Indiana Tribüne, Volume 28, Number 68, Indianapolis, Marion County, 10 November 1904 — Page 7

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Y I'flÜ Ä 4k 44 t im mm f 4- äj. u ju. aä' -s. & 3? .24 44- 44 44 44, . . 1. K a p i t e l. charfe Herbsiwinde waren schon ncichtllcherweile durch den Park geflogen und hie und da hatte der Reif die Blatter tzefärbt. An den Kastanien leuchteten einzelne Zweige citronengelb; die ausländischen Ahornbäume, die, zu schönen Gruppen vereint, auf den Wiesen im Flußthal seit lange eine heimische Stätte gefur.-. den hatten, glühten in' köstlichen Bronze- und Purpurtönen. Aus dem Gebüsch am Wasser schimmerten die himbeerrothen Fruchtbüschel., die das Volk Nothkehlchenbrot heißt, und die grünen Rasenflächen waren durchwirk! von dem hellen Lila der zarten erbftzeitlose. Eine Hcerde Schafe, welche das kurze Gras abweidete, der Schäfer in seinem braunen Mantel an einen Baum gelehnt und die Hunde in der Nachmittagssonne ruhend, zuweilen träge nach eine? Fliege schnappend, diese Staffage gab dem heiteren Landschaftsbilde den Stempel einer friedlichen, in sich abgeschlossenen Idylle. Auf dem Fahrwege, der sich den Wiesen entlang zog, dort, wo der Park an einem Höhenzuge seinen natürlichen imb malerischen Abschluß fand, wandelten Spaziergänger und genoen den warmen Oktobertag, der noch so giern zend, farbenreich und sonnenschimmernd prangte. Lebende Hecken, von zwei Thüren aus weißen Holzgittern durchschnitten, begrenzten die Chaussee zur Rechten. Unter dunklen Baumkronen ein kleines weißes Haus mit hohem Schindeldach und winzigen Fensterscheiben, hinter denen alterthümliche Mullgardinen zu Moder zerfielen, war jedem Vorübergehenden bekannt. Einer oder der andre streifte es mit andächtigem Blick. Ein großer Dichter hatte in dem traulichen Häuslein gelebt und eine Fülle von Schönheit, Harmonie und EeisteZherrlichkeit über sein Geschlecht, über alle nachkommenden Geschlechter ausgen i uroml. und roett IN !ym jene gottnaze Kraft lebte, die niemals ruhen kann, " aufhörlich schaffen und Wirken gepflanzte er in den Stunden seiij$e die Höhen und das Thal, . die fremden, farbenglühenden 'äüm? unter den Pappeln und Rüstern einer Heimath an und eröffnete Durchblicke in die blaudämmernde Ferne. Das Volk, die Bürgersleute, die seine wieder nicht kannten, wußten doch, daß sie ihm den schönen Park zu danken hatten, in dem sie sich an Sonn- und Feiertagen tummelten. Zwischen dem vornehm-bescheidenen 'öetliatbum am Rande der ??lukwiesen und der 5Zaserne, die neu und aufdringlick mit ibren zwei 5Zinnentbürmen die Höhe beherrschte, lagen Gärtchen, Hüttchen und Häuser, wie einfache Menschen sie wohl mit ihrem Ersparten erwerben. Eine größere Villa, an der Maler und Tüncher beschäftigt waren, zog das Auge auf sich. Im Garten wurde gegraben, Buschwerk eingesetzt, Beete abgesteckt. ' Hier muß sich's aber gut hausen " "fate ern junges Mädchen, das an der Seite einer alten Frau unten aus dem Fahrweg vorüberging, und blickte mit lebhaften Augen hinauf. Aus den Fenstern muß man über alle Baum krönen schauen können! Schade, daß ich mem: Wohnung schon habe Sie blieb stehen. Vielleicht hätte man yier etwas gefunken! ' .Bei dem Glatteis im Winter der Weq in's Theater und die Einsamkeit, brummelte die ältere Frau. .Du wärst's im stände." Die Junge lachte.' .Ach, Mutter Du mußt Dich noch an manches gewöhnen! .DaZ weiß der liebe Himmel," seufzte die Mutter, und ihr verhärmtes Gesicht. der verbittert emgekmstene Mund Jaitn in diesem Augenblick noch sorgenvoller aus, als eine Sekunde vorher. Mit ihrer kleinen schwarzen Wollenmantille und dem alten noch gut erbaltenen Sv'chenhut. in ihrer wurdevol len. ia strenaen Haltung erkannte sie ieder sofort für das, was sie war, die Frau Pfarrerin vom Lande. Aber die Ii. . o- , . (v:a i . cyier isin aua) von tfucueuau ttn. von ländlichen Gärten duftete um dcs blonde Mädchen. Ihr weißes, zu steif gestärktes Kleidchen, tx große ! w r v i ' i r " - cr.: lscyaferyui mu cen iccgruncn vsu.uci fen verriethen ein Streben -nach Romantik, das sich noch recht naiv äußerte. Dock ihre Beweaunaen zeigten eine Freiheit, einen gewissen großen Sckwuna. das frische Antlitz trug einer. wcchselvollen Ausdruck geistigen Lebens, Wie er Pfarrerstöchtern selten eigen ist. Mama ich fraa' die Leute, oo ne nichts zu verMiethen haben," rief sie energisch, raffte ihr mißglücktes Kleidchen zusammen und lief im Trab den Rasenbüael hinauf. Die Mutter keuchte ihr nach. Als Doris schon das eiserne Garknaitter ösfnen wollte, flüfterte sie ganz außer Athem vor Anstrenaung und A.usregung: .Aber Doii5. Du bist wobl von

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llornatt Von Gabriele Neuter ii i " .t-T. 33 w -?- . TT TT TT 44 4-Z-.... i binnen. Hier wohnen ja die EnglänYlßT VlT lt1t-r r- , t tnaC4 CTS.. U W. U IV. lUtWt JIUU, lUtlßl JU Ach? Die mir nach der TannHäuferaufführung neulich die Rosen geschickt hat? Der Intendant hat mir auch schon von ihr erzählt. Wer jetzt alles in unser Städtchen kommt! Die möchte ich kennen lernen." . via ich weiß nicht,- sagte die Pastorin Rüder bedenklich. Ihre Kinder sollen gar nicht getauft sein. Wenn ich nur wüßte, was die Leute wollen," bemerkte sie mißbilligend, das Schild an der Gartenpforte, lesend. Villa Edina. Im Adreßbuch heißt sie ganz einfach Frau Bürgelin. Und dann nennt man sie auch wieder Mrs. Allandice wer soll sich nun da auskennen." Hinter den Frauen knackte es m den Büschen. An derselben Stelle, durch die Fräulein Doris emporgestrebt war, erschien ein schlanker Junge in kurzen schwarzen Sammethöschen. Als ein munteres Farbenblitzchen leuchtete seine rothseidene Kragenschleife vor Doris' Auge. wie. er an ihr vorubersprang. Nachdem er das Gitterthor geöffnet hatte, stand er noch einen Moment still, wendete den Kopf und blickte dr.s junge Mädchen aus großen blauen Augen an. Dann jagte er in weiten Sätzen den ansteigenden Gartenpfad hinauf, seine oraune aarmaone nanene iym um den Kopf. Was für ein schöner kleiner Kerl," rief Doris begeistert. Wie er mich ansah. Wie ein Reh in der Schonzeit. Für den war gewiß all sein Lebtag Schonzeit. , Heißt Dlonys,"'grollte die Pastorm. Doris lachte laut und herzlich. Mutter, ' was Du von der Fraü sagst,' aefällt mir gerade. Warum soll sie den prächtigen Jungen nicht Dionysos nennen." So was Heidnisches!" Se! doch nicht so eng." Ich kann mich in meinen alten Tagen nicht mehr ändern,"zankie die Pastorin eigensinnig. Was will die Frau mit dem Unsinn?" Kummert's uns?" fragte Doris. Komm, wir wollen weiter." Sie ging schweigend und ein nachdenklicher Ernst verscheuchte den frohen Ausdruck ihres blühenden jungen Gesichtes. Sie war ja em glücklicher Mensch. Hatte sie nicht erreicht, was ihr kühnster Traum gewesen? Seit acht Wochen war sie als erste Sopranistin an der Bühne ihrer Heimathstadt angestellt. Auf diesem Boden, auf den Brettern, die ihr weihevoll vor allen andern Bühnen Deutschlands dünkten, geheiligt durch reine, große Erinnerungen, durfte sie der hart errungenen Kunst leben! Dute den Eltern zeigen, daß es werth gewesen sei, um dieses Zieles willen zu kämpfen. .daß der geistliche Vater sich ihrer nicht zu schämen habe! Die durfte den Lieben das Leben ein wenig erleichtern und verschönern. Wie oft hatte sie sich das alles ausgemalt. Und doch Ob es immer leicht um wurde, die Eltern fo nahe zu haben? Fühlte sie noch. irgend eme innere Gemeinschaft mit ihrer Mutter? Der Knabe fragte, indem er an dem Hause vorüberstürmte, eine dicke Person, welche in der Thur stand: Wo ist Mama?" Die gnädige Frau spricht mit dem Gärtner." Dionys fand Frau Bürgelin auf der Höhe ihres Grundstückes, wo sie Anwcisungen gab, einen Spielplatz für ihre Sohne abstecken und ebnen zu lassen. Ein langes, loses Gewand von dunklem Purpur, das keiner Mode angehörte, floß an ihrer Gestalt nieder, em Basch lik von weißer Wolle hüllte ihren Kopf ein. Der Kleine wurde sofort von ihr um seme Meinung über den Spielplatz be fragt und gab sie klug und verstandig. S:e legte die Hand auf seme Schulter und stützte sich so auf ihn. Er stand kerzengerade und trug die Last wie eme schone Ehrung. Wo ist Karl?" fragte sie weiter. Ich glaube, er ist spazieren gegangen." - Er ist niemals da, wenn man ihn braucht," bemerkte Frau Bürgelin. Ich hatte ihn gern um seme Wunsche ge fragt. Nun muß die Sache ohne ihn aemacyl weroen. Mama." berichtete Dionys, ich habe Doris Rüder gesehen. Sie stand unten am Gitter und sah m unsern Garten." So?" fragte die Mutter, ein wemg zerstreut. .Hätte ich sie qrüßen sollen?" Rein, mein Kind. Du bist ihr nicht vorgestellt. Es Ware eme Zudringlich keit aewesen. , - Frau Buraelin redete trotz ihrer angelsächsischen Abkunft em gutes Deutsch. Nur an der vollendet remen r - r ß f t- . r:i-t- - V - 5 AUS praqe leoer siive una.au einer gewissen Fremdheit des Klanges spürte man die Ausländerin. Langsam uverschritt sie den Platz und blickte sinnend umher. ' v .Sie baben verstanden, was ich

zynen jag:e, Becker V fragte t ven Gärtner. Diese Blumenzwiebeln sollen alle in den Rasen gelegt werden und nicht regelmäßig, hören Sie wohl? Alles durcheinander, hören Sie wohl? Schneeglöckchen und Primeln und Hyazinthen und Crocus Narzissen und Tulpen. Wir wollen keinen englichen Rasen haben," wandte sie sich wieder zu ihrem Sohn. Alles soll bunt und lustig bei uns sein. Wie die Schweizer Apenwiesen. Erinnerst Du Dich noch. Lieber? Und auf den Rabatten Lilien und Rosen ein echter deutscher Blumengarten! Aber den Holunder dort unten nehmen Sie beraus. Becker."

Der blüht doch auch recht schön," wagte der Mann zu bemerken. Ich weiß ich weiß. Er soll her aus." Die Mahnung kam etwas ungeduldig von Frau Bürgelins Lippen. Dann ging sie mit ihrem Sohn voran und sprach weiter zu ihm. Ich mag den Baum nicht. A vul gär fellow. Er steht auf. jedem schottländischen Farmhof bei den Hühnern und Schweinen. So weit wollen wir doch nicht gehen im Bäuerlichen. Hast Du schon geübt heute, Dionys?" Eme Stunde. So geh hinauf. Später komme in den Salon und spiel mir vor." Ja, Mama." Sie nahm, auf den Stufen der Veranda stehend, den Kopf des Knaben mit seinem dicken braunen Haar zwichen beide Hände und küßte ihn auf die Stirn. Er ließ es sich gefallen, wie ein gutes Hündchen die Liebkosung semeHerrn hinnimmt. Dann trollte er sich I f rv" p 'ii uno ftxau zurgeim icnrill in iyrem vornehmen, ja majestätischen - Gang über die Veranda in das daranstoßende Schlafzimmer. Die Kammerfrau löste ihr vorsichtig den Baschlik von dem werßen Haar und öffnete ihr die Thür zum Salon, wo die Gesellschafterin sie an einem niederen englischen Theetischchen erwartete. Frau Büraelin war noch keine alte Frau und sie verstand die Macht ihrer Erscheinung zur Geltung ,;u bringen. Auf ihre Person war das ganze Zimmer abgestimmt. Ihr Kleid war emige Schätzungen dunkler, als die um Fenster und Thüren fließenden leuchtenden Karmesingardinen. Ihr zart und rosig blühendes Antlitz, das einen wundervollen Gegensatz zu dem Silber ihres Haupthaares bildete. brauchte die üppige Farbengluth ringsumyer nicht zu scheuen. Die silberne Flechtenkrone wirkte herrlich, wenn die Frau dahingestreckt'lm Lehnstuhl ruhtund die getriebenen Bronzeeinlagen der holländischen Renaissancemöbel in mattem Braun und Gold ihr zur Seite schimmerten. Nachdem sie ihren Thee genommen, lag sie eine Weile still mit geschlossenen Wimpern und lauschte dem Klavierspiel ihres' Sohnes. Pr'äzis und klar wiederholten sich die Töne semer Fmgerübungen und Etüden, welche von oben durch die Stubendecke zu ihr nie derdrangen. Dionys spielte weit über sem Alter hinaus kraftig, gewandt und gewissenhaft. Aber, als er eine neue Uebung vornahm, spiegelte sich auch jede Unsicherheit auf dem beweglichen Ant litz feiner Mutter wider. Madame sind müde?" fragte die Ge sellschafterin in französischer Sprache. Frau Burgelm öffnete die Augen. Nicht sehr," antwortete sie freund lich. Und nach einer Weile: Wie das gut ist, wieder ein H:mv zu haben, wie der bei sich zu sein. Meine Liebe Sie sollen die Führerin und Lehrerin meines Dionys werden, da ist em ge Jenseitiges Vertrauen Nothwendigkeit. Wir müssen uns , kennen lernen! Ich freue mich, daß das verständnißlose Gerede der Leute über meine Ehe Sie nicht abgehalten hat, zu mn zu kom men." Madame ich hörte eben so viel von Ihrer Gute, Ihrer edlen Gesinnung." Frau Bürgelin wehrte die Schmei chelei mit keiner Bewegung ab. Sie verstand sie nicht als-eine solche. Sie nahm Güte und edle Gesinnung für si in Anspruch wie ein Theil ihrer selbst. Es war ein harter Kampf," fuhr sie ernst fort. Ich habe ihn gewonnen. Ich habe meinem Manne meine Söhne abgerungen! Sie sind nun mem mein!" schr sie laut m gewalt sam ausbrecbender Leidenschaft, sprang auf und stand m großer Haltung mit muhenden Augen. Mein Eigen thum! Mein Besitz! Er soll es wagen, die Hand nach ihnen auszu strecken, auch nur nach ihnen zu fragen. Er war kein quter Gatte, kein guter Vater. Er hat seine Pflichtenicht erfüllt. Nun hat er uns verloren." Gnädige Frau wird seine Liebe zu den Knaben -nicht einmal wieder erwachen?" Frau Bürgelin blickte das Fräulein erstaunt an. Sie hatte keine Einrede er wartet, sie hatte im Monolog gespro chcn. Kühl und hochmllthig sagte sie:'Jhr Vater ist todt für die Knaben." Eine lange Pause folgte. Die Schweizerin, welche ihren Mißgriff fühlte, saß still mit den Handen m Schooß. Frau Bürgelin wandelte im Zimmer auf und nieder. Durch die Decke klangen emtomg.die Uebungen von Dionys. Sie wissen, daß nicht ich meinen Gatten, sondern daß er mich verlassen hat?" fragte Frau Burgelm scharf. Mademoiselle Aubert neigte dieses Mal nur den Kops als Antwort. .Ein Jahr lang wartete ich.,dak e?

wiederkehren wetde. Ich habe ihm dreimal die Botschaft meiner Verzeihung zugehen.lassen. Dann ergriff ich meine

Maßregeln und habe sie konsequent durchgeführt. Er darf sich nicht beklagen." ..Madame müssen es sebr anaenebm empfinden, wieder Herrin über Ihr Schicksal zu sein." O. meine Liebe, man schätzt erst mit Bewußtsein, was 'man schwer entbehrt hat Die Ehe war mckt leicht für mich. Vieles war nicht leicht. Ich habe England nie aeliebt: ich wollte nur einen Deutschen heirathen. Immerhm. M war sehr verwohnt. Mem Mann hätte seinen Beruf gleich aufgeoen sollen. Er liebte ihn ja selbst nicht. Ein Landarzt. 5c& babe mit den Bauernfrauen geplaudert und mir ihre Leiden klagen lassen. Ich habe vortreffliche Menschen unter ihnen kennen gelernt aber doch auf die Dauer ging dieses Leben nicht für mich. Tiäj habe meinen Mann niemals fühlen lassen. daß es der schottischen Aristokratin lbscheulich war. wenn seine freunde in. meiner Gegenwart ihre schleckten Cigarren rauchten und ihren häßlichen Dialekt redeten. Hätte er nicht so herrlich cjesungcn Ich habe mich in seine Stimme verliebt auf dem Vierwaldstätter See. Er fuhr in einem Boot an uns vorüber und er war gefund und gelenkig, er sprang wie ein Hirsch die Felsen hinaus" Sie trat zum Fenster und blickte in den Park. Gegen den orangegelben Abendhimmel breitete eine Tanne ibre schwarzen Aeste. Und die Baumwipfel glühten. Ich habe einen guten ftlcck Erde aefunden," sagte die Frau friedlicher. In dieser kleinen lieben Stadt werden meine Knaben gesund und froh heran-. wachsen. Bitte. Liehe, rufen Sie mir Dionys. Er soll mir ein wenig Wagner spielen. Ich habe genug von den Etüden. Der gute kleine Kerl, wie brav er arbeitet." Mademoiselle Aubert wollte das Zimmer verlassen. Da trat Frau Bürgelln mit emer zähen Bewegung vom Fenster zurück. und' stand horchend. Vom Park heraus, aus dem bäumbeschatteten Wege, der am Garten der Villa Edina voruberwbrte.' klana em Pfeifen: die Melodie eines Schweizer Volksliedes. Madame?" fragte die Gesellschafterin, ängstlich den Ausdruck von Haß und Spannung m Frau Vüraelins Zügen beobachtend.' Paulme soll die Hausthure verschließen. Keinem Klingeln öffnen? Eilen Sie so eilen Sie doch!" Mademoiselle lief bestürzt hinaus. Frau Bürgelin drückte die Hand auf's Herz und lauschte. Er ist es derselbe langgezogene Ton am Schluß. Keine Ruhe kein. Ende," murmelte sie trostlos, schüttelte den Kopf und horchte weiter. ' Die Gartenpforte klirrte. Noch emmal der Refrain des Liedes mit dem langgezogenen Ton. Ein leichter Tritt klam) auf dem Kies. Sie wagte sich nicht zum Fenster. Das Blut pochte ihr vor Erregung in den Schläfen, fauste ihr vor den Ohren. Es war ihre beständige Angst, ihre fixe Idee, daß ihr Mann eines Tages Einlaß bei ihr verlangen könne, sie wußte selbst nicht recht, zu welchem Zweck. Vielleicht nur, um ihre Ruhe zu stören. Er war so unberechenbar. Sie hörte, wie die Klingel tönte wie die Hausthür geöffnet wurde. Sie Ijatte doch befohlen Ein zorniger Laut klang von ihren Lippen sie ballte die Hände. Mademoiselle Aubert trat ein. Warum hat man 'geöffnet?" fuhr die Herrm sie heftia an. 3lais rnadarne, es war Karl, der nach Ha'us kam.'' Karl?" Der älteste Sohn trat hinter bet Schweizerin in's Zimmer. Warum foll denn schon zugeriegelt werden? Es ist doch nicht spät," fragte, er unbefangen. Bist Du Jemand begegnet, unten im Garten?" rief seine Mutter ihn an. Keiner Seele." Wer hat denn gepfiffen?" Ich war es." Du? Du warst es? Ich ver biete Dir m Zukunft dieses Lied zu pfeifen. Hörst Du?" Ja, aber ich .sehe nicht ein Es ist doch em sehr hübsches Lied. Hör mal! Und wieder begann er mit der Manier. denselben kleinen Nuancen zu sloten. wie sein Vater gerade dieses Lied zu pfeifen liebte, wenn er sich nach unangenehmen Szenen mit semer Gattin zu beruhigen wünschte. 'Erinnerte Karl sich noch daran? That er es aus Bosheit? Hing er mehr an seinem Vater, als sie wußte? Schweig!" rief sie heftig ihrem Sohn entgegen. Ich will dieses Lied niemals wieder hören. Schon recht dann gebe ich eben einer unbegreiflichen Laune nach," sagte Karl eiaensinnig. In dieser Art mit seiner Mutter zu reden, ist mcht passend. Karl." . Noch spürte Frau Bürgelin die Aufregung in allen Nerven. Und sie zürnte ihrem Sohn. Die hervortretende Aehn lichkeit mit seinem Vater kränkte sie stieß sie ab. sFortsetzung folgt.) Matics-Sering. Was willst Du denn. Kleiner?" Einen . . . Hering den Vornamen bab' ich vergessen!

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