Indiana Tribüne, Volume 28, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1904 — Page 7
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AA 77 TT - - . TT TT TT - -- - TT TT TT TT TT riilh jtj. w - TT 4"t' T'l J"J KJa ab&T r - - T . JZ kTATA TT TT TV TV VT TT (Fortsetzung.) Daß er gut zu nur ist, mich auf jede Weise verwöhnt, ist ja wahr, aber was hilft inir daZ? Nichts im Gegentheil, es bedrückt mich nur, legt mir Fesseln an. Ob ich sie nicht doch einmal sprenge? Wenn der Drang nach Selöstständigkeit, nach freier BZthätigung meines innersten Müssens zu stark wird, was dann ? Ich kenne bi Enge, in der ich hier leben werde, so gut. Militärische Interessen, Fachsimpeleien alles elnseitig, beschränkt, ohne Aufschwung und Verständniß künstlerischer Bestrebungen. Mein Mann ist auch nicht anders. Er machte schon heute einige Bemerkungen, die deutlich seine Denkungsart verriethen und durchblicken ließen, wie viel ihm an den kleinlichen Ansichten seiner Kameraden und deren Gattinnen liegt. Er wird mich nie begreifen, ebensowenig wie ich mich in ihn hineindenken kann. Wie zwei Taubstumme werden wir nebeneinander herleben. Hätte ich es nie kennen gelernt, das Glück, geliebt und verstanden zu werden, ich würde vielleicht nicht merken, was hier fehlt. Professor Reen ist Dichter alle Künste reichen sich bei Euch, die Hand. Darum wird er für Dich 'Verständniß haben, während ich stets auf absolutes Unverständniß stoßen muß. Noch eines sollst Du mir sagen, Marka. Wie fängst Du es an, Dein Musiziren mit Deinen Hausfrauenpflichten zu vereinigen? Mich störten heute schon, am ersten Abend meines Hierseins, die dummen Fragen der Dienstboten. Ich werde sie alles selbststandig machen lassen, ich mag von dem Kleinkram nichts wissen. Meine Seele soll nicht in solchen Erbärmlichkeiten ersticken. Aber Du " Asta ließ die Feder erschrocken fallen Ein schwarzer Tintenfleck beendete diest Bekenntnisse einer schönen Seele. Sie hörte ihren Mann mit dem Drücker die Flurthür öffnen und sich rasch ihrem Zimmer nähern. Hastig klappte sie die Mappe zu und warf alles in das offer stehende Schubfach des Schreibtisches. .Da bin ich wieder. Hoffentlich nicht zu früh! Diese Neckereien, daß ich so früh aufbreche, weil ich es ohne meine Frau nicht aushalten könnte! Nun, sie hatten ja recht, die guten Leute." William warf die Mütze auf einen Stuhl. Asta sah ihn ganz zerstreut an. Warum gingst Du denn schon fort?" fragte sie endlich langsam. Sehr freundlich! Also Deinetwegen hätte ich länger wegbleiben können? Du hast Dich inzwischen gut unterhalten?" Ich habe gesungen." Das freut mich. Gefällt Dir der Flügel?" 3ß, sehr schön ist er." Und dann? Hast Du gelesen?" Nein, geschrieben an Marka. Ick bin aber noch nicht fertig." Sie machte eine Wendung zum Schreibtisch hm. Jetzt wirst Du doch nicht weiterschreiben wollen? Warum denn nicht?" Ueber sein eben noch so heiteres Gesicht legte sich eine Wolke. Also darum war er so früh nach Hause gekommen um allein in seiner Stube zu sitzen. wahrend sie in ihrem Salon schrieb! Ist Licht in meinem Zimmer?' fragte er kurz. Ich weiß es nicht." William drückte auf den elektrischen Knopf. Nach geraume? Zeit erschien der Bursche und verschwand schleunigst, um Licht zu machen, als er feinen Herrr so unerwartet vor sich sah. William las dann auf seinem Zimv?- r er r - mtx oie eingelaufenen riefe uno 3a tungen, die mit der letzten Post ge kommen waren. Aber er blieb zerstreut. immer horchte er darauf, ob Asta sick nicht von selbst zu ihm setzen würde. Aber sie kam nicht, sie schrieb jedenfalls an ihrem wichtigen Brief. Schließlich erschien es ihm lächerlich. Wenn jedes von ihnen abwarten wollte, wer den ersten Schritt thäte, dann konnt? es lange dauern. Er ging wieder zu ihr hinüber. Dei Brief lag geschlossen auf dem Schreibtisch. Willst Du nicht mit in mein Zim , mer krmmen, Asta?" bat er. Sie sah auf. Ihre Augen saher aus, als ob sie geweint hatten. Ge hört denn das zum Verheirathetsein. daß man immer zusammensitzt?" . Es sollte wohl ein Scherz sein, aber er klang nicht lustig. Daß man gern zusammen ist ja antwortete er gelassen, sonst hätte das Heirathen besser unterbleiben können." Das wäre auch wohl besser gewesen," sagte sie so leise, daß er es mehr errieth, als verstand. Eine dunkle Röthe stieg in sein; Stirn. Was soll denn das heißen? Was habe ich Dir gethan, das Dich zu dmer Aeußerung bewegen kann?" Nichts. Ich habe nur etwas gemerkt. v- 23aB denn?" Daß ich noch singen kann! Es war ein Irrthum, eine Uebereilung, daß ich ,;rsv??r ..cc ClCinc vuunfcwuuyuyu uujyuu.
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tt TT tt n n R s tu a von Henriette v. McnheKab n n n n TT TT Und das bereust Du bereust es heute schon?" Sie wagte nicht zuzustimmen. Als sie in sein finsteres Gesicht sah, schwand ihr der Muth. .,Jch weiß es nicht," stotterte sie. Es ist alles so überstürzt, so schnell gekommen, ich kann mich noch nicht zurechtfinden, mich kaum besinnen." Sie that ihm leid. Sie war so jung, zart und hilfsbedürftig! Er mußte Geduld haben. Langsam, durch seine Liebe, würde, sie die bitteren Erfahrungen und Enttäuschungen überwinden. Er trat zu ihr und streichelte ihr blasses Gesicht. Du bist müde. Liebchen, und siehst heute Abend alles etwas trübselig an. Es hindert Dich Niemand ich gewiß nicht zu spielen und zu sinnen, so viel Du magst." Ja?" Ihr Athem ging rasch. Ich werde üben. Ich wUI beweisen, daß ich doch eine Künstlerin bin!" Wem mußt Du denn das durchaus beweisen?" Sie zögerte eine. Sekunde mit der Antwort. Allen denen, die es nicht glauben wollten," sagte sie endlich ausweichend. Ich wünschte, Du gäbst Dir ein bischen Mühe, mich an Deine Liebe glauben zu lehren," antwortete er ernst. Asta sagte nichts. Als sie sich beim Gehen von ihm küssen ließ, kamen ihm die Lippen seltsam kalt, ihr Gesichtsausdruck düster vor. Mit einem Seufzer gab er sie frei. 13. Kapitel. arkas Antwort, die wenige ö Tage später eintraf, befrie5 digte' Asta durchaus nicht. Der Rath, vor allen Dingen ihrem Mann, ihrem Haus zu leben. kam ihr spießbürgerlich und besch-'ankt vor. Markas Behauptung, daß sie nur dann mit ruhigem Gewissen an ihrem Flügel Erholung suche, wenn sie ihren Haushalt besorgt, Hansel in der Schule, der geliebte Dichter m seiner stillen Studierstube sei, mochte vielleicht für Jemand, der nicht weiter in seiner Kunst kommen wollte, angängig fein; wenn man aber noch mitten im Streben steckte, dann that man recht, stch alle; Störende fernzuhalten, wie Hausbalts sorgen, Leuteärger, Geselligkeit und die mancherlei Ansprüche, die ein Ehemann zu stellen beliebte. Nach diesem Grundsatz handelte Asta. William mochte nach Hause kommen. wann er wollte er horte Asta Ueoun aen singen oder spielen. Mit fieberhaftem Eifer .suchte sie alles im letzten Jahr Versäumte nachzuholen. Unterricht, Itx ihren Ansprüchen und KenntNissen genügen konnte, gab es m Wil helmshaven nicht. Sie mußte sich also allein weiterhelfen. Das stachelte ihren Ehrgeiz immer mehr an. Der Kochm verbot sie, sich mit Fragen wegen des Mittagessens an sie zu wenden. Na türlich nutzte die schlaue Person die'Un erfahrenheit und Gleichgiltigkeit der jungen Frau nach jeder Richtung hin aus. Em schwunghafter Handel mit allen möglichen Lebensmitteln war bald im Gange. Das Hausmädchen strengte sich auch nicht weiter an. Der Bursche fand es viel vergnüglicher, feine Zeit mit Kourschneiden wie mit Silberputzen, Lampenreinigen und Parkettbürgen hinzubringen. Normann merkte sehr bald,, daß in seinem Hause nicht alles so stand, wie es wohl sollte. Wenn er auch Astas Jugend und Unerfahrenheit in Anrechnung brachte, ganz so staubig und nachlässig hätte es darum doch nicht in feiner Häuslichkeit zu sein brauchen. Nach einigen Wochen riß ihm die Geduld. Wie die meisten Herren, konnte auch er seine Dienstboten nicht anlernen, wenn sie -faul waren, sondern sie nur hinauswerfen. Da Asta ihre Wirtschaftsbücher durchaus nicht führen wollte, so fing er an, selbst mit der Köchin abzurechne?',, was natürlich zur Folge hatte, daß er ihre Unterschlagungen bemerkte und sie auf der Stelle entließ. Nach einem schrecklichen Interregnum mehrerer untaugl'-cher Persönlicht?iten gelang es endlich, ein freundlieh-beschei-denes Wesen aufzutreiben, das ihrer eigenen Ansicht nach gut zu kochen verstand wenigstens Hausmannskost. Auch dies erwies sich indessen als eine ungerechtfertigte Einbildung ihrerseits. Jens wurde abgelöst, da er das Kourmachen zu intensiv zu betreiben begann. Das Hausmädchen litt seit feinemFortgehen an chronisch übler Laune. Der neue Bursche blieb, weil Niemand ihn genügend anlernte, in den Anfangsstadien seines Dienstes hoffnungslos stecken. Ein stets mangelhaft gekochtes Essen, schlecht brennende Lampen, staubige Zimmer sind auf die Dauer ein höchst unbehaglicher Zustand, vor allem für einen Menschen wie William, der von Natur pünktlich und akkurat in allem war. Er litt unter diesen Zuständen, noch mehr ahix unter der sich täglich schärfer aufdrängenden Ueberzeugung, wie wenig Asta an ihn und sein Wohlbefinden dachte. Sie lebte völlig einge fponnen in ihre eigene Gedankenwelt neben ihm her. Seine erst sehr milden. spater ernsteren Vorstellungen, sich et
was mehr um ihren Haushalt kümmern j zu wollen, prallten völlig eindruckslos an ihr ab. Es stört mich beim Ueben." blieb stets ihre Entgegnung, mit der sie alle seine Auseinandersetzungen endgil-
tig aus dem Felde zu schlagen glaubte. Dann mußt Du eben etwas weniger üben,", antwortete er endlich gereizt durch ihren passiven, unbesieglichen Widerstand. Vor allen Dingen bist Du meine Frau und hast Deinen Haushalt in Ordnung zu halten. Du brauchst Dich nicht mehr zur Künstlerin auszubilden." . Das will ich aber gerade das will ich!" antwortete sie trotzig. Ihr Gesicht glühte, ein tnumphirendes Lächeln zuckte um den weichen Mund. Ein andermal wieder ließ sie alle Vorwürfe schweigend über sich ergehen, um plötzlich die Hände an die Ohren zu legen und mit dem Fuß aufstampfend unter hervorbrechenden Thränen auszurufen: Um Gottes willen, laß mich m Frieden! Ich lege Dir ja auch nichts in den Weg." Er versuchte, ste zu beruhigen, aber Asta blieb verstimmt. Du ahnst gar nicht, was Du mir anthust, wenn Du mich mit solchen Dingen aufregst! war' ihr beständiger Vorwurf. Nur die große, tiefe 'Liebe, die er für sie fühlte, ließen ihn die Geduld finden,' dies alles zu ertragen und auf die Zukunft, die sie noch zur Einsicht führen würde, zu vertrauen. Mit den übrigen Offiziersfamilien wurde nur ein sehr oberflächlicher Verkehr unterhalten. Asta trat keiner der Damen näher. Unglücklicherweise war keine von ihnen hervorragend musikalisch. Asta fanb sie daher alle langweilig, interesselos, in Küche und Kindersiube aufgehend. Williams Bitte, sich doch wenigstens bei ihnen Rath in Wirthschaftsfragen zu holen, fiel auf völlig unfruchtbaren Boden. Mit den unverheiratheten Herren glückte es besser. Die waren entzückt von der Schönheit der jungen Frau und kamen gern, wenn auch die kulinarischen Genüsse bei Normanns nicht verlockend waren. Für gute Weine und rauchbare Cigarren sorgte der Hausherr, Asta aber sang, was stets Entzücken hervorrief, auch konnte sie sehr heiter und angeregt plaudern. William fand fogar die Unterhaltung zwischen ihr und den jungen Kameraden oft reichlich frei. .Er wunderte sich darüber. Wo konnte Asta das gelernt haben? In Hollens Hause sicher nicht, und ihr Berliner Aufenthalt war doch wohl mit ernsten Studien ausgefüllt gewesen. Er machte ihr einige leise Andeutungen. Asta fand ihn natürlich pedantisch. Wenn man von Liebe sang, konnte man auch darüber reden, also über den Inhalt der Lieder oder der gelesenen Bücher sprechen. Unterhaltungen über die Kunst konnten nicht mit demselben Maß gemessen werden wie gewohnliche Gespräche. Die Kunst befreite und erlöste das war ihr Zweck. ' Jeder andere Beruf verflachte oder machte einseitig und beschrankt. Wie einseitig sie selbst wurde durch ihr ausschließliches Interesse für Mu sik, das erwog sie nie. Rücksichtslos, ohne rechts oder links zu fehen, ging sie auf ihr Ziel zu. Daher konnten ihre Kunstinteressen nicht erweiternd und be freiend, sondern nur verengend auf sie wirken. William versuchte immer Wieder, sie etwas davon abzulenken, gemeinsame Interessen zwischen ihnen wachzurufen. Er fing an, des Abends vorzulesen. Er besaß eine reichhaltige Bibliothek, war ein begeisterter Goetheschwärmer, überHaupt klassisch gut vorgebildet. Er merkte aber bald, daß Asta wenig von dem hörte, was er las. Er versuchte es, die klassischen Bücher beiseite legend, mit Äeisebeschreibungen, erzählte von seinen Fahrten. Derselbe negative Erfolg. Sie dachte entweder an etwas ganz anderes oder gähnte unaufhörllch verstohlen durch ihr Zierliches Näs chen. Fand er wirklich einmal ein Buch in ihren Handen, so war es gewiß die Biographie emes berühmten Musikers, Robert Schumanns Jugendbriefe oder derartige Sachen, die gewissermaßen m ihr Fach schlugen. Durch ihr Benehmen wurde, ihm formlich jede Musik verleidet. Es ärgerte ihn, sie beständig üben zu hören Die ungeduldigen Bemerkungen, die er oft mcht unterdrücken konnte, hatten zwar zur Folge, daß Asta ihr Spiel abbrach,- wenn er nach Hause kam, um es aber naturlmi, sowie er fort war, wieder anzufangen. Die Ueberzeugung, daß sie daher seine Anwesenheit meist als lästigen Zwang empfand, that ihm weh, er konnte sich ihrer aber nicht erwehren. Da erblühte ihm die Hoffnung, daß es kleinen, zarteren Handen wie den seinen gelingen möchte, sie vom Flügel fort und mehr dem wirklichen Leben zuzuführen. Die Aussicht auf die Geburt eines Kindes erfüllte ihn mit hohem Glück. Asta aber schien nur unter dem Zwang zu leiden, den ihr die Schonung ihrer Gesundheit, auferlegte. Sie klagte beständig, wie sie nun in ihren Studien zurückkommen mune. Manchmal kam sie William förmlich oehert vor. Als ob er sich mü dem Bliithner'schen Flügel einen Dämon in's Haus genommen hatte, der alles Gluck verzehre. Bald nach Weihnachten wurde das Kindchen geboren. Es war aber so schwach, daß es seine Geburt nur um wenige Minuten überlebte. Asta war zu krank, um viel zu em Pfinden. Es zuckte wie Weinen um ihren. Mund, als man ihr sagte, daß
das Kind nicht am Leben geblieben fei. Sie äußerte aber keinen Wunsch, es noch einmal zu sehen. Man. trug es fort,
egte es m den kleinen Sara und begrub es, ohne daß sie etwas davon bemerkte. Als sie endlich wieder aufstehen durfte, war ihre erste und einzige Sorge, ob ihre Stimme auch nicht geitten habe. Mit glückstrahlenden Augen kam sie auf William zu. Ich habe eben gesungen." Gesungen? Jetzt schon, Asta?" Der Tod .des Kindes, der ihm so biter schmerzlich war. schien sie kaum zu berühren. Sie mißverstand daher auch eine Frage. O. das schadet mn nichts. Meine Stimme ist stärker geworden. Nach jeder langen Pause chemt sie schöner zu werden. Jedes Erlebniß kommt im Klang, in der Tiefe des Ausdrucks zur Geltung." Ist Dir der Tod unseres Kindes nur ein Mittel, um besser zu singen?" ragte er mit mühsam unterdrückter Empörung. So darf man es Nicht auffassen. Aber für eine Künstlerin ist jedes .Ereben' doppelt. Man erlebt es als Mensch und benut es als Künstlerin. Verstehst Du das?" Nein!" Seme Stimme klang hart. Nein, das verstehe ich nicht. Es ommt mir nur herzlos, unnatürlich. unweiblich vor." Du bist eben keine Künstlernatur." Nein, nur ein alltäglicher Mensch!" gab er herbe zurück. Alltäalich in meinen Bedürfnissen und Anforderungen. Ich wünschte, ein Mädchen zu heirahen, das eme gute Frau und Mutter ein würde kein Kunstgenie." Sie antwortet? nicht. An dem hochmüthigen Emporziehen ihrer Oberlippe war es nicht schwer, die unterdrückte Antwort zu errathen: Der Riß Zwilchen ihnen wurde taglich tiefer. Es gab keine Brücke, die seine Anschauungen und ihre krausen Ideen verbunden hätte. Das Leben ging weiter wie bisher: Unbehaglichkeit im Hause, verschiedene Ansichten in allemund jedem. Daß seine Leidenschaft gegenüber ihrer Schönheit oft hell aufflammte, änderte an der innerlichen Entfremdung nichts. Ottos Besuch, der' zu den Weihnachtsferien angemeldet war, hatte Astas Krankheit' wegen unterbleiben müssen. Jetzt hatten sie schon seit längerer Zeit nichts von Hollens gehört. Ellens letzter Brief klang wie immer sehr niedergedruckt. Mit iedem Jahr, das die Entscheidung über Ottos einstigen Beruf naher brachte, versck'arften sich die Konflikte zwischen seinen Wünschen und dem Verbot des Vaters. Trostlos war es auch dort auch dort schien keine Einigung möglich zu sein., Asta. erholte sich schneller, als der Arzt erwartet hatte. Sie bestand darauf, noch die letzten Gesellschaften der Saison mitzumachen. Sie schien auf einmal von einer fieberhaften Ungeduld verzehrt zu werden, Beifall zu erringen, zu sehen, wie ihr Gesang auf die ZuHörer wirke. William gab ihren Bit ten nach. Die Rolle des Tyrannen, die Astas Unvernunft ihm manchmal aus zwang, lag ihm eigentlich gar nicht. So nahmen sie denn, trotzdem seit dem Tode des Kindes erst wenige Wochen verstrichen waren, die Einladung zu einer großen Abendgesellschaft bei dem Hafenkommandanten, Herrn v. Bergen, an. Asta übte den ganzen Morgen, da ste sicher glaubte, zum Singen ausgefordert u werden. Auch ihre Toilette kostete viel Zeit' und Ueberlegung. Ihre schönen Konzerttoiletten aus Berlin ließen sich durch geringe Aenderungen modernisiren. William sah Asta zu Hause nur in dem langen dunklen Abendmantel, der ihre Gestalt vollkommen verhüllte. Er erschrak fast über ihre blendende, an spruchsvolle Schönheit, als ihr der Diener im Hausflur bei Bergens den Umhang, abnahm, und sie m ihrem mais gelben Damasilleid, mit kostbaren echten Spitzen garnirt, vor ihm stand. Das satte, leuchtende Gelb wirkte wundervoll zu ihrem zarten Teint, den goldblonden, hochfrisirten Haaren. Wie schon war der Ansatz des Halses, die Linien des Nackens, der Arme!' Die peinliche Empfindung über den reichlich tiefen Ausjchmtt des Kleides konnte die Freude an ihrer Schönheit nicht völlig unterdrucken. Dieses unangenehme Gefühl steigerte sich aber, als er das Befremden be merkte, mit dem die übrige Gesellschaft die kostbare Toilette musterte. Die mei sten anderen Damen waren in hohen hellen oder dunklen Seidenkleidern erschienen. Der Wirthin und ihren drei unschönen, heirathsfähigen Töchtern schien die strahlend schöne junge Frau geradezu unangenehm zu sein. ' Ihre Begrüßung fiel recht kühl aus, als ob ste sich wunderten, daß Asta die Emladung angenommen habe. William ärgerte diese Taktlosigkeit, obgleich er ja ursprunglich die gleiche Empfindung gehabt hatte. Meiner .Frau ist eine kleine Zerstreuung nach dem einsamen Winter dringend nöthig," wies er alle weiteren Bemerkungen ,kurz zurück. (Fortsetzung folgt.) Hohes Alte r. "Vor Kurzem feierte Frau Louise M. Este, Wittwe des verstorbenen Richters David K. Este von Cmcinnati, O., ihren 101. Geburtstag. Die alte Dame ist noch verhältnißmäßig rüstig. Seit 25 Jahren wohnt sie bei ihrer Tochter, der Wittwe des verstorbenen Wm. A. Fisher in Ruxton, O. .
Nulllschc Schissc in Clinglau. Die Zerstörungen der ..Zäsarewitsch" von einem iuqeuzeugcn geschildert. , Einem erst kürzlich bekannt gewordenen, vom 16. August aus Tsingtau datirten Briefe eiues deutschen Seesol'
datcn entnehmen wir die folgende Schilderung: Am Morgen des 11. August traf hier die Nachricht ein, daß das russische Port Arthur-Geschwadcr am Tage vorhcr einen verzweifelten Versuch unternommen hatte, durch die Blockadelime der Japaner durchzubrechen und daß dieser Durchbruch theilweise gelungen- fei; man wisse aber nicht, ob die Schiffe auf dem Wege nach Wladiwostok oder nach dem Süden seien. Wir brauchten hie: mcht lange in dieser Unwissenheit zu schweben, denn Nachmittags um 4j Uhr wurde auf unserer Signalstation in Tstngtau ein runder Ball gehißt, ein Zeichen, daß sich ein Kriegsschiff dem Hafen näherte. Nicht lange dauerte es und man zeigte die rusttsche Kriegsflagge und hißte noch einen Ball, was die Ankunft mehrerer Kriegsschiffe meldete. Dann fuhr als erster Gast der Torpedobootzerstörer Beschumny" ein, ihm folgte der Panzerkreuzer Nowik." Die Nowik hatte nur einen Schuß und das Torpedoboot nur einige Streifchüsse. Um 9z Uhr lief das Schlachtschiff erster Klasse Zäsarewitsch" em. Andern Morgens in aller Frühe be gann eine wahre Völkerwanderung nach den Schiffen, und nun erst konnte man sehen, was für Unheil die japanischen Granaten angerichtet batten. Die Zäsarewitsch" hatte 15 Volltreffer von ILLzölligen Granaten über und unter der Wasserlinie erhalten. Da war zunacyjt em Schuß auf den Fuß des Ankers gegangen. Der Schuß war, nachdem er den Anker hcruntergeholt, glatt durch die an dieser Stelle ungepanzerte Bordwand in das Innere gedrungen und dann krepirt. Das Loch hatte 4 Fuß 11 Zoll im Durchmesser und war mü Sacken nothdurftig verstopft. Eigenthümlicherweife hatten die Splitter der Granate auch den Kopf und die Beme des am Bug angebrachten rufst schen Doppeladlers abgerissen. Eine der Granaten war durch die Guckrinne des Kartenhauses m den Fuß des vor dern Gefechtsmastes eingeschlagen, war dann krepirt und hatte den m dem Thurm befindlichen ganzen, Stab d? Geschwaders aetödtet und fchwerverwundet. Todt waren unter anderen Admiral Withöfft, von dem nur ein Bein übrig geblieben war das Bein ist dann feierlich begraben worden der Flaggleutnant und die Naviga tionsoffiziere. des Stabes und. des Schiffes. Schwzrverwundet war der Admiral Matussewitsch, dann der Kommandant und sämmtliche Offi ziere. Diese Granate hatte, eine geradezu unheimliche Vernichtung angerichtet. Der riesige Mast, der im In nern eine Treppe zu den zwei schwer armirten obern Etagen hatte, stand ganz schief und nur auf einem kleinen Stück der Wandung und drohte jeden Aug", blick umzufallen. Andere Schüsse hatte die beiden vorderen Schornsteine vollst, idig zerstört. Unter Wasser besann sich unter Anderem eme Beschä digung durch einen Volltreffer, der ein 6 Fuß 6 Zoll langes, aber ziemlich schmales Loch gerissen hatte.' Durch dieses Loch waren zwei Schotten voll Wasser gelaufen. Auf der Backbordfeite waren ein Loch, von 8 Fuß 2 Zoll Durchmesser, gerade unter der Pinasse, aufgerissen und die Davistaue getrof fen worden, so daß die Pinasse aus ihrer luftigen Höhe aufs Deck heruntergepurzelt war. Seekrank auf der Bühne. Bei zwei der größten Theatererfolgen der diesjährigen Saison in London spielt ein Schiff in der Handlung eine große Ralle. Es handelt sich um die Aufführung von -Shakespeares Sturm" in His Majestys Theatre und von Beauty and the Bärge" im New Theatre. Das Schiff in His Majestys ist 44 Fuß lang und aus etwa 40 einzelnen Nequisiten - zusammengesetzt. Zwölf Leute müssen das Schiff zu jeder Vorstellung zusammensetzen; sie gebrauchen jedesmal fast zwei Stunden dazu. Wenn der Vorhang fällt, wird es von 60 Bühnenarbeitern in vier Minuten auseinandergenommen. Bei der ersten Probe des Stückes wurde das kleine Mädchen, das in der ersten Szene den Ariel spielt, durch die so naturgetreu ausgeführten Schwankungen des Schiffes seekrank. Das bescheidenere Fahrzeug im. New Theatre ist mit drei Leuten bemannt. Es miß etwa 32 Fuß und ist schön bemalt und betakelt. Die Segel, Taue, Rollen. Luken, Anker, Krähn und Nuder, alles ist echt bis auf die Gummiräd?r, auf denen das Schiff segelt." Durchstich dcS CimplontunuclS. Die Beendigung der Durchbohrungsarbeiten am.,Simplon, Schweiz, ha! abermals eine Verzögerung erfahren. Es sind zwar nicht mehr als 300 Me ter zurückzulegen, damit die beiden einander entgegenarbeitenden Partien sich im Innern des Tunnels begegnen; bedauerlicherweise stößt aber gerade dieses letzte Stück der Tunnelarbeit auf sehr ungünstige Bedingungen, da dc" Einströmen heißer Quellen und ein sebr bewegliches Erdreich enorme Schwierigleiten erzeugten. Diese letzte Tunnelgallerie .durchsetzt eine Art flüssiger Kothmasse, deren Herr zu werden sehr scbwer fällt.
S ch lief ein halbes Jahr.
Die 18 Jahre alte Dora Meek in Cen--tralia, Jll., die im Winter des Jahres 1901 sechs .Monate lang im Schlafe lag, ist jüngst an allgemeiner Entkräftung lnfowe elne Masernslles verschieden. Den Aerzten war Dora wäh-. rend ihres langen Schlafes ein Räthsel. gewesen. Aus allen Landestheilen ka-. men hervorragende Mediziner, um dieschlafende Maid zu studiren. aber keiner vermochte die Ursach: ihres Zustan--des zu erklären. Im Dezember v. I. verfiel Dora wieder m einen längeren Schlaf, der drei Wochen andauerte. Die Ernährung der Patientin während ihres langen Schlafes war auf künst liche Weise erfolgt. Auf ie fünf Amerika ner, die in England zu Verbrechern werden, kommt dort nur em Nüsse oder Pole. Keuer - Signale. , Pamsylv Kifc Varket i Englis'S Opkrn'Haut I Last und 9?T Z)ori I Noble und Michigan N. Jerjey u. Naff Swe i Pwe und North n Market und yme I Vermont nahe Eaft Ns.. 8 EpriZenh.au5 Maff. Slsc nahe NoSie t3 Dawäre und Walnut 4 . 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MrCertS n ßnl CcCsrt 5ke Jersey 7 virg Av. n Oradsh, Eft und Prospekt Bilking und High n 9to. 11 Spritzenhaus Cir Ave. nah Hur! n Sckft und Georgia 71 kedarund Eln 74 Davidson u eorgta 75 english Lv.Pine 76 Shelby und ates 3 No. Spritzenhaus Prospekt nah Shelktz r Fletch Av. u Sheldy 81 Market .New Zersey S Delaware und Wash. B Sast u Washington S4 New Dork u. Davids 36 Taubstummen Anstalt ?S er. Staaten Arsenal' 37 Oriental und Waff. 39 FrauenrReformat. n No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 92 Meridian u. Veorzia. 92 Meridian und South 4 Pennsyk u. Loniftana 95 Birgini Ave u. Llab. Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 9S Capital Ave und DhU 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Äff. 21 Alaöama und 16. ,25 Central Ave und tf. ß6 Dandes und 15. 127 Brookside und Juptt .23 Central Ave und 17. i29 Delaware und 19. 31 Alabama und 11. 2 Bellesontawe imdW. 34 College 2Ü und 2?. "5 Delaware und 15. .36 Alabama und North 27 Nevmann und 19. 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