Indiana Tribüne, Volume 28, Number 58, Indianapolis, Marion County, 29 October 1904 — Page 7

Indiens Tribüne, 2S. Oktober 1004.

- V "JF . f "4 - 4' 'i' - - -. - i" V I j- H " v -: n t? ff T . u (Fortsetzung.) . ituii ut;:roric iqre itiaac. jsjvl i , bist in ein ircutige3 Haus gekommen, Asta," fuhr er, ohne ihre letzten Worte zu beantworten, melancholisch fort. Traurig, freudlos, verbittert ist uner Leö:n. In dieser Atmosphäre gereizter Stimmungen, widersprechender Meinungen, unlöslicher Dissonanzen zu existiren, ist hart." Du hast doch Otto. Macht der Dir keine Freud??.Nein. Wie soll er sich wohl günstig entwickeln, wenn er stets entg:genge setzten Einflüssen ausgesetzt ist,, bald hier-, bald dorthin gezerrt wird? 2); wirst ihn sehr zu seinem Nachtheil derändrrt finden." Leider fand Asta das bestätigt. Otto begrüßte sie zwar mit sichtlicher Freude und alter Anhänglichkeit, aber sein fröhlich offenes Wesen von einst war ganz verschwunden. Er erschien in Gegenwart be Vaters bedrückt und wortkarg, um, sobald dieser die Stube derließ, mit seine? Mutter zu flüstern und zu tuscheln. Asta merkte sehr bald, daß Ellen den Neiaungen des Knaben gegen den WilZen Kurts Vorschub leistete. Sie besorgte ihm heimlich die Bücher, die er lesen wollte, sprach fortgesetzt von seinem zukünftigen Eintritt in die MaTire wie von einer feststehenden Thatsache. Die Vücher.-die Otto heimlich laö, bestärkten ihn in seiner Neigung. Nichts wie, Seeabenteuer, Reisebeschreibung?n. Biographien berühmter Seeh?lden verschlang er. y Wenn Asta Ellen Vorstellungen machte, daß sie gegen Kurts Willen Ottos Schwärmerei nicht begünstigen dürfe, bekam sie sehr scharfe Antworten zu hören. Sie schwieg darum bald zu allem fr1!. Aber diese Heimlichkeiten, die sie nicht hindere, sondern schweigend mit ansehen rnvßte. machten ihr das L:ben immer unerträglicher. Aus der Küche schickte Ellen sie meist sehr bald wieder heraus. Sie sei zu ungeschickt und unpraktisch, ihre angebotene Hilfe nur ein Hinderniß. Ellen besaß aber gar keir.e Geduld zum Anlernen, und Asta allerdings auch wenig Talent für häusliche Anaeeaen"'" c,xt onzerttoiletten standen unausgevackt in den großen Koffern auf dem Vcden.' Sie scheute sich davor, d'.e Sachen anzusehen. Zu viele Erinnerungen hingen in den schillernden Seidenfaltcn. Sie hatte Angst, das alles aufzurühren. Eintönig schlichen die Tage dahin. Einer wie der andere. Der Wechsel der Witterung brachte die einzige Veränderung mit sich. Um mit ihren Standesgenossen in Helmstadt zu verkehren, dazu waren H-ollens zu irrn, jedenfalls ihre Lebensweise zu ärmlich geworden. In der kleinen Vorstadt aber wohnten außer ibnen nur bessere Handwerke? oder Kaufleute, die sich hier von lyrem lauer ersparten (Held ein kleines Haus gekaust hatten. Mit diesen Leuten konnten und mochten sie natürlich nicht verkehren, obgleich Ellen, zu Astäs Erstaunen, sich für die Angelegenheiten ihrer Nachbarn lebhaft zu interessiren begann. In der grenzenlosen Eintönigkeit ihres Daseins bildete es immerhin eine kleine Abwechslung, wenn die Aufwärterin ihr berichtete, daß bei Müllers neoenan ein Kind erwartet würde, die Wittwe des Schlächtermeisters von drüben in einem Vierteljahr fünf Dienstmädchen gehabt habe und so weiter und so weiter. Der. Kreis der Interessen verengte sich immer mehr. Anregung von außen gab es nicht. Abends war Ellen zu abgefpannt, um ernste Bücher lesen 5a mögen, sie stopfte Strümpfe, gähnte oder besprach fcer. Tratsch der Aufwartefrau. Asta , graute es vor 'dem Moment, wenn diese banalen, gleichgiltigen Ding? 5uch sie anfange wür"den zu interessi. Dieser Kleinkram des Lebens hatte was so Entwürdigendes! Er zog herab langsam, unmerklich, aber sicher. Zwischen jede große Empfindung, jeden erhebenden Gedanken sckzoben sich diese kleinen Erbärmlichkeiten, wie Unkraut wucherten sie in alles hinein, mit tausend Würzelchen klammerten sie sich fest, erstickten , alles Große und Hohe. Unbemerkt, allmälig mußte man daran zu Grunde gehen. Kurt berührte das weniger. Er ' führte sein Leben für sich in seinem Zimmer, das so eng und schmal wie eine Schisfskabine war. Ein großer Globus, Land- und Seekarten an den Wänden das war das einzige, was noch an seinen früheren Beruf erinnerte. Alle anderen Andenken, Schiffsmodelle und dergleichen, waren verkauft worden. Auch er wollte ja kein Erinnern, kein Aufwecken der Vergangenheit. Er schrieb und arbeitete viel, überfetzte aus dem Englischen und Französischen. da er beide Sprachen vollkommen beherrschte, studirte für sich Jtalienisch,' um Dante in der Ursprache lesen zu können. - Ellen rieth ihm. für ein neu erschienenes Marineblatt 'zu schreiben. Es

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t ' -i. .- 0 m a von Hcnrictte v. Mecrheimb ' V V 6fr 5-5 $; S"j 4 aju 4. tz t T7 v r erging sogar seitens des' Redakteurs eine direkte Aufforderung an ihn, er sollte das Unglück im englischen Kanal" vom fachmännischen Standpunkt aus objektiv schildern. Ein recht bedeutendes Honorar wurde versprochen. Hollen lehnte aber ein für allemal seine Betheiligung ab. er wolle sich seine Indiskretionen nicht bezahlen lassen. Ellen zuctte nur noch die Achseln übe? seine Verschrobenheit," wie sie es nannte. Für d'.e Uebersetzungen wurde nicht viel gezahlt, oft kamen die Manuskripte auch wieder zurück. Hollen legte sie ruhig beiseite. Dann habe ich eben für mich allein gearbeitet," meinte er gelassen. Ellen nannte die alte geschnitzte Truhe in ihres Mannes Zimmer, in der er seine Manuskripte aufbewahrte, nur den Salon der Zurückgewiesenen." Mit beißendem Spott sprach sie von seinen schriftstellerischen Erfolgen. Als die vorrückende Jahreszeit die Arbeit im Garten unmöglich machte, nahm Hollen seine stundenlangen Spaziergänge wieder auf. Asta begleitete ihn oft. Ihr war es gleich, ob der Rcgen ihren Hut verdarb, ihr Kleid durchnäßte. Ellen aber schalt über die' beschmutzten Kleider und Stiefel. Asta ließ alles über sich ergehen. Die weiten Gänge in der kalten Herbstluft wurden ihr zum Bedürfniß, ebenso wie Kurt. Man schlief dann Nachts vor Ermüdung traumlos und tief. Auf ihren Wanderungen sprachen sie nicht viel zusammen. Jedes war mit seinen Gedanken beschäftigt, aber sie fühlten das gegenseitige Verständniß, und das that wohl, auch ohne Worte. Wenn Asta dann Abends mit Ellen allein im Wohnzimmer saß, sank ihr die Arbeit oft in den Schooß. Sie starrte, alles um sich herum vergessend, in den gelben Schein der Lampe. Vor einem Jahre stand sie vielleicht gerade um diese Zeit vor einem begeisterten Publikum, das jedem ihrer kleinen Li?der mit Entzücken applaudirte, oder sie lauschte den Sirenenklangen von Mengerskys Geige. Vorbei nie ' wieder wnd sie seinen Melodien lauschen, rne wieder in seine dunklen, träumerischen Kunstleraugen sehen! Das Leben ist so trocken hier." klagte Otto oft. Nirgends sieht man Wasser, ich verdurste beinahe vor Sehn sucht danach." Ja. sehr trocken ist es." bestätigte Asta. trocken, nüchtern todtenstill." Sie vermisite das fieberbaft w'lsirende Treiden der Weltstadt, i,ie sehnte sich krank nach den Alpen mit ihren grün schimmernden Matten, wenn sie über dies weite, umgeackerte Flachland blickte. Sie starb fast vor Verlangen nach Klang. Leben, Bewegung. Alles dies fehlte in diesem stagnirenden Dafein. Kurt hatte wenigstens seine Schreiberei, die ihn interessirte, Ellen ihre Arbeit im Hause, Otto seine Schule, seine Zukunftspläne und seine Wunsche. Sie hatte Nichts nickts wie die Erinnerungen an eine kurc Glanzzeit und an ihre kläglich geschelterten Hoffnungen. Manchmal packte sie eine solche Verzweiflung, daß sie mitten im ruhigen Gesprach mit Ellen aufsprang, alles hinwarf und hinausstürzte. ' Aber was half das, sie mußte ja doch wieder zuruck in das kleine Haus, das so eng war und doch groß genug, um so viel Leid. Bitteit "nd 6mm zu fallen. 11. a p 1 1 c i. ines Tages bekam Asta einen glückstrahlenden Brief von Marka. Jede Zeile athmete Zu friedenheit und Harmonie. Sie mußte sich auf irgend eine Welse Astas Adresse verschafft haben und lud sie nun herzlich e:n, sie bald zu besuchen. Flau lein Nies habe auch ihr Kommen versprachen und wolle sich in dem kleinen, traulichen Heim in Marburg einmal gründlich von der Schreiberei" aus ruhen. Hansel bestellte zum Schluß einen schönen Gruß und Professor Neen herzliche Empfehlungen. Viel stand nicht in dem Brief. Das Glück hat keine Worte. Von dem ruhigen Lauf still friedlicher Tage laßt sich wenig berichten. Asta hatte den Brief mit heftigem Herzklopfen erbrochen. Sie fürchtete und hoffte zugleich, etwas von Mengersky zu erfahren, aber Marka erwahnte ferner mit keiner Silbe. Enttäuscht und doch erleichtert be antwortete Asta den Brief sofort. Die freundliche Einladung anzunehmen, konnte ne sich 'nicht entschließen. . Mar kas Anblick erinnerte sie zu lebhaft an die Vergangenheit noch konnte sie ihn nicht ertragen, auch noch keine Musik hören, und Marka schrieb ja: Mein Leben ist ganz Musik. Der Flügel singt seine alten Weisen, und meine Seele lauter Jubelhymnen. Hansel würdest Du kaum wiedererkennen, er ist den ganzen Tag im Freien und keck und lustig wie ein Bub sein muß. Reen meint, ich verwöhne ihn zu sehr. Kann man aber durch Liebe schaden? Ich glaube nicht, sonst müßte ich vor allen Dingen meinen Mann ganz , verderben." Nein, in dies sonnige Glück durfte noch kein Schatten fallen. Ein trauriges Gesicht konnte einer Mißklang in die Harmonie, bringen. ' Marum noch

andtte mit ' ihrem verfehlten Leben schmerzlich' berühren? Hier, wo alle, traurig' oder verstimmt waren, fügte sich

ihre niederg:druck!e Stimmung paljenv in diesen Akkord der Dissonanzen, mit ein. Ellen that Astas .aedrücktes Wesen zwar leid, aber anderseits förderte es ihre Pläne. Sie hoffte immer noch, Asta mit Normann zu verheirathen. und schrieb dem zungen Offizier im Gekeimen bäufia. Er war jetzt auf einer Station angelangt, wo ihn Briefe wieder erreichten. Sie schilderte iym Astas vereitelte Soffnunaen und schob das völlige Schweigen des jirngcn Mädchcns aus ihre traurige Gemuthsstimmung. Es sei ihr zu peinlich, von der mit so aronen Erwartungen begönnenen Künstlerzeit zu sprechen, Normann möge ihr dos nicht verdenken, liever gar nicht an Asta schreiben, sondern sie nach der Rückkehr mit seinem Besuch überraschen. Es wurde sich dann alles qanz von selbst ihren Wünschen nach entwickeln. Normann besolde den Rath. Er tbeilte Ellen mit. dan Anfana März das Schiff in Wilbelmsbaven einlaufen würde. Dorthin sei er zu der daselbst stationnten Acarinedivision kommandirt. So bald als möglich würde-er einen kurzen Urlaub nehmen und zu ihnen kommen. Sie möge Asta aus seinen Besuch vorbereiten. Ellen nna icfet vornÄma an. von William zu sprechen. Zuerst ging Asta me daraus ern. sondern beantwortete alle an sie gerichteten Fragen sehr einsilbig Die gräßliche Langeweile, der lleoerorug an ihrem yrer 10 zwecliojen Leoen waren aoer uens veste erbündete. Sie merkte wobl. wie sehr Asta sich duvor graute, noch einen solchen endlos langen, trübseligen Winter bier verbrinaen m sollen. Das junge Mädchen erwog oft Pläne, fortzukommen, Geld zu verdienen, stcy seloststandig zu machen. Was meinst Du. Ellen, ob ich ein? Zeitungsannonce einrücken lasse, ick mochte eine Stelle m England, um Enaliscb m lernen, als Geaenleistun? wolle ich deutschen Unterricht ertheil len? fragte sie, nachdem sie sorgsam alle Zeitungen nach Stellenangeboten durchforscht hatte. Ich dächte, von Deinen selbststandig?n Unternehmungen könntest Du genug haben," entgegnete Ellen ausweichend. Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute so nahe liegt!" , Wo denn? Ich sehe nichts Gutes, weder in der Nähe noch in der Ferne Mach die Augen auf und verkleb stt Dir nicht muthwillig gegen Dein eigenes Testes." Ich weiß nicht, was Du damit sagen willst. Ellen. Du sprichst in Nät5s,ln Ich bin keine Sphinx mein? Worte sind sehr deutlich. William Normann kommt im nächsten Monat zurück. Er wird uns hier aufsuchen Dann reise ich vorher ab." Weshalb denn?" . Das kannst Du Dir doch denken. Wie peinlich wäre das Wiedersehen für uns Beide!" Es braucht nicht deinlich zu sei?.. wenn Du vernünftig bist. Er weiß nichts von den Partenkirchner Vorganaen. bält sich noch für aebunden und Dich nur fr- ein bischen niedergedrückt infolge Deines Fiaskos." So hast Du's ihm dargestellt, Ellen?" . . 0 fy. Das hättest Du mir ersparen kön? nen. Was denn?" Die peinliche Auseinandersetzung, die mir jetzt bevorsteht." Es steht gar keine bevor. Er wird auf baldige Hochzeit dringen, und Du wirst einwilligen basta." Wie kannst Du so grausam sein! Du weißt doch den Grund, weshalb ich William .nicht heirathen kann." Gar nichts weiß ich, als daß Du eine kleine Närrin bist, die man zu ihrem Glück zwingen muß Hör einmal zu, mein gu5es Kind. Du hast Dich mit Normann verlobt. Thatest Tu das, ohne die Absicht zu haben, ihn auch zu heirathen?" Eigentlich ja," gab Asta etwas kleinlaut zu. Nun, Dein eigenes Gewissen wird' Dir wohl sagen, wie man das nennt." Ellen, ich verdien? diese Vorwürfe nicht völlig. William ist selbst mit schuld. Er meinte, nur als mein Bräutigam in meinem Interesse handeln, das heißt. Dich zum Vorstrecken des Geldes bewegen zu können." Hm und Du wolltest ihn nur heirathen, wenn Du keine Erfolge hättest?" Ja. Aber daran habe ich eben nie geglaubt, daß daZ sein könnte, hielt ich für ausgeschlosin." Der Fall ist aber trotzdem eingeheten. Du mußt also Dein Wort Halten, sonst handelst Du Pflicht-, beinahe ehrlos, Asta." Ich konnte doch nicht wisscn, daß ich-" Daß Du Jemand kennen lernen würdest, der . Dir besser gefiel? Das kann immer Passiren, darum bricht man i?sch kein Versprechen." William wird mich freigeben, wenn ich ihn darum bitte." Du darfst .ihn aber nicht darum bitten. Deine Halsstarrigkeit zwingt mich, ein Nonnan gegebenes Wort nicht zu halten." , Asta wurde blaß. Bitte, sag schnell, was . ich wissen muß. Ich sehe es Dir an, es wird etwas für mich Peinliches sein."

Wahrscheinlich, denn Du nimmst.

ebenso wie Kurt, alles mit exaltirten Gefühlen, nie mit rubiaer Vernunft auf. Hast Du wirklich g?glaubt, Asta, ich hatte Dn vaö Geld, um Musik zu studiren. von meinem kleinen Kavital vorgestreckt, hätt: mein Kind beraubt, um ine unvernünftigen Wunsche zu erfüllen? Nein, liebes Attacken, dazu war mir die Geschichte denn doch zu unsicher. Wer gab es denn? Etwa William?" Richtig gerathen. Tcr und kein anderer. Ich mußte, freilich versprechen, Dir nichts davon zu sagen, Du solltest Dich nicht dadurch gebunden fühlen." ' Astas Lippen zitterten. Wie konntest Du das thun, Ellen?" Bitte, mach mir keine Vorwürfe," wies Ellen sie kurz ab. Ich rechnete so: Scheiterten Deine Hoffnungen, so mußtest Du Normann heirathen. Damit war die Geldsrage erledigt. Hattest Du wirklich Erfolg, dann konntest Du ihm später das geliehene Geld zurückerstatten. Darauf war ich allerdings nicht gefaßt, daß Du keinen oder einen rasch wieder aufgegebenen Erfolg haben und doch William nicht heirathen würdest. Auf solche Wortbrüchigkeit konnte ich nicht rechnen. Du, bist gänzlich vcrschroben und überspannt." Ellen, das nennst Du verschroben, wenn ich William nicht heirathen will? Ich habe Dir doch alles erzählt." Du fcast mir gesagt, daß Mengersky Dir Vorschläge gemacht hat, die man in unseren Kreisen für gewöhnlich nicht stellt. Das kommt von dem Zigeunerleben. Tanke Gott, daß Du heraus bist und eine gute Partie machen kannst." Du hast li:s Liebe geheirathet, Ellen, und redest jetzt so herzlos!" Der Erfolg meiner Libesheirath ist freilich glänzend! Ich kann Dir nur dringend rathen, aus Vernunft, mcht aus Liebe zu heirathen wie ich. Du siehst an uns. wohin das führt." Weil Ihr in allem verschieden denkt." Wir hatten früher scheinbar die gleichen Ansichten und Neigungen. Mcn weiß aber nie vorher, nach welcher Richtung hin d:r andere sich entwickeln wird. Was begreift man denn von seinem Nächsten? Nichts als seine Grenzen, womit er stch an uns gleichsam einzeichnet und eindrückt. Wir verstehen nichts von ihm als die Veränderungen an uns. deren Ursache er ist." ' ' Das klingt nicht sehr verlockend, besonders da bei William und mir von vornherein jede Harmonie fehlen würde. Dazu das spätere Auseinanderwachsen, von dem Du sprichst." Ihr habt Geld! Ueber der leeren Krippe rausen sich die Gäule. Wären Kurt und ich nicht in. diesen beschränkten Verhältnißen, würde dieser Riß nie zwischen uns entstanden sein. Asta, Du kannst unser Leben etwas erträglicher aesialten." . . Wodurch?" Durch Deine Heirath. Du findest mich vielleicht roh und hart, daß ich .s ausspreche, aber ich muß es sagen: bei so beschränkten Mitteln wie den unseren fällt die Anwesenheit einer Person mehr im Hause schon in's Gewicht." Ich wollte ja eine Stelle , suchen." antwortete Asta fast unhörbar. Sie fühlte sich durch Ellens Wor!e so Peinlich berührt und gekränkt, daß sie am liebsten sofort aus dem Hause gelaufen wäre. Du bist zu jung und hübsch um allein in der Welt' fortzukommen. Du würdest überall schlimme Erfahrungen machen und Dich bald so Unglücklich fühlen, daß Du wahrscheinlich die erste beste Partie, die sich Dir bietet, anähmst. Warum. dem allem nicht vorbeugen? Dies sind ja nur Mädchenlaunen. In einem Jahr bist Du die glücklichste Frau von der Welt und mir dankbar, daß ich Dir zuredete." Zureden! Ellen, Du zwingst mich in diese Hcirath hinein!" Zu Deinem eigenen Besten." Vielleicht vielleicht auch nicht." In die Zukunft kann ich nicht sehen. Ich rathe Dir aber nach bestem Wissen und Gewissen." Ich bin wie eingefangen. Ihr habt mir keinen Ausweg gelassen. Wie soll ich William jemals- das Geld zurückzahlen?. Gekauft hat er mich, wie man eine Sklavin kauft." , Wiederhole solchen Unsinn nicht in Normanns Gegenwart, Asta, sonst zwingst Du ihn, Dich freizugeben. Er hat es nur gut mit Dir gemeint." Mit sich. Er wollte feinen Willen um jeden Preis durchsetzen." Asta, sei nicht albern. Wenn Du Dich in solche Verbitterung hineinredest, wird William nicht viel Freude an Dir haben." Seine Sache. Wenn er mich mit solchen Mitteln an sich reißt, muß er mich nehmen wie ich nun einmal bin." Eine undankbare Person bist Du, die ihn gar nicht verdient. Jedenfalls darfst Du ihm nichts von Mengersky sagen." Nein, das ist auch gar nicht nöthig. Wenn ich mich freiwillig mit ihm verlobt hätte, wäre es meine Pflicht, ihm alles zu sagen, aber da Ihr mich moralisch' zwingt, er mich gewissermaßen kauft, kann er sich nicht beklagen, wenn er bei dem Handel betrogen wird." Ellens nie besonders große Geduld war erschöpft. Du bist ein unartiges Kind," sagte sie hestig, gar nicht werth, daß man sicb so viel Mühe mit Dir gibt! Künstlerin werden kannst Du nicht, heirathen willst Du nicht, hier

leben magst Du auch nicht! Ich kann Dir kein besseres Heim bieten, und Deine Schulden werde ich auch nicht bezahlen. Koffer voller Toiletten und unbezahlte Schneiderrechnungen das sind die einzigen N?sultate Deiner hochfliegenden Pläne." Asta wurde bald blaß, bald roth. Sei ruhig, Ellcn.ich verlange nichts mehr von Dir." sagte sie nach einer Meile mit zitternder Stimme, weder jetzt noch später. Sei unbesorgt. Kurt mag ich nicht auch noch mit meinen Sorgen zur Last fallen; der hülfe mir gewiß, aber er ist schon unglücklich genug. Ich werde also William heirathen, wenn c? mich noch, haben will. Wenigstens Du bist dann zufrieden und Ihr seid mich los." Mach, was Du willst, ich kümmere mich nicht mehr um Deine Angelegenheiten!" antwortete Ellen gereizt. Sie sprach nicht mehr über die Sache. Asta merkte, daß sie ihr ihre Worte nicht vergeben konnte. Das "Leben wurde immer unerträglicher, als zum Ucberfluß auch noch Otto erkrankte. Der Arzt nannte es Influenza, die ohne Fieber, aber darum um so langwieriger auftrat. Der Junge war kaum wiederzuerkennen, matt, blaß und übellaunig saß oder lag er in seiner Mutter Zimmer herum. Ellen aß fast nur noch trockenes Brot,, um Ottos Appetit mit Delikatessen anregen zu können, v Sie behauptete. er würde sich hier nie erholen, die Lust sei ungesund, er müsse Veränderung. anregenden Verkehr haben. Sie würde hier auch noch ihr einziges Kind dahinsiechen sehen, ohne ihm helfen zu können, seine ganze Krankheit sei Sehnsucht nach dem Meere. Kurt schwieg meist zu solchen Aeußerungen, die stets im Ton der Anklage an ihn gerichtet wurden. Er versuchte, sich mit Otto zu beschäftigen, las ihm vor, spielte mit ihm Schach. Aber den Jungen langweilten die Bücher, die der Vater wählte, er verlangte von Seereisen, von der Marine zu hören gerade die Dinge, von denen Hollen ihn abbringen wollte. (Fortsetzung folgt.)

Höye 2 att als Firmenschilder bilden eine Eigenthümlichkeit der Stadt Mukden. Die Schilder erheben sich vor den Geschäftshäufern wie riesige Totcmpfosten und sind häufig -Mr und über mit Schnitzereien bedeckt, welche di? Familiengeschichte des Ländlers eräblen. P f e r d e f u t t e r. Das Schroten oder Quetschen des Hafers als Pferdefutter ist vielfach eingeführt, kann jedoch bei Thieren im normalen Zustande, mit guten Zähnen, kräftigem Bau und guter Verdauung nicht gut geheißen werden. Das Korn wird auf diese Weise keineswegs höher ausgenützt und wirkt im Gegentheil, da es das Kauen und Einspeicheln entbehrlich macht, eher schädlich als nützlich. Die Wasseraufnahme ist bei einer derartigen Fütterung eine gesteigerte, weshalb die Pferde zwar beleibter werden, aber dabei an Muskelkraft verlieren. Bei einer solchen Fütterung verweichlichen die Thiere sehr leicht, schwitzen und ermüden eher. Für alte Pferde, welche ein schlechtes Gebiß und eine schlechte Verdauung haben, mag das Schroten des Hafers berechtigt sein, ja das Quetschen wird unter diesen Umständen sogar nothwendig. Dns modjldjim. In einem Badeorte der Südschweiz sitzt der Berliner Kommerzienrath Goldfein an der Table d'hote und hat das Malheur, ein Hammelknöchelchen zu verschlucken. Das bleibt ihm in der Kehle ste-cken, er glaubt, ersticken zu müssen, wird schon ganz blau im Gesicht, kurzum Matthäi am letzten. Zufällig ist ein deutscher Arzt in der Nähe, der zu Hilfe eilt, dem reichen Schlucker den Kopf nach hinten überbeugt und mit einer Pincette das verwünschte Knöchelchen glücklich herauszieht. Am nächsten Tage kommt der Kommerzienrath zu jenem Doktor in's Hotel: Sie waren gesteni so freundlich, mir einen kleinen Liebesdienst zu erweisen. Sie werden mir gestatten, dafür etwas zu entrichten. Bitte, wollen Sie mir sagen, wie viel Sie mir für die kleine Operation berechnen?" Herr Kommerzienrath," sagt der Arzt, bezahlen Sie mir die Hälfte von der Summe, die Sie gegeben hätten, als das Knöchelchen noch drin saß!" Sei cvjlev Srtzuff. &J "5rsM 1 YJk- 7 2V v. . - ,'.c;4-. y -"'tf S'- -OXlW&r, V . i Ich war's nicht, 'lieber Herr; mein Sohn war's... Sie müssen ihn schon entschuldigen, 's ist sein erster Schuß!" A.ltorsZÄ)ä!znrz. Auf meiner Ferienreise sah ich in der Auvergne eine Frau, die 110 Jahre alt war." .Nicht möglich! Und wie sah sie denn aus?" Ich sage Ihnen, die hatte sich so gut konservirt, daß sie nicht älter aussah als eine Hundert-fünfjährige."

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Washington Et, 51 K. 10 Svritzenhau Jllinoi u Merrill U JllwoiZuLouisiana k West und South 54WestundMcCartY Senati Lde. u Henry VI Meridian und Ray No. 4 Spritzenhaus MadisonZlv.nMorri 9 Madison Lv.u Dunlop U No Haken Leiterhaul South nahe Telavari UPm.urllI Dslavare n. Mr2artv nrflundreatty 5Ne Jersey .errA 7 Birg. Zw. radsha ' 68 Last und Prvspect 9 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huroa rt Taft und Seorgia 7 kedar und Elm 74 Davidson u Seorgia n English Av.u Pine 70 ShelSy und Batet 8 No. 3 Spritzenhaus Prosvect nahe ShelbZ N Fletcher Av. u Sbelby öl Market u. 3fch Zersey 52 Deiaware und Wast. U East u WasHwgton 34 New Fork u. Davids SK TauisKmmm Änstaä ?S er. Staaten Arsenal 37 Orient! und Waff. 99 Fraucn-Reformat. 1 No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 42 Meridian u. Seoraia. 93 Meridian und South H Pennsyü u. Louisiana 35 Birgini Ave u. Alad. SS Harptquartier. 97 Grand Hotel. SS Capital Ave und Dhl 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. .21 Alabama und 18. .5 Central Av und li. ,2 Aandek und 15. 127 Broorjide und Juptt 128 Central Zlve und 17. ;29 Deiaware und 19. 31 Alabama und 11. Bellefontawe und s. i34 College Are und 9. ;35 Delaware und 13. 13 Alabama und North '37 Net?mann und 19. 133 College Ade und 14. '.39 Co'.Aell Ave und 13. il Fand un! 19. 42 Highland Ave und l, .43 Tecumseh und 10. i45 New Jersey and 22. 46 Alvord und 17. 47 No. 9 Spritzenhaus Hikfide Ave und 16. 48 College Ave und 2,. .49 College Av und 7. .u2 Park Ave und 22. .55 L C u. 33 Bahn ti. 22. '54 Ramsey Ad und 10. i56 Stoughton u Ne5!LN .67 Atlas und Pike. i58 Blohd und Patopa. 9 No. 21 Spritzenhaus , Lrightwood Arden und Depot 'AI Brightwood und 25. 4 Rural und Bloyd .65 St. Clair u. Achstone t67 Arsenal Ave un 23. .68 ellefontaine und fta. 19 er taö i 211 Capital U5t und 313 PcnnshK. . ichwa, 214 Jl'inot und 20. 215 Senate Av und . 216 Pcnnsvlvan und i 17 MenLia und lfc 414 Ca?i;al Av und 6 219 Broadway und 10. iZl JUinois und Siurea 234 o. 14 Spritzenhaus Äenwood und 30. 135 JllinsiS und 33. tt& Annetta und 8C 23? No. 9 Spnzenhau Udkll und Raer 13 llbcil Ladder SorN 239 Isavel und 27. 241 Meridian und 14, 242 JllinoiS u St, ff 243 EUridge und 23. tlt West uud Walnut 313 West und 12. 914 Howard und 16. 315 Torbet und Paea 316 Capital Ave und ft. 317 Nerthwcftern Vv U 318 lZekt nd 18. 319 Canal und 10 3 Cerealine LZorkS 24 Vermont und Lyn 325 BiSmarLu Grandvi: 26 No. 20 Spritzenhaus Haushville. 327 Michigan u. HoimeS, 823 Wichigan u. Concor 41 West und WkJnrvr 412 Mifsouri u. Varhlam 413 Missouri und fZhio 415 Capital Ave seorgia 41 Missouri u KcnwSy A. 417 Senate Av u Wash. 421 P und S sbmdaul 3. 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Station, Cdica,. ftnd S nur 5 Minuten mittelst elektrischer arnaq den Union Liehlzöfea rre2lZ Lick Springs, ,j Indem Orange Countv Hochland. ffamilik-H?tkI unter neuer GesSästkleituna. Pluto. Proserpwe ,nd Bowle4 Quellen. Bestes VineraiwaSer der elt. Zwei Züge täalia) via Srecastle. Ticket-Ofsicea : Union Etation, asiachusetti N, und S5 West Washington Strafze. R. P.Alge,, Distrikt Tss. Agent, JndianapoUZ, .d. . H. MeDoel. . H. o ck e il. Präs. und Gen. Mgr. eerrirdiletter Frank I. eed. Sen.Pz?. Agent, llbicaa. IN.

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