Indiana Tribüne, Volume 28, Number 54, Indianapolis, Marion County, 25 October 1904 — Page 7
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fMj. tt M K . f.A, TV 4-5 u n H K f ... w ;: S-f ff $ TV . (Fortsetzung.) Herzcnsjunge, mußt Du denn durchaus zur Marine gehen? Ich finde, das ist solch schrecklicher Leruf. In der Heimath Zwange Enge, Abhängigkeit. In der Weite Gefahren, Unsicherheit und auch Zwang stets die unsichtbare Kette, die Dich bindet. Ein wirklich freies, großes Leben führt, nur der Künstler. Aber ich will nichts sagen, denn .In dewcr Vr::st ruhn deines Schicksals kerne ' denen muß Nrnan folgen, keinen ONderen. William Normann erreichen jetzt keine Briefe. Ellen, willst Du es ihm späte: schreiben, daß ich Erfolg habe. Künstlerin von Nuf geworden bin? Es war eine übereilte Thorheit unsere Ver-lobung-ine ganz sinnlose Handlung, ohne innere, zwingende Nothwendigkeit wenigstens bei mir! Er wirb es auch überwinden Nicht wahr, Ellen, Du sagst ihm das alles je th:x, je besser. Seid innig umarmt von Eurer A st a. " 8. K a p i t e l. i! soll das enden?" sagte sJtfy seph Mengersky laut G sich hin. Niemand ko fit soll das enden?" sagte Jo vor konnte ihm Antwort geben, denn er stand ganz allein mit seiner Violine im Arm am offenen Fenster seiner kleinen Parterrewohnung in der Schnorrstraße in München. Ja. wie sollte es enden? Das war schwer zu beantworten, für ihn selbst am schwersten. Sie kamen gerade noch zu den letzten Tagen deö 5iarnevals in München zurecht. Marka Paulsen, Asta und er. Da wurde die norddeutsche Schwerfälligieii gründlich abgeschüttelt. Er siürzte sich in das 5iarncvalstreiben, mit dem ganzen ungebändigten Uebermuth eines leichtlebigen Künstlers schwamm er in diesem Strom sorglos ausgelassener Fröhlichkeit. Asta riß er mit hinein, während Marka kühl beobachtcnd ziemlich zurückhaltend blieb. Mengersky und. Ajta waren bald die Hauptpersonen, auf all den Maskenund 5iosiümfesl'en. Mit seiner Güige im Arm als Rattenfänger" zog er alt und jung magnesch nach sich. Oder er fchlug die Zither, in eine echte derbe Tiroler Lodenjoppe und Wadenstrümpfe gekleidet. 'die Spielhahnseder auf dem graugrüner! Filzhut, während Asta mit lang herabhängenden Zöpsen in etwas idealistrter Bauerntracht Volksliede? sang. Der Jubel wollte kein Ende nehmen lles umdrängte die Beiden. urfj ihre gemeinsamen Konzerte wurden stets vor ausverkauftem Hause gegeben. München ist eben' die Stadt der Musik, der Mal- und Baukunst. Die Dichtkunst findet zveniger Anklang. In der kleinen Künsilerkneipe. in der sie täglich dinirten, bildete die Musik" einen Tisch für sich. Marka und Mengersky wurden dort stets mit besonderer Auszeichnung als große Künstler behandelt. In Asta verliebten sich alle junge und alte Kollegen. Das Mädd war auch zu reizend. Mengersky biß die Zähne übereinander. Ja, zum Tollwerden hübsch war sie in ihrem kurzen, braunen Lodenrock, den sie jetzt immer trug, mit der glattweißen Hemdbluse und dem dreiten Ledergürtel, einen Matrosenhut auf dem Loaenkopf no tausendmal reizender als in den eleganten Konzerttoiletten. . Es lag über ihrer ganzen Erscheinung der zauberische Duft verreisten Jugend und reinster Unschuld, der Mengerskys Leidenschaft steigerte und doch wieder in Schranken hielt. Hier tn München fand Niemand etwas da bei, wenn er mit dem jungen Mädchen allein Balle und Theater besuchte, mit ihr ganze Nachmittage am Starnberger See' verbrachte und Abends bis spät in die Nacht hinein in einem der vielen kleinen Viergärtcn sitzen blieb. Hier sah man viele Pärchen, Kuns5enthusiasten beiderlei . Geschlechts, die sich über die strenge Etikette der Heimath keck hinwegsetzten.' In München konnte man ungenirt thun, was m Berlin Anstoß erregt hätte. Ohne qenau zu wissen, wohin sie trie den, genossen sie die himmlischen ?rühlingstage in der schönen Königssiadt, die Kunst und Natur cileich verlchwen derisch ausgestattet rjai. Mengersky machte sich selten Gewissensbisse und Skrupel; nur manchmal, wenn Astas Auaen mit unbedingt gläubigem Ber .trauen zu ihm aufsahen, oder sie eine Aeußerung that, als stunde es aanz fest, daß ihrer Beider Zukunft stets die gleiche fein müsse, dann tauchte wie jetzt in der. Einsamkeit die marternde Frage aus: urne soll. das enden?" Meist genoß er die schöne Gegen wart ohne Nachdenken, küßte ihre Hände,, flüsterte ihr Schmeicheleien zu. r,,i. v?" TOor. er: - Ji.UL Vlfc nll iUllUt jj IUU, die sprach er nicht. Warum? . Welt weg von dieser sonnigen Künst .lersadt, in der engen, dunklen Leschno
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1 o m a & von u V V Henrictte v. Merrheimb . -fr., fcj fcft-ifife jLj& TT TV yf fy TT TT T7 v4 vv yt tt v"r f straße in Warschau, stand ein schmales, graues Haus mit breitem Giebel und eng Nebeneinander liegenden Fenstern. Das bewohnte eine ältliche, dicke, unschöne Frau, die beständig ihren Rosenkränz abbeteie. im Hause herumschlurrte, nur Sonntags ein ordentliches Kleid anzog., um in die Messe zu gehen eine unsaubere, häßliche Person. Das war die Gattin des berühmten Violinvirtuosen Mengersky, schon seit zehn Jayren seine Frau. In semer ärmsten, elendestenZeit hatte er in Warschau bei ihr ein Dachstubchen bewohnt. Er konnte ihr die Miethe nicht bezahlen, er hätte nicht existiren können, wenn sie ihm nicht umsonst das Zimmer geheizt, den Thee Morgens, Mittags die Kohlsuppe gekocht hatte. Sie drängte ihn nie, seine Schulden zu bezahlen. Sie war froh, ihm dienen zu können. Für ihre bescheidenen Ansprüche war sie wohlhabend. Sie borgte ihm Geld ohne zu fragen, zu feilschen, opferte sie den gronten Theil ihres Vermögens. Zum Dank heiratheie er sie. Sie war 1 cltg. Sie verlangte nicht darnach, sein Leben zu theilen, nur für ihn zu sorgen, für ihn beten wollte sie. Er machte Kunstreisen, durchstreifte fast die ganze Erde sie blieb in ihrer alten, dumpfen Gasse wohnen, überglücklich, wenn er ste einmal im Jahre besuchte. Mit der Treue eines Hundes hing sie an ihm. Die Zeit fein's Besuchs war der Höhepunkt im Jahr. Die Monate vorher und nachher zählten nicht. Nur um diese wenigen Tage drehten sich ihre Gedanken. Wenn ihm die Nationalgerichte, die sie meisterhaft zu kochen verstand, schmeckten, strahlte ihr Gesicht. Allmalig söhnte er sich mit semer Heirath, die ihm erst unsäglich peinlich gewesen war, aus. Es, wurde ihm schließlich zum Bedürfniß, alle Jahre ein paar Tage in der alten, winkligen Stube zu sitzen; sie erinnerte ihn an die Zeit seiner Entbehrungen. Es war ihm ein angenehmer Kitzel, die früheren Drangsale mit seinem jetzigen Leben zu vergleichen. Es saß sich ganz behaglich auf dem alten, schwarzen Ledersofa, vor der dampfenden Kohlsuppe das glückselig verklärte Gesicht feiner Frau ihm gegenüber. Sie sprachen nur polNllch zusammen. Sie mate emverstanden zu allem, was er ihr erzählte. Wenn er spielte, hörte sie mit gefalteten Händen andächtig zu. Beim Abschied mußte er em kleines geweihtes Heiligenbild mitnehmen, das sie bei seiner nächsten Heimkehr gegen ein anderes vertauschte. Das Geld, das er ihr schickte, sparte sie sorgfältig für ihn auf, denn ste wußte. daß er sonst alle seine großen Einnahmen mit vollen Händen wieder ausgab und sammelte so im Geheimen ein kleines Vermögen. Er fragte nie nach dem Verbleib der Summen. Es war ihm eine Beruhigung, sie an seinem Gewlnn teilnehmen zu lassen. Die wenigsten Menschen ahnten etwas von seiner Heirath, nur Marka hatte er 'sich einmal anvertraut. Das wär noch vor Jahren gewesen, als seine Heirath ihm wie eine Schande, ein unerträglicher Hemmschuh erschien, und er sich das Wort von ihr geben ließ, nichts zu verrathen. Jetzt, mit den Jahren, dachte er anders darüber. Er war an seine Frau gewöhnt wie an ein zwar ziemlich unbrauchbares, aber unveräußerliches Eigenthum. Er hätte es nicht vermocht, sie von sich zu stoßen. Sie genirte ihn ja so wenig. Sollte er zum Tank für alle ihre Opfer, ihre anbetende Liebe sie wie einen überlästigen Dienstboten davonjagen? Seine ganze, feinfühlige Natur sträubte sich gegen diese undankbare, rohe Handlung. Sogar ein gewisser Aberglaube verband ihn mit der Leschnogaffe und seiner unschönen Vewohnerin. Er hatte das Gefühl, so lange diese treue Seele für dich betet, kann es dir nicht schlecht gehen. In feine wunderliche Weltanschauung paßte ein wenig Aberglauben ganz gut mit hinein. Asta ahnte nicht, daß er verheirathet war. Oft schwebte ihm das Gesiändniß auf den Lippen, aber er brachte es nie fertig, ste aufzuklären. Vorläufig -.verschob er die lästige Auseinandersetzung immer weiter hinaus. Aber einmal würde sie sicher fragen und er antworten müssen. Wie würde es dann enden? Da war er wieder am AusgangsPunkt seiner Gedanken angekommen und gerade so klug wie vorher. Nur seiner Geige konnte er all die quälenden Gedanken anvertrauen, sie schluchzte, jammerte, jubelte seine, unruhige Seligkeit, seine bangen Zweifel in den strahlenden Sommertag hinaus. Unter dem Fenster stände? die Vorübergehenden still, um dem. Spiel zu lauschen. Ein kecker Jodler unterbrach seine kühnen Passagen. Er ließ den Bogen sinken .und sah hinaus. Asta war es. Die Sonne lag voll auf ihrem blonden Haar, ihrer weißen Bluse. Im Gürtel hingen ein paar dunkelrothe Rosen. Sie trat dicht an sein Fenster. Schau da steht er noch und spielt, und Marka und ich gehen schon fast eine halbe Stunde in der Schnorrgasse auf und ab. Aber der Herr Mengersky
vergißt bei seiner Violine seine besten
Freunde und jede Verabredung. Mengersky legte das Instrument h'n und streckte den Kopf weit zum Fenster heraus. Ich komme sofort bitt' .tausendmal um Entschuldigung." Marka und ich haben unsere Kosferchen schon zur Bahn geschickt." Zur' Bahn?" Ja gewiß wir wollen doch nach Partenkirchen. Haben Sie denn alles vergessen? Wenn wir uns nicht beeilen, kommen wir nicht mehr zurecht." Machen wir! Ich werfe meine Sachen schnell in den Rucksack." Die Violine auch?" Nein, die bleibt zu Haus. In fünf Minuten bin ich da." Mengerskys Kopf verschwand. In der That hatte er die verabredete Partie nach Partsnkirchen total vergessen. Aber es schadete nichts er konnte in unglaublich kurzer Zeit seine Sachen in den Rucksack, schnüren, und kamen sie wirklich zu diesem Zug zu spät, so fuhren sie eben mit dem nächsten. Das Glück war ihnen aber in Gestalt einer kleinen Zugverspätung günstig. Sie erreichten alle drei etwas erhitzt und athemlos noch den Anschluß.' Das war a Hetz'!" Der Rucksack flog in das Netz. Der Zug setzte sich schon in Bewegung. Der Gepäckträger konnte nur noch schnell abspringen. Mengersky reckte sich. Ach, das wird uns gut thun ein paar Tage lang nur Berge steigen. Milch trinken und jodeln. Die Alpenrosen blühen schon morgen pflücken wir einen großen Strauß. Aber früh aufstehen, meine Damen!" Das verstebt sich!" Astas Auaen strahlten. Wird das schön werden! Jetzt kommen wir in die Berge Marka, freuen Sie sich nicht auch?" Ja gewiß. Aber mir ist das alles nicht so neu wie Ihnen." Markas Gestchtsausdruck war in letzter Zeit immer ernst, ihre Stimme niedergedrückt und apathisch. Ich möchte in einem kleinen Bauernhause wohnen," schwärmte Asta. Womöglich im Heustadel schlafen," lachte Mengersky, und früh sich selber die Ziegenmilch direkt in den Kaffee melken, was? Es gibt Genüsse, die sind nur in der Phantasie schön; dazu gehört das Schlafen im Heu und andere allz'.' ländliche Dinge. Ich ziehe wenigstens eine gute Sprungfedermatratze bei weitem vor. vielleicht weil ich die Hälfte meines Lebens auf einem Strohsack schlafen mußte." .Auf einem Strohsack wirklich?" .Ich war sogar froh, wenn ich den hatte und etne Decke dazu. Aurcy vie dünnen Mauern solcher Dachkammer pfeift der Nordwind höllisch kalt. Die Wände waren oft ganz mit einer dünnen Eisschicht bedeut. Dazu ein knurrender Magen." SU haben gehungert?" Asta weinte fast vor Mitleid. Mengersky zuckte die Achseln. Das ging noch Besseren wie mir ebenso. Richard Wagner ist seinerzeit in Paris dem Hungertode nahe gewesen. Ihn rettete der ideal gesinnte König dieses Landes mich meine Violine." 'Und noch jemand anderes," fiel Marka schnell ein. Ihre Augen richteten sich streng auf Mengersky. Ich fürchte, Sie vergessen das jetzt manchmal." Nein, das thue ich nicht," gab Mengersky trotzig zurück. Er steckte die Hände in die Taschen und pfiff vor sich hin. Dann beugte er sich zu Asta, die entzückt zum Fenster hinaussah. Immer höher wuchs das Gebirge an beiden Seiten auf. . Ein feiner, blauer Duft lag über der höchsten Spitze des Wettersteingebirges. ÄUs den Kramer vielleicht sogar auf die Zugspitz steigen wir. Darunter thu' ich's nicht, meine Damen," meinte Mengersky. Uebrigens weiß ich ein Quartier inPartenkirchen,das die Vorzüge der Sprungfedermatratze mit denen des Heustadels zu vereinen weiß ein ausgebautes Bauernhäuschen am Ende des Dorfs. Ich hab' vor Jahren schon einmal da gewohnt. Frau Huber, die Wirthin, ist eine brave Münchnerin, bieder, treuherzig und gerieben schlau. Die Aussicht ist herrlich. Viele Fremde kann sie nicht aufnehmen, aber der Touristenverkehr ist ja jetzt noch nicht so schlimm wie in der Ferienzeit." Marka und Asta waren mit allem einverstanden. Marka aus Gleichgiltigkeit, Asta aus vollster Ueberzeugung, daß alles, was Mengersky vorschlug, mustergiltig sei. Das Haus lag wirklich reizend, halb versteckt im Grünen. Um den hölzerncn Balkon rankten rothe Kletterrosen und duftendes Geißblatt. Auf den grünen Matten der Bergabhänge weideten Kühe. Die Töne des abgestimmten Glockenspiels schwangen stch wie eine aufsteigende Melodie durch die stille Luft. Trotzig starr ragten die grauen, zerklllfteten Felswände des Wettersteingebirges zu dem mattgrünlichen AbendHimmel auf. Rostge Wolkenfetzen hingen über den zackigen, schroffen Spitzen. Die Wirthin kam ihnen mit ausgestreckte? Hand aus der offenen Hausthür entgegen Grüß Gott!" Wir kommen gleich mit Sack und Pack, Frau Wirthin," rief Mengersky. Machew Sie recht." Können, wir hier ein Daar Tage wohnen?" - " Aber gewiß. Für den Herrn Mengersky ist immer noch ein Platzl frei." Und die Damen?" Schaffen wir auch." Haben Sie viele Gäste?"'
Heuer ist's noch nit' so arg. Ein Berliner ist grad abgereist." Gott hab' ihn selig." Jetzt wohnt nur noch der Herr Vrofessor hier und sein kleines Bübl." Doch kein Kindergeschrei?" Wo denken S' hin! Das Bübl ist schon bald acht Jahr. So a lieb's Kindl. Hat sein Mutterl verlor'n." Thut mir leid, kann's aber nicht ändern. Da muß sich der Herr Profesior eben eine andere Frau suchen." Das sag' ich auch. Wär' niemand
mit ihm angeführt. Ter hockt allewell still über seinen Buchern, da hört man kein ungutes Wörtl." Die listigen, in Fett verschwömmenen Augen der Wirthin gingen von Asta zu Marka bin und her. Mengersky lachte. Na, Frau Wirthin, Sie scheinen mir auch gnn Heirathen zu stiften. Warum sind Sie denn alleweil noch ledig?" I bedank ml schön! Hab' am n sten Mal genug." Sollten Sie Ihre Ansicht ändern, lassen Sie es mich ja zuerst wissen. Hauswirth in Partenkirchen wär' ich schon längst für mein Leben gern." Der Her? Mengersky ist halt immer noch ein gespaßiger Herr." Die Wirthin ließ ihre Gäste in den mit sauberem, weißem Sand bestreuten Hausflur treten. Vor den kleinen, fest zugemachten Fensterln blühten Rosmarin .und Gelbveigelein in üppigem Flor. Das Muttergottesbild in der Ecke war dagegen ganz mit gemachten steifen Papierrosen dekorirt. Die Wirthin schlug rasch ein Kreuz im Vorübergehen Mengersky auch. Asta sah ihn erstaunt an. Hier ist das Zimmer für die Damen." Die Wirthin öffnete mit Stoz ihr Privatgemach. ein großes, dreifenstriges Zimmer mit Plüschmöbeln, Nußbaumschreibtisch und billigen Nippes dekorirt. Marka riß vor allen Dingen das Fenster auf. Sie trat auf die kleine, schmale Äolzveranda. , Balsamischer Hcuduft schlug ihr entgegen. Auf der Wiese dicht vor dem Haus harkte eine stämmige Magd die Heuhaufen zusammen. - Ein kleiner JuNge in dünkelblauem Tuchanzug half ihr dabei. Hansel, Hansel was schaffst denn da?" rief die Wirthin ihm zu. Der kleine Bursch sab auf. Das blonde Haar klebte an der heißen Stirn, das Gestchtchen war dunkelroth. Armes Buberl, immer in dem dicken Jackett! Mußt ja bald umkommen vor Hitz'." J'ch hab' kein anderes mit, Frau Huber." Marka ging die kleine Treppe hinunter auf die Wiese. Etwas in dem Kindergesicht kam 'ihr merkwürdig bekannt vor. Diese breite Stirn mit den feingezeichneten Brauen überden großen hellblauen Augen, deren Blick immer wie in weite Fernen zu schweifen schien, das gerade Naschen, der schmallippige, weiche Mund wo hatte sie das doch alles schon gesehen? Sie streckte dem Kind die Hand hin. Grüß Gott wir wohnen jetzt auch ein paar Tag: in Deinem Haus. Dürfen wir uns m Dein Heu legen? Du hast solchen großen Haufen zusammengerecht." Das Kind nickte. Es schien schcu und verschlossen Fremden gegenüber zu sein. Wie heißt Du denn?" Marka strich leicht über das feuchte. glatt anliegende Blondhaar. Johannes Reen heiß' ich." ' Der kleine Junge nahm wieder die Harke auf. Marka trat erschrocken einen Schritt zurück. Wo ist Dein Vater?" fragte sie ganz leise. Vater ist auf die Berge gegangen. für mich war es zu weit. Zum Abendbrot kommt er wieder. Er bringt mir Alpenrosen mit, wenn er welche findet." Da freust Du Dich wohl sehr? Marka sprach ganz mechanisch. Sie beherrschte sich mühsam. Am liebsten wäre sie vor dem Kinde hingekniet und hätte das kleine, nachdenkliche Gesichtchen mit Thränen und Küssen bedeckt. weil es seinem Vater so ahnlich sah. Liese, gehst Du schon fort?" fragte Hansel. Er sah, daß die Magd ihr Handwerkszeug zusammenraffte. Ich muß das Abendbrot richten," rief diese schon auf der Treppe. Komm!" sagte Marka. Sie faßte die Hand des Kindes. Wir wollen alle zusammen im Garten Abendbrot essen. Wir pflücken einen schönen Strauß für den Tisch. Willst Du?" Hansel war einverstanden. Sie gingen an die blühende Rothdornhecke. Marka schnitt emen großen Busch av. Dein Vater hat gern Blumen auf dem Tisch das weiß ich." ' Sie be freite die Zweige sorgsam von den Dornen. So. nun lassen wir uns von Frau Huber ein schönes Glas geben. Du sollst sehen, wie hübsch das aussieht." ' . Hansels Gesichtchen legte sich in nach denkliche Falten. Früher hatten wir auch manchmal Blumen auf dem Tisch, aber seitdem Mutti krank wurde nicht mehr." , , ' War sie lange krank?" Sehr sehr lange." Die Mundwinkel zogen sich herunter, die großen blauen Augen füllten sich mit Tbranen. Arme kleine Seele! Was mochte das Kind in den langen Monaten gelitten
haben? (Forksetzung folgt.)
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Cleveland, Tincinnati, Chicago & SU Souts RaUwc,? St. LouiS Division. Abgang Ankunt
New Fork & Pgh Ltd tgl .12 0533m New Fort Ltd tägl ........ 12 20Vm omo 3urn. , 6 40m N I Pgh 5 St L Exp tgl 6s 8 OOVm "ouryroenern nrn :gi a p sio 45rn Wash k St L Exp tgl ä 5. . ? 1 25Vm i n -!' pi . . i 2!l,u,s rvrev rag! n 46mm St. LouiS Ltd tägl il s. . . . . 3 15Nm Tene Saute k Mat'n Aee.. 6 00Nm American Expreß tägl 7 05Nm Sleveland St Lou s Pgh K N A Extgs 4 S.m American Expreß täglich 4 40Vm Minute FtW ckBHExp.. 7 6553m N S B Lim täglich s d. .. 7 30Vm Elevland Acccm 10 4593m Anderson Exp p 11 3033m NS d B Lim, tägl äs.... 2 5593m Union Eity Elkh Ace tägl 5 SONm "Knickerbocker Sv tägl ä 6? s . 6 15im New Sork & Pgh Lrn, tgl g. 8 55Nm Cineinnati Ein & LouS Nachtexpreß tgl g 3 4593m St LouS & Ein Nachtezp tg s 4 25Vm Eincinnati Erp tags....... 7 35Vm EincinnatiExprek, tägl....l2 SONm ßinftnnrtti Qtm fSts n - 9 KKStftn Louttville Erpreß 2 55Nm j) . . . wv... Eincinnati Accom 4 OONrn Ein Wash Rich Lim tgl ä p s 6 0 Vw a Eine & Wash F L tg 6 k p 6 l5Nrn Chicago Chicago Nachtexpreß tägl ..12 lOVrn
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