Indiana Tribüne, Volume 28, Number 56, Indianapolis, Marion County, 27 October 1904 — Page 6
Judiana Tribünc,; 27. Oktober 190.
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Europäische Nachrichten
MecKkenvurg. Schwerin. Die Ferien - Strafkammer verhandelte in derDiedstahlsfache gegen den Messerschmied Heinrich Leyndecker und seinen Genossen. Jeder der beiden Angeklagten wurde zu einer Gesammtstrafe von 10 Jahren Zuchthus, 10 Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht verurtheilt. Butzow. Der Statlonsaufseher Jhde feierte seine 25jährize Dienstzeit an der Landesstrasanstalt Dreioergen. Die Vorgesetzten und Kollegen erwiesen dem allseitig beliebten Beamten zahlreiche Aufmerksamkeiten. G u st r o w. Kartoffel - Handler Schnoffenberg kam auf seinem Rade in schnellem Tempo durch die glatt ge-, pflasterte Enge Straße und das angrenzende Trottoir hinüber und mit voller Wucht in das Schaufenster der Tuchfirma Hartje & Lembke hinein. Das ca. 6 Quadratmeter großeSchaufenster wurde in Atome zersplittert. Die Verletzungen des Verunglückten waren so schwer, daß er in's Krankenhaus geschafft werden mußte. Besonders stark hatte' der Kopf gelitten; Glassplitter waren vielfach in den Körper deS Verunglückten eingedrungen. L o h m e n bei Zehna. . Eropachter Christoph Possehl zu Gerdshagen, Klosteramts Dobbertin, feierte in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische sein vierzigjähriges Jubiläum als Kirchenjurat der hiesigen Gemeinde und als Schulze der Ortschaft GerdsHagen. M a l ch i n. In aller Stille feierte Bahnhofsvorsteher Nikolai Hierselbst sein L0jahrlges Amtsjubllaum. Durch die menge Stadtkapelle wurde dem Jubilar ein Ständchen gebracht Neufirelrtz. Sem d0iahr:geZ Bürgerjubiläum beging der Rentner und frühere Konditor Karl Rudolf Schweißmger. Der Großyerzog uen den Jubilar aus diesem Anlaß durch den Magistrat beglückwünschen. Rostock. H. Vallentine, der langjährige Jockey des Königlichen Hauptgestüts in Graditz, ist in der hiesigen Universität - Klinik feinen schweren Leiden erlegen, die die Folgen des unglücklichen 'Sturzes mit Zwickel? im kleinen Doberaner Handicap vom 26. Juli waren. Schweiz. Bern. Der Bildhauer Antonio Chiattone, der Schöpfer des im Jahre 1892 auf Korfu errichteten Denkmals für den Kronprinzen Rudolf von Oestkreich und des im Jahre 1902 in Territet errichteten Denkmals der Kaiserin Elisabeth, ist hier gestorben. Lausanne. Ein großes Schadenfeuer zerstörte einen beträchtlichen Theil des Zimmerplatzes Champod. Außer sehr bedeutenden Bauten und Werkstätten sind fertige Dachstühle, montirte eichene Treppen, fertige Balkonö in Vitch-Pine u. dergl. ein Raub der Flammen geworden. Schaffhausen. Vor den Augen der Eltern ertrunken ist im Rhein oberhalb des Paradieses ein lljähriger Junge, Ramenö Zweifel aus Glarus. Er schwamm bis in die Mitte des Stromes hinaus, wo er plötzlich, von Angst ergriffen, die Geistesgegenwart verlor. .Er versank in den Fluthen, tauchte mehrere Male wieder auf, worauf sich, sofort der junge Schaffhauser Emil Stierlin in das Wasser stürzte, um den Ertrinkenden' den Fluthen zu entreißen, was leider trotz al. ler Mühe im reißenden Strome unmöglich war. Wintert hur. Am Selbsanft stürzte ein Sohn des Obeiingenieurs Schübeler der Firma Gebrüder Sulzer, hier, ab. Mit' feinem Begleiter wollte er. da sie den Weg zum Gipfel des Selbsanft nicht fanden, die Gegend rekognosziren, er siel' dabei aber in den vorbeifließenden reißenden Bergbach, von dem er noch ein Stück weit fortgeschwemmt würde. Zäziwil (Bern). Das hiesige Dorf wurde von einer großen Feuersbrunst heimgesucht. Aus unaufgeklarter Ursache entstand in der Sägerei 5c3 Laugeschäftes Stämpfli Feuer. Bald standen die großen Holzvorräthe und alle Gebaullchkeiten des umfanareichen Complexes, sowie das große Vaugeschäft in Flammen. Es branntc der ganze Complex von 5 Firsten, darunter 3 Wohnhäuser, bis auf den Grund nieder. Ter Schaden geht in mehrere Hunderttausende. Q c st erre i ct) "gl cj am. Wien. Der 27jähriae Kellner Franz Edelhofer jagte sich aus einem Revolver eine Kugel in den Kopf und blieb aus der Stelle todt. In einem zurückgelassenen Schreiben bezeichnet der junge Mann unglückliche Liebe als die Ursache des Selbstmordes. Der 28jährige Handlungs - Correspondent Marius Vruggnaller hat sich durch elnen in die rechte Schläfengegend abgegebenen Nevolverschuß getödtet. Der junge Mann ließ einen Zettel des InHaltes zurück, daß er lehensüberdrüssig war und gerne aus der Welt scheide. Die Lederfabrikfi'rma Hasset & Hofmann im 12. Bezirk, mit einer Filiale im 2. Bezirk, hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Gesammtpassiven betragen.Hypothekarschulden inbegriffen, 650.000 Kronen. Es werden 40.000 Kronen geboten. Die gänzlich erblindete 41 Jahre alte Klavieispielerin Bertha Michalki wurde vor.rrerWohnung in der Ottakringerstraße von einem Motorwagen der städtischen
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Straßenbahnen niedergestoßen und schwer verletzt. Baden. Ein Automobil mit wer Insassen, drei Herrn; und einer Da me, fuhr auf der Fahrt von Trumau nach Wien in Möllersdorf mit voller Wucht gegen einen Barrierestock. so oatz oas .ehllel vollständig zertrum-mert-und die Insassen auf die Strane geschleudert wurden. Sie erlitten Kopf-, Riß- und Quetschwunden derschledenen Grades. Die Verunglückten sind: Tuchabfallhändler Eduard Grünbaum und Privatier Ernst Sedlmeyer aus Wien, welche schwere Verletzungen erlitten, und Frau Julie Grünbaum und Chauffeur Walter Schoderbock, die mit leichten Abschürfungen davonkamen. Funfkirchen. Der Honvedmajor Philipp Novotny stürzte bei den Uebungen in Abaliget vom Pferde und erlitt einen Beinbruch sowie innere Verletzungen. Sein Zustand ist bedenklich. G m u n d e n. Graf Franz Schmidegg. Kämmerer und Ehrenbürger von Gmunden, feierte in seinem hiesigen Villenschlößchen mit seiner Gemahlin Änna, geborenen Grasin Lcnzell zu Steman, Sternkreuzordensdame, die goldene Hochzeit. Graz.' In St. Peter am Kammersberg äscherte ein Brand die Besitzung und die Stallunqen des Bauern Johann Rohn ein. Ein drei- und ein vierjähriges Kind, welche in Abwesenheit der Eltern den Brand verursacht hatten, verbrannten. Prag. Das drei Jahre alte Tochterchen des Tischlers Martin Benda aus Zizkow, Zerotingasse, fiel in einen Topf mit siedendem Wasser, in welchem Wäsche ausgekocht wurde, und erlitt ernste Brühwunden.' Dr. Ernst Ritter v. Theumer, Oberdirektor der Böhmischen Sparkasse und ehemaliger Reichsraths- und Landtags - Abgeordneter, ist m 71. Lebensjahre gestorben. R e i ch e n b e rg. In der Hagdorser Thalsperre wurde der Leichnam einei Corporals des 74. Infanterie - Reg;ments aufgefunden. Wie sich herausstellte, handelt es sich hier um den Corporal der 6. Feldcompagnie des 74. Infanterie - Regiments Karl Jirouschek, der seit drei Tagen vermißt wurde. T r o p p a u. Nächst der Obstbaumschule scheute hier das Pferd des Grätzer Häuslers Franz Korbel vor emem Motorradfahrer. Kordel stürzte vom Wagen und erlitt schwere Verletzungen. Znaim. Der 60 Jahre alte Grundbesitzer Karl Rewral in Edmitz erhängte sich auf dem Dachboden seines Hauses. jLuxexn&ixvs. Luxemburg. Evrardt Hourscht, KommiS beim Postamt von Luxembürg - Stadt, ist in der Vorstandssitzung einstimmig zum Vureauchef der vereinigten- Bezirkskrankenkassenverwaltung ernannt worden. E s ch. In der Grube Ostberg" zu Esch a. Alz. fiel ein zentnerschweres Stück Mwette auö einer Höhe von 3 Meter dem Galeriearbeiter Kayser auf den rechten Fuß und zermalmte ihmdenselben. Petinge'n." In' der Gemeinde5athssitzung von Petingen wurde Herr Reinhard Lmden mit 10 von 11 Stimmen zum Lehrer am 3. Grade der Sektion Petingen ernannt. Ireie Städte. Hamburg. Die 71 Jahre alte Frau Sophie Holtorp wollte in ihrer Wohnung, LinvleystraßeNo. 70, euer anmachen und benutzte hierzu Petroleum. Die Flammen schlugen bei die ser Gelegenheit in das Gefäß und verursachte eine Explosion. Die alte Frau erlitt schwere Brandwunden und wurde nach dem Allgemeinen Kranken hause in St. Georg geschafft, wo sie starb. Seinen Verletzungen erlegen ist der vor kurzer Zeit auf einem Dampfer verunglückte Obersteuermann Kraeft. Die Verletzungen waren so schlimmu Natur, daß Kraeft im Hafenkrankenhause verstarb. Ertrun ken ist der unverhelrathete Kesselreim ger Heinrich Otto. Er war bei den Reparaturarbeiten der alten Schleuse in Harburg beschäftigt. In der Altmannstraße lies ein kleines Mädchen beim Steinthorplatz über den Fahrdcmm, als ein Wagen der Hamburq - Altona'er Centralbahn herangesaust kam. Die Kleine wurde von dem Wagen erfaßt, gerieth zum Entsetzen der Passanten unter den Vorderperron und wurde mitgeschleift. Als das Znnd- aus seiner entsetzlichen La ge befreit wurde, war es leider schon todt, ihm war der Kops -total zer quetscht worden. Bremen. Seine 1Q0. Oceanreise machte unlängst der gegenwartigeFuh rer des Norddeutschen Lloyddampfers Bremen" apitän Micrech. Er ist am 24. Januar 1834 geboren und hat 1869 seine seemännische Lausbahn begönnen, in der er niemals einen Unfall zu verzeichnen gehabt hat. Seit 1889 rst er Kapitän. Am 27. Januar 1898 rettete er die ganze Mannschaft des britischen Dampfers Jago", der auf hoher See m einem Orkan unterging Er erhielt für diese brave That englische und deutsche Auszeichnungen so wie ein Geschenk der Königin Victoria Lübeck. Verliehen wurde dem Kapiten deS Norddeutschen iLloyddam vfers Mtt Lee", Oberleutnant u See der Reserve Gustav Kley von hier, der Kronenorden 4. Klasse.
Die lchtcn Ehren.
Eeremsnken beim OegrSbnktz in der, Schlacht g, auener apaiC)tt Soldaten. Ein japanisches Soldatenbearäbniß bei Liaoyang schildert der Engländer F. A. McKenzie in folgender Weise: Auf einem Hügel war ein Rechleck mit hohen Fähnchen bezeichnet. Ein Denkmal aus rohem Holze, nur größer als das gewöhnliche einfache Holzkreuz auf jedem Soldatengrab, wurde am hinteren Ende aufgestellt. Der Raum davor war von einem Seil abgegrenzt, das oben an die Eckpfähle gebunden war. Daran hatte man viele Streifen aus flatterndem weißen Tuch befestigt, ein altes Mittel, böse Geister abzuchreaen. Vor dem Denkmal stand eine Art Altar; riesige künstliche Blumen umgaben ihn und viele Ovferaab?n waren rundherum aufaestellt. aicbt Bündel Lattich und Radieschen, lebendes Geflügel. Korbe chinesischer Kuchen, die in Form und Farbe Früchten und Eiern. Fischen und soqar Bierflaschen ähnelten. Das waren die Opfergaöen sur die Geifer der Todten. Troi7.petensignale ertönten, die lanaen Reiben der Soldaten standen stramm. Der Gottesdienst wurde in den SbintoFormen abgehalten, da der Shmtcismus die Nationalreligion Japans ist. Die Priester standen vor dem Obelisk, und unter vielen Verbeuqunaen saaien sie ein altes Gebet her. Dann nahm ein Priester einen belaubten Zweig eines Busches und wedelte damit über uns, um alle Unreinlichkeiten und UnVollkommenheiten aus unserem Leben gleichsam fortzufegen. Tann kam das Speiseopser für verschiedenen Ge:ster. Diese NaycUna wird spater a?gessen, vorausgesetzt wird dabei, daß die Verstorbenen in emem geistigen Sinne daran theilnehmen. Nach verschiedenen anderen Ceremonien schritt der General der Division vor und hielt vor dem Denkmal eine Rede zur Erinnerung an die Todten. Wieder ertönten Hörnersianale, die Soldaten Präsentirten das Gewehr, die Falmen wurden erhoben, die Offiziere zogen die Degen und senkten die Spike zu Boden. Zum Schluß kamen die hohen Offiziere und icder leate vor dem Denkmal einen Zweig Immergrün mit einem weißen Bande meder. dann schwenkten die Bataillone rechts und links ab und zogen auf ihre Porten zurück. Radium alö Lebcnselixir. Während Thatsachen, die die Radiumstrahlen als dem thierischen und pflanzlichen Leben feindlich erscheinen lassen, schon vielfach bekannt sind, ist neuerdings eine Beobachtung gemacht, nach der das Radium ein lebendes Wesen zwar nicht tödtet. aber m semer Entwickelung vollständig hemmen kann. Wenn man beispielsweise Larven des gewöhnlichen Mehlwurms den Strahlen aussetzt, so bleiben sie Larven. Nach einigen Wochen werden freilich die meisten von ihnen todt sein: ewige aber ziehen sich in den entferntesten Winkel ihres Gefäßes zurück und bleiben leben, allerdings als Larven. Andere Larden, denen man gleichzeitig ihre normale Entwickelung gelassen hatte, hatten unterdessen die verschiedenen Stufen ihres Larven- und des aeflüaelten Zustandes durchgemacht und waren an Altersschwache gestorben. Generationen ihrer Nachkommen waren geboren und gleichfalls gestorben die Radiumlarven hatten stch noch immer nicht verändert. Der Veranstalter des Experiments, an dem auch der Entdecker, des Radiums, Professor Curie das größte Interesse genommen hat, besitzt noch eine solche lebende. Larve, einen wahren Methusalem ihrer Art. Sie hat ihre Jugend dreimal länger bewahrt, als sonst das ganze Leben ihrer Genossen dauert. Man denke sich, daß ein Men schenjunglmg 210 Jahre lang auf dem Alter von 21 Jahren stehen bliebe, so wäre das ziemlich dasselbe, was an dieser Larve des Mehlwurms die wunderbaren Radmmstrahlen zu Stande ge bracht haben. SpandauS Armesünderbaus. Eine Stätte unheimlichen Angeden kens ist letzthin in Spandau, Brandenbürg, von der Blldfläche geschwunden. In einer abgelegenen, früher an die mzwischen niedergelegte Stadtmauer grenzenden Straße stand ein kleines unansehnliches Gebäude, das zuletzt einem Barbier gehörte. Vorhe." war es Eigenthum des Fiskus und wurde zur Unterbringung derienigen armen Sunder benutzt, die von außerhalb nach Spandau transportirt wurden, UM hingerichtet zu werden. Die dem Beil des Henkers verfallenen Verbrecher trafen Tags vorher ein und verblieben di letzte Nacht ihres Lebens in dem bezeich neten.. Verließ, einem engen, von yardstarken Mauern umgebenen düsteren Raum. Das uralte Bauwerk wurde abgebrochen, und der Platz wird zur Vergrößerung der Klostermuhle verwendet. Sein letzter unfreiwilliger Insasse war der wegen seines Attentats auf Friedrich Wilhelm IV. zum Todc verurtheilte Bürgermeister Tschech. Das Schlachtschiff Conn e c t i c u t . " welche neulich auf dem Marine-Schiffsbauhofe in jBrooklyn. N. Y., vom Stapel lief, ist das dritte Fahrzeug der Bundesflotte, das, diesen Namen trägt: Das' erste wurde im Jahre 1798 in Middleton. Conn.. gebaut, das zweite war ein hölzerner Raddampfer, welcher im Jahre 1861 angekauft wurde und im Bürgerkriege benu-tzt wurde.
QcrSchrciölksch ineilicrFrau
von The von iom. Meine kleine Frau besitzt einen entzückenden Schreibtisch. Als wir die Aussteuer-Mobel aussuchten, blieb sie mit einem Schrei der Begeisterung stehen und rief aus: O, den muß ich haben! Den muß ich haben! Gerade so einen sah ich neulich bei Keller & Reiner!" Da ich nun eine unbegrenzte Hochachtung vor dieser Firma empfinde, betrachtete ich mir das bewunderte Möbel eingehend und meinte: Sehr hübsch und modern! Abc? wir haben doch schon einen Nippesschrank für den Salon notirt " . Darauf Entrustung bei Hella und mitleidige Geringschätzung bei dem Möbelhändler. Dieser zog an einem zierlichen goldenen Griff und forderte eme mit hellblauem Tuch bezogene Platte heraus. Nein, wie entzückend!" jubelte Hella. Diesen Schreibtisch muß ich haben. Theo!" Kopfschüttelnd schaute ich auf den Nippesschrank, der ein Schreibtisch sein sollte bisher ' glaubte, ich harmloserweise, man müsse allen Möbeln schort von außen ansehen, wozu sie dienten. Da aber Hclla entzückt war und mich mit ihren lieben Augen anblickie, al hinge Glück und Seligkeit von meiner Zustimmung ab, so beeilte ich mich. ebenso strahlend auszusehen, und der Schreibtisch wurde, gekauft. Er kostete freilich ein großes Theil mehr, als ausgegeben werden sollte, aber wir las sen dafür den Spultisch in der Küche weg," meinte Hella, nicht wahr, Theo?" Natürlich, Schatz! Wozu braucht man überhaupt einen Spültisch!" versetzte ich ich hätte sogar auf alle Kochtopfe und Porzellanteller verzichtet beim Anblick . ihrer . Freude! Nun nimmt der entzückende Schreibtisch schon zwei -Jahre den Ehrenplatz m unserem Salon ein. Er paßt zwar nicht dahin, da er modernen Stil zeigt, und die Salonmöbel ausgesprochen Rokoko aber alle Besucher sind begeistert. Er wirkt auch grohartig. Seine linke Seite trägt einen Aufbau in schlichten Linien." sagt Hella mit einer vielscheibigen Glasthür, hinter der süße" Meißener Figürchen stehen (sie sind nicht echt, aber die .Glasthür schützt vor zeder indiskreten Prüfung nach den zwei Schwertern); rechts läuft die Rückenleiste in einen ph'änomenalen Schnörkel aus, an dessen Ende Hella sinnreich einen vergoldeten StaubWedel von rothen Federn gehängt hat. Denn trotz der schlichten Linien gibt es erstaunlich viel abzustauben: da steht erstens ein Tintenfaß. Jawohl, ein richtiges Tintenfaß! Tinte ist freilich nicht drin, und wenn welche drin wäre, mußte man vor dem jedesmaligen Eintauchen auf einen kleinen Knopf drücken, damit der prächtig gravirte Deckel auf springt es ist nämlich ein patentirtes staubfreies Tintenfaß, ganz aus Perlmutter! Daneben trägt ein großer Nickelständer Unmengen von Ansichtskarten aus China, Japan, Kamerun und anderen schönen Fernen. Nun erst die Photograpie-Nahmen in allen Größen und Arten! Hella und ich als Brautpaar, verklärt aus einem Bronzekränz schauend, Hella als Schulkind, Hella als Balldame, vier Freundinnen, zwei bekannte Opernsänger. mit.Unterschrift" (ich bin nicht eifersüchtig). die ganze kaiserliche Familie alle unter. Glas und Rahmen auf dem Schreibtisch meiner Frau. Aber das ist noch lange nicht alles. Dazwischen treiben sich noch vier Por-zellan-Amoretten, sieben Bronzethierchen und zwei entsetzlich dünnhalsige Glasvasen herum, nicht zu vergessen die mit Veilchen bemalte hellgrüne Atlasschreibmappe und das kunstvoll geschnitzte . Petschaft ohne Namenszug. Zsst das nicht entzückend? Man kann sich gar nicht vörstellen, wie reizend dieser geschmückte Schreibtisch in seiner zartgrauen Farbe und den schlichten Linien zwischen den geschnörkelten goldenen Rokokostühlchen wirkt. Es erfordert wirklich Artistengewandtheit, sich daran vorbei zu schlangeln, ohne etwas umzuwerfen. - Hella staubt das alles auch höchst eigenhändig ab, während ich mich begnüge, die Herrlichkeit von Weitem zu bewundern. Denn einmal habe ich beinahe ein Unheil angerichtet mit Schaudern denke ich an dies einmal." Das war . an einem . Putz- - und Scheuertag gewesen. Die von Hella unsagbar gefürchtete Putzfrau waltete in meinem Arbeitszimmer ihres Amtes und überschwemmte den Fußboden mit Riesenpfützen. Ich hatte eine wichtige Arbeit vor, die bis zum Abend in der Redaktion sein mußte, und wollte zur Eile antreiben, aber Hella beschwor mich in allen Tonarten, ihr nicht die Ungnade derFrau Schmidt zuzuziehen: Laß doch die dumiue Arbeit, Schatz! Wir wollen lieber etwas spazieren gehen der Thiergarten ist jetzt so herrlich!" Kind, das geht nicht. Erst die Pflicht und dann das Vergnügen. Die Zeitung kann ebenso wenig warten wie die Eisenbahn!" Meine kleine Frau murmelte etwas, das ich lieber nicht wiederholen will, sonst könnte ich mir von selten aller Zeitungen, einen Injurienprozeß zuziehen; ich machte mich auf die Suche nach einem stillen Arbeitsplatz. Das Speisezimmer war noch unordentlich, der Frühstückstisch unabgeraumt Anna mußte ja der Frau Schmidt helfen und sie bedienen das Schlafzimmer noch ungemüthlicher. Seufzend nahm ich meinen
iack Papier und vloh in den Salon. Uh der Schreibtisch! - Ich holte mjr einen soliden Stuhl aus meinem Zimmer und ließ mich nieder. Dann faßte ich den zierlichen goldenen Griff -und zog die mit hellblauem Tuch bezogene Schreibplatte heraus klirr ging's in demselben Moment und Hella stürzt: schieckensbleich herein: Um Himmelswillen, Theo, was machst Du denn da?" Was ich mache? Frage! Schreiben will ich. hier an Deinem Schreibtisch." O, meine Vasc! O, meine Engelchen! Tlc'm Hundchen!" Entsetzt blickte ich auf die Folgen meiner Missethat: Scherben! Scherben! Ja, Kind weine nur nicht, ich kaufe Dir alles wieder! Beruhige Dich doch, Liebling! Sieh mal. im Grunde genommen ist der Schreibtisch doch einmal dazu da " Hella öffnete weit die erstaunten AUgen: Wozu? Um Sachen zu zerschlagen?" Aber Kind! Zum Schreib e n " Niemals vergesse ich den Blick, den sie mir zuwarf! Ein entsctzensvolles Grauen lag darin, als ob ich eine Entweihung Ausgesprochen hätte. Seit dieser Zeit Seit diese? Zeit gehe ich in's Kaffeehaus, wenn die Frau Schmidt in meinem Arbeitszimmer schwimmt," obwohl ich weder Frühstückswein noch Kognak Morgens vertrage. Aber ich ziehe doch vor, Magendrücken zu haben, als noch einmal den Schreibtisch meiner Frau zum Schreiben zu benützen. Und sie selbst, meine kleine liebe Hella? werden Sie fragen schreibt sie nie Briefe? Aber ja, sie schreibt Briefe. Das Briefpapier liegt in einer bunten Pappschachte!, und diese befindet sich rechts im Büffet die dazu gehörige Feder wird meist von meinem Schreibtisch geholt und das Tintenfaß balanzirt auf den unglaublichsten Tischecken umher. Zur Unterlage dient gewöhnlich die Tageszeitung manchmal auch ein wichtiges Manuskript von mir beileibe nicht die mit Veilchen bemalte hellgrüne Atlasschreibmappe! Aber entzückend ist der Schreibtisch meiner kleinen Frau trotzdem! Uttsrciniilligrr Junior. Es ist eine bekannte Thatsache, daß in Bittschriften, Gesuchen u. s. w. aus den Klassen der Bevölkerung, die selten mit der Feder umgehen, oftmals ein canz besonderer, wenn auch unfreiwilliger Humo" zu Tage tritt. Wir sind in der Lage, einige Stilblüthen, die aus Gesuchen an Marinebehörden stammen. mittheilen zu können. Sie geben dem
Leser zugleich einen Einblick in Jungdeutschlands" Liebe für den Seedicnst. Ein Hausknecht schrieb: Es ist schlim genuch, das diejenigen die sich Freiwillig ü? König und Vaterland hergeben, daß sie nicht wegen den Münvermaß angenommen werden, denn es handeld sich nich nuhr Soldat zu sein, sonder es handeld sich uhm den Freiwilligen Todt für's Vaterland." Ein anderer erlaubt sich der Marine ganz gehorsamst mitzutheilen," daß er als Freiwilliger eintreten möchte, da ich doch das Alter dazu habe auch schon manchen gefährlichen Gang auf dem kurischen Haff gemacht habe." Und weiter fährt er fort: Ich habe zu große Lust und träume ich schon manche schöne Nacht von Kämerun und Amerika." Der Schuhmacher X. hat lust dreiwillich zu g"hen. 23 Jahre alt da ich es in der Zeitung gelesen habe. Bitte ergebens um Antwort ob ich das übrige hier abmachen kann," so lautet ein Einstellungsgesuch. Einer fühlt sich, weil er, während einer Wassefahrt geboren für die Marine wie geschaffen" und einem andern ist es der innigste Wunsch recht bald Seiner' Majestätsmarinerock anziehen zu dürfen." während ein dritter sich. der wertheren Admariledät freiwillig zustellen möchte, daß ich für die Marie ausgebildet werde, denn sie haben mich zur Reiterei ausgehoben." Ein Schifferlehrling schreibt: Da ich jetz Wasserrate bin so will ich es auch bleiben und bitte den Commandör hierüber in Kenntniß zu setzen." Wieder eii anderer fragt arl: ob ich kahn ein'treden, da ich die gr.öße hab' von 1,37 aber Nich die große 1.67 da ich doch einmal gern bei die Kaiserliche Marinne wüll so fahre ich schon eine Zeit lang auf einem Segelschife." In seinem Lebenslaufe schildert der eine ein merkwürdiges' Ereigniß mit folgenden Worten: nackt bin ich aus diö Welt gekommen," und ein zweiter schließt sein Gesuch: wenn auch noch unbekannt, so doch freundlichen Gruß." Ein höflicher König. Der Vertraute und Berather des Königs Louis Philipp von Frankreich war ein Herr Dupin.. wiewohl er mit diesem nicht immer einerlei Meinung war. Sein biederes Wesen und seine Anspruchslosigkeit, die sich sogar in seinem mehr als bescheidenen Anzüge aussprach. sagte dem. einfachen Sinne des Königs zu. Eines Tages während eines politischen Gespräches mit dem Könige dergaß sich Dupin so weit, in seiner wohnten Meise dem Könige zu sagen: Ich sehe wohl.-Majestät, daß wir uns nie verstehen werden." Ich habe mir schon dasselbe gedacht, lieher Herr Dupm." entgegnete der König, nur wagte ich nicht, es Ihnen zu sagen."
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