Indiana Tribüne, Volume 28, Number 51, Indianapolis, Marion County, 21 October 1904 — Page 7
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Henriette v. Mcerheimb
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(Fortsetzung.) Das macht wohl Ihre Kritiken so
bissig? Kleine Ursachen, große Wirkungen!" Frau Vengal klcpste dem Sprecher aus die Schulter. Arbeiten Sie bei uns. Einen stillen Winkel treibe ich schon für Sie auf. Ich handle für das allgemeine &csie. Dle Nuhe wirkt besänftigend. Tas gibt nachher milde Kritiken im Winter. Ich verdiene also großen Tank." Zu gütig!" Van Tielen verbeugte sich. Jäbtx es ist überstanden. Ende September gehe ich an den Genfer See und schüttle Berliner Theaterprcmieren, langweilige Bücher, beleidigte Autoren, grollende Musiker von meinen Rockschößen. Bin dann endlich einmal Mensch, nicht Journalist." Hier ist wieder eine angehende Künstlerin, die um nachsichtige Kritiken für ihr erstes Konzert bittet." Marka deutete auf Asta, die tief erröthete. Van Tielen warf ihr einen flüchtigen Blick zu. Noch in Opfer des Musikwahns! Bestes Fräulein, wir haben Sängerinnen genug." Asta warf den Kopf zurück. Ich bitte gar. nicht um nachsichtige Kritiken, nur um gerechte." Alle lachten. Van Tielen sah sie amüsirt an. Das ist doch selbstver-
stündlich höchstens ist man bei einer -jungen, schönen Dame geneigt, zu milde
zu urtheilen.
Schmieden Sie das Eisen, solange es heiß ist." raunte Marka Asta zu. Reden Sie ihn auf sein neues Buch
an
Sl& kenne es ia aber aar nicht."
Schadet nichts. .Aphorismen der Lebensweisheit' oder so ähnlich heißt es grimmig bissig. Sie brauchen nur anzutippen. Jeder redet am' liebsten von sich und seinen eigenen Werken." Diesen Ausspruch fand Asta bestätigt. Es bildeten sich verschiedene Gruppen. Eine lebhafte Unterhaltung war bald im Gange. Obgleich Asta interessirt zuhörte, fühlte sie sich doch etwas enttäuscht. Man sprach nicht von der Kunst an sich, von großem Ringen, ernstem Streben, sondern wirklich jeder .einzelne von. seinen eigenen Schöpfungen. Sie wagte nicht viel zu sagen, weil ihr die meisten Werke, auf die die Rede kam. fremd waren. Van Tielen schu.t auch keine eigenen Ansichten von seinen Zuhörern zu erwarten. Er sprach, dozirte. kritisirte. von keinem
Einwände beirrt, weiter. Asta saß tief in ein niedric.es. aoldenes Korbstühl-
chen zurückgelehnt, die Hände leicht im
Smoon versmlunaen. Ueber dem olon
den, etwas gesenkten Kopf nickte ein grüner Palmenwedel. Vom Nebenzimmer fc drana plötzlich ein süßer, sin-
gender Geigenton, weich lockend wie der Scülaa einer Nachtiaall. Alle ver-
stummten und horchten auf. Einige
nickten sich verstandninvoll zu.
Das ist Mengersky!" flüsterte Marka. So spielt nur er." Asta hob den Kovf. Die süfce Gei
genstimme sang weiter. Leise und zart
trug die ernste Klavieroegleitung die
wie aus Mondstrahlen und Blüthen düften zusammenaewobene Melodie.
Keiner der Zuhörer wagte zu reden. Athemlos, bezwungen lauschten alle. )ie Gespräche der Eite.eit. der Selbst-
Verherrlichung, die Kunst die wahre, große, göttergleiche zwang alle in ihren
?Zauberbann.
Die Musik schwieg. Asta beugte sich vor. Sie sah eine schlanke, mittelgroße Männergestalt in der Ecke des Nebenfaales stehen. In den langen, geschmeidiaen Künstlerhänden hielt er den Bo-
gen. Die goldbraune Violine lehnte an
ferner Wanae. In die breit vorsprm-
gende Stirn fiel eine dunkle Haarlocke, die er manchmal beim Spiel unaeduldia
zurückschüttelte. Eine scharf gebogene
Nase mit beweglichen, nervösen FIuaeln. ein feinaescknittener Mund, um
den ein serkastischer Zug lag. als ob die stolz geschwungenen Lippen sich über das lustia machen wollten, was
dke geniale Künstlerstirn ersann, die
dunklen, schwermuthiaen Aua:n träum
jen das war Joseph Mengersky, der berühmteste Violinspieler der Gegen-wart.
Seltsame Räthsel konnte ein scharfer Beobachter aus seinen Zügen her-auslesen.
Meister unser Meister!" . Frau Professor Bengals schluchzend?Stimme
zerrik die beMae Stille, die 'nach dem
Geiger.czesang über dem schweigenden
Raum schwebte.
Sie lief Menaersky entaeaen. der sei
nem ' Begleiter, einem bescheidenen.
blonden Jungung. der stets bei allen ' Konzertreisen um ihn war. die Violine
' binbielt.
Ich babe mich in meiner Svrachc einfübrt. verebrte ??rau." Men-
gersky küßte die kleine, suwelenbliker.de
5and. die ??rau Benaal ihm hinhielt.
Alle Uebriaen mdränaten ibn. Er
mußte viel Händeschütteln, Schulterttovfen. Umarmunaen aushalten.
" .Zwischen all dem lachenden Hin und
Her rukten seine Augen oft aus Yllta. Mm-k5 'übernahm die Vorstellung
Menrsky verbeugte sich nur stumm.
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'seine nae macyien uta oesangen, ue
füllte ihr Herz laut klopfen.
. er.... r:jf. !
wiener icoooen ncy mu .amci ten zwischen die Gäste. Kleine Tische
wurden aufgestellt, um dit man iq
zwanglos gruppirte. Eisgekühlter Champagner, Austern und Kaviarbröt-
chen, kleine Kuchen bildeten die Hauptbestandtheile des Soupers.
Asta wollte aufstehen und sich zu
Marka setzen, aber Mengersky erhob
abwehrend die Hand. Bleiben Sie
sitzen in Ihrem goldenen Stuhl, Fräulein v. Hollen. So, in dieser Stellung,
den Palmenzweig über dem blonden
Haar.' die Hände gefaltet, müßte Ben-
gal Sie malen als Muse der Musik.
Nur der Ausdruck kann noch etwas an-
ders sein, mckt erschrocken fraaend. ion dern wie vorhin, als ich spielte. Ich
habe Sie beobachtet., Ganz traumver-
loren sahen Sie aus wett fort von
der Erde."
Mengersky hat recht. Theodor,"
wandte sich Frau Vengal lebhaft an ihren Mann. Du malst ein Porträt von Fräulein v. Hollen, idealisirst es ein bischen und"
Das ist gar nicht nöthig," fiel Men-
gersky ein.
Frau Bengal drohte mit dem Fmger. Darüber ließe sich reden," meinte
Vengal nachdenklich. ..Wenn die Dame
Mir sitzen will, ich bin bereit."
..Bei den letzten Sitzungen spiele ich."
versprach Mengersky, damit der rich-
tige Ausdruck hineinkommt. Einem
Maler darf man schon helfen ohne
Brotneid. Aber jetzt vorwärts, meine Herren von der Feder! Ich habe das
Meinige gethan, thun S:e das Je. Unserer Verabredung nach muß jeder
der Anwesenden zu all den lulincn
schen Genüssen auch geistige hi.:zu-
fügen."
Bravo gut gesprochen!" schallte es
rinqsum.
Van Tielen zog ein dünnes Heft aus
der Tasche. Einige geistreiche Aus-
spruche, beißende Sarkasmen. alle menschlichen Schwächen geißelnd, las
er aus seinem druckfertigen Manuskript
vor.
Mengersky war hinter Astas Stuhl
getreten. Seine Hand lag auf der
Lehne des goldenen Segels. Sie fühlte
es wie emen elektrischen Strom von
diesen nervösen kühlen Künstlerfingern
ausgehen. Er sah die Blutwellen, die
ihren weißen Hals mit rosa Gluth be
deckten, als er unversehens bei eine?
schnellen Bewegung ihre zarte Haut be rührte.
Der Duft ihres Haares, der Geruch
der Veilchen an ihrem Gürtel um-
schmeichelte ihn wie eine Liebkosung. .
Er lachte mit den anderen über Tie-
lens scharfe Witze, aber ohne sie ver
standen zu haben. Erst als Marka auf
dem Flügel eine Liszt sche Rhapsodie herunterbrausie, wurde er aufmerksam.
Spielt temperamentvoll wie eme
Polin," lobte er mit dem oft bei ihm
hervorbrechenden Stolz' auf ferne Na tionalität.
Asta stand auf. Sie konnte den
brennenden Wunsch, vor diesem Publi-
kum zu zeigen, daß auch sie etwas lei-
sten konnte, nicht mehr unterdrucken. '
Bitte, bitte, liebste Marka, beglei-
ten Sie mich.
Marka ließ die Hände noch in einigen raschen Läufen über die Tasten
gehen. Singen wollen Sie, Kleine?
Hier ietzt? Das nenne ich Muth."
Ich will, , nein, ich muß!" beharrte Asta. Vergessen war die niedergedrückte
Stimmung des Nachmittags, der Zwei;
fel am eigenen Können. Nichts wie der heiße Wunsch, diesen kunstverständigen Menschen ein Lob abzuringen, be-
seelte sie. Was wollen Sie singen?"
Die Arie aus Talilah und Sam-
son." Marka lachte laut auf. Um Got
tes willen! Sie mit Ihrem süßen Bogelstimmchen! Nur keine Tragödie.
warum nicht gar Brünhildes Fluch und Racheschwur? Singen Sie lieber:
Em Veilchen auf der Wieie stand-
Ach. das ist so simpel und abge-
leiert." Das Schöne ist oft einfach und ab
gesungen." Marka intonirte bereits die
reizende, wie über Wiesenblumen hm HMende" Melodie. -
Asta sang. Ihre zarte, frühlings-
frische Stimme, ihre poetische Erchei
nung paßte zu dem süßen Lied, wie ge-
schaffen. Eines ergänzte das andere: Ein Veilckkn auf in Wirse stand In sich gebückt nnd unbekannt ES wzr ein hcrzizs Veilchen. . .
Die langen Wimpern fielen in un-
bewußter Koketterie über die Augen, die
Blumen im Gürtel dufteten.
Die Zuhörer glaubten wirklich, von
Wiesengrün und Veilchenduft entzückt
zu werden.
Eine sekundenlange Stille nach be-
endetem Gesang dann lautes Beifall
rufen.
Nur Mengersky sagte nichts. Er
nahm seine Violine und trat zum Flu
gel. Jn entzückenden Variationen sang jetzt die Gegenstimme noch einmal
das holde Lied. Tann legte er das Instrument vorsicbtia auf einen Stubl.
J I m l t 19 ergriff Astas Hand und zog sie an die
Lippen. Es war ein herzigs Veilchen!" Seine ausdrucksvollen Augen strahlten. Seine Stimme klang gedämpft nnd doch vernehmlich durch das stille Zimmer. Wir wollen dafür sorgen, daß dies Veilchen nicht lange unbekannt bleibt." Frau Venaal war entzückt, in Asta einen neuen Maqnet für ihren Salon gewonnen 211 baben. "pen Menaerskt?
XL X2 TT auszeichnete, dessen Glück war gemacht.
Beim Abschied beredete Professor
Vengal ernstlich die erste Sitzung. Er habe jetzt gerade Zeit.
Mengersky verhieß Marka seinen Be-
such. Seine Blia'e ruhten auf Asta.
Dieie fühlte mit Stolz und Ent-
zücken, daß fein Versprechen Hauptfach-
lich ihr galt. Ganz beraujcht von alZl den neuen Eindrücken fuhr sie mit
Marka nach Hause.
.Wie soll ich Ihnen danken? Es war
zu schön!" versicherte sie immer wieder.
Ja, Sie sind ein Sonntagskind,
meinte Marka freundlich. Von Ben-
gal gemalt, von Mengersky protegirt, von Marka Paulsen begleitet dann
kann s nicht fehlen. Dazu im Hinter-
gründ einen vertrauensseligen- Bräuti-
gam, :n dessen, Arme man sich aus allen
Gefahren retten kann."
Ach, den hatte ich heute Abend ganz
vergessen," seufzte Asta.
Marka bezahlte gerade den Drosch-
kenkutscher und ließ deshalb den Stoß-
seufzer der glucklichen Braut unbeantwortet. Trafen Sie schön. Morgen um elf Uhr wandern wir zu Herrn
Rosengart. Der treibt Ihnen die Eitel-
keit wieder aus. 1 Er ist oft recht grob gegen Anfängerinnen."
' "Mit hoch erhobenem Kopf und feit
dem gestrigen Abend bedeutend gestiegenem Selbstgefühl betrat Asta am anderen Morgen mit Marka Herrn Ro-
sengarts Wohnung, die m emer der neuesten Straßen von Berlin W lag und den allererdenklichsten Luxus in
Stuck, Ornamenten und Wanddekora-
honen in Treppenhaus und Zimmern
zur Schau. trug.
Herr Rosengart scheint recht hübsche
Einnahmen zu haben, meinte Asta.
an den mit Seide bespannten Wänden
hinaufsehend. Nur der große Schreib-
tisch am Fenster deutete auf Arbeit;
sonst zeigte der ganze Raum einen fast
weichlichen Luxus. Große Photographien von Künstlern und Künstlerin-
nen standen auf den vielen Plüschtischen
und Etageren umher. Asta stieß einen
chalbunterdrücktcn Ruf des Staunens
aus, als sie auch Mengerskys und
Markas Bilder erkannte.
Wir haben doch auch einmal ange-
fangen. Kind, und uns mit Herrn Rosengart gut stellen müssen," beantwortete Marfci die unausgesprochene Frage.
Rosengarts Eintritt unterbrach die
Unterhaltung. Ein kleiner, wohlbeleib-
ter Herr, der Asta nur mit der Andeu-
tung einer Verbeugung beehrte, Marka
aber außerordentlich höflich begrüßte.
Sie wollen mir doch kemen Querstrich
machen, verehrtes Fräulein?" Herrn
Rosengarts Züge drückten lebhafte Be-
sorgniß aus. Es bleibt doch bei un-
serer Abmachung: Anfang Oktober das erste Konzert Solospiel, der. zweite Abend am 1. November mit Mengersky zusammen?"
Jawohl, das kann alles so bleiben.
Ich komme diesmal nicht in meiner.
sondern in Angelegenheit dieser jungen
Dame. Fraulem v. Hollen wünscht aufzutreten."
Klavier oder Violine?" fragte Ro-
sengart kurz.
Gesang Mezzosopran," antwor
tete Marka ebenso lakonisch.
Sind i&it schon einmal aufgetreten, Fräulein, und wo? Können Sie
mir Kritiken zeigen?"
Asta schüttelte den Kopf. Ich habe noch niemals öffentlich tzesungen." Ihr Ton klang durchaus nicht verbindlich. Rosengarts Gesicht und Manieren waren ihr zu unausstehlich. Marka runzelte vergebens die Brauen.' Wo sind Sie ausgebildet, Fräulein?" Rosengart legte sich bequem in seinen Stuhl zurück. Die Beine üb?einander geschlagen, knipste er unaufhörlich an seinen langen, spitz geschnittenen Nägeln. Ein Manöver, das Astas reizbare Nerven folterte. In Kiel nahm ich Unterricht bei Herrn Becker, hier Privatstunden bei dem Direktor des Konservatoriums für Gesang." Hm-wie alt sind Sie?" , Neunzehn Jahre." ' Und studiren vermuthlich seit knapp zwei Jahren? Nee, Verehrteste, da tritt man noch nicht in der Singakademie
oder Philharmonie auf! Erst mal ein
paar Jahrchen lernen, vielleicht in der
Provinz Konzerte geben, dann fragen
Sie wieder an. Asta warf Marka einen hilfesuchenden Blick zu. Fräulein v. Hollens Stimme ist.
wenn auch noch nicht ganz ausgebildet, doch sehr ansprechend." sagte Marka ruhig. ' Sie müssen sie selbst prüfen,
verehrter Herr Rosengart. Natürlich
nur, wenn Sie die Dame em- bis
zweimal vor dem Konzert sich vorsingen
lassen, ihr nige Rathschlage geben, A n f n I t
rann vas Aunrelen gewagl werden.
Rosengarts Züge wurden freundIicher. Wollen's versuchen, weil Sie
zureden, Fraulem Paulsen."
O. ich interessire mich nicht allein
für die junge Dame." Marka spielte
ihre höchste Karte aus. Fraulem v.
Hollen sang gestern bei Bengals. Alle w'aren entzückt, Mengersky besonders.
Professor Bengal wird Fraulem v.
Hollen malen. Das Bild kann vor dem
Kdnzert bei .Schulte ausgestellt werden.sage Ihnen das zieht!" Rosengart strich sein glattrasirtes Kinn.' So so, von Bengal aemalt, und Mengersky interessirt sich für den Gesang der Dame!" Ein cynisches La cheln verbog seinen Mund. Wenn wir eine Gesangnummer in das Mengerskh'scke Koncert einschöben? Das qinge vielleicht. Natürlich nur. wenn Mengersky das gestattet.Dafür garantire ich." Rosengart schlug den Deckel des bescheiden in der Ecke stehenden Pianos zurück. Bitte. Fräulein" Asta sang ein Lied. Rosengart unterhielt sich währenddessen laut mit Marka. Recht nett die -Stimme ist ansprechend," meinte er dann nachlässig. Wenn dvL Fräulein vor dem Konzert einmal zu mir kommen will, um mir die Lieder, die sie wählt, vorzusingen und Mengersky wirklich die Güte hat.
in seinem Konzert den Gesang zu dul-.
den so habe ich nichts dagegen.. Freilich für den Erfolg kann ich nicht garantiren da wasche ich meine Hände in Unschuld. Wählen Sie recht ansprechende Lieder mit leicht in's Ohr fallender Melodie.' Fräulein. Das ist ein hübscher Gegensatz zu Fräulein Paulsens und Mengerskys grandiosem, genialem. Spiel." Asta . wurde roth vor Aerger. Schnaderhüpferl singe ich nicht!" Schnaderhüpferl habe ich auch nicht gemeint-, obgleich es reizende Sachen in dem Genre gibt. Das Publikum
will sich auch einmal von dem angestrengten Zuhören erholen." Ich werde 'Fräulein v. Hollen bei der Wahl der Lieder behilflich sein." lenkte Marka rasch ab. denn Astas trotziger, empörter Gesichtsausdruck weissagte eine Antwort, die Herrn Rosengart nicht gefallen haben würde. ' Dann bin ich der richtigen Wahl sicher." Es folgten noch einige geschäftliche Auseinandersetzungen, die Asta wenig interessirten. Sie wunderte sich immer mehr über Markas freundlich zuredende Art. mit Rosengart umzugehen. Auf der Treppe machte sie ihrer Entrüstung Luft. Marka ließ sie ruhig austoben. Kind, das Kreuz ist zum Bücken da," sagte sie schließlich ruhig. Mit steifem Rückgrat kommt man nicht durch
die Welt. Etwas klappern gehört zum
Handwerk, und mit der Kunst ist auch das Handwerk untrennbar 'verbunden.
Seien Sie ,froh, daß Rosengart Sie auftreten lassen will. Das ist ein Erfolg. so groß, daß Sie ihn noch gar nicht verdienen. Reklame gehört zum öffentlichen Auftreten wollen Sie dcknicht mitmachen, so singen Sie doch zu Hause für sick. Wäre sogar in Ihrem Fall viel richtiger. Aber wählt man einmal die steinige Laufbahn einer Künstlerin, so soll man die Steine im Wege vorsichtig beiseite räumen, statt darüber zu stolpern oder zu jammern. Hab' ich Nicht recht?" ..Wahrscheinlich. Aber diesen Rosengart brauche ich doch wohl nicht für einen Musikverständigen zu halten?" Nein nur ihn dafür zu bezahlen. Wofür Sie ihn halten, ist ganz Jbre
Sache und ihm sehr gleichgiltig. Ihnen kommt es auf's Auftreten, ihm nur auf's Geld an. Der Handel ist sehr glatt. Schreiben Sie nur schnell
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6. K a p i t e l. y och am Abend desselben Tages schrieb Asta an Ellen. Der Brief wurde ihr schwer. Sie glaubte ja, daß die Schwägerin ihr eigenes Geld für sie opfere. Es war nicht leicht, Ellen die Gründe, weshalb sie die groe Summe huben müsse, auseinanderzusetzen. Was verstanden Ellen und Kurt vcn Konzertarrangements! Sie würden glauben, Asta fließe sich schmählich betrügen, wenn sie ihnen erklären wollte, daß sie tausend Mark nur für die Erlaubniß, auftreten zu dürfen, haben müsse. Sie schrieb darum nur von erhöhten Pensionspreifen,. theurem Musikunterricht, dringenden Toilettenausgaben und dem kostspieligen Berliner Lecen im Allgemeinen. Toiletten brauchte sie auch wirklich viele. Jeden Freitag ging sie zum Joux fix bei Professor Bengal... Da konnte sie unmöglich immer in demselben Seidenfähnchen erscheinen. Frau Bengal nahm sie unter ihre mütterliche Obhut. Sie fuhr mit ihr zu Geson und bestellte Toiletten für ihren Schützling mit der großartigsten Gleichgiltigkeit dem Kostenpunkt gegenüber. Astas schüchterne Einwände verlachte sie nur. Gerson gab unbeschränkten Kredit; später als berühmte Konzertsängerin konnte sie ja die kleinen Rechnungen" leicht bezahlen. Die Anwesen heit der als sehr reich bekannten Frau Bengal schien dem Geschäft' in der That genügende Garantie zu bieten.- Man lieferte Asta die reizendsten Toiletten, ohne ein Wort vpn Bezahlung oder auch nur Abzahlung zu erwähnen. Zu Astas freudiger Ueberraschung schickte Ellen die verlangten Summen, die .freilich den stetig anwachsenden Rechnungen gegenüber sehr ungenügend waren. Immerhin konnte Herr Rosengart bezahlt und alle kleinen. Ausgaben bestritten werden. (Fortsetzung folgt.) Diel Verlangt. 6hi ! e f : Großpapa, erzähle unö wieder einige Greuelthaten aus ,der gu. ien alten eit'l-
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