Indiana Tribüne, Volume 28, Number 63, Indianapolis, Marion County, 4 November 1904 — Page 7
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fiisfßrucfi -- N n n n nnw Fortsetzung , 'Die thöricht? Liebe seiner Mutter, die ihn in allem bestärkte gegen den Willen des Vaters," antwortete WilHerrn. Wie hart Du bist! Wenn er nun seinen? inneren Drang durchaus folgen mußte?" Das Wort .Pflicht' steht wohl nicht in Deinem Lexikon? An Hollens Stelle würde ich dem Jungen die Lust vertreiben, sich so etwas noch einmal einfallen zu lassen." Er machte eine leicht verständliche Handbewegung. Asta war empört. Einen dreizehnjährigen Jungen kann man doch nicht wie ein kleines Kind schlagen." Wenn er sich wie ein solches benimmt sicher. Aber Hollen war immer zu weich. Sowie er den Jungen wieder hat, ist alles vergessen." Hätte er ihn nur erst! Wie wird Ellen sich ängstigen!" Das hat sie selbst verschuldet. Ich gehe' jetzt nach dem Hafen. Auf allen Schiffen soll nachgeforscht werden, ob Jemand etwas von dem dummen Jungen gesehen hat. Ich telegraphire nach Kiel an den Hafenkommandanten." Mit kurzem Gruß ging er hinaus. Asta sah ihm mit gemischten Gefühlen nach. Eigentlich imponirte ihr seine straffe Enekgie. Ausnahmsweise dachte sie einmal über ihren Mann und nicht nur über ihre Musik nach. Lässig zog sie den Faden durch die Stickerei. Bei jedem Klingeln fuhr sie empor, beständig hoffte sie auf Nachricht von Otto. ' Vorläufig führten Williams Erkundrgungen zu keinem Resultat. Am Abend lief ein verzweifelter Vrief von Ellen ein, Otto habe hermlich in der Nacht vom Sonntag zum Montag das Haus verlassen und auf einem zurückgelassenen Zettel nur flüchtig geschrieben, er wolle sich als Schiffsjunge verdingen. Dies Leben hielte er nicht aus. Der Vater ließ: ihn ja doch nicht Marmeofsnier werden, also müsse er ver suchen, auf eigene Hand aufs Meer zu kommen. Asta, ich bin schuld an diesem Un glück," ging der Brief weiter. Hätte ich Otto nicht in der Widersetzlichkeit gegen seinen Vater bestärkt, seinen Gedanken und Wünschen Vorschub gele: stet, vielleicht wäre alles anders gekommen. Er hatte sich schließlich eingelebt, in einem anderen Beruf Zufriedenheit gefunden. Was soll ich nun anfangen? Wenn wir das Kind nicht finden, wenn Otto wirklich diesen tollen Plan aus führt von vornherein ist dann sein Leben verfehlt. Durch meine Schuld hauptsächlich dagegen hilft kein Ohrenverstopfen und Augenzuhalten. Asta gab William den Brief. Er zuckte die Achseln. Hoffentlich kommt ihre Einsicht Nicht zu spat. Ich habe um Urlaub gebeten und fahre nach Kiel. Ich werde an Hollen telegraphiren, daß wir uns m Hamburg treffen und zusammen suchen wollen. Asta sah dankbar zu ihm auf. Wie gut Du bist! Er runzelte die Stirn. Vielleicht hab' ich auch wieder die geheime böse Absicht dabei. Euch alle durch Dankbarkeit unter meinen Willen zu zwingen." Sie verstand sehr wohl, worauf er anspielte. So habe ich es doch nicht gemeint, murmelte sie. Nicht? ' Nun, es klang aber so. Willst Du mir meine ungerechten Worte von jenem Abend mcht verzei hm2u frnt 5? IZj Er sah ernst auf sie herunter. Verzeihen ja, gern. Ob ich sie vergessen kann, weiß ich .nicht. Asta, ehe man solche Beschuldigung ausspricht, muß man sich sehr klar darüber sein, ob der andere sie auch wirklich verdient hat. Deine Worte mußten nothwendig unser Verhältniß zueinander andern. Asta wußte nichts darauf zu antwor- , e tfi ? r ffl.I len. ie cniuaie muyiam oic aujiici cenden Thränen herunter. Er schien ihre Aufregung nichts zu sebm oder nicht beachten zu wollen. Am Nachmittaa reiste er ab. Asta hielt ihm mit einem schüchternen Lächeln ihren Mund hin, aber er kutzte nur flüchtig ihre Hand. Diese liiij! Haltung von ihm ärgerte sie unbeschreiblich und verwandelte ihr - r . ' rci - reuiges tocrnnogejugi ojoxi in oas einer unverdient erlittenen Kränkung. Sehr verstimmt blieb sie am Fenster ihres Salons sitzen und sah auf das Getriebe am Hafen herunter Das Zimmer lag im 'Hochparterre, jeder Vorübergehende war deutlich zu erkennen. Eine schmale Junaenaestalt, .: die lange Zeit dicht am Wasser entlang schlenderte und dem Hinaufwinden der Nässer aus die Schiffe zu ad. fiel lyr auf. Etwas in der Haltung des dunkellockigen Kopfes erinnerte sie an Otto. Als der Junge sich mehr den Haufern zuwandte, erkannte sie ihn deutlich. Ihr Herzschlag setzte fast aus vor freudigem Schreck. Ohne sich zu besinnen ohne Hut und Mantel lief sie aus dem Hause die Straße hinunter. Gottlob. der ruinae stand noch aus dem selben Platz! Sie legte ihm von hinten die Hand auf die Schulter. Der Junge fuhr herum. Als er Asta
n u n Xfc tx tu ich 1 o tu a t van Hmriette v. Menhewb tt U tt w w u tt erkannte, verwandelte sich sein schrockener Ausdruck blitzschnell. ,Tante Du! Zu Dir wollt' kommen. Ich traute mich nur mcht recht." Otto Liebling!" Asta legte beide Arme um die schmalen Schultern ihres Neffeä. Komm mit mir in's Haus. Ich bin ganz allein. William sucht Dich in Kiel und Dein armer Vater " Sie konnte mcht welterfprechen. Sie sah nur bittend in Ottos Gesicht. Wie blan Du bist! Du hast gewiß lange nichts gegessen?" Seit gestern früh mchts mehr, Tante." Aber Herzensjunge, warum denn nicht?" , Ich hatte kein Geld mehr. Ich dachte, man würde mich in Hamburg gleich als Schiffsjungen annehmen. Aber ohne schriftliche Erlaubniß vom Vater oder Vormund wollte kein Kapitän sich darauf einlassen. Da bin ich mit meinem letzten Geld hierher gefahren. Ich dachte, Tante Asta gibt mir schon etwas." Vor allem mußt Du ordentlich essen und Dich ordentlich ausruhen." Otto ließ sich von ihr rn's Haus führen, Hunger und Müdigkeit machten ihn fügsam. Asta wußte gar nicht, was sie ihm alles vorsetzen sollte. Wein, kaltes Fleisch, Eier waren schnell bereit. Otto fiel mit Heißhunger über die Speisen her. Als er endlich satt war, packte Asta ihn auf ihr Sofa. Eine bleierne Müdigkeit zog ihm die Augenlider so fort herunter. Noch halb im Emschlafen faßte er nach ihrer Hand. Wie gut Du zu mir bist, Tante!" Asta küßte seme Stirne. .Sie blieb lange neben ihm stehen und sah ihn an. Schlafend hatte er noch 'ganz sein Kindergesicht. Das lockige Haar hing etwas wirr m die Stirn," die Wangen färbten sich rosig, der trotzige Zug um die halboffenen Lippen verschwand und machte emem friedlichen Ausdruck Platz. Wie Ellen ihn liebte! Wie stolz sie auf dies starke, blühende Kind war! Es mußte eme schwere Aufgabe sein, einen Sohn zu erziehen schwer, aber schön. Alles andere trat dagegen zurück. Sie, Asta, war wohl zu schwach, zu ausgefüllt von anderen Dingen sie verdiente dies Glück gar nicht! Thränen liefen plötzlich unaufhaltsam über ihr Gesicht. Sie hatte ihr Kind nur mit Schmerzen geboren, um es gleich wieder zu verlieren. Was war sie? Eine kinderlose Mutter, ein Unding ein Nichts. Nicht einmal eme rechte Frau! Denn auch die Liebe ihres Mannes entglitt ihr, sie hatte nicht verstanden, sie festzuhalten. Eine grenzenlose Sehnsucht nach dem kleinen Grabe da draußen auf dem Friedhofe erfaßte sie plötzlich. Sie war noch nie hingegangen, sie . wußte nicht, wo es lag, ob ein Kreuzchen die Stelle bezeichnete, ob nicht. Bis letzt hatte sie ude Erinnerung daran gewaltsam zurückgedrängt. Der Schmerz konnte mchts andern, und seelische Qualen und Erregungen schadeten der Stimme. - Sie hatte ihr Ktnd, sie hatte den berechtigten Schmerz um fein kleines verlorenes 'Leben verstoßen, um ihrem Götzen zu dienei! Wie ein Blitzstrahl durchzuckte sie diese Erkenntniß. Heiße Thränen sielen aus das Gesicht de? schlafenden Knaben. Otto hob -den Arm. Mutti!", sagte er halb im Traum, dann drehte er sich auf die andere Seite und schlief weiter. Asta schlich gerauschlos zur Thur, sie mußte Ellen aus ihren Sorgen reißen. Sie telegraphirte ih? die Freudenbotschaft, an Kurt und William ebenfalls. Otto schlief fo fest, daß der Bursche ihn in's Bett trug, ihn mit Astas Hilfe auszog, ohne daß er wach wurde. Armer Junge! Was mochte er m den drei Tagen, in denen er herumirrte, ge litten haben! William kam spät m der Nacht zurück. Er war zwar auch sehr erleichtert über Ottos Auffindung, sah aber die ganze Geschichte mcht m dem rosigen Versöhnungsiicht wie Asta. Sie konnte ihn nicht zu dem Versprechen bewegen, dem Knaben keine Vorwürfe zu machen. Otto war etwas unbehaglich zu Muth, als Asta ihn am anderen Mo? gen weckte und ihm mittheilte, Onkel William fei zurückgekehrt und wolle ihn sehen. Mit Bitten und Zureden brachtk sie ihn endlich dazu, mit ihr in dessen Zimmer zu kommen. Sie selbst ging dann in ihren Salon. Sie lehnte die Thür an, um im Nothfall hilfreich einareifen zu können. Durch die. Spalte konnte sie William, der am Schreibtisch saß. sehen. Sein Gesichts ausdruck weissagte nichts Gutes. Otto kam mit zögernden Schritten zu :hm heran. ' Ein paar Sekunden war tiefe Stille. Die leise gesprochenen Worte Ottos konnte Asta nicht verstehen, ihr Herz schlug zu ängstlich,' nur aus Williams Antwort errieth sie den Sinn. -Natürlich habe ich es Deinen Eltern mitgetheilt. Glaubst Du, wir wollten sie noch langer in Angst und Sorge um
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Dich . lassen? Verdienen thust Du es zwar nicht, daß sie sich so um Dich grämen. Schämst Du Dich nicht, heimlich fortzulaufen? Dein Vater sollte Dich' ruhig Schiffsjunge werden lassen, da würde man Dir mit einem Tauende die dummen Gedanken bald herausprügeln." Das ließe ich mir nicht gefallen!" fuhr Otto auf. Man würde Dich wohl nicht erst um Erlaubniß fragen, fondern ungefragt das nachholen, was bei Deiner Erziehung versäumt wurde. Das wäre auch ganz die geeignete Kur für Dich." Onkel William, wie kannst Du das sagen! Ich wollte, ich mußte das Meer wiedersehen. Ich hielt es nicht länger aus. Ich hatte einen Streit mit Vater, er will absolut nicht erlauben, daß ich Marineoffizier werde. Da lief ich eben davon, um auf eigene Hand auf's Schiff zu kommen." Damit zeigtest Du nur, wie recht Dein Vater hat. Nein, mein Junge, zum Marineoffizier paßt Niemand, der nicht gehorchen kann. Da müßtest Du Dich erst ganz ändern, ehe davon die Rede sein könnte. Du willst Deinen Vater auf diese Weise zwingen? Bezwinge lieber Dich' selbst und Deinen störrischen Trotz, lerne erst was Ordentöches. Bei uns wird eine vielseitige Bildung gefordert,' ungebildete Tollköpfe . können wir am wenigsten brauchen." Ottos Lippen zuckten. Beschämt sah er zu William auf, dann schnell wieder zu Boden. Etwas in dem scheu bittenden und doch auch wieder trotzigen Blick erinnerte William plötzlich an Asta. Dieselbe Art, J6ei einer Meinungsverschiedenheit ihn rasch anzusehen, dann wieder die Wimpern zu senken. Er .konnte Plötzlich begreifen,- wie man
einem Kinde alles verzeihen kann, nur weü es der Frau, die man liebt, ahn lich ist. Ein tiefer Seufzer hob seine Brust. Er legte dem Jungen die Hand auf die Schulter. Das war ein schlimmer Streich von Dir, sagte er milder. .Aber Du hast Dir das wohl nicht klar gemacht, wie tief Du Deine Eltern da mit verwunden mußtest. " Es ist so schrecklich zu Hause.- sagte Otto leise. Vater ist immer für sich in seiner Stube Mutter unglücklich und verstimmt." Es wird am besten sein. Du kommst in ein Kadettenkorps nach Plön vielleicht. Ich werde mit Deinem Vater reden." Ach, Onkel William!" Otto warf beide Arme um Normanns Hals, auch wieder ganz in Astas zärtlich schmeichelnder Art, wenn sie etwas durchsetzen wollte. Wenn das ginge! In Plön ist das' Meer nahe und man kann auch vom Kadettenkorps aus bei der Marine eintreten, mcht wahr? William lächelte. Das hat noch Zeit. Wenn Du sehr vernünftig wirst, wollen wir weiter darüber reden." Das galt Otto so gut wie ein sicheres Versprechen. Hurrah Hurrah!" Mit lautem Jubelruf stürmte er zu Asta herein, um ihr die Freudenbotschaft zu melden. Am Nachmittag gingen sie alle drei einträchtig spazieren. Otto war nicht vom Hafen und den Schiffen fortzu bringen. William mußte ihm alles er klären. Seltsamerweise hörte auch Asta aufmerksamer wie sonst zu. Normann freute sich an den aufgeweckten Fragen des' Jungen, er beschloß, Hollen zuzureden. Otto seinen Weg gehen zu lassen. Bei der ausgesprochenen Geistesrichtung und Neigung schien es hart, ihn gewaltsam in andere Bahnen lenken zu wollen. Als sie nach Hause 'zurückkehrten, fanden sie Hollen, der seit einer halben Siunde angekommen war, sie erwartend. Asta erschrak, als sie sein vergrämtes Gesicht sah. Die Angst der letzten Tage ließ deutliche Spuren darauf zurück. Otto ging langsam auf seinen Vater zu. Vater, verzeih mir!" bat er ganz leise. Hollen strich ihm über- das Haar. Es ist allesgut, mein Juizge," sagte er weich weiter nichts. Asta und William gingen in's Nebenzimmer, um die Beiden allein zu lassen. Wie ich es dachte," meinte William lächelnd. Kein Vorwurf, keine Strafe, er hat den Jungen wieder, damit ist alles gut." Asta ging an's Fenster. Bei Williams Worten wandte sie sich nach ihm zurück, in ihren Augen standen Thränen. Ein Verzeihen ohne viele Worte, ohne Vorwürfe das ist schön!" sagte sie leife. Das demüthigt den Bereuenden nicht, drücktihn nicht in den Staub, sondern nimmt ihm nur die Last von der Seele." - Ihre Worte frappirten ihn, aber eh: er noch nach dem tieferen Sinn derselben fragen konnte, ging sie schon an ihm vorüber, zur Thür hinaus. ' Hollens Güte zerknirschte Otto vtt mehr wie harte Worte und Strafen es vermocht hätten. Er versprach in einer Aufwallung leidenschaftlicher Reue, den Gedanken an den Marineoffizier aufgeben zu wollen. Hollen lächelte 'über das Versprechen. Ich kann's dem Jungen nicht verdenken, daß er durchaus wieder an's Meer will," sagte er zu-Nyrmann, nachdem Otto zu Bett geschickt worden war. Als ich es gestern wiedersah, ging mir auch das Herz auf. Es kommt mir vor, als hätte ich, seit ich es verließ, in einem engen. Gefängniß gesessen."
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Konntest Du Dich entschließen, nach Kiel zu ziehen, Hollen? Der Platz eines Hafenlommanoanten wird . frei. Du bekommst ihn sicher, wenn Du Dich meldest. Kiel ist nicht weit vcn Pjön. Gib Otto in's Kawtenkorps. die straffe Zucht dort ist ihm dringend nöthig," neth William. Ellen kann ihn alle Sonntage sehen. Ihr habt ein großeres Gehalt und könnt forgenfrei leben. Wenn Du mir erlauben willst, die Ausgaben für Ottos Erziehung mitzutragen, so" Hollen schüttelte den Kopf. Nein ich danke Dir sehr, das bring' ich schon aus. Ich will mir die Sache mit dem Korps überlegen. Um die Stelle in Kiel bewerbe ich mich nicht, ich trete nicht wieder in Dienst. Das ist vorbei. Ich verdiene jetzt mehr durch mein Schreiben, ich habe jetzt gute Verbindüngen." Wie glücklich würde aber Ellen sein, wieder am Meer zu leben," meinte Asta. Dir wird es freilich wohl schwer werden, Kurt?" Ja, sehr schwer," sagte er. Ich habe aber in den furchtbaren Tagen, als ich mein Kind verloren glaubte, eingesehen, daß es Egoismus war, meinen -eigenen Enttäuschungen, meinem Kummer so nachzugeben." Wird Ellen jetzt endlich einsehen, wie gut Du bist?" fragte Asta. Wird sie Dir dasLeben freundlicher machen?" Sie ist auch zur Erkenntniß gekommen, die arme Ellen! Ich kann sie nicht hart beurtheilen. Wenn Du ihren Jammer, ihre, Verzweiflung gesehen hättest, Asta!" - Wahrscheinlich klagte sie Dich an, die Ursache von Ottos Verschwinden zu sein?" Nein nur sich selbst. Und Selbstvorwürfe sind die unerträglichsten, das weiß ich aus eigener-Erfahrung. Ellen würde ruhig in unserem jetzigen Wohnort bleiben, sie will nur Otto glücklich wissen. Darum kann ich ihr auch nicht böse sein. Sie ist eine gute Mutter, jedes Opfers für ihr Kind fähig: Aber seit ich das Meer .wiedergesehen habe, zieht es mich in der That mit unwiderstehlicher Gewalt, trotz aller Schmerzen, dahin. Wenn wir unser Häuschen loswerden, ziehen wir vielleicht in irgend eine kleine Küstenstadt in Holstein, nicht zu weit von Plön entfernt. Ich habe meine Arbeit am Schreibtisch, Ellen ihre im Hause, und sie wird jetzt auch Seelenruhe gewinnen, weil sie Otto glücklich weiß. Ich denke, so steuern wir nach unserem Schiffbruch doch noch m einen friedlichen Hafen. Er reichte den Geschwistern . beide Hände hin. Nehmt memen Dank für alles, was Ihr dem Jungen an Liebe erwiesen habt und noch erweisen wollt." Kurt ging eilig zu Bett. Am anderen Morgen früh brach er mit Otto wieder auf, es trieb ihn, nach Hause zu kommen. Ellen empfing sie in einer seltsam weichen Stimmung. Sie küßte Otto ohne weitere Vorwürfe. Als Kurt ihr die Zukunftspläne mittheilte, sagte sie nicht viel. ' Sie nahm seine Hand und hielt sie fest m ihren beiden, ohne zu sprechen. . Er beugte sich über sie und küßte sie. Er wußte, er hatte nicht nur sein Kind, auch die Liebe semer Frau wiederge funden. , 15. K a p i t e l.. ssormann wurde zu einer etwa jn drei Monate dauernden Ma Cj növerübung kommandirt. Asta konnte ihre freudige Ueberraschung nicht ganz verbergen, als er es ihr Mittheilte. Er bezwäng den zornigen Schmerz, der ihn bei dieser Wahrnehmung ourchzuckte. Willst Du allein hier bleiben oder zu Demen Geschwistern gehen? fragte er. Du siehst dann Otto noch vor seiner Abreise nach Plön und kannst Ellen beim Einrichten der neuen Woh nung helfen." Ich habe gar keine Lust, zu Kurt zu reisen. Er und Ellen leben jetzt ganz friedlich miteinander, ich könnte nur stören. Mein Anblick müßte Ellen all die harten Urtheile, die sie m meinem Beisein über Kurt fällte zurückrufen. Das mun erst alles em bischen m Vergejiunyva gerathen, fcjtto werde ich in den Ferien noch oft genug bei uns sehen." Wie Du willst. Wird es Dir aber mchtzu emsam hier sem?" Ich möchte Marka in Marburg be suchen. Ich habe es ihr so lange schon versprochen. Im Mai sind wundervolle Konzerte in Berlin angekündigt, viel leicht fährt sie mit mir hm." Gut ich habe nichts dagegen. Vor ausgesetzt, daß Du natürlich nicht da ran denkst, selber öffentlich singen zu wollen. Das ist ganz ausgeschlossen. Asta drehte den Kopf zur Seite, damit er den Ausdruck ihres Gesichtes nicht sah. Wenn er erst unerreichbar weit auf dem Meere schwamm, konnte sie :n Berlin thun, was ihr veuevte. Hast Du mich verstanden, Asta?" ' Ja doch! Sonst noch Befehle?" Du scheinst meine Abreise kaum er warten zu können?" . Sie antwortete nur durch ein Achselzucken. , Nun, vielleicht ist diese Trennung ganz gut," fuhr er ernst fort. Menn ich nur hoffen dürfte, daß Du Dich ein wenig auf das Wiedersehen freust; wenn ich Dich ruhiger allein lassen könnte! Asta, wenn Du ahntest, wie schwer es ist, fortgehm zu müssen mit dieser Angst nn Herzen!" Sie antwortete nicht. Sie befand NÄ in viel zu ungeduldiaei' Ermai
tungsstimmung, um auf seine Klagen näher eingehen zu mögen. '
Mit emem erleichteren Gefühl druckte sie am Morgen seiner Abreise den Kopf wieder m ihr Kissen. Drei Monaie lang würde Niemand Ansprüche an sie siellcn, sie konnte thun , und lassen, was ihr belite, brauchte weder ernste noch z'artliche Vorwürfe mitanzuhören über ihre Unordnung, ihren Mangel an Liebe und so weiter. Ja, selbst die lästigen Haushaltssorgen fielen von ihr ab. Sie wurde bei Marka, dann in einer Berliner Pension die Zeit verbringen, Konzerte hören, alte Bekannte aufsuchen. Äengals, Herrn Rosengart, den einst so Verabscheuten. Ob er sie mcht sofort bat, ein Konzert zu geben? Wenn, sie es thäte unter ihrem Mädchennamen natürlich! Vielleicht würde William es nie erfahren. Und würde sie Mengersky in Berlin treffen? ' Sie legte beide -Hände vor's Gesicht. Sie wollte ihn nur spielen hören, noch einmal dem silbernen Geigenton lauschen, ihm vorsingen und ihm die Worte abzwingen: Ich habe mich geirrt Sie sind doch eine Künstlerin!" Dann konnte sie ruhig m. ihr Haus zurückkehren und versuchen, William eine, bessere Frau zu sein. Wenn sie das erreicht hatte, dann legte sich vielleicht die ewige innere Unruhe, das Fieber des Ehrgeizes, das sie verzehrte. Sie zahlte ihren Leuten Lohn und Kostgeld aus, ließ die kostbaren Möbel zudecken, vor allem den Flügel, und reiste mit solch einem Gefühl der Erleichterung ab, wie ein Kind, das die großen Ferien vor sich sieht. Asta freute sich sehr, daß Marka sie schon auf dem Bahnhof erwartete. Mein Mann und Hansel wollten nicht mitkommen," sagte Marka nach einer herzlichen Umarmung. Sie finden es feierlicher, Dich vor dem Hause mit Blumenstraußen zu begrüßen. Asta drückte nur schweigend Markas Hand. Der Anblick des wohlbekannten Gesichts überwältigte sie durch die. auf sie einstürmenden Erinnerungen. Sie glaubte wieder klare Höhenluft zu athmen, das Glockenläuten der Herden auf den Vergabhängen zu hören, die schlanke Gestalt Mengerskys in seinem weißen Anzug den schmalen Vergpfad herunterkommen zu sehen, schon von Weitem den Hut schwenkend. Ein schluchzender Seufzer hob ihre Brust. Marka, was ist seitdem alles geschehen!" Marka nahm theilnehmend ihre Hand. Arme kleme Seele! sagte sie mitleidig, denn sie glaubte, Asta denke an ihr verlorenes Kindchen. , Die Fahrt durch die saubere, freundliche Stadt erheiterte Asta. In ' den Vorgärten der Häuser grünte und blühte alles, auf dem Marktplatz sammelten sich die Mägde um den alten Ziehbrunnen. ' Sie holten das .TrinkWasser in blank gescheuerten Eimern. Das muthete ganz mittelalterlich an, paßte aber gut-zu dem verträumten Städtchen mit seinen wem angestriche nen Häusern .und grünen Läden vor den Fenstern. Wir wohnen ein bischen weit draußen," meinte Marka. Hansel schadet der Schulweg nichts, und 'Hermann hat dort mehr Ruhe zum Arbeiten. . Hebn gens, liebe Asta, Du wirst sehr überrascht sein: Fräulein. Ries ist bei mir." Himmel, die auch?" Asta mußte lachen. Du legst wohl ein Spital für gescheiterte Existenzen an? Eme verunglückte .Konzertsängerin und , eine ausgeschriebene Schriftstellerin. , (Fortsetzung folgt.) ' .-.In Tibcts Inncrn. Sin merkwürdiges yahrzeug uS Jakhäuten !s Fähre. Je weiter die britischen Soldaten in das Land des Dalai Lama vordrangen, desto merkwürdigere Dinge bekamen sie zu sehen. Die Bewohner Tibets selbst," die sich angstlich von allem Ver lehr mit der übrigen Welt abschlössen, kamen den Fremden wie Einwohner l m i c-ff . , emes - anoeren Pianeien vor. Ä.oe (Sine Vakhantfahre. weitaus merkwürdiger noch als die Einyti'mtuui ccUku iijiicu vav canu, vu den Eindringlingen auf Schritt und .-c .rx: i c r v Tritt neue Wunderdinge offenbarte. Als die Briten einmal den Brahmaputra überschritten, bemerkten sie die Verwendung eines Fahrzeugs als Fähre, das aus Fakhäuten gemacht war. Der Nak, Grunzochse, kommt wild und zahm in Tibet vor und wird w letzterem Zustand als Last- uno Reitthier verwendet. tn avis-zuarrer-v ; k für h'n Nräsidentickaftswabl gab es' hierzulande bereits im Jahre 1872. Bon der Vlröeiler-'esormpar-itt war damals David Davis von Jllinois als Präsident nominirt; als VizePräsident kandidirte Joel Parker von Nemersev. '
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Ehrung deutscher Lehe r in N o r.w e a e n. Als Vo-
fener Lebrer c if dem öamburaer Vergnügungsdampfer Meteor" in EhriItiania, corwegen, angelangt waren und an einem aroßen Mädchenvensionat vorbeigingen, wurden aus den gesneten Fenstern des Instituts den überraschten deutschen Lehrern zablreiche Sträußchen zugeworfen, von denen jedes mit einem Kärtchen verjeyen war. Aus den Kartchen standen Bearükunaen wie: .herzlichen Gruk von norwegischen Damen!" oder Herzlichen Tank für den Be, uch. Auf Wieoeyeyen:- wurden auch Jnschnsten aefunden wie: Deutschland Itkt hoch!" Es lebe der deutsche Kaiser," -.Der dzuische Kaiser bat. die Kerzen der Norw?ger erobert!" Die Deutschen und Norweg:r reichen einander brüderncy die Hand! Levr - Signale. 1 Pennsylv Kk IXarCet i Englist'Ope,Hsuk ! astundSttVort r Noble und Mchigan i 9L Jerj ey u. Masi Ad Pine und North ? Market und Pine l Vermont nahe East ' ?lQ. 8 Spritzenhaus Msff. Svc nahe Sbk ; '.3 Dawäre und Walnut U A.Jersq u Central A. 16 33aft und Lornell Vv : Ast, m.d 11. Straße 17 Park Ave und 12 Etr Eoimnbia undHillsid id Highland Lve u.PraU kl JllinoiS und Lt. I U Pennshiv. und Pratt U Meridian und 11. Etr 5 No.S CvriKenhauS l. nahe Jllintti es Senate Lvu.EtElatr 17 Illinois und Michigan 18 Pe tfylvania und 14. :9 Senate Ave. und 1. kl No. I Spritzenhaus Ins SvenaheMichiga it Tltxibian und Qainut 14 California Vermont tö Llske und 5!e Dort s Jd. Av. . St. adr 17 CUy Hofpital Blake und North : 5 Michigan und STgwS U No. Spritzenhaus Washington nah Oeft 1 GZendors u Wash. i3 Niffouri New Fort 15 Meridian u Wash 1 JllmoiS und Oht, a Capitol Lv. u Waff t Ämgau'S Porkhau StraKenbahn Etälk' W. Washington Stt 51 N. 10 Spritzenhaus Illinois u errill M Illinois u Louisiana M Weslund South West und VcTarty M Süve,u Henry 57 Veridia und gkay No. 4 Spritzenhau Radison v. u WorrU Ü ZKadion Lv. u Dunlop u No Haken Leiterhau South nah Tlavark tt Pm.VrlII u delavare u. OeLartt UJu1e,.era m Birg. Co.nCrabfta? ueafirdVrv5t Lickmg und High n . 11 Spritzenhau Lir ve. nhe Hur ft ckft und Seorgi 7k ledär und Elm 74 Davidson eorgia 75 Englishv.Pine 76 Sheüy und ate 'S No. S Spritzenhaus Prospect nahe SHÄby Fletcher Av. u Shelby 1 Market u. New Zersey U Delatoan und Waff. tt Last u Washington 54 New Dorku.DaVidsor Taubstummen Slnstaä er. Staaten Arsenal. 37 Oriental und Waff. 99 Frauen-Reformat. -n No. 15 Spritzenhaus Marhland nahe Star. n Meridian u. yeorzia. 93 Meridian und South' 4 Pcnnsyl) u. Louisiana Z5 Lirgini Ave u. Mao. Z Hauptquartier. n Grand Hotel. 33 Capital Ave und hl ; 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Lsh. : 4 Alabama und 16. .25 Central Ave und li. -.26 Hände und 15. i27 Lrookside und Jzchita 23 Central Ave und 17. 19 Dekuoare und 19. 31 Alabama und 11. 52 Bellesontawe nd b. .54 College Ar nd i. 7ö Delawar und 15. .5 Alabama und North 37 Nevmann und .19. .53 College Uv und 14. .59 Cornell Ave und 13. 41 FandcS und 19. . Highland v und Ho 43 Decumseh und ,10. 46 Kett.3ers.ett Mh 22. i46 Sllvord und 17. 4? No. i Spritzenhaus Hiksid Lv und 16. 48 College Ave und 2. .49 College Av und 27. 52 Park Ave ' und 22. 55 G u. SB Bahn n. 22. i54 Ramsey Av und 10. 56 Stoughton u Nenmu 47 AtlaS und Pike. .ss Blohd und Pawvalv. 9 No. 21 Spritzenhaus Lrightwoo5 65 Arden und Depot . 65 Brigytwsod und 25. 64 Rural und Llohd .65 St. Clair u. Legion .67 Arsenal Av un 25. 68 ellefontaine unt ZS. 189 Park 2Ux trab 16. tu Capital Loe und tt. 21 Pennsyw. . Stuft. 1 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und SX 217 Meridian und 16. 1? Capital 2U und S, 219 Broadtvav und ic. 251 Illinois und MeLean 254 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 50. 155 Illinois und 55. es 6 Lnnetta und 50 257 No. 6. 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