Indiana Tribüne, Volume 28, Number 63, Indianapolis, Marion County, 4 November 1904 — Page 5

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November ksvu. v-. I

. , Meister fe und Zertig.". , Von Auqust TriniuS. Durch das altersgraue Stadtthor von Lerchenthal, über dessen dunkler, tiefer Bogenwölbung das seltsam, .in Stein gemeißelte Stadtwappen prangt, drei Tannen, durch welche ein ., beleibter Fisch vergnüglich schwimmt, da schob sich, schräg gekippt, eine frisch - gezimmerte, noch fensterlose Ladenthür, unier welcher ein blondstruppiger Lehrjunge schweißtriefend keuchte. In wohlabgewogener, respektfordernder Entfernung schritt in langer, blauer . Schürze, die Schirmmütze etwas wie luf Sturm gestellt, das nöthige Hemd Werkzeug unterm Arm und in der Linken, der Schreinermeister Vollmar Sauerteig. Er ließ die Augen frisch nach atten Seiten wandern, und wenn ihn ein Gruh irgendwo traf, dann erwiderte, er diesen lebhaft und zwin kerte datauf nach der vor ihm einher schwankenden Ladenthür, als wollte er -damit sagen: Denkt wohl, ich kann nicht Wort halten? Haha! Trifft nicht zu. Alles -fix und fertig! Diese Schlußwendung, die er seit Begründung seiner Werkstatt bei je- , bei Gelegenheit im Munde führte, hatie ihm allmählich den Scherznamen Meister Fix und Fertig" eingetragen. Ganz Lerchenthal nannte ihn so, ja, es gaö Leute, die überhaupt seinen wah- - ren Familiennamen nicht kannten. Er hatte sich selbst mit der Zeit so daran gewöhnt, daß er sich sogar beim Quittiren von Rechnungen ein paarmal da-v bei ertappt hatte, statt Volkmar Sauerteig schlankweg Meister Fix und ' Fertig" drunter zu setzen. Und als er eö einmal thatsächlich getban und der zahlende Kunde ihn ein wenig verdutzt anblickte, da hatte er ihm lachend geantwortet: 's hat ja schon seine ' Richtigkeit! Se können beruhigt sein. Meister Fix und Fertig hat keine doppelte Buchführung. Einmal zahlen genügt! Mer hat ja Kunden. . . na, überhaupt! So! Dank schön! Alles fix' und fertig! 'Wenn Se mal wieder "was brauchen?! ..." , Heute, war er auf dem Wege zu einem Neubau, dort eine frisch angefer-

tigte Ladenthür einzusetzen. Die Sonne spazierte wohlgemuth an den Haufern entlang, guckte da und dort neu " gierig blinzelnd in ein Fenster hinein und malte leuchtende Rosen in die Scheiben.. Der Himmel so blank und blau, die klare Luft, allüberall der , grüne Bergwald über die Gassenein-' schnitte lugend,. . . am liebsten hätte der wackere Schreinermeister einen hübschen Luftsprung auf dem Marktplatze ausgeführt, wenn es nur angegangen wäre. Aber da fiel auch schon ein "stärker Mannesfchaiten vorn. Kandelaber her quer über den Weg. Er blickte auf. '"' Dann flog seine Mütze vom Kopse.'- .. Vn wünderscheenen Guten Morgen", Herr- Senator Lüneburg! Wollen gewiß aufs Rathhaus? Gelle?" '"".IS so, Meister Fiz und Fertig!" J macht scheen haußen! Kei Liftchen regt sich. Ae Staatswetterchen!" Jawoll!" Der Senator deutete . auf die Ladenthür. Der Träger dieser war stehen geblieben und steckte nun, aufathmend, den. blonden Wirschelkopf durch die eine der Fensteröffnungen. Der Senator lächelte. .Sehen Sie .-' doch, Ihr Stift ist nicht auf den Kopf - gefallen. Will auch 'was Profitiren." Da fuhr Meister Fix und Fertig ungehalten auf: - . Mach' hin, Taps du!- Was siehst' denn unn hältst Maulaffen . feil? Ich wär' der Beine machen!" ; , Der Kopf des Lehrjungen tauchte - wieder unter die hellflimmernde Ladenthür und diese setzte sich dann aufs neue in Bewegung. :i is die Meeglichkeit!" knurrte der . Meister. Aber nadierlich: ,Jberall de .'Nase 'neinstecken, 'rumschnüfseln, ' schimpfen . unn' denn nennen se's . Aufklärung, freie Menschenrechte! HL- .. her müßt mer noch den Brotkorb hängen!" Sagen Sie mal. Meisterchen: Hatien Sie nicht 'n Jungen bei der Marine?" . , Des. Angeredeten Augen leuchteten -.Freilich, ,Herr Senator! . Mei Bernhard! Mei Einzigster! Soll ja später mal 's Geschäft übernähmen. Wollte partout aufs Schiff, seine Iahre abzudienen. ' Ich hab'n 'n Willen gelassen. Wasser hat ja freilich keine Latten! . Aber roa will mer machen, wenn einen so'n Junge' quält? ,-. Schließlich gibt mer nach. Leicht is mer's wahrlich nich geworden! .Auf welchem Schiffe dient er?" .Auf der .Sachsen", Herr Senaior!". .So, so? Ist jetzt in Asien?" , .Stimmt! Bei den Langzöpfen da mm!" Hm, hm! Da. stand heut' was in . der Zeitung!... Machen mich neigierig, Herr Senator! Wärklich?Von der Bemannung, die dort Zch habe den Namen vergessen! Tsching tschang tschung, wahr scheinlich, Herr Senator! Hahaha! So - ahnlich heißt ja da unten, alles." . .Na, kurzum: da ist ein Trupp bei ' Abend in einer Gasse mit Chinsen in Streit gerathen. Schließlich ging's mit den Messern drauf los. Da soll's denn blutige Köpfe gegeben haben. Näheres weiß man noch nicht." , - " ' Gucke, gucke! Na, denn bin ich doch ttsvannt. was mei Bernhard driber

schreibt. Das is 'n solider, ruyiger ! Junge. Der mischt sich in so 'was nichnein. Immer 'was neies, Herr Senator! Die .Welt steht doch nie still." . .IS so! Na, ich muß zum Rathhaus. Gut'n Morrn, Meister Fix und Nertia!" ' .Morjen, Herr Senator! Morjen! Dank auch scheen." Leise von sich hinpfeifend setzte Volkmar Sauerteig seinen Weg zum Neubau fort, noch manch freundlichen Gruß bis dorthin zurückgebend. Ungefähr zwei Wochen später war es, als der Lehrbursche, von einem Gange Nachmittags heimkehrend, in die Werkstatt eintrat. .'n scheenen Gruß von 'Herrn Kommzienraths, unn er würde morgen selbst mal mit Drankommen!" Keine Antwort. Todtenstille im Raum. ' Nur das klirrende Hopsen ei5ies am Fenster hängenden Dompfaffen war vernehmbar. .Meister!" Dieser regte sich nicht. .Er war auf einen Schemel niedergesunken. Aus dem todtenblassen,' verzerrten Gesicht starrten ein paar leblose Augen stumpf und irre auf ein Schreiben, ' das entfaltet ihm aus den Händen zu Boden geglitten war. Es war die vorhin aus Berlin ihm zugegangene amtliche Bekanntmachung, daß sein Sohn Bernhard in einem Streite mit chinesischen Einwohnern durch einen Messerstich schwer verwundet und trotz sorgsamster Pflege auf dem Schiffe nach einigen Tagen gestorben sei. Unter den Ehrenbezeugungen der Bemannung des Kriegsschiffes sei dann sein Leib dem Meere übergeben worden. - .Meister!" Zaudernd, ängstlich war der Lehrjunge näher getreten. .Meister! Soll ich . . . vielleicht . . den Doktor Meister Fix und Fertig hob mechanisch den Kopf.. Als müsse er sich erst wieder' in' der eigenen Werkstatt zurechtfinden, so gingen seine Blicke ringsum .und .blieben, endlich auf der Gestalt des. erschreckten Lehrburschen haften. .Und" dann winkte er mit der Handhab jUnd seine Stimme lang hciserY1 .Geh' nach Hause! .. . Geh'! . . . Morgen früh .. .'da .. Leise, fast auf den Zehen, schlich der

Junge davon Es war ihm unheimlich geworden. Dem, Zurückbleibenden sank der Kopf auf die Brust nieder. Seine Augen trafen das zu Füßen liegende helle . Papier. Da schrie er wie ein weidwundes Thier schmerzgetroffen auf und aufschluchzend warf er dann den Kopf in die zuckenden Hände an der Hobelbank. .Bernhard! Bernhard!- . Meiter , drang in dieser ersten Stunde unermeßlichen Herzenswehes nichts über seine Lippen. , Es dämmerte bereits, als Meister Fix. und Fertig mit schweren, langsämen Schritten eine von lebenden Hecken eingefaßte Gasse entlang sank Ein paarmal blieb er stehen, als zögere er vor der Pflicht, die ihm heute das Schicksal auserlegt hatte. Da seine Frau bereits seit Jahren unter dem Hügel droben an der Veralehne schlief. so-theilte nur noch Eine mit ihm. die Freude an seinem Jungen.. Die Freude und nun auch den Schmerz! Und. zu dieser' Einen mußte er jetzt gehen, in ihrem., jungen) Herzen auszulöschen, was da an, Frühlingshoffnungen so fröhlich 'keimte.-' . - :. Sie war eine Waise und wohnte bei einer- alten Anverwandten in einem kleinen Gartenbäuschen. Beide waren für eine Fabrir im Orte als Tressiererinnen thätig, Haare der indischen Angoraziege , für die Frisur von Puppenköpfen herzurichten, eine Hausindustrie Lerchenthals, die gar viele fleißige Frauenhände in Bewegung setzte.Ehe Bernhard die Heimath verlassen hatte, um nach Kiel zu fahren, da war er vor seinen Vater hingetreten und hatte diesem sein Herz eröffnet. .Du kennst ja die Friedrike Brommer, Vater!" hatte er gesagt. .Sie ist fleißig und hält sich gut.' Niemand kann ihr was nachsagen. Wir sind uns schon lange gut. Ich glaube, eine bessere Frau wie Rikchen kann ich nichtkriegen, wenn sie auch weiter Nichts hat als ein Paar fleißige Hände und ein gutes Herz. Es kann lange dauern, ehe ich wieder komme . . . sieh' manchmal n bischen nach ihr. Da hatte der Alte ihm die .Hand kräftig geschüttelt und ihm geantwortet: .Deine Mutter hatte auch nichts als ihr Herz, ä propres Wesen unn ä Paar Hände zum Anfassen, unn 's is gegangen unn mer waren zufrieden. Rikchen gefällt mir unn ich will sie von yeite an betrachten wie meine eigene Dochter!" Und so hatte er eS denn auch gejalten all die Zeit, seit sein Junge joxl i t , rw-fc und uoer oas yjutx gegangen war.' Ueber das Met! Meister Fix und Fertig' hatte es nie mit eigenen Augen gescheut. Doch seit em Paar Stunden umbrauste es ihn, drang ihm in die Ohren, stieg in breiten Wogen höher und hoher und drohte ihm fast Äthem und Lebensluft zu rauben. Grunschwarzllch , rauschte es um ihn her: mit Donnerstimmen schien t ihm zuzurufen: Opfer brauch' ich und muß schlingen und würgen, daß ich sat werde. ' Tausende, und Abertausende ruhen auf meinem tiefen Grunde, Ar nie und Reiche, Gute und Böse. .Ich

frage nicht nach Namen und Stand und habe längst das Rechnen und Zählen aufgegeben! '

Und da war eS dem einsam im Halbdunkel Dahinwankenden, als höt.. t cm . Y . . plotzilll) eine ranoenoe zutue ein? Gestalt empor und blicke in das blasse Antlitz seines Jungen. .Bernhard!" v'Ein halblauter Weheton entrang sich seiner Brust. .Der sehnige Mann mußte sich an den Zaun festhalten, bis das Gefühl der Schwache vorüber war. Drinnen im - Vorg'artchen stand Friedertke und ließ aus einer grünen Gießkanne eine breite Wassergarbe auf ein von- Levkoyen und Vergißmeinnicht ausgefülltes, von kurzgeschnittenem Buchsbaum eingefaßtes Rundtheil niederfallen. Als die Gießkanne entleert war, senkte sie den Armund wandte für ein paar Augenblicke die Augen über den Garten fort in die abendliche Ferne. Dort hinten in tiefschwarzen Umrissen stieg ein Bergzug auf. Ein schmaler Streifen verglimmenden Rothgelbs lag fast wie gespenstisch darüber. Dort drüben war der Tag zur Ruhe gegangen. . Ein seltsames Gefühl stieg plötzlich in ihr auf. Doch sie schüttelte wie abwehrend den blonden Kopf und kehrte sich um, am Hausbrunnen die Blechkanne wieder zu füllen. Ein Schatten am Zaun ließ sie inne halten. Dann trat sie ein paar Schritte vor. .Ach, du bist's ja?. Hast mich aber erschreckt! Komm doch 'rein! Der Abend ist so warm. Und als der draußen Stehende immer noch zögerte, da ließ sie die Kanne zu Boden gleiten, öffnete die niedrige. Gartenthür und zog darauf den Schreinermeiste? herein. .Na, Vater? Was hast denn?" Und als er noch immer nicht antwortete, da drängte sie ihr liebes Gesicht näher an das seinige und stieß dann plötzlich verängstigt, aus: .Mein Gott! Was hast du? Und wie du zitterst!" .Ich ... ja! . . . mir . . . komm . . . komm, in die Laube dort ... in die Laube!" . Sie führte ihn dort hinein und da sank er schwer auf die Holzbank nieder. Sie sah nur noch, wie just drüben das letzte Tagesroth, wie aufzischend. versank, dann hatte sie 'die Arme um die Schultern des. Mannes geworfen. , . .Vater! Was ist?. Es ist etwas, ich seh'dir'san...ich.fühl's!" " Er tastete nach ihrer einen'Hand.Dann hielt er diese fest, ganz fest,' wie ein Schiffbrüchiger sich an die letzte Planke klammert. .Rikchen!" Im leisen Wimmern schlug es an ihr Ohr. .O, mein Gott! Bernhard!? Es' ist etwas geschehen! ... Du' hast eine schlechte Nachricht?!- , Sag'' mir's! Martere mich nicht!" ;., Ihre flehenden Blicke begegneten feinM stren Augen. .rft bu'ß?" Wie abwesend klang seine Stimme. .Hörst du's? Wie'es rauscht?. Ich muß es nun immer hören." . , Vater'" . , i jl ' . .Was lebt , . . schwimmt oben! das andere .'.'."'. .Ach!" Ein durchdringender Schrei. Dann war sie wie - leblos an seine Brust gesunken. . : Er streichelte ihr Haar, er rieb ihre Hände, er küßte sie aufdie halbgeschlossenen Augen. Seine Stimme klang weich wie die eines Kindes. .Rikchen! Mer müssen still halten .... ganz still! Nun gehören mer noch mehr zusammen!" . , Stumm, Hand in Hand, mit zuckenden Seelen säßen sie in der schattenUlndüsterten Laube, während drüben über dem Waldgebirge langsam und sacht der Mond heraufstieg. - Und sie hielten fortan zusammen, fest und treu. Der gemeinsame tiefe Schmerz, den beide trugen, wob ein inniges Band um ihre still trauernden Seelen. Des Abends, wenn die Arbeit feierte, dann saßen sie gar manchmal beieinander und sprachen lange und leise von dem, der noch immer zwischen ihnen einheraing, schlank und blond, mit dem keck zurückgeworfenen Kopfe und den klaren Schelmenaugen. Es dünkte beiden wie ein bitteres Unrecht an dem Todten, hätten sie sollen m ängstlicher Scheu fortan seinen Na- . i ' men nillzi meor. nennen. .Mer wollen denken, Rikchen.Bern hard sei nicht gestorben .... nur verreist.... wett weg, weißt Du, Rik 'chen, unn . ... unn .... eines Tages .... da ..... da konnte er Aber er war mit seinem Satze doch nicht zu Ende gekommen. Er hatte rr l i i ' . lieg pioiicn umgeieyri uno war an s Fenster getreten. Aus weiter, weiter Ferne kam das Meer wieder herange rauscht. Das ttang so traurig. Daß er dieses Rauschen doch nicht mehr los wurde! Meister Fix und Fertig arbeitete nach wie von für seine Kundschaft, die dem trauernden !l)cann jetzt noch mehr Sympathie entgegenbrachte. Aber der einstige frische, spaßhaste Meister war er nicht mehr. Er stand im Schatten und das lastete aus semem Gemüth. Als nach zwei. Jahren die alte An verwandte starb, da zog Rikchen ganz in das' Haus des Schreinermeisters, ibm fortan- eine ' treue Genossin zu sein. Nur selten gmg sie einmal aus und mied Tanz und sonstige lauteV anügungen wie solchen die Jugend Lerchenthals mu freudiger. Lebensve

jaflung sich so eifrig und stürmisch hin

- gav . So gingen wieder ein paar Jahre dahin An einem Sommerabend saßen beide hinter dem Hause' in dem kleinen Gärtcken. Der Abendtisck war bereits abgeräumt. Rikchen ließ die Stricknadeln klappern, wahrend Meister Fix und Fertig gemächlich seiner langen Pfeife Dämpfwolken entsandte. Ein paar Straucher rother Floaenblumen athmeien schweren Visamduft. Von der Stadt her klang verwehendes Leben. - .Rikchen! Weißt Du. wer heute hier war?" .Kleys Anton! Nicht?" . .Stimmt! Ae tüchUaer Mensch unn ä auter au! m! ET will mei Geschäft kaufen.... sich selbständig machen. ??ast erjÄreckt ließ das Mädchen ihre Arbeit in den Schooß- sinken. .Aater! Du willst hier fort .... aus diesem Hause?" .Was soll ich noch so arbeiten? Für wen? Anderen, die vorwärts' wollen, im Wege sein? Einmal kommt für zeden 'ne Stunde, wo er gehen mutz. .Aber-aus dem Hause 'naus i Der Alte stieß ein paar mächtige Wolken aus. Sm! Na ia! Siebste. Rikchen. vielleicht äs es nich needig. vielleicht .... KleyS Anton ist ja , Junggeselle ... was braucht der's ganze Haus' .Aber 'ein Fremder im Hause, Vater?"J5m! Mer aewöbnt sich au an ihn. Unn denn .... siehste Rikchen .... denn is es denn partout needig, daß so'n netter Mensch uns fremd bleibt? Vielleicht...." ' . " Er fühlte ihren fragenden Blick und da stockte er. Wieder ein paar Dampfwölken, ein eiaenthümliches Räuspern, dann fuhr er fort: .Hibsch war's ja, mer tonnten hier dinne bleiben.... bis zu Ende.... wenigstens ich:..-, 's sind so viele Erinnerungen . . . . 's würde mir schwer, Rikchen. 'nauszuoeben. Siehste.... unn darum hm! Ich meine . . ." Er hatte die Pfeife abgesetzt und suchte zärtlich die 'Hand der neben ihm Sitzenden. Siehste, das hat der gute Mensch . . . ; ich meine KleyZ Anton, wohl au gefühlt, unn .... unn daderwegen hat er bei mir ang'fragt. ob ich ihm nicht au gleich 'ne Meisterin mitgeben wollte...', das-.;., das wäre doch das Beste .... unn wir drei würisn schon in Frieden auskommen . .Vaters .Nu is es 'raus!- ' .Vater!" Sie hatte die Hände vor vas Gesicht geschlagen. ''Ich weiß, was Du sagen willst, dZikchenhab' mer's selbst gesagt. Dem Podien sei Recht, . aber den Lebenden u. Ich kann nich immer bei. Dir bleiden. 'Einmal muß ich au fort. Dann stehst Du allein. Er ist ä Mann, der Dien verdient.' Ueberleg' Dir's. Ich dränge nich. Lern' ihn'kennen. Er kommt wieder. 'Unn, stehste, Rikchen, der im Himmel zürnt nicht. Der hat Dich lieb und will Dich nur glücklich Men!'' . " ' : ft Er sc die" Pfeife wieder in heftige Bewegung dann blickten beide stumm uix'b lange zu dem gestirnten Nachthimmel . auf, als müsse ihnen von dort oben Red' und Antwort kommen. . Noch im Spätherbst fügte Meister Fix und Fertig die Hände beider zum Herzensbunde zusammen. Im Frühling darauf fand die Hochzeit statt. ; Der alte Sckreinermeister hatte droben im Hause die beiden Giebelstübcken für sich Zurückbehalten. Das junge Paar hauste unten. Wieder ein Jahr später füllte hellesKinderg-schrei das Haus. Ein starker Junge, hatte .sich eingestellt. . Als der alte Meister am Bett der jungen Mutter saß und liebkosend die blasse Hand strich, da wandte sie ihm vlöklick, .sanft das' Gesicht au-und svrach leise: . .Vater! Er müßte ja eigentlich nach Dir heißen. Aber.... wenn's Dir recht ist .... wollen wir ihnBernhard nennen. Anton hat nichts dageaen." Ein paar Wochen nach der Tause schritt .Meister Fix und Fertig im schwarzen Bratenrock zum Rechtsanwalt des 'Städtchens. Dort legte er sein Testament fest, in welchem er Riekchen und ihren Jungen zu Universalerben seines Besitzes bestimmte. Nachdem er die Unterschrift vollzo aen. drückte er dem Anwalt die Hand und verließ das Zimmn. - Ein eigenes Leuten lag auf seinem guten Gesicht. Meister Fir und Fertig ist ein merk würdig stiller Mann geworden. Mancke wollen behaupten, derSchmerz um den einzigen Sohn habe doch ein wenig an seinem Verstände gerüttelt. Man sieht ihn jetzt sehr oft still und einsam durch den Bergwald streichen. Dann bat er sich auch auf seinem Hofe ?ine fratzenhaft bemalte Holzgeftalt aufgestellt. Diese hat Ähnlichkeit mit einem Chinesen. . Mit feiner Windbüöbse eröffnet da zuweilen Meister Fix und Fertig Schießversuche auf den Feind, der ihm einst sein Liebste nahm. -Die heurige W e i z e n ernte Frankreichs wird vom fran zösischen Ackerbauminister auf 104. 523,453 Hektoliter (1 Hektoliter gleich 2 Vushel 3.33 Pecks) geschätzt gegen

zö;öb5,53Q Hektoliter im Vorjahre.

. , .; Ernennung aus versehen.

Admiral SkrYdlowS Berufung ach Pork Arthur uns die Begleitumstände. , Für russische Zustände bildet der nachfolgende . Bericht des Berliner Tageblattes- eine treffende Jllustration: Nach dem tragischen Tode des Vizeadmirals Makarows bei Port Arthur erbat der Statthalter llezejew telegraphisch von dem Marinemmifter Avellan die Entsendung emes neuen kommandirenden Admirals tz erklärte sich mit jeder in Betracht kommenden Ernennung im Voraus einverstanden. mit Ausnahme der von Skrydlow, eine Ausnahme,- die, neben .personlichen Gründen, ausdie der ganzen Flotte vom Admiral bis zum Schiffsjungen bekannte 'Thatsache zurückzuführen war, daß Skrydlow den beiden -Na-tionalleidenschaften, Alkohol und Karten, insbesondere dem. ersteren, in einem selbst für f'in Milieu ungewöhnlichen Maße huldigt. Der Marineminister übersandte dieses Telegramm umgehend dem Oberbefehlshaber . der Flotte, Großfürsten Alexis AkexandroWitsch., Dieser jedoch hatte sein Palais gegen Abend verlassen, und man wußte, daß er an seinem damaligen Aufenthaltsort mit dienstlichen Angelegenheiten nicht befaßt werden .durfte. Am Morgen wurde der Großfürst zum Zaren gerufen und begab sich dahin, anscheinend' ohne vorher seine Arbeitsräume betreten zu haben und ohne daß das Alexejew'sche Telegramm von zuständiger Seite zu seiner Kenntniß gebracht worden war. Bei der nun folgenden Erörterung über die Nachfolge Makarows nannte der Zar Skrydlow; der Großfürst hatte nichts gegen ihn einzuwenden, und rasch . folgte dem Entschluß die That. Avellün erhielt von der Ernennung erst durch den unterzeichneten Erlaß Kenntniß; entsetzt eilte er zu dem Großfürsten. Aber kaiserliche Hoheit, wie konnte gerade das Einzige , geschehen, was Alerejew nicht gewünscht hatte!" Aber dZeörnennung war vollzogen. Skrydlow lmachwsiine siegestrunkene Redentournee:,'die ! ihn verhinderte, rechtzeitig vorn der Ein schließung'Porj, Arthurs den .'Haupttheil der ihm .unterstellten Flotte zü" er-, reichen. Dann horte man geraume Z nichts von ihm. Erst als das wokck'e rrn , t. ri- ri . r . . . rr ir-' laoimouoi-eimivaoer zur vjni eyet dungsschlacht ausgezogen und nach tapferem Kampf furchtbar zerschossen zurückgekehrt war, vernahm die Welt, daß der siegestrunkene Admiral es vorgezogen hatte, die Entscheidung am Lande abzuwarten. Brennender Whiöky-Strom. Niesenmengen Whisky haben eine nach schottischen Begriffen entehrende Verwendung als Brennstoff gefunden. In Aoerdeen brach nvder Whiskybrennerei der Daluame Talicker-Gesellschaft ein Feuer aus, das stch in dem Gebäude mit gewaltiger Geschwindigkeit verbreitete. Veranlassung zu dem Feuer gab das . Heransfallen 'des Bodens ' aus einem der Fässer. ' Der ausströmende Whisky entzündete sich an einer Lampe. und der feurige Strom hatte bald sämmtliche angrenzenden ' Whiskylager ergriffen. Aus allen Thuren und Tho ren flössen Ströme brennenden Whis kys in die Straßen, so daß die Feuerwehr harte, Arbeit hatte, eine Auödehnung des Brandes, zu verhindern. Der Wfcs!- I ... (v"rr . i .' ! 'anoua oer, orennenoen misigleil .pXlr großartig. ' Die Hitze war so gewaltig, . r . err t ? , oan eme nnayerung oer iseuerweör leute an die "Brandstätte uttmöalich war.. Eine Ausdehnung -des Brandet wurde schließlich nicht sowohl. durch die k. v! c clliuyuugcn ver euermeyr - als oa durch verhindert, daß der Wind plöß lich umsprang und die Flammen auf i. t..!i3 . i. t i 1 1 uic ücus ausgcorannic Ottilie zuruatrieb. Der Gesammtverlust an Gebäuden und Whiskyvorräthen wird auf 5500,000 geschätzt. Die Brennerei war für ?480,000 versichert. Hospitalsliff im Stnrm. Unlängst gerieth die Miyoshino Maru, em .-japanisches Hospitalschiff, in einen Sturm. Das Wasser drang vom Deck aus m d Krankenraume und die Kabinen der Wärter. Alle Betten füllten sich mit Seewasser. Zwe de? sechs Rettungsboote wurden , fort gespült, die übrigen waren aebraucks unfähig: der Mast brach ab und fast die ganze Tackelage des Schiffes ging über Bord. -Lebensmittel für einen Monat, die auf dem Oberdeck -ambe wahrt waren, wurden fortgespült und elf von den Sunwasser-Tanks zerstört Das Schiff gehorchte nicht mehr dem Steuer und war dem Unwetter hilflos preisgegeben. Alle Mann an Bord bat ten Rettungsgürtel umgelegt, da man jeden Augenblick das Sinken des Schiffes befürchtete. Glücklicherweise ließ oer .sturm. als die Noth am aroftten war, nach, so daß die Miyoshino cm u . i i 'jjiaiu am anoeren age oen gaie Ujina, Japan, erreichen konnte. . , Wirkungen der Rönt g e n - S t r a h l e n. Infolge längerer Experimente mit Röntgen-Strah-len mußte sich Dr. Louis Weigel in Nochester, N. F., einer Operation unterziehen, bei welcher dem Arzte die rechte Hand oberhalb des Handgelenkes "V c i cm üi.ff! no vie orei ciiieisinger oer Linien Hand abgenommen wurden. Die Operation wurde im Beisein bedeutender medizinischer Autoritäten Vorgenommen. welche besonders zu dem Zweck ge kommen waren.um den bebandelnden Aerzten Dr. Edward W. Mulligan und Dr. Lewis W. Rose zu assistiren.

Grundeigenthums . Nebertragungen.

'Ernst W. Blömker an'Michael Schaf. ' auseS. -Theil des südwestlichen Viertels n Section l?. Townsbip IS, Range 3. 42; Acker in Wayne Township,' S6000. William H. Huff. Vormund, an Jo. ph H. Ferguson Theil deS nord. östlichen Viertels in Section 33, Town. hip 17. Range 4, Washington Town. ship, $3700. George A. Leatherman :c. an den selben, ebendafelbL. 83700. Henry C. Campbell an Margaret Lahrman, Lot 37. Campbell'S West Park Addition. West Indianapolis. Charles Reese an Arthur Cossin, Theil von Lot 25, Bruce Place Add.. nahe Broadway und 24. Str. $1296. Margaret M. Harrison an Southern ' Jndiana Railway Co., Theil Lot 1, McCarty'S 6. Westseite Add. und Theil Sect. 10 und 11. Tshp. 15, Range 3, West Jndpls. $14,867. Cmilie M. I. Briftow. u. A. an Christian A. Hilgenberg, Lot 52 und Drake & MayhewS 1. Add.. westlich von West Str., nahe 11. Straße, $4.325. Fred W. Craig ann Anna M. Meß, Lot 44, OgleS Ost Park Addition.nahe Tacoma Avenue nördlich von Oft Michigan Str.,. $550. Emma L. Horner, u. A., an John W. Haase, Theil des südwestlichen Viertels, Section 23. Township 14. Ranse!2, DecaturTp., $4,000. Indianapolis Land and Jmprove' ment Co. an Charles R. Lloyd, Lots - 375 und 376, 5. Section West Park Add.. östlich vom Irren Hospital. $830. ;, ". . Fred McCallister.. Vormund, än James Davi?. Theil vou Lot3v, Hüb. bard's :c. Subdipiston, ,. Theil der ffld. östlichen Addition.nahe dem Deutschen Maiseyhause, $600, Ämelia Mansur zc. an Roy A. Pear son. , Lot 67. Mansur Park Addition. nahe Sena.e Ave. und 30. Straße, 5350. Henry Miethe an Soyhia Steward, Lot 171 in Croß'S Clissord Ave. Adv., nordwestlich von. Jrvington. $500. Rachel Winterrowd an John Tom linson. em Theil der Lot 93 in.Flet. cherS Woodlawn Add., nahe Madden'S Factpry. $1. ' Joseph Sheppard an CllaSheppard,. Lot 7 in Noel'S Subd. von Fleicher's 2. Brookside Addition, nahe SpadeS Part. $1600. " Amända S. Jacobs an Edward' L. McKee. Lot 1 und Theil von Lot 2, Cooper's Subdivision, Pennsylvania, und 14. Straße, $20.000. ' . ' Emma P. Warren ?c. ' an Charles N. Thompson. LotS 8 bis 17, Block 24, North Indianapolis, 32000. : Mary Bell an Robert P. Duff, Lots 7, 8, L und 11, Johnson's it. Hillside Addition, nahe den alten ArsenalgrÜtt den, $2000. . . .Charles M. Lowry. an Henry C. ÄMoldS, Lot 157, " Allen & Root'S Rord'.Additiön, Alabama Str., nahe 17. fit., $3500.. ' Boulevard Land . Co. an Edward I. Herrman, ' Lot 33, Boulevard ' Park . Add. nördlich der Fall, Creek, westlich der Central Avenue. $650. . Mary E. Kinsey an Charles Heun, Lot 5, Dumonl'S Add. Außenlot 100, südlich der Virginia Äve. . östlich der Eaft Straße. $1,650. ' Frank M. Fauvre u. A. an Charles M. McCabe. Lots 43 bis 46. Harri, son & Co.'S Add.. 37. Str.. zwischen Capito! und Senate Ave. $7.000. NicholaS McCarthy an Christian Koch, Lot 519. McCarthy'S elfte West. . feite Add., West Jndpls. $600.'. Amdrosa P. Stanton, Cxecutor an Emanuel Goebel, Lot - 23, Windfor Place, nördlich von Woodruff Ptace. $2000. ,.' Michael Schashauser an Ernst W. Bloemker, Theil von Section 17, Tp. 15, Range 3, Wayne Township. $6000. Ernst W. Bloemker an Michael Schashauser, dasselbe Eigenthum. $6000. V Eli Kina an JameS O. Lee, Lots 16. 17. 223 und 224, Light'S Belle. vüe Addition, zwischen der Stadt und Broad Ripple. $1000. . - Wie vertrei bt man M ä u s e aus Korn- und Strohmieten? . Ma?. nehme eine genügende. Anzahl Drainröhren, streiche mit einem Holzspan, das Gift in die Mitte der Röhren und vertheile dieselben durch den ganzen Haufen. Bei Abnahme der Mieten werd! die Röhren zurückgelegt und ein avX, 3 Mal wieder zu demselben Zweck d?r wendet. Auch können diese Giftröhren auf Böden undin Wohnungen gut verwendet wrrden, da Katzen etc. in diesem ?5alle daZ Gift nicht verzehren können. ,

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