Indiana Tribüne, Volume 28, Number 49, Indianapolis, Marion County, 19 October 1904 — Page 5
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Jndkna Tribüne Oktober 190'1. YS W A LA A r i s r i J ? fteisö ! .DW, wvvrwyviy 7 a X Der (Kongreß - Abgeordnete von Alissouri. i a
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Erörterung
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unter den Zpezial.Tepcsche der .Tkibüue'.) x Vom Freidenker-Congreß. St. Louiö, 17. October. Ter Freidenker-Congreß ist eröffnet. Indianapolis ist würdig vertreten. Herr Rappaport ist am Comite für Re solutionen und A. Falbisaner am Dr ganisationS-Comite thätig. Letzterer wird seinen Vortrag Ein Vorkämpfer deZ Rationalismus in Amerika" Mitt woch Nachmittag halten. Die wichtigste Arbeit, welche dem Congreß vorliegt, ist die Gründung eines Internationalen Monistenbundes auf der Basis der von Profeffor HaeZel dem Congreß übersandten Thesen. Dem Vortrage deS Herrn Falbisaner, in dessen Manuskript ich Einsicht erhal. ten habe, entnehme ich auS der Einlei tung folgende interessante Stellen: Mehr denn ein Jahrzehnt, bevor sich hierzulande freisinnige Männer zufammenthaten, um in geschlossener Phalanx anzukämpfen gegen die. idiotischen Leh ren eines orthodoxen Theismus und einer freien, vernunftgemäßen Welt anschauung Vorschub zu leisten, da wirkte und schaffte im Sinne des Ra tionalismuS mit unermüdlicher That kraft und bedeutenden Fähigkeiten ein Mann, dessen Herz für die sittliche und rechtliche Freiheit der ganzen Menschheit glühte, dessen Lebenshauch die Freiheit aus religiösem und politischem Gebiete war und der mit voller Berechtigung diesen letzten Scheidegruß an seine Genossen senden konnte: Mein ganzes Leben war der Freiheit geweiht, der wahren, ganzen Frei heit! Ich sterbe als freier Mann! Ich habe meine Schuldigkeit gethan, thut Ihr die Eure! Und mögt Ihr die Freiheit voller und schöner erblühen sehen, als ich es leider gesehen habe. Das ist mein AbschiedSgruß an alle freien Männer, an alle Fortschritts Vereine aller Art und an alle Frei h:it-freunde. Sagt ihnen das." Dies waren die letzten Worte von Eduard Mühl, einem Bahnbrecher des Nationalismus in Amerika, d.'ssn Nauie 'der Vergessenheit zu entreißen und ihn mit leuchtenden Lettern in das goldene Buch der Freidenker Amerika einzutragen, unsere Ehrenpflicht und besonders Heuer da wohlangebracht ist. wo wir gerade 50 Jahre, nachdem fein Lebensathem verwehte, den ersten In ternationalen Freidenker.Congreß auf amerikanischem Boden begehen, unfern der Stätte, wo er seine Ideen über die freie Menschheit im freien Staate pflanzte und auSsüete und wo der unerschrockene Kämpe für Freiheit und Menschenrechte nach einem thatenreichen Leben in kühler Erde ruhet. . Mühl war ein Kind einer großen Zeit. Mit Heine konnte er sagen, daß t um seine Wiege die letzten Mondlichter
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der wichtigen
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Auspizien der Nationalen Nooscvclt Liga.
deS 13. und das erste Morgenroth des 19. Jahrhunderts spielten. In seinen Kinderjahren erlebte er die Erniedrignng seines Vaterlandes, mitKnabenbeinen ging er auf die Berge seines sächsischen Heimathsortes hinauf, lauschte den Prophetengesängen der Freiheiten, hörte den Donner der Ka nonen und sah, wie im männermor benden Kriege eines großen Napoleon'S Stern zum Sinken gebracht wurde. Zum Jüngling herangewachsen bezog er die altehrwürdige Universität in der berühmten Pleißestadt, von der Göthe singt: Vltitt Leipzig lob' ich mir. eS ist ein klein Paris und bildet feine Leute". Dort übte die geistige Revolution einen gewaltigen Eindruck auf den vom'Vater im strenggläubigen Sinne erzogenen Pastcuenfohne aus. Er schloß sich der Burschenschaft an,, die gerade zu jener Zeit in ihrer schönsten Blüthe stand und mit Recht als stolzer Hort der freiheitlichen Bewegnng bezeichnet wurde. In der hochgestimmten Begeisterung und der idealen Jugendseligkeit, welche I damals die liberale Studentenschaft erfüllte, witterte eine reaktionäre Sippe Verbrechen und' Verrath und unter drückte jeden Athemzug, der dieser von Edelsinn, FreiheitS und Vaterlands liebe getragenen Richtung galt. Ver trauensbruch stand auf der TageSord nung des Regenten von Lottes Kna den", und mit gutem Grund sang der Student: Stoßt an! Landesfürst lebe, tzurrah hoch! Er versprach uns, zu geben das alte Recht, Er Hat'S nicht gehalten, der Schinderknecht! Frei ist der Bursch!" Nach dem in Ehren bestandenen theologischen Examen kehrte Mühl in die stille Pfarrklause seines Herrn Vaters zurück, um dem Vater im Amte nachzu folgen. So hatte eS wenigstens der alte Herr bestimmt. Doch schon in seinen ersten Predigten konnte der junge Theologe seinen der Sache der Freiheit zugethanen Geist nicht verleugnen. Ein hochwohlweiseS Kultusministerium, das sich auf die infamen Karlsbader Beschlüsse stützte, erachtete eS für nothwendig, den liberal gesinnten GotteSgelehrten unter strenge Censur zu stellen. Den Demagogenriechern gab Mühl aber keine weitere Gelegenheit zum'Ein .schreiten. Die ihm nach seines VaterS Tode angebotene Predigerstelle lehnte er ab, und opferte seiner Ueberzeugung die angenehmen Verhältnisse, die ge sicherte Stellung, den lieben Freundes kreis und die schöne Heimath. Und als deS BslkeS blut'ge Saat Um alle Frucht betrogen. Im Dunkeln schleichender Verrath Sein tückisch. Netz gezogen. Nicht so vollkommen, als er eö er wartet, fand Mühl die neue Heimath.
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deinem aufmärtlftrebenden, sich gegen jede widersinnige Bestrebung und die geistige Freiheit hemmenden Umtriebe auflehnendem Geiste war die besonders im Osten herrschende religiöse Unduldsamkeit mit all' den blödsinnigen Aus wüchsen amerikanischen HumbugS zu wider. Wo immer er Gelegenheit fand, geißelte er diese, . cineS freien Volkes unwürdige Verirrung, und es erschien ihm deutlich der große Wider spruch, der darin lag, daß ein einzelner Mensch, wie ein ganzes Volk, in tiern einen Kreise seiner Lebensthätigkeit seine vernünftigen Rechte und Pflichten klar erkennt und im Bewußtsein freier Selbstständigkeit und seiner mensch lichen Bestimmungen sich das Leben rationell gestaltet, und doch auf der anderen Seite zum Spiele blinden Wahnes und des Fanatismus von jedem Finsterlinge, Narren und Betrüger gebraucht werden kann." Der mit großem Beifall aufgenom mene Vortrag schloß mit folgenden Worten:Unerschrocken ging P!ühl bei seinem ganzen Thun und Handeln vor. Mannhaft war sein Verhalten in allen Lebenslagen, mit Ausdauer strebte er dem gesetzten Ziele entgegen und mu thig stritt und litt er für die Grund sätze der Freiheit, für die sociale und geistige Befreiung der ganzen Mensch heit. Möge er in unserem Kampfe gegen Finsterlinge ein leuchtendes Bei spiel sein. Seine unbezähmbare Freiheitsliebe, sein Eintreten für allgemeine Volksbildung, seine entschiedene Stellungnahme in der Sklavenfrage, seine Gradheit, Einfachheit und Unbe stechlichkeit sind so vorzügliche Eigenschasten und waren bei ihm in .chem Grade ausgeprägt, daß wir uns nicht dem Vorwurfe über Personenkultus aussetzen, wenn gerade von dieser Stelle aus das Gedächtniß an ' diesen edlen Charaktermenschen wachgerufen wird. Der Umstand, daß Mühl in mitten des Deutfchthums in Amerika zu einer Zeit wirkte, als der Mysticis muZ und die Unduldsamkeit hierzu lande ihr Unwesen in der krassesten Form ausübten, ferner die Thatsache, daß er aus eigenem Antriebe neue Freiheitsklänge anschlug und neue An regung zu freier, selbstständiger und vernünftiger Forschung und Prüfung gab, sichern ihm den Ehrenplatz als Bahnbrecher des Rationalismus in Amerika. Mögen stets die in seinem Grabstein eingemeißelten Worte beherzigt werden: Mit unS Nachwelt ! Ehre dem muhigen Streiter für Wahrheit und Menschenrechte !" Wenn die infame Dolliver HepburN'Bill im Congreß verworfen wird, so gebührt Richard Bartholdt von Missouri das HauptVerdienst.
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der Ein Grundeigeuthums Uevertragungen. John Kitley an Henry Lichtenburg Jr., Theil südwestliche Viertel Sec 10, Township 15, Range 5, Franklin Townfhip. $3,200. Minnie T Lane u A an A M Tho. maS, Lots 12. 118 und 119, Cooper's Pleasant Park Add. istlich vom Deut schen Waisen HauS. $1,850. . Mnella H. Stanton u A an' Calvin Stuck, Lot 1, Stanton'S Madison. Ave Add nahe der Gürtelbahn. $1,000.' -Jesse I. Privett an Frank Doyle, Lot 22, Olleman u. A. Add., West Jndtanapolis. $500. Chartes Freund an Frank Freund, Tljeil vom nordöstlichen Viertel, Sect. 20Township 15, Range 3, Perry Townfhip. S200. John W. Warrenburg an James B. Skaggs, Lot 27, Stanton's Add.. nahe deutsches Waisenheim. $1100. Thomas G. Barry an Leroy Temple ton, östliche Hälste vam südwestlichen Viertel, Section 12, Township 14. Range 3, Perry Township, nsrdwestlich von Soutdport, 80 Acres. $9500. Jonas F Johnson an John E Hunter, Theil deS südwestl. , Section 3. Township 16, Range 4, nahe den StaatS'Fair Gründen. $0,500. Thomas B O'Connell am William H Robinson, Lot 9, Spann & Holloway'S Shelby 'Str. Add, südlich der Gürtezbahn. 82,000. Alice E Dunnington an Theodore F Harrifon, Lot 47, Jones' Subdivision, Greß'S Addisson, westlich vom Deutsche Waisenhaus. $1.000. William M Karftedt an John G Karstedt, Lots 105 und 106. University HightS Add.. südlich vom Garfield Park. $1.500. John G. Karstedt an William H. Karstedt zc, dasselbe, $1500. Der Staat Jndiana an John I. Appel und Erastus L. Cothrell, Theil vom westlichen und halben östlichen Viertel, Section 6, Townfhip 15, Range 4, State Field", Ost Wash. ington Str., $50.000. Edward G.' Hofer an Jennie M. Morlatt. Lot 41. Ruddell's Glenwood Addition, östlich von Woodruff Place, $1500. Die Union Trust Co., Bevollmächtigte, an Michael H. SpadeS, LotS 1 und 7, -Ridenour'S Subdivision. Phipps' Springdale Addition. Ecke Orientale und Market.Str., $12,000. David Pfendler an John S. Real,' Theil von Lot 2. Muir's Subdivision, Haughville. $1150. George N. Shelby an Arthur S. Meng. Lots 62 und 63. Lieber'S Addl tion, North Indianapolis. $400.. Oscar F Mann an Ella M. God man, Lot 72. Julian u. A, Add., Jr vwgzon. $3,000.
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Jeder Willkommen Joseph T Gist an Addison H Gift, Lots 297 und 293, Ogle u. A. East Park Add. $1,000.' William H Johnson an Charles F Stedman, Lots 13 und 14, Lynch's Subdivon von Hutchings & Darnell'S Addition zu Brightmood. $1,150. Eva F Copland an Russell T Mc Fall, Lot 150, Douglaß Park, New Jersey Str., nördlich von 25. Straße. $3,100. Agid Sahm an Richard Lucid. Theil von Lot 16, Hannä'S Erben Addition, südöstlich von der Massachusetts Ade. Addition. $3000. JameS H. Wilson an Walter C. G. Stedtfeld, Lot13, Miami Powder Co's Subdiviston, N. Illinois Str, Add., südlich von Fall Creek. $1600. Lena Weghorft, Exee., an Geo. L. Wilmer, Lot 22. Weghorft's Nordseite Addition, nahe 34. Str. und Central Ave. $1650. Arthur V. Brown an F. J.Wuensch, Lot 79, zweite Section, Windhorst Place. westlich von MadisunAv., nörd lich von der Gürtelbahn. $1300. Tillie Kepler an John I. Vrorön u. A., 'Lot 96 in Brown'S südöstliche Aod. $940. John I. Johnson an Luther P. Brush, Lot 3 in Bulsterbaum's Subd. in Brookside Add., nahe SpadeS Park. $3,000. Sophrohia Edwards an LeonidaS M. Bronson, südöstliches Viertel von Sec. 18, Tp. 17. Äange 4, in Law renceTp. $1.000. ' . Charles N. Ahrens, Administrator, an Mary I. Cunningham, Lot 9 in Hutchinfon'S Sudd. in Highland Park Add.. östlich von Woodruff. Place. $1.200. ' i Während der verflossenen Woche wechselte Grundeigenthum im Werthe von $265,791.40 den Besitzer. State of Jndiana an Cincinnati, Indianapolis k Western Railway Co., Theil deö nordöstlichen Viertels Sec. 7, Township 15, Range 4, östlich der State.Ave., südlich der Eiscnbah. $6. 000. Milhelmina Metzger an Andrew I. Dolan, Lot 22, Metzger'S Park Place Add. Capitol Ave. nahe Fall Creek. $1.000. V e r n o n , 18. Sept. Die Ge schworenen in dem Pkozeß gegen Fred. Willman, welcher am 3. Sept. Mah.'j lon Wells erschossen haben soll, wurden gestern vereidigt. Eine große Menge Zuhörer hatten sich im. Gerichtszimmer eingefunden. Die öffentliche Meinung über die Schuld Willman's ist ziemlich getheilt. Als erster Zeuge wurde Wal ter Barton aufgerufen, in dessen Haus sich Wells flüchtete, nachdem er geschossen war. Der Prozeß wird währschemlich eine ganze Woche in EaspruJ nehmen.
Amerikaners.
! Allerlei für's Haus. Lederlappen sind, zum Abreiben feiner Möbel, sowie von Silber- und Goldsachen selbst den weichsten . Staubtüchern vorzuziehen, zumal die Erfahrung lehrt, daß sie trotz der höheren Anschaffungskosten durch ihre Unverwüstlichkeit nicht theurer als Staubtücher sind, da sie sich nach dem Schmutzigwerden einfach und vorzüglich reinigen lassen. Man löst ein Stückchen Soda in heißem Wasser auf und fügt so viel kaltes Wasser hinzu, bis yie Lösung lauwarm, ist. Dann seift man die Lcdcr an den besonders schmutzigen Stellen mit wenig weißer Seife, wäscht sie in der Lösung so lange tüchtig, bis sie rein sind und drückt sie fest aus. Man trocknet sie, ohne sie zu spülen (Spülen macht hart) an einem warmen Ort und zieht sie nach dem Trocknen tüchtig hin und her, bis sie. wieder weich sind wie beim Einkauf. Stiefelwichse zumSchutz gegen N ä s s e. Bei gelindem Feuer werden 3 Gramm Kolophonium, 30 Gramm Wachs und 125 Gramm Rindstalg zusammengeschmolzen, 50 Gramm Leinölfirniß und zuletzt unter Umrühren 30Gramm Beinschwarz zugesetzt. Diese Wichse kann zum Schutz gegen die Niiffe auch auf die Sohlen aufgetragen werden. Gardinen,- Wäsche. Zu? Gardinenwäsche ist das Vorhandensein einer Wringmaschine recht wünschenswerth, weil Gardinen beim Auswringen durch die Hand zerdreht werden. Weiße Gardinen werden zunächst in lauwarmem Wasser mit etwas Sodazusab ausgespült; dann werden sie in warmer Seifenlauge so lange abgedrückt, bis gutwillig kein Schmutz mehr' abgeht; hierauf seift man sie durch und durch an und wäscht sie in stark warmer Seifenlauge gehörig durch, steift sie wieder an und übergießt sie mit kochender Lauge. wäscht sie in dieser noch einmal durch und kocht sie IN gut seifigem Wasser mit wenig Sodazusatz klar. Nach dem Kochen übergießt , man die Gardinen 'mit reinem, kochenden Wasser, drückt sie darin tüchtig ab, bringt sie ins Spülwasser und behandelt sie beim Spülen und Blauen so, wie bei weißer Wäsche angegeben ist; das Blauwasser muß etwas stärker gefärbt tverden. als bei anderen' Wäschestücken, weil Gardinen mehr Blau brauchen. Weiße Tücher aus japanischem Seiden st offe wäscht man am besten mit kaltem Wasser und Salmiakgeist, 12:1 Theil ohne Seife und spült dann zweimal kalt nach; dem zweiten Spülwasser setzt man vorsichtig so viel Anilin zu, daK es blaßrosa erscheint, und blaut dann in anderem Wasser schwach nach. Will man seinen Stoffen etwas Appretur geben, so gießt man in das letzte Spülwasser eine schwache Gummitragant - Lösung,, ganz wenig Alaun und" Weingeist. ' Die nassen Seidenftoffe dürfen nie ausgedrückt oder gerungen werden, sondernmüssen auf., der Leine ablaufen; in tz::i Tücher" ingeschlagen, ' werden si: ich feut. gemangelt odr aufgespannt.rs ,
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