Indiana Tribüne, Volume 28, Number 67, Indianapolis, Marion County, 9 November 1904 — Page 3

V .'S,'-'

'

m 'V-TJ Jnblana Tribüne, O. dovember 1904

i ;

i i J' ' s I i f i . - , , 4 5 f . 4 J r j ? 4 i k t i ; T ;'

Äerzre.

DR. F. 21. PßAY, Spezialist. Augen, Ohren, Nase und Sa!ö 31 Ost Ohio Straße, Indianapolis. , Hu Sedäude. CTflcfCttttibe : 51 Uhr Vorm.; 15 Uhr. Nach nntaj da i fciJ 4 Uhr Nachm. Dr. J. A. Sutcliffef Wund-Arzt, Geschlechts-, Urin- uiwRectun? Rrankheiten. OZffce r 155 OK Market Stt. Tel. 94 ONieetunden : 9 611 10 Ulzr 8m. : l II 4Vhr. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. ' Behandelt alle akute und chronische Krank heiten. (ZedurtShülfe Spezialität. Office: 14 West Ohio Str. OffaTtndni : 1011 Bsrm. 14 ach. eisittaal : 9.3010.80 Bm. rkph,n. Neu 43. Wohnung: 1250 adifo vl Eprechftunden : 7 S ienil EountagZ : s ?!achm. Wohnung Telephone : ,1t, S : Sien. 881. Niedrige :: Ratzn und lange Zeit Be ,,gnngen ... f iir Dankfagnngs Tag Fahrkarte via M F0I RflüTE.. Essen Sie den Trnthahn nit den blieben Alten zu Hause". Am 23. und 24 November werden Retour fahrkarten verkauft nach allen Local Siationen der ..Big Four Route", Cincinnati Northern und D. & U. Bahn, (innerhalb einen Umkreis von 150 Meilen der AbfahrtsStation) ; ebenso nach vielen Punkten mit VerbindungS-Linien des Central Passagier Associalion-Gebiets zu sehr niedrigen Preisen. Fahrkarten sind gültig für die Retour fahrt bis zu und einschließlich den 2. November 1904. Für völlige Information und Einzelnhei ten über Raten, Fahrkarten u.s.m., wende man sich an die Big Four Agenten, oder schreibe an Unterzeichneten. Warren I. Lynch, General Passagier und Ticket-Agent, ' Cincinnati, O. Nundfahrt Lxcursionen via . (. $ & D Bahn nach dem Südoste.n Sehr niedrige Raten. 15. November Fahrkarten gültig für die Rückfahrt in 21 Tagen. Raten nach dm Hauptpunkten. Ashville, N.C $12 40 Atlanta. Ga $13.55 Chattanooga, Tenn $10.25 Greensboro, N.C $15.00 Norfolk, Va $14.40 Zacksonville.Fla $18.95 St. Augustine, Fla.. .... $19.95 Bei der Hinfahrt wird liberaler Aufenthalt gestattet. Für weitere Einzelnheiten ro:nde man sich an N. P. Algeo, D.P.A., Indianapolis. ig z Route ...Cxcttrsionen... Sonntag, 13. November. 1! Cinnnnan LlLt und zurück. Spezialzug, (nach beiden Richtungen nir gendS für Passagiere anhaltend) verläßt InianapoliS um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends sä? Information svreche in der Ticket Office No. 1 Ost Washington Straße oder Union Bahnhos vor. H. M. Bronson, A.G.P.A. 202 Nord Noble Str. ?reneö Telephon 2001. Corfftantinopel. D ame-rrt-irnfche Geschäftsträger übermittelte der PZorte Präsident Roosevelt's Elnla düng zu der FriedenZ'Conferenz.

1m. $mw Büloou.

General Lincditch Zur Ncöcnlahmc des Bcscyls über die erste FeldArmee in Mulden eingetroffen. Lage der Port Arthur' Garmson angeölich verzweifelt. Nogi fordert dierussi' scheu Soldaten zur Waffenstreckung auf. Japan. Kriegsschiff gesunken. Scharfe Wache am Sucz-Canal.

Ost.Aslen. Ankunft von L i n e v i t ch. M u k d e n, 8. Nov. Gen.Linevitch. kürzlich zum Befehlshaber der ersten Armee ernannt, kam heute mit Son Verzug an und wurde von General Sakharoff erwartet. Die Truppen bereiteten ihm einen begeistertrn Empfang. Lmevitch übernimmt sein Com manda sofort. Die russische Front erstreckt sich über 60 Meilen. Am Morgen deö 7. wurde die Ruhe durch eine russische Kanonade, seit Wo chen die heftigste, unterbrochen. Anzeichen für einen japanischen Vormarsch liegen noch nicht vor. Aufforderung zurUebergäbe. Ehe Foo, 8. Nov. Die japanischen Belagerer von Port Artbur boten den dortigen russischen Truppen unter Jgnorirung deS Commandeurs General Stoeffel Uebergabe-Bedingun gen an, wie Nachrichten aus Port Dalny melden. Die rastlose Thätigkeit der Spaten und Schaufleln geht indessen weiter; die Japaner schieben ihre Schanzwerke schrittweise vor. ' ' Ein am 26. Oktober eingebrachter russischer Gefangener sagt, die Truppen der Garnison seien in Noth und entmuthigt. Sie sehen die Zwecklosigkeit des Kampfes ein. Die Ruffen geben die schließliche Un vermeidlichkeit eines japanischen Sieges zu und die Soldaten erkennen keine Ursache für die Verlängerung des Wi Verstandes, der ihren Ossizieren Ruhm, ihnen selbst aber hauptsächlich nur Leiden und Tod bringt. Nogi schickt ein Schreiben. Nach Anhörung der Cröhlung deS Gefangenen besprach sich Gen. Nogi mit seinem Stab und verfaßte bei dem Licht einer Radfahrer-Laterne einen Brief, der unter den Soldaten selbst circuliren soll; der Gefangene ver sprach, ihn seinen Cameraden einzuhändigen. Menschliche Behandlung versprochen. Das Schreiben weist darauf hin, daß eZ nur eine Frage von Wochen sein könne, bis die Japaner in die Haupt Forts der Ruffen marschiren und ver. spricht am Schlüsse allen, welche die Waffen strecken, menschliche Behanv lung; es sei im Jntereffe der Mensch lichkeit, weiteres Blutvergießen zu hin dern. Am 4. November gab man den Ge fanaenen ver cöleoene Ad cvttfttn in Russisch und er kehrte unbeobachtet von seinen Ossizieren nach dem russischen Linien zurück. ' Er fand sich noch in der gleichen Nacht wieder ein und sagte. s'ine Cameraden würden in einigen Tagen antworten. Die Leute seien indeffen nicht für eine formlose Ueber gäbe; immerhin that der Brief viel zur Zerstreuung der Befürchtung, welche die russischen Ofsiziere genährt, einem japanischen Sieg würde ein allgemeines Blutbad folgen. Die Compagnie, zu welcher der Gefangene gehört, zählte ursprünglich 800, jetzt 30 Mann. Fünf russische Dampfer, welche die M.'en zu entfernen hatten, wurden durch japanische Geschoge in den Grund gebohrt. Am Shahke.Fluß. Tokio, 8. Nov. Berichten vom ShahkeFluß gemäß stärken beide Heere noch immer ihre Stellungen dem Fluß entlang und rüsten sich anderweitig für eine neue große Schlacht. ' Die Artillerie beider Heere ist - fast ständig auf weite En'ernung engagirt. Trotz häufiger Vorpostengefechte er scheint ein allgemeiner Kampf vorläufig nicht wahrscheinlich. Nach einem unbestätigten Gerüchte aus Ehe Foo sollen alle russischen Kriegsschiffe in Port Arthur durch die Japaner in den Grund gebohrt sein. ChinesischerMandarin enthauptet. Shangai, 8. Novbr. -We hier gemeldet, enthaupteten die Japaner am 2. November im Dorfe Shahke ei nen chinesischen Beamten von hohem

Rang. Man entdeckte den Beamten, wie er die Bewegungen der Japaner angeblich auf Befehl des Militär-Gou. verneurS der Provinz Skang King aus spionirte. Japanische Anleihe. . London 8. Nov. Der Prospect der neuen japanischen Anleihe von S60.000.000 wird morgen oder Donnerstag ausgegeben. Die eine Hälste soll in New Jork, die andere in Lon don ausgeboten werden, wiederum gesichert durch Zolleinnahmen.

Japan. Kriegsschiff ge s.u n k e n. 1 Shangai, 8. Nov. Wie in britischen .Marine Kreisen verlautet, ist ein japanisches Kriegsschiff durch eine Mine vor Port Arthur gesunken. Suez'Canal sch.arf bewacht. Port S a i d , Aegypten, 8. No. vember. Der russische GeneralConsul in Cairo und der Marine-Attache in Constantinopel trafen anläßlich der be vorstehenden Ankunft deS 2. russischen Pacific-GeschwaderS hier ein. Zum Schutze der Kriegsschiffe sind außergewöhnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Den Ufern der, ganzen Canal'Linie entlang sind besondere Wachen aufgestellt. Suez, 8. Nov. Der amerikanische Kreuzer H San Francisco " ist heute hier eingetroffen. Oesterreich'Ungarn. Prezzey'S Mörder. Wien, .3. Novz Der deutsche Maler Prezzey ist von dem Corporal eines slavonischen Regiments während der jüngsten Unruhen erstochen worden. Wie der Corporal sogt, versteckte er auS Furcht vor Entdeckung fein Bajonett. Diese Enthüllung dürfte die Schwie rigkeiten deZ Ministeriums zur Herbei führung einer friedlichen Beilegung des Vorfalls wesentlich erhöhen. Kurze Depeschen. 8. November. Inland. Chicago. Capitün M. I. Mc Grath, viele Jahre Superintendent im hiesigen Postamt, ist 67 Jahre alt ge. storbcn. Er hatt: sich im Bürgerkriege ausgezeichnet. Leavenworth, KaS. Durch eine Kesselexplosion wurde die Kemp'sche Möbelfabrik zerstört. Ein Mann kam um's Leben, fünf Leute sind verletzt, einer davon tödtlich. C o l u m b u s, O. Frau R. van Foffen, 63, wurde mit 2 kleinen Enkel Kindern todt in ihrer Wohnung aufgefunden. Ptsmain-Vergiftunagilt als sGrund. Schiffsnachnchten. A n g e k o m m e n. New York: Bremen" don Bremen. Antwerpen: Kroonland" von New .Jork über Dover. London: Mefaba" von New York. New York: BreSlau- von Bremen. Genua: Citta d: Napoll" von New York. Christian: Sekla" von New York. Abgefahren. New Z)ork: Georgic- nach Liverpool. Pclermo: Sicilian Prince" nach New York. Christians: Oscar II." nach New Aork. New York: Kaiser Wilhelm II.- nach Bremen, über Plymouth un Cherbourg. Admiral Wise pensionirt. i Newport NewS, Va., 8. November. Contre-Admiral W. C. Wise schied auS dem activen Äenfte und legte daS'Commando über das Schulschiff.Geschwader nieder. Sein Nachfolger ist Contre.Admiral Bradford, der seine Flagge sofort hißte.

V

Kathol. CleruS Veranstaltet dem todten Erzbitchof ein imposant'd Begräbniß. Cincinnati, 8. Nov. ti Leichenfeier für den Erzbischof Elder in der St. PeterS Cathedrale war unge mein eindrucksvoll, wohl die imposanteste Trauerfeier anläßlich des HingangS eines katholischen Geistlichen in Amerika. AuS allen Theilen deS Landes waren Prälaten und Priester zusammengeströmt, während Zuschauer auS jeder Stadt im Umkreis von 10 Meilen und selbst auS weiterer Ent fernung herbeikamen. . Lange vor dem Beginn der Feier war der Platz vor der Kirche von Tau. senden gefüllt, obwohl nur die kleinste Zahl hiervon Einlaß finden konnte. Alle Geistlichen, den Cardinal Gib. bons auSaenommen. truaen schwarze Gewänder, der Cardinal hatte den Purpur seiner hohen Stellung ange. legt und saß auf einem Throne auf der Epistel'Seite. Bei der Seelenmeffe celebrirte Erz. bischof Moeller. von verschiedenen Prie stern asfistirt, die Predigt hielt Erz. bischof Keane, Dubuque, Ja. Hernach ertheilten Cardinal Gib bonS, Erzbischof Ryan, die Bischöfe MaaS, WeSlin und Allen die 5 feierli. chen Absolutionen. Die Musik hatten die Studenten deS St. Marys emi nar übernommen; zum erstenmale in Amerika wurde der vollständige grego. rianische Gesang gesungen. Die SchlußFeier am Grabe leitete Erzbischof Moeller unter Beihilfe zweier Priester. ZweiWahlrichterer. schössen. Cripple Creek, Colo., 8. Nov. 2 demokratische Wahlrichter wurden in diesem Distrikt heute ge tödtet, ein Hilfs.Sheriff ist lebenSge fährlich verletzt und eine Anzahl demo kratifcher Richter erlitten Mißhand lungen und kamen in Haft. Einer der Gehilfen von Sheriff Bell erschoß I. Liepold und Chr. Miller, Richter in Goldfield, weil sie ihn vom Stimmplatze weisen wollten. In Midway griff der Hilfs.Sheriff Doyle Fräulein Mabel Kennedy, de mokratischer Wahlrichterin, an, zerriß in dem Kampfe ihr Kleid und schlug da? Mädchen. Ein demokratischer Auf Passer intervenirte und verwundete Dayle durch einen Schuß tödtlich. JameS Warfield, wie der Mörder in Goldfield heißt, gehörte dem Geheim dienfte zur Zeit der Militürherrfchaft in dem Distrikte an. Seine Opf waren Gewerkschaftler. L o u i 5 v i l l e . Kv.. L. Nov. Drei Mitglieder der hiesigen Polizei mannschast wurden heute von einem BundeSmarschall wegen Verschwörung zur Einschüchterung farbiger Wähler verhaftet. Die Gefangenen trugen bei ihrer Ergreifung Uniform. C a m d e n, N. I., 8. November. Während eines Wahl'TumulteS wurde heute Abend der Farbige Brown mit einem Knüppel auf den Kopf geschla gen und starb später. Keine Verhaf tung vorgenommen. Huntington, W. Va., 8. Nov. Bei Schließung der Stimmplätze wa ren heute Aend noch volle 30,000 Leute vorhanden, die abstimmen woll ten. Die starke Stimmabgabe und der Umstand, daß die Wahl'Commiffare fast jeden Farbigen beanstandeten, sind die Ursache. Etwa 20 Leute wurden wegen Gewaltthaten verhaftet. Huntington, W. V., 8. Nov. In Raleigh County kamen E. Messick und I. Hillard in einen politschen Streit; der erstere erschoß Hillard; als ein Bruder von diesem erschien, wurde er ebenfalls von Messick erfchogen. Noch glücklich verlaufen. i Cincinnati, O., 3. Nov. Beim Zusammenstoß verschiedener Straßenbahnwagen an Gilbert Ave. kam heute Joseph Christian um's Leben, verschiedene andere Paffagiere find verletzt. Ein Wagen wurde bei der Auffahr unlenkbar und ging rückwärts, au einen zweiten Wagen anprallend, de seinerseits wieder mit einem dritten collidirte. Im Ganzen liefen 6 Wagen rückwärts und stießen zusammen. Mit P e st s e r u m wurden be dem zungsten Erscheinen der Pest m de indischen Stadt Patiala die sammt lichen Insassen des dortigen Gefängnis ses geimpft. Von den 1500 Gesänge en erkrankten nur 36 und staröen 3.

Der gefährliche Spiritus. Aur wünschenswerihen weiteren

Ausbreitung der Wissenschaften in seinein Riesenrelche stiftete P:ter der Große im Jahre 1724 die kaiserliche Akademie zu St. Petersburg und statete sie mit reichen Mitteln aus, welche päter die Kaiserin Elisabeth noch bedeutend erhöhte. Eine ansehnliche Sammlung von naturwissenschaftlichen Gegenstanden aller Art, viele Jnstrumente und eine ausgewählte rostbare Bibliothek gehörten dazu und waren in einem Gebäude der Akademie untergebracht. Im harten Winter des Iahrcs 1749 entstand in dieiem Gebäude eine gefährliche Feuersbrunst. Soldaten aus der benachbarten Kaserne eilten rasch herbei, um sich mit kühner Verachtung der Gefahr dem Rettungswerk zu widmen, und es gelang ihrem Eifer, die meisten und wichtigsten Sachen den Flammen zu entreißen und sie in Sicherheit zu bringen. Darunter befanden sich auch 40 zremlich große Glasgefäße mit Schlangen, Kröten, Molchen, Bandwürmern und anderen Thieren m Spiritus. Tas heißt, als man sie nachher nachsah, fand rnan wohl die Thiere, aber nicht mehr den Spiritus. Der Oberst ließ die Mannschaften antreten und fragte, was denn aus dem Spiritus geworden sei. Darauf ' traten etwa 80 Soldaten vor und meldeten, daß sie den Spiritus auf Befehl ihres Unteroffiziers ausgetrunken hätten. Ihr habt das befohlen?" wendete sich der Oberst an diesen. Zu Befehl, versetzte der Unterornzier, das habe ich gethan, bm auch selbst mit gutem Beispiel vorangcgangen und habe möglichst viel davon verschluckt." Warum denn?" Jenun, Spiritus ist doch sehr feucrgefährlich. Die Glasgefäße sammt Inhalt konnten sicherer durch Flammen und Funkenregen transporhrt werden, wenn zuvor der Spiritus beseitigt würde, was sich am besten so machen ließ, daß wir ihn uns einverleibten." Der Oberst mußte herzlich lachen. Nachher erstattete er mündlich Bericht bei Hofe, und erwähnte auch die geschilderte Seltsamkeit. Da rief die Kaiserin Elisabeth bewundernd: Welcher Heroismus ist das! Welcher Muth gehörte dazu, -um des Rettungswertes willen Spiritus zu trmken. in dem solch greuliches Gethier befindlich war! Diese wackeren Soldaten verdienen wirklich einen Dank!" Und sie ließ reiche Belohnungen unter die Zeute vertheilen. Ble braven Soldaten aber erklärten vergnügt, das sei der allersch'önste Schnaps gewesen, den sie jemals getrunken hätten. Hinrichtung einer gan?m Garnison. - Am 7. März 1799 drangen - die Franzosen in die Stadt Jaffa in Sy rien ein und machten dabei die türkische Garnison, über achthundert Mann stark, zulIefangenen. Nun aber konnte man diese weder ernähren noch bewachen: zur Ernährung fehlten die Le bensmittel, denn selbst der französische Soldat erhielt nur selten eme vollständige Ration; zur Bewachung aber fehlten die Mannschaften, da das Expedrnonsheer schleunigst weitermar schiren mußte; die Gefangenen auf Ehrenwort entlassen, hieß nur den Feind durch sie verstärken, denn die Bedeutung und Kraft des Ehrenwortes war ihnen unbekannt. Aus diesen Gründen beschloß Napoleon, alle Gefangenen von Jaffa in den Tod zu schicken. , Am 10. Marz Nachmittags .wurden die Gefangenen vor die Stadt i ''ihrt. n c . r - sm e t t isrn oumpses erucyl von oem cymsal, das ihnen bevorstand, schien durch lhre Reihen zu gehen; allem sie vergos sen keine Thräne, schrieen nicht, sie schienen in ihr Loos ergeben. Einige Verwundete, die nicht gut fort konnten. wurden schon auf dem Wege mit dem Vazonette niedergestoßen. Als man endlich zwischen den Sand Hügeln südwestlich von Jaffa war, hielt man an emem Teiche. Der die Trup pen kommandirende Offizier ließ du Masse in kleine Haufen theilen, die auf verschiedene Punkte hingeführt und dort erschossen wurden. Diese scheuß liche Operation erforderte 'viel Zeit, trotz der Menge Soldaten, die zu diesem schrecklichen Metzeln bestimmt wa ren, und die nur mit außerordent lichem Widerwillen sich dem abscheu lichen Dienste hingaben. Einer der türkischen Scheichs, des sen Ton und Wesen schon einen höhe ren Rang andeutete, ließ von seinen Leuten vor sich in den leicht beweglichen Sand eine Grube machen. Er streckte sich auf dem Rücken in diese Grube aus. und seine Gefährten bedeckten ihn r w l c' u.iier eveien fcrzneu mu ano uno traten nachher diesen -fest zusammen. der ihm als Leichentuch diente. Er-lich blieben von allen Gefanoe nen nur nocv etwa vierna uvria. u.ie französischen Soldaten hatten ihre Pa tronen verschossen, man mußte daher diese letzten mit dem Bahnen und dem Säbel niedermachen. Der kleine Teich floß über von dem vielen Blut, d2s,er aufnehmen mußte. , Eine andere Ungeheuerlichkeit soll bei demselben Feldzuge geschehen sein. In einem Spital lagen fünfhundertachtzig Kranke, theils Türken, theils Franzo sen. Da man sie nicht iravsportiren konnte, wurden sie sämmtlich durch die Aerzte vergiftet.

. Häuscrtranoporte in Deutschland. Zerlegbare SchulbaraSkn und Lazarethe. Düsseldorfs Postgebüudc. Nicht nur in Amerika, fondern auch in Deutschland sind schon seit längerer Zeit Häusertransporte in größerem Maßstabe gang und gäbe. So werden sich z. B. die Besucher der Düsseldorfer -Ausstellung von 1902 sicherlich einigermaßen wundern, wenn sie hören, daß das schön: Postgebäude der Ausstellung zur Zeit in Spandau, Brandenburg, . steht. Freilich war zu diesem TransPort von de? Rheinprovinz nach der

Mark keine Spezialeisenbahn und kein besonderes Hebelwerk nothwendig, denn - das Posthaus war von Anfang an transportabel und zerlegbar einaerichtet, das heißt, es ließ, sich derartig m einzelne Wand- und Dachtafeln auseinandernehmen, daß es m den Guterwagen der gewöhnlichen Eisenbahn bequem unterzubringen war. Solche transportablen Gebäude oder Baracken werden von der modernen Technik in immer steigendem Maße benutzt. Zu ihrer Einführung zwang der Umstand, daß ein festes Steinhaus, wenn es abgebrochen werden muß, ungefähr allen Werth verliert. In vielen deutschen Städten sieht man die sogenannten Barackenschulen entstehen. Wo immer ein Stadttheil schnell wuchs, und die Errichtung eines monumentalen Schulbaues nicht genugend schnell erfolgen konnte, um dem vorhandenen Bedürfniß sofort zu genügen, da wurden solche Schulbaracken aufgebaut, um eines schönen Tages ebenso schnell in wenigen Stunden wieder zu verschwinden, wie sie eben erst aufgebaut waren. Dasselbe gilt von jenen Baubureaus, die neben großen Monumentalbauten während der Bauausführung errichtet und nach der Bauvollendung wieder emgerissen werden. Weiter entstehen bereits ganze Lazarethe und Krankenhäuser m Baulängen von mehr als 100 Fuß in ottsemttl oes lransponavien Hauses. Psychologie deS chlafcS. Ärivatdozent Dr. Weygandt sprach unlängst vor der physikalisch-medizini-schen Gesellschaft in Wurzburg, Bayern, über die Psychologie des Schlafes. Er hat neuerdings wieder Experimente angestellt, die um so anerkennenswerthcr sind, als sie fast alle am eigenen Korper zur Durchführung gelangten. Es wurde vor dem Emschlafen, also im Zustande geistiger Ermüdung, dann zu gewissen Zeiten während der Nacht, nach Stunde, 1 Stunde, 2. 3 bis 6 Stunden und schließlich am Morgen nach dem vollständigen Erwachen eine geistige Arbeit geleistet. Es ergab sich, daß für eine leichte Arbeit, wie das Addiren einstelliger Zahlm, auch nach kurzer Schlafzeit die vorherige Ermüdung einfach verschwunden schien. Hier hatte der erste Schlaf von Z oder 1 Stunde schon hinreichend erholend gewirkt, währe id für eine schwierige Aufgabe, die durch die Merk-fähigkeits-Prüfung des Auswendiglernens zwolfstelliger Zahlengruppen repräsentirt war, nur allmälig im Laufe der Nacht sich die nöthige Erholung einstellte. Im Wesentlichen war diese der Dauer des Schlafes ' proportional, so daß selbst nach sechsstündigem Schlafe immer noch nicht so viel geleistet werden konnte, wie nach einer vollständig etwa acht Stunden durchschlafenen Nacht. . , Die ersten Ansichtspostkarten sollen nach der Version einer englischen Wochenschrift im deutsch-französischen Kriege von 1870 auf 1871, und zwar auf franzosischer Seite erfunden worden fein. Im Departement de la Sarthe wurden damals 40,000 Mann franzosischer Truppen zusammengezogen, und es passirte einem dort wohnenden Buchund Schreibwaarenhändler Namens Besnardeau, daß die Soldaten vielfach nach einer Art und Weise bei ihm anfragten, wie sie ihren Leuten zu Hause ohne lange Beschreibung und ohne ein Kouvert zu Hilfe zu nehmen, die Gegend, in der sie weilten, schildern Vor ten. Besnardeau lie.ß daher eine Anzahl Postkarten herstellen, auf denen Kanonen, Granaten und Zelte abgebildet waren. Die Karten fanden solchen reißenden Absatz, daß ds Händler mehrere Sorten drucken ließ. Nach Abbruch des Lagers schlief die Idee wieder ein, bis sie -zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland und Oesterreich wisder auflebte. Spion im Sarge. Die Rußkoje Slowo" erzählt nachstehendes Beispiel von der unersch'öpflichen Erfindungsgabe der ' Japaner, ihr Auftreten als Spione zu maskiren: Soldaten der Grenzwache bemerkten eines Tages, wie ein chinesischer Leichenzug, aus einem Dorfe kommend, sich gegen eine Brücke über, den Sungari be.i. .vr..c v.:.. cv. . c.n.11.1 lucyic. uu uic 0luüC lozi u:x uc;uuci werde, antwortete ein Chinese, es handle sich, um einen russischen Solds-, ten, der von einem Bahnzug übersahren worden sei. Die Grenzsoldaten trauten aber der Sache nicht recht und ließen die Prozession halten sowie den Sarg öffnen, und siehe da: der vermeintlich Todte entpuppte sich als ein lebendiger japanischer Spion, der durch ein Loch im Sargdeckel Lust erhielt und seine Umgebung -besehen konnte. . ' ' , ' ' Reiche E i s e m: un 1 sind in Sauk County. . Zis., gema. worden. Die Eisenerzfelder erstrecken' sich über 225 Quadratmeilen. .Das Erz ist von vorzüglicber Qualität für die Herstellung von Bessemer Stahl.

'X 1 !' -v