Indiana Tribüne, Volume 28, Number 46, Indianapolis, Marion County, 15 October 1904 — Page 6

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S: I i 1 Dr. August Koenig's J Hamburger Brustthee I I ist auf heilkräftigen SSur 1 t!n und Kräutern zusam mengeseytund ist das beste Heilmittel gegen Ha und Lungeneschwerden. Rwr l OrlginalPacktn. qmm wtmMnmnnimnmmmmz ...Warum nicht ihr Heim... anziehend machen, durch den Ge brauch eines Garland Ofen... .und. Nange. 44 Dieselben übertreffen alle andern in Schön beit. - Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsamkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselbe gezeigt, in werden mit Vergnügen WI LLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Mjjlittle Mary cornes to rne And softly clirnbs on Mother's knee I II know her wisb füll soon ; So with an artsul little sigh She asks when supper will be rrigh, This long, long aftcrnoon. Don't keep the little ones hungry. Good bread. butter and suear will shorten and sweeten the longest asternoon. Puritan Bread is sold at the Taggar bakeries and by grocers. Ask for it. ..Echte.. iiWmZ Lump Aohlen $4.00 per Tonne... 25c Rabatt pro Tonne, bei Bestellungen von secks Tonnen oder darüber. . .Nauchlose Slake Kohlen... 82.50 per Tonne. Home Fuel Co. (Zncorporirt.) euer Phone 9291. AlteS Phone, Main 1150.

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Europäische Nachrichten.

Schweiz. Bern. Im benachbarten Stadtchen Burgdorf hat der Verkehrsverein dem 1849 dort verstorrenen Dichter! der Wacht am -Rhein" Max Schneckenburger, einen schlimicn Denkstein gesetzt, der letztens enthüllt wurde. Ascona bei Locarna. Beim Baden im See ertranken zwei Kinder der Famile Tortelli, eines sechsjährig. das andere achtiabna. Der Vater, der hinzu eilte und in den See sprang. um eine Rettung seiner zwei Söhne zu versuchen, konnte nur mit äußerster Mühe noch lebend aus 'enr Wasser gezogen werden. Uhu?. Beim Ausstieg auf den Calanda verunglückte ein junger hiesiger Mann Namens Alfred Buchlel. Büchelei kam beim Aufstieg auf den Gipfel auf eme lose Stemplatte zu steben. welche nachgab und ihn nach der Vättiserseite in die Tiefe riß. Anders Touristen brachten die. Nachricht nach hier. I p s a ch. Das dem Jöenrtm MHZ gehörende VauernhauZ brannte b,Z auf den Grund nieder. Große Futtervorräthe und auch ein Theil des (unversicherten) Mobiliars gingen zu Grunde. Da Hilfe rasch zur Stelle war, konnte un weiteres Umsichgreifen des Feuers .verhindert werden. Kaltbrunn. Der an der Rlckenbahn angestellte Elektrotechniker Jules Philippe Milles aus Lausanne kam mit der Starkstromleitung m Berührung und wurde getödtet. Ölten. Auf dem hiesigen BähnHof bei der Ausfahrt des Schnellzuges von Zürich verunglückte eine 25 Jahre alte Frau Ernsbacher von La Chaux-de-Fonds. Sie war während einer tut zer Abwesenheit ihres Gatten m einen unrichtigen Zug eingestiegen, bemerkte rhrn Irrthum und wollt den Zug wieder verlassen, als dieser schon in Bewegung war. Frau iLrnsoacyer gerieth unter die Rader, welche ihr beide Beine abschnitten. Der Tod trat sofort ein. Rorsch ach. Beim hiesigen Kurplatz wurde der Leichnam des 26jährigen Müllers Karl Wehrli von Eschikofen, Thurgau, aus dem See gezogen. Die Leiche hatte schon längere Zeit im Wasser gelegen. S ä n t i s. Kürzlich suchten einige Personen während eines heftigen Gewrtters Schutz in einer Hütte. Diese wurde aber plötzlich durch Steinschlag zertrümmert, wobei ein Schaffhauser Namens Walder einen Beinbruch erlitt und drei andere Personen. Verletzungen davontrugen. Frovinz Wrandenvurg. Berlin. Professor Erich Vennecke ist im Alter von 39 Jahren einer BlutVergiftung erlegen, die er sich bei einer Operation zugezogen hat. Erschossen hat sich nach einer durchschwärmten Nacht der 53 Jahre alte Arbeiter Wilfclm Scheffler aus- der Landsbergerstraße 37. Er hatte in diesem Jahre nur wenig Arbeit gehabt und war vor einiger Zeit endlich bei der Paketsahrt gesellschaft in ein dauerndes ArbeitsVerhältniß gekommen. Letztens hatte er seinen Wochenlohn verbraucht. Als er nach Hause kam, wurde ihm seitens der Ehefrau ein nicht eben sanster Empfang zu theil. Die Folge war, daß er ein Nebenzimmer betrat und sich aus einem Revolver zwei Kuaeln in die rechte Schläfe jagte. Ein Lysolat tentat verübte in der Gneisenau Stra ße die Kellnerin Ottilie Gebhardt ge gen ihren früheren Geliebten, den Ma ler Göhlke. Dieser wurde schwer ver letzt; das linke Auge ist total verloren, ebenso hat er im Gesicht und an den Händen schwere, schmerzhafte Brandwunden davonaetraaen. Das 23jährige Jubiläum als erster Magazinarbeite? bei der Aktien - Gesellschaft Schäffer & Walcker feierte der Arbeiter Gottfried Scholz. In volle? Rüstigkeit waltet . der Jubilar, der. auch die Feldzüge 1866 und 187071 mitmachte, seines Amtes. Ein Kinderwagen, in dem sich der vierjährige Sohn des. Cigarrenarbeiters JocholeWitz befand, wurde in der Kleinen Auguststraße von einem Müllwagen angefahren. Das Kind stürzte heraus jmd fiel vor ein Rad deö Wagens,' das ihm über den Kopf hinwegging und es so schwer verletzte, daß es nach kurzer Zeit starb. Charlottenburg. Durch eine Spiriiusexplosion schwer verletzt wurde die 23jährige Kochmamsell .Elsa Rietzel aus Weimar, die im Restaurant Waldhaus" auf Westend beschäftigt war. Von Rowdies überfallen wurden an der Ecke der Knobelsdorffund Danckelmannstraße die Arbeiter Schönknecht und Manneck, die sich auf gemeinschaftlichem Heimwege befanden. Ohne jeden Anlaß wurden die beiden von einer Rotte von zwölf jungen Burschen angefallen und mit Messern bearbeitet. Friedens u. Der Kaiser hat dem Ober - Regierungsrath a. D. Dr. Schröder den Kronenorden zweiter Klasse verliehen. Landsberg a. W. Die Frau deS Maurers Hämmerling war in der Küche beim Kochen beschäftigt. Plötzlich fiel .- vom Küchenbrett die Spirituslampe in das Feuer und explodirte. Die Flammen setzten die Kleider der Frau in Brand, die den Brandwun den erlag. Schöneberg. Aus dem Seddin-

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Irgendeine Frau kann Linderung jener veinlichen Schmerzen, oder FraueMwäche, finden, benn sie den Wlne ot C&rfal, der in jeder Apotheke zu haben it, gebraucht. Vermittelst dieses berühmten Frauen.TtSrlunas'miUelS können schmerzhafte Perio den und niederdrückende Schmerzen vermieden werden. Wer möchte da noch vermeidliche Menstruationsschmerzen erdulden? Der win ot Cardai kurirt neunzehn aus je zwanzig Füllen von Menstruationsstörungen. und hat noch keine Frau, welche je an dieser Krankheit gelitten hat. den Win f Cardni gebraucht, ohne ein erfreuliches Resultat zu erzielen, selbst wenn ihr Leiden mit ernstlicher Schwäche verbunden war. Seit sünfundsiebzig Jahren hat der Win of Cardai FrauenschwSchen aller Gattungen kurirt. und jede Frau, die ihn ie droblrt hat. verläßt sich auf ihn. und wird fie nichts Anderes gebrauchen, da sie sich ist, daß der Win of Cardul sie kurirt. Verlangt den Wine ol Cardai von Eucrm Apotheker, und gebt Acht, daß er acht ist! Der Win of Cardul kostet nur $1.00 ver Flasche, und liegt im Bereiche einer jeden Frau. Er bringt vositive Linderung, sogar nachdem die besten Svezialisten fehlgeschlagen haben, (und ist die Behandlung derselben stets kostspielig). Der Wine ot Cardul ist -ein billiges Heilmittel, indem er eine rasche und sichere Kur bewirkt. Wenn Ihr andere Heil Mittel vrobirt habt, ohne Linderung zu finden, dann empfehlen wir Euch, den Win o Cardul zu versuchen. F r e e m a n. Ind.. den 2. März. 1904. Ich habe seit Iefciem Sommer am Lebenswechsel gelitten, und habe dafür gedoktert, ohne Linderung zu finden, bis ich den Win ot Cardul und Thedford's Black-Draught zu gebrauchen begann. Ehe ich dies that, mußte ich meine Wäsche besor gen lassen, und jetzt kann ich den ganzen Tag lang arbeiten, ohne mich zu ermüden. Ich erachte den Win of Cardul all einen Legen de? Frauen, und kann ich ihn n'.cht üenug empfehlen. Ich wünschte, bat alle leidenden Frauen diese Medizin gebrauchen würden, um sich zu kuriren. FrauttateLandedenter.

ö see wurde die Leiche der 13jährigen Tochter des Kaufmanns Tietz gelandet, die mit ihrem achtjährigen Bruder beim Baden ertrunken war. Ein Versuch, die Leiche des Knaben zu bergen, mißlang, doch konnte von den Fischern. die mit dem Absuchen des Sees beauftragt sind, festgestellt werden, daß der Ertrunkene auf dem Grund des SeeZ durch , Schlinggewächse festgehalten wurde. Weißen see. Den Tod auf den Eisenbahnschienen suchte der 22jährige Schuhmacher Nelde aus Neu-Weißew see. Dem Bedauernswerthen wurden beide Füße oberhalb der, Knöchel abgefahren. Außerdem erlitt er schwere in nere Verletzungen, so daß er hoff nungslos in derEharite darniederliegt. . Provinz Hstpreußen. Königsberg. Einen schweren Verlust hat das Seminar in Waldau durch den erfolgten Plötzlichen Tod feines Leiters, des Seminardirektors Thaer, erlitten, der durch einen Eehirnschlag im besten Mannesalter dahingerafft wurde, -r- In der Tamnaustraße wurde die Arbeiterfrau Johanne Bötticher durch herabstürzende Ziegel so unglücklich getroffen, daß sie schwere innere Verletzungen erlitt und nach ih rer Wohnung gebracht werden mußte. A h l g a r t e n. Großes Unheil ha! ein tollwüthiger Hund hier angerichtet. Das erkrankte Thier wurde vom Knecht des Besitzers Engelke von der Kette losgelassen, lief davon, biß verschiedene Thiere und auch Personen, so auf dem Hofe des Eigenthümers Engelke zwei Söhne desselben. Engelke begab sich zur weiteren ärztlichen BeHandlung mit feinen Kindern nach Berlin. Der Hund verendete. Nach dem Befund des Kreisthierarztes ist er mit Tollwuth behaftet gewesen. V u ch w a l de (PreußischHolland). Ein grausiger Fund wurde am Sonnabend in' dem großen Zehmensee gemacht. Dort entdeckte man in der Nähe des Ufers eine männliche Leiche im Schilfe. Bei derselben fand man ein evang. Neues Testament, ein Rabattbuch vom Sächs. Engroslager zu Lissa i. P. und eine Arbeitsbescheinigung für den Schneidergesellen August Jagusch in Strasburg, Westpr., ausgestellt vom Schneidermeister Jaskuls.ki dahin lautend, dah der Jagusch vom 3. Juni bis 3. Juli d. Is. bei dem genannten -Meister gearbeitet habe. Ob hier ein Unglucksfall oder ein Verbrechen vorliegt,' konnte nicht festgestellt werden. Johannisburg (Lyck). In der Familie des Fischeraufehers Hoffmann wurde kürzlich die Verlobung der einzigen Tochter mit einem Feldtvebel gefeiert. Später unternahm das glückliche Brautpaar in. Gemeinschaft mit saner Mutter und einem erst kurze Zeit hier wohnenden Lehrer eine Kahnfahrt auf dem Roschsee. Trotzdem Hoffmann, von einer trüben Ahnung erfaßt, wiederholt davon abrieth, wurde die Fahrt dennoch unternommen. Plötzlich kenterte das Boot und alle vier Insassen stürzten ins Wasser. Während es dem Lehrer gelang, sich zu retten, fanden das Brautpaar und die Mutter in den Wellen den Tod. Osterode. Ein Unglücksfall ereignete sich in Thierau. Dort war der 19 Jahre alte Sohn des Besitzers Zebrowski beim Getreidedreschen ' mit Einlegen beschäftigt. Wohl durch Unachtsamkeit gerieth sein rechter Arm in daö Getriebe und wurde schrecklich zugerichtet. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Arm im hiesigen Kran kenhause vom Ellenbogen ab abgenommen werden mußte. Vrevinz Westpreußen. Flätow. Eine seltene. Feier fand auf dem Gute Waldowke statt. Der Kutscher Carl Brühn befindet sich 37 Jahre im Diensie der Familie Krieger. Als Anerkennung hierfür hat ihm die Landwirthschaftskammer eine 'silberne Medaille nebst Diplom verliehen, welche ihm von dem Rittergutsbesitzer Krieger in Anwesenheit seiner ganzen Familie ausgehändigt wurde.

Krieg im Frieden. Lustiges Manövergeschichtchen von K. Lubomski. Zum Donnerwetter, Herr Leutnant Seebaldshaufen, was haben Sie eigentlich in einer Tour an dem Eefreiten Wernicke herumzumäkeln," schrie ersteren eines Tages sein Hauptmann wüthend an. Schon wieder ist er zum Nacherxercieren notirt. In der letzten Woche nicht weniger als sechsmal, vertheilen Sie gefälligst Ihre anerkennenswerthe Diensteifrigkeit gleichmäßig auf die 65 Pferde und 90 Leute Ihrer Batterie." Zu Befehl, Herr Hauptmann!" Da hatte Gerhard Seebaldshaufen die Pastete, . ' .

Sich anschnauzen zu lassen, wegen so einem ... - Ja, was hatte er denn eigentlich gegen den Gefreiten Wernicke? Für gewöhnlich hegt ein Leutnant für einen Gemeinen überhaupt keine Privatgefühle. Und dennoch brachte Seebaldshausen es fertig, diesen Wernicke zu hassen.. Sein Haß datirte seit einem Diner bei dem Rittergutsbesitzer von Purschweiler. Alt-Marieen, her. Gerhard Seebaldshausen hatte ein Dutzend lnagstenglige La France in der Hand, und das Monokle im linken Auge. So tänzelte er auf die Hausfrau zu, während seine Blicke voller Unqeduld 'des Hauses Sonnenschein, die blonde Ilse, suchten. Er findet sie auch in eifriger Unterhaltung mit dem Gefreiten Wernie, der statt des schäbigen. Commisses einen Frack von tadellosem Schnitt trägt. . Urlaub hat der Kerl natürlich. Aber wie kommt er in diese Gesellschaft? Das sollte er bald genug erfahren. Wernickes Vater und Purschweiler sen. waren treue Jugendfreunde. PurschWeiler hatte sogar vor sechs Jahren dem verzweifelten Wernicke den Rath gegeben, seinen Filius von dem Gymnasium herunterzunehmen, denn der Bengel lernte nicht. Aus Prinzip nicht. Er war in der Jugend viel krank geWesen und in einem Alter in die Sexta gekommen, in dem andere Normaljungen bereits die Untertertia überwunden haben. Natürlich haperte es nun an allen Enden. Er sollte dereinst seines Vaters Güter übernehmen und bekam zu diesem Zweck eine praktische Ausbildung. Dabei wurden die Schultern zusehends breiter und die Brust wölbte sich. Im letzten Jahr nahmen sie ihn zum Militar. Dagegen half Wernicke's sen. Geld und Ansehen nicht das Geringste. Und nun stand er hier wie jeder an dere vollendete Gentleman, trank nach dem Diner seinen Mokka, rauchte und redete und lachte mit den schönsten Madchen des Regierungsbezirkes so ungeniert, als wenn sie 'der Nebenmann Kuseke gewesen wären. Nach dem Kaffee bat die Hausfrau den kleinen Seebaldshausen an das Klavier aus reiner Selbstlosigkeit, denn sie wußte, 'wie brennend gern er seine musikalische. Unbegabtheit hören ließ. Die Anderen ertrugen es mit stiller Resignation. Nur Frtz Wer nicke konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Dieses Lächeln legje den Grundstein zu Leutnant Seebaldshau sens starrem Haß. Ilse Purschweiler bat ihn um das Mignonlied. Er warf sich in die Brust und spielte aus Versehen das kecke Geishalied. Als er an die Stelle kam: Wer einen Leut nant will frei'n, muß ein Goldfischchen sein" lachten sie alle. Der Mißgriff war aber auch zu urkomisch. ' Für heute hatte Gerhard Seebaldshausen genug von der Musik. Aber die Gaste wollten sich für die ausgestan dene Qual schadlos halten, darum mußte.Fritz Wernicke gleich darauf de leeren Platz auf dem Klaviersessel ern nehmen. Nun bekam Ilse Purschweiler doch noch ihr Lieblingslied zu hören. Das war freilich eine andere Musik, als die soeben aenossene. ' Voll und riin perlten die Töne von

Apotheken

0 U den Citronen und Goldorangen unter seinen Fingern hervor, und am Schluß erhoben sich zwei helle, jauchzende Stimmen zu dem sehnsüchtigen Wunsch: . Dahin, dahin, möcht' ich mit Diri o mem Geliebter ziey n! Seebaldshausen wurde beinahe ohnmächtig. Er entschuldigte sich .mit plötzlichem Unwohlsein und fuhr nach Hause. Und ihm war wirklich sehr elend; denn Alles, was gut, weich und treu in ihm war, besaß seit fünf Iahren Ilse von Purschweiler. Nun kam einer, den er bisher für einen Menschen untergeordneten Ranges angesehen hatte und stellte sich als Rivale vor. Manöverzeit!! Gott sei Dank, daß es so weit war. Seebaldshausen fühlte, daß er das Zeug zu einem Mörder in sich habe. Seine Liebe zu Ilse von Purschweiler hielt mit dem wachsenden Haß gegen Wernicke gleichen Schritt. Er wußte genau, daß Wermcke wöchentlich zweimal in Alt - Marieen weilte, trotzdem er die" Besuche gänzlich aufgegeben hatte. Wozu gab es Kameraden? Die berichteten alles haarklein. Am 5. August ruckte das Regiment aus. . Das erste Quartier war in Alt-Ma-rieen. Dritte und vierte Batterie auf dem Gutshose. Seebaldshausen triumphirte. Heute endlich würde er Ilse allein sprechen dürfen, denn man konnte diesen Wernicke doch keinesfalls mit den i rc r r anoeren Affineren zur ayei ziegeiu Das that man denn ' auch natürlich nicht. Rechts rm Eßsaal speisten der HausHerr mit den Offideren. Links, ' im Vrivatzimmerchen. Frau von PurschWeiler mit der Jugend, die aus Ilse, den drer Studentenbrüdern und Seebaldshausens Schwester Gertrud, aus dem Volontär und Fritz Wernicke bestand. Es war zum Heulen. Nachmittags durfte er allerdings mit den Damen Fanchon und Verserathen spielen. Aber Abends stellte er auf Befehl den dritten Mann im Skat vor. Wie endlos lange so ein Tag dauert. Nicht ei-, nen Augenblick konnte er die Trude allein sprechen. Endlich sagte Purschweiler die letzte Ronde an. Danach wünschte man einander Gute Nacht". Seebaldshausen kann natürlich noch nicht schlafen. Er muß sich im Parke austoben, sonst platzt etwas in seinem Hirn. Halt! Flüstern da 'nicht Stimmen neben ihm? Wenn es die Ilse und der Wernicke. wären, dann .... Ihm steht der helle Schweiß auf der Stirn. Woher kommt das Wispern? Ach so, aus der Laube zu seiner Linken. Er stürzt hinein. Er hat nur den einen Gedanken Klarheit, Entscheidung. Ein Mondstrahl fällt durch das Gebüsch. Er beleuchtet zwei engumschlungene Gestalten.. Allmächtiger! Die Trude und den Fritz Wernicke. Er will sie von feinem Herzen reißen. Aber sie thut es ganz allein. Sie streckt ihm die kleinen, feinen Häude entgegen und sagt einfach: Ich bin seit acht Tagen Fritzens Braut. 'Schilt nicht. Es ist Alles umsonst." . Wir haben uns sehr, sehr lieb, Herr Leutnant," sagt nun auch Wernicke. Zum. Herausreißen sitzt es bei uns zu tief." Er spielt eine unglaublich klägliche Rolle der kleine Leutnant See baldshausen. Trude sagt ihm etwas ln's Ohr. ' Wenn Du die Ilse sprechen willst, geh' in den Rosentempel. Ich denke. daß Du das Bedürfniß dazu fühlst. Sie erwartet Dich!" Da weicht der Druck, von Seebaldshausens Kopf. SeineBrust dehnt sich und er sagt den beiden Glücklichen Worte, die ihnen wie ingel stimmen klingen. Ich weiß natürlich nicht, wie unser alter Herr über die Geschichte hier denkt, aber wenn es schief gehen sollte. auf mich, konnt Ihr .zahlen." Dann

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verschwinde: er mit langen Schritten in der Richtung, die auf den Rosentempel führt. t Die Mondstrahlen ziehen sich scheu zurück. Ein paar verspätete Leuchtkäferchen zeigen ihm den dunklen Tannenwez entlang und eine Spottdrossel will sich halb todtlachen. Ein zweiter Diogenes. Folgendes hübsches Sommeridyll erzählt ein deutscher Tourist von den Gestaden des Bodensees: Neben mir sitzt seit einigen Mittagen ein forsch dreinblickender Herr. Sein großer Schnauzbart wackelt fortwährend, bis der letzte Gast am Tische sitzt und die Saaltöchter die Suppe auftragen. Der Bart wackelt, weil von 1212 Uhr bis zum Beginn des Essens tagtäglich eine kra tlge Rede über die Unpünktlickkeit der Welt den Mund verläßt. Man erzählt sogar, wer auch nur einmal nach dem Glockenschlaa eintrete, werde trotz aller vorhergegangenen Freundlichkeit von dem Schnauzbart keines Grünes mehr aewurrnat. Draußen iin Garten geht der Herr zwischen 3 und 4 llyr Wie ern Automat seinen bestimmten, 6 Minuten langen Weg ununterbrochen auf und ab, immer zwischen zwei bestimmten Stühlen, und dann entfernt er sich, um zu baden. Nur hat ihn noch niemand in oder bei' der gemeinsamen Badeanstalt gesehen. Doch letzt ist das Räthsel gelöst. Mit guten Kameraden fuhr ich m einem ftisken Motorboot über den See. Da sah einer unserer Reisegenossen durch das Fernrohr etwas Sonderbares: eine auf dem Wasser stehende Aeituna. 3ck laß' mich fresse, 's isch e Zeitung!" rief er. Wir fuhren rasch auf das Phänomer zu und siehe da. unser TiscknackbarSchnauzbart lag, durch eine umgeschnallte Schwimmbuchse gehalten, auf dem Rucken :m Wasser und las ,:nr Leiborgan. Von unten Kühlung, von oben Belehrung mehr kann man nickt verlanaen. An der Mittaastafel erzählte unser sonderbarer Schwimmer, es gebe aus ver Welt Nichts Schoneres, als taanch seme 3 Stunden draußen auf dem Rücken zu liegen, unter sich ein so gesundes Element wie das Wasser, über sick Qimmel und Sonne und wenigstens eine Zeitung, damit man in aller Einsamkeit das Neueste nicht nur schlucken, sondern auch verdauen könne. Der alte Dwaenes in seiner Tonne hat einen Nachfolger an Originalität und GenügT t'L O unucu yqujiuciu EinEinaeweibter. Die ser Aberglaube bei den Jägern ist dock zu wunderlich. So aebt mein Mann prinzipiell nie an einem jüdirjc c.l.-i r. cv c u jcqcn yciciiagc uup cic zago. .Vielleicht heißt der dortiae WildHändler Moses?" Nurdurchdie bewundern'werthe Geistesaeqenwart des Maschi nisten Archie McFee und des Bremfers W. C. Keisser von der .Baltimore & Ohio-Bahn.welche schnell entschlosr... CY C VT j( . T sen, einen rano ivicuie, oer aus atm Ende eines mit 10.000 Pfund Dynamit beladenen Waggons auf dem hiesigen Bahnhof ausgebrochen war, wurde in Connelsville, Pa., schweres Unheil abgewandt. Wie das Feuer in dem Waggon entstanden ist, weiß man nicht. Derselbe hatte erst kurze Zeit auf dem Bahnhof gestanden, alo der Brand entdeckt wurde. Das Zugpersonal, -welches an der Thür des Waggons das große Gefahrschild erblickte, floh nach allen Richtungen. Der Maschinist McFee und Bremser Keiffer koppelten aber schleunigst ihre Maschine von ihrem Zuge los und fuhren eitligst zu dem brennenden Waggon. Es gelang ihnen auch wirklich, das Feuer durch Begießen mit Wasser aus Eimern zu löschen, ehe es die Explosivstoffe erreicht hatte. Das Verhalten der beiden Leute wird als ein heldenmüthiges bezeichnet und sämmtliche Be-. amte der Bahn beglückwünschten sie zu ihrer wackern That.

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