Indiana Tribüne, Volume 28, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1904 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 2. N ovember 190H rs ( v

Durch en Magen. i Eine Plauderei. Von Marie Schramm Macdonald. Jfltxn, nein," sagte die reizende kleine Frau Melly Jollis, indem sie die großen, schwarzen Augen mit einem tiefmelancholischen. Ausdruck auf mir ruhen ließ und dabei das dunkelhaarige Köpfchen schüttelte, nein, nein, ich kann es dir nicht sagen, es ist g.anz und gar unmöglich." Liebste Melly," begann ich wieder in dem liebevoll mütterlichen Tone, den ich dem 18jährigen Weibchen gegenüber so gern anschlage, ich erkläre nochmalsdaß ich dieses Zimmer nicht eher verlasse, als bis du mir vertraut hast, warum du eine so hochtragische Miene aufsteckst, warum du, mein thaufrisches Maienröschen, den Kopf hängen läßt, als sei ein Herbststurm über dich hinweggegangen. Heraus mit der Sprache! Wolfram von Efchenbach, beginne!" Ein schwaches Lächeln zog für ei.nen Augenblick über Melly Jollis trübes Gestchtchen. Aber es verschwand sofort wieder, und ganz erschrocken war ich, als das liebe Wesen sich plötzlich an meine Brust warf und heftig zu schluchzen anfing. Ich streichelte sanft das bebende, feine Köpfchen, drückte einen leisenKuß darauf und sagte zärtlich: Weine dich aus, Herzchen. Aber dann sprich dich auch aus. Denke, du hättest dein Mütterchen vor dir." O meine Mama," schluchzte Melly auf, meine Mama! Wenn sie wüßte, wie unglücklich ihr armes Kind ist!" Wenn achtzehnjährige, seit änderthalb Monaten verheiratete Frauen unglücklich sind, so darf hundert gegen eins gewettet Nxrden, daß der Ehemann dabei im Sple ist. Was hatte dieser unselige Dr. jur. Benno Jollis denn verbrochen? Ich geleitete Melly zu dem behaglichen Kameltaschensofa, das dem Eßzimmer einen so gemüthlichen Anstrich verlieh, streichelte ihre kleine, weiche Hand und wartete. Warten ist unter $ar mancherlei Umständen nützlicher als Drängen. Diese Politik erwies sich auch hier bald als die richtige. Ach, Tante," rief Melly auf einmal (wir sind nicht durch das Blut, nur durch die Wahl verwandt), Tante, ich bin das unglücklichste Weib unter der Sonne Benno hat mich nie geliebt!" Es war gewiß entsetzlich taktlos von mir, daß ich nach diesem, tragischen Ausbruch Melly ui's Gesicht lachte. Aber es war ebenso gewiß auch verzeihlich. Dnn ein Ehemann, der seine Ehehälfte lieber hat als Dr. Jollis seine junge Frau, ist eine über jede Möglichkeit hinausgehende Borstellung. Ja, lache nur, Tante," jammerte meine kleine Tragische, die Sache scheint freilich ganz unmöglich für Jeden, der Benno kennt, der unser wonniges Glück auch nur von ferne beobachtet, wie viel mehr für dich. Aber es ist nichtsdestoweniger wahr, fürchterlich wahr. Denn die Liebe, mit welcher Benno mich liebt, ist für mich keine Liebe. Ich verschmähe sie. Er hat mir heute Mittag gestanden Tante, nein, du wirst es nicht für möglich halten! gestanden, daß er sich in mich verliebt hat, weil ich so ausgezeichnet zu kochen verstand! O, ich bin tief gedemüthigt, tief beleidigt! Denke dir das in einem Roman, Taute! Eine ' Liebe, deren Ursache ein befriedigter , Magen ist o, diese Schmach überlebe ich nicht!" Sie fiel mir aufs Neue um den Hals und schluchzte herzbrechend. Ich wartete wieder. Als sie sich ein wenig beruhigt und den Kopf emporgerichtet hatte, ergriff ich meinerseits das Wort und begann: ..Liebste Melly, ich muß allerdings gestehen, daß du eine sehr beklagenswerthe Frau bist, aber es gibt ein Mittel, das dich in den Stand setzt, fürchterliche Rache zu nehmen." Jch lasse mich scheiden,nicht wahr?" meinte Melly eifrig und mit einem ganz glühenden Gesichtchen. .. Ach nein, ich besorge, daß das Gerichtden von dir vorgebrachten Scheidungsgrund nicht als stichhaltig ansehen würde. Nein, mein Mittel ist ein weit einfacheres: du verwandelst dich aus einer guten, gutkochenden Frau einfach in eine böse, gutkochende Frau." Eine böse, gutkochenoe?" stoherte Melly und sah mich verständnißlos an. Ah, du begreifst nicht, wie ich das meine, und was ich damit beabsichtige. Also zuvörderst: auf die Frage, welche Frau eine böse genannt zu werden verdiene, antwortet der Talmud: Eine böse Frau ist eine solche, die. ihrem Manne eine gute Mahlzeit bereitet, bevor er aber zu essen anfängt, so lange schimpft und zankt, bis ihm der Appetit vergeht." Schrecklich," sagte Melly leise und zog schaudernd die Achseln zusammen. Natürlich schrecklich, Kind. Aber das einzige Mittel, um zu entdecken, ob die ' Liebe dieses entseklichen Benno ganz allein auf dem prosaischen Boden seiner Magengelüste ihr Leben fristet.. Darauf allein kommt es ja doch an. Denn daß ein verwöhnter Junggeselle, .wie er einer gewesen, ein junger Mann, der von einer ihn über Alles liebenden Mutter mit einer' ganz ausgezeichneten Kost großgezogen und allerdings etwas

verwöbnt wurde, an deinen kulinarischen Vorzügen sich begeistert, wäre meiner Ansicht nach noch kein so verdammungswürdiges Verbrechen. Du weißt, die Gewohnheit wird leicht zur zweiten Natur, und. schließlich ist es keine Sünde, wenn ein Ehemann für das schwere Geld, das ein tiatnir kostet, lieber etwas Gutes als etwas Schlechtes essen 'will. Ein gut bedienter Magen erzeugt gute Laune, Ich könnte dir ein halbes Dutzend Fälle nennen, in denen ein außer Konkurrenz stehendes Mittagessen sogar entscheidend auf die Völkergeschichte gewirkt , hat. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Der erste Napoleon spricht sich in einem seiner Briefe über Mädchenerziehung dahin aus: Gut wäre es, wenn das junge Mädchen mit Allem vertraut wäre, was zur Speisekammer gehört." Junggesellen heirathen oft ihre Haushälterinnen, weil sie finden, daß die jungen Damen eben nur Damen und. nicht im Geringsten Haushälterinnen sind. Es ist so weit gekommen durch die falsche Mädchenerziehung unserer Zeit, daß ein Dichter, also ein zur Verehrung für das weibliche Geschlecht durch alle neun Musen Verpflichteter wie ich hoffe, wenigsten thränenden Auges die Sentenz aufzustellen wagte: Zur . Ehe gehört ein gesunder Magen, besonders wenn eine moderne Frau kocht." Ja, aber Tantchen, es ist und bleibt doch immerhin entsetzlich, daß " Daß die Flamme seiner Liebe sich zuerst an deiner praktischen Tugend entzündet hat, allerdings; hätte sich Benno deinen Vortrag derMondscheinsonate oder eines deiner hübschen italienischenWasserfarbenbilder zu diesem Prozesse auserwählt, so würde das entschieden poetischer sein. Aber Benno ist nun einmal ein praktischer Mensch." Ja, in Allem, in Allem, Tantchen," meinte Melly plötzlich ganz begeistert, er ist überhaupt ein förmliches, Genie." Er hat für Alles Talent. Und wie fleißig er ist und wie strebfam! Alle, schätzen ihn so hoch, Mama, Papa, seine Vorgesetzten und Sie stockte. Und ich und du und Alle, die ihn kennen," ergänzte ich. Ja, aber Tantchen, daß er 'ein so eingefleischter Epikuräer ist, daß er sich wegen meiner Kochkunst in mich verlieben konnte, ist und bleibt doch ganz fürchterlich." Epikuräer!" Ich griff dieses Wort auf und fuhr fort: Du meinst natürlich Neuepikuräer. Nun, die von mit vorgeschlagene Methode wird auf'Z Untrüglichste beweisen, ob Benno als ein solcher bezeichnet werden darf. - Ich habe mir bis jetzt freilich eingebildet, daß Benno eine rühmli. e. Ausnahmt macht von Jenen, die die Lehre' bei. griechischen Philosophen theils mißverstehen, theils absichtlich Verleumder und dadurch in begreiflichen Mißcredil bringen. Es schien mir immer, als $i höre dein Mann zu jenen Gescheidten, welche die Lehre des weisen Lebenskünstlers, daß Vergnügen das höchste Gut sei, in seinem philosophischen Sinne richtig deuten, indem sie darunter die ungetrübte Heiterkeit und das zu einem harmonischen Ganzen verschmolzene Wohlbehagen des Körpers und .der -Seele verstehen. Ich habe Benno niemals unmäßig gesehen. Er begehrt wenig, auch bei seinem' Mittagtisch. Das jenige freilich soll von der möglichst besten Beschaffenheit sein. ,Auch damit zeigte er sich für mich der rechten epikuräischen Schule würdig. Aber du hast natürlich als seine. Frau ganz andere Gelegenheit gehabt, ihn zu beobachten, und mußt wissen, warum du ihn anklagst. Wohl hatte et bei seiner Vrautwahl das Recht, in Betrackt zu ziehen, ob auch seine, körperlivie Pflege, von der die Erhaltung der Gesundheit nicht zum Wenigsten abhängt, in die richtigen Hände gelegt sein würde. Der Mann braucht seine ZTrafl, um," wie Rosegger sagt, d' Welt weita z'. schieb'n." Die Gesundheit aber ist das Kapital, aus dem die Zinsen der Arbeitskraft geschlagen . werden, und das Fundament,' auf welcycm die häusliche Behaglichkeit sich aufbaut. Diese Behaglichkeit allein macht ja die Lust zur täglichen broderwerbenden Arbeit täglich auf's Neue emporsprießen." Melly blickte sinnend vor sich hin. Ich aber fuhr fort: Da nun aber dein Mann nach deinem Berichte nur alkin in deiner Kochkunst das Mittel zu dieser nützlichen Behaglichkeit gesehen, so ist er natürlich ein ganz abscheulicher Mensch, der dich mit deinen schönen Geistes- und Herzenseigenschaften gar nicht verdient. Also: Heute Mittag die erste Probe, hörst du? Das Weitere wird sich finden. Laß. mich nur mach:n. Du kannst übrigens gelinde anfangen. Nach der Vihel kann schon ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versauern. Also, frisch auf zum fröhlichen Jagen!" Fröhlichen?" wiederholte Melly in elegischem Tonfall, seufzte dabei herzbrechend und sah mich mit einem sehr komisc ' wirkenden, entschieden ein wenig m.gtrauischen Blick an. Dann fuhr sie fort: Uebrigens, daß er sich nur meiner Kochkunst wegen in mich verliebte, hat Benno nicht gesagt, Tante. Du kannst auch nicht behäupten, daß ich dir das gesagt hätte. Bennos Worte lauteten genau so: Melly, , mein süßer, kleiner Schwarzkopf, nachdem ich von dem wunderbaren Fri

kassee gekostet, das du mit deinen eigenen bezaubernden Händchen an dem denkwürdigen Abend meiner ersten warmen" Einladung bei euch zubereitet hattest, war ich fest entschlossen, dich zu heirathen. Mit der himmlischen Eiersauce, den olympischen Krebsna sen und ten paradiesischen MarkKlöschen hast du mich vollständig erobert. Diese öder keine!" jubelte es in meiner Seele, und nun hab' ich dich, nun halt' ich dich," fügte er hinzu, Tante, faßte mich um die Taille, wirbelte mich im Zimmer umher wie ein Toller, setzte mich .schließlich auf's Sofa nieder, küßte mich ein paarmal stürmisch, rief: Addio, a rivederci, kleines Wundcrweibchen!" und war zum Zimmer hinaus. Ich war wie b?täubt; eigentlich angenehm betäubt. Tantchen. Aber das Erwachen war schrecklich. Auf dem Wege durch den Magen seinen Mann errungen zu haben! Ich geize durchaus nicht danach, durch unseren Haushalt den Spruch zu illustrieren: Eine Frau könne den Mann am besten durch den Magen regieren." Lieber gar nicht regieren, als mit dem Kochlöffel als Scepter in den Händen. Nein, ich bleibe dabei, Bennos Geständniß ist einfach niederschmetternd!" Da hast da vollkommen recht, mein Herzchen. Außer der Mondscheinsonate und den Aquarellen gab es ja an dir noch so viel Anderes, für das er hätte schwärmen können. Natürlich hatte Benno bereits von deiner Kochkunst Wind", wie dein Gemahl sich auszudrücken beliebt, ehe ihr ihm warm" gekommen-wart, und hat sich nur deshalb bei euch einführen lassen." O nein, Tante," kam es rasch und höchst vorwurfsvoll von Mellys rostgen Lippen, das ist ja gar nicht so, sondern ganz anders. Benno hatte mich auf der Eisbahn gesehen, nur gesehen, Tante, und bot dann Alles auf, um in unser Haus eingeführt zu werden." Schmachvoll, auf's Höchste und Aeußerste schmachvoll. Wieder ein Beweis feines Neuepikuräerthums. Ein hübsches Gesicht, ein regelmäßig geschnittenes Lärvchen anzuschauen ein durchaus materielles Vergnügen. Kunst kommt von ct'oustt. Deine Kochkunst zeigte, daß du das ernstliche Wollen gehabt hast, etwas zu lernen, und daß du etwas kannst. Hierin liegt nun selbstgeschaffene Jndividualität. Dein Gesicht ist reine Naturgäbe. Dabei hast du nicht einen Schimmer von Verdienst. Dein Mann wird mir immer fürchterlicher, und das ist mir unangenehm; denn ich habe ihn sehr lieb gehabt!" Ich stand auf und rüstete mich zum Gehen. ' Ach, Tantchen," flüsterte Melly da schüchtern, kannst du es denn gar nicht über dich gewinnen, Benno wieder lieb zu haben?" ' flach zwanzig fahren. - Von Dorothea Goebeler. ' ' ' An der Ecke staute 'sich der Menschenstrom, es entstand ein Gedränge. Hilde wollte sich um. den' - Prellstein herumschieben, sie wurde jedoch zurückgestoßen. Dabei prallte sie an eine Dame an, die gerade hinter ihr des Weges kam. O Verzeihung!" sagte die schöne, elegante Frau. Bitte, es thut nichts." Die kleine Dicke mit der großen Markttasche wollte rasch vorüber. Vielleicht war aber etwas in der Stimme der andern, das sie doch noch einmal aufmerken ließ, sie drehte sich um, ein fragender Ausdruck glitt über ihr rundliches Gesicht: Hilde?" "Sie fragte es erst zaghaft und dann plötzlich, mit einem Ausdruck freudigen Erkennens: Ja Hilde Hilde von Munkl." Ja, ich ich allerdings." Die Elegante blieb stehen und zog die schön geschwungenen Brauen hoch. Sie wußte offenbar nicht recht, woran sie war, auf einmal aber, leuchtete auch ihr Gesicht: Ach,Erika Erika Halden nein" Und doch Erika" die Dicke nickte vergnügt aber du kannst mich Riekchen. nennen oder auch Rieke so sagt mein Mann immer." Ah du bist verheirathet? Ich übrigens auch." Sie verneigte sich leicht: Frau von Sanders." Der Knäuel hatte sich unterdessen entwirrt, d:e Passage war frei geworden, und sie schritten nebeneinander hin. Riekchen horchte auf. Von Sanders von? Es gab doch einen Baron von Sanders bei uns da in der Nähe. auf Hohenhausen." . Das ist mein Mann!" Hilde sagte es seltsam kurz, ihre großen, lebendigen Augen ' nahmen für Sekunden einen starren Ausdruck an. Aber auch nur für Sekunden. Dann wandte sie sich mit ihrem liebenswürdigen Lächelt der. Freundin zu: Und daß wir uns hier so wiederfinden so durch Zufall nach zwanzig Jahren ja ich glaube, wirklich, es' sind zwanzig Jahre." . Zwanzig Jahre." Die Kleine nickte. Du kamst ja dann in die Pension und ließest nichts mehr von dir hören." Ich glaube, du warst es, die zuerst verstummte." Nein, Hilde, ich habe dir noch geschrieben, daß Vater starb, und daß wir nach Berlin gingen"

. Ach ja ja richtig ich erinnere mich, wir waren damals gerade in den Ferien und ich mit der Tante in den

j Schweizer Alpen, ja, Erika, wie das so geht." Und eigentlich gab es ja auch gar keine Beziehungen mehr zwischen Fräulein Hilde von Munkl und der kleinen Dorfschullehrerstochter." Nein, Erika, das war's nicht." Die andere fiel rasch ein und mit einem warmen Ton in der Stimme: Aber wie das so gcht ich sag dir's ja und was gilt's denn auch, wer schuld ist! Jetzt haben wir uns und du kommst mir so bald nicht wieder fort. Ich nehme 'dich mit in mein Hotel, wir bleiben heute zusammen." Die Kleine zögerte immer noch, schließlich . aber gab sie doch, nach: Komm." Ein paar Minuten später saßett sie sich in dem gemüthlichen Salon gegenüber., zwei schreiende Gegensätze. Die eine schön, elegant, jung geblieben, wenn auch ein paar Furchen . durch ihre (Stirn liefen, Weltdame. Die andere eine kleine Bürgerfrau, früh gealtert,, verarbeitet, aufgegangen und vergangen im Einerlei des Alltags. Es war ein verlegenes Schweigen zwischen ihnen. Die schöne Frau spielte mit ihrer Hängekette und nickte vor sich hin: Ja, Erika, daß wir uns so wiederfanden, und du hast Kinder, sagtest du? Buben oder Mädel? Erzähle!" .Buben und Mädel sieben Stück, und was für welche! Aber Arbeit macht's!" Arbeit die freut!" Die schöne Frau seufzte. Du bist nicht froh, Hilde! Die andre antwortete nicht, ihre Augen gingen in's Leere. Und hast doch alles, was man sich wünschen kann!" Alles!?" Hilde wiederholte es leise, dann schüttelte sie den Kops: Ach nein, nicht, lassen wir das; reden wir von dir. Sieben Kinder. Und eine Lehrerfrau? Da hast du es, wie du es zu Hause tattest." Ja wie zu Hause!" Jetzt war es die Stimme der Kleinen, durch die ein Zittern klang. Aber sie bezwäng sich und fuhr rasch fort: Er war an einer Gemeindeschule und wohnte bei Muttern möblirt und wie das so geht die Enge alle Tage beieinander, da findet man sich, und worauf sollte ich denn warten? Und und eigentlich leben wir ja . auch ganz gut zusammen." : Es lag eine Welt von Empsindungen in diesem Eigentlich". Die ganze unausgesprochene Geschichte einer Ehe, die'nie gewesen, was das Herz erträumt. Die schöne Frau legte ihre feine, schmale, Hand mit herzlichem Dck auf die harte, verarbeitete ihr 'gc'gtNüber. . , So saßen sie eine ganze Weile, dann fuhr Erika fort: Aber, du du erzählst gar nichts, so sprich doch! Frau Baronin von Sanders da wohnst du ' jetzt aus Schloß Hohenhausen. Weint du noch, wie wir's alr Kinder nannten? Wie das Schloß im Märche Schloß Schweigen." 3K Schloß Schweigen!" Und wir fürchteten uns, wenn wir vorüber mußten, weil alles so schwarz und finster war, aber jetzt ist wohl da nichts sinster mehr?" . Und warum sollt' es weniger sinster sein?" , Erika zögerte ein wenig:. Nun ich dachte eine schöne, junge Herrin, da gibt es Leben Feste." Feste." Hilde wiederholte es. Leben, Feste' ja ein Jahr lang, auch zwei, drei" sie brach ab und zog die Stirn kraus. Erst nach einer ganzen Weile sagte sie: Mein Mann ist siebzig, Erika und immer,krank." Sieb du hast hast den alten Baron" Ja, wen denn sonst?" fiel die andere rasch ein. Ach du du dachtest den Neffen Erich" Die kleine Dicke antwortete nicht. Hilde spielte wieder mit ihrer langen Kette, ein tiefes Roth lag auf ihrem Gesicht, sie sprach langsam und zögernd. Ja, ich habe ihn lieb gehabt du weißt es aber was wäre denn geworden? Ein armer Leutnant und ein armes Mädel Pflegetochter der gnädigen Frau Tante wir hätten darben und entbehren müssen er hätt's gethan, aber wenn sie dann alle abreden, und schließlich ist man auch selbst verwöhnt und mag nicht hinein in die Sorge und die Armuth ach, wir wollen nicht mehr davon reden." Sie machte eine Hand-bewegung,-als wollte sie etwas fortscheuchen. Ja,' Erika das ist das Leben! Aber schön war sie doch unsere ganze Jugendzeit. Weißt du noch, wenn wir unten an der See saßen und über's Meer sahen und Märchen lasen?" ' Die Gudrun." Ja, dieGudrun und dann spielten wir danach, und du warst immer die gefangene Königstochter und wartetest auf den Nordlandskönig, im Winde weht sein blondes Haar" und natürlich war es ein Held und stand an der Spitze des Schiffs." Natürlich an der Spitze." . Die Augen der Kleinen leuchteten auf. Voran in Kampf und Sturm und Wetter aufrecht und furchtlos ' und stolz und frei" sie sprach sich förmlich in Begeisterung hinein und ich an seiner Seite." Jawohl, jawohl und du an seiner Seite." Frau Hilde lachte herzhaft undfröhlich, und ebenfalls furchtlos

und frei." Die schöne Frau wollte wieder lachen, aber ihr Lachen starb, sie sagte heiser: Was wir geträumt haben Erika." Ja was wir geträumt haben!" Und plötzlich sahen sie beide sich an mit großen, starren Augen, mit Augen, aus denen ein Entsetzen sprach, ein schmerzlich wehevolles Erkennen von dem, was einst in ihnen gewesen und was das Leben rauh vernichtet hatte. Und leise klagend wiederholten sie's noch einmal: Was wir geträumt

üaoen.

Politische Ankunöignngen.

Dr. Frank A. Morrison X ist Kandidat für das Coroner Amt und ersucht um die Stimmen aller deutschen Bürger bei der Wahl am 8. November.

Demokratische Kandidaten. Republikanische Kandidaten. Stimmt für Stimmt für Robert M. Madden, Edward G. Sourbier Demokratischer Candidat für Republikanischer Candidat sür Sheriff von Marion County. . Sheriff von Marion County. Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. E,B, . E.Z W.S,Wx empfiehlt sich den Stimmgebern ron Center empfiehlt sich den Stimmgebern von Manon Township als republikanischer Candidat für County als demokratischer Candidat für Mfg &iaat$&cnatox. m ,r . n . 0 m Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. Wah? am Dienstag, den 8. November 1904. . Martin M. Hngg James E. McCullough empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion Staats Senator. County als demokratischer Candidat für , i " Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. County Staatsanwalt. Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. Jllhtt $Jlt($XtQt ; ; : empfiehlt sich den Stimm gebern von Marion Stimmt für Counn) als republikanischer Candidat für County-Commissär . Qeorge Kotln, des 2. Distrikts. Demokratischer Candidat für Wahl amIDienstag, den 8. November 1904. Trustee von Center Township. . Maömann Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. "MJ ttUllöMUnN empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County als republikanischer Candidat für Henry C. C0Z County Surveyor. empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.. County als demokratischer Candidat für . Richter des Jugend'Gerichts. M. L. Jksserson Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. empfiehlt'sich den Stimmgebern von Center Township. als republikanischer Candidat für

Adolph G. Emhardt empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County als demokratischer Candidat für Repräsentant zur Legislatur. Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. James E. Berry. (Mitglied de'.Telegraphksten , Vereins,' " Loeal No. 7.) '. empfiehlt sich den Stimmgebern von Center Township als demokratischer Candidat für Assessor von Center Tswnship. Wahl am Dienstag, den 8. November 1904. Grundeigeuthums Uebertragungen. Charles Nuerge an Benjamin F. Holmes :c, LotS 76 und 77, Ruddell & Vinton'S Park Place Addition, nördlich von Fair Bank, $1535. Maria F. Wiley zc. an Charles A. Allee, Theil von Lots 223 und 224, Johnson Hogshire's Ost Washing. ton Str. Addition, östlich vom Refor matorium, 01200. Elizabeth Dugan an Nicholas Dugan, Lot 19, Beck'S Subdivifion, Nord Illinois Str. Addition, südlich vom Fall Creek, $700. Hermann F. Reinking an Charles G. Cramer, Lot 13, gleicher Jr'ö Subdivifion, südwestlich von den AtlaSWerken, 8425. Mathilda Gullefer an , John N. Gullefer, Theil vom südwestlichen Vier, tel und Theil vom südöstlichen Viertel Section 5, Township 16, Range 3, Pike Township. $6600. ' Hemy?Naag an Charles F. Anderson, Lot 8, Johnsons erste Addition, West Indianapolis, nahe den Viehhö fen. $1000. ' Harry I. Milligan an Elliott D. Clark u. A.. Lot 8, Miley'S zweite Ad. dition, nahe West Washington . Str. und Miller Ave. $1600. John Rauh an Frank L. Scott, Lot 31, Square 11, Fletcher'S Süd Brook, side Addition, köstlich von Nural und nördlich'.von 10. Str. 0300.

1 ivvivkii. v v it. vkt a v4.11.31w1 Hl Reiche der Mitte. Assessor Wahl am Dienstag, den 8. November 1904, George W. Stulibs empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County'als republikanischer Candidat für Richter des Jugend.Gerichts. Wahl am Dienstag, den 8. November 1901. Harry D. Tuteloilcr empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion. County als republikanischer Candidat für County Coroner. Wahl am Dienstag, den 8. November ,1904.. - John E. McGaughey empfiehlt sich den Stimmgebern von Mariow Counry als republikanischer Candidat für County Commissär des 1. Distrikt?. . Wahl am Dienstag, den 3. November 1904" Celtic Saving & Loan. Association an Henry S. Spaan, Lot 51, Camp bell'K West Park Addition, West In. dianapoliö. $1800. Jndiana SavingS and Investment Co. an FranciS M. Cahill, Lot 17 in McCarthy'S 1. Westffde Add. in West Indianapolis. $7,500. John';Feßler an Philip I. Bam. berger, ZLot 13 in MyerS' N. Illinois Str. Add.. nördlich von 34. Straße. $3,000. Marion Trust Company, Trustee an William Ware, Lot 1 in Ward's Sub. Theil von Noble'S Sudd.. Lot 45 u. A.,-Davidson Str., nördlich von North Str. $5,520. Charles M. Ryder an Christian W. Schaafle u. A., Lot 31 in MzGinniS' Subd., östlich von Woodruff Place. $1,500. ' , Frank S- EtrerS an Charles W. Lockern, Lot 167 in Allen 6? Noot'S North'.Add. nahe Delaware und 18. Strabe. 3,500. Anten GC;ztl an Asalte C L-t 47 in Cc::::!C:::: C::.,n: Ccl!::? C::. C1,:0. .

V e r h a n g n i ß v o l l e r Strohhalm. Ein unwN'iclai:, Sachsen, wohnender Landwih stach sich mit einem Strohhalme in die Hand. Es trat Blutvergiftung ein, welcher de? Unglückliche, trotz sofort in Anspruch genommener ärztlicher Hilfe, erlag. Die e r sU ch i n e s i f et) e A e r z t i n. In 2schan-sin-tscheZ, China, hat ' kürzlich eine vormhir.e Dame nach Absolvirung ihrer medizi nischeu Studien das Doltordiplom erfro f3T fl V . Cl . 0sv4tt n