: Stadtbauraths Hugo Licht errichte: Korden. Der Grundriß des Rathhauses ist ein unregelmäßiges Fünfeck. Die Fas, saden sind in- grauem Mainkalksteir
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' Da? neue NatkhauS in Leipzig. ausgeführt, einem sehr festen, aber eigenthümlich löcherigen Material, das in der verschiedenartigen Behandlung sehr fchöne Wirkungen ergibt. Hugo Licht hat dem Bau den Charakter, einer monumentalen, trutzig - aufragenden Hochburg des Gemeindewesens einer Stadt vom Range Leipzigs gegeben. In der Hauptsache sind Formen der deutschen und englischen' Renaissance verwendet, doch zeugt die Ausschmückung modernen Geschmacke Den Mittelpunkt, der ' Jnnenräume bildet der um 'W Fuß erhöhte, in eine Spitze auslaüfende 'alte Thurm; von ihm aus erstreckend sich die Seitengebäude nach den Hauptgebäuden, durch die der Hcfraum in einen großen vorderen und zwei kleine hintere Höfe getrennt wird. 'An dcr Hauptfront tritt der Giebel, dem zu Seiten sichzwei viereckige Thürme erheben, mächtig heraus. Er wird gekrönt durch den Kolossalkopf der Lipsia, unter dem sich das Leipziger Stadtwappen mit der Inschrift: Die neue Burg erstand 1899 bis 1905" befindet. Die fünf mächtigen Fenster gehören zum RathsPlenarsaal; sie erhalten durch darüber liegende Rundöogenfensier einen Abschluß. An den Thürmen sind je vier spießtragende Löwen angebracht, die auf der Kante des Unterbaus stehen. Der Giebel der Ostseite 'enthält oben die Uhr. . Hier liegt der. große Festsaal und der Sitzungssaal der Stadtverord neten. Zwischen den Fenstern des etztcren sind die Medaillons der beiden Bürgermeister und der beiden Stadtverordnetenvorsteher, die beim Beginn des Baues im Amte waren, angebracht. An der Nordostecke befindet sich der mit plastischem Schmuck stimmungsvoll ausgestattete Eingang zum Rathskeller. Daneben führt eine Freitreppe zum Hauptgeschosse empor. Vorbei an den schmucklosen Nord- und Westfronten.' wo nur Arbeitsräume liegen, gelangt man zur abgeschrägten Fassade. Hier baut sich wieder ein mächtiger Giebel auf, der von einem stehenden Löwen gekrönt -ist An dem in der Höhe bet Hauptgeschosses hinlaufenden Balkon stehen fün plapischz Gestalten zwischen zwei Obelisken; sie verkörpern '-dk-Vuchhandel," die Justiz, die Wissenschaft, die Musik und die Maschinenindustrie. Die .Ausstattung der Jnnenräume ist noch nicht vollendet. Dcr Virlgcschmshte. Vuögezeichneter Neksrö l,S Kommandeurs dn baltischen Flotte. Der vielgeschmähte Kommandeur der baltischen Flotte, Vizeadmiral Roschdjestwensky, hat sich jedenfalls bisher cinel ausgezeichneten Rekords erfreut. Er gilt namentlich in technischen Marinefragen als eine Autorität. Roschdjesiwensky wurde 1843 geboren und trat mit 17 Jahren in die Flotte, bezog dann zum Zweck weiteren Studiums o x e Michael - Artillerie - Akademie und wurde 1873 .zum Schiffsleutnant befördert. Im rufsisch - türkischen Kriege - zeichnete er sich an Bord der VesU" v durch so hervor ragende Tapferkeit aus, daß er Admiral Rcschdjestweliöky AM und den Wladlmirorden erhielt, und -man ihm nach Beendigung des' Feldzuges die ehrenvolle Aufgabe übertrug, die bulgarische 'Flotte zu organisiren. Nachdem er sodann mehrere Jahre als Marineattachee der russischen Botschaft, in London zugetheilt gewesen war. würd: er -1894 Kommandant - des Kreuzers Wladimir Monomach."- Nach dem Rücktritt des Generalstabschefs der Marine, Admirals Avcllan, der zum Marineminister befördert wurde. 1903. trat er an dessen Stelle.Aus dem giftlgen Fliea e n p i l z .wird, von den Russen ein scharfes, berauschendes Getränk bereitet.
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Deutschland und Oesterreich. Von Zeit zu Zeit wird im österrei-chisch-ungarischen Reiche eine Stimme laut, welche die Auflösung des Vertheidigungs - Bündnisses der in der Ueberschrift genannten beiden Länder fordert. Aber solche Forderungen gehen fast nur von tschechischen und polnischen Zeitungen in Böhmen und Galizien aus. Die beiden stärksten Völkerbestandtheile Oesterreichs, die Deutschen und die Ungarn, halten an dem Bündniß fest und sie wissen ihren Standpunkt wohl zu begründen. ' - Wie die Deutsch-Oesterreicher zu dem Bündniß stehen, läßt ein .Artikel des großen Wiener Tageblattes, . die Zeit", erkennen, welches sich folgendermaßen äußert: Vismarck hatte ursprünglich eine staatsrechtliche Form des VLndnißvertrages vorgeschlagen, der danach einen Bestandtheil der Verfassungen beider Reiche hätte bilden sollen. Auf diesen, Wunsch der gegenwärtig noch einen Programmpunki der Deutschnationalen in Oesterreick. bildet konnte Andrassy nicht eingehen; das Mißtrauen gegen Berlin war damals am Wiener Hoft noch zu stark, und ein Rest davon hat sich wohl, trotz der tadellos korrektenHaltung Deutsch-, lands, bis auf den "heutigen Tag er halten. Für die Deutschösterreichee aber ist das Bundesverhältniß mit beir. Deutschen Reiche, bestehe es in welch Form immer, nicht nur ein politische? Bedürfniß, sondern geradezu, eine Herzenssache. Als wir staatsrechtlich nock zu Deutschland gehörten, standen wir ihm kultunll weit abgeschlossener und fremder gegenüber als heute, wo es politisch für uns Ausland, geistig aber unser Vaterland ist. Es brächte uns in. traurige Seelenkonflikte, wenn ein Jnteressenstreit zwischen' den' beiden Staaten bestände, deren einem wir als Bürger, deren anderem wir als, Kulturmenfchen zugehören." . . . .. Das sind eben so wahre wie beherzigenswerthe Sätze,Mlche' die 'Zeit" da aufstellt. Wenn auch das Deutsche Reich nichts weniger erstrebt,-als 'die Loßreißung der deutsch-öflerreichischen Provinzen von dem alten Kaiserst.aate. so vereinigen doch Sprache, und Kultur die Deutschen beider Reiche mit unzerreißbaren Banden. ' ' ' Und sollte nach dem Tode des Kaisers Franz Joseph eine Auflösung des alten Kaiserstaates erfolgen, so wird' die öffentliche Meinung im deutschen Reiche mit unwiderstehlicher Macht fordern, daß letzteres die österreichischen Deutschen gegen die Vergewaltigung durch andere Volkstheile schützt. Auch in Ungarn wünscht man das Fortbestehen .des VertheidigungsBündnisses. Dcr einflußreiche Pesther Lköyd",,wohl die bedeutendste ungarische Zeitung, sagt darüber: Was auch die Zukunft bringen, wie sich auch der Jnteressenstreit und die. Gruppirung' zwischen den einzelnen-Mächten gestalten mag.. so kann man doch mit großer Sicherheit annehmen, daß das Bündniß zwischen Oesterreich-Ungarr und Deutschland wieder dieGrundlagt jeder neuen Konstellation'bilden werdt Und das kommt nur daher, weil dieses Bündniß kein sogenanntes Schutz- und Trutzbündniß ist, welches eventuell auf Krieg öder Eroberung abzielt, sondern weil es die Aufrechterhaltung der Besitzverhältnisse unter den Mächten, also die Erhaltung des Friedens ::zurn Zwecke hat." " Die Ungarn wissen sehr wohl, daß sie allein nicht stark e genug, sind, ein Reich zu begründen, welches im Stand? wäre, seine Unabhängigkeit - gegen mächtige Nachbarn zu vertheidiaen und sie neigen deshalb eben so im Nothfalle einem. Anschluß an Deutschland zu von dem sie keine, Eroberungs-Gelüst: fürchten, wieSchweden und Rumänien ja wie selbst die Türkei. Die Friedens Politik Wilhelm's des Zweiten hat dem Deutschen Reiche überall Freunde unter den Staaten gewonnen, welche kein. Eroberungskriege führen, sondern-inFrieden ihre Unabhängigkeit genießkL wollen. ' Das verbalst Deutschland seinem jetzigen Kaiser und das sollt? bei der Beurtheilung dieses Monarchev nie vergessen werden. . .
. Vine ergrctfenöe Schlachtszenc wird aus den blutigen Kämpfen M lich von Mukoen gemeldet: Es gelang den Japanern, die Ru'sen durch einen unerwarteten Angrin von den östlichen Höhen zu vertreibe Daraufhin lautete die Aufgabe vd-r Russen, sofort das DorfEndoniulo sowie die Höhen zurückzuerobern. Trtz größten Heldenmuthes war es aber en Truppen, die durch die Kämpfe ' der letzten drei' Tage erschöpft waren, unmöglich, die 'Aufgabe zu lösen, da die Japaner ein mörterisches Feuer aus sämmtlichen Batterien auf die anstürmenden Russen konzentrierten. .Von einigen .russischen Kompagnien blieben kaum ein Dutzend Soldaten übrig. Wo die Offiziere getödtet waren, kommandirten Unteroffiziere und sogar .Gemeine. Ein Offizier und einige verwundeie Soldaten kehrten zurück und meldeten sich bei ihrem General. Die? ser fuhr den Offizier- an: Wie können Sie es wagen, gerade jetzt die Jhrigen zu verlassen? Sofort zurück! Wo .ist Ihr Regiment?" Hier, Exzellenz!" Mit einem Blick des Entsetzens rief der General: Was, das ist alles?" Ja, alles!" antwortete bewegt der verwundete Offizier.
Tie vkadikalen und die zweijährige Dienstzeit. Der in Toulouse tagende Kongreß der französischen Radikalen hat die vom Deputirten Gervais aufgestellten acht Grundsätze bezüglich der Durchführung der-zweijährigen Dienstzeit einstimmig angenommen. Die vom Kongreß votierten 8 Punkte, welche besonderes Interesse bieten, lauten wie folgt: i; Das Gesetz über die zweijährige Dienstzeit möge thunlichst schnell anzenommen werden, damit es sofort durchgeführt werde. 2. Das zur Berathung siehende Gesetz möge in absolutester Form die Gleichheit Aller bezüglich des Militärdienstes verwirklichen. 3. Die Uebungsperioden mögen derart geregelt werden, daß die Förderungen der Nationalvertheidigung mit den materiellen, sozialen und Wirthschaftlichen Interessen des Landes in Einklang gebracht werden. 4. Das Parlament möge möglichst schnell ein Gesetz annehmen, das , sie Beförderung der Offiziere . -regelt und die Ursprungseinheit und Gemeinsamkeit in den Kommandostellen sichert. 5. Die Offiziere sollen . der Verpflichtung, in Pensionen oder in Kasi nos zu leben, enthoben werden. 6. Die Kriegsgerichte mögen in Friedenszeiten beseitigt werden. 7. . Das Offiziersburschenwesen möge ganz abgeschafft werden; dagegen wäre' den. Offizieren eine Enischädigung zu gewähren, die ihnen gestatten würde Civildiener anzunehmen. 8. ' .Sogleich nach Annahme des Gesetzes für die zweijährige Dienstzeit .mögen Regierung und Kammern an die Prüfung der ArmecorganisirungsGesetze gehen, um die Armee in immer größeren Einklang zu der Nation und der. Republik ' zu bringen; die Kammern mögen deshalb das Gesetz über die Cadres ' und über die Effektivbestände zur Berathung stellen; . in der neuen Organisirung. sollen die Einberufungen, besonders der TerritorialArmee, gänzlich beseitigt werden: man möge mit einem. Worte, die nationale Versicherungsprämie.. welche die Nation zahlen muß. auf dieunerläßlich nothwendigen Anstrengungen beschränken und die Zukunft' der Arbeit -und des Friedens vorbereiten, welche die Demokratle zu verwirklichen sich bemüht.. i . Türkischc Finanzen. ' , , . . - Uw5.in .die türkischen Finanzen noch mehr Ordnung zu bringen, wie türkische Blätter sich ausdrücken, hat der Sultan eine Finanzkommission eingesetzt, derenPräsident natürlich ein Nichtfinanzmann ist, der .Minister für Händel, und, öffentliche Arbeiten. Ob diese Äommision mehr Glück haben wird'äts ihre Vorgänger, erscheint sehr zweifelhaft. So lange die obersten Spitzen des Ottomamzchen Staatswesens ' das Geld der Steuerzahler auf die bisherige Weise ausgeben, die vielfach an Verschwendung grenzt, wird in die türkischen Finanzen nie Ordnung' kommen. ' ' ' Die große Ebbe im Staatsschatz hat auch eines der größten Handelshäuser Könstantinovels. das von Tantavi Aa-
deh In arge Verlegenheiten 'gebracht. Dieses schuldet ungefayr 150- vislbü000 Pfund (zu $4.50), und kann jetzt seinenVerpslichtungen nicht mehr nachkommen. - Bei er Regierung hat es aber Forderungen von. mehr als 200.000 Pfund für Lieferüngen, -die es nicht eintreiben kann. Da in dieser Angelegenheit alle türkischen Banken betheittgt und diese energisch ihre Rechte , zu wahren entschlossen sind, wird die Regierung sichjoohl bald bemühen,' ihren Verpflichtungen gegen Tantavi Zadeh nachzukommen. Dieser ist ein Kreter, besitzt zwei Mühlen am Goldenen Horn. Seeschiffe und sonstige bedeutende Aktien. In Finanzkreisen verlautet, daß seine jetzige Zahlungsunfähigkeit.nur ein Trick sei. um sein Geld von der Regieung zu erhalten " . , Ein verkänqnifzvoUer Irrtl.um hat unlängst'inParis zum Tode zweier jungen Llte geführt. Der. 23jährige Alexandre Fau war von einer Maschinenfabrik in der Rue de Giarel als Wächter angestellt. In einer der letzten Nächte hatte . er sich in seinem Wächterhäuschen für kurze Zeit auf das Ruhebett gelegt. Da hörte er Schritte, die Thür wurde geöffnet und Fau sah eine Männergestalt eintreten. In der Schlaftrunkenheit und de: Ansicht, es mit Einbrechern zu thun Zu haben, zumal Diebe bereits mehrmals die Fabrik heimgesucht hatten.' griff er zum Revolver und gab auf den Eindringling einen Schuß ab. Als 'er darauf Licht gemacht, sah er zu seinem Schrecken, daß er auf einen seiner bcsten Freunde, der ihn anscheinend b:suchen wollte, geschossen hatte. In seiner Verzweiflung, holte er sofort einen Arzt, der aber. nur. noch den inzwischen eingetretenen Tod. konstatiere'? konnte. Als derArzt sich entfernt hatte um die Polizei zu benachrichtigen un die Abholung des Leichnams in die Wege zu, leiten, jagte sich der unglückliche Schütze eine Kugel in den KopZ Auf, dent Transport nach dem Krankenhause starb er bereits. Die sozialdemokratische Organisation boykottierte zwei Mülheimer Brauereien. Daraufhin beschlössen die vereinigen westfälischen Brauereien, 50 Prozent der sozialdeml'kretische organisierten Brauer zu entlassen. - J .. ,.
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Z Haus, Huf und Knid tTTT W R e i n i g u n g d e r K l e iderbürsten. Die eben gebrauchte Bürste reibe man jedesmal gegen ein reines Papier, welches man mit einer Hand gegen die scharfe Ecke eines Tisches hält, so lange, bis das Papier, welches man beim Reiben immer verschiebt, rein bleibt. Dies ist in wenig Augenblicken . geschehen.. Man schont die zu reinigenden Kleidungsstücke aus diese Weise sehr, da die unreinen Bürsten denselben oft mehr Schaden thun als der Gebrauch und der Staub. Leset nicht im Bett! Der Schlaf vor Mitternacht ist ' überaus werthvoll. ' Wie leicht wird aber' derselbe einem Buch geopfert! Ja, das Gelesene verfolgt den Schläfer im Traume und hindert ihn am Ausruhen. ' Müde Augen, ein schläfriger Geist, zu spätes Ausstehen, Unlust zur Tagesarbeit und vor allen Dingen Schädigung der Gesundheit sind die. Folgen. Wie leicht auch kann der Lesende in Feuersgesahr kommen, wenn er beim Lesen einschläft und das Licht oder die Petroleumlampe umwirft. . Hammelkeule mit Kraut e r n. Die Hammelkeule wird gut geklopft und die Knochen daraus. gelöst; die dadurch entstandenen Oeffnungen werden mit folgender Mischung gefüllt: Gehackte Chalotten und Champignons, je zwei Löffel voll, werden mit Petersilie, . Estragon und Schnittlauch, gleichfalls gehackt, in Butter geschmort; nachdem man damit die leeren Räume des Fleisches gefüllt hat, bindet man diese mit starkem Garn oder feinem Bindfaden zu und bratet die Keule in Butter und etwas Fleischbrühe, bis sie weich ist, und servirt sie mit einer Champignonsauce. , Apfelkompott. Die geschälten, in Schnitte getheilten und Vom Kernhaus befreiten Aepfel werden"m Wasser, dem ein Drittel Weißwein' undeinige Citronenscheiben ohne Kerne 'zm gesetzt wurden, bei mäßiger Wärme langsam gekocht,, wobei mit . einem Schaumlöffel oft zu wenden ist und gare Stückchen herausgenommen werden. Es muß ein Zerkochen der Früchte vermieden werden. Wenn die Schnitte alle herausgenommen ' sind, versetzt man den Saft reichlich mit Zucker und kocht ein; ist das geschehen, so kommen die Apfelschnitte nochmals hinein, damit sie darin noch einmal aufwallen. N a ch t l i ch t e. Man wirft in eine enghalsige Flasche ein erbsengroßes Stückchen Phosphor und gießt siedendes Oel darüber, bis die Flasche zum dritten Theil gefüllt ist, und, verschließt die-.! selbe sehr forgfaltlg. Beim Gebrauch entkorke man sie einen Augenblick, verschließe sie jedoch gleich . wieder. Der leere Theil wird ein Helles Licht abgeben. Sollte dasselbe verschwinden, so braucht man nur die Flasche wieder zu entkorken, damit wieder etwas Luft m dieselbe kommt. Bei kalter Witterung muß die Flasche vor dem Oeffnen mit den warmen Händen etwas erwärmt werden. Diese Art von Beleuchtung kann sechs Monate allnächtlich in Gebrauch sein. . Apfelwein. als diätetisches Mittel. Bei Anlage von Stein uni Gries empfehlen amerikanische Aerzte den täglichen Genuß von Apfelwein, zwei- bis dreimal ein Weinglas voll. Im - nördlichen Frankreich ist der Cider ebenfalls als Vorbeugungsmittel. gegen Stein bekannt.--. Auch gegen Hämorrhoiden hat'sichder Apfelwein vielfach bewährt. Bei' ü'bermäßigen H'ämorrhoidenblutungen wendet man ihn, mit Waffer vermischt, auch äußerlich zu Ueberschlägen an. Ein sehr werthvolles diätetisches Mittel ist auch die Apfelweinmolke. ' Sie eignet sich besonders für schwächliche und empfindliche Personen, welche brustleidend sind. Man bereitet sie, indem man einen Theil Apfelwein mit einem Theil Wasser und zwei Theilen frischer, abgerahmter Milch vermischt. Sie kann überall da angewendet werden, wo der reine oder mit Wasser vermischte Apfelwein nicht gut vertragen'wird oder wo überhaupt eine mildere Einwirkung angezeigt ist. -Aufbewahrung vonMehl. Soll Mehl gut erhalten bleiben, so muß häufig Luft zu demselben gelangen. Am besten hält man das Mehl in Truhen oder Kisten. Diese werden wöchentlich einmal geöffnet, das Mehl aufgeschauseit und die Deckel mit einem Holz gestütz:, daß zwar Luft eindringen, aber nichts hineinfallen kann. Wird das Zimmer, in dem. die Truhe steht, gereinigt, so schließe man den Deckel und offne die Truhe erst am folgenden Tage. Ehe man einen Mehlvorrath in den Behälter gibt, ist der Rest des früheren gänzlich herauszuschaffen.' Aus der Mühle gebrachtes frisches Mehl muß man, nachdem man es ausgebreitet hat, luftig trocknen. Dann schaufele man es zweimal und später einmal wöchentlich auf. . Wenn das Mehl für den täglichen Bedarf verwendet wird, so muß es durch ein 'Sieb geschüttelt werden, um? Unreinigkeiten und zusammengeballte Klümpchen zu beseitigen. Durch das Sieben kommt es auch mit der Luft in Berührung und wird gelockert. Da das trockene Mehl zum Gelingen. mancher Speise nothwendig und auch ausgiebiger ist als frisches, ist es rathsam, stets trockenes Mehl im Haufe , zu yaven. . .. . . , .
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