Indiana Tribüne, Volume 28, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1904 — Page 7
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4-4 4S 'i' j,f 4 v f" u ..?. AÄ i4 ff H v (Fortsetzung Gr besann sich auf eine Einlenkung. Sie that ihm leid in ihrer bitteren Enttäuschung. Aber ehe er sich noch besinneu tonnte, wandte sie sich ohne Laut, ohne Gruß zur Seite und ging rasch dem Hause zu. Er wollte ihr erst nachgehen, aber dann besann er sich anders. Es war vielleicht fcejer, sie beruhigte sich in der Stille. Wenn er nach einem längeren Spaziergang zu ihr kam, noch einmal ruhig, liebevoll bittend mit ihr sprach, würde sie sich doch noch seinem Wunsch f, ii tr VCl. Als er aber am Nachmittag nach einem anstrengenden Marsch zu Hause anlangte, stand nur Frau Huber vor der Thür. Also-Si: komm'n doch wenigstens noch. Herr Mengers ky! I hab' schon denkt, Sie wären mir auch ausg'ruckt?" Ich? Wikso denn?" fta, das Fräul'n Asta hat doch gleich nach'n-. Frühstück wie toll ihr Sach' ein'packt, Geld hingeworfen und fort!" jftach München wohl?" Mengersly hiß sich auf die Lippen vor Aerger.. Dieser Trotzkopf! Nun mußte er ihr in der Hitze nachfahren und sie zurückbrinaen. t . , Na, nit nach München, direkt zu Haus zum Bruder. Sie käm' nie wieder. hat sie gesagt, und singen that sie auch nit mehr. Dabei hat sie ausg'sckiaut wie unsere Muttergottes mit den sieben Schmerzen. Allcweil denk' i, man hat die Eäsi' noch a Weil' da fliegen s' schon wieder auseinander. Was woll'n denn der Her? Mengersky zum Essen bab'n? Ein Vrathänderl is sck'nell g'richt't." 'Nichts. Ich fahre mit dem Abendzug nach München. Was soll ich hier nrnr," animorttte MngerSky unwirjoy. Er warf die Thür in'5 Schloß. Diese Närrin!" Seine Lippen waren ganz weiß vor Schmerz und Zorn. Hab' i's nit g'sagt? Nun geht der auch!" brummte Frau Huber übellau-nig.-Ist halt a verdrehte G'schicht' mit dem Künstlervolk. A Schraub' is ihna alleweil a bissel locker im Köpfl." 10. Kapitel. ine Droschke fuhr langsam die Chaussee herab. Frau Ellen sah zum Fenster hinaus mit der zwecklosen Neugier, die das enge Leben einer Kleinstadt so leicht mit sich bringt. Das klapprige Gefährt hielt richtig vor ihrem Hause. Der Kutsche? stieg ab und hob den klonen Koffer vom Bock. Das hochgeschlagene Verdeck hinderte Ellen, in den Wagen hineinzusehen. Erst als Asta ausstieg und den Kutscher bezahlte, erkannte sie ihre Schwägerin. Sie ging ihr schnell entgegen. Asta. welche Ueberraschung! Wir haben so lange nichts von Dir gehört. Täglich erwarteten wir einen Brief, und nun kommst Du selbst!" Ja. Kann ich bei Euch bleiben? Für's ?rste wenigstens?" Ellen sah erstaunt in Astas Gesicht. Das junge Mädchen war sehr blaß, mit, tiefen bläulichen Schatten unter den' Augen. Natürlich kannst Du das! Du mußt nur fürliebnehmen. Wie wird es der verwöhnten, gefeierten Künstlerin in unserer Hütte gefallen?" Bitte, rede nicht so! Ich mag das nicht hören. Versprich mir, daß Du das nie wieder sagen willst!" bat Asta erregt. Gut, gut." beschwichtigte Ellen. Sie ging Asta voran denn zwei Personen nebeneinander hätten sich in dem schmalen Korridor unfehlbar zerquetscht die Treppe zu dem Dachkämmerchen hinauf. Asta. sah sich verwundert um. Die schrägen, weißetünchtcn Wände ohne jeden Schmuck, die puritanisch einfache Einrichtung: Bett, Stuhl, Schrank und Waschjisch war unverändert. Und doch fehlte etwas. Was ist nur mit der Stube passirt? Sie kommt mir so groß vor." Ellen lachte. Gewachsen ist sie leider nicht in Deiner Abwesenheit. Ich habe aber den Flügel hinausgeschafft. Er beengte unnütz den Raum. Auch sagte man mir, das Instrument litte in dem kalten Raume, und ich konnte doch unmöglich des Flügels wegen die unbewohnte Kammer heizen." Natürlich nicht. Wo ist mein Flügel denn hingekommen?" Zu einem Herrn Menzel. Der h5t ihn gemiethet. Natürlich kannst Du n jeden Tag zurückbekommen, wenn lu länger hie? bleiben und üben ;llst." zNein, laß ihn ruhig dort. Ich singe ..cht mehr." Asta nahm ihren Hut ab. letzte sich auf den harten Rohrstuhl am Fenster und sah' mit hoffnungslosen Augen vor sich hin. Du singst nicht mehr? Was soll denn das heißen?" fragte Ellen verwundert. Asta schwieg. .Sie schien die Antwort nicht hervorbringen zu können. Jst. Kurt zu Hause?" fragte sie nach einer Pause.,
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n tt H R onr a von Henriette v. Meerheimö U U VT 55 t A XX VT Nein. Er ist spazieren gegangen. Er läuft 'oft stundenlang herum, um müde zu werden. Auch eine Besch'ästigung!" Ich kann ihm das nachfühlen. Wenn man wenigstens Nachts schlafen kann, das ist schon Erlösung." Na, dann könnt Ihr ja zusammen laufen. Das paßt ausgezeichnet. Ich meinerseits werde vom Arbeiten müde." Ich itf Dir helfen, Ellen," sagte Asta sanft. Das wird viel werden. Du kleines, unpraktisches Genie!" Genie ich? Ich bin kein Genie, nicht einmal ein Talent. Höchstens ein ,kteines Salontalentchen Eine anmaßende Dilettantin bin ich. die. weil sie hübsch ist, eine Zeitlang in Berlin Mode war durch Reklame, schöne Toiletten und gute Freunde!" Eine große Bitterkeit klang durch diese Worte. Ellen, die schon zur Thür hinaustjehen wollte, wandte sich wied:r um. Was hat's denn gegeben. Kind? Ein mißglücktes Konzert? Eine schlechte Kritik? Das kommt schon einmal vor. Das nächste Mal hast Du mehr Glück, und alles ist wieder gut." Ich gebe nie wieder ein Konzert." Du bist gerade wie Kurt sofort die Flinte in's Korn geworfen, wenn mal ein -Hinderniß kommt." Wie Kurt! Ja ebenso wie Kurt ist es mir gegangen. Der hat auch Schiffbruch gelitten in seiner Lausbahn. Mit meiner ist es auch aus, Ellen, aan aus und vorbei!" So plötzlich? Wie ist denn das zugegangen? Bist Du stecken geblieben? Hast Du falsch gesungen? Was in aller Welt ist denn eigentlich passirt?" Nicht viel. Ich habe nur eing hen, daß ich keine Künstlerin bin, es ch niemals werden kann." Wodurch hast Du das eingesehen?" Asta zögerte. Es ist mir gesagt worden." Von wem denn?" Von Marka Paulsen und Mengersky." Von Deinen beiden Freunden, b?? alles tbaten, iif.t Dich bekannt zu ma-' chcn?" Ja, gerade von denen. Darum ist ein eV"'f,m hnnfts nu2rtsrf soTTprr " Vielleicht ist die Pauljen newljcy, weil Du jünger und hübscher bist?" Asta lächelte wehmüthig. Ein schlechter Trost. Ellen, Marka gibt ihr Künstlerleben auf. Sie heirathet ihre Jugendliebe, den Professor Reen. .Sie war ja auch nicht die einzige, die mir oas fagte." Herr Mengersky stellte doch Dein Talent so hoch?" Das glaubte ich. Es war aber eine Täuschung. Er hat mich nur benutzen wollen als Folie für sein eigenes Spiel." Das ist Unsinn, Asta." Nein, es ist Wahrheit. So glaub mir doch! Denkst Du, es macht mir Freude, mich selbst in den Staub zu treten? Als ob das nicht weh thäte!" Mengerskys Meinung ist nicht unbedingt maßgebend. Man hat Dir doch Deinen Briefen und Kritiken nach kolossal applaudirt." Weil man mich jung, hübsch, elegant, mein Stimmchen ganz ansprechend fand." . Dann wird man das ja auch noch weiter so finden." Wenn ich nur meines Aeußeren wegen gefalle, dann kann ich ja lieber in irgend einem Varietetheater auftreten!" Du kannst noch länger studiren." 'Wovon? Das Geld ist fort." Alles r ' Wenn ich meine Berliner Toiletten--rechnung bezahle, reicht es noch nicht einmal." Zweitausend Mark, kann ich Dir noch geben, bann sind meine Mittel erschöpft." ' Ich weiß. Glaubst Du, ich möchte Dir neue Opfer auferlegen? Wie soll ich Dir überhaupt jemals das Geld zurückzahlen?" Das laß Deine geringste Sorge sein." Du bist sehr großmüthig, Ellen." , Nein, nur praktisch, nicht so. unverständig wie Ihr, Du .und Kurt Ihr wollt immer mit dem Kopf durch die Wand, auch wenn die Thür daneben offen steht." Möglich, Ellen, ich renne aber nicht mehr gegen die Wand. Ich bin ganz flügellahm. Wenn Du mich bei Dir unterkriechen läßt mehr verlange ich nicht mehr vom Leben." Auf diese himmelhochjauchzenden Hoffnungen mußte ein Rückschlag kommen. Das war vorauszusehen." Ja, es war vorauszusehen." wiederholte Asta tonlos. Sie legte den Kopf auf das harte Fensterbrett, ein thränenloses Schluchzen schüttelte sie. Ellen blieb neben ihr stehen. Asta, wie kam es denn, daß Mengersky. der Dich zuerst auffallend protegirte, plötzlich so ganz anders über Dein Talent dachte?" j Asta hob den Kopf. Ellen erschrak über den bitteren Leidenszug, der sich um den weichen, blassen Mund zog. Er proteairte mich nicht deshalb. weil er jemals etwas von meinem Talent hielt das Hai er wohl gleich ge-
ring geachtel aber ich gefiel ihm. Er wollte mich mit nach Amerika nehmen, wir hätten gemeinschaftlich dort Konzerte gegeben und " Und .Du wolltest mitreisen? Asta'. Welches Glück, duß daraus nichts geworden ist. Du wärst wirklich mahnsinnig genug gewesen, Deinen Ruf so auf's Spiel zu setzen?" Ja, ich war ' wahnsinnig' genug dazu. Nur hörte ich durch Marka, Mengersky hätte schon eine Frau da wollte' ich dann nicht mr mit gehen." Gott sei Lob und Dank! Asta, Du kannst nicht dankbar genug sein! Du standest ja au einem Abgrund, Kind." Asta strich, sich das Haar aus der Stirn; 'mit der anderen Hand faßte sie Ellens Finger und drückte sie krampfhaft, , Manchmal wünsche ich, ich hätte eä erst zu spät erfahren und läge jetzt in dem Abgrund ganz tief unten!" soa.te sie heiser. Ellen schüttelte den Kopf. Ueberspannt! Laß um's Himmels willen Kurt nichts davon wissen! Der ist im Stande und reist Mengersky nach, um ihn zu fordern." Ich werde gewiß nichts sagen. Glaubst Du, es macht mir Freude, darüber zu sprechen? Dir mußte ich die Wahrheit gestehen, weil Du so viel für mich geopfert hast." Wenn Du glaubst, mir Dank schuldig zu sein, Asta." fiel Ellen rasch ein. so versprich mir jetzt heilig und fest, nichts mehr ohne meinen Rath zu thun Kurt war zu störrisch, dem konnte ich nicht hekftn. 'Aber Dein Leben will ich wieder zurechtrücken, wenn Du vernünftig bist." Mir ist nicht zu helfen. Ellen." Unsinn!" Was soll ich denn aber sagen, wenn Kurt micb.fraat?" . Sag ibm nur. Du hättest emqesehen, daß Deine Stimme nicht ausreiche, um Konzertsängerin zu werden. Du wolltest den Plan aufgeben." ' Das ist ja auch die Wahrheitfreilich nicht die ganze." Den Rest behalten wir besser für uns. Asta, Du weißt nicht, was dafür Folgen haben könnte. Auch Normann darf es nicht wissen." Asta wurde dunkelroth. William? Ten geht das nichts mehr an. Du hast ihm doch geschrieben. Ellen, daß ich unsere Verlobung als gelöst betrachte?" Das habe ich nicht gethan." Ellen! Ich bat Dich doch darum." Ich wollte erst sehen, ob Du dauernd; Erfolge als Sängerin hättest. Wie gut ist es jetzt, daß ich ihm nichts schrikb." ?o muß. ich es selbtt thun." Warte doch. Vorläufig ist William für Briefe unerreichbar. Wenn er zuiückkommt, denkst .Du vielleicht ganz anders." ' Niemals." Asta, ich verlange von Dir, daß Du vorläufig nicht an William schreibst. Ich werde Dir meine Gründe später einmal sagen. Die Geschichte mit Mengersky darf er nie erfahren." Wie Du willst. Mir ist alles gleich am liebsten stürbe ich." Das bleibt einem immer noch. Du siehst aber aus wie ein Gespenst! Bist wohl Tag und Nacht gefahren?" C a. Leg Dich jetzt zu Bett. Ich bringe Dir Thee herauf und werde Kurt'alles sagen, was' nöthig ist. Morgen siehst Du .dann das Leben schon wie.der heiterer an." Ellen half Asta. beim Ausziehen. Frostschauer schüttelten den zarten Körper des jungen Mädchens. . Sie trank hastig den Thee und bat dann Ellen, sie allein zu lassen. In dem wirren Halbschlummer, in den sie verfiel, verschwammen ihre Eedanken, nur ein Gefühl der Verwunderung blieb zurück, wie ruhig die sparsame Elley über das vergeblich geopferte Geld dachte.' Ueber diesen Punkt ging sie leicht hinweg, -als ob die Angelegenheit sie kaum berühre. Das war wirklich groß gedacht und gehandelt. Asta beschloß, durch 'Nachgiebigkeit gegen Ellens Wünsche ihre Dankbarkeit zuneigen. Eine neue Kette war dies Schuldgefühl freilich. Eine Kette aber gehört zum Gefängniß und aus der Freiheit ihres künstlerischen, Lebens und Strebens kehrte sie heute in die enge, graue Alltäglichkeit zurück, die wie Gefängnihmauern sie umschloß. Heiße Thränen fielen auf ihr Kopfkissen, bis endlich ein fester, ruhiger Schlaf völliger Erschöpfung sie alle Qual vergessen ließ. Am anderen Morgen fühlte sie sich noch zu schlaff und matt, um aufzrstehen. St sah so elend aus, daß selbst Ellen ihr zuredete, liegen zu bleiben, obgleich bei ihrer wenigen Bedienung dies manche Unbequemlichkeit im Haushalt mit sich brachte. Asta verlangte aber nicht viel. Sie lag ganz still in ihren Kiffen, die Augen auf das schräge, halb offene Dachfenster gerichtet. Vom Garten her schob ein großer Nußbaum seine langen, dicht belaubten Zweige fast .bis an die Scheiben. Im Schein der , Morgensonne glänzten die Blätter grüngolden, Mittags färbten sie sich dunkler, bis die graue Dämmerung alles einspann und ein glitzernder Stern nach dem anderen zwischen dem Blattergewirr am Himmel aufleuchtete. Asta merkie nur an diesen Veränderungen, wie d' Tag verstrich. Sie Machte in diesen' einsamen Stunden die Vergangenheit durch. Die ganzen letzten Monate verlebte sie wie einen Rausch der Freude. Ein Karneval
seligster, übermüthigster Lust -lag hinter ihr jetzt kam der lange, graue Aschermittwoch 'mit seiner Ernüchterung, seiner Reue und bitieren Enttäuschung. Was lag noch vor ihr? Wohin sie ihre Gedanken wandte überall starrte ihr nur öde Trostlestgkcit entgeg:n. Noch weiter Musik fi studiren, zu singen davor graute ihr. Jeder. Ton ihrer , Stimme mußte in Thräncn der Erinnerung, der Seelenqual ersticken. Noch einmal die Laufbahn einer ,!ünst!erin anfangen, mühsam Schritt für Schritt das erobern, was ihr durch Markas und Mencerskys Hilfe mühelos in den Schooß ftel? Nein, das konnte ihr nur neue Enttäuschungen bringen! Wie sollte sie auch wciterstudiren? .Zweitausend Mark, von denen Ellen noch sprach, waren schnell verbraucht. Wie konnte sie der Schwägerin jemals das Celd ersetzen? Gelernt hai:e sie nicht mehr wie di? meisten juncen Mädchen, die die Töchterschule einer Provinzstadt besuchen, vielleicht noch etwas weniger, weil sie von klein an sich hauptsächlich für Mu.sik interessirte. Lehrerin konnte sie also nicht werken oder erst nach jahrelangem, auch wieder kostspieligem Studium. Was bleiben für, Stellungen? Kinderfräulein oder Gesellschafterin bei einer verdrießlichen alten Dame! Von 'dem Gehalt ließ sich aber auch niemals so viel erübrigen, um ihre Schulden zu bezahlen. Auch das war aussichtslos. Jeder Weg erschieß ihr abgeschnitten, jede Aussicht verbaut. Höchstens konnte sie versuchen, Ellen durch ihre Hilfe bei der Hausarbeit das Dienstmädchen zu ersparen. Sie hatte zwar noch nie ein Zimmer rein gemacht oder am. Kochherd gestanden, aber mit gutem Willen ließ sich das wohl lernen. Mit diesem löblichen Vorsatz, ihr Essen wenigstens abzuverdienen. betrat sie ziemlich spät am nächsten Morgen das Eßzimmer, das durch eine winzig kleine, einem Vogelbauer ähnelnde Veranda mit dem Garten verbunden war. Kurt stand an seinen Obstbäumen auf dem Grasplatz und sammelte die heruntergefallenen Birnen in einen Korb. Ellen putzte, am Büffet Messer und Gabeln. Asta traten Thränen ift die Augen, als sie die Geschwister bei diesen Beschäftigungen sah. Ellen, laß mich Dir helfen." bat sie. Ich komme sofort zurück, ich will nur rtst Kurt begrüßen." Unsinn, Kind, verdirb Dir Deine hübschen, weißen Hände nicht. Wenn eine von uns Finger wie eine Scheuerfrau hat, ist es gerade genug," wies Ellen sie kurz ob. Warum mußt Du denn das fein, Ellen?" Weil .ich Deines Bruders Frau bin." Die Antwort klang so scharf und spitz wie das Messer, das Ellen polirte. Asta seufzte. Sie ging die kleine Holztreppe herunter Kurt entgegen, der seinen Korb rasch hinstellte. 4 Sie vermochten Beide im ersten Augenblck nicht zu sprechen. Sie sahen sich nur stumm in die Augen. Jeder las die heißen Schmerzen des. anderen darin. Armes Schwesterchen!" Kurt streichelte mitleidig Astas blasses Geficht. , Sie drückte ihren Kopf an den braunen Aermel feiner Joppe. Die Thränen trockneten rasch auf dem rauhen Zeug. Zusammen gingen sie dann in das Eßzimmer. Ellen sah von ihrer Arbeit auf in die erregten Gesichter ihres Mannes und ihrer Schwägerin. Sie fürchtete eine zu gründliche Aussprache zwischen den Beiden. Bitte, rührt Euch nicht gegenseitig allzusehr mit Eurem trostlosen Eeschick!" bat sie spöttisch. ' Kurt Hai ganz allein sein Leben so zugerichtet. Wie man sich bettet, so liegt man. Und wenn Astas Stimme nicht ausreicht, so ist das zwar schade, aber immer noch kein Unglück." ' Von Ellen brauchst Du also keine Theilnahme zu erwarten, Asta!" Kurts Ton klang ebenso gereizt und bitter wie Ellens erzwungen herzlos. Für seelische Leiden fehlt ihr jedes Verstandniß." . ' Sage lieber für selbstgewollte, dann sprichst Du die Wahrheit!" antwortete Ellen kalt. Ich habe keine Zeit, mich mit Euren zarten, derletzten Gefühlen aufzuhalten. Wenn Ihr Mittagessen haben wollt, muß ich kochen." Sie warf die geputzten Messer klirrend in den Korb, band eine große Küchenschürze, die am Nagel hing, um und verschwand. Kurt trommelte mit den Fingern unmuthig auf der Tischplatte. Asta sah still vor sich hin. Ist denn das nöthig, daß Ellen so viel arbeitet?" fragte sie endlich schüchtern. " Er zuckte die Achseln. Weiß ich nicht. Sie verwaltet ihr Geld selbst. Vermuthlich will sie für Otto .sparen. Von meiner Pension können wir natürlich nur ärmlich leben." ' Asta errötheie schuldbewußt. Ellen wollte jedenfalls den Verlust ihres Kapitals durch größte Sparsamkeit wieder einbringe. Ach, Kurt, daran bin ich schuld!" sagte sie halb weinend. Und nun ?st doch alles umsonst gewesen." (Fortsetzung folgt.)
Neuer Federweißer, bei AugustPietsch, Ecke Wabash und Liberty Straße.
Japaner und tfussni. Kharakteristisqe Unterschiede der gegneri schen Heercsangehörigen. Ein Rcuter'scher Berichterstatter, im Hauptquartier des Generals Kuroki gibt in einem Berichte nachstehende Schilderung von japanischen und russischen Offizieren und von den charakteristischen Eigenschaften der beiden Armeen: Die große Zahl der Verluste an russischen Offizieren und insbesondere an Generälen, während kein japanischer General bis 'jetzt verletzt wurde, ist hauptsächlich der Verschiedenheit des Verhaltens der Generäle der beiden Llrmeen zuzuschreiben. Die Generäle auf japanischer Seite sind Lenker, während die Nutzen an der alten Ueberlieferung Skobelews festhalten, daß der Führer im Gefecht an die Spitze seiner Leute gehört. Von den japanischen Linien aus können wir die weißröckigen rufstschen Offiziere in auffälliger Weise vor ihren Truppen reiten sehen, während es von russischer Seite aus schwierig sein muß, die japanischen Offiziere zu 'erkennen, da ihre Uniformen denen der Leute so ähnlich sind, und da General Kuroki 'und seine Unterführer irgendwo hinter der Feuerlinie stehen und von dort aus die Schlacht durch Telegraph und Telephon leiten. Die Elektrizität hat niemals in einem Kriege eine so große Rolle gespielt, wie in diesem Feldzuge bei den Japanern. Der General Kuroki ist ein ruhiger und bescheidener Herr, mehr nach der Art Moltkes als nach der Art des theatralischen Generals, der herangaloppirt und seine Leute beschwört oder anflucht. Kurokis Art ist entschieden die im japanischen Heere überwiegende, und sein Charakter überträgt sich auch auf seine Armee. Man könnte sie' die schweigende Armee nennen. Die Russen haben ihre Regimentsmusiken, die. bei Sonnenuntergang, auf dem Marsche und während 'der Schlacht spielen, und ihre Soldaten rücken unter Trommelschlag vor. Um die Suppenkessel gelagert, singen die Russen ihr Abendlied. Bei den Japanern habe ich in diesem Feldzuge, obgleich die Infanterie Hörner hat, die im Frieden beim Marsch das Tempo angeben, niemals in der Nähe der Front den Klang eines Hörnes gehört. Die Kapelle der kaiserlichen Garde ist gelegentlich beim Hauptquartier, und die großartige Todtenfe'... bei Föngwangtschöng wurde durch Trompetensanfaren abgeschlössen. In dem täglichen Leben des Soldaten spielt aber die Musik keine Rolle. z) Das japanische Heer ist auch 'keine Armee, die den Genuß liebt. Der Laden, wo man eine Flasche Saki oder Vier kaufen kann, liegt 60. englische Meilen hinter uns. Die Offiziere bekommen kaum, die Soldaten niemals geistige Getränke. Die Restaurants mit Champagner und Wutki, die in der russischen Armee eine so große Rolle spielen, fehlen. Thee, .Fächer und Cigaretten sind der Luxus, den sich der japanische Soldat gestattet. Er vergnügt sich durch Fischen, Briesschreiben und Zeitunglesen. Erwähnenswerth sind endlich die Höflichkeit und die Ehrlichkeit des japanischen Soldaten. Die Kriegsberichterstatter, die mitten in der Armee leben und so manchen Luxus zeigen, der für sie so außerordentlich knapp gehaltenen Soldaten verführerisch sein muß, lassen ihre Sachen ruhig im Lager umherliegen, ohne für ihre Sicherheit zu fürchten. Nichts wird gestöhlen, nicht einmal Tabak oder Lebensmittel. Dasselbe könnte man nicht von andern Soldaten behaupten. Im Transvaal und in Kuba, sowie in andern Kriegen war die' Uebertragung beweglichen Eigenthums der Gelegenheit entsprechend etwas durchaus. Alltägliches. Schwarze Zahne. Seit undenklichen Zeiten ist es in Jndochina Mode, sich die Zähne mit einem Lack zu schwärzen, welche Prozedur eine wirkliche Tortur ist. Das Verfahren wird in toei Jugend ausgeführt und erfordert eine zweimalige BeHandlung, erst das Auflegen des Rothund dann den Uebergang zum endgilitgen Schwarz. Beides braucht mehrere Tage schmerzlicher Behandlungen, während der der Patient sich fast völlig der Nahrung enthalten muß. Jetzt ist man aber infolge der Berührung mit der europäischen Gesellschaft zur Einsicht gekommen, daß ein blendend weißes Gebiß in einem Frauenmunde viel hübscher wirkt als schwarze Zähne. Und nun gehört es bei dem schönen Geschlecht im fernen Osten zum guten Ton,' den Zähnen die Schwärze wieder zu nehmen. Das muß natürlich mit einem neuen Opfer erkauft werden. Die Zähne werden mit einem gläsernen Messer abgekratzt, was natürlich eine äußerst qualvolle Operation ist. Naturgas gefunden. In Argentine, Mo., ist. nach langen vergeblichen Versuchen eine, reiche Ader von Naturgas gefunden worden. Die Paulin Gas Company von Kansas City, Mo., hat die Bohrungen angestellt. Der Brunnen befindet sich ganz in der Nähe der Stadthalle und wird genug Gas für' die Beleuchtung der ganzen Sta! liefern. - 1 Der Kronprinz Jifchak von Korea ist letzthin mit einem europäischen und einem koreanischen Begleiter in München eingetroffen, um Vorlcsungen an der dortigen Universität zu hören.
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4 Gennfyiv a Start 5 Englisy' Opern-HauS dastund 52no $orf 7 Noble und Michigan 9 N.Jerjcy u.TH Avt Pine und North st Market und Pinr I Vermont nahe k aft 9ty. 8 Cprisenhau Dtajs. Lvc nsse Nod! S Deware und Salut ii 1L Jersey 11 Ccitral ?L 5 3afi und Tornell Sr sb m.d li. euafc 7 Park Av und 12 Cu Eolumba undHillsid i9 High land Ave u. Prart 1 JUinoiS und et. In 13 Pennfylv. und Pratt U Meridian unv 11. Err IS 3k. 5 Tpritzenyauö 16, nahe JllmorS ü Senate Ave u.e4Clau n JllinoiS und DZichigan 18 Pe fylvania und 14. 9 Senate Ave. und 13, II No. 1 Spritzenhau JnoÄ?enah:Mich!gan 32 Meridian und Walnut 4 California u Vermont s Blake und Nett Dort 5 Ind. Av. u. Ctot 7 City Hospital 13 Blake und Norty ! Michigan und Lgne U No. S Spritzenhaus Washington nahe WeK U Ssendorf u Wash. 43 Missouri u New York 45 Meridian u Wash JllinoiZ und Ohw 47 Capitel Av. u Wash 18 Amgan'Z Porkhaul 48 Straßenbahn EtZU 25. Washington EU No. 10 Spritzenhaus JUinoiS u Merrill U Illinois u Louisiana öl WeL und South 54 West und WcEarrh W Senate Ave, u Henry 47 Meridian und Ray No. 4 Cpritzenha! RadisonSv.nMsnU s lüadion Lv. u Dunlop No i Haken Leiter hauk South nahe 2eltoi 43 Pam.u Mern.1 13 Delavsre u. SKEartv Nafiundrarch New Jersey u. MerrtQ (7 Oirg. Äv.u BradshÄg Saft und Prospect 9 Bicking und Hiah n 3. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huroa st Cckft und Georgia 73 Cedar und Clrt 74 Davidson u rgia 75 Cnglish Av. h Pine 76 Chelby und LateS No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 19 Fletcher Av. u Shelby 31 Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 53 Sast u Washington 34 New Fork u. Davids 85 Taubstummen AnstaU es er. Staaten Arsen! Z7 Orientak und Wczsh.' 55 Frauen-Resormat. n No. 13 Spritzenhaus VarhlLnd nahe v!e?. 92 Meridian u. Morzia. 93 Meridian und South 54 Pcnnshlv u. Louisiana 6 Birgini Ave u. Alab. 55 Haptquartter. 7 rand Hotel. 98 Capital Ave und Dhi 23 No. 16 Spritzenhaus 1. und Ssh. t2t Alabama und 16. ,15 Central Av und 1L, U6 DandeS und 15. 127 Brookside und Juptta 128 Eentral Av und 17. 129 Tlware und l?. 131 Alabama und 11. 53 Bellesontawe und 5. iS( College 9b und 19. iss Delawar und 13. 136 Alabama und North '27 Newmann und 19. 133 College Llv und 14. 13 Cornell Ztt vxit 13. t41 Dandes unl) 19. 142 Highland Ave und ic, .43 iecurnsch und 10. 146 New Jersey und 22. 46 Alocrd und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hiside Ave und lt. 45 College Ave und U .19 College Ave und 27. 62 Park Ave und 22. ,bZ L S u. 82 Bah . 22. '54 Ramsey Ave und IV. .56 Stoughton u Newman L7 AtlaS und Pike. i58 Bloydmd Pawpaw. .5, No. 21 Spritzenhaus Brightwoob .62 Ärdm und Depot .63 Vrigztwood und 25. .4 Rural und Vloyd .65 Et.Clair u.cystene 67 Arsenal Av un 23. -68 ellefontaine unt & 109 Pari MRtl( 212 Capitel Are nd N. 313 Pennsylv. n. 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Launt 714 etate3Uu.ScUSH 715 Shelby und Lcher 71 State Ave un Oranx TL9 Orange und Sauxtl m 5bM u.Qaat 71 kexingtonA. AnV 711 FletchAvu.Svr 724 EtaZe Aveu. Pleasan. 7 Prospekt und leasani m Orank und $ato 73 Liberty und W, 729 9tolU und South 81 No. 16 SpritzenhmL Ost 2BaJhingUn M 815 MrZet und NcbK ?14 Ohio u. Highland At 815 Mubigan u. Highla L16 Market u Lrscnsl A 817 Ost Clair und NnwnBahn Selns. tti Pan Handle ShcZ? eu Vermont un Walot! t24 Wash. und State Z 825 Madden'SLoungeev 826 Tucka und Dorsev L27 Wash. und Seville ZU 829 No. 1 Spritzenhaus ' Banlle nah Mü?tg Ul Southea5erKVtti Woodsid. m S3C&. und Tel 614 Soutbaster nd . Arsenal Avet. 5 Sie Derkud Td i JllinotS nd Btttl tu MinciS nd Surfet 14 Penn, nd Wes; 915 Delaware nnt''V? Spezial-Signsle. erst echlZae, zweiter Alarm, Zweiten Schlüge, dritter Zllar, Drittm i Schläge, vierte Zlanx Feuer aus und Schlauch ufger4. I SchlSge, WasserdruZ ab. 1 SchlZge, 1 Nht SKitiagi Die so bezeichnete Signal werden rar 0 Thun dächter angegeben da an den betregend 5U$C9 Kreuzung kwe AlanVen anaebrcht ftnd. OicüÄM und der große Nordwest - via 5. iJüJUJÜJ Wdll MU II I- I 1 IiIIiUIU.) 1 ((
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