Indiana Tribüne, Volume 28, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1904 — Page 6
, -
Jttdiana Tribüne, 29. Oktober I?. G
...WarNM Nicht ihr HeiManziehend machen, durch den (3t SX brauch eines
, ,W M 7!? f - ' fesZj KZl UMMMG vM-- 7f MFMSM? övVM' KWM t f J-JSV' v r-- - . .V-. teifiw cvsifer J WWMM irff?'v ArJ THMT Huts ff4- s-'y ssj&ftiJ
Garland Ofen. .... und .... Range... Dieselben üuertressen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit. Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in WILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 14 West Washington Straße. Die Gerfect Gas Nange wird zum Kostenpreife verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Wiegt Euer Brod. Das Brod welches von Joseph Taggart gebacken ist, gibt Ihnen beides, Qualtiät und Gewicht. Fragen Sie Ihren Grocer dafür. Ebenso für Joseph Taggart's Butter Crackers. Ich geve Gesang-, Piano- -. . und Orgel-Unterricht m allen Pössen dieser Künste und garanttre einen Schülern volle Zufriedenheit. Fidel A. efter. x The Lester Studio, . 7 Oll North tratzi. Steuel USone 89. ii "City ." eta6lirt 1863, ntrnmt jederzeit Sngage, entS entgegen. Irgendwelche Orcheftn. Nuftk und irgend eine Anzahl von Musikern vird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. N. L. Miller, Director. Henry Spreng eil, Geschäftsführer. 301 Senruck? Aviue. Televöon ..... Neuög. GEliTRAL COLLEGE OF MUSIG, 550 Nord Meridian Str. ....3djrne jetzt eröffnet.... rgSchül sowie' auswärtige Schüler, reiche dier. im College völlige Aufnahme nlSen, können zu jeder Zeit eintreten. Eir stxene gut auscerüfteteS Institut, voll. Swöig in allen Abtheilungen de? Lernenk der Kunst der Musik und den verwandter tätigen. Katalog frei. . Edward Taylor, Direktor.
TÄCCfTS A 1 NlLlIA Rm , - BBEAD jl
Qopfenenite. Arbeit für Tausende von Männern und Frauen.
Tas fränkische Jupflaner" Eldorado. Sammelstätte lockerer BSgcl -Ter TpaltcrSaumarkt und dessen ttraktloncn-Stra, ßenpoeten. Seit der riesigen Entwicklung der Vierindustrie hat die Kultur des Hopfens fast die ganze Erde erobert. Die werthvolle Genußmittelpflanze, die dem Bier erst eigentlich Geschmack, Gehalt und Dauerhaftigkeit verlieh, gedeiht heute in Amerika so gut wie in Bayern, in Australien nicht minder wie in Böhmen. Oesterreich, Frankreich. Rußland, England, die Niederlande sind an der Produktion des Hopfens betheiligt so gut wie Deutschland. Aber wie zwischen Bier und Bier, wie männiglich weiß, ein großer Unterschied ist, so auch zwischen Hopfen und Hopfen. Und wie Germanien den Ruhmestitel für sich in Anspruch nehmen darf, den Durst mit .Hilfe des Bieres zuerst bezwungen zu haben, so darf es sich auch der Produktion des vorzüglichsten Hopfens rühmen. Und hier wieder sind es die gesegneten Hopfenparadiefe in Böhmen (Saatz). Bayern (Holledau und Franken). Württemberg und Baden, in denen die berühmten Edelgewächse kultivirt werden, die, wenn die Ernte gut gerathen, enorme Preise im Handel erzielen. Die Hopfenernte setzt alljährlich viele Tausende von Händen in Bewegung. In vielen Gegenden wird der Hopfen gleich an Ort und Stelle gepflückt. In andern, so in den fränkischen Hopfengärten, löst man die harzigbitter duftende Schlingpflanze von den Stangin und führt sie auf gehäuften Wagen in die Häuser der Ortschaften, in denen nun ein eigenartiges fröhliches Leben und Treiben anhebt. Alles, was Hände hat, muß herbei zum Hopfenzupfen oder -brocken; der Hopfenbauer wandelt auf und ab und wacht darüber, daß die würzigen Dolden fein säuberlich in die bereitstehenden Körbe gepflückt werden. Das Pflücken, bei dem die Hände allmälig 'pechschwarz werden, ist keine sonderlich anstrengende Arbeit. Darum drängen sich zu ihr meist jene Menschenkinder, die ihr Sach" auf nichts gestellt haben, Männlein und Weiblein, die Herumirrlichtern und jeder schweren, dauernden Arbeit mit Hartnäckigkeit aus dem Weg gehen. Eine der berühmtesten Sammelstätten dieser lockeren Bögel ist das fränkische Hopfendorado, das alterthümliche, zwischen anmuthige Hügel und weithin sich dehnende Hopfengärten gebettete Städtchen Spalt. Zu Hunderten strömen dort alle jene abenteuerlichen Gestalten zusammen, die nach Nam und Art" zu fragen, die Obrigkeit - manchmal ihre Gründe hat. Viele von ihnen kommen jahraus, jahrein regelmäßig wieder, und wenn sie ein paar Wochen im fröhlichen Verein gezupft haben, dann zerstieben sie wieder über Nacht wie die Spreu im Wind, hierhin und dorthin, und tauchen unter im Strom des Lebens. . Der Glanzpunkt des ganzen Zupfianus," wie die Hopfenernte dort genannt wird, ist der Spalter Saumarkt," der an einem der drei Sonntage, die gewöhnlich in die Ernte fallen, unter größter Betheiligung von eingesessenen Bewohnern der fränkischen Hopfengegenden und Zupfianern veranstaltet wird, und bei dem die Hopfenzupfer die Hauptrolle spielen. Es wird ein Fest-' zug arrangirt der unier den Klängen einer Musikkapelle und geleitet von einem Herold den Hopfenkönig und die Hopfenkönigin durch die Straßen führt. In Spalt ist in diesem Jahr sogar eine Zupfianerzeitung herausgegeben worden, die den merkwürdigen Titel Der Saumarkt, Spalter Zupfianuszeitung," trägt, und an deren Redaktion die hervorragendsten Straßengrabenpo.'ten" mitgewirkt haben. Die Zeitung verräth viel Witz und besten Humor, und sie gibt einen amüsanten Einblick in das Wesen dieses vagabundirenden Völkchens. Famos und charakteristisch ist z. B. folgendes Zwiegespräch: Gendarm: Was sind Sie?" Kunde: Hopfenzupfer." Gendarm: Das ist aber, eine lange Zeit von einem Zupfianus zum' andein." Kunde: O, ich kann schon warten." Volköschullcnrcr akö Soldaten. Den größten Prozentsatz der einjäh rig-freiwiwg dienenden Volksschullehrer stellt unter allen deutschen Bundesstaaien das Königreich Bayern. Im ersten Jahre nach Elnsutzrung der neuen Bestimmunqen dienten 94 Einiährig-Frei-willige und 37 Stoatseinjährige. in Bayern, im zweiten Jahre waren es 132 Eini'äbria-??reiwilliae und 23 Staatseinjährige, im Tienstjahr 1902 bis 1903 waren es 119' Einjährig-Frei-willige und 25 Staatseinjähriae, und im laufenden Jahre dienen 123 Ein-jährig-Freiwillig: und nur 12 Staatseinjährige. Zur Erklärung diene, daß seit mehreren fahren das Avaanasera men von den Lehrerseminarien in Deutschland zugleich die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen-Dienste in der Armee inöolmrtv .Das Gähnen wird für manche Leiden von den Aerzi:r; als kurfördernd empfohlen.' - Es werden beim Gähnen gewisse Muskeln angeregt, die sonst nie in Bewegung kommen.
Volksleben in jljalft. Mongolische Karawane. Ttrcchensünger 5.'adenbesltzer un Handel. Ueber das Volksleben, in Lhassa, der
Hauptstadt Tibets, hat der Berichterstatter der Daily Mail" seinem Blatte einen interessanten Bericht geschickt. An einem Tage traf in Lhassa eine mongolische Karawane ein. Tausende von Meilen war sie über GebirgsPfade und durch Wüsten gezogen, und die Reifenden, große Gestalten von stolzem, herausforderndem Aussehen, ließen erkennen, daß sie Lhaja für eine Großstadt hielten, denn sie waren offenbar bemüht, in ihrem Benehmen nicht allzu bäurisch zu sein. Die Gesichter der Ankömmlinge waren durch die Sonne und durch den Wind auf der langen Relse fast ziegelroth gefärbt. Der Berichterstatter sah eine der prächtigen, kräftigen Frauengestalten dieser nomadischen Mongolen, währendsie in einem Tuchladen ein Stück Tuch nach dem andern betrachtete und betastete, ehe sie sich zum Kaufe entschloß. Ihre Kleidung bestand aus einem dicken Schafsfcll. das durch einen Gürtel über den Hüften zusammengehalten wurde. Lhassa, das als die heilige Stadt der Tibetaner gilt, kann auch lustig sein. Auf den Straßen singen Straßensänger und spielten Guitarre dazu, und die Kinder tanzen. Die. Sänger lockten klelne Schaaren von Zuhörern an. Ihre Stimmen waren volltönende Bantonstlmmen, und es ist sicherlich bemerkenswerth, daß diese Sänger aus dem Hochgebirge Asiens genau so jodeln, wie die Sänger in den Alpen. Von Zeit zu Zeit ritt ein Schape durch die Menschenmenge. Er war in prächtige Seidengwänder gekleidet, und hinter ihm drängte sich sein berittenes Gefolge, das gewaltige Hüte trug. Vor den Thüren ihrer Läden stehen die Bcwohner Lhassas. Da sieht man die bleichgesichtigen Mewari, deren Vorfahren vor vielen Generationen von Nepal aus nach Lhassa kamen. Sie unterscheiden sich durch ihre Kleidung von den übrigen Bewohnern, denn sie tragen flache Mützen und rostbraune Kleider, die dunkler sind, als die der Lamas. Die Kaschmirladenbesitzer tragen Turbane und Kleider von dem hellblauen Tuch, wie es in England von den Fleischern und in China von den Kulis getragen wird. Der Handel der Stadt liegt zumeist in den Händen der Mewari und Chinesen. Fürsorgliche Landesmnttcr. ; Der Kaiserin-Wittwe in China wurde oft nachgesagt, sie sehe immer in erster Linie auf ihren persönlichen Vortheil und dann erst auf den ihres Volkes. Welche Berechtigung dieser Vortheil im Allgemeinen haben mag, bleibe dahingestellt. Jedenfalls hat die alte Dame jetzt bewiesen, daß sie auch auders zu handeln versteht. Weil die Kaiserin nämlich recht gut weiß, daß die kostbaren Geburtstag-Geschenke für sie am letzten Ende von dem Volke und keineswegs von den freundlichen Gebern, den hohen Provinzialmandarinen, bezahlt werden, hatte sie diesen Beamten die Weisung zukommen lassen, von solchen Geschenlcn abzusehen. Sie wollte damit das ohnehin schon stark belastete Volk schonen. Aber die meisten Generalgourerneure, Gouverneure und Tartareigencrale hatten sich trotz--Dem 'nicht abhalten lass', Gold und Silber, sowie Juwelen und Perlen nach Peking zu schicken. Die- KaiserinWittwe hat nun befohlen, alle diese Geschenke, die den Werth von $120,000 übersteigen, für das' neu zu schaffende kaiseiliche Heer zu verwenden. Hundebankett. Der Multi, Millionär Harry Lehr in Newport, R. I., hatte letzthin zu Ehren des Geburtstages feines Schooßhündchen-. welches den geistreichen Namen Mighiy Atom" führt, eine Hundegesclschafi veranstaltet. Sieben Einladungen für sieben vierbeinige 'Gäste wurden erlasfen, welche sich zusammen mit dem interessanten vor drei Jahren geborenen Geburtstagskind zu Tische setzten. Hinter jedem Hündchen faß deren Herrin und hinter dieser ein- aufwartende? Diener. Das Menu bestand aus Kalbsbrcrlen, Frar.lfurter Würsten, Salat. Jce-Cream u;;b Cigaretten. Nach dem Essen, .zu welchem verschiedene Gäse Toaste gebellt hatten, versammelte sich die gesammte sier- und zweibeinige Gescllschaft im Parlor, wo die Unterhab tung aber nach und nach so schleppend wurde, daß zur Belebung und Erfrischung derselben mehrere Katzen hinzugezogen wurden. erkorener Coyn yermgekehrt. Nach einer Abwesenheit von 27 Jahren,' von den:n er für fünf Jahre als. todt betrauert wurde, kehrte Geo. Mohr, der Sohn von Herrn und Frau Thomas Mohr in Kossuth, Wis., in die alte Heimath zum Besuche zurück. Mohr war im Westen und ist jetzt geschäftlich in Louisiana thätig. Äerstetgerte KönigsYacht. Die Nacht Draga," dereinst dem ermordeten serbischen Königspaare Alexander und Draga gehörig, wurde jüngst für $3988 im Lizitationswege verkauft. Das Schiff wird nach seiner Renovlrung zwlschen Gradiste und Lelobrseke verkehren. Janz egal. Habe da neulich sehr interessantes .Buch ielesen Packete, die ihn nicht erreit:n Sie meinen gewiß: Briefe, die ihn nicht erreichten. Herr Graf." Janz ejal, wußte doch, es handelt sich um so eine Bummelei von der Post."
Ludwig Bambergcr über daS Nau 6ien.
Als vor etwa 15 'Jahren der Redak. teur der Deutschen .Tabakzeitung" eine Reihe von geistig hervorragenden Männern in Deutschland aufforderte, in Urtheil über den Tabakgenuß abzugeben, richtete er diese Anfrage auch an Bamberger. Das Schreiben, worin Bamberger diesem Wunsche entsprach, ist ein kleines Kabinettsstück, wohl werth, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Das Schrelben lautet: Berlin W., den 3. November 1889. Geehrter Herr! Sie wollen wissen, wie ich zum Tabak stehe. Ich bin zwar weder ein starker noch ein passionirter, aber ein sehr überzeugter und dankbarer Raucher. Von den vielen kleinen Genüssen, mittels deren wir Sterbliche das nicht existirende große Glück ersetzen, zähle ich den der Cigarre zu den besten und werthvollen. Der alte Talleyrand sagte vom Essen: Paiiez-nioi d'iin plaisir, qui se renouvelle trois fois par jour et dure clinque fois une lieure! Wäre er ein Raucher gewesen, so hätte er diese Lobpreisung für den Tabak aufgespart. Aber er t)at nur geschnupft und auch das wahrscheinlich nur wegen der mit Diamanten besetzten Dosen, die bis auf diesen Tag zu den unersetzlichen Instrumenten der völkerbeglückenden Diplomatie gehören. Nicht jedem ist es gegeben, drei Mahlzeiten von je einer Stunde im Tage absolviren zu können, aber dreimal eine Stunde nach dem Essen rauchen, das ist auch bescheidenen Kräften mogllch; und die Cigarre nach dem I Mahl ist dessen besseres Jenseits. Mit letzterem hat das Rauchen auch gemein, daß die Vernunft nichts davon begreift, denn etwas Jrrationelleres als das Rauchen giebt es doch nicht, es sei denn das Schnupfen, welches darum für den Eingeweihten' noch höher ste-. hen mag; aber hier kann ich nicht aus eigener Erfahrung mitsprechen, selbst in diesem Punkt verläßt mich jede diplomatische Anlage. Ich rauche nicht beim Arbeiten, sondern nur bei leichter Lektüre, leichtem Gespräch oderGeträume. Wahre Genüsse wollen nicht mit anderen gehäuft sein. Die Engländer, welche die schlechtesten Feinfchmecker sind, essen alle Gerichte zugleich auf einem und demselben Teller; die Franzosen essen auch den Salat allein. Die Orientalen, die zu leben wissen, halten es so mit ihrer P seife. Eine Cigarre erhöht dn Werth schöner Stunden und hilft schwere tragen. Sie ist ein Uebergang aus der sichtbaren Welt in die unsichtbare. Da Sie an so viele Leute die Bitte um Ihre Ideen über den Tabak richten, so fragen Sie auch einmal bei einem Medium an, ob die Geister rauchen? Es sollte mich nicht wundern. Aber welche Marke! Ihr ergebener L. Bamberger. P. S. Ich halte das Rauchen für.gesundheitswidrig, wie jedes Vergnügen, und wie das ganze Leben, an dem wir schließlich sterben." Nach ein,em aufregenden Kampf mit einem riesigen Walfisch, der ein, großes Segelschiff zum Sinken brachte und um's Haar sieben wackeren Seefahrern ein nasses Grab bereitet hätte, trafen dieser Tage Kapitän Christian Madson und seine sechs Matrosen auf dem Dampfer Quernmore" in Baltimore ein, nachdem Kapitän Benjamin Jones sie eine Woche vorher auf hoher See einem sicheren Wellengrabe entrissen hatte. Kapitän Madson befehligte das dänische Segelschiff Anna of Marstal", das sich auf dem Wege von Patrix, Jceland, nach Campbelltown, New Brunswick, befand. Das Schiff war bereits 32 Tage unterwegs, als am Dienstag, den 11. Sept., der Kapitän zu seinem nicht geringen Schrecken einen riesigen Walfisch bemerkte, der direkt auf das Schiff zusteuerte. Mit seinem mächtigen Schädel fuhr das Ungeheuer um vier Uhr Nachmittags plötzlich mit solcher Wucht gegen den Vordertheil des Schiffes, daß vier Fuß von dessen Bug weggerissen wurde. Die Wucht des Anpralls war derart, daß die Matrosen auf Deck des Schiffes sämmtlich zu Boden geschleudert wurden. Der Niesenfisch' blies ungeheure Ströme Wasser aus, legte sich jedoch bald auf die Seite und da sich das Wasser um das Schiff in kurzer Zeit roth zu färben begann, wußte Kapitän Madson zu gut, daß sich das Thier selbst den Todesstoß besetzt hatte, als' er gegen das Schiff anrannte. Die Anna of Marstal" begann sich bald mit Masse: anzufüllen, doch den gemeinsamen Anstrengungen der Bemannung, die mit fast übermenschlicher Ausdauer an den Pumpen arbeitete, gelang es, das Schiff so lange über Wasser zu halten, bis es von Kapitän Jones gesichtet und der Kapitän und seine Mannschaft in Sicherheit gebracht wurde. Es war auch die höchste Zeit, denn wenige Minuten später legte sich das Schiff auf die Seite und wurde von den Wellen mit in die Tiefe gerissen. Wie aus JaneSville berichtet wird, hat Herr Guy Wheeler. Vater des Bundes - Distriktsanwalts William G. Wheeler, und Eigenthlimer einer großen Farm in Town La Prairie seinem Hunde Turk", der vor einiger Zeit verendet ist, mit einem Kostenaufwands von $150 ein Denkmal errichten lassen, ' das ; von einem Standbilde des Hundes gekrönt wird.
Ausdemrussischen Gouvernement Nowgorod wird von. einer seltsamen Erscheinung berichtet. Die Bevölkerung dieser Gegend befindet sich in begreiflicher Aufregung: das aus neuem Roggen gebackene Brot ist zum Essen völlig ungeeignet. Es hat Eigenschaften, die seinen Genuß höchst gefährlich machen. Alle, die von diesem Brot essen, gerathen in einen Zustand größter Erregung. Es stellt sich eine Art Wahnsinn ein, der mit
Schwindel beginnt; dann wird es dunkel vor den Augen, und die Glieder werden von Zuckungen ergriffen, die dem Veitstanz ähneln. Der Schwindel wird so stark, daß sich der Betroffene nicht auf den Füßen halten kann und umzusinken droht. Die Bauern behaupten, der Roggen mache trunken, und sie wissen sich diese Erscheinung um so weniger zu erklären, als sie in dieser Gegend bisher noch nicht beobachtet worden ist. Die Petersburger Zeitungen sind der Ansicht,' daß es sich um eine starke Beimischung von Mutterkorn handelt, die diese mißliche Wirkung herbeiführt. Eine rührende Geschichte von aufopfernder Elternliebe ist dieser Tage in der Nähe von Jassy (Rumänien) passirt. Der Bauer Ivan Dobosaru fuhr mit seinen beiden kleinen Kjndern von Jassy nach Podol Jloanei. Unterwegs brach auf dem schlech ten Wege der altersmorsche Wagen entzwei. Es war noch weit bis zu dem Dorfe und Niemand in der Nähe, der hätte Hilfe bringen können. s So sah sich der Bauer genöthigt, mit seinen Kindern dieNacht auf dem freien Felde zuzubringen. Es war bitter kalt, ein Nordostwind wehte mit schneidender Schärfe, und die frierenden Kleinen schmiegten sich zitternd an den Vater. Vergeblich suchte dieser ihnen mit seinem Körper Wärme zu spenden; er zog deshalb schließlich seine Oberkleider aus, hüllte damit die Kleinen ein und legte dann seine Lieblinge auf eine Böschung. Um sie aber noch weiter vor Kälte zu schützen, legte er sich über sie hinweg und verharrte in dieser unbequemen Lage. Am nächsten Morgen fanden vorüberziehende Wanderer den Bauern todt. Er war erfroren, unter ihm aber krochen seine Kinder hervor, die am Leben geblieben waren. 700.000 Gallonen Whiskey haben eine nach schottischen Begriffen entehrende Verwerthung alsBrennstoff gefunden. In Aberdeen brach nämlich in der Whiskey - Brennerei der Daluaine Talisker - Gesellschaft Feuer aus. das sich in dem Gebäude mit gewaltiger Geschwindigkeit verbreitete. Veranlassung zu dem Feuer gab das Herausfallen des Bodens aus einem der Fässer. Der ausströmende Whiskey entzündete sich an einer Lampe, und der feurige Strom hatte bald sammtliche angrenzenden Whiskeylager ' ergriffen. Aus allen Thüren und Tho ren flössen Ströme brennenden Whiskeys in die Straßen, so daß die Feuerwehr harte Arbeit hatte, eine Ausdehnung des Brandes zu verhindern. Der Anblick der brennenden Flüssigkeit war großartig. Mauern und Häuser stürzten ein. Aus einem der Maga zine wurde eine schwere eiserne Thür durch eine Explosion zwischen die Feuerwehrleute geschleudert, aber glücklicherweise ohne Jemanden zu verletzen. Die Hitze war so gewaltig, daß eine Annäherung an die Brandstätte unmöglich war. Eine Ausdehnung des Brandes wurde schließlich nicht so sehr durch' die Bemühungen der Feuerwehr, als dadurch verhindert, daß der Wind plötzlich umsprang und dieFlammen auf die bereits ausgebrannte Stätte zurücktrieb. Im Laufe dieses Sommers brachte General Pistor aus Lyon auf seinem bei Bergzabern in der südlichen Rheinpfalz gelegenen Gute Villa Pistoria einen längeren Urlaub zu. Während dessen ereignete sich, wie pfälzische Blätter berichten, folgendes Vorkommniß: . Bei einer FelddienstÜbung des 60. Jnfanterie-Regiments aus Weißenburg postirten sich zwei Flaggensignalisten in der . Nähe der Villa Pistoria, und dabei geschah es, daß die beiden Marssöhne zwei Gefreite in den Hof des Anwesens gelangten. In diesem Augenblick erschallten von den südlichen Bergeshügeln die ziehenden Töne Das Ganze halt!" Es folgte ein Ruhestündchen, und während dort drüben die Offiziere zur Kritik versammelt waren, wurden die beiden Gefreiten . von dem französischen General au'fö freund schaftlichste bewirthet. Ein Sergeant der Sechziger", der später hinzukam, erhielt die Visitenkarte des Generals. übersah aber im Uebermaß der Freude über die reichliche Vewirthung. mit wem er die Ehre hatte, sich so liebcnswürdlg zu unterhalten. Est als nach dem Signal Sammeln" die Glücklichen zum Regiment zurückgekehrt waren, nahmen sie genaue Kenntniß von dem Inhalt der Karte und waren nicht wenig erstaunt, zu ersehen, daß ein General des franzöfischen Heeres ihr Wirth gewesen war. Ro koi Angst net! Die neue Kellnerin, daS Väbele, wirft dem Herrn Oberamtsrichter, der einen Rehbraten. bestellt hat. die Bratensauce über den Rock. Der Herr Oberamtsrichter will aufbrausen, aber das Bäbele sagt schnell besonnen: No ko: Angst net, Herr Oöeramtsrlchter! Das Ding is net so gefährlich! Mr bant noch mehr Sohß (Sauce)s"
3 n l'ano
5 v
t r.
Li'-'.A.'t-?-'-,,,,, , , , .,,. . 4 . i"4
Generöse? Räuber. In Davies, S. D., erhielt Grandpa" Te ' Boer den Besuch eines Einbrechers und der alte Mann gab ihm alles was er hatte, $8. Als dann der Alte bemerkte, er habe nun nichts, um für den nächsten
Tag Leoensmittel und Thee zu lausen, war der Räuber so freundlich, ihm 50 Cents zurückzugeben. Bei dem S t a p e l l a u f des Schlachtschiffes Nebrasla" in Seattle,
Wajh., machten die mit dem Wegnehmen der Kielblöcke betrauten Arbeiter einen 'Fehler, so daß das Schiff elf Minuten vor der festgesetzten Zeit in das Wasser glitt. Ter Stapellauf ver-' lief sonst in größter Ordnung und von den Arbeitern wurde Niemand verletzt. Die Taufe wurde von Frl. Mickcy vollZogen. Japaner auf der Mar i n e a'k a d e m i e. M. Kitaoki, der . ' . 18 Jahre alte Abkömmling einer ange-'
seyenen japanischen Familie, ist m Annapolis. Md., eingetroffen, um in . die V!arinealademie einzutreten, sobald die Arrangements dafür getroffen werden können. Er wurde von dem jopa7 1 STsO J"ÄJ-l;.JCe0 Vt sv! f v V. I v.-lk.vi, vll VJ.Ui.wl' fchaft, Kommandeur I. Takafhita. be-' gleitet und wird vorläufig in Wilsons Marine-Vorbercitungsschule eintreten, um sein Englisch zu vervollkommnen. Seit Jahren ist kein japanischer Midshipman auf der Akademie gewesen. Die letzte der verknöch e r t e n S ch w e st e r n , Frau Ewing Palmer, ist in Sherbnrne, N. F., im Alter von 50 Jahren gestorben. Als Folge einer Krankheit rheumatischer Art, die' kein Arzt im Lande zu l.iriren vermochte, hat Frau Palmer 27 Jahre lang, gänzlich erblindet und mit jeder Muskel im Korper erstarr!, ' ' bewegungslos auf dem Rücken gelegen. Die Krankheit trat innerhalb weniger Tage nach der Verheiratung der Frau im Alter von 23 Jahren auf. Ihre Schwester, Stclla Ewing, die vor zwei Jahren starb, war genau in derselben Weise behaftet. Große E i s e n b a h n w e r k -st ä t t e n. Die Louisville & Nashville Eisenbahn-Gesellschaft geht damit um, in Louisville, Ky., die größten Eisenbahnwerkstätten in der Welt, vielleicht mit einer einzigen Ausnahme, zu errichten. Dieselben werden 13 Acker Landes, unter einem einzigen Dach-um-fassen und die Kosten des Ganzen werden $2.000,000 betragen. Die Maschinerie wird die allerneueste und beste sein, die zu haben ist. Die Gesellschaft will in Zukunft ihre Lokomotiven un'ö Waggons selbst bauen und repariren. Ein spezielles Departement wird .für Waggons mit Stahlwänden eingerichtet werden. Studenten st reiche. Sechshundert Studenten der Universität in Madison, Wis., hatten bei der jährlichen Keilerei oder Rush" zwischen den Füchsen oder Freshmen" und den älteren Studenten ein kaltes Vad im Mendatosee durchzumachen, und es ist ein wahres Wunder, daß nicht etliche derselben dabei ertranken. Die älteren Studenten, Sophomores," hatten ihre Flagge auf einem 400 Fuß weit im See verankerten Flosse aufgehißt und vertheidigten dieselbe 3 Stunden lang gegen- die wüthenden Angriffe der Füchse. Einer derselben erhielt eine Mrfr .(?nhfttnmh? dnrrf eirttrt orFiTrra
W V V VV .v v y mit einem Bootshaken auf den Kopf . und viele andere der Kämpfer wurden auf ähnliche Weise verletzt. Kühne Flucht. William E. ' Dunlap, ein Artillerist, der zu drei Jahren Gefängniß bei harter Arbeit auf Fort Snelling. Minn., verurtheilt worden war, weil er vor einiger Zeit im Zorn einem Offizier, Leutnant mith, einen Schlag versetzt hatte, ist in sensationeller Weise entkommen. Er war im zweiten Stock des KohlenlagerHauses an der Arbeit, als er plötzlich aus dem Fenster sprang. Er flüchtete
sich m .oer Aicytung oer clnneyayaFäll? und der Wächter Kay gab durch Abfeuern feiner Flinte den Alarm. Mehrere Sckrnsse wurden Dunlap nachgeschickt und man sah, wie er dreimal fiel. Als er das dritte Mal stürzte, eilten Kay und andere Verfolger auf die Stelle, w? man ihn fallen sah, aber der Flüchtling war bereits im Gehölz verschwunden. Rattengift als Beruhig u n g s m i t t e l. In Milwaukee, Wis., unternahm vor Kurzem d?r Farmer Arthur Nelson aus Grand Rapids, Mich., eine ausgedehnte Vierreise. Um sich von den Strapazen seiner Vierstudien zu erholen, begab er sich in eine Wirthschaft, bestellte sich einen Schoppen Bier, setzte sich in eine Ecke, goß aus einer Blechdose etwas Pulver in sein Vier und nahm dann. einen herzhaften Schluck. Der Eigenthümer des Saloons warf einen Blick auf die Blechdose und las die Aufschrift: ,,Rough on Rats. Poison." Er wurde von Schrecken erfaßt und ließ einen Polizisten herbeirufen, der Nelson mit dem Patrolwagen nach dem Hospital schaffen ließ. Dort wurde ihm das Bier und Rattengift unter heftigen Protesten ausaepumpt. Nelson verwahrte sich
entschieden dagegen, daß er das Nattengift in selbstmörderrscher Absicht zu sich genommen hätte. Er kehrte Milwaukee sofort den Rücken,, wo es einem Mann . ' nicht einmal gestattet ist, Rattengift zur. ' Beruhigung seiner Nerven zu nehmen. . ' .
