Indiana Tribüne, Volume 28, Number 68, Indianapolis, Marion County, 10 November 1904 — Page 6

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s: I 5 Dr. August Koenlg's g Hamburger Brustthee ist au heilkräftigen 53 ur zeln und Kräutern jufam 'gesetzt und ist das dfte Heilmittel gegen Hals und LungenKfimfiYifitt . V Mf V Wm Im lrliaAl.Mffrtii ? 5 l ß WVÄWWWWWWWWWS .Warum nicht ihr Heimanziehend machen, durch den (3t brauch eines F'.sBpfi 7 4 138 Garland Ofen... .... und .... Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar saraleü im Kohlen Verbrauche. Dieselbe werde mit Vergnügen erzeigt, in WILLIQ'S ...Möbkl-Sandlllng... 141 West Washington Straße. i "City CtaSsttt 1863, nimmt jederzeit Sngage, cratt entgegen. Irgendwelche Orchester, rwfik und irgend eine Anzahl von Musiken, wird geliefert. Neue Ausstattung und neu kdüfersen. R. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer. 391 AentuSu Avenue. Televho ..... Neu 9g.. Wie Verfeet GaS Nange rsird zum Kostenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunstgaS. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselbenim Gebrauch. T1IE M GUS C0, 49 S. Pennsylvania Str. ' WM. COLLEGE OF MUSIC, 550 Nord Meridian Str. ...Süule jetzt eröffnet.... lag Schüler sowie auswärtige Schüler, -velche hier im College völlige Aufnahm rnäen, können , zu jeder Zeit eintreten. (Sir sderreS gut ausgerüstetes Institut, voll sinvig in allen Abtheilungen deS Lerneni .;j3, tfunti der Mustk und den verwandter . ttnk!. Katalog frei. Edward Taylor, Director.

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nropäische Nachrichten.

. Köeinpfarz. Bohl. Der 8j'ährig Zimmermann Ludwig Morgenstern wurde todt in der Pfuhlgrube aufgefunden. Es ist anzunehmen, daß ein Unglücksfall vorliegt. Morgenstern war ein allseitig beliebter, fleißiger und braver Mann. Frankenthal. Seinen Verletzungen erlegen ist im hiesigen Spital der von seinem eigenen Bruder, dem unverheiratheten Fabrikarbeiter WilHelm Ullmer, anläßlich eines Streites durch Messerstiche tödtlich verletzte verheirathete Fabrikarbeiter Philipp Ullmer. Beide Brüder sind in Lambsheim wohnhaft. Der Streit spielte sich zwischen Lambsheim und Weisenheim a. S. ab, wo die Gebrüder Ullmer an der Kirchweihe theilgenommen hatten. G e i n s h e i m. Das Anwesen von Jakob Hässelschwert, bestehend aus Wohnhaus und Nebengebäuden, brannte vollständig nieder. Kaiserslautern. Im Helfrich'schen Steinbruch wurde die Leiche der seit Kurzem vermißten Ehefrau des Eisenbahnwerkstättearbeiters Hch. Annweiler gefunden. Die Frau, die aus Berg bei Zkandel stammt, hat jedenfalls in einem Anfall geistiger Störung Selbstmord begangen. Auf dem Hauptbahnhofe hier wurde der 26 Jahre alte Rangire r Otto Knieriemen von einer Maschine erfaßt und schwer, aber nicht lebensgefährlich, verletzt. . L a n d a u. Baumeister Adam Flick, über dessen Vermögen kürzlich der Concurs eröffnet wurde, ist verhaftet worden. Für die Intelligenz des Mannes ist die Thatsache bezeichnend, daß ihn vor Kurzem die spanischen Schatzgräber um 6000 Mark erleichtert haben. , R o ß b a ch. Der Wirth Peter Meisenheimer von hier verstarb an den Folgen eines Sturzes von der Scheunentenne. Wolf st ein. Der hier wohnhafte verheirathete Hafner und Kohlenhändler Ludwig Martin hat sich in seiner Behausung am Bahnhöfe erngt. Häusliche Zwistigkeiten sind die Urfache. Klsaß.Lothringen. S. t r a ß b u r g. Einen Selbstmord unter eigenthümlichen Umständen beging der Weber Offland in Fortelbach bei Markirch. Im trunkenen Zustande forderte er seine Gattin auf. ibn u er stechen. Als die Frau sich selbstverständlich weigerte, diesem Ersuchen nachzukommen, ergriff Offland ein Küchenmesser und erstach sich vor ihren Augen. Bütten. Kürzlich hat ein 14jähriges Mädchen, welches bei seinem Onkel Förster Anding im Büttener ForstHaus auf Besuch weilte, aus Scherz den 12jährigen Sohn des Försters erschössen. Homburg. Der hier wohnende Graf Meäupou war mit seinem Sohn und dem Verlobten seiner Tochter, einem Herrn Köchlin aus Frankreich, auf der Jagd, als dem jungen Meaupou unversehens das Gewehr losging und er seinen Schwager in den Sehen kel schoß. Nach wenigen Stunden starb Kochlin an Verblutung. Steig e. Es brach hier in dem Wohnhause von I. B. Clavelin ein Feuer aus, das sich im Augenblick aus das ganze Anwesen ausdehnte. Die Familie konnte nur das nackte Leben retten. Der Vater des Clavelin stürzte in den Keller und kam in den ftmmmen um. , W i n k e l. Die Leiche des von seinem Sohne erschlagenen Hoiwei wurde sezirt. Dabei ergab sich, daß der Getödtete schwer herzleidend war unt an Herzlähmung verstorben ist. Meckrenöurg. Schwerin. Die Lehnrath Kuetemeyer - Schencke - Stemickesche Stiftung beging den Tag ihres 50jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieser Feier ließ der Großherzog der Stiftung sein Bildniß mit eigenhändiger Unterschrift und einem Handschreiben durch das Großherzogliche Kabinett übersenden. Boizenbur g. Mit den Michaelisferien trat die Handarbeitslehrerin Fräulein Kinkel in den wohlverdien-' ten Ruhestand, nachdem sie volle 51 Jahre an der hiesigen Stadtschule segensreich thätig gewesen ist. Die ?" 1 . t 1 . . tfl l ' v siaoioerivaiiung yar lyr ein uyegehalt bewilligt. Goldberg. Die Wittwe Heyse, die kürzlich beim Pflaumenschütteln vom Baume stel und .sich ein Bern brach, das amputirt werden mußte, ist an den Folgen dieser Operation gestorden. P a r ch i m. Dem Werkmeister Scheller von der Zichorienfabrik der Firma I. H. L. Hoffmann ist die silberne Medaille verliehen worden. Der Ausgezeichnete stand dreißig Jahre in Diensten der Firma. N e u st r e l i tz. Im Langensee wurde die Leiche des am Ende der 70er Jahre stehenden Arbeiters Lindemann von hier gefunden. Er war aus dem Armenhause, wo er ein Unterkommen gefunden hatte, verschwunden. Ob ein Unglück oder Selbstmord, vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. S t r e l i tz. Großfeuer 'xrnichtete das Wohnhaus des Eigenthllmers Mark, die Stallungen des Viehhändlers Schulz und des Vahnarbeiters Gech, sowie n ferneres Wohnhaus.

Skdenburg.

Oldenburg. Der Großherzog hat dem hiesigen Hofschauspieler Seydelmann anläßlich seines 25jährigen Bühnenjubiläums die goldene Medaille für Verdienste um die Kunst verliehen. E u t i n. In Anlaß seines 50jähriaen Doktorjubiläums hat die mediziNische Fakultät der Universität Kiel dem hiesigen Sanitatsrath Dr. Ludwig Harald Eckermann das Diplom erneuert. E ck w a r d e n. Ein Jubiläum, das nur wenig Lehrern zu feiern vergönnt ist, beging Hauptlehrer und Organist F. Probst. Derselbe blickte auf eine 50jährige rastlose Thätigkeit als Lehrer zurück. E l s f l e t h. Die ganze Besitzung des Landwirths Kloppenburg und eine Scheune der Wittwe Gloystein brannten mit sämmtlichen Erntevorräthen nieder. Leider ist dem Feuer auch ein Me?-schenleben zum Opfer gefallen. Der Landwirth Kloppenburg ging, wahrscheinlich um noch etwas zu retten, in das brennende Haus; er kehrte aber nicht zurück, man fand ihn später ganz verkohlt im Hause vor. Dte Entstehung ist unbekannt. Der Schaden soll größtentheils durch Versicherung gedeckt sein. Glefch.endorf. Großfeuer zerstörte fünf Wohnhäuser nebst zugehörigen Nebengebäuden. Scheunen u. s. w. Der Brand entstand in einer Tischlerei, griff dann auf die Frank'sche Gastwirthschaft und das Gewese des Schlachters Vermehren über; schließlich wurden auch noch die Gebäude der -Meierei von den Flammen ergriffen. Freie Städte. Hamburg. Der in weiteren Kreisen bekannte Bierverleger Friedrich Quade zog sich eine kleine Wunde an der rechten Hand zu. Er achtete nicht weiter darauf, da er die Wunde sür ungefährlich hielt,' doch bald schwollen Hand und Arm an; ein Arzt konstatirte hochgradige Blutvergiftung, so daß eZne Amputation des Armes erfolgen mußte.' Doch auch die Operation half nicht mehr, Quade ist der Blutvergiftung erlegen. Das sechsjährige Töchterchen der in der Ste:nstraße wohnenden Eheleute Eckert wurde von einem Motorwagen der Hambura Altona'er Centralbahn über fahren und so schwer verletzt, daß der Tod aus der Stelle eintrat. Wegen Todtschlags festgenommen wurde an Bord des im hiesigen Hafen eingetroffenen Dampfers Assuan der 19iarj rige Leichtmatrose Hackling. Der Ve haftete war, als der Dampfer auf seiner Reise -im Hafen von Jquique kurzen Aufenthalt genommen hatte, mit einem dänischen Matrosen des Schis; fes Erato" in Streit gerathen, der schließlich in Thätlichkeiten ausartete, wobei Hackling seinen Gegner über den Haufen stach. Der Verhaftete wurde dem Gerichtsgefängnisse zugeführt. Der neunjährige Sohn der in der Wohldorferstraße 34 wohnenden Eheleute Reinhard wurde dort von einem Lastwagen überfahren. Der Knabe trug derartige Verletzungen davon, daß er gestorben ist. Zimmermann Wilhelm Kapp, aus der Hohenstraße 18, wurde auf dem Hannover'schen Bahnhof von einer Rangirmaschine überfahren und sofort getodtet. Bremen. Oberinsvektor B. Blan ke vlfrn Norddeutschen Lloyd beging sein 25jähriges Dienstjubiläum. Er trat 1879 als 4. Of izier beim Norddeutschen Lloyd ein. Die Eheleute Schlossermeister G. W. Sauerland Hierselbst, Johanniskamp, feierten das Fest der goldenen HccZz:!!. Die Jubilare sind trotz des hohen Alters noch sehr rüstia und aesund. Pastor Volkmann beging vor Kurzem fein 25mhnges Jubiläum als Pastor der St. Jakobi - Gemeinde. Lübeck. Zimmermeister Haeseler. Besitzer des hiesigen Centralhotels, ist m Concurs gerathen; die Passiven bt tragen über 100,000 Mark. Schweiz. Blätterkinde n. Das große Bauernhaus des Hans Traber ist vollständig niedergebrannt. Die Vewohner mußten sich im, Hemd flüchten. Einundzwanzig Stück Rindvieh kamen in den Flammen um. Ntfr die Pferde konnten gerettet werden. G l a r u s.. Beim Edelweißsuchen auf der Braunwaldalp m Änton Bunjan von urgien aogenurzi. sx war r f . rn 5 r, . , rr . . .. sofort todt. Luzern. In Flühli (Entlebuch), wo er zur Kur weilte, verunglückte der Tamvourinstruktor Lötscher von hier. Er stürzte, als er sich mit zwei Freunden von einem Freudenfeuer nach Hailse begeben wollte, und starb. In der Gemeinde Dagmersellen ist die Reismühle von Baumann & Hofer, hier, niedergebrannt. Große Vorräthe Reis und Erbsen gingen zu Grunde. Lausanne. Zwei junge Männer und ein Fräulein, Namens Goodman, alle drei aus England, welche sich hier aufhielten, waren kürzlich abgereist, um eine Besteigung der Mönchskappe vorzunehmen.' Als die Karawane beinahe den Gipfel erreicht hatte, firau chelte die junge Dame und glitt an dem sehr steilen Hane auf eine Lange von etwa 100 Meter in die Tiefe. Als sie wieder Halt zu gewinnen vermochte, war sie schwer verletzt. Vom Hotel Les Avans gmg sofort eine Hllfsko lonne von vier Mann ab und brachte die Verletzte in's Hotel zurück. Sie ist ihren Verletzungen erlegen.

Zk u r o p a t Bin. In der Beleuchtung eines Freundes und Bewunderers betrachtet. Nunmehr Generalisklmus Lvcn Hedin, de stknforscher TkobelessS persönlicher Mag' etiömus KuropatkinS unerschütterliche Ruhe Tie Ikone. Die unablässigen Vorwürfe, mi! welchen Kuropatkin seit Monaten von mehr oder minder befugten Kritikern überhäuft worden ist, haben den Zaren m seinem Vertrauen nicht irre gemacht. Kuropatkin ist nunmehr durch kaiserlichen Ukas zum Generalissimus der russischen Streitkräfte in Ostasien ernannt worden. Es mag darum passend und billig erscheinen, den Genera! einmal in einem Bilde zu betrachten, wie es ein warmer Freund und Bewunderer zeichnet, namentllch wenn dieser Freund Sven Hedin heißt. Wir bringen in Folgendem einige Auszüge aus einem größeren Aufsatz, den der berühmte schwedische Reisende und Asienforscher vor Kurzem veröffentlichte: Als junger Mann diente Kuropatkin in der Fremdenlegion und nahm an mehr als einer Mission saharienns" theil, die er ebenso vortrefflich, gewissenhaft und sachverständig geschildert hat wie alle andern militärischen Erfahrungen .seines inhaltreichen Lebens. So hat er z. B. den türkischen Krieg beschrieben, mehrere Handbücher über Militärische Gegenstande verfaßt und eine unübertreffliche, dickleibige Arbeit j über Ostturkestan unter dem Titel .Kaschgarien, eme geographisch-histo rische Zeichnung von dem Land" her ausgegeben. Als Generalstabschef un, ter Skobeleff hatte er Gelegenheit,, unter diesem berühmten Heerführer die Kriegskunst praktisch zu studiren. Doch in vielem ist er Skobeleff unähnlich, der den Krieg leidenschaftlich liebte, m wei Alerej Nikolajewitsch Kuropatkin. ßer Uniform, mit Orden geschmückt. parfümirt und frisirt wie ein Hochzeiter m die Schlacht rnt und mit mchtenden wollendem Jubel empfangen wurde, wenn er vor die Front sprengte. Kuro patkm betrachtet den Krieg ganz von der ernsten Seite als ein unvermeid liches Uebel, eine Kunst, die mit Gründlichkeit und Fleiß studirt werdels muß und dem Zufall oder der Begeisterung des Augenblicks nicht anheimgegeben werden darf. An Popularität in de? Armee kann er mit Skobeleff wetteifern; doch während dieser die seltene Gabe besaß, durch seinen bloßen An blick die Soldaten zu elektrisiren, flößt Kuropatkin allein schon durch seine Gegenwart den Soldaten das Gefühl un erschütterlicher Ruhe und Sicherheit em; sie betrachten ihn als ihren Vater und wissen, daß er sich für zeden emzelnen Mann im Glied ebenso warm , f r i r miere lkl, eis wäre es sem eigener Sohn. Selten kann man eme so sympathische, liebenswürdige Persönlichkeit wie General Kuropatkin treffen. Es liegt eine erhabene Ruhe über diesem r r l 'f r liemen, enera.ii.cy uno yarmoniscy ge bauten Mann mit dem kurz geschnitte nen dichten Bart, und ein Schimmer von Redlichkeit, Güte und Selbstbeherrschung auf semem Gesicht. Er ist für seine unbestechliche Gerechtigkeit bekannt und hat bei Beforderungsfragen stets nur auf Verdienste und Tüchtigkeit Rücksicht genommen. Ihm ist ein Großfürst nicht mehr als txn gewohn licher Offizier. Allem äußeren Staat und Pomp abhold, hat Kuropatkin es stets, als eine ganz natürliche Pflicht angesehen, daß jener, der die ganze Armee un!er seiner Hand hat, auch in seinen Sitten und seiner Lebensweise jedem gemeinen Soldaten em Vorbild sem muß. ' Man hat sich darüber gewundert. daß Kuropatkin Ikone und Heiligenbüder nach dem äußersten Osten mit genommen hat; er ist viel zu praktisch veranlagt, um sein Vertrauen auf sie zu setzen, aber er erweist den Ikonen die Ehrfurcht, die die .abergläubischen, unwissenden Truppen von ihrem Führer erwarten. Im Krieg vertraut er nur auf seine Leute und sich selbst. Nie so faßt Hedin feine Ausfüd rungen zusammen hat Rußland einen solchen Heerführer Administrator und Strategen besessen. Zur H e r v o r b r i n g u n g von Schlaf und örtlicher Betaubung hat der französische Physiker Leduc ein neues Verfahren erfunden. Er wendet hierbei den elektrischen Strom cm. ; ;

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NrgenZaubcr in NumZnicn. Abergläubische Gebräuche, die bei anhalten der Turre ausgeübt werden. Bei Regcnmangel und großer Dürre werden in Rumänien verschiedene aberglaubische Gebrauche ausgeübt, durch die man den Himmel bewegen will, das ersehnte fruchtbringende Naß herabzusenden. Das Landvolk Zieht, gefuhrt vom Popen, mit Fahnen und Kirchenkreuzen hinaus ouf's Feld und krnet bittend nieder. Die Mütter im Dorf lehren ihre klemm und kleinsten, des' Sprechens kaum kundigen Kinder das kurze aktuelle Gebet: Herr. o Herr, laß regnen, laß regnen!" Dorsmädchen flechten sich aus grünen Vl'ätterzweigen Laubgewander, stülpen Krautmutzen über den Kopf und gehen zu dreien durch's Dorf, von Haus zu Haus, von Hof zi; Hof. Und während sie die Regensegenreime sagen, bespritzt emes von ihnen aus emem Wassertopf die Bewohner des Hauses, den Hof, den Garten, das angrenzende Feld. Man wirft ihm Kupfermünzen in den Topf und hoffnungsvoller erwartet man die Himmelsgabe. Diesen Aberglauben haben sich die eingewandc'.ten Zigeuner in ihrer Art zu Nutze gemacht: wie angenehm wird dadurch das Betteln verkleidet! Das Landvolk ist ihnen jedoch zu arm, sie üben lieber in den Straßen der Städte oen Regenzauber. Zigeunermädchen von 12 bis 15 Jahren tanzen, mit offenen Handen, von Straße zu Straße und sagen Zauberspruche. Aus den Häusern eilen die Leute heraus mit Kübeln voll Wasser und gießen sie über die Tanzenden auß. Diese Prozedur ist ebenso nothwendig wie die Geldspende, um dem Zigeunerzauber die erhoffte Wirkung zu sichern. Die Bojaren, die altangesessenen . adligen Herren ds Landes, die fern von der Stadt ihre Güter haben, laden öfters die jungen braunen Regenmacherinnen hinaus auf's Land; sie bedürfen des Regens gewiß noch weit mehr als die Städter. Doch will ein Gutsherr des nassen Himmelssegens untrüglich sicher sein, so nimmt er schließlich seine Zuflucht zu der Wunderkraft der heiligen Filofteia. Von dieser Wunderthatenn erzahlt sich das Volk folgende Legende. - Vor langen Zeitm starb jenseits der Donau, im heutigen Bulgarien, ein junges Mädchen, ein Kind von kaum 12 Iahren; memand wußte, woher es gekommen. niemand, wohin es gehörte. Der Leichnam trocknete kurz nach dem Tode mumienartig ein, und als man ihn begraben wollte, war erveder durch Menschen- noch durch Pferdekraft von der Stelle zu bewegen. Die Geistlichkeit erklärte, es müsse eine Heilige sein, und r . r i iv 'ei r . . r i i oesragie me oo:e, wo sie oeigeienl zu werden wünsche. Man zählte der Reihe nach die berühmtesten Kirchen und Kloster auf, und siehe da, nach Nennung des rumänischen Klosters Curtea de Arges fand man den Leichnam plötzlich so leicht, daß em Kind ibn aufheben und tragen konnte. Man überführte nun das todte Madchen mit allem Pomp in das von ihm gewählte, weit entfernte Kloster. Auf dem gaichen Wege dorthin wurde die Prozession von erfrischendem Regen begleitet. Die neue Heilige war fortan und blieb bis heutlgen Tags . Rumäniens Regenheilige. Ihre Hilfe, um die zu Zeiten der Dürre nicht nur vermögende Gutsbesitzer, fondern ganze Dorfgemeinden im Kloster nachsuchen, ist selbstverständlich weit kostspieliger als die der Zigeunermadchen, denn ein griechisch-katholisches Kloster hat eine größere Hand. Die Talhoufiequellcn. Ueber die Dalhousiequellen in Australien haben die Forschungen des Kapitäns Barsley. neue Aufschlüsse gebracht. Es handelt sich um 75 Natur-' brunnen, die sich über ein Gebiet von etwa 11.5 englische Quadratmeilen vertheilen und einzig in ihrer Art auf dem ganzen Erdboden dastehen. Sie liegen zwischen dem 25. und 26. Breitengrade, etwa 870 Meilen nördlich vom Endpunkte der Eisenbahn Oodnadatta. Die meisten dieser Quellen haben ziemlich umfangreiche Wasserbecken gebildet, dic auch Abflüsse (in drei Salzseen) haben; trotzdem aber taglich Hunderttausende von Kubikyards abfließen, laufen jene kleinen Seen nicht über, eine Folge der gewaltigen Verdunstung. Die Quellen sind- sämmtlich mehr oder weniger warm, haben aber ein vorzügliches und klares Wasser. Für den Jager bilden sie ein wahres Paradies, denn sie sind bevölkert von unzähligen Schaaren von Wasservögeln aller Art. Im Wassei lebt ein eigenartiger schwarzer, etwa 8 Zoll langer Fisch, der ein weißes, zartes Fleisch gibt und gern gegessen wird. Wie tief die Queren sind, hat man noch nicht feststellen können; mit emer 100 gards langen Leine ist man nirgends bis 'auf den Grund gekommen. Sicher ist aber, daß der Regenfall in dem 373 Meilen entfernten. Queensland den Wasserstand. der. Dalhousiequellen beeinflußt. Zerstreut über das ganze Ge biet trifft man außerdem zahlreiche Schlammquellen. Bei trockener Witterung bildet sich an der Oberfläche eine trügerische Kruste. Rinder und Pferde versinken darin und sind binnen 5 Minuten verschwunden. Aufden Eisenbahnen in den Ver. Staaten sind im verflössenen Bemebsiabre aus verschiedenen Ursachen 9984 Personen getödtet Und 78,247 verletzt worden. Wahrend der letzten zehn Jahre haben m Amerika 78,152 Personen bei Eisenbahnunfällen das Leben verloren.

.T ..TT TVTTT X - ' V , Inland 4-;-h-h!w-: ::-:!-: :!!-:-? DenLiebhaber ihrer Tochter erschoß kürzlich Frau Lafley in Tesoto Park, Pa., weil er gegen ihren Willen ihrer Tochter den Hof zu machen suchte. Wegen Vielweiberei verhaftet wurde der MormonenFührer und Vundeskommissär William H. Brown inKensington.Wyo. Die Ankunft von Leuten des Bundesgeheimdienstes versetzte die Bewohner des Ortes in nicht geringe Bestürzung. Die Bundesdetektivs sollen beauftragt sein, gegen alle Mormonen, die Polygamie treiben, Bewcismaterial zu beschaffen. Papagei als Brandst i f t e r. Ein Papagei von Mrs. Tillie Eves'in Allegheny, Pa., amüsirte sich unlängst damit, Streichhölzchen zu fressen, und setzte damit das Haus in Brand. Beim Löschen hatte die Feuerwehr beträchtlich Trubel mit dem Papagei, denn dieser schimpfte von seiner sicheren Stellung unter einer Nähmaschine aus loie ein Fuhrmann auf die Feuerwehrleute. ' Seltenes Alter. Im 104. Lebensjahre ist in Eaton, Wis.. die als Grandma" Pierre allgemein bekannte Frau gestorben. - In Polen geboren, war sie vor 50 Jahren nach den Ver. Staaten ausgewandert. Sie war bis kurz vor ihrem Tode körprlich und geiftig noch sehr rüstig und' war noch vor einigen Jahren in regelmäßigen Zwischenräumen zu Fuß nach dem zwölf Meilen von Eaton entfernten Green Bay gekommen. In der Kirche verbrannt. Frau Donald Guillory. eine 100 Jahre al.e Greistn, hat, bei Verrichtung ihrer Andacht in der katholischen Kirche in Opelousa, La., einen schrecklichen Flammentod erlitten. Als die Frau nach Verrichtung ihrer Andacht sich erhob, kam sie den Flammen der Kerzen auf dem Altar zu nahe und ihre Kleider geriethen in Brand. Die altersschwache Frau vermochte sich nicht u helfen und war schnell in Flammen eingehüllt. Die wenigen Leute, die zur Zeit in der Kirche waren, eilten der Unglücklichen zu Hilfe, doch war es zu spät. Wenige Minuten später verschied die Greisin. Storch als Verficherungsagent. Damit für den Besuch des Storchs in irgend einer Familie die nöthigen Vorbereitungen getroffen werden können, haben prominente Frauen in Boston, Mass.. di' American Bnth Insurance " vany" organisirt. Präsident la sellschaft ist Frau Estelle M. rill, Sekretär Frl. Emma MentAufnahmegebühren belaufen sicty'au!, $1, die monatlichen Beiträge auf Nach Bezahlung des 10. Beitrages er hält die Mutter eines lebendig geborel nen Kindes $2(X), nach der 19. Bezahl lung $300, nach der 28. Bezahlunc' $400 und nachdem sie 37 Mal bezahl hat, $500. Mutter und Sohn gleich - zeitig getraut. Mutter und Sohn sind in Waterman, Jll.. gleth zeitig von ihrem Vater, bezw. seinem . Großvater, in Hymens Fesseln geschmiedet worden. Die beiden glücklichen Paare sind die Wittwe Vertha Buck.und der in Alton, Jll., ansässige wohlhabende Grundeigenthumshändler Thomas A. Hubbard und der Sohn der soeben genannten Braut, Robert M. Buck, Polizeiberichterstatter der' Chicago Tribune" und Frl.' . Jennie A. Whisler. Die Trauung wurde ?n beiden Fällen von dem erwähnten Großvater., und Vater, dem in Waterman, , ansässigen Baptistenprediger John Morris vollzogen. Opferte sein Leben für seine Braut. Um seine Braut zu retten, hat der 21 Jahre alte Zeichner James L. Curley in McKeesport Pa.. sein Leben hingegeben. E und ein ' Freund Namens Myers begleiteten die Fräulein Walters unv Keßler nach ihren Wohnungen, und als sie die Geleise der Baltimore K. Ohio-Eisenbahn überschritten, kam plötzVch eine Rangirlokomotive an. Curley gab zu rechter -Zeit den Alarm, so haß Myers und' Frl. Keßler sich retten konnten, a&tf er selbst und Frl. Walters wareninige Schritte zurück. Es gelang ihm, seiner Braut einen Stoß zu geben, so daß dieselbe von dem Geleise fiel, er selbst aber verlor fein Gleichgewicht und ehe er dasselbe wieder erlangen konnte, hatte, ihn die Lokcmotive in Stücke zerrissen. Einträgliches Geschäft Die Manipulationen deZ Bureaus einer Heimath für Fallsüchtige in Chicago, veranlaßten jüngst die dortige Polizei, daö Treiben der Gesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Das Resultat der Untersuchung war eine Razzia auf die Anstalt und die Beschlagnähme der Bücher und Trachten der von ihr als Agentinnen und Kollektorinnen beschäftigten Frauen. Die Ansialt, welche sich zu Blüe Island befinden soll, beschäftigte zwölf Frauen und dieselben trugen auf ihren Kollektionstouren grüne und weiße Kleider, auf ähnliche Art zugeschnitten, wie die Tracht der barmherzigen Schwestern. Das Etablissement' war seit zwei Iahren im Betrieb und kein Zweifel an seiner Redlichkeit wurde laut, bis kürzlich eine der erwähnten Fraum Anklage gegen dasselbe erhob. Die zwölf Agen. rinnen sollen 150 bis $200 pro Tag kollektirt haben. 'i .

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