Indiana Tribüne, Volume 28, Number 53, Indianapolis, Marion County, 24 October 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.. Frovinz Sictzreswig'Kocstetn. Schleswig. Verliehen wurden: dem Marine - Maschinenbaumeister Mugler der Rothe Adlerorden 4. Klasse, dem Obermeister Karl Bracker, beide von der Werft in Kiel, der Kronenorden 4. Klasse, den pensionirten Fußgendarmen K. Elsner zu Ahrensbürg im Kreise Stormarn und WilHelm Schulze zu Oldesloe desselben Kreises das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens, dem GendarmerieOberwachtmeister Johann Podeyn zu Brachenfeld. demWerkmeister Berends. den Werkführern Hugo Neumann. Karl Langbehn und Hans Lembeck, sämmtlich von der Werft in Kiel, das Allgemeine Ehrenzeichen. A l t 0 n a. Seinen Verletzungen er-, legen ist der Maler Fischer, der im Rathhause von einem Gerüst stürzte und sich einen Schädelbruch zuzog. Im städtischen Krankenhause mußte Fischer bald nach seiner Einlieferung in der Abtheilung für Geisteskranke untergebracht werden. Nach qualvollem Leiden ist er verstorben. B e b e ck. Ein bedeutendes Feuer legte das an der Wilsterauschleuse (Kaiser Wilhelm -Kanal) belegene Gewese des Landmannes Dibbern vollständig in Asche. Die Bewohner lagen im Schlaf, als das Feuer ausbrach, so daß sie nur mit genauer Noth das nackte Leben retten konnten. Eckernförde. Die bei einem Bootsunglück Ertrunkenen sind der Maurer Roß aus Greifswald, Steen aus Ruhwinkel bei Plön und der Arbeiter Koll aus Kiel. Letzterer stand bei otm Pumpenmacher Rehse in Kiel in Arbeit und unterstützte seine im Wittwenstand lebende Mutter mit' Geldmitteln. Die Leichen sind geborgen. H 0 ch f e l d (Wi l st e r). Gutsbesitzer Schröder gerieth unter die Rader seines Wagens und wurde getödtet. Kiel. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit' verurtheilte das Kriegsgericht der ersten Marineinspektion den Kapitänleutnant Breithaupt wegen wissentlich falscher Meldung, begangen durch unrichtige Ausstellung der Abschlüsse als Messevorstand, zu sechs Monaten Gefängniß und Dienstentlassung. Sonderburg. Ein von dem Gendarmen Köppen in der Nothwehr erschossener Arbeiter W. Warzinski hat sich sein trauriges Schicksal selbst zuzuschreiben. Er war aus dem hiesigen Gerichtsgesängniß entwichen und ward von dem Gendarmen im WirthsHaus zu Rackebütt verhaftet. Da er sehr ruhia mitging, hatte Letzterer dadon abgesehen, ihn zu fesseln. Plötzlich' jedoch griff Warzinski einen großen Stein auf und warf damit unter dt

Drohung, er oder der Gendarm solle als Leiche auf dem Platze bleiben, nach Köppen und zog, da der Wurf nicht traf, ein Messer. Nun machte der Beamte. da er sich gegen den jungen, sehr kräftigen Menschen nicht anders schützen konnte, von feiner Waffe Gebrauch und schoß auf den Warzinski. Der Getroffene sank zu , Boden und starb nach wenigen Augenblicken. Frovinz Schresien. B r e s l a u. In einem Seitenhause des Neubaues Körnerstraße 2426, und zwar infolge seitlichen Ausweichens des Giebelmauerwerks, schlug die Cementdecke der 2. Etage durch. Die Massen stürzten sich auf die Cementdecke der 1. Etage, durchschlugen diese und dann das Kellergewölbe. Zur Zeit des Einsturzes befand sich, im zweiten Stock der Arbeiter Joseph Pantke, im 1. Stock der Arbeiter EdWin Kempe. Beide wurden mit in die Tiefe gerissen und unter den Trümmern verschüttet. Kempe war todt. Der langjährige frühere Direktor des pharmaceutischen Institutes der Universität, Geheimer Regierungsrath Professor J?r. Poleck, feierte mit seiner Gemahlin, einer geborenen Zerboni, das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlaß fand in der St. Matthiaskirche eine kirchliche Feier statt. A l t - B e r u n. In der hiesigen Sprengstoff - Fabrik ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Bei dem Füllapparat explodirten 50 Patronen, die dem Arbeiter Nießytto drei Finger abrissen und ihn an Kopf und Brust schwer verletzten. B u n z l a u. Selbstmord aus Liebeskummer verübte der 22jährige Commis eines hiesigen Modenhauses, Willy Friebel aus Altenburg, i. S., indem er sich in einem Hotel zu Kottbus schoß. , Dembio bei Malapane. Im 103. Lebensjahre starb hier der älteste Bewohner des Kreises Oppeln, der Invalide Valentin Woytinek. G l a tz. Landgerichtspräsident Geheimer. 'Oberjustizrath Zweigel und Erster Staatsanwalt, Geheimer Justizrath Schmidt, am hiesigen Landgericht begingen am 1. October das 25jährige Jubiläum ihrer Dienststellung Hierselbst. Dieses Doppeljubiläum haben die Juristen unseres Landgerichtsbezirks durch ein Festessen fr Kaiserhofsaale gefeiert. K a t t 0 :o i tz. Infolge von Ehezwistigkeiten tödtete der Arbeiter Amtos seineSchwiegermutter, brachte auch seiner Frau tödtliche Verletzungen bei und erschoß sich hierauf selbst. Neisse. Der Barbier Eduard Nrt.rch feierte in voller Frische und

Rüstigkeit das goldene Äur Meisterjubiläum.

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Oppeln. Das seltene t galS 50jährigen Amtsjubiläums beging der Hauptlehrer Gawol aus Groschowitz. Der Jubilar, welcher sich noch körperlicher und geistiger Frische erfreut, amtirt allein 24 Jahre in genannter Gemeinde. Ratibor. In Ostroy brach in dem dem früheren Eisenbaynarbeiter Kremser gehörigen Wohnhause Feuer aus, durch das das Gebäude bis auf die Umfassungsmauern vernichtet wurde. Ziegenhals. Auf dem Wege an der Ecke der Zuckmantler- und der Gartenstraße überfuhr ein Wagen der hiesigen Zellulosefabrik das 5jährige Töchterchen des Oekonomen Max Schirduan. Das Kind wurde bewußtlos zum Arzt gebracht. An seinem Wiederaufkommen wird gezweifelt. .Frovinz 'Z'olen. Posen., Dem Kgl. Musikdirigenten v. Unruh, der aus dem Militärdienste ausgeschieden 'ist, wurde von den Offizieren des Infanterie - Regiments No. 46 bei seinem Scheiden ein prachtvolles Kaiserbild überreicht. Bledzianow (O st r 0 w 0). Im hiesigen Gasthause brach Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß es sich über die ganze Dorfstraße ausdehnte. Es sind auf einer Seite 12 Gebäude, meist Wohnhäuser, niedergebrannt. Der Schaden betriff meist Bauern, die nur mäßig versichert sind. Gnefen. Das 9 Jahre alte Schulmädchcn Krumm spielte auf der Straße in der Nähe großer, für die Eanalisation bestimmter Cementröhren. Hierbei kam eine Röhre in's Rollen, und das Kind wurde von der Röhre vollständig zerquetscht, so daß der Tod sofort eintrat. I a n 0 w i tz. In Goßlerhof brannten zwei Roggenschooer, dem Oberamtmann Christian! gehörig, ab. Ein Damvfdresrbsak. der bei den Schobern stand, ist mitverbrannt. Dem Ansiedler Poggenmüller in Herrnkirch brannten eine mit Getreide gefüllte Scheune und ein Schuppen nieder. M e s e r i tz. In einer Stadtverordneten - Versammlung wurde Beigeordneter Krüger aus Marienburg (Westpr.) 'mit 12 von 16 Stimmen zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt.' O b 0 r n i k. Der 60 Jahre alte Arbeiter Valentin Rosada in Wychowaniec fiel beim Eindecken eines Roggenschobers von diesem herab. RosaGetreides gerieth' der Ansiedler Stibbe mit der linken Hand derart in die Dreschmaschine, daß die Hand zerquetscht wurde und ihm im hiesigen Krankenhause abgenommen werden mußte. W i r s i tz. Im benachbarten Netzthal brach auf dem Gehöft des e meinde - Vorstehers Teske Feuer aus. Es brannten Stall, Scheune .und ein Einwohnerhaus vollständig nieder. Ehe Hilfe kam, ergriffen die Flammen auch die Scheune und den Stall des angrenzenden Hotelbesitzers Marquard. welche ebenfalls vollständig niederbrannten. Provinz Sachsen. Magdeburg. Rentner Paul Hilffert von hier ist im Lautersee ertrunken. Aschers leben. Der 16jährige Arbeiter Paul Große hatte das Unglück, in eine Strohpresse zu fallen. Bevor man ihn befreien konnte, wurde er von der Presse so schwer verletzt, daß er im Krankenhause starb. Botenheilingen bei 2 an g e n s a l z a. Als der Landwirth Hölzer von einer Festlichkeit desLandwehrvereins nach Hause fuhr, wurden plötzlich die Pferde seines Wagens scheu, Hölzer wurde herausgeschleudert, erlitt einen Schädelbruch und verstarb nach kurzer Zeit. E i l e n b u r g. Beim Rangiren t nes Güterzuges auf Station Kämmereiforst wurde der Eisenbahnschasfner Gustav Enger überfahren und war auf der Stelle todt. G r e p p i n. In der hiesigen Anilinfabrik platzte kürzlich ein Robr mit kochender Salzsäure, wobei sich die ätzende Flüssigkeit über den Arbeiter Gundellwein ergoß, der lebensgefährliche Brandwunden an den Beinen davontrug. 5 a l l e a. d. S. In Weinecks W'elda hat sich hierbei das Kreuz gebrochen und ist bereits gestorben. Swiecn 1(Ostrowo). Die Wirthsfrau Karwick kam dem Getriebe der Dreschmaschine so nahe, daß sie von der Welle erfaßt und hierbei so schwer verletzt wurde, daß sie später starb. Tuchorze. Beim Dreschen des lenbad erschoß sich der älteste hallische Journalist, der 66jährige Gerichtsberichterstatter Franz Marcks. Ihm war jüngst seine Frau durch den Tod entrissen, und diesen Schlag konnte der alte Mann, der sich in gute. pekuniären Verhältnissen befand, nicht 'überwinden. Kosen. Auf dem Tanzsaale erstochen wurde nach einem geringfügigen Streit um ein Glas Bier der 18jährige Bruno Bost von seinem Onkel, dem Arbeiter Zimmermann. Der Tod trat sofort ein; der Dolchstich hatte die Lunge durchbohrt. Der Th'äter wurde von den Anwesenden übel zugerichtet und dann der Polizei übergeben. ' Neuhaldensleben. Kauf

mann Hey von hier hatte das Unglück, mit seinem Zweiradmotor zu stürzen, wobei er eine Gehirnerschütterung davontrug. Er wurde im Krankenkorbe nach seiner'Wohnung geschafft. Stumsdorf (Bitterfeld). In dem nahen Orte Eismannsdorf wurde die Arbeiterin Pauline Aepler auf der Fahrstraße hinter dem Dorfe von einem Manne überfallen und auf die schrecklichste Weise gemißhandelt, so daß sie schwere innere Verletzungen davontrug, die sie arbeitsunfähig machen dürften. Provinz Kannover. , . Hannover. Das dreijährige Töchterchen des Schlossers Reinicke aus der Petristraße in Linden hatte von seinen Eltern einen Lampion bekommen. Als die Mutter kurze Zeit zum Nachbar gegangen war, zündete das Kind das Licht an, wobei der Lampion zu brennen anfing und auch die Kleider des Mädchens in Brand setzte. Die Brandwunden, die das Kind am ganzen Körper erlitt, waren so schwer.daß es starb. Das hiesige Mädchenpensionat von Frau F. Daniel (jetzige Inhaberin Frau Klara Damlitsch) öe--ging das Jubiläum des 25jährigen Bestehens. A u r i ch. Auf dem hiesigen Staatsbahnhofe wurde der 28 Jahre alte Eisenbahnarbeiter Joh. . Djürken aus Egels beim Rangiren von einem Wagen erfaßt. Er stürzte unter die Räder und wurde überfahren; der Tod trat sofort ein. Djürken war unverheirathet. E i n b e ck. Im nahen Orte Oldendorf auf dem Hofe des Bauermeisters Volger entstand Feuer, wodurch in kurzer Zeit das ausgedehnte Gutswohngebäude nebst den Pferdeställen eingeäschert wurde. Von dem Jnventar konnte nur wenig gerettet werden. Der Schaden ist bedeutend. Grohn. Lehtens badeten einige Knaben in der Lesum, darunter auch der acht Jahre alte Sohn des Einwohners H. Hildebrecht. Anscheinend hat er sich zu weit in den Fluß begeben. Plötzlich ging der Knabe, der nicht genügend schwimmen konnte, unter und mußte vor den Augen seiner Gefährten seinen Tod in den Wellen finden. Hildes heim. Die Feier des 75jährigen Bestehens der' hiesigen Taubstummenanstalt wurde von den zurzeit - die Anstalt besuchenden Zöglingen festlich begangen. Mellendorf. Verunglückt ist beim Bedienen von Lewrys auf dem Thonwerke Hierselbst der Arbeiter Georg Collmeyer. Er erlitt einen complizirten Bruch des einen Beines und wurde nach Hannover ins Krankenhaus geschasst. P e i n e. Die 70 Jahre alte Wittwe Kaewert von hier stürzte von einer Leiter, brach das Schlüsselbein und zog sich schwere innere Verletzungen zu, so daß sie mit dem Leben kaum davonkommen dürste. Ihr Ehemann war Tags vorher gestorben. S t a d e. Ein schreckliches Unglück ereignete, sich in Neufelde. Die bei einem Neubau beschäftigten Maurer hatten eine gebrauchte Flasche mit Salzsäure draußen stehen lassen. Das zweijährige Kind des Arbeiters Bahrenkampf fand die Flasche und trank, von dem Inhalt. Mit einem Schmerzensschrei brach das Kind zusammen. An feinem Aufkommen wird gezwei-

.S i e entscheidet. In ver, nächsten Tagen werde ich nach Paris fahren." Unternimmst Du da eine Geschäfts- oder VergnügunIZreise?" Das fragt sich noch; ich weiß nicht bestimmt, ob meine Frau mitgeht oder nicht!" ' Höhere Bildung. Richter: Woher haben Sie denn die Beule an der Stirn?" Angeklagter: Det muß sind, Herr Gerichtshof, nach die Darwm'fche Theorie " Richter: Was. schwatzen Sie da?" Angeklagter: Die Beule stammt nämlich von dem Assen ab, den ich Sonntags hatte." Das Wichtig st e. Schon wieder Rauserei bei Ihnen. Herr Wirth? Sollte heut' nicht Gemeinderathswahl sein?" Ist auch noch! Schaun's, alleweil raufen's halt blos a biß'l drum, ob's vor der Wahl a biß'l raufen soll'n, oder ob's nach der Wahl a biß'l raufen sollen. Bezeichnend. A.: Ach, sagen Sie mal, mein Lieber, ie' waren gewiß recht lange verreist?-' B.: Nein, warum denn wie kommen Sie zu dieser Frage?" A.: Wissen Sie, Sie sehen mir gar so zurückgekommen aus!" '. V e"r f ä n g l i ch. Hausfrau (in der Küche): Hu, wie habe ich mich eben geschnitten! Sieh nur mal, wie es blutet." Dienstmädchen: Haben Sie nicht etwas, !vas Sie um 'den Mnger wickeln können? Soll ich rasch Jhren Mann rufen?" A n st e ck e n d. Frau (zu ihrem Gatten, der Redakteur eines lyrischen Blattes, ist): Martin, Martin, unser Junge führt manchmal so blödsinnige Reden... sollte das nicht darauf zurückzuführen sein, daß Du ihn als kleines Kind immer in den Papierkorb gesetzt hast?" Individuell. Wie geht es Ihnen?" .Schlecht; ich leide seit Wochen an Schlaflosigkeit." Sie sollten ordentlich Pschorr trinken; wenn ich Abends vier, fünf Glas Pschorr trinke, schlafe ich allemal wie ein .Ochse." Ach, das liegt nicht am Pschorr!"

Jubiläum der Shrapncls. Ihre erste ..ffi;lell," Anwendung vor 100 Jahren und ihr Erfinder.

Die gewaltigsten Verluste im rus-sisch-japanischen Kriege sind bisher wohl durch die Artillerie hervorgerufen worden, und da waren es wieder bic Chrapnels, die den schwersten Schaden anrichteten. Das Chrapnel schleudert seine Kugeln in einer kegelförmigen Geschoßgarbe und zerstreut sich nicht, sondern hält sie auf einem engen Raum zusammen. so daß es Mann für Mann in diesen Reihen niedermätzt. Der Erfüdec dieser mörderischen Waffe wurde vor 100 Jahren der englische Offizier Henry Chrapnel. Dieser wurde 1761 geboren und erhielt sein Offizierspatent in der englischen Artillerie am 9. Juli 1779. Während der Belagerung von Gibraltar im Jahre 1779 ärgerte sich der junge Chrapnel über die schlechten Resultate, die die englische Artillerie erzielte; so wurden z. B. durch 2000 Schüsse nui 26 Feinde getödtet. Ein Kapitän Mercier kombinirte darauf Granaten mit kurzen Zündern und erzielte damit bessere Wirkungen. Die Idee Shropnels ging nun dahin, Traubenschise. die am wirksamsten wären, mit Sprenggeschossen zu verbinen. Er nahm eine Art Granate, die mit Karabinerkugeln gefüllt war, und versah sie mit einer kleinen Ladung von Schießpulrer, die genügte, sie ,in einer kurzen Entfernung vor dem Ziel zum Zerspringen zu bringen. Diesen Versuch führte Chrapnel dem General O'Hara noch während der Belagerung von Gibraltar vor. Dann reiften diese Gedanken immer weiter in seinem Innern und fanden 1802 ihren Abschluß in einem Handbuche der Artillerie. Im Mai 1803 durfte der Erfinder sein neues Geschoß dem König und einer Anzahl von Offizieren vorführen. Die grundlegend: Neuerung bestand in einer ganz eigenartigen Konstruktion der Zünder, drrch die ein schnelles und sicheres Al feuern ermöglicht' wurde. Das erste Mal angewandt wurde das neue Geschoß, das man Granatkartätsche benonte und das den Namen Chrapnel" erst 1866 auf eine Eingäbe des Sohnes des Erfinders, Henry Scrope Shrapnel, erhielt, offiziell bei dem Bombardement gegen die batavische Kolonie von Surinam am 30. April 1804. Der Erfolg war ein gewaltiger. In dem Kriege gegen Napoleon thaten die Chrapnels Wunderdinge. Gefangene Franzosen erklärten wiederholt: In Euren Kugeln muß der Teufel ftin!" Napoleon selbit gab Befehl, die noch nicht explodnten Geschosse zu sammeln und auf das Geheimniß iker .verheerenden Kraft hin zu untersuchen. Da man jedoch keine geeigneten Sachverständigen zur Hand hatte, so wurde der Befehl nicht beachtet. Bei Waterloo 1815 wurde die Erstürmung des Pächterhofes von la Haye-Sainte. die so viel zur Entscheidung der Schlacht beitrug, Hauptsächlich durch oas Shrapnelfeuer herbeigeführt. Shrapnel suchte seine Er findung immer mehr zu vervollkommnen, aber er vermochte die Schwierigleiten nicht zu beseitigen, die mit dem Transport der geladenen Geschosse vcrbunden waren. Während des folgenden langen Friedens wurde die Herstellung der Geschosse stark vernachlässigt. Shrapnel wurde seines Amtes als Inspektor der Sprenggeschosse enthöbe.: und starb 1842 als ein gebrochener enttäuschte? Mann. Er war darum eingekommen, daß man ihm wenigstenZ die großen Ausgaben von vielen Tausend Pfund Sterling ersetzte, die er für seine. Erfindungen ausgegeben. AlleZ was er erhielt, war eine geringe Pension. Infolge der geringen Sorgfalt, die man m England dem Shrapnel zuge wandt, vermochten, diese Geschosse im Ki-imkriege (1853 bis 1856) nicht arzuviel Schaden hervorzubringen. Eine Wiederbelebung und erneute Wirkung des Chrapnels wurde erst wieder durch die Deutschen hervorgerufen. Vaselin und (JefichtSabmagcrung. Ein interessanter Versuch, die krankhafte Abmagerung des Gesichtes und die damit verbundene Entstellung des Gesichtes' durch Vaselin-Jnjektioncn zu beheben, wurde im Rudolfinerhause in Wien an einem Mädchen durchgeführt. Das Mädchen zeigte bei der Aufnahme eine ganz ungewöhnliche Abmagerung des Gesichtes, gegen welche es erfolglos Massage und Elektriznät, ' ja - selbst Mastkuren gebraucht hatte. Während sie an Körpergewicht um 15 Pfund zugenommen l:aiit und durchaus normal war. fehlte im ganzen Gesichte das Unterhautfettgcwcöe, und das Antlitz machte einen greisenhaften, häßlichen Eindruck. Da die Therapie sich als ohnmächtig erwiesen hatte, wurden der Kranken im Rudolfinerhause in vier Sitzungen, welche sich ,auf die Dauer von 18 Taoen erstreckten, 4 Kubikcentimeter (1 Zentimeter gleich 0.39 Zolls Vaselin und 17 Kubikcentimeter Oelvaselin injizirt.' Der Effekt der Kur war ein solcher, daß das Mädchen vollkommen runde Wangen und ein nomales Gesicht bekam und seine verlorene Lebensfreude wiederfand. DerKronungsmantel des serbischen Königs ist aus schwersiem archiduc-rothem, venetianischem Rollsammt hergestellt. Er hat die stattliche Länge von 9 Fuß 2 Zoll und 'st 9 Fuß 10 Z?ll breit. Das Gewicht des Kleidungsstückes beträgt annähernd 53 Pfund.

Vom Anlande. Von einem Wilden Mann", der nicht wild genug war, schreibt man aus Topeka, Kas.: Robert Marshall, ein hiesiger Neger, welcher von Sells & Dowans Circus für diese Saison zu $6 per Woche gesichert wurde, um den Ungebändig-' ten Menschenfresser von Borneo" zu spielen und dabei sich in einem eisernen Kerker ganz wild benehmen, wie ein Hund, bellen und ihm hingeworfenes rohes, blutiges Fleisch fressen" sollte, mußte von den Circus-Eigenthümern entlassen werden, weil er seine Rolle nicht wild genug spielen konnte. Marshall verklagte hierauf die Gesellschaft und erhielt dann auch $6 vom Gericht zugesprochen. Die Zahl der Bankerotte in den Vereinigten Staaten bezifferte sich für die abgelaufenen neun Monate auf 9183 mit Verschuldungen in der Höhe von 111.659,205 Dollars. Dazu kommen noch 76 Banken und Geld -.Institute, die ihre Zahlungen einstellten mit Verpflichtungen in der Höhe von 20,810.454 Dollars. Von diesen Bankerotten entfielen auf die Fabrikationszweige über 2000, auf den Handel 6728 ; ' die übrigen Geschäfte lieferten nur 356 Bänkerotterklärungen, immerhin mit der hohen Summe von annähernd '23 Mill. Dollars. Dieselbe Zeit des letzten Jahres ist die Zahl der Bankerotte um zehn Prozent gestiegen. Ihre Zahl betrug in den ersten neuen Monaten ges letzten Jahres 8176 mit Verpflichtungen in der Höhe von 101.655,855 Dollars, wozu 'noch 67 Zahlungseinstellungen von Banken mit Verbindlichkeiten in dcr Höhe von nahezu i Millionen Dollars kamen. Da ß LöwenundTigere'in vorzügliches Gedächtniß haben, zeigte sich kürzlich bei einem Besuch des bekannten Menageriebesitzers Hagenbeck im Zoologischen Garten im Bronx. New Jork, in welchem sich vier seiner früheren Schützlinge befinden, die ihn seit 20 Monaten nicht gesehen hatten. Das Löwenhaus war voll von Besuchern, die sich vor den Käfigen drängten, als Hagenbeck und Director Hörnady eintraten. Ruhig schritt Hagenbeck ungefähr bis in die Mitte des Raumes, von wo er die beiden Käfige mit seinen alten Schützlingen zugleich übersehen konnte. Laut rief er dann auf Deutsch: Wie geht es denn Queenie und Wilhelm? Und was ist aus meinem Count und meiner Counteß geworden?" Die Löwin Queenie,

die bis dahin still vor sich hm geoost hatte, wachte plötzlich auf und begrüßte ihren alten Herrn und Meister mit freudigem Gebrüll, in das WilHelm herzlich einstimmte. Zugleich aber hatte auch das Tigerpaar den Herrn erkannt, und das dröhnende Quartett der Thierstimmen war von solch' elementarer Gewalt und ihre Freudeäußerungen so lebhaft wild, daß die Besucher nach beiden Seiten aus dem Hause stoben. Queenie und Wilhelm kämpften, an's Gitter sich drängend, um den nächsten Platz zu dem sich nun nähernden Herrn. Sehen Sie, nun wollen sie hinter den Ohren gekraut sein," sagte Herr Hagenbeck zum Director. Passen Sie 'mal auf." Wilhelm, mit dem Recht des Stärkeren, haite inzwischen ungalant den ersten Platz erobert, und dicht neben ihm drängte Queenie ihren Kopf an das Gitter. Abwechselnd brummten sie grimmig einander und knurrten freundlich ihren alten Herrn an, der mit beiden Händen hinter das Gitter langte und sie wie Hauskatzen streichelte und kraute. Ein seltenes Beispiel von Ausdauer, und Pflichttreue leate eines der Pferde der Feuerwehr von West Orange, N. I.. an den Tag. Dan . so hieß das Thier, hatte gemeinsam mit Major" schon seit 10 Jahren im Dienst gestanden und die Spritze nach mancher Brandstätte gezogen. Das Pferd war wegen seines Pflichteifers und seiner Ausdauer allgemein beliebt. Vor einigen Monaten bekam die Spritze jedoch ein neues Gespann und Dan" sowie Major" wurden vor eine Chemische Spritze gespannt, da sie es hier nicht so schwer hatten. Kürzlich wurde die Wehr durch einen Alarm in die Nähe der West Orange Polizeistation gerufen. Die beiden .Veteranen waren schnell angespannt und in gestrecktem Gallopp ging es Washington Str. entlang. .Plötzlich bemerkte der Kutscher, daß Dan" mit dem rechten Hinterfuß einen Fehltritt that und nur noch auf drei Beinen weiter lief. Das Thier trat auf einen großen Stein, so daß der Huf abglitt und das Bein brach. Das Krachen des Knochens wurde trotz des Klingeln und Lärms der Spritze deutlich gehört. Der Kütscher wußte, daß die Brandstätte nicht mehr weit entfernt war, und, die Zügel fester greifend, rief er dem hinkenden Thiere einige munternde Worti' zu, so daß es ungeachtet der Schmerzen im Gallopp aushielt, bis die Brandstätte erreicht war. Das Feuer wurde in kurzer Zeit gelöscht und dann nahm man sich des verletzten Pferdes an, das noch immer aufrecht stand. Es wurde festgestellt, daß .ihm keine Hülfe zu bringen war und daß eine Kugel nothwendig war. um es von seinen Leiden zu erlösen. Es wur de dann durch einen Agenten der Thierschutzgesellschaft erschossen. Manchen der Feuerwehrleute, die das Thier umstanden, wurden die Augen feucht, als der treue Kamerad verendete.