Indiana Tribüne, Volume 28, Number 60, Indianapolis, Marion County, 1 November 1904 — Page 7
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tt fr W O"k H ff -f f 4-: H m H (Fortsetzung Sie wandte den Kopf zur Seite. Wie denn?" 3a, wenn Tu es nicht selber weißt!" meinte er verstimm!, zuckte die Achseln und ging ihr voran, um die Thür seines Zimmers zu öffnen. 2Ble schrecklich ist es, immer dankbar sein, alles annehmen zu muffen," dachte Asta. Tiefe seelische und körperliche Aöhängigkcit, dies: Gebundenheit wie soll ich das ertragen?" Sein Zimmer stach gegen die modeine (5leganz des ihren sehr ab. Dunkelrothe Mahagonim'öbel in schönen alten Formen, viele Bücher, an den Wänden kostbare Kupferstiche in schlichten Holzrahmen: Calanorellis Stadtebilder, die kulturhistorische Zeitgemälde genannt zu werden verdienen, Riedinger'sche Jagdszenen, mit unnatürlich krummhalstgen Hirschen, verrenkten Hunden und wunderlichen Menschen. Die Sachen und Bilder stammen alle noch aus meinem großelterlichen Hause. Mein Großvater war ein Sammler alter Kupferstiches erklärte William. Nach dem Tode meiner Mutter kamen sie in meinen Besitz. Ich habe mich nie davon trennen mögen. Mag man jetzt stilvoller eingerichtet sein, behaglicher war's früher." Er rückte ihr einen tiefen Lehnstuhl n's Fenster. Da kannst Du immer sttzen und Nahen cber lesen. Willst Du?" Stört Dich das nicht beim Schrei'ftn oder Arbeiten?" fragte sie unsicher. Sie bog den blonden Kopf an das rothe Leder der Stuhllehne zurück. Nein, Du störst mich nie," antworte!e er zärtlich. Seine Verstimmung war schon wieder verflogen. Er schalt sich selbst undankbar. Konnte er sie doch jetzt taglich, stünd"'ch sehen! Wenn er vom Dienst nach Hause kam, würde stets ihre holde Gestalt in leicht erreichbarer Nähe fein. (Zr trat hinter ihren Stuhl und sah über ihren Kopf hinweg aus dem Jenster, das auf den Hafen hinausging. Seine Brust hob en tiefer Athemzug. Es wohnte sich schön hier. Man ist in der Heimath und hat doch die ganze Ferne bei sich, durch den Anblick der überseeischen Dampfer, der Kriegsschiffe, des lebhaften Verkehrs. Man brauchte vlos mit einem Boot durch tau Hafen zu fahren, dann steuerte rnc. gleich in's offene Meer hinaus. Wirst Du bald wieder eine Reise machen?" fragte Asta. Sie wandte den Kopf nach ihm um. Willst Tu mich schon wieder los sein? Ein Weilchen muß' Du es schon mit mir aushalten." So meinte ich es natürlich nicht." Asta erröihete heftig, weil sie sich scbämte. da er lbre Gedanken errietd. wtx Äurjaze tarn vornqng ausnetend herein. William trat von Astas Stuhl zurück. Was gibt's denn?" Einen Brief für den Herrn Leutnant." William erbrach den Umschlag. Er runzelte beim Lesen unmuthig die Stirn. Eigentlich toll! Heute Abend soll ich durchaus in unser Kasino komnen, um ein Abschiedsfest für den Kapitän der ,Schwalbe ter eine Uebungsreise antritt, mitzumachen. Am ersten Abend unseres Hierseins! Ich kann aber nicht gut absagen." Natürlich nicht." Astas Brust hob ein erleichterter Athemzug. Ein einsamer Abend! Ein Abend ohne Zärtlichleiten ertragen und erwidern zu müssen! Herrlich! William schrieb schnell ein 'paar Worte. Aber was wirst Du denn allein anfangen, Asta?" fragte er, als der Bursche hinausgegangen war. Ich? Briefe schreiben werde ich wohl."? An Hollens? Willst Du Dich über mich beschweren, weil ich Dich zu sehr liebe? Was?" Nein Marka bin ich einen Brief schuldig. Sie weiß es vielleicht noch gar nicht, daß ich verheirathet bin." Marka? Ist das eine Künstlerfreundschaft aus Berlin?" Ja, sie war Klaviervirtuosin. Jetzt .ist sie mit dem Professor Reen in Mar'bürg verheirathet." Auch verheirathet? Desto besser! Dann habe ich gegen die Korrespondenz nichts einzusenden. Mit einer exaltirten Künstlerin hätte ich es Dir vielleicht verbieten müssen, Briefe, zu wech, sein." Warum denn?" Nun, für meine Frau schickt sich solch Künstlerverkehr nicht recht," antwortete er leichthin. Es ist mir auch sehr lieb, daß es nie dazu gekommen ist, daß Du öffentlich aufgetreten bist, Asta. Manche Menschen denken in unseien Kreisen doch sehr abfällig darüber und wohl nicht ganz mit Unrecht. Ich begreife mich jetzt selbst nicht mehr, daß ich Dir damals behilflich war, diese Idee auszuführen. Nun, es ist ja noch glimpflich abgeosangen." . Sie w5v te entgegnen, aber sie schwieg. Wenn sie ihm von ihren Erfolgen erzählte, würde er sicher immer weiter fragen. Dann mußte ihre Bekanntschaft mit Menaerskn. die aanze leichtlebige Münchner Zeit an den Tag kommen. . . Wer konnte wissen, wie er das aus-
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8 XX V 4" tt R s a van Henriette v. Menheimb f j, iS Tt 8 ,,, w j" 'ä -- n H ff V '' naym? Voraussichtlich brauchte er das alles nie zu erfahren, besser also war's jedenfalls, wenn sie schwieg. Unter dem Vorwand, sich umziehen zu müssen, stand sie schnell auf und ging in ihr Schlafzimmer. Die breiten englischen Betten, die zierlichen weiß und blau gestrichenen Lackmöbel, der großblumige Baumwollstoff, welcher Wände, Betthimmel und Schirm bespannte, machten das Zimmer so freundlich und hübsch wie nur möglich. Aber Asta blickte über all die hübschen Sachen mißmuthig hinweg, sie sah nur die aufgezwungene Intimität in dem anmuthigen Raum. Das verdarb ihr die Freude an dem neuen Besitz. Sie überließ, sich den geschickten H'anden der Jungfer, die 'in ihrem hellen Waschkleid, ein Hamburger Tüllmlltzchen auf dem braunen Haar, sehr niedlich aussah.. Und Frida schien ihr Fach gut zu verstehen. In kurzer Zeit hatte sie Asta umgezogen und frisirt. Die Koffer mit all den schönen Toiletten muß ich wohl heute Nachmittag auspacken, gnädige Frau?" fragte sie dann. Ja, thun Sie das nur," antwortete Asta gleichgiltig. Ich hänge die Kleider in den großen Schrank nebenan. Einige werde ich wohl aufplätten müssen. Wo sollen denn die Noten hinkommen, die alle auf dem Boden des Koffers liegen?" Lassen Sie die nur liegen. Ich packe sie mir lieber selbst gelegentlich aus." Jawohl, gnädige Frau." Frida wunderte sich. Mit den Toiletten durfte sie machen, was sie wollte, und um das alte Papier" war ihre Dame so besorgt. Nun, ihr war's recht. Noten konnte sie doch nicht lesen, Toiletten durchmustern ist jedenfalls interessanier. Das Mittaaessen verlief tadellos. Mit Fttvas sjt bediente Jens schon ganz gewandt, und die perfekte KLchin." die William gemiethet, um feiner jungen Frau das Wirthschaften zu erleichtern, kochte in der Ähat.vortresflich. William schmeckte es prachtvoll. Asta merkte nie recht, was sie aß. Sie stand den praktischen Seiten des Lebens gänzlich fern. Eingesponnen in ihre Künstlerhoffnungen später Enttäuschungen hatte sie nie Sinn dafür entwickelt, auch machte sie sich noch gar nicht klar, daß sie sich damit jetzt doch wohl befassen müsse. William war ja zum Glück wohlhabend. Wenn man genug Dienstboten halten konnte, machte sich das alles gewiß ganz von selbst. Jens stellte in Williams Stube die Kaffeemaschine nebst Zubehör auf den Tisch, Asta wippte im Schaukelstuhl auf und nieder, William steckte sich eine Clgarette an. Willst Du nicht den Kaffee kochen, Asta?" fragte er nach einer Welle. .Ich?" Asta sah entsetzt das ge heimnißvolle Unqethüm, die KaffeeMaschine, an. Wie soll ich denn das anfangen? Er mußte über ihren Schreck lachen. Hat Ellen Dir das nicht gezeigt?" Nein, ich hatte aber auch nie Lust, es zu lernen." Jjcvlxi. vann icfti mal der. Zigarette im Munfcwmrn, macyle er sich daran, die Maschine in Gang zu bringen. Woher verstehst Du das nur?" wunderte sich Asta. Wenn man viel reist, lernt man sich zu helfen. Uebngens war .ch lange Tischdirektor auf unserem Schiff und 'mußte nach dem Essen den Kaffee kochen." ' - - Dann koch ihn auch nur hier weiter," schlug sie erleichtert vor. Das behalte ich nie, wo der Kaffee hm kommt, und wann ich die Spiritus flamme auslöschen soll. Das ist ja gräßlich schwer. Gib mir lieber eine Cigarette." Etwas erstaunt hielt er ihr das Etui hin. Du rauchst das wußte ich gar nicht." Viel nicht,, das soll der Stimme sckaden. Marka rauchte viel mehr und " sie stockte und biß sich auf die Lippen. William goß ihr den Kaffee ein. Eigentlich fand er es häßlich, wenn Damen rauchten, aber schließlich sie sah so reizend aus, wenn sie die blau lichen Wölkch:n aus dem rothen Munde stieß, 'und er war vorlaufig noch vie zu verliebt, um irgend etwas, das sie that, zu tadeln. Nicht wahr, Du rauchst nur, wenn wir allem sind," bat er. Hier raucht soviel ich weiß, keine Dame, Du könntest Anstoß erregen." Welche Damen?" fragte Asta zer streut. Nun die, mit .denen wir verkehren werden: die Frauen der Offiziere un seres Schiffes, die Frau des Hafen kommandanten und " Ach, lieber Gott! Haben die Herren von der Marine nur wahrend ihrer Reisen einen weiten Horizont? Sehen sie, ebenso wie ihre Frauen, vom Lande aus alles nur aus einem so beschrank ten Gesichtswinkel?" Du hast doch früher schon in un seren Kreisen gelebt. ., Du weißt ja wie es bei uns zugeht."
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Ja, ich könnte es wissen. Ich bin
aber wohl in Berlin und München etwas verwohnt worden. Dort dachte man anders." Mit wem , verkehrtest Du denn hauptsächlich?" fragte William. Ich fagte es Dir schon: Mit Marka. und und Mengersky, den berühmten Geigenkünstler, sah ich auch viel." Asta zwang sich, den Namen ruhig auszusprechen. Jung oder alt?" . Ich hab' ihn nicht nach seinem Alter gefragt. Etwa fünfunddreißia vielleicht." . i Verheirathet?" .Ja." Jetzt konnte William nur noch einen kleinen Theil von Astas Gesicht, eigentlich nur noch ihr rothgluhendes Ohr sehen. So, verheirathet?" William schien erleichtert. Und die Beiden dachten also so ungewöhnlich und großartig in allen Dingen?" Das thaten sie, und die anderen auch." Welche anderen? Professor Vengal zum Beispiel und seine Frau. Ueberhaupt alle, die ich bei ihnen traf." Erzähl mir doch emma'l ein bischen ausführlicher von Deinem Berliner Aufenthalt," bat William. Asta bereute schon ihre Offenherzigseif. Ach, das ist langweilig für Dich. Du kennst ja die Menschen doch alle nicht."' Nichts ist mir langweilig, was Dich angeht." Es war aber nicht viel aus ihr herauszubringen. Sie antwortete so cm silbig und widerwillig, daß William es bald aufgab, sie auszufragen. Du bist ein kleiner Trotzkopf," sagte er; halb lachend, halb ärgerlich nahm er ihr .Gesicht in beide Hände und küßte den rosigen Mund, der so hartnäckig schweigen konnte. Leider muß ich jetzt gehen, ich komme aber, sobald ich kann, zurück." Der wievielste Kuß das heute wohl ist?" dachte Asta. Als William das Haus verließ, seufzte sie unwillkürlich erlrichieri nuf sie ging in ihr Zimmer hinüber. Alles darin sah sie noch fremd und un behaglich an, trotzdem auf dem Schreibtisch die Briefmappe mit allen nothwendigen Schreibutensilien bereit lag, die Tische mit neuen Büchern und Zeit schritten belegt waren. Sie blätterte flüchtig in einem Roman. Besonders gern las sie nicht. Die Geschichten langweilten sie bald. Ein Weilchen ging sie unschlüssig hin und her, dann fiel ihr em, daß sie ihre No ten auspacken wollte. Sie lief dit Treppe .hinauf. Frida war nicht im Schlafzimmer, sie plättete gewiß noch in der Küche die zerdrückten Kleider auf. Asta beugte sich 'über den offenen Koffer. Die Notensiöße lagen noch auf dem Boden. Sie nahm sie heraus. Hastig, ohne zu sehen, ob sie alles griff, lief sie zurück in ihren Salon. Laut athmend stand sie vor dem Flügel. Ich muß doch sehen, wie der Ton klingt. William wünschte ja, daß ich ihn probire.". Sie schämte sich der Lüge, mit der sie sich selbst täuschen wollte. Nicht um ihm gefallig zu sei, wurde sie spielen nein mit tausend Fäden zog es sie mit magnetischer Gewalt zu dem Jnstrument. Sie fieberte vor Verlangen, dn Tasten zu berühren, die geliebten, lerne, entbehrten Töne zu hören. Heftig zog sie die kostbare Decke herunter; achtlos, ob sie auf den Boder oder zufällig auf einen Stuhl fiel, lief sie sie liegen und schlug einen Akkord an. Die Töne klangen leise nachhallend durch das stille Zimmer. Asta beugte den Kopf, ein paar heiße Thränen fielen auf die weißen Tasten herunter. Wie ein Geistergruß aus weite: Ferne schmeichelte der weiche Moll akkord des singenden Flügels sich in ihr Ohr. Mit zitternden Händen suchte sie zwischen den Noten. Nein ein heiteres Lied konnte sie heute nicht singen die Weilchen- und Nosenliederzeit war vorbei. Sie war auch des Singens so entwöhnt. Mit ganz etwas. Leichtem, Einfachem mußte sie anfangen. Da das ging. Das war das Richtige. t Zögernd spielte sie die Melodie flüchtig durch. Es glückte unbewußt fast griffen ihre Finger die richtigen Noten. Jetzt setzte sie ein: Als die Stunde kam, daß ich Abschied nahm, Sah ich nicht d?n wimderholoen Mai, Hab' nur eins wul;t,als iÄ wandern mußt'. Daß von dir, von dir ich ferne sei." Weich und leise, wie eine zögernd vorgebrachte Klage, schwebten die Töne der süßen Stimme durch das stille Zimmer, stärker anschwellend, zum Schluß zu ergreifender Inbrunst sich steigernd. Asta hörte selber entzückt auf die Töne ihrer Stimme. Der Gesang klang weicher, tiefer ganz anders als früher, viel inniger, zu Herzen gehender. Sie stand auf und hielt sich zitternd am Flügel fest. Plötzlich fank sie in die Kniee und lehnte die Stirn an das harte Holz. ' Große? Gott, ich kann singen fo schön singen! Ich bin doch eine Künstlerin!" Sie schluchzte, jauchzte, jubelte, verzweifelte in einem Athem. Endlich wurde sie ruhiger. Sie versuchte ein anderes Lied, eine italienische Arie. Der Eindruck blieb. Ihrer Stimme, die jedenfalls überanstrengt war, mußte die lange Ruhe gut gethan haben. Vielleicht hatte sie jetzt erst ihre eigentliche Fülle und Kraft erlangt. Sie
kam mühe5os einen halben Ton höher
hinauf wie früher. Und ich Thorm, ich Mahnsinnlge, gab gleich alles auf! Warum that ich es nur?" Der Glaube an ihre Künstlerschaft, den sie unter bitteren Schmerzen verloren, war ihr zurückgegeben. Aber was half ihr das? Sie hatte ja doch in j ihrer Verzweiflung zu rasch alles über Bord .geworfen. Wie konnte sie das wieder gutmachen? Sie gmg an's Fenster und stieß den Flügel auf. Kühl wehte die Luft vom Wasser her zu ihr herein. Im weichen Grau des dämmernden Abends schwamm alles zusammen, .der blasse Himmel und die silberne Wasserfläche in harmonisch abgetönten Farben. Der Wind blähte die weißen Segel der Kähne so hoffnungsvoll, das eintönige Anklatschen der leisen Dünung klang wie ein monoton gesungenes Lied. Ein Boot mit Matrosen bemannt, fuhr dicht unter ihren Fenstern vorüber. Im-Takt hoben und senkten sich die Ruder. Das Fahrzeug schoß schnell durch die Wellen, einem der draußen verankerten Kriegsschiffe zu. Asta sah das alles, ohne einen bestimmten Eindruck in sich aufzunehmen. Sie träumte vor sich hin in die immer tiefer einbrechende Dämmerung des milden Frühlingsabends hinein. Sie überhörte das bescheidene Klopfen an der Thür. Erst als die Köchin, eine behäbige Gestalt in hellem Waschkleid und großer weißer Schürze, vor ihr stand, sah sie auf. Gnädige Frau, ich wollte fragen, was 'ich morgen beim Schlächter bestellen soll?" Asta war in tätlichster Verlegenheit. Bestellte man täglich etwas beim Schlächter? Was, wieviel, wovon? Richtig Ellen besaß ja auch ein gräßliches, fettiges Büchlein, in das sie täglich etwas hineinschrieb und über dessen hohe Gesammtsumme sie jeden Ersten im Monat bitter klagte. Hätte sie sie nur gefragt, was für Sachen sie und der Schlächter da täglich hineinschrieben! Die Köchin schien die Rathlosigkeit in den Zügen ihrer jungen Herrin zu lesen. Ein wohlwollendes, etwas verschmitztes Lächeln verzog ihren Mund. Gnäd'ge Frau, wir könnten ja eine Rindslende nehmen," schlug sie vor, und dazu Büchsenspargel."' Ach ja, Rindslende und Büchsenspargel!" Asta hätte auch jedem anderen Vorschlag Beifall gezollt. Und die Suppe?" fragte die Köchin weiter. Also Suppe auch noch! Ich denke, die koch' ich vom Abfall, mit etwas Fleischextrakt." Asta schauderte. Suppe von Abfall? Scheußlich! Was für Abfall mochte das fein? Sie würde jedenfalls nichts davon anrühren. Gut vom Abfall." Die Suppe wird sehr schön, gnäd'ge Frau. Ich löse doch das Filet aus," meinte die. Köchin fast beleidigt. Und die süße Speise?" Wir essen keine süße Speise." Astas Geduld war zu Ende. Wie schade! Ich habe so schöne Rezepte." Dann machen Sie eine nun, was Sie wollen." Die Köchin verschwand. In der Küche erheiterte sie. Jens und Frida mit einer genauen Beschreibung von AstaS Rathlosigkeit, die sie noch ein bischen ausschmückte. So junge Frauchen müssen eben alle erst Lehrgeld zay, len," meinte sie philosophisch. Dann spitzte sie den Bleistift für das Auslagebuch. Na, das wird gut werden," meinte Frida anzüglich. Thun Sie nur nicht so heilig!" stichelte die Köchin. Wer hat sich denn heute das rosa Seidenkleid übergezogen?" Das schadet dem Kleid doch nichts." Meine Auslagen schaden auch nichts da lernt sie dran." Jens belachte den guten Witz, dessen tieferen Sinn seine Harmlosigkeit nicht oanz begriff. Asta athmete erlöst auf, als die Köchin verschwunden war. Ob die schreckliche Person alle Tage solche Fragen stellen würde? Wie entsetzlich! Wozu hielt man sich denn eigentlich eine Köchin? Die konnte doch auch den Küchenzettel allein machen. Solche profalschen Fragen -störten jede Stimmung das ging nicht an! Wie hübsch lebte es sich doch in Pensionen! Da wurde jeden Tag der Tisch gedeckt, ohne daß man vorher zu wissen brauchte, was darauf stehen würde. ' Wie war es nur möglich, daß Marka, die jahrelang solch freies Künstlerleben führte, sich in der Enge einer noch viel beschränkteren Häuslichkeit wohl fühlte? Ob sie auch Essen bestellen, fettige Schlächterbücher durchrechnen, vielleicht gar Hansels Höschen flicken mußte? Sie wollte sie gleich einmal danach fragen, wie sie all diese prosaischen Beschäftigungen ausführen und dabei noch fchreiben konnte: Mein Leben ist ganz Musik!" Schnell setzte sie sich an ihren Schreibtisch und zog die Mappe zu sich heran. Briefpapier ln verschiedenen Formaten und Sorten. Karten, Brief marken alles war vorhanden. Sie kaute verdrießlich am Federhalter. Die vorsorgende Liebe, der sie überall begegnete, legte ihr solche unerträgliche Dankbarkeitsschuld auf. Sie machte. sich auch so wenig aus all den sie um gebenden Luxusgegenständen. Wenn Ellen das alles haben konnte, wie gluck lich würde die darübe? sein! Der laa
nur' ihr Kind, eine wohlgeordnete Häuslichkeit, behagliches Leben am Herzen. Hastig fing sie an zu schreiben. Die Worte überstürzten sich. Sie mußte doch, ehe sie auf ihr eigentliches Thema kam, wenigstens kurz von ihrer Hoch-
zeit, den zwingenden Gründen, die sie zu ihrer Heirath bestimmten, sprechen. In kurzen, knappen Sätzen, etwas im Reporterstil, beschrieb ste die trostlosen Zustände im Hause ihres Bruders, die Unmöglichkeit, dort zu bleiben, ihre Hilflosigkeit, alö sie erfuhr, wer ihr damals das Geld zu ihrem Studium vorgestreckt. So habe ich mich denn in diese Ehe hineintreiben lassen, Marka," ging der Brief weiter, weil ich Mengerskys und Deinen Worten glaubte, daß meine Stimme zur. Konzertsängerin nicht ausreichend sei. Ihr habt Euch Beide geirrt! Dieser Irrthum und meine schwächliche Leichtgläubigkeit sind mir zum Verhärgniß geworden. Heute zum ersten Male seit neun Monaten sang ich wieder. Mime Stimme ist verändert, voller, umfangreicher an Klang und Fülle geworden, ein ganz anderer Ernst' und Tiefe liegen barin. Ich kann fingen! Ich konnte Künstlerin werden, wenn ich mir nicht selbst die Wege dazu verbaut hätte. Soll ich muß ich das ertragen? Du sagtest mn einmal, Marka. die Werthschätzungen eines Menschen verriethen etwas von dem Aufbau seiner Seele- und worin sie ihre ernentlichen Lebensbedingungen und ihre Noth sahe. Nun, meine Lebensbedingung ist die Kunst. Die Noth meiner Seele ist, ihr nicht ganz angehören zu dürfen. Was aber versteht mein Mann von dieser Noth, dusem Drang meiner Seele? Nichts! Er sieht in -mir das hübsche. anste, kleine Madchen, das er heirathete, um es abküssen zu ZLnnen, so oft es ihm beliebte. (Fortsetzung folgt.) o . ter ba.tiiatf'oulin In wenigen Wochen wird die erste Theilstrecke der Bagrad-Bahn an das anatolische Eisenbahnnetz angeschlossen sein. Der Knotenpunkt ist Konia. die Hauptstadt des gleinamigen Wila??ts, in dem die deutsche Regierung ein Vcrufskonsulat zu errichten qedenki. Die Anatolische Eisenbahngesellschajt hat in Voraussicht der erhöhten Anforderungen an die Verkehrsmittel sich entschlossen, in Konia eine Zweigniederlassung ihrer bedeutenden Zcntralwerkstätte von Eski-Schehir zu errichten. Ferner hat die Bahngesellschaft für die Bequemlichkeit der Reisenden und des Personals in der Nähe des Bahnhofs ein einfaches aber schmuckes Hotel auf eigene Kosten errichtet, welches unter ihrer Kontrolle bewirthschaftet wird. Die erste Theilstrecke der Bagdad-Bahn ist 200 Km. lang; sie reicht von Konia bis flurgurlu und wird mit zehn Stationen versehen. Die Lieferungen des gesummten Rollmaterials sind bereits vergeben und' zum Theil schon in Anlieferung. Die erste Lokomotive, aus Kassel stammend, ist bereits seit Monaten an Ort und Stelle und macht seither Probefahrten auf der neuen Linie. Das gesammte Oberbau-Ma-terial und der weitaus überwiegende Theil des Rohmaterials .sind aus Deutschland bezogen . worden. D'.e Leitung des Baues der neuen Linie unterstand dem geheimen Baurath Mackcnsen, dessen anerkannter Sachkenniniß, Umsicht und Energie es gelungen ist, diese erste Strecke in verhältnißmäßig kurzer Zeit und vor dem durch die Konzession vorgeschriebenen Zeitpunkt zu Ende zu führen. Ter neue Makst. Aus einem Bericht über das bereits früher gemeldete Auftreten eines neuen Mahdi am blauen Nil geht hervor, mit welch außerordentlichelGeschwindigkeil diese Propheten gefährlich werden, und wie wachsam andererseits die englisch: Behörden find-, die derartigen fanatischen Bewegungen sofort ein Ende machen, sobald sich die ersten Spuren zeigen. Der genannte neue Mahdi war ein religiöser Fanatiker, der vor Kurzem in Wadi Medani auftrat und den Namen Jesus annahm. Er sammelte sofort ein zahlreiches Gefolge um sich und erklärte, er sei der Mahdi. Ein einziger Nachmittag genügte, um Wz aanze Bewegung hervorzurufen. Die Behörden waren nicht weniger flink als der Mahdi. und sie entsandten sosort einePolizeitruppe unter Kommando eines eingeborenen Offiziers. Dieser ließ sich zunächst auf eine Besprechung mit dem Mahdi ein, die damit endete, daß das Gefolge des Mahdi den Offizier überfiel und mit Speeren todistach. Für die Polizei war rics das Signal zu einem Angriff auf iic Fanatiker, deren M-brzahl mit dem Propheten fiel, während einige and?r.' gefangen wurden. Hätte d:c Polizei wenigez energisch gehandelt, so ha'e diese? Auftreten eines. Propheten die bedauerlichsten Folgen haben können. Die Bevölkerung ist außerordentlich abergläubisch, und die Gefahr, daß s'ch ein religiös Wahnsinniger als Proph? aufwirft, 'liegt immer vor. Dies ist in keiner Weise ein Beweis dafür, daß innerhalb des Volkes Unzufriedenst mit den bestehenden Verhältnissen herrscht. Da die Behörden dieser, der stets drohenden religiösenErregung zuzuschreibendenGefahr sich bewußt sind, und da sie infolgedessen die Augen offen halten, ist nicht zu befürchten, daß derartiae Vorkommnisse wie der am blauen'Nil ernstere Folgen haben wer-den.
Schon a m Ende des 'siebzehnten Jahrhunderts ist in London ein Club der Schweigsamen gegründet worden. Damals waren die Mitglieder Männer, die sich auch bei ganz wichtigen Gelegenheiten nur durch Zeichensprache verständigten. Als nach dem Siege bei Hochstädt ein patriotisches Mitglied es wagte, mit heller Stimme die Freudenbotschaft zu verkünden, wurde er aus dem Verein ausgeschlossen. Jetzt aber haberl einige Damen sich zu einem solchen Club zusammengethan. Die Herzogin von Leeds leitet die Organisation. Die Mitglieder müssen vor ihrem Eintritt schwören, das Stillschweigen nie zu brechen. Die feierliche Eröffnung fand am 4. October statt. Hoffentlich durften sich die Mitglieder bei der Eröffnungsfeier noch einmal ordentlich in Toasten und Reden aussprechen, bevor sie in die Nacht des Schweigens untertauchten. Feuer - Signale
i PnmHlv mH Rarfrf : Gngliff's Open-Haut I Sast und Stto Fort I Noble und Michigan 3 N. Jerjey . Mag Ar i Pine und North " Market und ?ine 1 Vermont nahe Saft t No. 8 Cptttzenb.au Skals. Avc nahe Nobie J &cv3äart und Walnul 14 A. Jersey Centra! A. b 9ßafl und SornellAv 6 f& j.b 11. nake 7 Hart As und 12 Ctt Columbia ndHillstd 9 Higtzland Äve u.PrLU il Jllinoii und Ct. I g Pennszlv. und Pratt Meridian und 11. Et? s5 3Iu. 6 Cprienhauö 16. nahe Jllinori . LenateAveuErTla !7 Illinois und Michigan Te sylvania und 14. v Senate Ave. und 13. il No. 1 Spritzenhaus JnvSrenaheWiigan I'.mdia und Walnut California u Vermont 15 Vlake und New Dorr ! Ind. Av. u. et Clatr 7 Eity Hospital VlaZe und Norty Michigan und Lzne 1 No. 6 Eprttzenhaut Washington lhe Weft i Gsendorf u Oash. rt MisiouN u New Dorr, 5 Meridian u Wash 16 Jllino und Ohw fl Capitol v. u Wash Smgan'S Porkhau (9 Straßenbahn Etälk W. Washington Ctt il No. 10 Svritzenhau JllinriS n Werrill 81 Illinois u Louifiana 53 JBcft und South U West und WcTarty W Senat Ave. u Henry 57 Meridian und Ray No. 4 Cpritzehau NadisonLv.uMorrll tt Vladison Lv.tt Dunlop U No Haken Leiterhau Couth nahe Telawar t Pnm.UVerriU 13 telatoan n. SteSartij n Caft tntk SScSari) UReJa1e,u.r r virg. Lv. n BrabftaS) 8 ft nd Prospekt 11 Bicking und High fl 8. 11 Spritzenhaus NrZlve.wcheHuro st Gckftund Seorgi 7t CebaT und Eln 74 Davidson u Seorgia n English Lv. Pine 75 Shelöy und Vates 8 No. 3 Spritzenhaus ' Prospect nah Lheldh n Fletcher Lv. u Shelby 31 Market u. New Jersey 82 Delawan und Wash. Si East u Washington 34 New gork u. Davidsor SS Taubstummen Anstalt .CS Ver. Staaten Lrsena! Z7 Orient! und Waff. 39 Frauen-Refonnat. 1 No. 13 Spritzenhaus Maryland nah Mer. 12 Meridian u. Heoraia. 93 Meridian und Louth H Pennfyd . Louifiana 5 Virginia Ave u. Llab. 98 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. . SS Capital Av und DhU, 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ast. ti Alabama und 16. i25 Central Av und tt. 26 ZZandeS und 15. 27 Vrookstde und Jptt 39 Central Ave und 17. ,29 'Teusare und 19. 31 Alabama und 11. 5 Bellefontaw und .. 34 College Ar und 2S. z Zxlaware und 13. 36 Alabama und.North 37 Newmann und 19. 33 Col.'ge Ave und 14. 39 Cornell Ave vxA 13. 41 FandeS unb 19. .42 Highland Av und 10. .43 Tecumseh und 10. 45 New Jersey 22. .46 Alvord und 17. 47 No. t Spritzenhaus . Hillside Av und 16. .43 College Ave und 2. 49 College Ave und 27. .52 Park Ave und 22. ,53 L 9 tt. 35 Bahn u. 22. '54 Ramsey L und 10. M Ctoughton tt Nenm .67 Xtla und Pike. 58 Lloyd Und Pawps. 59 No. 21 Spritzenhaus Lrightwood Ai Arden und Depot .63 Brightwood und 25. '.64 Rural und vloyd i65 Et. Clair u. eyston 167 Arsenal Ave un 23. 3 Bellefontatn u tu. 169 Pari Ave txA I t t Capital Av und 11. Z13 Pcnnshlv. . 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