Indiana Tribüne, Volume 28, Number 46, Indianapolis, Marion County, 15 October 1904 — Page 5

Jüdinn Tribuno, 13. Oktober 190!

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Nachrichten aus Jndiana.

Peru, 14. Oct.' In Prärie, zwischen Fort Wayne und Huntington, stießen auf dem Wabash Bahn-GeKise Zug No. 2, und Zug No. 9, im Nebel zusammen. Beide Lokomotiven wurden untauglich. Die Passagiere wurden gehörig durchgeschüttelt, verletzt wurde niemand. French Lick SpringS,14 October. M. Bensinger von Chicago, Präsident der Brunswick Balke Col lender Co.", erlag hier im Alter von 65 Jahren einem Herzleiden. Marion. 14. Oct. Frau I. W. Palmer wurde von einer Kuh aU tackirt und zu Boden geworfen, wobei sie solch' schmerzhakte Verletzungen erlitt, daß sie 'für einige Zeit da-Bett wird hüten müssen. F r a n k t o n , 14. October. Im Commercial'Block brach heute morgen um 3 Uhr ein Feuer au, welche einen Schaden von 840,000 anrichtete. Es ist der bedeutendste Brand, von welchem je das Städtchen heimgesucht wurde. G o s h e n, 14. Oct. In dem Pro. zeß gegen den Bankier Rollin Cllison in Lagrange gaben nach kurzer Berathung die Geschworenen ihr Verdikt auf Nichtschuldig- ab. Richter Daus, mann aber sagte, indem er die Jurv entließ: Meine Herren, ich glaube, Sie haben Ihre Schuldigkeit nicht ge than." P o r t l a n d, 14. Oct. In dem Holzfällerlager in Wabash Township erschlug William Chapman mit einer Axt seinen Mitarbeiter John Stelzer, worauf der Mörder entfloh. H a m m o n d , 14. Oct. Hon. Felix T. McWirther von Jndianapo liS. GouverneurZ'Candidat der Prohi bitionS-Partei für Jndiana, wollte hier eine Rede halten und als Redner Tribüne benutzte man eine große Kiste. Polizist Heimley befürchtete Verkehrs. stockung und befahl ihm, auf die andere Seite zu gehen; dem wurde wider sprechen und ein Wortwechsel entstand. Schließlich zog Heimley den Redner mit Gewalt von seinem erhöhten Stand punkte herunter. Der Borsau erregte großes Auffehen. L a fa yette, 14. Oct. 5 Pur due Studenten durchzogen mit Steinen bewaffnet in den frühen Morgen stunden die Straßen, warfen Fenster ein und verübten allen möglichen Unfug. ' 2 e j r e Haute, 14. Oct. 180 Bergleute sind in Jackson Hill an den Streik gegangen, da die Company 4 Unionleüte entlassen hat. Ein Co mite der Streiker suchte bei dem Su perin.tenden derCompany um eine Con ferenz nach, welche ihnen auch dewil ligt wurde. Auf Vorschlag deö Präsidenten Boyle der MinerS Association einigte man sich dahin, daß die Leute wieder an die Ar beit gehen sollten und die Angelegenheit einem Schiedsgericht unterbreitet werde. In der Wooleygrube in Sullivan County gingen 100 Bergleute an den Streik, da die Company billiges. none union rnade Sprengpulver Ver kaufte. H a m m o n d, 14. Okt. Mit den Worten Ich bedauere, daß ich Ihnen nach dem Gesetz keine schwerere Strase auferlegen kann, ich würde Sie dann für einen langen Termin in's Zucht haus stecken", diktirte Richter Harry E. 2uthill von Michigan City George Becker von hier 6 Monate Gefängniß und $250 Geldstrafe zu, da er feine Frau blutig geschlagen hatte, als sie ihn um 25 Cents bat für Gasolin, um , heiße Waffer zu machen, damit sie ihr krankes Kind baden könnte. Reuer Federweier, bei August Pietsch, Ecke Wabash und Liberty Straße. Neue. Inkorporationen Die Stinston .BrotherS Dry GoodS Co.", Mt. Vernon; Capital 525,000; Directoren: Robert und R. D. 'St in fon, Robert F. .Hurley und Charles H. Gowdy. Die Center Oil & GaS Co.", Le banon; Capital: $25,000; Directoren: Elbert PerkinS, A. F. F. Groble, H. L. Moore, I. W. PerkinS und Theo dorde Eck. Die Kensington & Eästern Rail road Co."; Capital 550,000; Directo ren:,J. C. Welling, S. F. Andrews, Bluett Lee,-'A. P. Humburg und 23. G. Bruen.

Zunge Siebe. Novellette von O. Ortrvin. 1.

Die Glocken und Glöckchen der sin nen Stadt läuteten-das Ave ein. Aus den Gärten stieg ein Duft von Nelken und Rosen und mischte sich mit dem kräftigen Heugerüch, den der Wind von den nahen Wiesen herübertrug. Die Luft ging still. Ganz leise nur und langsam fielen die gelben Blüthcn von den alten Linden, zwischen denen das hohe Kruzifix stand am Kirchplatz vor der Martinskapelle. Hjnter einem der Bäume, die Hände krampfhaft um den Eisenreif gepreßt, der den alten Stamm umspannte, stand ein hoch aufgeschossener Knabe von etwa sechzehn Jahren. Seine dunklen, brennenden Augen waren auf die Kirchthür ihm gegenüber qerichtet. Jetzt trat über die steinerne Schwelle ein junges Mädchen, das Gebetbuch in der Hand. Ihr Blick schweifte suchend umher, dann schritt sie vorüber. Hochaufathmend strich der Knabe sich das 'dunkle Kraushaar aus der Stirn. Vorsichtig bog er aus dem schützenden Schatten der Bäume ab und folgte ihr unbemerkt. Sie gingen durch mehrere schmale Gäßchen der Altstadt und bogen dann in eine breite Villenstraße ein. In dem Vorgartchen eines der Häuser verschwand das junge Madchen. Der Knabe starrte ihr einen Augenblick nach; dann wandte er sich und trat unter die Thur des gegenuberueenden Hauses. Sie war von einem Zalkon überhangen. Aus dieser Nische spähte er hinauf. Drüben klirrte ein Fenster. E7n helles Kleid wurde sichtbar. Sie ist es! . . . dachte er. Ob sie mich erkennt? Es überrieselte ihn heiß. Heilige, Reine!" murmelte er verzückt. Da erscholl eine Stimme von drmnen. Wenier: - Der- Gerufene zuckte zusammen und verschwand in der Hausthür. - Als er die Schwelle des Wohnzimmers überschritt, hörte er die strenge Stimme feines Vaters: Ich weiß nicht, was mit dem Jungen los ist! Hat Flausen im Kopf, der Bengel! Das träumt wie ein Nachtwandelnder am hellichten Tage! Seine Dichter haben ihm den Kopf verdreht!" Werner erwiderte nichts; er saß mit rothem Kopf und aß hastig, seine Abendsuppe, dann suchte er alsbald seine Kammer auf. Aber auf dem Lager warf er sich stundenlang umher, und noch im Einschlafen bewegten sich seine Lippen. 2. Er war ein merkwürdiger Junge, der Werner. Mit seinen Kameraden der Wildeste und Feurigste, und doch am liebsten ganz allem, über einen Band Schiller Welt und Wirklichkeit vergessend. Empfänglich .und zugleich von einer Zartheit, die seine Mutter oft erschreckte und doch mit geheimem Stolz erfüllt hatte. Seine Mutter! Sie war der angebetete Inhalt seines 'Lebens gewesen, und als er sie verlor, da war ihm, als umfinge ihn eine große Dunkelheit . . . Den Vater,' einen vielbeschäftigten Juristen, sah er nicht viel. Vor dem ernsten Manne hatte er stets eine gewisse Scheu empfunden; feine strenge Nüchternheit druckte auf feine eigene. feurige Natur, und statt Vertrauen zu fassen, zog er sich scheu in sich hinI i a rv ein. uno m me er lnnerilcyen eremsamung hatte seine unbestimmte Sehnsucht sich' ganz seinen geliebten Dichtern zugewandt. Hier fühlte er sich verstanden, nicht als absonderlich" bespöttelt! . Da war plötzlich ein neues, ihm bisher gänzlich fremdes etwas in den Mittelpunkt feines Empfindens getreten. Das junge Ding von drüben". Fräulein Elisabeth, hatte er einmal in der Fronleichnams - Prozession schreiten sehen, im weisen Kleide, den Lilienstengel in den Händen. Da hatte sie ihm zugenickt, als sie seinen bewundernden Knabenblick auf sich gerichtet fühlte,, und seitdem verfolgte ihn ihr Bild Tag und Nacht! Er sah in'ihr das höchste Ideal der Weiblichkeit, wie es unklaren seinem Knabengemüth empordämmerte. Was er in seiner frühverlorenen Mutter vergöttert hatte, ihren Liebreiz und ihre zarte Herzensgüte, das mengte sich mit den Gestalten seiner Dichter, und so schuf seine erregte Phantasie ein Idol, auf das . er alle glühende Verehrung übertrug, deren er fähig war. Zwar fingen seine Leistungen als Schuler an etwas zu leiden unter die ser ihn völlig ausfüllenden, leidenschaftlichen Hingabe. Aber sein Ehrgeiz und feine glänzende Begabung ließen ihn bald das Versäumte wieder einholen. Abend für Abend stand er in der Nische seines väterlichen Hauses, um einen Blick von ihr zu erHaschen. Einmal hatte er ihr ein glühendes Gedicht ins Fenster geworfen; eine Antwort war nicht erfolgt; aber manchmal schien es ihm seitdem, als lächle sie ihn an, wenn sie ihm begegnete! Und mehr verlangte er nicht. Wenn er ihr begegnet war, durchwogte ihn jedesmal für den ganzen Tag ein solches Glücksgefühl, daß er sich nicht anders zu helfen wußte, als seine kleine Geige vom Nagel zu nehmen, in den Wald zu laufen und zuspielen, zu spielen . . . Eines Tages, ab:r schien er unver- ! hofft eine direkte Erwiderung seiner

Gefühle zu finden. Es hatte geregnet.

Werner drückte das Gesicht gegen die Scheiben. Drüben saß am Fenster seine Angebetete und stickte. Da, jetzt, , - i. . itf v r . er horte es aanz veulucy, lic , klopfte mit dem Fingerhut an die Scheiben, noch einmal! Er bebte. Das galt ihm. Nun stand sie auf und winkte. Er sprang empor; ein unfägliches Glücksgefühl durchrann ihn, und sie nickte und lachte. Dann trat sie vom ??enster zurück . . . Ihn litt es nicht mehr im Zimmer. Er griff nach seinem Hut, und stürmte hinaus. Auf dem Balkon im ersten Stock stand der junge Student, der vor acht Tagen oben" eingezogen war. Werner kannte ihn. Er schien ein lustiger Vogel, denn er sang und pfiff den ganzen Tag. Werner sah, wie e? hinüberschaute und ein Liedchen trällerte: Von allen Madchen, so blink und so blank" .... Und drüben ins Vorgartchen trat jetzt Fwiulern Elisabeth. Sie hob zierlich ihr Kleid und bückte sich zu den Rosenbeeten. Ueber den nassen Kies schritt sie bis dicht an die Pforte, und immer lachte sie und sah herüber. Werner pochte das Herz. Und dann hörte er sie ganz laut zu der Mutter sage:., die im Hausflur zu stehen schien: Ach. die rothen, die mag ich gar nicht' aber die' gelben Rosen, die zarten! Die bedeuten verschämte Huldigung!" Und dann lachte sie. wieder ... . Von dem Augenblick stand es für Werner fest: Gelbe Rosen, die mußte er ihr schaffen, und gälte es, den Himmel zu stürmen! Endlich kannte er einen ihrer Wünsche! Und wie zart sie sie ihn hatte merken lallen! Wenn sie wüßte, daß sie ihn damit zum Glückllchsten der Sterblichen gemacht hatte! 3. . Den ganzen Tag ging Werner umher wie einer, dem das größte Glück widerfahren ist. Und was er anfing, das gelang ihm. Sein Aufsatz wurde klarer und schwungvoller als t, seme Mathematikaufgabe löste er spielend. Das war es ja eben, was er so wunderbar empfand: Mit seinem Glück wuchsen seine Fähigkeiten. Ihm war, als habe sein Geist Flügel bekommen. Als er seine Bucher weggepackt hatte, that er einen Juchschrei, so laut, daß die alte Genoveva in der Küche einen entsetzten Ruf ausstieß: Jesses Maria, was packt den Bub" Aber er kam lachend mit langen Schritten den Korridor herauf, faßte die Alte übermüthig um die dicke Taille und walzte mit ihr um den Küchentisch herum. Sie protestirte keuchend und schnaufend, aber es half ihr Nichts. Endlich hielt er inne. Ach, Genovev', ich bin so froh!" Dann eilte er in sein-Zimmer zurück, und bald hörte sie , seine Geige. Jesses, Jesses, und. heiliger Antonius, was hat der 2jub? Er wird doch dengerst nit anbendelt habe mit dem Zieraff da drübe, wo als hercoquettirt, nauf zum Herrn Doktor? Jetz, 'nübergaffe thut er grad g'nug dafür, der Werner! JesseZ, "jetz i sag, das wenn d' selig Frau derlebt hätt'! 'S ischt halt e Kreuz, daß er sei Mutter selig mmmer hat, der arm Bub! I mein allweil, s' ischt nur 's Heimweh nach ihr. wo ihn. auf des affig G'schwenzel bringt! . . . Gescht naus, Mohrle, oder nit?! Allons marsch!" Und dabei gab " sie dem schwarzen Hauskater, der es sich auf einem Küchenstuhl bequem gemacht hatte, einen energischen Tritt. Am Abend desselben Tages schlüpfte Werner unbemerkt aus dem Hausflur und eilte mit raschen Schritten an den Häusern entlang, um nicht von irgend erntin semer Kameraden ange rufen zu werden, die sich noch im Gar ten vergnügten. Er lief dem Flusse zu. Vor der hohen Mauer des Frauenklo sters hielt er inne alles war still. Nur aus der Kapelle klang der .Gesang der Nonnem Sie singen die Abendlitanei! Die Pförtnerin ist am großen Thor beim Suppenaustheilen, Jetzt muß es gelingen! Er blickte sich um. Kein Mensch war zu sehen. Die Ulme, in deren Schat- , rt L V I 1 , :en er nano, yuule oen Platz in schwarze Dunkelheit. Einen Augenblick noch zögerte er. Taschengeld giebt mir der Vater ja nicht!" . murmelte er, und diese sind schöner als alle beim Gärtner! Er griff in die Rinde des Baumes und klomm empor, glitt dann einen breiten Ast entlang, der seine Zweige in den Klostergarten streckte und schwang sich gewandt auf die Mauer. Auf der anderen Seite ließ er sich vorsichtig an dem Birnenspalier herab und lief, den schmalen, mit Buchsbaum eingefaßten Mittelpfad entlang. Der Kies knirschte unter seinen leisen Schritten. Aus. die Blumen- und Gemüsebeete warf der Mond seltsame Lichter. Der. Weg mündete auf einen kleinen Platz, den ein Kranz wundervoller Rosenbeete einsäumte. Werner brach von einem der hoch stämmigen Stöcke eine halb erschlos sene gelbe Rose und barg sie unter seiner Jacke. Dann schoß er wie gejagt den Weg zurück, den er gekömmen. Mit blutenden Händen und geschundenen Knien glitt er endlich an dem Stamme der Ulme herab und lief der Stadt zu. '4. Vor der Thür seines Hauses ange langt, warf er einen Blick zu den Fen stern empor. Alles dunkel: der Vater

var nicht zu Haus. Er drückte sich in

eine Mische und holte mit zitternden Händen die Rose hervor. Aus der Tasche zog er eine kleine. Schachtel. Er offaete sie und hielt sie einen Augenblick ganz still in den Händen. Drin fing es an zu schimmern wie grünliches Licht. Sie leuchten wieder! Er athmete auf. anff behutsam mit dem Blatt der Rose eines der grauen Würmchen nach dem anderen heraus und setzte sie in den Kelch der Rose. Die Blume leuchtete wie in magisches Licht getaucht. Werner berachtete wohlgefällig sein Werk. Dann spähte er in den Garten hinüder. Der Mond schien auf die Geisblattaube. Darin saß Elisabeth mit einer hrer Freundinnen, beide mit dem Gesicht nach der Straße gekehrt. In der lauen Sommernacht schwirrten die Johanniswürmchen. Der Genovev' mag ich sie nicht anvertrauen; die zerdrückt sie am End' mit ihren plumpen Händen. Und felder . . .!" Er stieß einen leisen Pfisf aus und noch einen. Es blieb einen Augenblick still. Dann tauchte das Gesicht eines kleinen Jungen vor ihm aus. Komm, Peterle!" flüsterte Werner. Trag' mir die Ros' 'nüber zu Fraulein Elisabeth in die aube, weißt? Morgen sollst ein paar Murmeln halben, ein paar große mit bunten Sternen! So! . . . Aber fein behutsam, hörst? Daß du mir die Glühwürmle nit verdrückst! Gelt, gibst Achtung?" Seine Stimme zitterte leicht. Oh Jegerle, was wunderliche Vieble!" lachte der ?lunae. Und wann sie fragt, dann sagst, eZ sei vom Werner; aber nur, wann sie dich fragt, verstehst?" ' Der Kleine war schon auf der anderen Seite der Straße. Werner stand und strengte Ohr und Auge an. Das Herz klopfte ihm zum Zerspringen. Jetzt klinkte die Gartenpforte drüben jetzt trat der Peterle in die Laube. - Und nun horte er deutlich ein froherstauntes Ah!" Das war sie, Fräulein Elisabeth! Werner preßte die Hand auf die Brust und trat lauschend ewige Schritte näher. Himmel! So glücklich war er in feinem ganzen Leben noch nicht gewesen! Aber . , . was wardas?" Was?" scholl es herüber er konnte jedes Wort verstehen von dem Bub? von dem verdrehten Werner, dem affigen? Und ich hab g'meint,. . ." ' War dieser keifende Ton, war das ihre Stimme? Aber nein! Sie wollte ihn nur prüfen . '. ." Und pfui Butzen! Die garstigen Würm! Das ist ein schlechter Streich von dem Werner!" Aha! Das war's! Er sloa hinüberö Fräulein' Elisabeth, liebes Fräulein Elisabeth, seien Sie doch nicht böse!" rief er athemlos, das Gesicht gegen das eiserne Gitter gepreßt. Sie leuchten ja gleich 'wieder! Nur ein bischen warten müssen Sie und. ganz still halten, dann . . . So, also da bist? . klang es ihm entgegen, und hell vom Mond beleuchtet trat sie aus der Laube. Und weißt was? Verbitten thu ich mir so eine Art von dir, so eine kecke! Da host deine Rosen und deine Sommerwurm, deine grauen!" Sie hob die Hand, und seine Rose flog ihm vor die Füße. Werner stand wie erstarrt. Ihm schwindelte. Träumte er? Die Zähne schlugen ihm wie im Fieber . . . Das, das war seine vergötterte Heilige, sein Giern, seine Sonne!? Aber nein! Er griff an seine Stirn. Das war ja nicht möglich, nicht möglich! Das war ein häßlicher Traum, der ihn äffte, mit feinem Heiligsten Spott trieb! Er bückte sich mechanisch nach der Rose. Etwas Bitteres quoll auf in seiner Kehle, aber er schluckte es hinunter und biß die Zähne zusammen. Da fühlte er, wie ihn jemand am Aermel zupfte. Er fuhr , auf. Mußt's halt nit eso arg inkommod nehme, Wernerle. Mei! 's isch halt e dumme Gans!" Werner hob heftig die Hand, als wollte er auf den Tröster losschlagen. Ja, und wann du mich verhaue thätst, es isch doch so! Nit werth isch sie 's. Weischt, was es g'meint hat? -Vom Doktor drübe, vom Dllnnbeinige, seie die Rose g'wese; als ob der Grasaff so e Präsent könnt ausdenke! Aber brrn hat's erst so g'freut. Denn mit dem scharwenzelt's schon allweil herum. Hältst es sollen seh'n auf der Vogelwies! Oh Jegerle!".. Da brach Werner los. Sei still!" keuchte er. Seine Hand fiel schwer auf die Schulter deS anderen. Sei still! oder 's gibt ein Unglück!" Endlich war er allein. Die armen Johanniswürmchen!" sagte er und bückte sich mechanisch nach den grauen Thierchen an der Erde. Dann schritt er müde nach Hause und warf sich unausgekleidet auf sein Bett . . . So fand ihn die alte Genovev am nächsten Morgen, als sie besorgt in die Kammer trat, weil er gar nicht herauskam. Seine Pulse brannten, und die Lippen murmelten in irren FieberPhantasien. Mutter." stöhnte er . . . Mutter!" Gin S ch w e r e n ö t h e r. Junge Frau (eifersüchtig): Du hast da ein sehr hübsches Dienstmädchen im Miethsbureau ausgesucht!" ' Mann: Aber Liebchen, . saqst Du denn nicht I selbst immer schmücke Dein Heim-!-

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