Indiana Tribüne, Volume 28, Number 47, Indianapolis, Marion County, 17 October 1904 — Page 7

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JndZana Tribüne, 17. VOttober 19044

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t H 4 Sfctft T W TT 5,i v4 Lt TV Srijpriicl ., V V fxj ! 55 4. 4" " V V V ' (Fortsetzung.) !as glaube ich auch. Dann hören wir alles genau. Bis dahin müsien fcir uns gedulden." Otto rekelte sich in dem bequemen Stuhl. Asta, smg etwas." bat er. Er bog ben. hübschen, braunlockigen Kopf an die Sammtlehne zurück. Aber ein forscheZ ein echtes Seemannslied. Ich singe mit." Wenn Du glaubst, daß das die Sache verschönt, Otto, dann los." Asta setzte sich an den Flügel. Ellen erhob keinen Einband mehr. Ottos Wunsch genügte, sie ihre Nervosität vergessen zu lassen. Stuf bem Meer bin ich geboren " Astas nicht allzu starke, aber klangvolle Mezzosopranstimme, in der Höhe silberhell tvlt Lcrchenjubel, in der Tiefe weich und glockenklar, sang das frische Lied mit hinreißender Verve. Ottos helle Knabenstimme fiel ab und zu mit ein, ja selbst Ellen summte leise mit. Ans dem Meer stirbt der Matros " Otto war unermüdlich in neuen Forderungen. Asta mußte ein Lied nach dem anderen singen. Sogar Ellens unmusikalische Seele fand an diesen Duetten Genuß, ihr Ohr hörte aber immer nur die lustige Knabenstimme beraus- - - Keines achtete darauf, daß unten ein Wagen vorfuhr, die Hausthür ging, und gleich darauf die elektrische Klingel des Korridors schrillte. Erst als sich Schritte der Thür des Zimmers näherten, hob Ellen den Kopf, vielleicht der Briefträger," . i fUUjll Die Tritte gingen an der Thür vorüber. Es war doch wohl nichts. Ellen beugte sich wieder über ihre Arbeit. Nach einigen Minuten wurde die Thür geräuschlos aufgedrückt. Kurt v. Hollen stand auf der Schwelle, ujtü einem Blick überflog er das Zimmer. Wie oft war es in der Ferne so vor seinen sehnsüchtigen Auaen aufgestiegen. Dort am Nähtisch Ellen, die 'ihren glänzend schwarzen Scheitel, ihr feingeschnittenes Profil über die Nähexc: beugte: am Flügel Asta, den blon Vir (J rV-? mit Vir t1lmmm'hiort Qrti-$ chen, die wie ein Heiligenschein um die VVII HlVf'h tltlt VIII I l litliill V llVbll ,VU.' weiße Gtirn standen, etwas zuruckgeworsen, die rosigen Lippen geöffnet, in dem reizenden Gesicht den Ausdruck der begeisterten Hingabe, des Ausgehens in der Musik; und da im bequemsten Stuhl der liebe, schlanke Junge, die Arme um die Kniee gelegt, leise den Oberkörper vornüber schaukelnd nach dem Takt der Musik. Alle drei drehten der Thür halb den Rücken und sahen sich erst um, als Hollen das Zimmer völlig betrat. Ellen erblaßte vor Schreck. Sie warf die Arbeit hin und stürzte auf ihren Mann zu. Der Gesang brach jag ab. Kurt Vater " Die Stimmen klangen mehr erschroben wie freudig überrascht. Im ersten Moment war die Bestürzung zu groß. Sem. plötzliches Hereinkommen erschien ihnen fast unheimlich. Kurt, liebster Mann, warum -hast Tu mir nicht geschrieben, daß Du kommst?" Ellen legte die Arme um den Hals .ihres Mannes. Otto hängte sich an seinen Arm. Asta streichelte seinen Rock, da sie nichts anderes fassen konnte. Hollen erwiderte die Liebkosungen nicht und setzte sich wie ermüdet in den tiefen Lehnstuhl, den Ellen ihm hinschob. Schlasf zusammengesunken, die Hände auf den Knieen gefaltet, .saß er da. Die Züge geschärft, wachsgelb die Augen lagen tief in den Höhlen. Er machte den Eindruck eines Menschen. der eine schwere Krankheit überstanden hat, oder in eine solche verfallen muß Die früher so gut sitzende Uniform schlotterte um die abgemagerte Gestalt. Die Knöpfe und Litzen waren blind. vom R:gen verdorben und beschmutzt. Aber Vater!" Otto legte seine Hand auf Hollens Arm. Seine ' Ungeduld und brennende Neugier ließ sich nicht zügeln. Sag Du uns doch, wie das Unglück geschah! Hier reden sie so viel durcheinander. Man weiß, gar nicht, was man glauben soll. Hollen hob die gerötheten Lider. In ferne Augen '"trat der argwohnische, lauernde Ausdruck eines gequälte, ve? folgten Menschen. Was sagt man WnVu tMt4 st f if Vn UlllUY IWUUlt U UUi Ull WiVV. Zn machte dem Knaben ein Zei!2.Laß den Vater in Ruh'. LieKurt. Du mußt Dich erst ausruhen. . Äillst Du nicht lieber zu Bett gehen? In wenigen Minuten ist alles m Ordnung gebracht. Später erzählst Du es uns." Hollen winkte ungeduldig mit der Hand. Nein, tt soll reden! Was qaji Du also gehört, mem Junge? Otto wurde besanaen unter dem unruhig forschenden Blick des Vaters. Er .. Weite verleg mit den Quasten des Kessels. Ach, man wein aar nichts gestimmtes. Jeder redet anders. Die t Leisten sagen, der Abstand zwischen -;crn Flaggschiff und dem Panzer sei

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tf V V tt t j U U 32 TT tt 3 o m at von Hcnnette v. Mcnheimb f u tt tt tt tt tt' tt nicht groß genug gewesen. Der Admiral sei schuld." Das ist mcht wahr. Der vorgeschrieben? Manöverabstand wurde richtig innegehalten, bis wir eben die Möcht über unser Schiff verloren, antwortete Hollen fest. Andere meinen, em Befehl sei mißverstanden worden. Statt auszuweichen sei das Flaggschiff gerade auf den Panzer zugesteuert." - Hollen schüttelte den Kopf. Auch das streift nur die Wahrheit." Wie konnte denn aber solch Unglück passiren, Vater? Sag es doch! War Jemand daran schuld?" Ja. - Hollen stand aus. Seme Stimme nahm einen seltsam harten Klang an. Seine Blicke schweiften von Astas sorglos lächelndem Gesicht zu Ellens etwas ängstlich gespannten Zügen. Nur Ottos fragend auf ihn gerichtete Augen vermied er. Ja einer war vielleicht schuld," wiederholte er langsam. Der wachhabende Offizier des Flaggschiffes. Er sah die norwegische Bark, die unseren Kurs kreuzte. Das Flaggschiff mußte ausweichen. Er gab den Befehl, aber seine Stimme klang heiser. Man verstand ihn nicht. Das zweite Mal schrie er so scharf, .daß die Mannschaft sich zu fest in's Ruder legte. Das Schiff drehte sich und drehte sich nach rechts. Es gab kein Stoppen. So rannte es den Panzer in Grund und Boden." Wie entsetzlich! Der Unglückliche ist er denn wirklich schuld?" fragte Asta. Seme Vorgesetzten glauben es jedenfalls." Und, wer war der wachhabende Offizier, Vater?" fragte Otto athemlos. .Ich." Ellen legte die Hände still im Schooß zusammen. Du Kurt! Das ist nicht wahr." Ich war der wachhabende Offizier," wiederholte Hollen mit Nachdruck. Das wohl aber Du kannst nicht schuld an dem Unglück sein." Warum nicht?" Weil Dir keiner eine Pflichtverletzung zutrauen kann." Meine Vorgesetzten thun das doch." Die Untersuchung wird Dich glänzend freisprechen." Ellens Ton klang gezwungen ruhig. Das warte ich nicht ab. Ich habe mein Abschiedsgesuchwährend der Rückreize geschrieben und abgeschickt. Es kann jetzt schon m den Händen des Admirals ein. Kurt, das hast Du wirklich gethan? Wie konntest Du?" schrie Asta auf. Der'Kommandant gab es Mir deutlich genug zu verstehen, daß er mich nicht zur Weiterbeförderung eingeben könne. Das heißt so viel wie: scheren Sie sich zum Teufel wir können Sie mcht mehr brauchen! Das Wort 'ist ein moralischer Fußtritt. Das soll ich mir bieten lassen und demüthig bitten, trotzdem weuerdienen zu dürfen? Niemals!" In der Aufregung des Augenblicks mag er sich zu den verletzenden Wor ten haben hinreißen lassen," beschwichtigte Ellen. Der Admiral will Dir wohl. Du darfst in dieser erregten Stimmung keinen solchen einschneidenden Entschluß fassen. Du bist zu auf geregt, bist krank " Krank! Ja natürlich krank! Kommst Du mir auch damit? Mit dieser jammerlichen Ausrede soll mein ganzes Verhalten erklärt werden. Gut, ich bin krank sehr schon kranke Offi ziere aber sind nicht zu brauchen. Darum gehe ich eben." Du Deinen Beruf .aufgeben! Kurt, weißt Du. was das für Dich und uns alle bedeutet?" Ob ich es weiß!" Ich bitte, ich beschwöre Dich, nimm Dein Abschiedsgesuch zurück! Du wirst es lebenslänglich bereuen,Dich von Deinem Beruf losgennen zu haben. Dem ganzes Herz hängt daran. Laß mich dem Admiral schreiben! Mach eine Eingäbe, reinige Dich von der Anklage, Du kannst nein, Du mußt es! Wenn nicht um Deinet-, dann um unseres Kindes um meinetwillen!" Ellen ergriff seine schlaff herabhängende Hand. Willst Du es versuchen?" Nein!" Kurt, ich bitte Dich, mach nicht uns alle unglücklich!" Er rang sich von ihr los. Ich muß. vrc i v n T?. itiuvzx warum oennz uniersuchung kann doch kaum schon eingeleitet sein. Warte doch das Ergebniß ab! Wenn Du sofort den Abschied Nimmst, ist das so gut wie das Zuge ständniß einer Schuld." Ellen, das versiehst Du nicht. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder ich bin schuld schuld an dem Tode von zw?ihundertfunfundsiebzig Men schen dann muß ich gehzn! Nicht wahr, das siehst Du ein?" Ja aber Du bist eben nicht schul big." Gut nimm das an. Kann ich dann aber eine solche furchtbare Anklage hinnehmen und gemllthsruhig weiterdienen?" ewiß. wenn Du Deine Unschuld hast beweisen können.

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nicht beschwören, ob ich nichi den Befehl früher, oder doch gemessener hatte geben müssen ich kann nicht beschwören. ob nicht dadurch das entsetzliche Unglück verschuldet wurde. Ich würde- . ' , -. . 5 , . v i r. vom nriegsgeriazi vieueicoi sreigeiprochen werden, weil man mir' keine direkte Pflichtverfäumniß nachweisen kann. Aber es Ware ein Freisprechen ,aus Mangel an Beweisen keine Ehrenrettung. An meinem Namen wird ewig der Makel kleben bleiben, ein Schuldiger, wenigstens Mitschuldiger an dieser furchtbaren Katastrophe zu sein. Ich muß meinen Namen aus der Geschichte der deutschen Marine streichen das geht nicht anders. Quäle mich also nicht mehr mit Bitten, die ich doch nicht erfüllen kann und darf." Was sagten denn Teme-Kamera-den zu Deinem Vorhaben? Riethen sie Dir nicht ab?" Ich habe nur mit. Normann gesprechen." Und der ist memer Ansicht, nicht bahr?" Das ändert nichts. Dies kann Niemand entscheiden, nur ich selbst." Wenn Du allein im Leben stunbest vielleicht, aber Du hast eine Frau, emen Sohn eine Schwester, für die Du sorgen mußt." Das vergesse ich Nicht. Du brauchst mich nicht daran zu erinnern." Ich glaube, man wird Dem Abschiedsgesuch nicht bewilligen. Das ist meine einzige Hoffnung." Vielleicht bietet man Mir eine Anstellung im Ministerium an. Ich hörte den Admiral sogar schon davon sprechen." Das wäre ern Ausweg." Den ich nicht einschlagen werde. Hält man mich nicht für tauglich, aktiv weiterzudienen, so gehe ich. Hollen drückt? die geballte Faust an die Stirn. Ellen, Zu weinl, wie icy an meinem Beruf gehangen habe mit Leib und Seele!" Darum rathe ich Dir ja. zu bleiben." Ein paar große Thränen traten in seine Augen. Nein deshalb muß icy gehen." Ellen sah seinen Schmerz, aber er rührte sie nicht. Eine seltsam harte Stimmung kam über sie. Ich fände es männlicher, einer Anklaae die Stirn zu bieten, anstatt ihr kleinmüthig aus dem Wege zu gehen," sagte sie herb. Lieber wurde ich meinen falschen Stolz überwinden, anstatt meinem armen Kinde das Leben zu verderben. Wie können wir leben von meinem bischen Vermögen und Deiner elenden Pension? Unsere ganze Hoffnung war Deine Beförderung. Die ist in's Meer versunken." Sie zuckie unmuthig die Schultern. Und wo willst Du leben? In welchen Winkel sollen wir uns verkriechen? Ihre Stimme brach, sie rang die Hände. Und das soll wirklich das Ende von all unseren Hoffnungen sein? KurtKurt, hab doch Mitleid mit uns!" .Sie schob Otto, der wie erstarrt allem zuhörte, vor Hollen hin. Da bitte Du Deinen Vater. Ellen, wenn Du wüßtest, wie Du mich marterst! Wo wir hinziehen wollen? Ich weiß es heute noch mcht." Hollen trat an s Fenster. Die dunk len Umrisse der Schisse mit ihren hohen Takelagen wurden ab und an durch grelle Scheinwerfer eines vorüberfahrenden Bootes, hell beleuchtet. Die Glocke eines Dampfers schrillte. Em langer heulender Pfiff gellte durch die Nacht. Wo ich hin will? Dahin, wo es kein Wasser, keine Schiffe gibt, wo nichts mich an die Vergangenheit erinnern kann. Ich wurde wahnstnmg, wenn ich hier langer bleiben mußte. Er zog den Vorhang so heftig zu, daß die dunklen Falten über dem Sstngelbauer zusammenrauschten. Ellen stand regungslos am Tisch. Sie hielt immer noch Otto umfaßt. Ein paar böse Falten gruben sich in ihr Gesicht, die es plötzlich um Jahre alter machten. Otto machte sich von der Mutter frei. Gr trat dicht vor seinen Vater hin. Seine Augen waren unnatürlich aufgeer . L rm i . t , rillen, oie Acunowinm zueilen. Aattr Du Du willst also wirklich den Ab schied nehmen?" Du hörtest es. Otto." Aber ich ich darf doch bei der Ma rine eintreten?" Hollen ballte die Hand zur Faust. Ein plötzlicher Jähzorn erfaßte den aebrochenen. unglücklichen Mann.. Geh fort!" schrie er den erschrockenen Jungen an. raus aus dem Zimmer werde Schreiber, Schuster oder was Du willst! Bei der Marine trittst Du nicht ein. Das schlag Dir aus dem Sinn!" Otto senkte den Kopf. Ganz verstort'schlich er zur Thür. - Ellen folgte ihm schweigend. Die Thür fiet in's Schlon. ' Hollen stand wie erstarrt und sah den Beiden nach. Dann ließ er sich in den Stuhl fallen und deckte die Hand über die Augen. So saß er lange. Erst als ein leises, halbunterdrucktes Schluchzen an sem Ohr klang, ließ er die Hand sin ken. Asta kniete neben seinem Stubl. Er sah müde auf sie nieder. Willst Du mir auch Vorwürfe machen, Asta? c,.:. n . r , jcciuc ,quiuiii uctvciüc icg ja Qucn: Du wolltest Musik studiren, armes ,nv. . Asta wischte sich energisch die Tbrä nen aus den Augen. Beide Hände n t . t slreckte t vem Bruder entgegen. Kurt, lieber, guter Kurt Du thust mir so r jr 11

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um semen Mund zuckte es. Ellen hatte kein mitleidiges Wort für ihn gehabt. Die dachte nur an ihr Kind. Asta, wenn ich Geld hätte ich würde es Dir geben," sagte er leise. Er zog die Schwester an stch. Aber das Kapital gehört Ellen. Ich bin machtlos."

Ich weiß. Mach Dir deshalb keine Sorgen. Vielleicht findet sich für mich noch ein Ausweg." Blellncht " wiederholte er nachdenklich. Behalte mich nur lieb, Asta. Ich habe so viel verloren noch mehr, als ich dachte." Asta errieth seinen Eedankenaan. Sie sprachen noch leise zusammen, als Ellen die Thür wieder öffnete. Äcm Zimmer ist m Ordnung." sagte sie zu ihrem Mann. vrVl" hrt-rio fntl CsA ' . . that ihm weh. Es laa so viel aufWUiil., U44. IllUUU NCJiimUlC dringliche Selbstgerechtigkeit darin, als wenn es heißm sollte: Siehst Du, wie tch trotz aüedem unverändert meine Pflicht thue? Hollen stand müde auf, um zu gehen. Willst Tu etwas essen? Oder IiV ber bis zum Abendbrot warten?" Ich will warten. Ich danke Dir für die Mühe, die Du Dir meinetwegen machst." Es sollte dankbar klingen, aber man hörte nur die Bitterkeit heraus. Das. versteht sich doch ganz von selbst." Hollen antwortete nichts mehr. Er ging an seiner Frau vorbei aus dem Zimmer, ohne sie anzusehen. Ellen, konntest Du nicht Kurt ein gukes Wort sagen?" bat Asta. Laß mich." Ellen schüttelte die Hand der Schwägerin von sich ab. Gute Worte soll ich ihm geben, ihm danken, daß er wie ein Wahnsinnige: yanvelt und uns das Leben vervtrvtr Das ist zu viel verlangt." Er ist vielleicht wirklich krankkrank geworden durch die schauerlichen Eindrücke." Kranke dürfen keinen Willen haben," sagte Ellen schneidend. Das ist das richtige. Aber daß Gesunde unter einem kranken Willen -leiden nein leben sollen, das ist unnatürlich und unerträglich. Ich kann Kurt also nur wie emen unzurechnungsfähig oder aewlssenlos Handelnden ansehen. Anderes gibt es nicht." Ellen, Du bist sehr hart. Noch vor wenigen Stunden sprachst Du von Kurt mii Liebe und Sehnsucht. Entscheidet bei Dir nur der äußere Erfolg?" ,ielleicki Kannst Du kein Mitleid für ihn fühlen?" Nein, ich habe an mein armes Kind zU'denken, das so unschuldig mit in's Unglück geräth." . Ellen warf sich in die Sofaecke. Ein krampfhaftes . Schluchzen schüttelte ihren ganzen Körper. , Asta stand rathlos neben ihr. Ueber das Zimmer legten sich die Schatten der Nacht immer tiefer. Die leuchtenden Farben der onentalischen Decken und Stickereien verschwammen. Grau und farblos sah alles in dem weich verschimmelnden Licht aus. Nur der Schein der Straßenlaternen warf zitternde Strahlen auf Ellens in trostlosem Jammer zusammengesunkene Gestalt. 3. K a p i t e l. !e kriegsgerichtliche Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Wie vorauszusehen, ließ sich keine eigentliche Verschuldung, sondern nur ein Zusammentreffen unheilbringender Zufälligkeiten festste!len. Jeder hatte seine Pflicht gethan, sich vor allem heldenmüthig am Rettungswerk betheiligt. Das einzig Po sitive, das sich nachweisen ließ, war Hollens zu spät verstundener, dann zu hastig ausgeführter Befehl. Das blieb der angreifbare Punkt. .Die Erkrankung Hollens warf auch über diese folgenschwere Thatsache ein versöhnendes Licht. Sein erbetener Abschied wurde zwar bewilligt, war aber von einem sehr gnädigen Handschreiben begleitet, das seiner Verdienste bei der Rettunq der Ertrinkenden anerkennend gedachte. Die gleichzeitig angebotene Stelle mi Marineamt wies Hollen kurz zurück, trotz Ellens Bitten und Vorwürfen. Seme, früheren Kameraden, die treu zu ihm hielten, schriebeii ihm oft oder suchten ihn persönlich auf. Hollen beantwortete keinen Vruf und ließ auch Niemand vor, selbst Normann nicht. Er fürchtete, auch in dessen Zügen mitleidige Theilnahme zu lesen oder diese aus dem Klang seine? Stimme herauszuhören. Seiner empfindlichen, stolzen Natur war Mitleid schwerer zu ertragen als Härte und Uegerechtigkeit. Seine Nerven hatten furchtbar gelitten. Nachts warf er sich schlaflos in seinem Bett herum immer wieder von Zweifeln an sich selbst gepeinigt. Die Bilder der vergebens mjt den Wellen Ringenden verfolgten ihn bestandig. Versuchten Ellen oder Asta, ihm die Gedanken an seine schuld auszureden, so besserte das seine GemüthsVerfassung keineswegs. Sah er einmal die Vorgänge mit dem nüchternen Blick der Wirklichkeit und erkannte, seme Schuld fei nur eine eingebildete, so überwältigte ihn gleich wieder die Ebitterung über seine dann grundlose Verabschiedung. Wie in einem unzerreißbaren Netz verstrickt drehten seme Gedanken sich beständig um diesen wunden, schmerzenden Punkt herum. ' 1 (Fortsetzung folgt.) . l y

Irr H e o r g Z a haben d i e Baumwollpflanzer agefangen,Baumwolle in tiefer Nacht pflücken zu lassen. Eine Prämie erhalten die Arbeiter, welche von Sonnenuntergang . bis Mitternacht solche Arbeit leisten. Auf dem Bahnhöfe der Northwestern - 2tohn zu Janesville, in Wisconsin befand sich eine Kleiderkisie. Da sich der Eigenthümer nicht erMitteln ließ, wurde die Kiste don einem Bahnbeamten, geöffnet. Da zischten ihm aus ihr zahlreiche Klapperschlangen entgegen, und weil sie sich sehr kriegerisch zeigten, nagelte der Beamte die Kiste in größter Eile wieder zu. Eine der größtenSchlangen wäre beinahe entwischt. Eine fünfzig Bahnwagen füllende Sendung von schweren Stahlplatten, wie sie gegenwärtig zum Bau. von Kreuzern und Torpedobooten gebraucht werden und die für die japanische Regierung bestimmt sein sollen, traf dieser Tage in MinneapoliZ. Minn., zur Weiterbeförderung ein. Die Platten sind in der Earnegie'schen Stahlfabrik zu Pittsburg hergestellt und an den Agenten der Carnegie Company in Japan adressirt. Unsere Baumwollpflan-

zer machen dieses Jahr doppelt gute Geschäfte; mit ihrer Baumwolle und dann mit ihrem Baumwollsamen. Die Olivui-Ernte ist nämlich dieses Jahr mißrathen und da wird das Baum-wollsaat-Oel in noch diel größerem Maße zur Herstellung des Olivenöls herhalten müssen, als das bisher der Fall gewesen ist. Da in Europa infolge der Futternoth Mangel an Milchprodukten eintreten wird, so wird auch viel Baumwollsamen VerWendung für Margarine und Kunstspeisefette finden. Zum Andenken deö Vri-gade-Generals Enoch Poor, welcher sich im Revolutionskrieg durch feine Tapferkeit ganz besonders ausgezeichnet hat, ist in Hackensack ein Denkmal enthüllt worden. Das Denkmal erhebt sich auf der Rasenfläche zwischen dem alten Friedhof der First Reformed Church, in welchem auch die Gebeine des Generals ruhen, und dem Bergen County - Gerichtsgebäude. Es stellt eine Bronzefigur von sieben Fuß Höhe dr, welche auf einem etwa 15 Fuß hohen Piedestal ruht. Auf der Vorderfeite des Piedestals ist eine Bronzetafel angebracht, welche eine entsprechende Aufschrift trägt. Aus Monroe, Wis., wird über einen eigenthümlichen Unglücksfall berichtet, der sich in dem benachbarten Cadiz zutrug, und bei dem zwei Kinder Frau Amanda Smith's zu Schaden kamen. Das ältere derselben, ein zehnzahrlger .Knabe, hatte in emen ausgehöhlten Kürbis Papier gestopft und dasselbe in Brand gesetzt, worauf eine heftige Explosion erfolgte, durch die der Kürbis in Brei verwandelt und der Knabe sowie seine vierjährige Schwester im Gesichte schwer verbrannt wurden. Man befürchtet, daß ot Kleine sterben wird. Die Mutter des Knaben ist der Ansicht, daß das Papier, das er in den Kürbis stopfte, mit Gasolin getränkt war. . Ein New Yorker Syndikat hat mit dem Inhaber eines Patents, E. L. Tunis, einen Vertrag abgeschlössen zur Erbauung einer fünf Meilen langen Probebahn von Baltimore nach einem Punkte am Patapsco4?Iuft nack einem neuen Schwebebahnsystem. Für den Fall, daß sich das Patent praktisch bewahrt, ist die l?.rbauuna einer Sckwebebadn von Baltimore noch Washington in Au?ficht aenommen. Der Erfinder Tunis bofft. obne Gefabr mit einer Geschwindigkeit von hundert Meilen in der Stunde fahren zu können.' Die bewegende Kraft auf dem Emschienengeleis wird Elektrizität sein. VoreinemNewAor.ker Polizeigericht stand kürzlich der 60jährige Schuvler M. Van Nen. früherer En cusanaestellter. unter der Anklage, in der vorhergehenden Nacht .'auf dem Long-Jslano-Fahrvoote Noclaway sogenannte, aus den Philippinen kommende Tonka - Bohnen verkauft zu haben, welche nach einer Sage dem Besitzer Gluck bringen sollen. Die Bohnen fanden reichliche Abnahme von Abergläubischen und Jeder gab Van Neß so viel dafür, wie er wollte. Van Neß wurde wegen unerlaubten Sausirens verhaftet. Dem Richter erzählte er eine kleine Leidensgeschichte und machte ihm dann eme der oynen zum Geschenk. Er wurde freigesprochen. .,. In Brooklyn ist dieser Taae Frau Gesine Lemcke zu Grabe getragen worden, eine Frau, welche sich durch ihre Thätigkeit in Wort und Schrift für alle auf die Haushaltung bezüglichen Geaenstände. insbesondere die Kochkunst einen Namen gemacht hatte. - Sie wurde 1841 m Hannover aeboren. kam aber schon in Zunaen Jahren nach Amerika, wo sie sich bald verheirathete. Im Jahre 1886 traf sie ein schwerer Schlag, da sie zwei Söhne verlor. Der eme. ein Student der Cornell - Universität, starb in BrookIrrn, und ein iünaerer .Sobn. der in Leivzia studirte. ertrank bei einerBootfahrt nebst seinem Onkel, dem einzigen Bruder der Frau Lemae. on dieser Zeit an begann sie sich mit Eifer den Vortragen zu widmen, bereiste das Land wiederholt in ihrer reformatorischen Thätigkeit als Kochkünstlenn, und schrieb auch verschiedene Bücher . . ? ri n c udzx oieien vsegennsno.

Seuer - Signale.

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