Indiana Tribüne, Volume 28, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1904 — Page 1

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Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 12. Oktober imn No.43. 1 " i ' ' i " ;

Als Mann und Frau wiederge-funden.

Bruce Alford, ein in der Nähe von Greenfield Rural Route No. 2 wohnhaster Farmer, benachrichtigte die Po lizei. daß seine 14 Jahre alte Tochter Clara vermißt werde. Er glaubte, dieselbe sei mit einem jungen Manne, Carl Whitacker entflohen, um sich demselben antrauen zu lassen. AuS Anderson kommt jetzt die Nachricht, daß sich das Paar nach dort wandte und sich dort trauen ließ. Frank H. ReeveS, ein Freund WhitackerZ, soll Geschworen haben, daß beide majorenn seien. Der Vater sagt, daß er Schritte zur Annullirung der Heirath .sofort unternehmen wird. Jndianapoliser von der DePanw Universität geehrt. Herr H. P. Waffon von hier wurde einstimmig zum Trustee der De Pauw Universität erwählt und Universität Präsident Hughes machte die Reise nach hier, um Herrn Wasson persönlich von seiner Wahl zu benachrichtigen. Herr Wasson versprach das Ehrenamt anzu treten, salls eS ihm seine vielen GeschästZverbindungen ermöglichen sollten. Eine endgültige Antwort von ihm jedoch ist erst innerhalb mehrerer Tage zu erwarten. Ein interessanter Vortrag. Professor W. 33. Patty, der Chicago Gelehrte, wird am 11. November in der Tomlinson-Halle einen Vortrag über drahtlose Telegraphie, flüssige Lust und Radium halten. Da der Vortrag durch Demonstrationen, solche wie das Senden drahtloser D?peschen, das Schmelzen von Stahl und daZ Frieren von Quecksilber zu gleicher Zeit, sowie auch durch zahlreiche Experimente mit Radium, welches zum ersten Male in die ser Stadt zur Ansicht kommt, erläutert wird, so steht ein höchst interessanter und nutzbringender Abend in Aussicht. Litt an einer Dosis Chloroform. Mafon Coffman, 2033 Tipton Str., wurde gestern an einer Dosis Chloro form leidend aufgefunden und dem her beigerufenen Arzte gelang eS, erst nach vieler Mühe den Mann außer Gefahr zu bringen. Coffman zeigte alle Sym tome einer Vergiftung und wurde demgemäß behandelt, obgleich er stark be stritt, irgend welche Gifte zu sich genommen zu haben. Er erzählte dem Arzte, daß er schon srüher einmal einenSelbst Mordversuch unternahm. Durch einen Kanonenschuß , verletzt. Inspektor Edward Helm in Bright wood versuchte gestern Abend anläßlich der demokratischen Versammlung durch einige Kanonenschüsse seine Mitbürger von der Versammlung zu benachrichtigen. Die Kanone schoß nicht ab und während er die Ursache zu erforschen suchte, ging das Ding los, ihm eine ziemlich schmerzliche und große, hoffentlich jedoch nicht gefährliche Verwundung beibringend. Fürchtet für sein Leben. Angeblich aus Furcht, daß ihm in seiner Heimathstadt Franklin nachgestellt wird, soll FrankJohnson, der dort wie verlautet 251 Pratt Straße wohnt, nach hier entflohen sein, so oder ähnlich lauten die von seiner Frau gegebenen Andeutungen, welche der hiesigen Poli zei. die nach dem Manne Umschau hält, gemacht wurden. Johnson, wird gesagt, überhörte zur Zeit eine zwischen einem Manne und einer Frau geführte Unterredung, in welcher bezüglich de5 dort auf dem Seitenwege todt aufgefundenen ChaS. Green Aufklärungen gegeben wurden, welche angeblich Johnson weiter er 'zählte. Der Mann soll befürchten, daß o man ihm jetzt nachstellt, um ihn aus dem Wege zu räumen.

Stadt - Ingenieur Jenp'S Be-

muhnngen um besseren Feuerschütz. Etadt-Jngenieur Jeup wird heute mit einer detaillirten Aufnahme des ganzen Wasser . Röhren System beginnen. Er wird daraus drängen, daß gewisse Straßentheile, in welchen die Wasserzusuhr eine schwache ist, Verfiärkungen erhalten. Er wird vor Allem darauf bestehen, daß mit der Legung des wichtigen Indiana Avenue Hauptrohrs und derRShren in der South Str. sobald als möglich begonnen wird. . Präsident DaviS von der WasserWerks Gesellschaft hat bereits ver sprechen, alle sog. todten Enden mit einander verbinden zu lassen, so daß das ganze Röbren-System so viel als möglich verbunden ist. Anklage gegen Georg Knhlmann fallen gelassen. Im Polizeigericht wurde gestern die gegen Georg Kuhlmann erhobene An klage des thätlichen Angriffs mit tödt licher Absicht fallen gelassen. Kuhlmann stand unter der Anklage, Warren Rummel, den er am Abende, als er von der Grocery heimkehrte, in seinem Hofe vorfand, geschossen zu ha den. Rummel lag etwa vier Wochen im Hospitale. Derselbe stand unter der Anklage des böswilligen Betretens fremden Eigenthums. Richter Whallon entschied, daß Rum mel für feine That genügend bestraft sei und der Ankläger befürwortete ein Fallenlassen der Anklage gegen Kühl mann. Rummel weigerte sich ent schieden, den Grund, weshalb er sich auf Kuhlmann'S Eigenthum besand. anzugeben. Die Schießerei ereignete sich zur Zeit an der Shelby Straße. Wichtig für Wirthe! Das AppellationSgericht entschied gestern, daß ein lizensirter Wirth, der in ein anderes County übersiedelt, da durch seine Lizensberechtigung verlier und falls er einen Schankkellner an stellt, die Wirthschaft für ihn weiter zu führen, so setzt sich der Schankkellner der Gefahr aus, wegen Verkaufes von Spiritussen ohne LizenS angeklagt zu werden. - - Warren Morrow erwirkte in Wabasch eine Lizens, nachdem er aber die Wirthschaft drei Monate betrieben, verzog er nach Peru und stellte Charles Dudley als feinen Schankkellner an Dudley wurde in Wabafh unter An klage Spiritussen ohne LizenS verkauf zu haben, gestellt, jedoch freigesprochen Der, Staat appellirte gegen das Urthei mit obigem Resultate. Zur Bekämpfung der Schwind sucht. Die Gesundheitsbehörde des Staates hat ein Circular erlaffen, welches den Titel Schwindsucht, ihre Ursache, Ver hütung und Heilung" führt. In demselben wird darauf aufmcrk sam gemacht, daß Schwindsucht in ihren AnsangSstadien zu heilen ist, so bald geeignete Mittel angewandt und competente Aerzte zu Rathe gezogen werden. Frische Luft, einfache Nahrung, or dentliche Lebensweise .und vor Allem Reinlichkeit sind wesentliche Factoren, um eine Heilung herbeizuführen. Patentmedizinen sollten vor allen Dingen vermieden werden. Versailles, 12 Oct. Peter Connell wurde auf der Heimfahrt ge stern Abend etwa drei Meiten südlich von hier durch einen, im Hinterhalte liegenden Unbekannten angefchogen, glücklicher Weise aber nur leicht verletzt. Ein Schuß aus einer Schrotflinte und vier Revolverschüsse wurden ihm nach gesandt; da seine Pferde aber durch das Schießen scheuten, war er bald außer Schußweite. Connell sagt, er kenne seinen Angreifer, weigert sich jedoch, den Namen desselben zu nennen.

Südseite Turnverein.

Nächsten Sonntag Abendunterhaltung. Der Südseite Turnverein veranstaltet am nächsten Sonntag eine AbendUnterhaltung. Auf allseitiges Verlan gen wird die Operette Fidelia" noch einmal zur Aufführung gelangen. Für diese Unterhaltung ist folgendes Programm aufgegellt: 1. Theil. 1. Ouvertüre Orchester 2. Liederfreiheit.. Ges. S. des &. S. T. V. 3. Trio.... Donizetti Frau Curt Toll, Herr Fred Mack Sr. und Herr Henry Noebke. 4. Einkehr-Zöllner... Ges. S. S. S. T. V. 5. Potpourri Orchester 2. T h e i l. s Fidelia. Operette in 2. Acten von Kipper. Personen: Major von Cntenfchenkel .... Herr Hy. Victor Lieutnant von Böll Henry Roebke Florian, dessen Bursche Carl Gutzwiller Fideli5, Dienstmädchen bei Böll , Frau Curt Toll Wanzerich, Gefängniß.Wärter. .F. Pich, Sr Chor der Stadt-Miliz . . Ges. See. S. S. T. B Hierauf Tanz. Port Arthur in den Schatten gestellt. Unter der Anklage der Profanität uns des ffrtedenSdrucyes, wurde Arthur Baane gestern zur Polizeistation befördert. Baane soll sich das seltene Vergnügen gegönnt haben, seine eigene Wohnung 834 Athen Str. nebst Jnsaffen erst einer Belagerung, dann einem zurückgeschlagenen Sturme und znletzt einem regelrechten Bombarde ment unterworfen zu haben. Die noch nicht erstürmte Festung wurde durch eine Umzingelung der Be lagerungötruppen und deren Gefangen nähme durch die Hermandad aus ihrer bedrängten Lage befreit. Richter Whallon wird die Kriegsent schädigungssumme festsetzen. Seltene Gaste in der Arche. Das Restaurant Die Arche" beher bergt zur Zeit zwei seltene Gäste, nüm lich zwei junge schwarze Bären. Die selben sind erst einige Monate alt und bereiten den Gästen durch ihr munteres zutrauliches Wesen viel Vergnügen. Herr Albert Lieber hat die Bären von seinem kürzlich nach dem fernen Westen unternommenen Jagdausflug mitgebracht; die Mutter derselben war von ihm erlegt worden. Herr Lieber wird die Thiere dem Ri verside Park zum Geschenk machen. Stürzte mit seinem Rade. A. E. Richter, an der Fullenwider Ave. südlich von der Gürtelbahn wohn hafi, fuhr gestern Abend, mit mehreren Packeten beladen, auf seinem Rade die Prospec! Straße entlang, als er in der Nähe der Laurel Straße so unglücklich zu Fall? kam. daß er sich den Fuß am Knöchelgelenk schwer verletzte. Die DiS pensariumSambulanz brachte ihn nach seiner Wohnung. Leihgesellschaft geleimt. B. A. Duleny, ein junger Mann, der hier in VersicherungS Geschäfte thätig war, ersuchte vor mehreren Wochen die Economy Loan Co., ihm eine Summe Geld vorzustrecken. Als Unterpfand gab er der Compagnie ein Piano, welches er dem Agenten in feiner Wohnung zeigte. Da sich aber Duleny durchaus nicht sehen ließ, als seine Zahlungen füllig waren, sandte die Compagnie Richter Nickerson'S Con yabler zur Pfändung aus. Jetzt aber ergab sich, daß daS verpfändete Piano der Frau Anna Cundiff, 315 Nord Ncw Jersey Straße gehörte, die vor Gericht dasselbe gestern als ihr Eigen thum nachweisen konnte und der es dann auch zugestellt wurde. Duleny glänzte durch Abwesenheit.

Beabsichtigter Schurkenstreich noch rechtzeitig vereitelt. Von der Schule heimgekommen, erzählte gestern Nachmittag die kleine 8 Jahre alte Mabel Vehling ihrer Mut ter eine Geschichte, die eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Falle der kleinen 4 Jahre alten Elizabeth Bänke an der Lekington Avenue hat, die vor zwei Wochen von einem soweit unbekannt gebliebenen Manne in ein leerstehendes Haus gelockt wurde. Mabel Vehling, deren Eltern No. 725 Harrifon Straße wohnen, befand sich auf dem Heimwege von der Schule, als sie an der Noble Straßen Brücke von einem Manne an gesvrochen wurde. Der Mann, sagt sie, habe sie gefragt,

ob sie ihm nicht ein. leerstehendes HauS in der Nachbarschaft zeigen könne, da er sich auf der Suche nach einem sol chen besinde. Das Kind ging vorauf und zeigte dem Unbekannten das leer stehende Haus, 418 Süd Pine Straße, der sie dann mit sich hineinnahm und sich Freiheiten mit dem Kinde zu erlau ben versucht haben soll. Glücklicher weise gelang es dem kleinen Mädchen sich loszureißen und zu entfliehen. Die Nachbarschaft wurde sofort nach dem Burschen abgesucht, ohne jedoch irgend welche Resultate zu ergeben. Einweihung des Marion County Gebäudes auf den Gründen des Soldatenheims. Auf den Gründen deö Jndiana Sol datenheimS in Lafayette wurde gestern das neue Marion County Gebäude im Beisein einer großen s Menschenmenge eingeweiht. Der Architect H. C. Hendrickson von Indianapolis übergab daS Gebäude dem John McGaughey, Prä sident der Marion County Commissäre und. dieser wiederum überlieferte das selbe dem W. S. Haggard, Präsiden der TrusteeS des SoldatenheimS. Das Gebäude befindet sich auf einem Hügel, von welchem man das -Wabafh Tha übersieht. ES ist mit allen modernen Akkomodationen versehen und biete Raum für 46 Veteranen; eS hat $10, 000 gekostet. Das mörderische Dampfrok. Jacob Jacobson, 56 Jahre alt, ein in Diensten deZ Joe Wambaugh in Broad Ripple stehender Mann, wurde gestern Nachmittag um 5 Uhr von ei nem nördlich fahrenden Zuge, in der Nähe der Canal Brüce getroffen, zur Seite geschleudert und so schwer ver letzt, daß er innerhalb einer halben Stunde den Geist aufgab. Die vom Gehülfs-Coroner Dr. Ben nett vorgcnommene Untersuchung er gab, daß er schwere Verletzungen am Kopf und Rücken davontrug. Er soll, wie verlautet, die Schuld an dem Un glücke selber tragen, da er die War nungösignale des Zugs nicht beachtete. Base - Ballspiel an Sonntagen. In der nächsten Legislatur wird abermals eine Bill eingereicht werden, durch welche in Indianapolis daS BaseBall'Spielen an Sonntagen gestattet werden soll. In der letzten Session hatte eine diesbezügliche Bill bereits das Haus pajirt, im Senat ging sie jedoch mit einer Stimme Majorität verloren. Heute kein Unterhaltnngöabend im Deutschen Hanse. Im Rathskeller des Deutschen Hau. seS findet heute deS ThornerOrloff Concertes wegen kein musikalischer UnterhaltungS'Abend statt. ' Da der Rathskeller zur Zeit einer umfassenden Renovirung unterzogen wird, so werden die UnterhaltungS Abende überhaupt in den nächsten Wo chen ausfallen müssen. Südseite Turnverein Abcnd-ttnt erhalt nng . Sonntag, 16. Oetober.

Schnlrath.

Die Abendschulen beginnen am 10. Noobr. Vor dem Schulrath erschien gestern eineDelegation vonBürgern von Cerea inetown" und ersuchte um Etablirung eines sog. trag, und tranSportirbaren SchulgebäudeS. Polizei-Sergeant Hagermann fungirte als Svrecher und er entledigte sich seiner Aufgabe mit solch' großem Geschick, daß er die Herren vom Schulrath von der Nothwendigkeit der Etablirung einer derartigen Schule in dortiger Gegend zu überzeugen wußte und daß sie das Gesuch bewilligten. Es wurde beschlossen, auch in diesem Jahre Abendschulen abzuhalten; für dieselben wurden 81700 bewilligt. Am 10. November wird in der M. T. H. S. der Unterricht in den Abend schulen beginnen. Zu Substitut'Lehrerinnen in Deut schen Departement wurden Elisabeth Kaelin, Cora Tramer, Emilie Kipp und Paula PeterS ernannt. Herr Wm. A. Stecher, Superinten dent des Turnunterrichts in den öffent liwen Schulen, berichtete, daß die Schu len No. 10, 11, 19, 20, 24, 27. 46, 52 und 57 hinsichtlich Beleuchtung und Ventilation zu wünschen übrig ließen. Er machte eine Reihe Empfehlungen, wie diesen .Uebelständen abgeholfen wer den kann. Er empfahl ferner, daß Schatten bäume, welche sich in unmittelbarer Nähe von Schulgebäuden befinden und durch welche die Beleuchtung in den Schulzimmern leidet, entfernt, werden sollten. Der Schulrath beschloß, sich in der ersten Sitzung im Mai eingehender mit diesem Berichte zu beschäftigen. Die Augnst-Ernte deö Schnitters Tod im Staate. Dem Berichte der Staats'Gesund heitsbehörde zufolge wurden im Mona August im Staate 2980 Personen durch den Tod hinweggerafft; die Rate war 13.2, gegen 13.7 im August 1903. Dem Würgeengel Schwindsucht fielen 303 Personen zum Opfer; Nervenfieber rafften 100 hinweg; am Krebs starben 103 Personen und den Blattern erlagen 3. Der nördliche Theil des Staates wies den größeren Procentsatz von To dessällen auf. In Lawrence County war die Todeö.Rate 23.9, in Benton County nur 6.1. In Folge von Un glücksfällen schieden 175 Personen aus dem Leben. Ein milder Winter in Aussicht. Wetterpropheten behaupten, daß wir einen milden Winter haben werden Diese Behauptung basiert auf de Thatsache, daß das Laub nicht auf ein mal von den Bäumen fällt, sondern einzeln. Letztes Jahr gab es einen förmlichen Blätterregen und in einigen Tagen waren die Bäume kahl und Leute welche feit Jahren diesbezüglich Beobachtungen angestellt hatten, sagte! einen langen und strengen Winter vor aus, welcher dann auch eintraf. Nun in Anbetracht der hshm Kohlen und GaSpreife würde ein milder Winte ganz gelegen kommen. Unabhängiger Turnverein. Heute Abend 8 Uhr regelmäßige GeschSfts'Versammlung. I. H. Ballmann, 1. Sprecher. Adam Grobkopf, 1. Schriftwart Erhalt fein Geld zurück. Conrad Bender, der Contractor welcher sich gelegentlich eines Angebotes für den Bau eines Schulhauses in der Addirung seiner Zahlenreihen um 84000 verrechnet hatte und der sich daraufhin weigerte, den Ban zu über nehmen, und dem von den Schul Commissären die Rückzahlung seiner Garantiesumme verweigert wurde, er hielte gestern vom AppellationSgericht diese Summe von $300 nochmals zugesprochen.

Nachrichten aus Jndiana.

Wabafh. II. Okt. Boßler Walter, hier, erhielt eine Depesche aus Montana. in welcher ihm gemeldet wird, daß die Leiche seine? Neffen, Charles Ritter, dort im Gebirge end ich aufgefunden wurde. Vor 4 Iah ren war der junge Mann mit einer Anzahl Freunde dort auf einer Reife begriffen. Die Reisenden hatten ihr Lager verlassen und waren auf dem Weitermarsche, als Ritter, der etwas vergessen hatte, zurückging. Er wurde von einer Lawine unter etwa 150 Fuß Schnee begraben. In jedem Sommer wurde nach der Leiche gesucht, die denn nun endlich aufgefunden wurde. C o l u m b u s , 11. Okt. Frau Elizabeth Trautman, die Gattin deS verstorbenen deutfch'lutherischen Predi gerS C. A. Trautman ist hier heute ge sterben. Sie war eine der best be kannten Frauen der Stadt. Sie ver suchte ein Fenster zu öffnen, als die durch die Arbeit verursachte Anstren gung ihr ein' Blutgefäß im Kopse sprengte. Sie wurde besinnungslos und starh bald darauf. Gatte und Sohn gingen ihr im Tode voraus. Jefferfonville, 11. Okt. Gemäß der Bestimmungen der Civil dienst Kommission, nach denen nur naturalisirte Amerikaner im Bundes dienstej Verwendung finden dürfen. fchwor gestern Edward Picrcy dem Kai fer von Oesterreich ab und hat jetzt das Vergnügen, Onkel Sam'S Bürger zu sein. Die Ceremonie fand vor KreiS richter Marsh statt. Piercy ist vierundsechzig Jahre alt, lebt seit 30 Jahren in Jefferfonville undhat seit dem 41. Lebensjahre bei jeder Wahl auf sein Erste? Papier" hin gestimmt. Er ist am Kanal be schäftigt und auf diese Weise kam die CivildienftCommission ausiseine Un terlassungSsünde" 'betreffs deS Zweiten Papiers". Piercy ist vielleicht der er fahrenste Seemann an den Fällen und hat so ziemlich alle wichtigen Häfen auf dem Erdenrund besucht. In Trieft, der Seestadt an der Adria, geboren und Sohn eines Seemannes, brannte er mit 16 Jahren durch und ist seit 48 Jahren nicht mehr daheim gewesen. 1849 kam er nach New Orleans und 1875 nach Jefferfonville. ' . Terre Haute, 11. Okt. Den Reihen derjenigen Patrioten", die feit mehreren Monaten versucht haben, den Bau der neuen großen PeopleS Brauerei durch allerlei falsche RedenS arten und Drohungen zu verhindern, hat sich jetzt auch ein neuer Bruder" angeschlossen und zwar in der Person des Pastors C. W. Tinsley von der Centenary Kirche. Dieser Fanatiker in Pastors-Gestalt hielt gestern Abend von der Kanzel in seinem GotteShaufe eine Rede; aber nicht über das Wort Gottes, wie es in der Bibel vorgeschrieben, sondern Über die im Bau begriffene neue Brauerei. Unter anderem sagte TinSley, daß die neue Brauerei eine Schmach und Schande für die Stadt sei und sogar ansteckende Krankheiten verbreiten würde; mehr Wirthschaften würden da durch entstehen und im Allgemeinen würde die ganze Stadt dadurch ruinirt werden. Nachdem er der neuen Brauerei seine Aufmerksamkeit geschenkt, griff TinSley die Wirthschaften an und hörte nicht eher mit seinem Brüllen auf, bis über die Hälfte seiner Zuhörer ihre Sitze verlassen hatten oder eingeschlafen waren. Flora, 11. Okt. Zum ersten Male in der Geschichte unserer Stadt hat Flora einen Streik zu verzeichnen. 40 Frauen, die angestellt sind Tomaten zu schälen, legten die Arbeit nieder, weil sie die Tomaten von den Brüh Maschinen selbst nach ihren Arbeit tischen zu tragen hatten. BiL vor wenigen Tagen hatte die Fabrik Leute speziell sür diese Zwecke angestellt, in den letzten Tagen jedoch solches einge stellt, weil sie Leute für diese Arbeit nicht erhalten konnte. Die Fabrik jedoch lieferte später die Trüger und die Streiker nahmen ihre Arbeit wieder auf.' ;