Indiana Tribüne, Volume 28, Number 60, Indianapolis, Marion County, 1 November 1904 — Page 5

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Die Wundcrdoktorin. . Novelle von N. TriniuS. Gestern Nachmittag um 'vier Uhr sämmtliche Fabrikpfeifen der guten Stadt Lerchenthal gellten frech wie echte Straßenjungen in feierlichen Glockenschlägen der Uhrthürme von ' Kirche, Thor, Rathhaus und Bergschloß da haben sie das bischen irdische Theil der alten Wunderdoktorin Barbara Zimmermonn der Erde übergeben. Es war keine große Leiche", wie man hätte nach dem Ruhm und Ruf der Alten erwarten dürfen. Der Pfarrer, die Kurrende mit dem umflorten Bilde des Gekreuzigten, die Todtenrau, ein Häuflein wackeliger Nachbarinnen aus der Gasse, in der sie ein langes Menschenalter gehaust hatte, waren erschienen. Dazu die üblichen Friedhofshyänen, schluchzende Klatschweiber, die -bei keiner Beerdigung fehlten, und etwas neugieriges Jungvolk. Verwandte folgten dem Sarge nicht, da die Verblichene keine hinterlassen hatte. Wäre es nach Recht und Billigkeit gegangen, so hätte vielleicht wohl das halbe Städtder Todten die letzte Ehre geben müssen, da so viele Hunderte bei ihren Lebzeiten Rath und Hilfe bei ihr ge- ' sucht hatten. Doch ein solches Zugeständniß der Qeffentlichkeit gegenüber erschien ihnen doch etwas unbequem." ' Es war ein unschönes, runzliges Weibchen gewesen. Etwas Unheimliches haftete ihm an. Im dumpfen Mttelalter würde man es zweifellos .auf dem -Scheiterhaufen ins Jenseits befördert haben. Mit leis wiegendem . Kopf, die halb verschleierten Augen unruhig und lauernd hin und her schweifen lassend.schlurrte die Alte einher, die gekrümmten, welken, mit siarken blauen Adern übersponnenen Hände wie tastend vor sich hinbewegend. Mit ihrem graubärtigen Mann, . einem ehemaligen Pfeifendrechsler, bewohnte sie ganz allein ein schmales, zweistöckiges Häuschen in, einer der langsam aufsteigenden Berggassen des Städtchens. In dem unteren Stübchen neben dem Hausflur wurden die Kunden empfangen, darüber neben dem Schlafraum war das Wohnziminer. Zwei Fensterspiegel Gestrichen da die Gasse auf und ab, so daß ihr nichts entgehen konnte, was draußen kam und ging. Die Wunderdoktorin selbst saß hinter der Gardine, scharf beobachtend, zumeist eine Tasse lichtbraunen Kaffees im Schooße. Sommer und Winter wurde ein Feuer in dem Stubenofen unterhalten, in dessen Röhre eine bauchige, braune Kanne ihren Lieblingstrank warm hielt. Kuch:n und Kaffee bildete die HauptNahrung des alten Ehepaars, dem kei- . .ne , Kinder, beschieden gewesen waren. Barbara Zimmermann war nicht ganz- ohne Concurrenz im Städtchen. Es gab da außerdem noch fünf Doktoren für Menschen, einen für das liebe Vieh, zwei Naturheilärzte, die ' nebenbei noch achtbare Beamtenstellungen einnahmen, und endlich ein Schneiderlein, das mit heilsamen ' Kräutern der leidenden Menschheit beisprang, aus den Sternen aber das Geschick Hoffender und Liebender angeblich herauslas. Barbara Zimmermann . aber war allen an Scharfsinn über. . Selbst von den Studirten kam ihr , keiner an Weisheit nahe. Ihre Diagnosen waren ' einfach von verblüffender Schärfe und Richtigkeit. Ste hat den Teufel im Leibe!" meinten die einen. Sie ist ein Sonntagskind!" meinien die 'anderen. Wer das ist, der sieht mehr wie wir. Der guckt durch Eisen und Stein und prüft Herzen und Nieren!" Eine dritte Partei aber sagte gar nichts. Das war jene, welche die Heil- und Sehkraft der Alten nicht in . Anspruch nahm, sondern, kam das Gesprach 'mal auf diese, still für sich lächelte. Ja in der That: der Wunderdoktorin Diagnosen wirkten wie Offenba- . rungen. Den meisten aber fiel es gar nicht auf, daß sie solche nur im eigenen Hause stellte, außerhalb aber nur . Kranken eilte, wenn es sich um den Blick, das Besprechen handelte, Auflegen der Hände, Anhauchen unter Murmeln seltsamer und unverständlicher Sprüche. Auch war sie stets bereit, mit gläubigen Seelen sich um Mitternacht an einem Kreuzwege im nahen Wald einzufinden, wo dann AlraunWurzel, Mausezah?: und Kröienaugen eine nicht unbeträchtliche Rolle spielten und tiefstes Schweigen während der feierlichen Handlung, wie GrabesVerschwiegenheit späterhin den Nach- - barn gegenüber, eine Haupibedingung bildete. Das Wunder ihrer Diagnosen aber vollzog sich wie folgt. Klinglingling! Die Hausthür der Wunderdoktorin öffnet sichund eine freun5liche Frau mit Hut und Manicl betritt den Pillen Hausflur, unschlüssig, wohin sie sich hier , wenden soll. Der Klang einer Holzaxt hallt an ihr Ohr. Gleich darauf trottet vom Hofe her der alte Zimmermann. Er zieht zum , Gruße das verblichene Hauskäppchen und dienert, dem Besuche zu. Ei, du mei Guckeda! Wahrhaftig, de Madame Kummissär! Bitt' schön!" Er öffnet die Thür zur Empfangsstube im Erdgeschoß. . Ist Ihre Frau zu sprechen?" . .Mine Fru? Ei gewiß! Bitt' schon!

Se wär'n un doch de Ruh nich mttnähmen?" Er , wischt mit ,,seiner blauen Schürze über einen Stuhl diensteifrig und schiebt letzteren dann der Frau Kommissär ' hin. Se kummt gleich", fährt er dann fort, se is nur 'mal in de Nachbarschaft. Ach Gott, ach Gott! Alles is kranr, wohm mer hört, 's is ja au' kei Wunder! Erscht briehwarm unn nu diese Hundekälte! Nadierlich fährt das einem in die Knochen! Mir is 's au nich ganz geheier!" . . Seit acht Tagen habe ich Abends einen Schüttelfrost, sag' ich Ihnen." Sähn Se, sä'hnSe! Unn denn so dumm im Kopp? Gelle?" Ja, der Druck. . .fortwährend!

Und ein Ohrensausen. . .ach!" Merkwürdig! Unn fast rmmer im linken Ohr! Nich?" . Ich Hab's im rechten!" So so, ihm rechten! Kenne das! 's letzte Mal hatt' ich's 'au noch im Kreiz. . .ich sag' Ihnen Mir liegt's auf der Brust." Ja, ja." Keinen rechten Appetit." Nich wahr? Unn gerade 'damals, da babn mer mit Nachbars zusammen n' Schweichen geschlacht. . . ach, ich mag gar mch dran denken! Na, meine Fru. . .'s wä'rd doch nichts Aernsthaftes beim Schlosserheinrich sei? Se müßt schon längst wieder hier sei." Weiter spinnt sich der Faden der Unterhaltung ab.. . Barbara Zimmermann hatte oben im Fensterspiegel die Frau Kommissär auf ihr Haus zusteuern, sehen. Theobald!" rief sie die Treppe hinunter. Geschwind, geschwind! 's kommt jemand! A Kunde!" , Da war der getreue, Mann und Helfershelfer flugs in den Hof verschwunden. Die Wunderdoktorin aber war sacht auf die Diele ihres Wohnzimmers niedergeglitten und hatte das eine Ohr fest auf ein Loch gedrückt, das nach unten mitten in -der Decke mündete,,. wo innerhalb eines gemalten Sterns ein pausbäckiger Engel aus Papietmasse heiter lächend an einem.. bunten Faden niederschwebte. Da lag sie und lauschte und lächelte. Dann erhob sie sich, schlich auf den Strümpfen die Stiege, hinab, fuhr wieder in die' Hausschuhe, bewegte klingelnd die Hausthür und trat dann in die Empfangsstube unten ein. Ei, guten Tag, Frau Kummissär ! Nahmen Se's nur uich ibel, daß ich Se hab' so lange warten lassen. Zehn Beine unn Hände möcht' mer jetzt haben, 's Se ä Elend, wenn mer nicht allen helfen kann, wie mer möchte." Gesundheit is das beste Gut!" bestätigte Herr ' Theobald Zimmermann. Nu, Theobald, nu kannst de aber naus geh'. Das is Weibersache, waZ mer beide zu thun haben!" Die Thür schloß sich hinter dem Pfeifendr'echsler a. D. So, so. Bleiben Se nur sitzen, Frau Kummissär, bleiben Se nur!" fuhr geschwätzig die Wunderdoktorin fort, 's kalt haußen, gelle? Da fliegt's einem nur so an! So, nun zeigen Se 'mal!" Sie ' fühlte der Frau am Puls, sie sah ihr starr in die -Augen, behorchte den Athem und beklopfte behutsam einige Gesichtstheile. " Das Ohrensausen im rechten Ohr möchte ja noch gehen. . . so merkwürdig es auch is, gerade im rechten." Frau Kommissär riß die 'Augen auf und blickte wie fassungslos der Alten ins Gesicht. Diese aber ließ sich nicht einschüchtern, sondern fllhr fort, das Ergebniß ihrer wunderbaren Diagnose zu verkünden. Se hätten nicht sollen erst acht Tage mit diesem Schüttelfrost Abends. . . dem Stirndruck warten . . . das is nich gut. . . das soll mer nich!" Frau Kommissär wollte antworten. Mer wie in Bann und Zauder war sie gelegt. Wie aus' einer anderen Welt schöpfte da dieses alte, unscheinbare Weib ihre tiefsten Kenntnisse. Appetit au nur wenig! Hm, hm! Aber ärscht müssen wir die Brustschmerzen wegbringen, Frau Kummissär! Das is mer 's Wichtigste." Frau Kommissär sagte überhaupt nichts mehr. Sie fühlte nur das eine, daß sie sich in dieser Stunde mit Haut und Haaren der übernatürlichen Sibylle verschrieben hatte. Mit einer wahren Demuth vor der schier unfaßbaren Größe menschlicher Weisheit und Erkenntniß nahm sie lebhaft dankend das Büchschen Salbe wie den Kräuterthee in Empfang, Verhaltungsmaßreaeln und' Rathschläge, dann verließ sie das geheimnißvolle Haus, nicht ohne vorher lautlos und fast schüchtern .ein hübsches Stück Geld auf den Tisch niedergelegt zu haben. Für die nächsten Wochen aber wirkte sie wie ein Apostel, der. den Ruhm eines Propheten hinaus in die Lande trägt. Von Haus zu HauS, von Kränzchen zu Kränzchen rührte sie die Werbetrommel zu Ehren der gottbegnadeten' Wunderdoktorin Barbara Zimmermann. Kaum aber hatte 'an jenem Tage sich die Hausthür hinter ihr geschlossen, da steckte der ehrenfeste Pfeifendrechsler a. D. sein faltiges Antlitz pfiffig in die Stube hinein. Na?" fragte er grinsend. Drei Mark hat.se gegeben. . . mit

der Arznei!- t Unkosten? Zwanzig Pfennige And dann lachten sie sich beide an. Aber es war nur ein gedämpftes, ganz eigenes Lachen, welches das Echo des seltsamen Hauses nicht wachrief. . 0 Es blieb also nur recht und billig, daß solche mit Treffsicherheit gestellten Diagnosen das Ansehen der Alten immer höher steigern mußten. Wer so klar, ruhig und bestimmt dem Kranken sagte, was ihm fehlte", der mußte wohl auch über die rechten Heilmitte! verfügen. Schlugen dieses aber doch hin und wieder nicht ein,- so trug die Schuld nimmer Barbara Zimmermann. Da hatte man sicherlich etwas verfehlt, oder der Glaube war nicht kräftig genug gewesen. Als nun aber eines Tags das menschenfreundliche Ehepaar mittels des so praktischen Hörrohres sogar zwei Liebende zum Bunde fürs Leben zusammengebracht hatte, da durfte die Wunderdokterin noch stolzer um sich schauen. Ein Ereigniß für sie und die Gasse war es jedesmal wenn die Alte zu einer Besprechung hinaus aufs Land zu einem Gutsbesitzer abgeholt wurde. Da flog'S wie Sturmfeuer von Haus zu Haus: Jemersch, jemersch! Schon wieder 'ne Chaise!" De Wunderdoktor' kann sich gratuliren! 'n pikfeines Geschirr!" Mach' hin, daß ich's au 'mal kann gesieh!" Na, da kommt se ja angedippelt! Guck, guck!, Scheint 'ne ganz neie Fahne anzuhamm?" Nu, 's Geschäft wärft's doch au ab!" 'Da stand die Alte vor der Hausthür auf der obersten Steinstufe, dunkel gekleidet, mit Mantille und KreppHut. Sie hob den Kopf und blickte lauernd und auch wieder stolz dieGasse auf und ab, ob es auch jeder sähe, ob Giebel zu Giebel sich tuschelnd neige und die Spatzen neugierig die Augen verdrehten. Und dann stieg sie langsam die vier Stufen hinab, nickte feierlich dem Kutscher zu. . . schwabb! flog der Wagenschlag zu, und hinaus ging's ins offene Land. Jahrzehnte waren so dahingegangen. Sparsam gelebt und einer wachsenden Kundschaft sich erfreut! Da war Mark zu Mark geflossen, und die unscheinbare Truhe zwischen den Betten beider barg bereits eine hübsche Ersparnis?. So manch mal kniete Abends die Alte davor und zählte und zählte. Und eines Tags, als sie wieder mit der Kaffeetasse im Schooße am Fenster saß, da konnte sie dem mit Reisigholz aus dem Walde heimkehrenden Mithelfer ihrer segensreichen Thätigkeit das freudige Geheimniß anvertrauen, daß nur noch dreihundert Mark an den so vielen Tausenden fehlten. Kriegen mer au noch!" schmunzelte der Alte. Kriegen mer!" Mehr noch! Mehr! Theobald! Wenn's so weiter geht." Es ging so weiter, noch ein paar Jahre hin. , ' . Frühling war wieder einmal mit Sang, und Sonnenschein vom Westen her über die Berge gekommen. Ein neues Werden ging zitternd durch die Welt. Aus jedem Menschenauge schien es im geheimen Jubel hervorzubrechen. Nur in denen des alten Zimmermann nicht. Der lag droben auf dem So vha eingehüllt, hustete und stöhnte. Die Wunderdoktorin hatte ihm ein lösendes Säftchen eingegeben. , In der Ofenröhre brodelte stark duftender Thee. Unten stampften wieder einmal zwei Braune vor einem Wagen, der die Alte aufs Land holen sollte. Feierlich angethan, war sie an das Lager des unruhig sich umherwälzenden Mannes getreten. Nur Geduld, Alter! Heit Abend ist's besser! Kannst dich drauf verlass'! Wenn die mer heit zehn Mark gäben dreimal war ich nu da dann ha'n mer die Viertausend voll. Du. Theobald. Viertausend!" Viertausend!" wiederholte der Kranke mechanisch, während seine Augen wie verständnißlos die Frau anblickten. Wenn das die Leite wüßten! Hehehe! So, unn nu sei gescheit. . . trink fleißiq Thee! Heit Abend ist's besser! Adje!" Sie schlurrte hinaus. Der Kranke schaute ihr nach, und seine Lippen Murmelten: Viertausend!... . .Vier. . . .tausend!. . . . Vier". ... ' Er schaute noch immer nach der Stubenthür mit seinen müden Augen, als Barbara Zimmermann gegen Abend in, das dämmerige Stübchen eintrat So! Nu hammer's zusammen Viertausend Mark!" Keine Antwort. Nur der starre Blick des Mannes auf sie gerichtet. Du! Alter! Hörst's nich? ' Viertausend Mark!" Sie zog aus der Tasche ein blinkendes Goldstück und hielt es ihm' triumphirend hin. Dann auf einmal schien eine furchtbare Erkenntniß über sie zu 'kommen. Aus, allen dunkeln Ecken und Winkeln raunte es eintönig', grausig: Heit Abend ist's besser!" Das Goldstück entglitt ihrer Hand, sie stürzte zum Sopha und fiel mit einem lauten Schrei dort in die Knie. .Theobald! Theobald!"

Sie fuhr mit bebender Hand über

eine Stirn. . . kalt, kalt! Theobald! Wach' auf! Du. . . du .. . Ich bin's'ja." Die Wunderdoktorin!" schien es ringsum zu höhnen. - Du mußt leben. . . Du sollst noch leben.-. .Was soll ich denn ohne dich hier machen? Hörst du nicht? Du follst hören. . . Du sollst aufwachen. . . So hör' doch!" Hut und Mantille hatte sie abgerissen. Dann ergriff sie seine Hände und rieb sie in den ihrigen. Sie schleuderte die Decke fort, zerrte das Hemd über der Brust auseinander und beugte sich lauschend zum Herzen nieder. Still, ganz still! Theobald!" wimmerte sie. 'Du darfst nicht fort. . . Du sollst". . . Sie flog empor. Ihre Augen trasen die andern, die müden, starren. Da kam es über sie in Schmerz, Wuth und Verzweiflung. , Sie faßte das Fläschchen mit dem Heilsaft und schleuderte etf fluchend zu Boden. Sie schüttelte den Todten, als wollte sie damit das entflohene Leben noch einmal zurückrufen; wild raufte sie sich das graue Haar. Wunderdoktorin!" schrie sie auf. Hahahaha!" Und dann brach sie be wußtlos über der Leiche zusammen. Das war an einem Frühlingsabend. Lange hat. dann Barbara Zimmermann den Heimgegangenen nicht überlebt. Und das war gut für den Ruf ihrer Wunderfirma. Mit dem Tode ihres Mannes hatte sie die Doktorei im Hause aufgegeben. Sie sei zu schwach, erklärte sie überall. Das Kurieren erfordere zu viel Kraft, wolle man den rechten und sicheren Blick haben. Sie müsse sich erst wieder von dem schweren Schlag erholen. ' So war der Sommer ins Land gegangen. Alltäglich sah man die Alte droben am Fenster sitzen, die Kaffeetasse im Schooße, das runzelige Antlitz noch um einen Schein blässer denn ehemals. Jeden freundlichen Gruß erwiderte sie mechanisch, weltabgewandi.. Und als sie eines Tags nicht mehr grüßte und am anderen Morgen noch' so eigenthümlich steif und feierlich am Fenster saß, da stiegen NacHbarsleute hinauf in ihre Stube. Die Kaffeetasse lag zerschellt am Boden. Die Wunderdoktorin aber saß noch immer in ihrem alten Korbstuhl, nur ein , wenig nach hinten zurückgesunken. Ihre Augen waren pärr hinauf wie in die Ewigkeit gerichUi. C o n t r a st e. rai MUk V t r?w , -.1 rM . ' ' I Der Materialist. Hff -Vf2iU 1 Kiu vMk. vf & i yWJf ts WiCl-P 6. ' -saJV lölJfH " I J. I r ttt;toiV' Tl 'S X" aJST 'jf- i-TT !n5' , rjj lW I; ! ' 1 " iS Se Der Idealist. Boshaft. Mein neuer Hut ist in dem ersten Magazin der Stadt gekauft worden, bei Meierstein. Glauben Sie's etwa nicht?" Aber natürlich; ich habe ihn ja dahin zurückgeschickt!". - y Eine praktische Nase. . . . Und nehmen Herr Guckerl nie ein Fernrohr mit auf Ihren Bergpartien?" . Fernrohr? Hab' ich nicht nothig; da setz' ich einfach zwei Linsen in gewisser Entfernung auf die Nase und .'s Fernrohr ist fertig!"

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Vilksburg National Park Commission Grand Army und Homeseekers Efcnrsion nach Vicksburg, Miss., Dienstag, 15. Nov. H K O K för l Rundfahrt von Indianapolis V R.pDS nach Bicköbnrg und zurück. Verhältnißmäßige Raten von anderen Stationen in Jndiana, nicht nur nach Vicköbura sondern nach allen Heimsuchers Punkten. Ein Spezialzug bestehend aus Pullman Standard und erstklassigen Touristen Schlafwaggons, Big Four Waggons mit hohen Rücken Sitzen. Baggage und ErfrischungS-Waggons wird ohne iLaggonWechsel durchlaufen wie folgt: Abfahrt von Indianapolis via Big Four am Dienstag, 15. Nov., 3 Uhr Nachmittags. Ankunft in Vicksbura. via Na,oo u. Miss. Val. Eisenbabn am Mittm. ia q?.,z..

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Zustünde im mandsäkttri sä: en Professor Pawlowski von der Universität Kiew, der bisher als Chefarzt 4)c 14. Hospitals in Liaojang thatig war und soeben nach Moskau zurückgekehrt ist. berichtet in der Nowoe Wremja über seine Erlebnisse. Es heißt darin unter anderm: Unsere Armee im fernen Osten hat ihre Erfahrunzen im Kampfe mit bem Feinde gesammelt und ist eine schneidige Waffe in der Hand ihres Führers geworden. Die Leute kennen die Kampfeöweise des Gegners, haben von ihm gelernt und gehen mit diesem Vewußt' ein in den Kampf. Dasselbe gilt -in erhöhtem Maße 'von den Offizieren, die besonders im Brückenbau-und im Pionierdienst .schätzenswerthe Ersah- . rungen gesammelt haben. Im Allgeseinen herrscht der Geist wahrer Kam:!adlchast und Wasfenbrüderschast..' der- 'dcn endgültigen Sieg verbürgt. Die Verpflegung der Armee ist gu: und wird- reichlich nachgeführt. Die Lorräthe wcrden zunächst von der In- , tendantur geliefert, welche jedoch nicht nur auf die Heimath angewiesen ist. sondern auf Chinas reichste Provinz das Land zwischen Mulden und Ehaibin zur Ergänzung der Kornund Fleischvorräth5 zurückaremn ühjt. Die Intendantur wird von )em General Huber mustergültig geleitet. Im Anfang des Krieges gab es oft Unzuträglichkeiten, es stell. e sich Mängel heraus, doch jetzt wickelt stch alles glatt ab, und die Versorgung und Verpflegung ist mit der im türZischen Kriege gar nicht zu vergleiche?.: Gemüsekonserven. Salzfleisch, . Tb'?. Zucker, frisches Fleisch. Mehl ulv Graupen werden hauptsächlich . geliefert. Ein sehr wachsames Auge c.uf das Jniendanturwesen hat der m allen geliebte und hochverehrte Wer- , kommandirende. der wie ein Volksheld verehrt wird, General Kuropatkin. Epidemische Krankheiten sind nicht mehr vorhanden, eineZeitlang herrschU der Durchfall. Ich, bezeuge hiermit, daß keine Dysenterie in der Armee vorgekommen ist. fondern nur gewohnlicher Durchfall, der in einigen wenigen Fälle zum Tode führte. Auch einig: Typhusfälle, die meist leicht verliefen, haben keine weiteren Anstes'.ungen zur Folge gehabt. Blattern . und Cholera, von denen die letztere fc! sonders im -türkischen Kriege die ruffischen' Truppen dezimirte. .sind nicht in' einem einzigen Fwalle vorgekommen. Ich habe mehrere tausend Verwundete behandelt, aber nicht einen einzigen Fall von Wundfieber bemerkt. Dcr Sanitätsdienst ist vollkommen auf der Höhe, vor allem auch bei den vorgeschobenen Abtheilungen, wo er natürlich auf ganz besondere Schwierigkeiten' stößt. Dies wird auch von den . .fremden Militärattaches und von unserer Armee unumwunden anerkannt. Trotzdem wir bisher ununterbrochen zurückgehen mußten, hat General Kuropaikin seine eiserne Ruhe bewahrt. Der Marsch nach Süden, der zu der Niederlage bei Wafangu führte, ist nicht, auf Kuropatkins Veranlassung, sondern auf andere Weisung hin erfolgt, da er garnicht dem allgemeinen Kriegsplane entsprach. Die .Japaner machen einen großen Fehler, sie setzen alles ein. sie spielen Va banque. Je mehr die Japaner nach Norden vordringen, um so mehr müssen sie ihre Armee zur, Sicherung ihrer Etappenstraßen schwächen;' die russische Etappenlin'e ist die Vahn. deren Schutz der Grenzwache anvertraut ist und keinerlei Abgaben mehr erfordert. Alle Nachschübe aus Europa mehren -daher' besonders die artilleristisch? Stärke Kuropatkins. d. h. jeder Tag schwächt die Japaner in demselben ' Maße, wie er die Russen versiälkt. Dieser klar überlegte Plan Kurop'atkins ist jedem Soldaten bekannt, alle sind deshalb von einer unbezwinglichen Siegesgewißheit erfüllt, die. schließlich zur Niederlage der Japaner führen muß. Der 'S. braunschweigische Handwerkertag in Helmstedt beschloß die Begründung einer MittelstanosPartei für das' Herzogthum Braunschweig. Das Jubiläum seines MZähriaen Bestehens beging unter grcßer Theilnahme das Realgymna-' fium zu Quakenbrück in Hannover. '

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