Indiana Tribüne, Volume 28, Number 48, Indianapolis, Marion County, 18 October 1904 — Page 6
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lutMnreinigKeit entsteht durch eine schlechte . Beschaffenheit des TZagens. Z Gebrauet Dr. August Koenlg's amburgeri Tropfen den großen dcuischen Dluircinizer. i Sie reinigen den Magen und beleben die Leber, wo durch reines Blut entsteht. wm ' 4rf' ...Warum nicht ihr Heim... anziehend machen, durch den (3t irauch eines Garlatld Ofen... . . . und .... Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön lzeit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in Wl LUG' ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. ..Echte.. WWsbmH Lump Rohlen g4.00 per Tonne... 25c Rabatt pro Tonne, bei Bestellun gen von secks Tonnen oder darüber. . .Rauchlose Slake Kohlen... 82.20 per Tonne. Home Fuel Co. Oncorrtmrt.) Ülem Phone 9291. Altes Phon?. Main 1150 Mj Ultle Mary comes to me And softly climbs on Mother's knee I'll know her wish füll soon ; " So with an artful Iittle sigh . ' She aslts when supper will be nigh, ' ,This long, long afternoon. Don't keep the little ones hungry. Good bread, batter and sugar will shorten and aweeten the langest afternoon. Puritan Bread is sold at the Taggart kalteries and by grocers. Ask for it.
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Europäische Äachrichten.
Frovinz Sannover. Hannover. Ein wohl äußerst seltener, erschütternder Unglücksfall ereignete sich auf dem Stockener Fried hof. Die Frau des Schneidermeisters Gehrig, Grupenstraße 15 wobnhaft, ' besuchte in Begleitung ihrer beidenKinder und einer Freundin das Grab ihres Schwagers. Während man spä ter auch noch einige benachbarte Gräber sich ansah, ölieb bas Töchterchen Lene der Frau Gehrig am Grabe des Onkels zurück und machte sich am Denkstein zu schaffen. Der Boden, auf dem der Denkjtem, txn sogenannter KOp stein, stand, muß im Laufe der Zeit jedenfalls qesunken sein. Der schwere Stein kippte plötzlich um und fiel dem c . p t. m n . rjt.. -! V. f 1 itinoe aus oie run, rocicnr eingcoluut wurde. Als beim Schmerzensschret des Kindes die Mutter herbeieilte, zuckte es 'noch einmal zusammen und war todt. Der Sohn des Aufsehers Otto Giebel, Karl Giebel, 12 Jahre alt, wurde in der Leine ertrunken aufgefunden. Alg er missen. Die Wittwe Bunnenberg und ihre erwachsene Tochter. bie sick auf die Deicklet emes angekoppelten Wagens, trotz der Warnung des Lenkers des ersten, gesetzt hatten, verloren bei einer Biegung das Gleichgewicht, fielen herunter und gemiethen unter die Räder. Die Tochter war sofort todt, die Mutter starb kurz darauf. V a d d e a e n st e o t. Vor ewigen Tagen ereignete sich hier ein bedauernswerther Unglücksfall. Die Pferde des Hofbesitzers Warnecke, n.'elcherRoggen einfahren wollte, wurden infolge Herabfallens einiger Garben fluchtig und rasten mit dem Fuder vom Lande. Hierbei frei dte Frau des Arbeiters Mönnig vom Wagen und gerieth unter die Rader, wober derselben das rechte Bein abgefahren wurde. E r n b e ck. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich im nahen Orte Wenzen dadurch, daß das 21 Jahre alte Dienstmädchen Minna Papenberg aus Mamzholzen beim Abladen von Getreide so unglücklich auf die Scheunen diele fiel, daß sie das Genick brach und der Tod sofort eintrat. G ö t t i n g e n. Beim Baden ertrunken ist in der Universitats - Badeanstatt infolge eines Schlaganfalles der Inhaber der Firma C. Wendenbürg, Hermann Schilling. Er hinterlaßt eine Wittwe und drei Kinder. K l e t h e n. In dem Gewese des H'öfners Fick brach Feuer aus. Das ganze Gewese wurde eingeäschert. Das Inventar ist sämmtlich verbrannt. Zwei Pferde und zwei Kühe konnten gerettet werden, während etwa 10 Stück Hornvieh in den Flammen umkamen. Oldenrode. Die umfangreiche Besitzung des Gastwirths Müller wurde vollständig durchFeuer zerstört; das Feuer kam im alten Saale zum Ausbruch, theilte sich dem Wohnhause mit und legte auch den neuen Saal in Asch?. R ö s s i n g. In der Scheun: des Hofbesitzers Wolter brach Feuer aus. Dasselbe griff mit rasender Schnelligkeit um sich; die Stallungen, sowie ein Nachbarhaus brannten in kurzer Ze':t nieder. Schwarzfeld bei Lauterberg. Hier sind fünf Besitzungen mit sammtliehen Nebengebäuden abgebrannt. Viel Vieh ist umgekommen. Da das Feuer Nachts ausbrach, schwebten mehrere Personen in Lebensgefahr. Provinz Westfcrre. M ü n st e r. Die goldene PriesterJubelfeier beging der Senior der theologischen Fakultät der hiesigen Universität, Kirchenrechtslehrer, Domkapitula: und päpstlicher Hausprälat Prof. Dr. theol. et jur.Johannes Hartmann. Dortmund. Von drei HandWerksburschen, die bei Lünen in der Lippe badeten, ertrank der des Schwimmens unkundige Tischlergeselle Gustav Poschel aus Hausdorf. Auf einer Wiese des Landwirthes Masthoff in Altenhöfen fand man den Bergmann Schwappach ermordet auf. Nach kurzer Zeit wurde der Thäter in der Person des Bergmannes Zange, der mit Schwappach schon längere Zeit in Unfrieden lebte, ermittelt. G ü t e r s l o h. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr feierte ihr 25jähriges Bestehen. ' Hohenlimburg. .Im hiesigen HuttenvereiN verunglückte der 21rnhrige Arbeiter Büsse aus der Wessobach. Ihm sielen mehrere Eisenschlenen so unglücklich auf beide Beine, daß diese fast vollständig zermalmt wurden. Der so schwer Verletzte wurde ins Elseyer ; Krankenhaus gebracht, wo er seinen ; gräßlichen Schmerzen erlegen ist. j Hagen. Die als Wilddiebe bei kannten Sattler Blankenagel und Ar ! beiter Tübben von hier begaben stch l zum Wildern in das Haßleier Feld. Tübben führte sein m b'i Theile zsrlegbares Gewehr mit sich. Etwa 30 Schritivon ibrtT tano?rte entfernt gewahrten sie einen Hasen. Tübben wollte rasch sein Gewehr zusammensetzen, als sich der Schuß vorzeitig ent lud und den Blankenagel in die Brust traf. Dieser stürzte tödtlich getroffen zusammen und verschied nach kurzer Zeit. Der schon wegen Jagdvergehens vorbestrafte Tübben stellte sich der Pottzei und wurde dem Serichtsgefangnlk zuaefubrt. Huckard. Den Tod infolge
Brandwunden erlitt die Ebefrau das
Bergmanns Trauline Hierselbst. Sie benutzte zum Entfachen des Herofeuers Petroleum. Die Kanne explodirte. O l s b e r a. Auf dem Werke der Firma Kasp. Kropff, Olsberger Hütte, wurde best Schlossermeister Schmücker und dem Formermeister Schulte, welche beide üver 40 Jahre ununterbrochen c . iv i f oei oer Hirma gearoenei qaoen, ourcy den Landrath des Kreises Brilon, Baron von Gauareoen, das allgemeine Ehrenzeichen überreicht. x i i c n. Infolge Schlaaamalls verschied der Leiter der hiesigen großen Diakonissen - Anstalt, Pa tor Gräber. VHeinprovinz. Köln. Commerienratb Julius Ribbert, dessen Machenschaften in der letzten Zeit vielfach die Öffentlichkeit t.rjivri:-! : i i n r r " y i ; i ücjcgaingi aoen, iji jiucgng gcrouiocn und wird steckbrieflich verfolat. Die Verfolgung Ribberts wurde durch Familienangehorige wegen Betruges bei den Gerichten beantragt. Lachen. . Die Stadtverorneten stimmten in geheimer Sitzung der Berufüng des Herrn Dr. Schweizer aus Frelburg t. Ar. zum Direktor des Suermondt'- Museums zu. Schweitzer ist z. Z. Conservator des Museums ln Frelburg. Benrath. Mühlenbesitzer Gottlieb Schluvkoten ist mit seinem Pferd und Wagen in den Rhein gerathen und ertrunken. Grevenbroich. 5tn einer mit Frucht und Leu aefüllten Scheune auf dem Gute Bongarderhof bei Rommersknchen entstand Feuer und ascherte rn wenigen Minuten die Halste des Gutes völlig ein. Hilden. Der Kkempnergehilfe Friedrich Niehaus von Cleef, welcher auf dem Dache eines Neubaues am Walderweg mit Anlegen von Rinnen beschäftigt war, stürzte durch die Schutzdecken bis in den Keller. Der sofort berbeiaerufene Arzt fand den Aermsten noch lebend vor, er konnte aber der in der Zwischenzeit binzuaeeilten Mutter nur die traurige Mittheuung machen, daß der Too alsbald eintreten werde, wie es denn auch geschah. K r e f e l d. Der Färbergeselle Mathias Decker hatte seinen Stiefsohn fortgesetzt mißhandelt, ohne hierzu einen nennenswerthen Grund gehabt zu haben. Es kamen so unmenschliche Mißhandlungen vor, daß der Knabe zeitweise vom Kopf bis zu den Zehen mit Svuren der ihm widerfahrenen 5üchtiaunaen überdeckt war. Diese barbarische Handlungsweise trug dem Decker vor der Strafkammer eine fängnißstrafe von neun Monaten ein. L ä n k. In dem ganz mit Heu und Holz gefüllten Hinterbau desAnwesens des Wirthes Th. Tieaen war aus noch unaufgeklärte Weije Zfeuer eninanoen. welches das Gebäude in kurzer Zeit bis auf die Umfassungsmauern ein äscherte. Niederbreisig. Es brannten bier sieben Säuser vollständia nieder. Ueber die 'Entstehungsursache des Feuers ist bisher noch nichts festgestellt worden. Trier. Ein an einem Neubau in der Brodstraße verunglückter Arbeiter, Namens Josef Schmitt aus Waldrach, ist kurz" nach seiner Einlieferung in's Krankenhaus gestorben. Er war aus dem Marsardenstock. etwa 25 Meter hoch, abgestürzt.. Der Unfall war dadurch entstanden, daß ein angebrachtes Querholz, auf das Schmitt. sich gestellt hatte, nachgab. Der Verunglückte war erst 19 Jahre alt. Frovinz Kesfen.'Frcrsrcru. Kassel. Regierungsrath Winkel in Magdeburg ist der Königlichen Regierung in Kassel, Regierungstath Scholtz in Kassel der KöniglichenRegierung inVreslau zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden. E m s. Während der Eisenbahnfahrt stürzte hier Leutnant Peytsch vom 160. Infanterie - Regiment in Diez aus dem Zuge; ihm wurde der Kopf abgefahren. Frankfurt a. M. Die Aufräumungsarbeiten in der kürzlich von einem Brand betroffenen Portefeuillefabrik von Hatry, Niddastraße No. 60, dauerten längere Zeit. Der dritte Stock ist vollständig bis auf die Mauern ausgebrannt, das Dachgeschoß vernichtet. Die unteren Räume haben weniger durch den Brandschaden als durch die ungeheuren Wassermengen gelitten. Der Schaden soll 100.000 Mark übersteigen. H e rs f e l d. Sein 2Ojähriges Dienstjubiläum feierte der Stadtdiener ?lean Schmelz. Aus diesem Anlaß übersandte ihm der Magistrat ein Glückwunschschreiben und ein namhas tes Geldgeschenk. Jhringshausen. Der 13 Jahre alte Knabe Knopp von hier gmg mit noch mehreren Kameraden zum Baden. Nachdem er sich einige Zeit im Wasser aufgehalten hatte, verließen ihn plötzlich die Kräfte. Em des Weges kommender jungerMann schwamm an den Knaben heran und erfaßte ihn an den Haaren. Trotzdem gelana es dem Ertrinkenden, jich um die Arme und Beine Retters zu schlingen, so daß Beide geraume Zeit in großer Lebensgefahr schwebten. Erst nach großer Mühe vermochte der brave Mann den Knaben an's Land zu bringen. Die Wiederbelebungsversuche, die sogleich angestellt wurden, waren nicht ohne Erfolg. M a r b u r a. Waaenbesiker 5kean Grimmel wurde von einem Wagen überfahren und war sofort todt.
Hcitcre Verwedisctung.. Wie die englische macht auch di:
französische Sprache keinen Unterschied zwischen Fürsten und Prinzen, sie hat auch für d'. beiden Titel (Äroßyerzog und Großfürst nur eine einzige Bezeichnung: Grano-duc. Und da die rufstfchen Groß.ürsten zu den häufigsten und mit dem Geld nur so um sich wersenden Gästen von Paris und Frankreich gehören, so denkt jeder Franzose, wenn von inem- Grand-duc die Reo: ist, unwillkürlich an irgend ein Mitglied des Hauses Romanow. Dies vorausgeschickt, sei dem Sportblat L'Auto" folgende hübsche Anekdote nacherzählt, die ihm einer seiner Leser anläßlich der Verlobung des deutschen Kronprinzen . mitgetheilt hat. Der Bruder der künftigen Kaiserin, der Großyerzog von Mecklenburg-Schwe-rin, hielt ich an der französischen Nlviera, der Cote d'Azür. auf und huldigte dort dem Automobilsport, dem cr leidenschaftlich ergecen war. Ueberall sah man ihn mit seinem Kraftwagen. Eines Tages war man zum FruhstuZ nach Samt M . . ., einem hübsche.i Dörfchen, am Fuße der Alpen, gefahren. a der royerzog inkognito reiste, so war der Bürgermeister naturlich am Tage vorher auf den Be, vorbereitet worden, und nach demFrübstuck bat der wackere Mann um dze Gunst, dem sel.een Gaste vorgestellt zu werden. Eine unvergeßlich: Szene für dieAnwesenden: derkroßherzcg schlank und schmal, sehr kühl und em wenig von oben herab; ihm gegenüber ein ganz kleines Bürgermeisterchen, mobil und lustig trotz seines Alters, dürr wie ein Steckling und vergnügt wie ein Sonnenstrahl. Man war beim Champagner. Monseigneur!" begann der Maire. Allgemeines Verneigen. Ich mn glucklich, daß unser Ort sich der Ehre Ihres Besuches erfreut. Unsere beiden Länder marschiren ja Seite an Seite nach den sur jeden von uns unvergeßlichen Ereignissen". Man sah sich an, wurde unruhig und hustete. Ruhlg und friedlich fuhr der Burgermeiste? fort' Keiner fcnn uns hat jene Ereignisse vergessen. Monsigneur, und am wenigst? n wir hier an der Grenze, zweiSchntte vom Feinde entfernt. Und darum sind wir glücklich, Sie hier zu sehen." Ein Lichtstrahl durchzuckte plötzlich di Kopse der Anwel enden. Man hatte vergessen, dem Bürgermeister zu sagen, aus welchem Lande der Großherzog stammte, er irrte sich in der Adresse. Die Grand-ducs an de? Rlviera parbleu! Und nun erhob der Maire, von Begeisterung glühend, sein Glas und schloß, damit Vie Situation nur ia nicht mehr zu retten Ware, inmitten einer Stille. 'die eisiger war als die Gletscher der benachbarten Alpen: Monseigneur! Aufs Wohl unserer beiden befreundeten und verbüß deten Nationen! Hoch Frankreich und Rußland! Und der Großherzog erhob inmitten des eisigen Schweigens der Champagner selöst wurde avon so kalt, als r? er f,i E?s aestzn n hatte hin Glas. . . Wird er die es Automobil-Abenteuer wohl eines Tages seinem kaiserlichen Schwager erzählen? Aber gewiß, und er wird sich herzlich darüber amusiren! Die Hauptstadt des vereinittten knstralicn. Mit der Wahl von Dalqety im B?m-bala-Mstrikt als Hauptstadt für das vereinigte Australien ist ein Streit zu Ende gekommen, der lanoe .genug gedauert hatte. Vorschrift war, daß das Parlament d?s vereinigen Austral'en die Wahl der Gcgend für die neue Regierungsfta'ot innerhalb des Gebie.es von Neusüdwalc und nicht weiter -'ls 160 Kilometer von Sydney zu izt cn hatte. Dafür, daß man Neusüowa ?3 zum Lande der Regicrungshauptstadt machte, war als Entschädigung für Viktoria bestimmt worden, daß das Parlament bis zur Errichtung der neuen Aegierungsitadt in Mclboun? tagen solle. Den Vertretern von Neusüdwales mußte es natürlich darauf ankommen, einen Punkt zu wäh! i, der möglichst nahe an der 160 K. ometergrenze lag, während die Aertrel 7 von Viktoria aus politischen und Bequemlichkeitsgründen die Stadt mögl'chst nahe an die Gr'n c?n Vilt0r:a verlegt zu sehen wünschen, n die engereWahl kamen drei Distrikte: ein südlicher ml i'iii Störten Tu;:uit u-.d Tooma, ein südöstlicher mit Vombala und Dalgety und ein westlicher mrt Lyndhursi. Vathurst und Orange. Die Wahl erregte das lebhafteste Interesse, da in der legten Session keine Einigkeit erzielt werden konnte, weil der föderirle Senat für Vomdala war, während das Repräsentantenhaus T.:mut wählte. Die erste Wahl in tez diesjährigen Session schied den süclichen Distrikt aus. und bei der zweiten Wahl stimmten die Mitglieder, die iti der ersten Wahl für den südlichen Distrikt gestimmt hatten, für den südstlichen Distrikt, der damit thatsächlich die Ehre haben wird, die Hauptstadt des vereinigten Australien in sich auszunehmen. Der Soziali st enführr Tak interpellirte im Amsterdamer G meinderath den Bürgermeister, d'r gleichzeitig Polizeipräsident ist. wegen des Verhaltens des geheimen Polizeioffizers Vatelt, der im Auftrage der russischen Regierung sich Photographien der russischen Theilnehmer am internationalen Sozialistenkongreß zu verschaffen suchte. Der Bürgermeister antwortete, weder er noch der Polizeioberst wünschten eine Belästigung der Fremden in Holland. -
Daö 63. Studienjahr der Staats - Universität in- Madison, Wis., hat mit einer größeren Frequenz eröffnet, als jedes frühere. Beim Beginn waren 220? Studenten immatrikulirt worden, was um 218 oder 10 Prozent mehr ist, als sich im letzten Jahre bis zu dem entsprechenden Zeitpunkte hatten einschreiben lassen. Man, nimmt mit gutem Grunde an, daß die Gesammtzahl der Studenten in diesem Jahre eine Höhe von 3500 erreichen wird. Die Zahl der Freshmen" beläuft sich auf 765. Einen lebhaften Kampf mit einer großen Eule hatte der 16jährige Albert Karweik aus Grand Chute bei Appleton, Wis., zu bestehen. Er begab sich nach Einbruch der Dunkelheit per Zweirad nach einer benachbarten Farm. Als er durch den Wald radelte, wurde der ihn begleitende .Hund von einer großen Eule angegrif-
fen, und als er ihm zu Hilfe kam, ließ diese von dem Hunde ab und wandte sich gegen den zungen Mann, der sich ihrer nur mit Müh', erwehren konnte. Er wurde durch ihren heftigen Angriff sogar vom Rade geworfen und war froh, als es ihm endlich gelang, sich durch schleunige Flucht in Sicherheit zu bringen. Er war jedoch durch den nächtlichen Raubvogel übel zugerichtet worden. Die Gesekmäßiakeit. der Praxis der sogenannten - Christian Science rn New Hamsphne wurde vom Obergericht des Staates durch eine Entscheidung anerkannt, welche es in dem Prozeß der Frau Iennie Spead von Connecticut wegen Ersatzes für Schaden abgab, welchen sie durch eine Behandlung seitens Jrving W.. Tomlinson's von Connecticut erlitten haben will. Der Gerichtshof erklärte, wie schon die Vorinstanz, die Christian Science Behandlung sei weder nachlässig, noch betrügerisch, und da Frau Spead von Tomlinson eine solche Behandlung verlangt habe, so sei es seine Pflicht gewesen, danach zu verfahren, und Frau Spead könne nicht behaupten, datz' eine solche KurMethode dem öffentlichen Wohl zuwiderlaufe. Ueber einen wackligen Schornstein als Lebensretter wird aus New York berichtet. Weil sein Schatz ihm untreu geworden war, machte der 21jährige Italiener Lusgi Santino einen Selbstentleibungsversuch auf dem Dache des Tenementhäuses, in welchem er wohnt. Er hatte sich einen Strick um den Hals gelegt und dessen anderes Ende an einem sehr wackligen Schornstein befestigt, worauf er sich auf einen Schemel stellte und dann von diesem absprang. Aber der Schornsiein stürzte zusammen und begrub den Lebensmüden unter seinen Bruchtheilen.' Der Krach der herabfallenden Backsteine war so gewaltig, daß die Hausbewohner herbeieilten, von denen mehrere den Verschütteten nach langer Arbeit wieder an's Tageslicht schafften. Man fand Santino mit dem Stricke um den Hals halbbewußtlos vor und brachte ihn nach dem Bellevue Hospital, wo die Aerzte erklärten, daß dem Manne kein Leids geschehen sei. Esklin.gtfa st wieein Märchen, aber dennoch ist es Thatsache, daß noch vor Beginn des neuen Jahres Petroleum direkt vom Indianer - Territorium durch Röhrenleitungen, nach den Standard Oelwerken in Bayonne, N. I., gepumpt wird. Die Entfernung beträgt etwa 1800 Meilen und die Leitungsanlagen, welche die arößten der Welt sind, kosteten Millionen von Dollars. Nur ein kleiner Theil der Leitung zwischen Kansas City und Withing ist noch nicht ganz fettig, während bereits Oel vom IndianerTerritorium nach Kansas City gepumpt wird. Es nimmt nicht weniger als 20.000 Fässer, um die Leitung zu füllen und ehe das Oel die Raffinerie in Kansas City erreicht. Sobald die neue Leitung eröffnet wurde, ging der Preis des Petroleums in den Kansas und Indianer - Territorium Oelfeldern in die Höhe; im Anfang dieses Jahres wurde der Preis reducirt, weil die Oelbehälter alle voll waren. Die Capacität derselben in Caney wurde von 250.000 auf 750.000 'Fässer vermehrt und soll schließlich bis auf eine Million erhöht werden. Ein recht alberne r Scherz hat in New Yorl eine Wittwe, Frau Schenk mit Namen, in lebhafte Sorge um das Schicksal ihres Sohnes versetzt. Ihr Sohn, der früher bei. der Hochbohn angestellt war, wc.-r vor einigen Wochen verschwunden, so daß seine Mutter sich ohnehin sehr um ihn ängstigte. Neulich Morgens erhielt sie nun ein Telegramm aus Boston mit folgendem Wortlaut: Ihr Sohn ist schiffbrüchig. Sein Schicksal unbekannt. Capitän L. G. Johnson". Die entsetzte Mutter, die gar nicht wußte, daß ihr Sohn sich auf See befindet, schickte einen Bekannten sofort zur Sftp News Office" an der Battery, wo man ihm jedoch mittheilte, daß den New Norker Hafen kein Schiff mit ei- ! nem Capitän Johnson verlassen habe. Mittlerweile war Schenk jun., nach dem man eifrig recherchirte, ganz fröhlich und munter zu Hause bei Muttern angelangt'. Er hatte thatsächlich an Bord des Oelschiffes Lorimer" am 13. September eine Reise nach TexaS angetreten und auf der Rückreise auch Boston berührt. Wahrscheinlich hat einer seiner Kameraden das Teleramm in scherzhaftes Absicht aöge-schickt.
DasjaanischeKriegSamt, das in allen Dingen modern ist, hat den Truppen im Feld Ansichts- . Postkarten geliefert, die nur die Unterfchrift des Soldaten erfordern, um den Angehörigen in der Heimath einen Gruß zu schicken. Der gedruckte Text lautet: Diese Zeilen sollen Euch sagen, daß ich am Leben und wohl bin. Ich kann keine Adresse geben, da ich nicht weiß, wo ich morgen bin. Ein Brief von Euch wird mich treffen, wenn Ihr den Poststempel auf der Karte kopirt. ' Herzliche Grüße der Familie und den Freunden." Auf der Eisenbahnstation Forsbach ereignete sich, wie aus Köln gemeldet wird, folgender tieftragischer Vorfall: Eine in gesegneten Umständen befindliche Frau, die sich in Begleitung ihres Mannes und ihrer drei Kinder befand, wollte aus einen bereits in Bewegung gesetzten, nach Köln abgehenden Personenzug steigen, kam dabei zu Fall und gerieth so unglücklich unter die Räder des Zuges, daß der Kopf vollständig zermalmt wurde. In dem Augenblicke, als die
Frau starb, gab sie emem Kinde das Leben, das nach dem Kölner Hospital gebracht wurde und sich wohlauf befindet. Mit Rücksicht darauf, daß das Schmuggelwesen an der schle-sisch-russischen Grenze trotz der schärfsten Gegenmaßregeln immer mehr zunimmt, haben die russischen Grenzbehörden in jüngster Zeit dke Zahl der Wachthürme längs der Grenze derart vermehrt, daß immer auf je ein Kilometer ein derartiger Thurm zu stehen kommt. Damit den Schmugglern die Nähe der Grenzposten nicht so schnell verrathen wird, sind die Thürme überall durch Bäume und Strauchwerk gut gedeckt und überdies auch noch grün angestrichen. Die-Wächter auf diesen lustigen Posten sind mit der verschärften Dienstlnstruktion versehen worden, sofort von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wenn nicht schon einem einmaligen Haltruf sofort Folge geleistet wird. Die Grenzwachtthürme werden auch bei mondscheinhellen Nächten mit Posten besetzt. Ueber einsonderbares Schiffahrtshinderniß berichtet ein Passagier des großenHamburger PostKämpfers Graf Waldersee": Am Sonntag, 11. September, ungefähr zweiTagereisen vor dem englischenKanal, sichteten wir eine dunkle Masse, die bei dem lebhaften Seegang bald weit aus dem Wasser ragte, bald ganz überspült war. Wir hielten es zuerst für das kielobentreibende Wrack eines Schiffes, beim Näherkommen jedoch stellte es sich heraus, daß es wohl ein Wrack, aber das eines todten Wglfisches war. Eine freudige Aufregung bemächtigte sich -der Reisenden also hatte man doch Wort gehalten, denn das Sichten eines Walfisches muß ja bei jeder Reise im Voraus zugesagt werden. Unser Kurs führte dicht an den Koloß heran. Der über 120 Fuß lange Leichnam schwamm auf dem Rücken, das Wasser ringsum bedeckte eine Fettschicht; eine Unmenge Vögel hatten sich auf dem braungelben SpeckPanzer häuslich niedergelassen, während Haifische sich in den .Flossen festgebissen hielten und langsam ihr Zerstörungswerk begannen. Der Kopf hing tief im Wasser, und der mächtige Schweif peitschte, den Bewegungen der See folgend, kraftlos auf und ab. Obwohl wir mehrere Schiffsbreiten von ihm entfernt waren, zog fein durchdringender Fäulnißgeruch üöer das ganze Schiff, und der alte Herr, einst ein König unter den Meerbewohnern, blinzelte urss mit seinen Halbgeschlossenen Aeuglein recht traurig und hilflos an, indeß bald hundert photograPhische Apparate das seltene Schaustück im Bilde festhielten. Ueber ein Opfer wissenschaftlicher Forschung schreibt man aus Mailand: Vor einigen Tagen wurde im hiesigen Krematorium die Leiche eines medizinischen Forschers, des Professors Tito Carbone, verbrannt. Die anatomische Pathologie hat in dem jungen Gelehrten, der kaum 40 Jahre erreichte, einen opfer-. freudigen Jünger verloren, von .dem sie noch bedeutende wissenschaftliche Thaten erwarten durfte. Ein Schüler der Turiner Universität, hatte er sich feit einer Reihe von Jahren der bakteriologischen Forschung und besonders dem Studium des sogenannten mittelländischen oder Maltheser Fiebers gewidmet, einer Infektionskrankheit, die durch monatelang andauernde hohe Temperatur und lebhafte Gliederschmerzen charakterisirt ist und häufig tödtlich endet. Professor Serafino Belfanti hatte fchon vor längerer Zeit einen von ihm Micrococcus nelitensis" benannten Krankheitserreger entdeckt, ohne aber über die Art und Weise der Infektion zu einem abschließenden Ergebniß zu gelangen. Professor Carbone setzte diese Versuche fort und züchtete in seinem Laboratorium zu Pisa den gefährlichen Fremdkörper. Vor Kurzem war ein aus Catania angekommener Soldat an der schrecklichen Krankheit gestorben, und ' Professor Carbone hatte sich bei der Leichenöffnung eine Ansteckung zugezogen, die nach lanaem, schmerzvollem ' Leiden nunmehr seinen Tod verursacht hat. Bis zu feinen letzten , Stunden war er wissenschaftlich thätig, indem er in einem Tagebuch den Verlauf der Krankheit objektiv beschrieb.
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