Indiana Tribüne, Volume 28, Number 59, Indianapolis, Marion County, 31 October 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüttc 31. Oktober 1902

...Warum nicht ihr Heim... anziehend machen, durch den Ge

brauch eineZ . . . WUMM 7 -m -i - i i. AVrn'V C.LEJ Garland Oscn. 4 0 .... und . Range... Dieselben üvertrcssen alle andern in Schön beit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samleit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen üezctgt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Wiegt Euer Brod. Das Brod welches bon Joseph Taggart gebacken ist, gibt Ihnen beides, Qualtiät und Gewicht. Fragen Sie Ihren .Grocer dafür. Ebenso für Joseph Taggart's Butter Crackers. CxaMirt 1863, nimmt jederzeit Engage, entZ entgegen. Irgendwelche Orchester, Lwsit und irgend eine Anzahl von Musikern wird geliefert. Neue Ausstattung und neu, NMsormen. R. A. Niller, Direktor. Henry S p r e n g p s e i l. Geschäftsführer. 301 SenruÄz Vvenue. ' Tlevbon ..... Neu 4593. Achtttttg ! Achtung ! Pittsvurg, $4. 00 per Tonne Kanalzwa, 84 00 per Tonne Ohio Jackson, S4.75 per Tonne $0Cai)0txtu3, (Rauchlose) 4.50 per Tonne. Wir gehören dem Trust nicht an. ...Unsere Preise beweisen dieses... Jede Tonne 2000 Pfnnd garantirt. Home Fuel Co. ZneorVorlrt.) euer Phgne929I. AlteSPhone. Main 1150. Dichmann St Grabhorn, Fabrikanten von seineu Schau - Käftcn. Vla? Ladentische uud Cigarren-Tische 22 Cst Cöashington Straße. Uttft0M(am 1U. Theodore F. Smither. geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Hech. und ttiesdäqer, Dächer von Mvhalt und Gilsonit. tO SnzroZkhändler in allen Artm von DRchaterialien. Telephon: Neu 861. 301 West Laryland öi. ' ' ffikx l. Sie ob Renate ve und Marylaud ti. r -2 ' ..

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Europäische Nachrichten. Frsvinz Schkelien. B r e s l a u. Kürzlich waren es 73 Jahre her, daß die Firma F. L. Brade, Junkernstraße 32, als erste schlesische Papierhandlung begründet wurde. Im Jahre 1865 ging das Geschäft durch Kauf auf R. Schwarzer und nach dessen Tode in die Hände seiner Frau über, bis es im Jahre 1895 von dem jetzigen Bescher, Kaufmann Georg Braxator, käuflich erworben wurde. A u r a s. Die Gottlieb Marr'schen Eheleute von hier feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Die kirchlicheEinfegnung erfolgte in der evang. luth. Christuskirche in Breslau, wobei dem Ehepaar das kaiserliche Gnadengeschenk von 30 Mark von dem Geist--lichen überreicht wurde. C h o r z o w. Durch einen Zug wurde der Weichensteller Karamainski überfahren und getödtet; ihm wurden Kopf und beide Beine abgefahren. G l e i w i tz. Die diamantne Hochzeit feierte bei noch ziemliche: Rüstigkeit das Auszügler Georg Zurkesche Ehepaar in Schönwald hiesigen Kreises, der Jubelbräutigam ist sogar noch in der Lage, Feldarbeiten zu verrichten. Glogau. Ms das Dienstmädchen Pauline John mit ihrem Berehrer in der Promenade spazieren ging, lauerte in einem Strauch auf dus Paar .der ehemalige Geliebte des Mädchens und gab einen Schuß auf dieses ab. der fehl ging. Ehe der UebelzrMler aoer emen zweiten Schuß aogb, hatte ihn sein Nachfolger gefaßt und gehalten,' bis Hilfe kam und er zur Polizei geführt werden konnte. Er erklärte, er wollte das Mädchen und sich erschießen. Der Eifersüchtige wurde nun in das Armenhaus transpprtirt, wo ihn der Aufseher an einem aus Streifen seines Handes gedrehten Strickes erhängt vorfand. Der Selbstmörder ist der 25 Jahre alte Pfefferküchler Nitsche aus Breslau. Klein-Strenz (Wohlau). Bei einer Feuersbrunst ist der GemeindeVorsteher Algner in den Flammen umgekommen. Massenau. Die Besitzung des Wirthes Andreas Mosch ist vollständig eingeäschert worden. Bei dem Brande ist der 28 Jahre alte, taubstumme Sohn des Mosch in den Flammen umgekommen. N a t i b o r. In Petrzkowitz wurde ein zweijähriges Kind des OrtsvorsteHers Mikeska auf der Chaussee von dem in scharfem Trabe daherkommenden Gespann eines Kutschers aus Oefterreich überfahren und blieb auf der Stelle todt. T r e b n i tz. Bon einem tiefbetrübenden Unglllcksfall ist die Familie des bei der hiesigen Stadtbrauerei beschäftigten' Bierkutschers May betrofspn worden. Letzterer befand sich auf der Fahrt nach dem wenige Kilometer entfernten Dorf Brockotschine und wurde hierbei von seinem 7jährigen Söhnchen begleitet. Bereits an Ort und Stelle angelangt, gerieth der Knabe plötzlich unter den schweren Wagen, die Räder gingen über ihn hinweg und das Kind erlitt so schwere innere Verletzungen, daß es nach qualvollem Leiden seinen Geist aufgab. Frovinz Fosen. Posen. Kommis Wladislaus Kostecki wurde in der Ziegenstraße von dem 18jährigen Arbeitsburschen Stanislaus Szeßler im Vorbeigehen angerempelt. Als Kostecki sich das verbat, erhielt er von Szeßler mit einem Taschenmesser einen Srch ir den Kopf und einen in die Brust, der sei nen sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Thäter war entflohen, wurde aber später in der Wohnung seiner Eltern verhaftet. Der jugendliche Raufbold ist geständig, gab bei seiner Vernehmung aber an, von Kostecki Faustschläge erhalten zu haben. Volewitz bei Tirschtiegel. Das hiesige, 1021 Einwohner zählende Dorf ist zur Hälfte niedergebrannt. 116 Gebäude sind vollständig zerstört worden; ein Mann wird vermißt. 180 Familien sind obdachlos. G n e s e n. Im Alter von mehr als 100. Jahren starb der Talmudist I. Vaer. Am 3. Februar d. I. feierte er im Kreise seiner Verwandten und Freunde das Fest seines hundertsten Geburtstages, wobei er noch die bewunderungswürdige Leistung vollbrachte, eine halbstündige Rede voller Geist und Humor zu halten. I a n o w i tz. Der 19jährige Fleischergeselle Schymiamowski erlitt dadurch einen schweren Unfall, daß er sich mit einem Schlochtmesser die rechte Wade . vollständig aufschlitzte.. Er hatte das Messer im Stiefelschafte und trug ein geschlachtetes Schwein. Dieses glitt ihm von der Schulter und jagte ihm das Messer in die Wade. Die Sehnen sind vollständig, durchschnitten. R witsch.' Der Maurergeselle Karl Thiel aus Damme, welcher auf

dem Heimwege beim Bahnübergänge der Rawitsch-Liegnitzer Eisenbahn von einem Zuge angefahren und zur Seite geschleudert wurde, ist seinen Verletzungen erlegsn. S ch ö n l a n k e. Die Holzwaarenfabrik und Dampfbildhauerei Bunk & Co. ist völlig niedergebrannt. Zweihundert Arbeiter sind brotlos. 'Zrovlnz padtftn. Magdeburg. Dem Viceconsul

der Vereinigten Staaten von Amerika hier, I. B. Vreuer, ist Namens' des Reichs das Ezequatur ertheilt worden. Aschersleben. Einen sammen Verlauf nahm ein Feuer in Endorf, das in dem Gehöft des Oekonomen Honigmann ausbrach. Die gefüllte Sckeune bot .'i ichliche Nabruna. und bald wurden auch die übrigen Wirthschaftsgebäude ergriffen und brannten sämmtlich nieder. Bockelnhagen (Worbis). Auf dem Rittergute des Freiherrn Bernhard von Minnigerode kam Großfeuer aus, das sich auch auf den benachbarten Gutshof des Freiherrn Hans von

Minnigerode und die dahinter liegende Mühle ausdehnte. - Sämmtliche ! Gebäude, mit Ausnahme des stark beschädigten Wohnhauses des Frhrn. Hans v. M., sind em Raub der Flammen geworden. Erfurt. Die BluMengärtnerei I. C. Schmidt feiert in diesem Jahre das Jubiläum ihres 75sährigen Bestehens. Die Inhaberin der Firma, Wittwe Müller, hat aus diesem Anlaß für die Angestellten 10.000 Mark gestiftet zur Errichtung einer Pensionskasse. Falkenberg. Durch den elekirischen Strom auf der Stelle getödtet wurde der Arbeiter Noack aus Zschornegasda, welcher das elektrische Pumpwerk der Grube Ferdinand bediente. Er ist der elektrischen Hochspannung zu nahe gekommen und . war sofort todt. Heiligenstadt. Das Johann Engelhardt'sche Ehepaar feierte daö seltene. Fest der eisernen Hochzeit. M e r s e b u r g. Hier scheute das Pferd des Landwirths und Ortsvorstehers Sommerwerk aus Neumark auf der Halle'schen Chaussee vor einem Straßenbahnwagen. Sommerwerk, der die Unruhe seines Pferdes bemerkt hatte, war von dem Wagen abgestiegen und hatte es kurz am Zaum gefaßt, als das Thier plötzlich seinen Herrn gegen den elektrischen Wagen schleuberte. Somnerwerk erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem TransPort nach Neumark verschied. Quedlinburg. Auf den Nachtschutzmann Horn wurde in der Langenbergstraße aus einem Gewehr ein Schrotschuß abgefeuert, durch den der Beamte schwer an den Beinen, besonders am Knie, verwundet wurde. Afs Thäter ist der Arbeiter August Schwartze -festgenommen worden. Es liegt wahrscheinlich ein Racheakt vor. Suhl. Das Zimmereigeschäft und DampffLgewerk von Hans Pens ist durch eine Feuersbrunst zum größten Theil eingeäschert worden. Der Schaden wird auf 40,000 Mark geschätzt. Frovinz Hannover, Hannover. Sein 25jä'hrigesJubiläum als Prokurist der Braunschweig - Hannoverischen Hypotheken dank feierte der Registrator Hermann Duensina. Geheimer. Justizrath Cludius ist hier im Alter von 79 Iahr:n gestorben. Der Verstorbene, welcher bueits 1893 sein 60jährige3 Dienstjubiläum feiern konnte, war vor seiner im Jahre 1901 erfolgten Versetzung in den Ruhestand über 32 Iahre als Erster Staatsanwalt in Stade thätig. Die letzten Jahre seines Lebens hat er hier verlebt. A u r i ch. Der Landes -Oekonomie-geometer Rechnungsrath Sprenael feierte unter großer Betheiligung sein 60jähriges Dienstjubiläum. Durch den Regierungs - Präsidenten Prinz von Ratibor wurde dem Jubilar der verliehene Kronenorden 3. Klasse mit der Zahl 60 überreicht. B e n t h e i m. Im Hause desBahnHofsportiers Boom entstand Feuer, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff und auch auf das benachbarte Haus der Wittwe Rickert übersprang. Beide Häuser brannten bis auf den Grund nieder. Elbingerode. Der fünfjährige Sohn des Formers Köhler wurde von einem hiesigen Kutschgeschirr übersahren. Der schwerverletzte Knabe verschied bald darauf. Hagen bei Etelsen. Der als Bahnwärter dienstthuende Arbeiter Köster von hier wurde in Ausübung seines Dienstes in Bremen von einem Malergchilfen, welcher sich an der von dem Köster bedienten Barriere unnütz zu schaffen' machte und von dem Köster fortgewiesen wurde, derart in den Leib gestochen, daß der Aermste an seinen dadurch erhaltenen schweren Verletzungen gestorben ist. Der Thäter ist verhaftet. L i n t e l. Die Besitzung des Landwirihs Jrhann Hinrichs wurde vom Feuer vollständig zerstört. N o r t h e i m. Der frühere Landtagsabqeordnete, Amtsrath Karl Falkenhaoen, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Er hat im AbgeordnetenHause von 1887 bis 1893 den Wahlkreis Nsrtheim - Einbeck - Uslar vertreten und gehörte der nationalliberalen Partei an. Reihen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier auf der elektrischen Centrale. Der Oberheizer Banolsky war damit beschäftigt, die Kesselrohre im Heizungsraume der elekirischen Centrale nachzusehen. Plötzlich platzte ein Wasserrohr, wobei Banolsky gräßlich verbrüht wurde. Wris bergholzen. Der örper des Grafen von Wrisberg fand im nahen Walde den 68jährigen Metzgermeiste? Heinrich Lütgers, der vermißt wurde, erhängt vor. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, muß die Untersuchung ergeben.

Soidatcnminanslungen. Der Berliner Vorwärts" veröffentlicht folgende Statistik über SoldatenMißhandlungen: Von Ende Juni bis Ende September laufenden Jahres wurde die gerichiliche Aburtheilung von 42 militärischen Vorgesetzten wegen Mißhandlung, und vorschriftswidriger Behandlung vonUntergebenen bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen: 1ö Jahre Zuchthaus, 9 Jahre 5 Monate 15 Tage Gefängniß, 9 Monate 26 Tage mittlerer Arrest, 2 Monate 11 Tage gelinder Arrest, 2 Monate Festungshaft, 1 Monat 25 Sage Stubenarrest, 8 Tage Kammerarrest, acht Degradationen, eine Versetzung in die 2. Klasse des Soldatensiandes. eine Ausfloßung aus dem Heere. Der Frei, heitsent'zug beträgt im Ganzen 12 Jahre, 3 Monate 25 Tage. Auf Preußen treffen iz Jabre Zuchthaus, 7 Jahre 2 Monate Gefängniß. 8 Monate 11 Tage mittlerer Arrest, 1 Monat 12 Tage gelinder Arrest. 1 Monat 15 Tage Stubenarrest. 8 Tage Kammerzrrest. 6 Tegradatwnen. 1 Ausstoßung aus dem Heere. (30 Vorgesetzte.) Auf Bayern: 1 Jahr 9 Monate 15 Tage Gefängniß, 1 Monat 5 Tage mittlerer Arrest. 8 Tage gelinder Arrest, 2 Degradationen. 1 Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes. (6 Borgesetzte.) Auf Sachsen: 6 Monate Gefängniß. 10 Tacre mittlerer Arrest. 21. Tage gelinder Arrest. 2 Monate Fesiungshaft, 10 Tage Stubenarrest. (6 Vorgesetzte.)" Dazu, bemerkt' die Kölnische Zeitung": Unter den Verurthcilten befinden sich 5 Offiziere, die mit 8 Ta ffen Kammerarrest bis zu 2 Monaten Festungshaft bestraft wurden. Di? Zabl der Bestrafungen und in vielen Fällen auch die einzelnen Strafhzndlungen sind naturlich im höchsten Grade beklagcnswerth. Wenn aber von den Sozioldemokraten nur dieser eine Gesichtspunkt betont wird, so erfordert es die Gerechtigkeit, zugleich auch darauf 'hinzuweisen, daß gerade die Häufigkeit der Strafen als ein Veweis dafür angesehen werden muß, daß unsere Heeresverwaltung in scharfer Weise gegen die Soldatenmißhandlungen vorgeht. Von dem an den maßgebenden Stellen bestehenden Willen. die Soldatenmißhandlungen 'zu unterdrücken, würde man wahrscheinlich ein noch viel anschaulicheres Bild erhalten, wenn auch diejenigen Bestrafungen bekannt gegeben würden, die auf dem Disziplinarwege gegen solche Vorgesetzte erfolgten, die, ohne sich irgendwie an den Mißhandlungen zu. deiheiligen oder sie offenbar zu dulden, durch Mangel an Aufsicht eine moralische Mitschuld auf sich geladen haben. In einzelnen Fallen sind Entlassungen von Vorgesetzten in einem solchen zeitlichen Zusammenhang mit Mißhandlungen erfolgt, daß man ohne Weiteres annehmen kann, daß sie auf diese Fälle zurückzuführen sind. In den meisten Fällen treten diese Bestrafungen, die ja nicht immer eine Ausscheidung aus dem Dienste sind, nicht so klar zu Tage. Es kann aber als sicher angenommen werden, daß in dieser Beziehung sehr nachdrücklich vorgingen wird, und gerade darauf stützen wir die Hoffnung, daß die unserer Armee zur Unehre gereichenden MißHandlungen immer mehr abnehmen werden. Ganz ausrotten lassen sie sich ebenso wenig wie sonstige Vergehen und Verbrechen. Immerhin müssen sie auf ein aeringeres Maß als das jekige berabgesetzt werden, und wir sind überzeugt, daß zwischen der Kriegsverwaltung und der öffentlichen Meinung in diesem Punkte volle llebereinstimmuna besteht."

Luise von Zovura. Die Prinzessin Luise von Koburg hat dem Berichterstatter der Wiener N. Fr. Pr." in Paris mitgetheilt, cs sei nicht wahr, daß sie einem Verleger ihre Memoiren" zur Veröffentlichung zu übergeben beabsichtige. Sie hat," so schreibt das Blatt, keine Memoiren in der Anstalt geschrieben und hätte es auch nicht thun können, wenn sie wirklich die Neigung zu solchen Aufzeich nungen gehabt hätte. Man hat ihr in der Anstalt Pierson das Papier entzogen. Wenn die Prinzessin schreiben wollte, mußte sie Papier erbitten und dieses Verlangen rechtfertigen. Zur Aufzeichnung von Memoiren würde man ihr weder Papier noch Tinte zur Verfügung gestellt haben. In dieses Kapitel gehört auch die Vorenthaltung von Briefen, welche an die Prinzessin Luise gerichtet waren. Die Prinzessin Alice von Monaco hat die Prinzessin Luise eingeladen, auf ibrem. Schlosse im Departement Sarthe Aufenthalt zu nehmen. In dem Briefe schreibt die Prinzessin von Monaco: Ich habe Ihnen sehr oft geschrieben. . aber da ich keine Antwort erhielt, glaubte ich annehmen zu können, daß Ihnen keine Briefe zukommen." Und . so war es. Die Prinzessin hat noch nicht entschieden. ob sie die liebenswürdige Einladung der Prinzessin von Monaco annehmen wird. In jedem Falle ist sie entschlossen.' in der nächsten Zeit das schöne Herbstwetter zu genießen und sich für einige Tage auf's Land zu begeben. Sie wird sich an einem Orte in der Nähe des Meeres niederlassen und' vielleicht auch für einige Tage auf dem Schloß der Prinzessin Alice von Monaca weilen."

Carnlen Sylva über Körperfülle.

Körperfülle ist den meisten Frauen, besonders in jüngeren Jahren, sehr unwillkommen, weil die liebe Eitelkeit ihnen möglichste Schlankheit als körperliches Schönheitsideal vorschreibt, und um nur schlank zu bleiben, nicht fett zu werden, begehen viele Frauen die unverzeihlichsten Thorheiten. In einem Aufsatz Schöne Frauen" spricht Carmen Sylva (Elisabeth, Königin von Rumänien) sich in ihrer originell geistvollen Art auch hierüber aus. Sie sagt u. a. folgendes: Ist eine unbequeme Fülle erreicht, so fangen die schrecklichsten Kuren an, deren Sinn unverständlich ist und die die Gesundheit für immer untergraben. Mein Gott, man wird eben manchmal stark! Ich bin die letzten Jahre infolge eines Leidens stark geworden, das war mir gerade so unangenehm wie den anderen, ich habe aber geduldig Reformkleider gemacht, nur nannte ich sie nicht so, da sie noch nicht erfunden waren, ich - 'trug sie ganz allein zuerst, faltenreiche Gewänder, die die Körperformen verhüllten, und ich trug sie mit Geduld, da man mir sagte, bei wiedererlangter Gesundheit und bei meinem überaus mäßigen Leben würde ich später wieder dünn werden. Aber welch entsetzliche Dinge sieht man ausführen von denen, die sich zu jung finden, um schon stark zu werden; sie bedenken nicht,' daß eine Mutter von mehreren ' heranwachsenden Kindern sehr schön aussieht,' wenn sie ein wenig stattlich ist. Ich kannte eine junge Frau, die war wunderhübsch frisch, wie eine Rose, rund, nicht groß, aber ebenmäßig gebaut und etwas voll, aber angenehm, denn ihre Glieder waren kräftig und rund, ihre Farbe frisch und natürlich gesund; es war also ein Geschöpfchen zum Hineinbeißen! Sie hatte einen reizenden kleinen Buben, der gar nicht ohne seine Mutter sein konnte.- Das Kind war allein, ein Brüderchen war gestorben, und so war der Knabe Tag und Nacht mit der Mutter und sehr entwickelt und gedankenvoll, wie Kinder, die immer niit'der Mutter sprechen und ihr Leben theilen. Sie war sehr glücklich zwischen einem Manne, der sie auf Händen trug, und einem überaus zärtlicher Vater. Da hörte die junge Frau von einem greulichen Entfettungsmittel, Tyroidin genannt, das wird immer als unschädlich angepriesen; heimlich verschaffte sie sich das in größeren Mengen, ohne es ihrem Vater, der Arzt war, zu gestehen. Denn das ist noch das Allerschlimmste, daß die jungen Frauen sich schämen, so eitel zu sein, und im geheimen Mittel gebrauchen, deren Gewalt und Gefahr sie nicht kennen. Auf einmal fing die jugendliche Mutter an, unglaublich schnell mager zu werden, aber zu mager, immer elender, immer schwächer wurde sie. In drei Monaten war sie nicht mehr zu erkennen, und dann bekam sie ein fchweres Nierenleiden,' dessen Ursache -man sich zuerst nicht erklären konnte, bis der Vater eine der Flaschen entdeckte, und nun drei Nächte in Todesangst die Hände rang, denn Diabetes in einem Alter von nur sechsundzwanzig Iahren ist fast unheilbar. In seiner Verzweiflung schickte der Arzt sie nach Karlsbad, um noch den letzten Versuch zu machen, sie zu retten. Aber sie war noch nicht acht Tage dort, da trat der Tod ein. Man verheimlichte ihm die Nachricht und ließ ihn abreisen noch mit schwacher Hoffnung auf Rettung im Herzen. Der Weg von Bukarest ist weit, und besonders ist es für alle bangen Herzen eine Qual, daß man in Wien sechs Stunden warten muß, weil man keinen Anschluß hat. Der unglückliche Vater lief diese sechs Stunden lang in der Bahnhofshalle auf und ab, er war wie wahnsinnig. Er sah die Leute um sich her lachen und schwatzen und verstand nicht, was sie sagten; erstens hörte er kaum, und dann war er des Deutschen nicht mächtig,,aber das Lachen war ihm so entsetzlich, daß er die Leute beinahe angefahren hätte, nur nicht solchen Lärm zu machen, während ihm das Herz brach. Endlich näherte sich ihm der Bahnhofs - Inspektor und fragte ihn, ob er ihm mit irgend etwas dienen könne, da er ihn nun schon stundenlang rastlos auf und nieder habe laufen sehen, offenbar in großer Angst und Pein. Und der arme Doktor antwortete ihm nur in seinem gebrochenen Deutsch: Ich habe ein Kind, und das ist krank! Ich habe ein Kind, und das ist krank!" und lief weiter. In Karlsbad fand er die wunderschöne Leiche seines heißgeliebten Kindes und fast wahnsinnig vor Schmerz brachte er sie heim. Der junge Ehemann war gebrochen und untröstlich, das kleine Kind träumte, es habe seine Mutter gesehen, die ihm winkte, und es sei ihr nachgelaufen, weit, weit, aber es habe sie nicht erreichen können. Das Kind wollte wissen, warum man weinte und warum man so viele schwarze Kleider sähe, und. Niemand antwortete ihm. Ach, es war furchtbar geblieben, denn Mann und Vater sind noch heute, nach Jahren, untröstlich und das Kind hat keine Mutter mehr. Der arme Doktor ist zum Greise geworden durch den fürchterlichen Kummer. Er erzählte mir, daß inige Zeit nach dem Tode seiner Toch?er Jemand zu ihm kam und ihn bat: Doktor, bitte, geben Sie mir etwas, um mager zu werden!" Und als einige Antwort fing der arme, alte v!ann an bitterlich zu weinen.

Du bist verrüt, mein Kind".

Ueber die Frage, rie Berlin in den. Ruf gekommen sei, dietadt der Verrückten zu sein, giebt ein Frankfurter folgende Auskunft: Wie ich mich erinnere, rührt das geflügelte Wort aus den Jahren 1876 1879 her und soll von der Gallmeyer, der feschen Pepi", geprägt worden sein. Sie gastirte damals in Berlin und zwar als Fatinitza, ohne dort den Beifallssturm zu entfesseln, den sie von Wien her gewohnt war. Da variirte sie das bekannte Fatinitza -.Lied: Vorwärts mit frischem Muth Liebe sei's Panier" erbittert in folgende Verse: Du bist verrückt, mein Kind, Was thust Du in Berlin,. Wo die Verrückten sind, Du gehörst nach Wien." ' Sie hatte die Courage, das in Berlin selbst zu singen; ihr Gastspiel endete damit, aber das Entrstungslied wurde geflügelt. Als echtes geflügeltes Wort theilt es daö Schicksal seiner meisten Genossen, im Volksmund UmWandlungen" zu erleiden. Eine eigenthümliche Mischung von Glück und Pech hatte ein gewisser E M. Mann in Washington, D. C. Er war nach St. Asaph gefahren, um sein Glück in dem dortigen Poolroom" zu versuchen. Fortuna war ihm hold, und die Pferde, auf die er wettete, kamen als erste an's Ziel. Bald hatte er die hübsche- Summe von $356 in der Tasche. Um seine Freude noch zu vermehren, sah er eine $50Note auf dem Fußboden liegen, die er seinem übrigen Geld zufügen wollte, als er zu seinem Schrecken bemerkte, daß seine Rolle Geld fort war. Der unvorsichtige Taschendieb, der ihm sein Geld gestohlen, hatte nämlich in oer Eile die Banknote fallen lassen und dadurch Herrn Mann Gelegenheit gegeben, wenigstens einen Theil seines eigenen Geldes wieder zu finden. , Die Bewohner des nördlichen Stadttheiles von Newark, N. I., hatten neulich Abends Gelegenheit, einen seltenen Aufzug von einem Hause an der 3. Avenue nach der Broad Str. Station der Lackawanna Bahn in Augenschein zu nehmen. Acht junge Leute zogen nämlich eine in eigenartigster Weise dekorirte Kutsche und hinterher folgte eine Eskorte von minbestens 100 jungen Leuten beiderlei Geschlechts. An der Kutsche waren Plakate angebracht, welche andeuteten, daß die beiden Insassen ein neuvermähltes Paar waren, welches , seine Hochzeitsreise antrat. Als das junge Paar nach der Trauungsfeier dieHochzeitsreise antreten wollte und die Kutsche erst eine kurze Strecke gefahren war, stürmten plötzlich die Freunde der glücklich Vermählten von allen, Seiten auf das Gefährt, spannten die Pferde aus, schmückten den Wagen i der angegebenen Weise und zogen dann in Prozession nach dem BahnHof. In New York traf kürzlich Frances L. Baker aus Detroit ein, um nach einer Kassette zu suchen, welche ihr Onkel A. P. Baker aus Port Huron, welcher die Unglücksfahrt auf dem General Slocum" mitgemacht, kurz vor dem Untergange des Dampfers in das Wasser geworfen hatte, und welche werthvolle Familienpapiere enthält. Dieser Tage bec)ab sich nun die junge Dame mit Fred Johnson, einem der besten Taucher derMerritt & Chapman Wrecking Co., auf dem Schlepper Hustlcr" nach der Stelle des Unterganges des DampferZ. Fräulein Baker und Johnson legten dann Taucherkleidung an und ließen sich zweimal in die T.iefe hinab. Sie blieben jedesmal so lange unten, als Johnson es für seine Begleiterin rathsam hielt, doch gelang es ihnen nicht, die Kassette zu finden. A. P. Baker ist vor Kurzem gestorben. Vor seinem Tsde hatte er erst seinen Angehörigen mitgetheilt, was er mit der Kassette gethan. i Die Einwanderungsbehörden haben Richter Amadse Herville von den Tahiti-Jnseln die Landung in San Francisco untersagt. Er leidet an Tuberculose und ist auf dem Wege nach Frankreich, das er über New Fork zu erreichen gedachte. Nach dem bestehenden Gesetz, das allen an ansteckenden Krankheiten Leidenden die Einwanderung verbietet, kann Richter Herville nicht gestattet werden, den-' Continent zu kreuzen. Er muh entweder über Mexiko oder Canada-seinen Weg fortzusetzen versuchen oder nach Tahiti zurückkehren. ' Richter Parkerha t i n d e in Kellner eines am Exchange Place in New York belegenen Restaurants, A. F. Brown, einen Doppelgänger. Dieser, ein Mann von feiner Erscheinung, angenehmen Manieren und hübschem ' Aussehen, wird von den Stammgästen Richter" oder Herr Parker" genannt. Die Aehnlichkeit würde, so wird bericht Ui, vollkommen sein, wenn sein Schnurrbart etwas weniger grau sein würde. Er trägt seine Würde mit Ge. lassenheit. Am Sonntag pflegt Brown in einem am Speedway belegenen Reslaurant zu serviren, und auch bei den Sportfahrern ist er als Richter Parker" wohlbekannt. D e r H e l d. Gestern wü'.de ein neues Trauerspiel gegeben wer war denn der Held?" Das Publikum, das bis ?um Sölub ausaebaltcn bat!" ' ,

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