Indiana Tribüne, Volume 28, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1904 — Page 5
Jnbiana Tribune, 12 Oktober WOH.
Barbarische Sitte. Kamps gegn, das Futzelnfchnüren in Chi zeitigt Erfolge. Ter unermüdliche Kampf, den ehe Engländerin, Frau Archibald Little. feit Jahren gegen die grausame chmefische Sitte des Zusainmenpressens der Füße der Mädchen führt, beginnt wirklich allmäliz Früchte zu tragen. Das wäre wohl kaum zu erwarten gewesen, foenn Frau Little nicht so klug gewesen Ware, sich die Unterstützung keiner gerwgeren Persönlichkeit als der Kai-serin-Wittwe zu verschaffen. Dank der Vermittlung mehrerer hochgestellte? Mandarinen gelang es ihr vor einiger Zeit, die Veröffentlichung eines kaiserlichen Ediktes gegen das Fußeinschnüren zu erwirken. Am Pekinger Hof werden jetzt nur natürliche Füße geduldet, trotzdem wagt es aber die Regierung nicht, die allgemeine Unsitte unter Strafandrohung zu verbieten, fondern sie beschränkt sich auf gelegentliche AbMahnungen. Frau Little nahm infolgedessen Zuflucht zur Belehrung und allmäligen Ueberredung. Nach mehrfachen kleineren Erfolgen hatte sie die Genug- . thuung, zu sehen, daß sich in Jtschang am mittleren Ianztsekiang ohne ihre unmittelbare Anregung eine Gesellschaft für ungebundene Füße" gebildet hat, die dort rasch sehr volksthümlich geworden ist. Manche Literaten sind dem Verein beigetreten, und geben sich nun Mühe, der Gesellschaft möglichst viele neue Mitglieder zuzuführen. Aller Zwang wird vermieden, die neu eintretenden Personen haben sich nur zu verpflichten, allmonatlich eine Anzahl von Familien zu besuchen und sie zu ermahnen,. ihren Töchtern nicht die Füße zusaminenzuschnüren. Jeder muß ferner über seine Bemühungen regelmäßige Berichte erstatten. Die Erfolge sind bereits fo zufriedenstellend, daß die Gesellschaft eine eigene Schule unter einer gut vorgebildeten chinesischen Lehrerin hat einrichten können, zu der nur junge Mädchen mit natürlichen Füßen zugelassen werden. Im Laufe von zehn Jahren hofft man auf diese Weise den größten Theil der Stadt zu erobern. Rückgang der Perfonenpostcn. Die Zahl der Postreisenden geht in Deutschland mit dem fortschreitenden Ausbau des Eisenbahnnetzes naturgemäß zurück. Doch beträgt die Summe der durch die Reichspost beförderten Personen im letzten Jahre nach einer , neuen amilichen Zusammenstellung immer noch 1,135,185. Das ist ungefähr die Hälfte der Postreisenden, wie sie noch im Jahre 1883, als das Netz der Hauptbahnen im Wesentlichen ausgebaut war, befördert wurden. Diescr weitere Rückgang der PersonenPosten ist auf die Entwickelung der Kleinbahnen zurückzuführen. Noch im Jahre 1893 hatte die Zahl der Postreisenden 1,802,763 betragen, so daß sie jetzt etwa noch zwei Drittel davon beträgt. Der Umfang der PersonenPosten in den einzelnen Bezirken ist sehr verschieden. Am meisten hat Hannover mit 112,000. Alle anderen Oberpostdirektionsbezirke erreichen nicht einmal die 100,000. Nur wenige, wie Darmstadt, Dortmund, Erfurt, Konstanz und Trier haben mehr als 50,000 Postreisende. Abgesehen von der Reichshauptstadt bat am wenigsten Leipzig mit 3423. Aus dem Verkehr des Berliner Bezirks waren die Postreisenden vor einigen Jahren bereits verschwunden. Durch die Einverleibung des Potsdamer Bezirks erschei nen sie auch jetzt wieder in der Statistik. Es sind aber nur 591 Personen, welche die Post im ganzen Bezirk befördert hat. Auf den Tag im Jahrc kommen also noch nicht zwei Berliner Postreisende. Die Nörgler in Vreutzcn. Daß ein preußischer Staatsbürge? nicht mit allem zufrieden ist, beweisen die im letzten Jahre bei den preußischen Landgerichten erhobenen Beschwerden, die sich auf nicht weniger als 23,492 belaufen haben; darunter sind 324 Beschwerden, die bei der Kammer für Handelssachen eingereicht wurden. Mit den 1178 überjährigen Klagen stellt sich die Gesammtzahl der erhobenen Beschwerden auf 29.670, von denen 23.370 Fälle erledigt wurden, und zwar durch Entscheidung 25.412. Bon den erhobenen Beschwerden sind 10.405 für begründet erachtet worden, eine Zahl, welche darauf hindeutet, daß man bei einigermaßen begründeter Veranlassung sein Recht energisch verfechten soll. Aber nicht nur in Civilsachen allun wird der Beschwerdeweg vielfach betreten, fondern auch, und das in annähernd der halben Höhe, in Straffachen. Hier wurden im Berichtsjahre insgesammt 13,070 Beschwerden erhoben. Von diesen beziehen sich 11,783 über Richter und 1282 über die Zusiändigkeit der Gerichte. Interessant, aber auch vielsagend wegen ihre? hohen Ziffer, sind die im letzten Jahre vorgekommenen Strafsachen, von denen 72,093 anhängig im Vorverfahren waren, dazu die neuen Fälle mit 561,701, so daß sich die Gesammtzahl auf 633.799 stellt, trotzdem 95.863 Anträge und Anzeigen ohne Weiteres von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen und 59,708 an die zuständigen Behörden abgegeben worden sind. In der deutschen Kriegsf l o t t e zählt das aus auf zwei DiVisionen vertheilte Mafchinenpersonal' reichlich 10.000 Mann.
lim ein volles 03lao.
Organisation Hcg,n betrügerisches (Hitschen sei; in München gegründet. Kürzlich fand in München die konsiituirende Versammlung des Vcrbands gegen das betrügerische Einschenken statt, die zahlreich von Beamten, Offizieren, Bürgern und Gewerbetreibenden besucht war. Abgesehen von unvermeidlichen Meinungsvers chiedenheiten, die mitunter einen gereizten Charakter annahmen, waren sich sämmtliche Anwesende in dem Wunsche einig, endlich einmal gegen das bctrügerische Einschenken vorgehen zu können. Der Verein gilt nunmchr endgiltig als gegründet, die Statuten sind den Behörden in Vorlage gebracht worden. Aufgenommen kann jeder werden, der das 18. Lebensjahr überschritten hat und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Es wurde ein Jahresbeitrag von 1 Mark 20 Pfennig festgesetzt, der in dreimonatigen Raten erhoben wird. Aufnahmegebühr 30 Pfennig, wofür das Verbands-Bier-merkel geliefert wird. Der Verein wird sich selbstverständlich die Rechte einer juristisch zu vertretenden Partei sichern. In den Vorstand wurden drei Herren gewählt, die mit einer gewählten Kommission gemeinsam die Leitung des Verban-des übernehmen. Es wurde serner bestimmt, daß in allen Stadtbezirken Obmänner des Verbandes gewählt werden sollen und sich die Agitation dieser Obmänner denn auch auf die Mithilfe der Hausfrauen erstrecken soll. . Wirkungen dcö Dynamits. Angesichts der furchtbaren Zerstörungen, die schon einzelne DynamitPatronen anzurichten vermögen, schien bisher den Plätzen, wo der gedachte Sprengstoff sich in größeren Mengen anhäuft, eine außergewöhnliche Eefabr zu drohen. Antwerpen, von wo aus jahraus jahrein Massen von Dynamit über See gehen, wollte sich daher vergewissem, was es von einer etwaigen Ezplosion solcher Ladungen, die zwar 7j Meilen von der Stadt auf der Scheide - eingeschifft werden, sich aber häufig auch auf den Stadcn ansammein, zu erwarten habe, weshalb ein Fachmann, der Ingenieur Leon Thomas, mit Versuchen nach dieser Richtung betraut wurde. Diese . erfolgten in dem belgischen Truppen-Uebungs-lager von Beverloo, Provinz Limburg, wo zu dem Zwecke Kisten mit 1000 bis 2000 Pfund Dynamitaufgestellt und dann in Entfernunaen von 500 bis 1000 Fards mit ungefähr 50 theils festen, theils beweglichen Schutzwänden und Holzbauten umgehen wurden. Diese waren mit Fenstern und Ziegeldächern versehen. Bei nunmehriger Sprengung zunächst der kleinern, dann der größern Kisten ergab sich, daß die zerstörenden Wirkungen selbst der Ladüngen von 2000 Pfund Dynamit nicht über einen Halbmesser von 125 Fards hinausgingen. Außerhalb dieses Bereichs äußerte sich die Wirkung der Explosion durch eine Art Gegenstoß, der die. Schutzwände umwarf, ganze Fenster öder deren Scheiben eindrückte, die Holzbauten aber unversehrt ließ. Man schließt aus den Versuchen, daß Explosionen großer Dynamitmengen in freier Luft nur in einem Umkreise von höchstens 500 Iards Halbmcsser für Personen und Gebäude Gefahr bergen, während sie in einer Entfernung von 500 bis 3000 Iards nur noch kleinere Sachschaden anrichten können. Japanische HospitalsÄisse. Das japanische Holpitalschiff Kobe Maru" ist ähnlich wie die deutschen Hospitalschiffe ausgerüstet. An Deck sind die Krankenkabinen für die Offiziere, das Röntgen-Zimmer," die Apotheke und das Opcrationszimmer. Ein Fahrstuhl führt von hier zur darunterliegenden äußeren Abtheilung. Für die Mannschaften sind drei große Räume vorhanden, die äußere Abtheilung, die innere und die unter dieser liegenden Abtheilung für Infektionskrankheiten. In den Offiziers kabin'.n sind feste, fr den Manns chaftsräumen Schwingtetten und zwar immer je zwei übereinander. Das Sanitätspersonal besteht aus 7 Offizieren und 35 Pflegern. Ehef des Lazarcthschiffs ist Generalarzt Honda. Er hat seine letzte Ausbildung in Deutschland genossen. Im Ganzen hat die Kobe Maru" 178 Betten. Sie ist kurz vor dem Kriege von Dr. Honda für die verhältnißmäßig geringe Summe von $10,000 eingerichtet worden. Japan hat jetzt sechs Hospitalschisfe im Dienst, zwei für die Marine und zwei für die Armee von Regierungswegen, sowie zwei Schisse, welche vom japanischen Rothen Kreuz gestellt sind. Die letzteren sind weiß mit rothen Längsstreifen; die gouvernementalen Schiffe tragen statt dessen einen dunkelgrünen Streifen. Die Kobe Maru" gehört zur Marine. Sie nimmt nur in Ausnahmcfaüen Kranke von der Armee auf. Erwähni sei schließlich noch, daß man auf der Kobe Maru" eine Polsterzelle für Tobsüchtige eingerichtet hat. -Photographie des Unsichtbaren." Professor Zenger in Prag ist mit der Vorbereitung einer Publikation über ein sensationelles neues Verfahren beschäftigt, durch welches man kleinste Körper, welch: bisher dem Fernrohr und dem Mikroskop widerstanden, photographiren kann. Das Buch wird Photographie des Unsichtbaren" heißen.'
Melk Habersack's Zchreibebnef.
Xo. 280. Oeöhrter Mister Editbor! Ich duhn wische, die Selma un die Kids wäre liewer nit nach Hall Springs komme. Was die mich for en Trubel gemacht hen, das geht in keine Kauheit. Die Miß Schnattgräß Hot alles ausgefunne un ich stehn jetzt do wie en ganz' seckendhändiger trauriger Seckel. Ich will Jhne die Gefchicht emol verzähle. Also die Selma Hot dorchaus nit gegliche, daß ich se for meine Frau ausgewwe hen. Se Hot gesagt, das wär nit recht un in Schohrt, es wär e Schehm. Was follte die Kids denke, die müßte ja ganz verlerne, wer ihr Pa un Vatter is. Well, wann ich so e dummes Geschwätz höre duhn, das macht mich fies. Ich hen gesagt, wann du denkst, das war so ebbes schreckliches, dann will ich den Christ davon schreiwe. For Pittiesehks, Hot se gesagt, wann du das duhn duhst, dann kriegt er die Fitz. Ich sin froh gewese, daß die Fämmillie nur den eine Dag dagebliwwe is. So oft ich mich mit die Selma hen sehn losse. sin ich ariz schwiet an se gewese; ich hen ihr ihren Stuhl schön zurechtgestellt, wann se sich Hot setze wolle, ich hen se an den Arm geführt, wann mer an die Prammenehd Ware, hen sie mit Eiskriem getriet und die Kids off Kohrs auch, awwer ich hen immer die Miß Schnattgräß in unsere Näh gesehn. Einmol ls se zu uns komme un Hot mich gefragt, sie dolz zu meine Frau zu introduhse. Sell hen ich off Kohrs dann auch gedahn. Ich hen gesagt: Miß Schnattgräß, dies hier is meine Frau un sell sin meine Kids." Die Selma Hot alliwwer gebloscht un bot kein Wort gesagt. Ich hen die Miß Schnattgräß gesagt, se soll sich zu uns setze un en Eiskriem mtt uns hen. un dann is die Unnerhaltung gestarrt. Missus Häbersäck. Hot die Miß Schnattgräß gesagt, ich denke Sie hen en arig gute Hosband. Wann er nit verheirath wär, dann deht ich mir ihn schuhr täckele. Er Hot awwer auch e arig gutguckige Frau un ich kann Jhne sage, so cn gute Tehst bätt gar nit bei ihn eckspecktet. Sie müsse doch recht glücklich sein." Die Selma Hot geschmeilt wie alles un sagt: Juhbett, das sinich. Mein Hosband is arig gut zu mich un so is er zu die Kids." Ich hen wie uff glühende Kohle gesosse. bikahs ich hen jede Minnit eckspecktet, daß die Selma en Bull mache deht. Ichs", Hot die Miß Schnattgräß gesagt. ..das kann ich sehn". Jetzt is es komme: Kenne Sie denn mein Hosband?" Hot die Selma gefrogt! Do Hot awwer die Miß Schnatgräß die Auge uffgerisse. Wei. Mäddem. do sitzt ja doch Jhne Jhrn Hosband!" Jetzt is die Selma in Verlegenheit komme. Ach Sie meine den?" Hot se gesagt, jehs. das is auch mein Hosband, an den hätt ich purtinier vergesse." Do is die Miß Schnattgraß uffgestanne un Hot sich ecksjuhst. Ich hen gesagt: Selma. luckehier. du Host jetzt Widder emol gezeigt, daß du nicks bist wie e ganz dumme armselige Guhs.. Wann ich heim komme, will ich awwer auch emol den Christ verzähle was er for en Fisch gefange Hot, wie er dich geketscht Hot. Jetzt Host du mich un dich blamirt un das is all." Die Selma Hot gestart zu greine un is reiteweg uffgestanne un is mit die Kids fortgefahre. Ich hen ja sarrie for se gefühlt, awwer die Gefchicht is mich doch zu dumm gewese. Off Kohrs hen all die Piebels gesehn, wie die Selma gegreint Hot, un jedes Hot Niemarks driwwer gemacht. Wie ich zu den Dackter komme sin, do Hot er gesagt: Seh. Mister Scheriff. in Jhne hen ich mich auch schön geirrt. Ich hen gedenkt Sie sin en Schentelmann un jetzt lasse Se e annere Frau mit Kinner herkomme un sage daß 's Jhne Ihre Frau is. All die Lehdies an unserem Platz sin mähd wie alles un keine will mehr hier stehn; Sie hen die Reppetehschen von unseren Niesort gespeult un das is alles was Se gedahn hen." Well, den Weg Hot er mich noch for e halwe Stund daungekahlt un ich hen kein Wort sage könne. Spater hen ich die Miß Schnattgräß gemiet un wie ich zu se hen spreche wolle, do Hot se gesagt: Schehm an juh.un ich hen gedenkt Sie wäre so en diesei.ter Mann. Mit Jhne kann e Lehdie nit mehr essohschjiehte." Dann Hot se mich stehn losse un is fort. Wisse Se, was ich gedahn ben? Ich sin uff mei Ruhm, hen mein Stoff gepackt un hen nach meine Bill gefragt. Der Dackter Hot gesagt, ich derft noch nit fort, awwer ich hen ihn gesagt, daß mich nit alleins das Wasser sonnern der ganze Platz in Schennerell zum Ekel wär un daß ich so schnell wie möglich Widder heim müßt. Er Hot alles getreit mich da stehn zu mache, awwer mein Meind war uffgemacht
un ich hen nit gebotfcht. Well, ich hen dann meine Bill kriegt un sell is e Pietsch gewese. Wann ich noch acht Dag länger do gebliwwe wär, dann hätt ich ins Puhrhaus gehn könne. Se hen mich nit blos for mein Stehn in den Riesort getschartscht, nosser, die Zeit wo ich früher fort sin. hen so mich auch getschartscht. Wie ich meine Bill bezahlt gehabt hen, do hen ich grad noch genug gehabt for mei Fehr for heim zu bezahle. Die Miß Schnattgräß hen ich mich awwer doch noch emol gctäckelt. Ich hen zu se gesagt: wann Se mit die annere Schentelmänner so um deht gehn wie se mich getriet Hot, dann deht in den nächste Sommer kein Deiwel mehr hierher komme, bikahs se wäre all effreht, daß se Heirathe müßte. Wann se dann so bös en Mann hen müßt, dann sollt se doch emol ettwerteise. die Dumme dehte ja nit all wer'n. Wann dann awwer die erschte Miettung stattfinne deht, dann sollt se sich nur for Hewwens Sehks en Mehl for dasFehs teie, bikahs wann einer ihre Kinkels sehn deht, dann deht er gleich Widder fortlaufe. Wie ich fertig war'n, do Hot se die Fitz kriegt un ich hen mich an die Trehn gehockt un sin heim gefahre. Mit allerhand Riegards Juhrs Trulie, Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Apple 3ad Holie Terrer Kauntie.
Ein glänzendes Handfchuhgefchäft. Ein französischer Offizier, den Familienangelegenheiten nach England riefen, wollte den kurzen Zeitraum zwischen dem Frieden von Amiens und der Wiederaufnahme der Feindseligleiten zu einer Handelsspekulation benutzen. Er kaufte für 12,000 Franks Handschuhe ein und reiste ab. In Dover wurde er von den Zollbeamten aefragt, ob er etwas Steuerbares mit sich führe. Nachdem er der Wahrheit gemäß angegeben, daß er Handschuhe mit sich führe, wurde er nach dem Werth der Waare gefragt. Um billiger wegzukommen, deklarirte er sie nur mit 6000 Franks und unierzeichnete die Deklaration. Es wäre auch alles gut gegangen, wenn in diesem Augenblick nicht der Zollinspektor erschienen wäre. Die Beamten, um dem Vorgesetzten ihren Pflichteifer augenscheinlich zu beweisen, durchsuchten sein Gepäck nun trotzdem, und fanden dabei den Werth der Handschuhe reichlich zweimal so groß, als der Offizier ihn angegeben. Nach dem gesetzlichen Recht nahmen sie die Waare weg und bezahlten dem Offizier 6000 Francs nebst 10 Prozent Gewinnprämie. Dadurch war der unglückliche Spekulant nahezu zugrunde gerichtet. Er verlor aber trotzdem nicht den Muth. Er überlegte hin und her und fand auch schließlich einen Weg. nicht nur wieder zu seinem Gelde zu kommen, fondern auch sich an der Zollbehörde zu rächen. Seine Fami lienangelegenheiten aufschiebend, kehrte er. zurück und kam wieder in Calais an. Von hier aus schrieb er nachGrenoble an die ihm bekannte Besitzerin der bedeutendsten Handschuhfabrik und unterbreitete ihr seinen Racheplan. Die tüchtige Geschäftsfrau fand das Projekt durchaus lohnend und schickte in aller Eile dem Offizier die gewünschte Kiste .voll ausgewählter Handschuhe im Werthe von 40,000 Franks. Der rachsüchtige Spekulant wußte, daß die Mauthbehörden die konfiszirten Waaren an einem und demselben Tage und auch zu derselben Stunde zu versteigern pflegten. Darauf basirte sein Plan. Er theilte den Inhalt der Kiste in zwei genau gleiche Packete. Das eine vertraute er einem Freunde an, der es über Vrighton einführen sollte; er selbst wollte das andere in Dover an's Land bringen. Die beiden Verschwörer schifften sich ein; in den betreffenden Zollämtern wurden beide nach dem Werth der Waare gefragt. Beide gaben 10.000 Franks an. Beiden wurde die Waare weggenommen und rund 10.000 Franks nebst 10 v. H. ausbezahlt. Als der Tag der öffentlichen Versteigerung gekommen wur, hatten die beiden Freunde die Plätze gewechselt: der in Dover Gelandete war nach Vrighton, der in Vrighton Ertappte" nach Dover gereist. Jeder erschien im Zollyause und musterte anscheinend gleichgiltig die Waaren. Aber plötzlich äuWerten sie das höchste Erstaunen: Das sind ja lauter linke Handschuhe!" (in Dover.) Ei, das sind ja lauter rechte Handschuhe!" (in Vrighton.) Die Beamten sind erst verblüfft, dann rathlos. Die Zollhäuser sind gute 30 Meilen von einander entfernt, jedes handelt für sich. Die Beamten hatten an beiden Stellen die Packete nicht genauer untersucht wer konnte auch an solche Hinterlist denken? und waren in's Netz gegangen. Gesetzlich mußte die angekündigte Versteigerung vor sich gehen; aber alle Welt lachte, Niemand trug Verlangen nach einhändigen Handschuhen, und die beiden Franzosen erstanden sie unter dem Gelächter der Menge zu einem Svottpreise. Am nächsten Tage vereinigten sie sich und rangirten ihre Handschuhe wieder paarweife Vorsichtig. Spielen Sie Klavier, mein Fräulein?" Nein uns gegenüber wohnt ein Heirathsver-mittler
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