Indiana Tribüne, Volume 28, Number 59, Indianapolis, Marion County, 31 October 1904 — Page 7
Jndiana Tribune, 31. Oktober RO.
i
ttttttttttttZZtt
iPnidj 't' H Z"Z M 44 4 4 . (Fortsetzung Die Versuche, ihn zu erheitern. sch:Zterten daher meist ziemlich kläglich. Kur! verlor manchmal die Geduld über den 6ig?nsin, mit dem der Junge alle seine Gedanken auf den einen Punkt festbohte. Er fuhr ihn heftig an. Ellen nahin das arme kranke Kind" leidenschaftlich in Schutz. Ihre Vertheidigungsrede endete stets mit Vorwürfen, bis Kurt verzweifelt in seine Stube ging und die Beiden, mit dem zusammen zu sein einst sein größtes Clück ausmachte, erleichtert wieder allein ließ. Dazu wollte es dies Jahr durchaus nicht Frühl'ng werden. Ueber den schwarzen Federn zerging der Schnee, ohne daß sich ein grüner Schimr-er darunter gezeigt hätte. Wässeriger Schmutz blieb auf den Straßen zurück. Die Obstblüthe blühende Obstbäume waren sonst der schönte Schluck der reizlosen Gegend erfror im ersten Knospenansatz. Mitte April hingen erst ein paar kümmerliche. blaßgelbe Kätzchen an den Weiden. Die Drosseln saßen mit naß verregnetem Gefieder auf den tropfenden Zweigen der Bäume, nur selten drang ihr süßer Flötenton wie ein Hoffnungsruf in's Zimmer. Diese endlos langen, graunassen Frühlingstage erschienen Asia noch schwerer' zu ertragen wie die kurzen Winterwochen, die weite Spaziergänge kürzten. D Kälte machte wenigstens müde, diese weiche, feuchte Luft nur schlaff und hoffnungslos. Mit lähmender Unlust, die ihr jede Thatkraft raubte, ertrug sie das 'Leben. Sie war eigentlich froh, daß Ellen für st: handelte. Sie würde sich on ihr in die Ehe hineinschieben lassen. Schlimmer wie jetzt konnte es nicht werden vielleicht so gar etwas besser. Wenigstens tonnte sie Ellen dann Geschenke machen, Otto zu sich einladen und auf diese Weise das drückende Gefühl los werden, monatelang ein unnützer Eer gewesen zu sein. Sie machte eines Tages eine derartige Bemerkung. Zu ihrer Bestürzung sah Ellen sie zuerst erstaunt an. dann brach si? in ein heftiges Weinen aus. Asta stand rathlos neben ihr. Ellen. liebe Ellen, weine doch nicht!" but sie. Weinst Du über mich, weil ich William heirathen muß?" Ellen schüttelte den Kopf. Nein, ich weine über mich selbst." sagte si: endlich mit halb erstickter Stimme. .Was ist aus mir geworden? Eine grämlich geizige, bissige Frau, die ihrer, verwaisten Schwägerin das Stückchen Brot im Hause mißgönnt, sich für allen Klatsch und Zank ihrer Nachbarn interessirt, kleinlich, erbärmlich denkt und handelt." Rede doch nicht so, Ellen Du bist im Grunde gut, nur verbittert." Ellen trocknete hastig die nassen Augen. Ja, verbittert, böse, herabgezogen durch das Elend meines Lebens." . Ellen, ich werde William heirathen. dann kann ich Dir helfen," flüsterte Asta. Ellen beugte sich vor und küßte sie. Er kommt in einigen Tagen, Asta. Wir rn.ünen das Haus ein wenig zurechtmachen." So bald schon?" Ja, Kind. Und Eure Hochzeit ist hoffentlich im nächsten Monat. Wozu das auch "noch länger aufschieben? ,Normann hat sich in Wilhelmshaven schon Wohnungen angesehen. Asta, wie beneide ich Dich! Du wirst wieder -am Meer leben, Schiffe sehen, die salzige Luft athmen. Manchmal im Traum sehe ich die graue, weite Wasserflache, die schlanken, weißen Möven darüber mnchi'ßen Ihr müßt mich oft besuchen Äsia wollte sich zu einem Lächeln zwing?. aber ihre Lippen zuckten nur. Otto schicke ich Dir bald einmal, wenn Tu ihn haben willst. Asta. Kurt ist gewiß nicht hinzubringen. Meer, Marine. Schiffe das sind alles verbotene Dinge. Ich kann ihn nicht allem lassen. Uns Beiden ist wohl nicht mebr zu helfen. Laß unö nur in unsere.n Wmkel. Aber wenn Du etwas für Otto thun willst, das nehme ich dankbar an." Die paar Tage vergingen mit Vorbeicitunqen alle? Art schnell aenuq. Oto war in fieberhafter Aufreguno, Onkel William wiederzusehen. Eine Manneuniform xxtt alle seme leidenschalt lichen Wünsche für die Zukunft, sein schmerzliches Bedauern der Vergangen heit wach. Ellens ' Einwand, deß Normann vermuthlich m Civil reisen werde, knballte nnaebört ' Asta war sehr still und blaß.' Sie ließ Ellen mit der Aufwarterin in der Kucke soeben und backen. , An diesen Vorbereitungen beiheiligte sie sich nicht. Sie gmg aber mit Otto in das Wald chen. das .sich um die Vorstadt herum jjv. uno lUQie nneinonrn unv lvltvc. c r I rw - : - C. 1 V. - blaßlila Veilchen. Alle Vasen und flache Schuf' -ln, deren sie h-avhast wer den 'konnte, füllte sie damit. In de' ' hohen Gläsern schimmerten silbergraue WLid:7.!'Tkcken Zwischen ounkelarun'n Tannenzweigen, die ihre hellen Triebe
tt 1i? n
omsttt von Henriette v. Mecrhrimb n u' n n u u n in's Licht reckten. Die' Fülle dieses zarten Frühlingsschmuckeö idealisirte die nüchternen Zimmer. Aber auch sie selbst wollte nicht ungeschmückt bleiben. Unbewußt regte sich der Wunsch in ihr. William solle sie noch schöner, noch begehrenswerther nach der langen Trennung wiederfinden. Ellen lächelte still vor sich hin, als Asta in dem eleganten silbergrauen Tuchkleid herunter kam. Diese sanfte Farbe harmonirte so hübsch mit ihrem zartrosigen Gesicht und den goldblonden Haaren. Im Gürtel hing ein Strauß der duftlosen, blassen Veilchen. Nun, gleichgiltig schien es Asta jedenfalls nicht zu seht, welchen Eindruck sie bei ihrem ungeliebten Bräutigam" hervorrief. Otto bewunderte die Toilette laut, Kurt sagte nichts, Asta wurde immer unruhig unter seinen forschenden Blicken. Sie machte sich zwecklos etwas an den Blumenvasen zu schaffen, die sie bald hier-, bald dorthin rückte. Ich will nach der Bahn gehen und Normann abholen." Kurt sah nach der Uhr. In einer halben Stunde wird der Zu hier sein." Asta fing an zu zittern. In wenigen Minuten also mußte sich ihr Geschick entscheiden. Sie konnte Ellens triumphirende Miene nicht aushalten, auch Ottos Fragen und Vermuthungen marterten sic. Sie lief in ihr Dachstübchen hinauf. In Gedanken versunken starrte sie auf die Straße herunter. Die Zeit verstrich. Sie hörte die schnellen Tritte der zurückkehrenden Herren in der Stille ganz deutlich sich dem Hause nähern. Sie beugte sich vor. William war wirklich in Uniform. wie Otto gehofft hatte. Seine schlanke. straff aufgerichtete Gestalt überragte Kurt. Wie alt der neben dem frischen, hübschen Gesicht des jungen Offiziers aussah grau um die Schläfen, den Rücken gebeugt! Asta blieb am Fenster stehen, die Hände um den Riegel gelegt. Sie konnte nch nicht entschließen, hinunterzugehen. Mochten sie sich doch erst alle begrüßen. In dem kleinen, leichtgebauten Hause hörte man jeden Ton, Wil uams kraftige Stimme, sein Lachen klang deutlich an ihr Ohr. Jetzt fragte er nach ihr. Ein seltsames Gefühl, fast an AbNeigung grenzend, stieg in ihr gegen ihn auf. Ihm erfüllten sich alle Wünsche, er setzte seinen Willen durch. Aber sie war gescheitert. Er steuerte sein Lebensschiff mit fester Hand, wohin er wollte, während sie kläglich Schiffbruch litt! Trotzig warf sie den Kopf zurück. Gut er sollte seinen Willen haben! Die Folgen mußte er tragen. Warum wollte er durchaus ein Madchen heirathen, das ihn nicht liebte? Warum benutzte er ihre verzweifelte Lage? . Otto stürmte die Treppe herauf. Tante Asta, warum kommst Du nicht? Onkel William ist schon ungeduldig." Ich komme ja schon." Asta sah in den Spiegel. Reizend sah sie aus mit ihren vor Erregung dunklen Augen, den beißen Wangen. Er macht immerhin einen ganz guten Handel bei dem Geschäft." dachte sie bitter. Otto lief voran, um ihr Erscheinen anzukündigen. , Kurt und Ellen gingen in's NebenZimmer. ' William stand allein vor ihr. Die schräg durch das Fenster hereinfallenden Sonnenstrahlen blendeten Asta, sie mußte )t Augen niederschlagen. Die mhv freundlichen Begrüßungsworte, die sagen wollte, blieben ihr im Halse stecken. Er schien auch gar keine Anrede zu erwarten. Er ging ihr mit raschen Schritten entgegen, zog sie in feine Arme und küßte sie leidenschaftlich. S:e duldete schwelgend seme Kusse. In den Augen, die sie endlich zu ihm aufschlug. lg ein unrubig flackernder Blick. Setz Dich zu mir," bat er. Wir haben uns viel zu sagen. Warum hast Du mir gar nicht mehr geschriebn., Nebe, böse kleine Asta?" Sie wich feinem zärtlich fragenden Blick aus. Ellen wollte Dir alles sagen." Das hat sie auch gethan. Ich hätte aber gern von Dir selbt noch mehr ge Es läßt sich vieles so schwer in Worte fassen, murmelte sie. Er hob ihren gesenkten Kopf in die Höhe und versuchte in ihren Augen, zu V r rr 1 -: . - I ' tei.en. iusiuji mir nuni eme traurigen Erfahrungen mittheilen. Liebchen?" Diese Worte reizten Asta, sie schüttelte seine Hand von sich ab. Ist es Dir noch zu schwer, darübn zu sprechen selbst mir gegenüber?" fragte er. Ihre Augen füllten sich plötzlich mit Thränen. Sein mitleidiger Ton brachte sie zum Weinen, wie Kinder es thun, wenn man sie bedauert. Sie strich sich hastig über die Wimpern. Wir wollen liebex nicht darüber reden, ich kann es nicht aushalten. Du würdest mich doch
nicht verstehen, wenn ich " Dir auch alles auseinandersetzt?.Er verbiß ein Lächeln. Ihre Worte klangen sehr großartig, und die Thatsache föarfcvch so einfach zu fassen. Sie hatte eben zu große Hoffnungen auf ein nicht ausreichendes Talent gesetzt. Wie vielen ist das schon passirt! Für mich ist Deine Stimme die schönste von der Welt, Liebchen." Er legte seinen Arm um ihre Taille. Asta saß sehr gerade, sehr steif, ihr war augenscheinlich höchst unbehaglich zu Muth. Am liebste.', wäre sie aufgesprungen und hatte ihm die Wahrheit in's Gesicht geschrieen: Ich liebe Dich nicht. Ich liebte einen anderen. Nur weil ich Dir Dein Geld nicht zurückzahlen kann, muß ich Dich heirathen." Nur mit Mühe hielt sie an sich. Ich habe seit einem halben Jahr keinen Ton mehr gesungen," sagte sie statt dessen ausweichend. Ich werde wohl alles verlernt haben. Ich mag auch gar nicht mehr singen,' ich glaube, ich werde es nie wieder thun." Das hoffe ich doch. Du weißt, wie gern ich Dich immer singen hörte. Asta. Willst Du nicht unser Glück, unsere Liebe besingen?" Unser Glück unsere Liebe!" wiederholte sie tonlos. Gewiß, wenn Du es wünschst, werde ich wieder anfangen zu üben. Er hat ja mein Talent mitgekauft!" lautete im Stillen der bittere Nachsatz. Normann erschien Astas Wesen etwas befremdend. So merkwürdig kühl zurückhaltend, sonderbar gereiz't und doch wieder fügsam. Das lag sonst gar nicht in ihrer Natur. Ellen hatte ihm brieflich und mündlich auseinandergesetzt, daß Asta noch sehr gedrückt über ihre fehweschlagenen 'Hoffnungen fei; er möge diesen Punkt völlig übergehen. Vielleicht war es wirklich das klügste, es zu thun. War Asta erst seine Frau, würde sie von selbst in
einer vertraulichen Stunde von lhren Berliner Erlebnissen erzählen. Jetzt wollte er sie lieber auf ganz andere Gedanken brir-gen. Sieh mal her, mem Herz, bat er. Ich habe Wohnungspläne bei mir." Er zog einige Bogen Papier aus der Tasche. Hier diese kleine Villa, nicht weit vom Hafen, gefallt mir sehr gut. Sie ist bemahe so hübsch wie Eure frühere in der Düsternbrookallee." Wenn sie Dir gefällt, ist es ja genug. Ich bin mit allem einverstanden." Asta schob' das Papier zurück. Aus Plänen kann ich mich doch nichj orientiren." ' Eine leichte Ungeduld stieg in ihm auf. Ihr Benehmen war für eme Braut, die demnächst heirathen will, wirklich etwas sehr apathisch und in teresselos. Nun. wenn Du mir also die Sache überladen willst, werde ich die Wohnung miethen. Und die Emrichtung? Hast Du keine Wünsche für den Salon? Gar keine Dann mach mir später aber auch keine Vorwürfe, wenn es Dir nicht gefällt." Asta unterdrückte die unliebenswürdige Antwort, die ihr auf der Zunge lag. Ich habe seh? ' hübsche Sachen von der , Reise mitgebracht, auch- seidene Stoffe zu Kleidern, echt indische Seide und spanische Stickereien," fuhr er fort. Wie gütig von Dir!" Er lachte plötzlich auf. Ach, Du kleiner Narr, sei doch nicht so steif! Was soll denn das eigentlich bedeuten?" Er schüttelte sie ein bischen. Asta machte sich erschrocken frei. Gfcc Ahnung dämmerte in ihr auf, daß es unmöglich sein würde, ihr erzwungenes, kühl-gleichgiltiges Wesen, in das sie sich wie hinter einem Bollwerk verschanzte, auf die Dauer festzuhalten. Er nahm ihre Hand und zog sie an die Lippen. Liebe Asta, Du willst mich doch heirathen? Es zwingt Dich Niemand. Du weißt, daß ich Dich nicht beim Wort halte, wenn Du es nicht gern thust." Sie biß sich auf die Lippen, um die Worte zurückzubalten. die ihr auf der Zunge schwebten. Ich kann ja nicht frei von Dir werden, Du hast mich ja gekauft!" Was sollte sie auch anfangen, wenn sie ihn nicht heirathete? Hier bei Ellen bls'ben. oder in eine dienende Stellung gehen? Beides war gleich schrecklich. Sie seufzte tief. Galt dieser Seufzer dem schweren Entschluß, mich zu heirathen?" fragte William lächelnd. Nein." Ihr Trotz kehrte zurück. Ich will Dich heirathen, aber Du mußt mich nehmen, wie ich nun einmal bin." Wie denn?, Wenn ich das nur erst wüßte? Etwas Stachelgewächs scheint mir, das sich schlecht anfassen läßt. Man weiß gar nicht, von welcher Seite man ihm beikommen darf." Sehr schlecht bin ich," antwortete sie leise, sehr schlecht geworden, seit Du mich nicht gesehen hast." Das brauche ich wohl nicht zu glauben. Ich glaube. Du bist unglücklich gelvesen, mein Herz. Das macht bitter. Jetzt wirst Du glücklich sein und alles vergessen, nicht wahr?" Ich will es versuchen." Zum ersten Male sahen ihre Augen ihn wieder mit dem süßen, sanften Blick von einst an. Armes Kind! Die Verhältnisse hier im Hause waren gewiß schwer zu ertragen?" Ja und zu ändern sind sie auch nicht. '.Hat Kurt sich Dir gegenüber ausgesprochen? Klagte er?" Nein, mit keiner Silbe. Ich sehe es ihm aber an: er hat viel gelitten mehr
wie seine Frau, oder ich möchte sagen: schöner, größer wie seine Frau. Ellen findet in Klagen, und Vorwürfen Erleichterung. darum kann sie auch den .geistig schweigenden Hochmuth' des Leidenden, wie sie sich ausdrückt, nicht begreifen." Asta nickte. Ich kann ihn verstehen," sagte sie nachdenklich. Es gibt Dinge, über die man nicht sprechen kann und darf." Mir gegenüber könntest Du Dich schon aussprechen. Versuch es nur!" bat er. Aber sie wandte sich ab. Der ablehnende. verschlossene Ausdruck kehrte in ihr Gesicht zurück. Sie hat zu sehr in der Atmosphäre dieses Haus-.s gelitten," dachte er, sich an lieblosen Worten verwundet. Langsam muß ich sie mir zum Glück, zum Vertrauen .ziehen." Ein Gch'hl der Enttäuschung beschlich ihn trotzdem. Ellen, die es vor Neugier nicht länger aushielt, steckte den Kopf zur Thür herein. Nun, , wie ist es? Darf ich den Hochzeitskuchen .bald bestellen?" William stand auf und zog Asta mit sich empor. Sie dürfen es, Frau Ellen," sagte er etwas erzwungen heiter. Morgen früh muß ich wieder in Wilhelmshaven sein. Ich konnte jetzt keinen Urlaub nehmen. Darum kam ich auch in Uniform nur für ein paar Stunden. Ich fahre heute Nacht zurück. Morgen früh miethe ich die Woy nung. Asta ist einverstanden. Nicht wabr?" Ja, ich bin mit allem einverstanden." Man hörte dem ruhigen Ton der Antwort richt die herzbeklemmende Angst an, minder Asta diese Worte sprach. 12. Kapitel.
im, wie gefällt es Dir in unserm Nestchen?" fragte William Normann gespannt. Er nahm seiner jungen Frau den Mantel ab. Sieh Dich um, ob ich alles gut gemacht habe." Asta ging durch die Zimmer. Im Speisezimmer war der Tisch für zwei Personen ruft blauweißem Zwiebelmusterporzellan und blitzblankem, neuem Silber einladend gedeckt. Der Bursche in Livree legte nach Anweisung des gewandten Hausmädchens die steifen Servietten in kunstgerechte galten. Beide dienstbare Geister machten ihre Verbeugung und starrten Asta dann etwas dreist-neugierig an. Sie fühlte sich viel zu verlegen und unsicher in ihrer jungen Hausfrauenwürde, um die Leute anzureden oder gar einen Befehl zu ertbeilen. Hastig trat sie in das anvere Zimmer, den Salon, noch etwas steif und kalt mit den grau-blauen Damasisesseln, den zierlichen Empiremöbeln. Einen großen Theil des Raumes beansprucht: ein neuer Blüthner," den Normann gegen Astas altes Jnstrument, natürlich mit Zuzahlung einer erheblichen Summe, eingetauscht hatte. Ueber dem Deckel lag eine kostbare japanische Decke Vögel und Arabesken in erhabener Goldstickerei auf blaßrosa Atlasgrund. Sie ging schnell an dem Flügel vorbei. Nur flüchtig strich sie die Falten der schönen Decke glatt. Durch die dünnen - lichtgelben Fenstervorhänge schimmerte die weite Wasserfläche des Hafens, .Schiffsmasten ragten auf, der heulende Ton der Sirenen drang herein. Sie hätte glauben können, wieder in der Düsternbrookallee in Kiel zu sein nach einem wirren, schrecklich-schönen Traum. William trat zu ihr. Er erwartete offenbar einen Dank, wenigstens ein anerkennendes Wort. Gefällt es Dir?" fragte er noch einmal. Ja. alles ist wunderschön." Willst Du nicht einmal den Flügel Probiren?" bat er. Es war ntlich kühn, ihn ohne Dich auszusuchen, aber der Name bietet wohl genügende Ga rantien." Mein alter Flügel wäre gut genug für mich gewesen." Meinst Du? Mir ist aber nichts gut und schön genug für meine Frau. Außerdem hatte der Herr in Helmstadt, der . das Instrument miethete, es nach Aussage eines Sachverständigen grüßlich behandelt. Ellen hätte es nicht hergeben dürfen." Er nahm die Decke vom Flügel und klappte den Deckel zurück. Aber Asta wollte nicht spielen. Ich muß mich umziehen. Wir essen wohl bald. Später vielleicht." Wie Du willst. Aber mein Zimmer kannst Du Dir wohl noch' schnell besehen?" Gern." Der Ton müder Gleichgiltigkeit, in dem sie antwortete, verletzte ihn, wie schon oft seit ihrer Hochzeit, die vor wenigen Tagen im kleinsten Kreise bei Hollens stattgefunden hatte. Sein kurzer Urlaub verhinderte eine länger ausgedehnte Hochzeitsreise. Er hatte sich beim Heimkommen auf Astas Entzücken gefreut über die während der kurzen Brautzeit mit Liebe. Sorgfalt und Geschmack eingerichtete Wohnung, in der nach Begutachtung sachverständiger Damen auch nicht das Pünktchen auf dem i fehlte. Vor allem hoffte er auf freudiges Ueberraschtsein wegen des neu erworbenen Flügels. Aber alles schien sie gleichgiltig zu lassen. , Sie mußte ihm doch wohl die Krankung anmerken. Ich danke Dir," sagie sie plötzlich ganz leise und hastig, ohne ihn anzusehen. Kannst Du mir nicht in anderer Weise danken. Asta?" bat er. (Fortsetzung folgt.)
A
' Rüstungen für die Matrosen in Seeschlachten fordert Dr.Suguki, der Chefarzt auf AdmiralTogo's Flotte. In einem Berichte über die ärztliche Thätigkeit während des Kampfes mit der russischen Flotte, als diese den Durchbruchsversuch bei Port Arthur machte, sagte er: Mehrfach ist es vorgekommen, daß ein Notizbuch, ein Messer, eine Uhr u. f. w. Menschenleben gerettet haben. Ich nehme keinen Anstand zu erklären, daß in Zukunft Jedermann an Bord eines Kriegsschiffe5 während des Gefechts eine Schutzmaske und Jacke tragen sollte." Dr. Suguki empfiehlt auch, die Verwundeten an die dem Feinde zugekehrte Seite des Schiffes zu schaffen; denn nicht diese Seite ist die gefährlichste, sondern die andere, da letztere von den Sprengstücken der Granaten, die durch die dem Feinde zugekehrte Schiffswand schlagen und dann erst krepiren, bestrichen wird. Ferner macht er den Vorschlag, daß die Mannschaft vor dem Gefecht reine Kleidung anlegt, um der Verunreinigung der Wunden durch Zeugstücke, die mit den Geschossen eindringen, nach Möglichkeit vorzubeugen. Ueber Mordthaten eines Wahnsinnigen wird aus Budapest berichtet: Der walachische Bauer Gyorgye Dragia aus der Ortschaft Messizi bestieg einen nach Großkikinda abgehenden Zug ohne Fahrkarte und weigerte sich, den Zug zu verlassen. Als ein Polizist ihn entfernen wollte, zog er einen Revolver und verwundete den Beamten lebensgefährlich. Er drohte jedem, der sich ihm näherte, mit Niederschießen. Das Vahnpersonal koppelte schließlich den Waggon, worin Dragia sich befand, ab und schob ihn ins Heizhaus. Als hier ein anderer Polizist die Waggonthür öffnete, schoß Dragia abermals. Der Unglückliche wurde getödtet. Es rückten nun Polizei, Gendarmerie und Feuerwehr aus und umzingelten das Heizhaus, konnten aber tom an Verfolgungswahnsinn leidenden Bauern nicht beikommen, da er mit dem Revolver fortwährend schoß. Dragia war bercits vor einigen Tagen in der Wohnung des Advokaten Osztoics erschienen, wo er sich im Salon verbarrikadirte und nur mit schwerer Mühe gebändigt und nach seinem Heimathsorte gebracht werden konnte. JneinemGenferWohn-
haus wurden eine Reihe merkwürdiger schwerer Unglücksfälle durch Elektrizität verursacht. Das erste Opfer war em Backer Namens Charles Girod, der Morgens die Brötchen brachte. Er reichte sie durch die Stäbe des Kuchenfensters; aber plötzlich schrie er furchtbar auf, fiel im Todeskrampf zu Boden und starb nach wenigen Augenoncken. Die Polizei wurde gerufen und der Pförtner wollte die Sache aufklären. Er steckte seinen Arm durch das Fenster, wurde dabei aber auch von einem starken elektrischen Schlag zu Boden geworfen. Mehreren Personen, die ihm helfen wollten, ging es ähnlich, so daß sie sich längere Zeit nicht bewegen konnten. Nun wollte die Besitzerin des Hauses telephonisch einen Arzt herbeirufen; aber sie erhielt einen solchen Schlag, daß sie bewußtlos hinstürzte, während ein Mädchen, die Wasser ablaufen lassen wollte, schwere Brandwunden an den Fingern davontrug. Auf irgend eine Art war das Haus stark mit Elektrizität geladen und sozusagen ineine große Leydener Flasche verwandelt worden. Man vermuthet, daß der Strom von der Straßenbahn oder den Beleuchtungskabeln herrührt. Einer Dresdener Mitt h e i l u n g zufolge ist die stolze Burg Königstein nunmehr aus der Reihe der deutschen Festungen . gestrichen. Die Garnison, die bisher dort lag, ist nach Dresden übergesiedelt. Die Burg-Kö-nigstein, die einzige Festung des Königreichs Sachsen, die einstmals als uneinnehmbar galt,hatte längst jeden strategischen Werth verloren. Die Festung erhebt sich auf einem von drei Seiten senkreicht aufsteigenden SandstAnselsen am Ufer der Elbe und beherrscht die ganze Umgebung; auf der vierten, zugänglichen Seite war sie durch eine am Fuße des Felsens angelegte Fortifikation und durch mehrere Reihen etagenartig .übereinander gebauter Werke geschützt. Ursprünglich um 1300 war die Burg Besitz der Könige von Böhmen, die sie aber später verpfändeten. Mit dem Egerschen Vertrag fiel der Königstein an Sachsen; bald darauf beherbergte die Burg ein Cölestinerkloster, um 1540 aber rüstete sie Heinrich der Fromme wieder zu einer Festung aus. Während des preußischen . Einfalles in Sachsen 1756 flüchtete Vömg August II. von Polen nebst dem Grafen Brühl und ebenso während des Dresdener Maiaufstandes 1849 König Friedrich August H. und seine Minister in' die Festung. Nach Abschluß der Militär, convention zwischen Sachsen und Preußen erhielt Königstein im Jahre 1867 einen preußischen Commandanten und preußische Besatzung die erst nach dem Frieden 1871 von sächsischem Militär abgelöst wurde. Die Besatzung bildete ein Jnfanteriedetachement. Im Lause der Jahrhunderte diente die Feste wiederholt zur AufbeWahrung von Archiven, Kostbarkeiten und Staatsgeldern, besonders in Kriegszeiten und auch als Staatsgefängniß; so faßen auf dem Königstein der Kanzler Nikolaus v. Crell, Patkull und Böttger, der Erfinder des Vorellans. gefangen.
.seuer - Signale
j 4 kennZyiv 5 Starte 5 nglift'l Opa-Hut Sastund N"Vork ? Sksökk und V?ichigan 91. Jersey u. LTaf t 4 $vnt und NorH n Market und Pine 1 Vermont nahe Ssft No. S Spritzenhaus Maq. Sv nahe S!oSK 1 Dnswareund Wainut t . Jersey u Central A. I Masi. und CantdlKc 6 2fl ttv 11. rraße .7 Park Ase und I S h Columbia undHillsid ? Highiend Äv u. Pratt Jllinoi! und Et. Jo Pennsylv. und Pratt U Meridian und 11. Et? ii Tm. 6 Spritzenhaus 18. nahe Illinois i Senate vu.EtCIa M Sari Cm Mb lt lit spital Ave nd tt. ?.1Z Pennsylv. .Nichia 214 Jllinv' nd 2. 216 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und Sk kl? Weridia und 16. 218 Kapital Ave und 2 219 Broedway und 10. 231 Illinois .nvd VteLe 234 5!o. 14 Spritzenhau Ikenwood und 30. 33 Illinois und 33. 3 Annetta und 80 257 No. 9. Sprizeuhz VLUli nd Räder 233 Cdeil Lad der Sor 239 Jsadel und 7. 241 Meridian und 24. 4 4Jllinoiu St. 243 Eldridge und tt. 51 Weft und Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 15 Toriet und Paea 316 eapttak Ave und Ib 317 Rorthwefter Vve 13 Sutt nd 18. 19 Csliul nd 10. 824 Saealin Work 24 Vermont und Ly 325 BiZmarck n Srandvie? 2 No. 20 Spritzenhau Haughville. 27 Michigan u. oime, 23 Vkichigan u. Concor 41 West und MeJnty? 41 Missouri u. Warylan 13 Missouri und Dl?i 415 Kapital Ave 'Georgia 41 Lgouriu Aentucky, 417 Senate Av u. Wash. 421 P und 9 ttKu W. Washington. 23 Irren-Hospital. 24 Miley v.JD2V 425 Wash. and Harr" 42 Ro. IS Svritzchch W. Washiigto, 427 Olwer und Bitth 2S CUvar und O4good 429 Nordyke und Dort 431 Hadley Ave u. Morr 432 River Ave u. Rotrtf 34 Riv Av und Katz 35 Harding u. Big S ? 3 Harding und OLdtH 437 No, 19 epriHenh? Morri und ocseae3 ,oyU 481 eiln und S 45 Howard und See 45 Start und JtattM 5 ftunktt ttii 57 NordtM v . tott wxn Worts 12 West und Steh 013 ZKntucky Ave u.SrUi 614 Meridian und Slcrrt Kl Jllinoi nd Maafci 617 Morrii nd Dakota 618 Morri und Church 19 Capital A. u Vckaiv, 621 Meridian und Pak? 62 Pine und Lord 624 Madilok Ave u Stn! 42 Weridian und BeU RI ' 627 Carlo und Ray 628 Meridian und Krisen 52 5Jmiion u. Lkymand 631 Meridian u. Sfc&oul 62 No. l7'Epritzent5S Morri uade West 53 Mc5aund DouH. 1 Last u. Lincoln trag 614 Last und Seecha i Wright uno Sakder 17 Mccarty und Beaty ,13 New Jersey u ir v, 71 Spruc nd Prospe TU gliZH Ave. . Launt 714 Stäbe Avu.BeU R 716 ShelbY und Beech 716 State Av inü Dräne; 718 Crar.se und Lame! 719 ShelöÄ u... tage 721 LrringtoA.u Lauch 7FletchaAv.cpr, 724 Siate Ave u. Pleasan 745 Prospekt und TleasanZ 71Q Orano und Hl 728 Liberty und Mea 729 Noüle und South 81 No. 1 Srrend Ost Washington , Si Market und Noble ni Ohio u. Highland v S15 ?!ichiaan . Highla? gi Market u Arsenal X 7 Ott et. Ciait und Union Lahn Veleise. 21 tyan Handle Ehcp L, Vermont vz Wal 824 Wssh.und State Atz. ets Madden'2nze Vad S2 Tuöa und Dersey 827 Wash. und BeviL Ad L29 Ro. 1 Spritzenhau BevLle nah Vichigtt 881 Southeaster Ave unl Woodside. U OaJ. nd Tearb, Bli Southeafter und - Arsenal Ave. kttL!eVnkdr OS ILinoi ndryl. ,l,JKnoUnd Zrtt. 14 Penn, nd OasZ. 912 Delaware nnd , JUinoi undMchla P,zywania und lft. 2 Senate Tve. und i. n S!o. l Sxritzenb.au In c naheVichiga & Meridian und Walnut 4 California u Vermont 56 Blase und New gort s Jnd.V.'u.Et,elstr Sit? Hospital !8 Blake und Norty MiZigan und Lg il 9lo. 6 Spritzenhau Washington nahe Weft it Esendorf u Oash. es Mffourt u New For! J5 Meridian u Waff M Jliinoi und Oht 17 Capitol Lv.u Wa 1 Luigau' Porkhau 19 Etrajmbahn Ettlli SB. Washington Stt 51 SK.ioEpritzenhau Jliinoi u Werrill u Jliinoi u kouistana u Westund South Westmldckarty M Senat v. m Henry 7 Meridian und Aay No.4 Spritzenhaus VadisonZlv.uRorrU O ZKadion Lv. u Dunlop SZo Hake Leiterhau South nah Delswari U Pam.VerrA Lelawan u. cSarttz U afi und VrSarch New Jersey u. VerrtN Lirg. So. a Lradsha IS East und Prospekt Bickmg und High n No. ii CprttzenhauZ Sir Ave. nahe Hur, f Saft und Georgia it fitbat und El? 74 Davidson u Seorgia n Snglish Lv. u Pine re Chelby und Bat 8 No. 5 Cpritzenhau Prospekt nahe Ehelby gleicher Av. u Shelby Market u. Zersey Z2 Delaware und Wash. U East u Washington 4 New Forku. DaviLor Taubstummen ölnstald er. Staaten Arsenal J7 Oriental und LZaH. 3 Frauen-Reformat. U No. 13 Spritzenhau Maryland nahe Ver. TOenMan u. eorzia. 13 Meridian und South H Pennsyd . Louisiana )5 Birgini Ave u. Llab. ZK Ha-ptquartier. )7 Grand Hotel. 03 Capital Ave und &U 15 No. 16 Spritzenhau !. und Ash. 21 Alabama und 18. 25 Zentral Ave und ii 26 Aai-.de und 15. 27 Brooliide und Juptta 23 Ceittral Ave und 17. 2? Delaware und 19. ZI Alabama und 11 52 Bellefontawe und . ?4 College Ar und . ZK Delaware und 15. 5g Alabama und" SZorth Z7 Net?mann'und 1. 3S College Ave und 14, 39 Cornell Are und l. 41 Fände uno 19. 4 Highland Ave und ia, 3 Dccumfcd. und 10. 16 New Jerfty nd 22. 45 VIvord und 17. 7 No. 2 Cpritzenhau Hiltside Ave und I. is College Ave und t. College Av und 27. 52 Park Ave und 22. ss LSu. W Bahn. k. 64 Ramsey Lv und 10. öS Ttoughton u SKKmu Ua und ilu 58 Bloyd und Pawpaw. , 59 No. 21 Cpritzenhaui ZSrightwood i Arde und Depot 63 Brigqtwood und LS. 64 Stural und Vloyd es St. Clair u. Keystsne 7 Arsenal fütt unS 23. SS kllefonwke unt u. Spezial Signale. ersten Schlage, toit Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, dritten Schläge, toierttf War. i-i, Feuer au und Schlauch fgervL t SchlZge, Wasserdruck ab. 2 Schläge, U Uhr Mittag. XU b zeichnete Signal tverde in do rhm Vächt emgegeben da em de betreffende LtroHep reujuvgen keine LlannVS naebnit Pnd. Auf dem FaZrplatze bei Hagerstown, Pa., hat sich ein Tiger aus seinem Käfig in den angrenzenden Schlangenkäfig durchgebissen und daselbst sechs große Schlangen, darunter eine Boa-Constrictor und eine große Klapperschlange, getödtet. ' Der Staat New Jersey hat auf dem Riverside Friedhof in Toms River eine Begräbnißstätte für unbe.kannte Todte angelegt, die in dortiger Geaend an den Strand gespult wer i . den. Ein eisernes Gitter umgiebt die Stätte, in deren Mitte sich ein Denkstein mit der Inschrift: Den Unbekannten von der See. - Errichtet vom Staate New Jerfey-1904." besitzt. Der frühere County - '!erk, ttz im New Yorker Zollhaus angestellt ist der Urheber der Idee. Elne eben solche Begräbnißstätte wird in Point Pleasant angelegt werden.
