Indiana Tribüne, Volume 28, Number 65, Indianapolis, Marion County, 7 November 1904 — Page 3

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F0DR ROUTE

ocmlisten Erleiden bei den Wahlen

eine empfindliche Schlappe.

Lage an der Front unverändert. Japanische Gesandte über den angeblichen

Haager Mschlag. Nulstslyer General von chmesischen Räubern ermordet. 2lus Innsbruck. - Minister Koerbers Halwng.

Italien. DaSResultat derParla m e n t S-W a h l e n. Rom. 6. Nov. Heute fanden hier die Wahlen für die Mitglieder der Ab. geordneten-Kammer statt.. Bis Mitter nacht ist kein ernster Vorfall gemeldet. Die Resultate find von etwa 35 der Wahlkreise bekannt; es zeigt sich, daß die Macht der radikalen Partei ge-chwächt-ist, ohne jedoch die Zahl der RegierungS'Anhänger wesentlich zu erHöhen, denn die meisten der NeuEr wählten sind Conservative, die den libe ralen Ministerpräsidenten Giolitti bald m Stich lassen dürften. Sonno, der Führer der verfas ungSmübigen Opposition, hat einige einer Anhänger verloren, weil das bisher völlig durch Radikale vertretene Mailand 2 Conservative, einen Cleri ahn und 2 socialistische Reformer ge wählt hat, darunter Turati. den auch Nicht'Socialisten unterstützten. Da Turati sich gegen den General Streik aussprach, so gilt seine Wahl als Antwort auf jenen Ausstand. In Genua, wo der Streik am heftigften war. unterlagen die Radikalen. Der socialistische Führer Ferri erhielt in den meisten der 40 Wahlkreise nurZwenige Stimmen, besonders wo socialistische Candidaten hervorragen den Politikern gegenüberstanden, wie bei dem Finanzminister Luzzatti, der aus 2000 Stimmen 1866 bekam, Ferri dagegen nur 105. Die klerikalen stimmten fast überall für Conservative. Weitere Wahleingünge und die Stich wählen am nächsten Sonntag können die Lage übrigens noch wesentlich sin dern. Ost'Asien. Stellung unverändert. Gen. Kuroki'SHauptquar. tie r, 5. Nov.. über Fusan. 6. Nov. Die Stellungen beider Heere sind unverändert. Die Russen beschießen häufig, aber ohne Wirkung mit schwe ren Geschützen namentlich die japanische Linke, wo sich' die Truppen näher stehen als an andern Punkten. Die Japaner erwidern nicht. Anderswo auf den Linien ffndet jedoch allnächtlich scharfer Kugelwechsel statt. x Leiden durch Kälte. Zu der Kälte der letzten Woche trat heute ein scharfer Wind und Schnee Gestöber. Der Boden ist gefroren und die Soldaten machen nur selten Feuer, um die russischen Schüsse nicht anzuziehen. Sie benutzen Pelzröcke. Angebliche russische, Schandthaten. T o l o, 6. Nov. Eine Erklärung vom Hauptquartier beschuldigt die Ruf sen in Port Arthur des MißbrauchS der rothen Kreuz Abzeichen sowie der Miß Handlung oder Tödtung 'japanischer Verwundeter. Die Russen sandten, so heißt eS, Bewaffnete mit Abzeichen deS rothen KreuzeS in die japanischen Linien, an scheinend um nach Berwunoeten zu suchen, in Wirklichkeit jedoch um die japanische Stellung auszukundschaften. Der Fall einer japanischen Hospital Ordonnanz ist 'erzählt, der auf dem chlachtfelde- verwundet lag und von Russen getödtet wurde. .Außerdem behauptet ein anderer verwundeter Ja paner, der sich auf dem Schlachtfeld be Annäherung der Russen todt stellte. diese hätten auf verwundete Cameraden von ihm geschossen. Zur Ostsee. Flo t t e. Constant'inopel, 6. Novbr. Der russische Freiwilligen Dampfer Z)aroSlaw fuhr mit Kohlen-Vorrüthen für das Ostsee.Geschwader durch den Bosporus. Hayashi'S Erklärung. London, 6. Nov. Der japanische Gesandte Hayashi stellte einem Vertreter der Associirten Presse gegenüber die Wahrheit der russischen Erklärung, im Haag sei ein Angriff auf daS russische Geschwader organifirt worden, entschieden in Abrede.. Der Gesandte meinte, eS wäre ge rädezu selbstmörderisch für die Japaner,

Italien's

nach bisherigen Berichten durch einen Zerstörunglversuch gegen das russische Geschwader von einem neutralen Hafen aus Hie Freundschaft einer Macht aus' Spiel zu setzen, während eS doch der höchste Vortheil für sie fei, wenn das Geschwader unter seinem ge genwärtigen Admiral in japanischen Gewässern anlange. Russische Beschuldigung für unwahr erklärt. Im Haag, 6. Nov. Der hie'sige japanische Gesandte stellte heute in einer Unterredung den St. Petersburger Bericht, er habe einen Angriff auf das russische Ostsee-Gefchwader organisirt. entschieden in Abrede. Das von Rußland als Beweis der Beschuldigung in Aussicht 'gestellte Schriftstück müsse eine Fälschung sein. . Von Port Arthur. London, 7. Nov. SpecialDepeschen aus Ehe Foo und Tkentsin zufolze haben sich die Vertheidiger von Port Arthur nach dem Fort auf dem Liati-Hljgel zurückgezogen, wo sie derzweifelt kämpfen Viele Russen defertiren und strecken die Waffen. Bestätigt sind diese Berichte nicht. NordseeCommtssion. St. Petersburg. 6. Nov. Der britische Botschafter Hardinge imterbreitete heute dem Minister LamSd,rff 3 weitere Artikel des englischrusfischen Convention UedereinkommenS; der wichtigste lautet, daß die Entscheidung der Mehrheit der Commission bindend sein soll. KhabarovSk. 6. Nov. Auf Befehl des General Kuropatkin reiste General Linevitch heute zu den Feldtruppen ab. Von Banditen ermordet. S t. P e t e r S b u r g, 6. November. Gm Kuropatkin meldet. daßGen.-Leut nantSoydenoff, den Vicekönig Alexieff mit nur 2 Dolmetschern u. einem Cou rier zur Erforschung der Mongolei aussandte, am 3. November bei der chinesischen Ost'Bahn von chinesischen Banditen überfallen wurde. Ein Dol metscher wurde umgebracht, die übrigen Leute gefangen. Versolgende Cavallerie fand die Lei chen von Boydenoff und seiner beiden andern Begleiter; sie sind nach Harbin verbracht. Am 5. November schlugen die Russen einen Angriff auf ihre rechte Flanke zurück; 5 Leute sielen, Berichte über heutige Gefechte liegen nicht vor. Verstärkungen der Russen. Berlin, 6. Nov. Der Sörre spondent deS .Lokol'Anzeiger" behaup tet, aus der zuverlässigsten Quelle die Mittheilung , daß nach der letzten Schlacht 34,000 kranke oder verwunbete Russen fortgeschafft worden sind. erhalten zu haben. Oberst Gaedke, der Correspondent des Berliner Tageblatt" bei der rus sischen Armee, telegraphirt, daß trotz der Nähe deS Feindes die Stellungen der Russen am Shakhe-Fluß von Tag zu Tag stärker werden. Die Möglich keit eines Angriffs der Japaner nimmt. wie Oberst Gaedke weiter sagt, stetig ab und viele Sachverständige erwarten eine Entscheidungsschlacht überhaup nicht vor dem Frühling. Die beiden spanischen Attaches stehen im Begriff, die Heimreise anzutreten, und andere werdm ihnen wahrscheinlich bald folgen. Ein Ballon-Schis f. Berlin, 6. Nov. Der. Norddeutsche Lloyd Dampfer Lahn", der vor einigen Monaten an Rußland der kauft wurde, ist einem vollständigen Umbau unterzogen worden und wird als Fesselballon - Schiff dienen. Der Befanmäft' ist herausgenommen wor den, um Gasgeneratoren Platz zu ma chen, und das Schiff mit drahtlosem Telegraphen-Apparat und mächtigen Scheinwerfern ausgestattet. ES fuhr kürzlich von Geeftemünde nach Ruß land ab. i Tod der Kronprinzessin. S ö'U l. 6. Nov. Die Kronprinzesstn ist gestern gestorben.

Unsinniger Haß Deutsche und Italiener liefern sich vieder einen erbitterten Kampf. Mailand, 6. Nov. Etwa 500 Studenten versammelten sich im Mit elpunkte der Stadt unter den Rufen ,Nieder mit Oesterreich" und riefen den Jnnsbrucker Correspondenten des H. Corriere de.La Serra auf den Balkon eines Hotels. Er war eben nach chlimmer Mißhandlung durch die Deutschen in Innsbruck angekommen. Nachher begannen 4 Deutsche in einem Cafe die Wacht am Rhein" anzustimmen. Rufe um Ruhe führten zu neuen Beleidigungen und der Erklä rung die Italiener seien Feiglinge. ES begann darauf eine Prügelei mit Stöcken, wobei verschiedene verletzt wurden. Schließlich stellte die Polizei die Ordnung wieder her. Koerber aufSeite derDeuts ch e n - F e i n d e. Wien, 6. Nov. Ministerpräsident v. Koerber hatte heute Nachmittag mit dem Jnnsbrucker ViceBürgermeister Erler und Herrn Denchatte. Führer der Volkspartei, eine stürmische Unter, redung. Der Minister weigerte sich entschieden, die italienische Fakultät der Jnnsbrucker Universität zu schließen. BestattungdeSBajonettOpfers. Innsbruck. 6.' Nov. Die Leiche des am 3. Nov. durch einen BajonettStich getödteten Malers Prezzey wurde heute in Gegenwart einer zahlreichen Menge und unter eindrucksvollen Feierlichkeiten auf dem hiesigen Friedhos bestattet. Völlige Ordnung herrschte. Eine große Abtheilung Gendarmen hielt den Weg frei; zahlreiche Truppen wurden in Reserve gehalten.' Der Stadtrath hatte ein Begräbniß au öffentliche Kosten beschlossen und au allen öffentlichen Gebäuden wehten schwarze Fahnen. Dem Sarge folg ten der Bürgermeister, Stadträthe, der Rektor der Universität. Mitglieder deS akademischen Senats und Studen ten-Verbindungen mit Fahnen. Der Sarg war mit einer Menge von Krän zen bedeckt. Bürgermeister Creil und Abgeordne ter Schalk sprachen am Grabe. Nach dem Begräbnisse zogen Schaa ren unter Absingen deutscher Lieder durch die Stadt; 3000 Leute versam melten' sich in der Maria Theresia Straße, wo die Abgeordneten Berger und Stein ausreizende Ansprachen hiel ten. Die Polizei legte sich in'S Mittel. die beiden Abgeordneten flohen nach dem Bahnhofe und fuhren nach Wien, um sich der Verhaftung zu entziehen. In der ganzen Stadt ist die Er gung groß, aber Unruhen kamen Abends nicht vor. Innsbruck, 6. Nov. Am Abend gingen die Unruhen von Neuem los. Eine Menschenmenge zog johlend durch die Straßen und brannte unter den Pferden der ruhestiftenden sen darmen Feuerwerk ab. Nachdem die Tu multuanten durch Verstärkungen zer streut waen, wurde die Straße nach dem Schlosse für den Verkehr ge schlössen. , Deutschland. Amerik. VersicherungöGesellschaften.. Berlin, ' ö. Nov.' Wie der Hann. Courier" berichtet, soll der N. Y. Lebensversicherungs.Gesellschaft die Concession, für Deutschland nicht ertheilt werden. Die Meldung steh in direktem Gegensatz zu der Bekannt machung deS ReichsanzeigerS" vom 10. Oktober v. I., laut welcher der N. ?). Life Ins. Co." bei gleichzeitiger Genehmigung ihres abgeänderten Ge fchäftSplaneS die Erlaubniß zum Be trieb der Lebensversicherung für den Umfang deS Deutschen Reiches mit Au& nähme von Elsaß - Lothringen ertheil worden sei, und diese Zulassung mi dem 1. Janur 1905 in Wirksamkei treten solle. It u S d e n tt o l o n i e n. Berlin,. Nov. Die Deutsche Kolonial'Zeitung", das Organ der Kolonial'Gesellfchaft, tadelt den ofsi ziösen Optimismus betreffs der Lage in Deutsch - Südwestafrika und das amtliche Vertuschung;. System, wodurch die dortigen -Zustände verschleier würden, bis es zu spät sei. Speziell wird die ' amtliche Kurzsichtigkeit be treffs der WitboiS auf das Schörsste gerügt, deren Erhebung für die maß gebenden Gewalten wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam.

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Die Kölnische Zeitung" meldet, daß

mehrere Stämme im westafrikanischen Schutzgebiet Kamerun aufrührerisch' geworden seien. Leutnant Freiherr zu Putlitz von der Schutztruppe sür Kamerun wurde mit seiner Abtheilung von den Eingeborenen angegriffen, und durch eine bedeutende Uebermacht zum Rückzüge gezwungen. Mehrere Kara wanen wurden attackirt und beraubt. Die Lage in Kamerun ist allerdings nsofern für Deutschland günstiger, als die Eingeborenen in viele Stämme ge palten sind, welche ohne Zusammen halt sind und sich vielfach sogar gegen eitig befehde, während die Herero und Hottentotten innerlich fest geschlossen sind. Welfi scher Uebermuth. B e r l i n, 6 Nov. Zu Warendorf im preußischen Regierungsbezirk Münfter erscheint jetzt ein Welfenblatt Westfälische Rundschau." ES führt in seinen Spalten eine besondere Rubtik: 'Königreich Hannover. Hiesige Zeitungen erklären eS für echt bezeichnend, daß Derartiges im preußischen Westfalen möglich ist. Prinz Adalb.ert nach .Manila. Berlin. 6. Novbr. Auf Befehl deS Kaisers wird sein dritter Sohn, Leutnant zur See Prinz Adalbert, mit dem Panzerkreuzer Hertha, auf dem er jetzt in. Oftasien Dienst thut, im Februar die Gewässer der Philippinen besuchen und im Hasen von Manila Aufenthalt nehmen. Es ist das erste Mal, dader Prinz eine amerikanische Colonie besucht. Mit brennender Ladung. Bremen. 6. Nov. Der amerikanische Dampfer Guernsey", am 15. Oktober von Savannah, Ga., abgefahren, kam mit brennender Ladung an, etwa 3,000 Ballen Baumwolle in Flammen. DaS Feuer brach vor 2 Tagen auS, ist aber jetzt beinahe gelöscht. .Großbritannien. Amerikanische Schiffe. Gibraltar, 6. Nov. Die Kreuzer Olympia", Cleveland" und Des MoineS" vom europäischen Geschwader der Vereinigten Staaten unter Admiral Jewell sind hier angelangt. Die Olympia" hatte den durch einen Zusammenstoß mit ihr schlimm beschädigten britischen Schooner Elizabeth" im Schlepptau. Die Olympia" litt keinen Schaden. ' Philippinen. JapanischeReservisten. Manila, 6. Nov. Die japanischen Reservisten, welche auf den Inseln wohnten, sind zu den Fahnen berufen, etwa 600. Wright inspieirt. Commissar Wright tritt am 12. November eine 30 tägige JnspektionSTour durch die Provinzen Mindanoa und Jolo an. ' Die Schlachtschiffe Oregon" und Wisconsin", Krenzer Cincinnati". Zerstörer Decatur" und Kohlenschiff Sterling" vom asiatischen Geschwader trafen heute zu den Manövern ein. Eines Blinden Rache. William Cochran, ein blinder Mann in Plano, Tex., dessen Frau ihn verlassen hatte und in das Haus ihrer Mutter zurückgekehrt war, hat in rasender Eifersucht fürchterliche Blutarbeit verübt. Neulich bewog der Blinde seinen Neffen, einen 18jährigen Knaben, ihn aus seiner Wohnung nach dem Hause der Schwiegermutter, Frau James Skelton, zu geleiten, um, wie er angab, sich mit seiner Gattin . auszusöhnen. Ahnungslos setzte sich, die Frau neben ihm auf einen Stuhl, als der Blinde sie plötzlich packte und ihr ein Dolchmessey in die linke Brust stieß. Mit einem Aufschrei sank die Frau zu Boden. Die alte Mutter, die aus dem Nebenzimmer herbeieilte, wurde von dem Mörder durch mehrere Dolchstiche iodt niedergestreckt. Dann verließ der Blinde das Haus, stieß den von dem Blute, seiner beiden Opfer triefenden Dolch in den Erdboden und schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Geduttkensplitter. Unser größtes Vermögen ist immer, waö wir vermögen." , Wie oft schon, wenn den Helden wem erkennt. War die Begeisterung dafür ein Feh ler: ' So mancher, der sich kühn ein Streiter nennt, Ist weiter nichts als ein Krakehlcr. Bedenkliche Ehrlichkeit. Gast: Gestern ist mir hier mein Schirm gestohlen worden!"' Wirth (grob): Ach was, gestohlen, bei mir verkehren nur' ehrliche Leute . . . wenn's nicht mehr regnet, wird er sich schon wieder emZinden!

Tte britischen Flottenmanöver 1904. Lehrreiche Einzelheiten über die englischen Flottenmanöver im August d. I. haben erst jetzt den Weg in die Öffentlichkeit finden können, da während der Uebungen selbst eine strenge Zensur über die gesammte Berichterstttung gewacht, hat, weshalb das, tras die englische Presse über die Manöver damals melden durfte, sich nicht über den Rahmen der landläufigen Auszählung der sich täglich abspielenden Ereignisse erheben konnte. Das Charakteristische der diesjähngen Flottenübungen, bei denen einer ganz außergewöhnlich stattlichen Zahl von Linienschiffen und Kreuzcrn die Hauptrolle zugefallen war, lag hauptsächlich in bet Verwendung und Erprobung vonTorpedobooi- und Unterseebooiflottillen verschiedenster und theilweise neuester Bauart und in größerer Zahl, als sie. bisher zu Manövern zusammengezogen worden waren. Vor allen Dingen kam es der Admiralität darauf an, die Untuseeböte einmal gründlich einer praktischen Probe zu unterziehen ... Im Ganzcn genommen müssen die Erwartungen, die an die Leistungen der englischen Unterseeboote während der Manöver dieses Jahres geknüpft wurden, als nicht erfüllt angesehen werden. Jedenfalls, steht fest, daß kein einziges Unterseeboot zu irgend welch' nennenswerther offensiver Verwendung auf hoher See gelangte. Und dabei lagen die Verhältnisse noch insofern besonders günstig für die Unterseeboote, als zumeist kein hohcr Seegang war und die den Hafen von Milford blockirenden, vier Linienschiffe nicht allzuweit, von der Außenreede ruhig vor A& lagen. Aber die Boote wagten sich überhaupt nur ein einziges Mal ins offene Meer hinaus, wurden hierbei, da sie an der 'Oberfläche fuhren, von den Scheinwerfern des Blockadegeschwaders rechtzeitig erkannt und geriethen endlich in ein kurzes Gefecht mit den feindlichen Torpedobootzerstörern. wobei sie zwar drei derselben außer Gefecht setzten, selbst aber den Verlust von zwei Booten zu beklagen hatten. Auf der an-

deren Seite ist die Anwesenheit ' der Unterseeboote im Milford-Hafen auf den auf der Wacht liegenden Gegner augenscheinlich von großem moralischen Einfluß gewesen, so daß somit die Boote auch bei dieser Gelegenheit ihren defensiven Werth, den man ichon immer anerkannt hat, von neuem bethätigt haben. Einwandfrei ist namlich festaestellt, daß die Blockadeflotte des Vizeadmirals Wilson. obgleich sie reichlich mit schnellen Torpedobootzer störern versehen war, die sie ausgiebigst zu offensiven Vorstößen verwenden sollte, aus Besorgniß' vor überra schenden Angrissen der feindlichen Unterseeboote nur ganz unvollständig den Hafen von Milford abgeschlossen und sich nie recht zu aktiver Thätigkeit entschlossen' hat. Zum Unterschied zu der Kritik über die Unterseeboote lauten die Urtheil über die bei den Manövern erstmalig erprobten Torpegobootzerstörer neuester Bauart, von denen vierzehn bei der blauen Partei eingetheilt waren, übereinstimmend gut. Als ein auffallendes Resultat der Manöver sind endlich noch die zahlreichen Beschädigungen zu nennen, von denen die Schiffe der Uebungsflotte betroffen wurden. Als außer Gefecht gesetzt führt eine glaubwürdige Zusammenstellut.g auf: zwei Schlachtfchiffe, einen Kreuzer, ein Kanonenboot, sechs Torpedobootzerstörer und drei Torpedoboote. Von der französischen Flotte. Die Ermittelungen der französischen Marinekommiffion scheinen auch in Toulon wenig günstig ausgefallen zu sein und also mit den Festslellungen in Brest und Cherbou'.g Lberein zustimmen. Selbst Zeitungen, die durchaus nicht Widersacher des Marineministers Pelletan sind, räumen ein, daß sehr große Mißstände vorhanden sind. So heißt es im Journal": Wir haben nur für das Auge' bestimmte Proviante, alte ausrangierte Maschinen, die man wieder hervorgeholt, und einen Schiffskommandanien gefunden, der sein Kommando ohne Einstellungsbrief des Ministers nur auf den mündlichen Befehl des Seepräfekten übernommen hatte." Der' früyere Maiineminister Lockroy erklärt, die Enquetekomniission kebre mit' der Ueberzeugung zurück, daß. alles, was geger. die Geschäftsführung Pelletans vorgebracht wurde, mehr als zutreffe. Der materielle Schaden ist groß, aber der moralische noch viel größer. Einstellung der Torpedobootfahrten, der Arbeiten an den Tauchbooten, Mangel an Homogenität der Geschwader, das ist der materiell: Schaden; Zuchtlosigkeit der Arsenalarbeite?, die bereits nach dem Zergnisse tes Admirals Caillard auf die. Mannschaften der Kriegsmarine Lbe: greift, darin bestehe die moralische." Die Kommission hatte übrigens Gelegenheit, sich durch den Augenschein von der zunehmenden Zuchtlosigkeit gewisser Bestandttheile der Marine zu überzeugen, da bei ihrem Eintreffen in Toulon gerade ein Matrose und ein Kolonialinfanterist wegen Angriffs mit bewaffneter Hand und Ausplünderung mehrerer Passanten festgenom mei worden waren, nachdem sie den Polizisten einen heftigen Widerstand entaeaengesedi batten.

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