Indiana Tribüne, Volume 28, Number 65, Indianapolis, Marion County, 7 November 1904 — Page 7
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chlssöruch .J$. Z. .Z. 4$ 4 4 4(Fortsetzung Endlich fand sie den Muth, Professor Benzal nach ihm zu fragen. Dieser kniff die Augen zusammen, wie wenn er sich erst besinuen müßte. Asta kam das wie eine Affektaiion vor, sie begriff nicht mehr, was sie einst an dem geckenhaften Mann bewundert haben konnte. MengciSln ja, richtig, der arme Teufel! Gnädige Frau, haben Sie denn nichts von seinem Pech gehört?" fragte Bengal endlich. Nein nichts. Was ist denn mit ihm aesch:ben?" " . 2?i? yaben gar nichts davon gelesen? Es ging doch durch alle Zeitungen." Was denn mir?" Er machte eine Kunstreise nach Am::ika. Man soll ganz toll dort geWesen sein, in Amerika ist ja immer alles gleich so massig." Nun, und was geschah weiter?" Bengal sah ihr die zitternde Aufrcgung an. Er lächelte. Auf der Rückreise fiel er die Kajütentreppe herab und brach den rechten Arm. Bei der ungenügenden Behandlung kam es zu keiner Heilung." Asta war todtenblaß. Mein Gott der Arme!" Schrecklich nicht wabr?" Bengals Ton klang, ziemlich gleichgiltig. Es drohte schließlich eine Blutvergiftung. Aber eiaennnnia. wie er ist. bat er firt cn A.nn maz: cvneymen iajen roouen, sondern fuhr unter wahnsinnigen Schmerzen von einem Arzt zum anderen' Natürlich nur mit demselben Resultat. Jeder segle ihm: Tod durch Blutvergiftung oder Amputation!" Astas Lippen zuckten krampfhaft. Scr etwa acht Wochen hat man ihm den Arm abgenommen."' Haben Sie ihn gesehen, ihn aufgesucht?" Ja, das hao' ich gethan." Bengal fchien sehr mit sich selbst zufrieden zu sein über diese groß: Leistung. Damals lag er noch in der Klinik. Es war aber nichts mit ihm anzufangen, er schien völlig stumpfsinnig vor Werzweiflung zu sein." Liegt er noch in der Klinik?" Nein er lebt in einer kleinen Wohnung irgendwo in Charlottenburg. Meine Frau weiß die Adree. Wir wollten immer mal zu ihm, aber wie das so geht man hat so viel anderes . vor." Wer ist denn bei ihm? Er ist doch sicher ganz hilflos.' Was muß er leiden körperlich und seelisch! Ja, das ist das Wunderbarste, Denken Sie, wie er noch in der Klinik liegt, kommt ein 'altes häßliches Weib aus Zolen angereist und behauptet, sie sei die. Frau Mengerskys. .Niemand wollte es ihr glauben, aber Mengersky selbst bestätigte es. Das bat er uns allen schön verschwiegen, diese heimliche Ehe-was? Na, schließlich ist's jetzt gut so. Die Alte soll gespart haben. Er behielt von all den erworbenen Summen kaum so viel übrig, um die Kosten der Operation und den Aufenthalt in der Klinik zu bezahlen. Sie soll ihn pflegen und päppeln wie - ein kleines Kind. Aber ein schreckliches Ende ist das doch, weiß Gott. Schnell neh men Sie ein Glas Champagner, gnädige Frau, Sie sehen ja ganz blaß aus!" Asta schüttelte den Kopf. Ich kann mcht ich brachte keinen Schluck herur.ter. Ich will Ihre Frau Gemahlin nach der Adreue fragen. Asta beugte sich über Frau Bengalö Stuhl. Diese sprach so eifrig mit ein paar Herren, bis Asta ungeduldig wurde. Gnädige Frau, einen Augenblick nur! Was denn?" Frau Bengal sah etwas unwillig auf. Sie ließ sich nicht gern in ihrer Unterhaltung stören Ich .wollte Sie um Mengerskys Abreite bitten. Ja, liebe Frau v. Normann, auswendig weiß ich die nicht. Ich habe sie mir aber genau nonrt. Könnten Sie nicht nachsehen?" Jetzt im Auqenblick nicht, ich werde Ihnen aber morgen die Adresse schicken. Ich bin einmal hingefahren. Der Kutscher wußte den Weg, ich selbst kann mir Straßennamen und Nummern nie merkend Saöen.Sie ihn? Wen? Mengersky? Nein nur seine Frau, die ihn wie ein Drache seinen Schatz hütet eine ganz gräßliche Person! Ich habe dann Blumen und Früchte hingeschickt weiter kann man ja nichts thun. Asta erstickte fast vor Empörung Sie sah im Geist wieder,, wie Mengersky damals in diesen Salon trat. Frau Bengal- mit ausgebreiteten Armen auf ihn zustürzte und schrie: .Meister unser Meister!" Wie alle ihn dann umdrängten. Und jetzt war ' er keraessen. ausgelöscht aus der Liste der Lebenden. Er konnte ihnen ja ke'ntn Genuß mehr verschaffen, und um einen Unglücklichen zu . trösten dazu feblte'es allen an Lust und Zeit. Sie drehte der herzlosen Frau den Rücken, die Menschen hier widerten sie vlöklick an. , 'Was verband sie alle eiaent!ich7 7.ur Eitelkeit, Genutzsucht,
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ü t a t Hemiett? v. Meerheimb nun a n n n Streben nach Geld und Auszeichnung gen. Ueber den Gefallenen hinweg ging die Jagd rücksichtslos weiter. Sie schlupfte unbemerkt hinaus und nahm selbst ihren Mantel aus der Garderobe. Zum Gluck fuhr zufällig eme leere Droschke die Thiergarten straße herunter. Sie stieg schnell ein. Ihr Kopf brannte, das Herz that ihr weh. Die eigene Enttäuschung über Bengals kühl gleichgiltiges Benehmen war vergessen über dem qualvollen Mitleid, das ihr Herz zerriß, wenn sie an Mengersky dachte. Nicht mehr spielen können. Er: Sie vergrub sich die nächsten Tage in ihr Zimmer, denn sie mochte die heiter lachende Sonne, die geschäftig lausenden Menschen mcht sehen. . Ueber alles fiel ein Trauerschleier. Sie starrte oft aanz. geistesabwesend die anderen Pensionäre an. Wie war es nur möguch, daß die so gleichgiltig heiter miteinander redeten? Wußte keiner, was alle Welt damit verlor, u. Mengerskys Geige verstummt war? Mit Ungeduld wartete sie atif die Nachricht von Frau Bengal. Bergebens! Die oberflächliche Frau hatte ih? Versprechen gewiß vollständig vergessen. Im Adreßbuch stand Mengerskys Name noch nicht. .Sie beschloß endlich. zu Herrn Noiengart zu gehen: der wußte vielleicht die Wohnung. Ihre ursprüngliche Absicht, ihn um Arrangirung eines Konzerts für sich zu bitten, verschwand ihr ganzlicy aus dem Gedächtniß. Rosengart ließ sie diesmal bedeutend länger warten. Asta ärgerte sich, daß sie ihm ihre Visitenkarte mit ihrem jetzigen Namen hereinschickte. Sie hätte einfach als Asta v. Hollen eine Unterredunq erbitten sollen, dann würde er gewußt haben, wer ihn sprechen wollte. Endlich kam Rosengart mit recht verdrießlichem Gesichtsausdruck aus seinem Allerheiligsten hervor. Womit kann ich dienen? Bin sehr eilig, meine Gnädige." Kennen Sie Mich mcht mehr, Herr Rosengart?" Asta zwang sich zu einem liebenswürdigen Lächeln. Ich bm Ulta v. Hollen. Rosengart zog die Schultern hoch. Ja, n;einc verehrte Dame, wie soll ich all die Namen behalten!" Erinnern Sie sich denn nicht, daß ich vor zwei Jahren Mit Mengersky zusammen Konzerte gab, das Veilchenued sang? Bengal malte mich. Professor Bengal malt sehr rnele.Aber, ja ja, ich entsinne mich. Sie sind jetzt verheirathet, gnädige Frau? Gratullre. Aun lst's mit dem Singen wohl vorbei? Begreife das vollständig." Asta erschien der Mann noch wider wärtiger wie früher.- Dcr'Jhr Gedächtniß sehr kurz zu fein scheint, Herr Rosengart." fing sie mit hörbarer Ungeduld und Verstimmung an, so konnen Sie mir. wohl auch mcht Herrn Mengerskys Adresse geben? Haben Sie den auch vergessen?" . Mengersky? Aber meine Gnadige unseren berühmten Mengersky vergessen! Ja, das ist em schreckliches Ge schick! Rosengarts Gesicht drückte lebHaftes Bedauern aus. Er ging an seinen Schreibtisch und kramte m emem Fach herum. Hier ist die Adresse: Charlottenburg. Schillerstraße 91. Drei Treppen. Danke sehr." Asta verwahrte den Zettel. Jetzt werden wohl nicht mehr viele Konzerte gegeben? smg sie an. Sie wollte Herrn Rosengart feine Bitte erleichtern. Einige noch. Das Publikum ist etwas konzertmüde, es muß schon-ganz was Besonderes sein, wenn es kommen soll.. Ja, wenn Mengersky noch spielte das zöge. Aber kleine Liederabende 0 je! damit kriegen wir jetzt kein volles Haus." Ich wollte auch gar kein Konzert geben." Asta erröthete ärgerlich über ihre bittere Enttäuschung. Höchstens wurde ich bei emem Wohlthangkeüskonzert mitwirken. Wohlthätigkeitskonzert? Ja, da bringen Sie mich auf eine Idee. So etwas soll ich arrangiren. Eine Matinee zum Besten irgend eines FerienHeims. Wenn Sie dabei mitsingen wollen das läßt sich machen. Natüruch ohne Honorar. Ich will es mir überlegen. Wenn mein Mann cs$ erlaubt " Rosengart verbeugte sich. Werde Ihnen also schreiben, gnädige Frau. Ihre Adresse?" Asta gab sie. Sie wußte gar nichts mebr zu saaen. Rosenaarts aesckäftsmäßig schnelle Art der Abfertigung hatte ihr a noch bekannt sein müssen. aber sie konnte trotzdem ein Gefühl der Kränkung nicht überwinden, auch von ihm völlig vergessen worden zu sein. Langsam, muthlos ging sie die Treppe des eleganten Hauses, wieder herunter. Unterwegs kaufte sie meinen wundervollen Strauß dunkelrother Ro fen, die wollte sie heute Nachmittag Mengersky bringen, vielleicht ihm ein Lied vorsingen, nicht nur um seine ersehnte Bewunderung zu erringen, .sondern um ihn zu trösten. Wenn er es wüns chte, . würde sie jeden Tag zu ihm kommen. Vielleicht gelang es ihr. ibn
dazu zu bewegen, das Wohlthätigkeits-
konzert zu besuchen. Sie wollte ihn jedenfalls fragen,' zu welchen Liedern er ihr rietZe. Einst that sie ja nichts ohne seinen Rath. 17. K a p i t e l. rüh am Nachmittag fuhr Asta nach Charlottenburg hinaus. Sie trug ein weißes Tuchkleid, das ihre schlanke, mädchenhafte Gestalt eng umschloß, einen großen weißen Strohhut, mit duftigem Tüll und einem rosa Erikakranz garn'irt. Der Strauß dunkelrother Rosen lag aus ihrem Schooß. S:e merkte, daß viele Vorübergehende ihr in's Gesicht starrten. Eine wehmüthige Freude erfüllte sie. Er würde sie unverändert schön und jung sehen.. Wie aber würde sie ihn finden? Das interessante Eesicht von Leiden durchgeistigt, tn den großen Künstleraugen den stillen, hoheitsvollen Blick des Ueberwinders. Mit laut . klopfendem Herzen stieg sie die knarrende Holztreppe des Hauses hinauf. Von der zweiten Etage an Körte der Läufer auf. An der ftlur thür klebte statt des Schildeh eine ziemuch schmutzige Visitenkarte mit fernern Namen. Zaghaft drückte sie auf die Klingel. Es dauerte sehr lange, bis Jemand kam. Endlich näh:rten sich Schritte der Thür, ein Auge schielte durch die kleine runde Glasöffnung, dann wurde eine Spalte aufgemacht. Ein unsauberes Dienstmädchen steckte ihren Kopf heraus. Ich möchte Herrn Mengersky besuchen," sagte Asta. Sie hielt die ausgestreckte Hand mit der Visitenkarte hin, zog sie aber wieder zurück. Sagen Sie lieber, Asta v. Hollen mochte sich nach Herrn Mengerskys Befinden erkundigen." . Der Herr ist krank. Das Dienstmädchen glotzte Asta dummdreist an, dann machte 'sie die Thür wieder zu und ueß sie draußen stehen. Nach endlos langer Zeit schlurfte wieder etwas heran. Die geheimnißvolle Thür öffnete sich, und die namliche anziehende Persönlichkeit, mit einer etwas remlicheren Schurze versehen. ließ Asta eintreten. Durch die schlecht schließenden Gardmen fiel mt Sonne qrell m's Zimmer. Asta schloß unwill rurucy fcoi dem rnenvenven 55iHt eine Sekunde die Augen, um sie nachher erstaunt im Zimmer umhergeyen zu lassen. Auf dem Tisch standen noch die Ueberreste einer .Mahlzeit unordentlich durcheinander geschoben. Ein wider llcher Geruch von Hammelfett, Knoolauch und Kohl durchzog die Luft. Zwischen den Tellern lagen Zeitungen und Clgarrenstummel, aus dem Sofa zusammengeworfene Kissen und Decken, als ob sich eben Jemand davon erhoben hätte. Vom Nebenzimmer her horte Asta sprechen. Sie verstand kein Wort. aber das mußte Mengerskys Stimme sem. Er bat, bettelte vielmehr um et was in klagenden Tönen, es klang wie unterdrücktes Schluchzen, schwach, hilflos, wie kranke Kinder weinen. Eine tiefe, rauhe Frauenstimme sprach dagegen Astas Herz schnürte sich zusammen. Am liebsten wäre sie hereingestürzt, um dem armen, schlecht behandelten Kranken zu helfen. Endlich wurde es drmnen still. Mengersky mußte seinen Wil len durchgesetzt oder sich zufrieden gegeden haben. Die Thur ging auf, eine dicke, nachlässig angezogene Frau mit einem unschonen, runzeligen Gesicht, über das wirre, graue Haar ein grellrothes Tuch gebunden, schob sich herem. Asta starrte sie an. Das war also Mengerskys Frau! Sie wußte nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Ich wollte mich nach Herrn Mengersky erkundigen, sagte sie. Die Augen der Frau musterten erstaunt das reizende Gesicht. Ich möchte ihm ein paar Blumen bringen. Darf ich ihn sehen?" Mein Mann ist krank sehr schlecht heute. Ist der Arm immer noch nicht ge beilt?" Nein sehr böse. Er ist zu spät abgenommen, sagen die Aerzte. Es kommen immer noch Knochensplitter aus der Wunde. Er schreit beim Verbm den o, er schreit!" Sie legte die Hand auf die Brust. Es zerreißt emem das Herz. Er soll kein Morphium haben. aber er bettelt darum Tag und Nacht." Also das war der Grund von Mengerskys Thränen und Bitten! Asta kam auf einmal die Gestalt der Frau nicht mehr abstoßen vor. In den out müthigen, tiefliegenden Augen alänte es feucht. Sie fuhr sich mit dem Rücken der Hand über die Lider, wie wenn sie sich schämte . Geben . Sie ihm denn Morphium?" fragte Asta .leise. Ja. . Ich kann daö Jammern nicht hören. 'Dann hat er wenigstens ein paar Stunden Ruhe. Sie wollen also zu ihm? Er ist 'jetzt besser nach der Einspritzung. Asta nickte. Ich möchte ihm die Rosen geben. ' Ach, Rosen!" sagte die Frau ver achtlich. Was hat er früher für Blu men bekommen und Lorbeerkränze ganze Wagen voll!" Sie trat plötzlich dicht vor Asta hin und schüttelte ihre beiden erhobenen Arme vor dem Gesicht der' jungen Frau, die ganz er schrecken zurückprallte.' .Beide Hände wollt' ich mir abschnei den lassen und die Beine dazu, wenn er seinen Arm noch hätte!" schluchzte sie auf. 'Nach einer Weile erst Lvurde sie ruhi
ger. Sie schlich auf 'den Äehenspiken
zur Thür,, Asta folgte. Im Krankenzimmer herrschte dieselbe schlamviae Unordnung. - Gebrauchte Gläser, Medizinslaschen auf allen Tischen Verbandzeug, ein aufgeschlagenes Bett mit zerwühlten Decken. Mengersky saß im Lehnstuhl am Fenster. Seine Frau trat zu ihm und zog ihm den fleckigen Schlafrock über der Brust zusammen. Da ist eine hübsche junge Dame, Joseph, die Dich sprechen will." Asta kam langsam näher. Sie sab nicht auf, bis sie dickt vor Mengerskvs Stuhl stand. Sie hielt ihm die Rosen hin. Danke sehr!" Er t sah mit seinen tief eingesunkenen Augen eine Sekunde flüchtig in ihr Gesicht, dann wandte er sich wieder nach dem Fenster apathisch. gleichgiltig. verdrossen, wie em schwer Kranker, den das aufdringliche Mitleid verstimmt, den jede Storuna be unruhigt. Asta erschien sein aufgedunsenes. gelbliches Gesicht mit dem schlecht gefallenen Aollbart wie das emes Fremden. Sie sah auf seinen Schlafrock mit den vielen Flecken, auf seine nicht sorgfältig gewaschene Hand, die nervös mit den Fransen der bunten Bettdecke, die über seinen Knieen lag. spielte. Ein Schluchzen, das sie vergebens niederzuringen suchte, stica in ihrer Kehle auf. Alle Worte, alle Bitten erstarben in. diesem auälenden Wt leid, in das sich zu ihrer eigenen Emporung unwillkürlich Ekel über den Schmutz, die Verkommenheit des Kranken und seiner Umgebung mischte. Hier war nichts von der Erhabenheit des Leidens zu spüren, nur die seelische Zerrissenheit, stumpf duldende Hoffnungslosigkeit drängte sich auf. Kennen Sie Mich mcht - mehr? fragte sie endlich mit erstickter Stimme. Ich bin ietzt verheirathet. So, Sie sind verheirathet? Geht es Ihnen gut?" fragte er gleichgiltig. In feinen müden, glanzlosen Augen lag keine Spur von Interesse. Wie kann es mir gut gehen, wenn ich Sie so leiden sehe!" Er machte ein ungeduldig abwehrendes Zeichen mit der Hand. Asta kniete neben seinem' Stuhl nieder, unbekümmert darum, daß die staubigen Dielen Schmutzstreifen auf chrem weißen uchkleid zurücklassen mußten. Er wandte Tng widerwillig, un freundlich von ihr ab. Der Anblick ihrer jugendschönen, lcbensfrischen Erscheinung machte ihm sem eigenes Elend nur fühlbarer. Asta wußte mcht, was sie mit dem Kranken reden sollte. Es kam ihr diesem entstellten, verkrüppelten Mann gegenüber wie ein Traum vor, daß sie in seinen Armen gelegen, feine Küsse erwidert, seinen Liebesbetheuerungen gelauscht hatte. Von der sehnsüchtigen Liebe, mit der sie voller Bewunderung bisher an ihn dachte, suhlte sie zetzt nichts mehr, nur noch ein quälendes Mitleid blieb zurück. Hing ihre Liebe für Mengersky nur an semer elegan ten Erscheinung, seinem künstlerischen Ruhm? Jetzt krank, körperlich und geistig gebrochen, war er ihr auf einmal Nichts mehr? Schrecklich grausam und ungerecht! Darf ich bald einmal wiederkommen, wenn Sie wohler sind. Ihnen etwas vorlesen oder vorsingen? bat sie. Nein nein. Das greift mich an!" wehrte er ängstlich ab. Seine Augen gingen unruhig im Zimmer umher. Er suchte feine Frau. Mascha Ma scha!" Frau Mengersky kam schnell herein. Sie strich ihm über das Haar mit ihrer groben, ungepflegten Hand. Die Berührung schien ibm wohlzu thun. Bringst Du niesn bald den Kaffee?". Er sah nach seiner Uhr. Es ist Zeit ich muß nachher einnehmen." Ja, ja. Das Wasser kocht schon. Sie holte ein Spiel abgenutzter Karten aus einer Kommode hervor und schob emen Tisch heran. Mengersky legte die ziemlich schmie rigen Blätter einzeln vor sich hin. (Fortsetzung folgt.) Neuer Seruk. .Siebst Du nickt mebr Modell auf der Akademie?" Schon 'längst nicht mehr! Die Konkurrenz war zu groß und die Bezahlung zu schlecht! Ich iiV j s fFi ri x sy -Lr,, bin jetzt Berufshörer und sitze angehen den Dichtern zu iren Erstlingswer' ken!" Offen wider Mitten. Sie. Herr Rudi, auf Ihre Frisvr verwenden Sie wohl sehr viel Zeit, wel Sie stets so glatt frisirt und geschniegelt sind?" Gigerl: Ja, das muß ich zugeben mein Kopf -ist meine einzige Sckwache!" .
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