Indiana Tribüne, Volume 28, Number 42, Indianapolis, Marion County, 11 October 1904 — Page 6

Jlldiana Tribünc, 11. Oktober 190U.

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Merkt Dieses Clan kann (Id nicht deß cbcni erfreuen, cni man mit ÄTI (!) D . ÄicDcriCKicn geplagt ist. Mann kann je loch Unwodlskin mit Wohl sein vertauschen durch feie Anwendung von Dr. Augul! König's aiBiHlIOT Tropfen. ...Warum nicht ihr Heim... anziehend machen, durch den Ge brauch eines Garlaud Ofen... .... und .... Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön beit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in WILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Q TAGGARTS PH My little Mary cornes to rne And softly clirnbs on Mother's knee 111 know her wish füll soon ; So with an artsal little sigh She asks when supper will be nigh, This long, long afternoon. Don't keep the little ones hungry. Good bread, batter and sugar will shorten and sweeten the langest afternoon. Puritan Bread is sold at the Taggart bakeries and by grocers. Ask for it. I "11 CtaMirt 1863, nimmt jederzeit Engage mntS entgegen. Irgendwelche OrcheftnSBujU und irgend eine Anzahl von Musiker toirb geliefert. Neue Sukftattung und neue Uniformen. R. SL Miller, Director. Henry Syrengpseil, Eefchäfttführer. 301 KenwS? Avenue. Telephon . . . . Reu 4598. LAKE ERIE & WESTERII R, i). .. ..Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt nkunf roledo. hicazo nud ichigan 5jure&.t 7.15 ftOäl ksledo. Xttroü und Chicago Lim 12.20 t 3.28 VNchlgan itij, TOupi u.Lasayettpls 7.80 U0.it löblich t anlzeusmmeu Lonnazt.

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Europäische Nachrichten.

Frovinz Westfcrren. Dortmund. In dem Abort deö hiesigen Hauptbahnhofs hat sich der Reisende Konrao Nervezellen aus Mülheim a. d. Ruhr mit Lysol vergiftet. D r i b u r g. Infolge Herzschlages starb im Anfang der Sechziger der Hilfsbahnwärter Ridder aus Herste im hiesigen Krankenhause. Er war hierhin übergeführt worden, nachdem er von einem Zuae zur Seite geschleudert worden war, wobei er erhebliche Verletzungen erlitt. Seit Erbauung der Bahn in deren Diensten, hat sich der Verstorbene durch sein biederes Wesen und stets gleiche zuvorkommende Liebenswürdigkeit bei allen, die mit ihm in Berührung kamen, ein bleibendes gutes Gedenken gesichert. Hohenlimburg. Der Händler Mosbach verbrannte auf seinem Lagerplatz Lumpen, Abfallstoffe u. s. w. Hierbei goß er etwas Petroleum aus einer Kanne zu, worauf er letztere seinem 8jährigen Sohne übergab mit der Weisung, die Kanne in's Haus zu bringen. In Abwesenheit des Platzarbeiters goß der Junge nun noch eiwas Petroleum in's Feuer, es erfolgte eine Explosion und im Augenblicke stand der Knabe in Flammen. Der infolge der schrecklichen Brandwunden zusammengebrochene Knabe wurde sofort in das Krankenhaus verbracht, wo er jedoch unter gräßlichen Schmerzen starb. H ö n t r o v. Der Fahrsselger Hoffmann sowie dessen Ehefrau und zwei Kinder erkrankten nach dem Genuß von dicken Bohnen unter Vergiftungserfcheinungen. Hoffmann ist gestorben, die anderen drei Personen sind zwar schwer erkrankt, werden aber wahrscheinlich mit dem Leben davcnkommen. Die Untersuchung ist eingeleitet. R u t t l a r. In der Brennerei von H. und F. Schneider wurde durch Explosion eines leeren Spiritusfasses d:r Sohn des Amtmanns Selle zu Bigge am Kopfe verletzt. Das Faß war heiß gereinigt. Als nun der junge Mann mit einem brennenden ZündHölzchen zum Krahnloche leuchtete, entzündeten sich noch nicht enttrichene Spiritusgase und trieben den Boden des Fasses mit heftigem Knall gegen oen ops des Zungen Mannes. Aua, wurde er an der Hand, im Gesichte und an der Brust verbrannt. Paderborn. Hier starb nach langem schweren Leiden der Gymnasiallehrer a. D. Thomas Parensen. We irres (Hamm). Der Gutsbescher Möllenhosf schoß aus einen Menschen, der im Kirschbaum seines Obstgartens saß, in der Annahme, es dlndle sich um einen Obstdieb. Bei näherem Zusehen ergab sich, daß Mol lenhoff auf seinen Verwalter Vomholt geschossen hatte. Die Verletzungen des letzteren waren nicht unerheblich, so daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. 'RHeinprovinz. Bonn. Dem Geheimen Vergrath Heinrich Wandeslebn wurde der Kronnorden dritter Klasse verliehen. B r ü h l. Ingenieur Max Engert aus Kalk erschoß sich hier in der Wohnung seiner Braut in einem Anfall von Geistesgestörtheit angeblich infolge eines verlorenen Processes. Eschweiler. Am Röher Berg verunglückte ein zum Bennett - Ren nen fahrender Kraftwagen des Jnstallateurs Graf aus Aachen mit sechs Infassen, indem er bei dem Versuch, einen Zusammenstoß mit einer auf der falschen Seite ausweichenden Karre zu vermeiden, umschlug. Von den Jnsassen ist der Schlossermeister KaaschAachen schwer, dessen verheirateter Sohn lebensgefährlich verletzt. Die übrigen Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Kronenfeld. Von einem erschütternden Schicksalsschlage wurde die Familie. Klein betroffen. Walter Klein, der jüngste Sohn dieser Familie, war nach LOstllndiger Eisenbahnfahrt von einem Pferdeeinkauf zurückgekehrt. Als man das Pferd in den Wagen gespannt hatte, um eine Probefahrt zu machen, bei welcher der eben Genannte auf den Bock stieg und b:x Vater im Wagen Platz nahm, scheine das Thier und bäumte sich hoch auf, so daß der junge Mann abstürzte und Pferd und Wagen über ihn weggingen. Dann raste das Thier auf den BahnHofsplatz, wo auch der Vater vom War l. i. i w ,M gen geiHieuoer: wuroe, oyne lnoeiZ gefährliche Verletzungen erlitten zu haben. Der junge Mann aber mußte in seine Wohnung getragen werden, wo er kurz darauf seinen Geist aufgab. Reuß. Auf der Neußerweye stürzte das 3jährige Töchterch'en des Tagelöhners Zimmer vom zweiten Stockwerk durch die Sprossen des Treppengeländers in denHausflur hinab. Die Kleine trug einen Schädelbruch davon und starb an den erlittenen Verletzungen. R u h r o r t. Als der Arbeiter Wenbei aus dem benachbarten Caßlerfeld in den Ruhrwiesen, auf einer Heuwe.idemaschine sitzend, mit dem Wenden von Heu beschäftigt war, scheute das Pferd plötzlich und setzte die steile Böschung hinab in die an dieser Stelle 5 bis 6 Meter tiefe Ruhr. Während da) Pferd sich frei machen konnte und quer durch die Ruhr an das jenseitige User schwamm, kam Wendel, der indem Triebwerk der Maschine festgeklemr.it

wurde, beim Sturz' in's Wasser unter die Maschine zu liegen und ertrank. W e tz l a r. Dem Gerichtsdiene? Wilhelm Riegel wurde das Kreuz deS Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. -gfromn Ldeflerr.'Frassau. Kassel. Schwere Quetschwunden erlitt auf dem Köniasvla die Kirschenhändlerin Todte aus Witzenhausen, die unglücklicherweise zwischen zwei Rollwagen kam. Die schwer an der linken Seite und am Arm verletzte Frau mußte dem Landeskrankenhause zugeführt werden. Großfeuer entstand auf demHolzlagerplatz von Hugo Forchheimer, HanauerLandstraße 122. Die Löschzüge Burgstraße und Münzgasse eilten an die Brandstätte. Ersterer griff das Feuer mit Dampfspritze und zwei weiteren Schlauchlinien an und beseitigte die Gefahr. F u l d a. Als die 24 Jahre alte Fabrikarbeiterin Anna Wepler von ihrer Beschäftigung auf dem Nachhausewege begriffen war, feuerte der 24jährige Schuhmachergeselle Eugen Stark mehrere Revolverschüsse auf sie ab, von welchen einer das Mädchen in die Brust traf und es schwer verletzte. Stark stand mit der Wepler kurz vor derVerheirathung, doch hat ihm letztere öfters AnlaH zur Eifersucht gegeben, und dürfte Stark wohl auch aus diesem Grunde, die That begangen haben. Der Thäter wurde verhaftet. H o m b e r g. Auf einer Dienstreise nach Rengshausen im Kreise Rothenbürg erlitt der Kgl. Kreisarzt Dr. Scherb zu Fritzlar am nördlichen Ausgange unserer Stadt einen schweren Unfall. Derselbe kam mit seinem Motor - Fahrrad durch das Ueberfahren eines Hunde zu Fall und hat dabei ein Vein und das Rückgrat gebrochen. Dr. Haas hier, welcher in nächster Nähe der Unglücksstelle wohnt, legte dem Bedauerns werthen den ersten Ver band an und ordnete dessen Uebnsüh rung nach Marburg in die Klinik an. Marburg. Der ehemalige Unterofficier und jetzig Steueranwärter Gustav Amberg sprang mit voller Kleidung an ein Stelle, an der im vorigen Sommer zwei Personen ertranken, in die Lahn und rettete einen jungen Mann, der bereits in der Tiefe verschwunden war, vom Tode des Er irinkens. Oberbach i. d. Rhön. Hier verstarb der Auszüaler Franz Müller an Milzbrand; wegen der gleichen Vergiftung wurde der Bauer L. Ziegler von hier in's Krankenhaus nach Bvückenau gebracht. Beide waren cm der bei einer Kuh des Bauern Leipold vorgenommenen , Sektion betheiligt und haben sich dabei inficirt. Mtkekdeutsche Staaten. Braun schweig. In der Nähe des Wilhelmsgartens wurde das zweijährige Töchterchen Grete des auf der Wilhelmstraße wohnenden Händlers Auaust Raulfs von einem zweispännigen Lastfuhrwerk, das ein Knecht aus Cramme lenkte, überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod bald darauf eintrat. Dessau. Das Haus Amalienstraße 98 hier war der Schauplatz einer blutigen That. Der 37jährige polnische Arbeiter Mroczaczek ermordete in Gegenwart seiner Kinder seine ein Jahr jüngere Ehefrau durch zwei Messerstiche in den Kopf. Der Arzt fand die Unglückliche bereits todt vor. Durch die Kinder wurden die Nachbarn herbeigerufen. Der Mörder versuchte nach der That, sich in der Mulde zu ertränken, wurde jedoch durch den Bademeister Drems wieder aus dem Wasser gezogen. Darauf nahm der Mann Salzsäure und erlitt hierdurch schwere innere Verletzungen. Im Krankenhause wurde ihm der Magen ausgepumpt, doch starb er bald darauf. G e r a. Anläßlich der Hundertjahrfeier der Firma Morand & Co. hat diese dem Arbeiterunterstützungsfonds 50.000 Mark überwiesen. Das gesammte Personal sowie jeder Arbeiter hat außerdem ein reiches Geldgeschenk erhalten. Harzburg (Bad). Auf der Mathildenhütte ereignete sich ein schwerer Unglucksfall. Beim Dichten eines Gascylinders erstickten die Hüttenarbeiter Mennecke, Linnekuhl und Wiße durch Ausströmen von Gasen. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolgloS. Die drei Verunglückten waren verheirathet. Hildburghausen. Hier ist der Schriftsteller Moritz Lilie. Redakteur der Dorfzeitung", nach längerem

Leiden gestorben. , K o b u r g. Ein alter Demokrat, einer der wenigen noch lebenden 48er, hat im hohen Alter von 84 Jahren daS Zeitliche gesegnet, der Rentier Feodor Streit. Im politischen Leben spielte er seinerzeit eine hervorragende Rolle. In den 40er und Anfang der 50er Jahre stand er hier als Herausgeber und Redakteur des damaligen Koburger Tageblatt" an der Spitze der demokratischen Bewegung. ' Weida. Im Vornthal bei Seifersdorf fielen Feuer 500 Morgen Wald zum Opfer. Thätige Hilfe ici steten der Oberförster Erfurt. - Gr?ß ebersdorf, Oberförster Waiter-Schön-berg mit ihren Holzarbeitern, ebenso die hiesiae Spritze mit 20 Arbeitern hinter Leitung des Weidaer Stadtbaumeisters. Den größten Schaden erleiden Gutsbesitzer Sonntag und Röhler aus Seifersdorf. Der Gesammtschaden wird mit 120.000 Mark beziffert.

Prinzessin Lntse von Kobura. Mehrfach sind in der Tagespresse bei der Beurheilung der rechtlichen Folgen der Flucht der Prinzessin Luise unrichtige Ansichten aufges:cü't worden. Eins strafbare Handlung liegt nach deutfchem Recht überhaupt nicht vor; die Handlung ist innerhalb des Reichsgedietes verübt, unterliegt daher der B:urtheilung nach deutschem Recht. Mit der Entführung beschäftigen sich die Paragraphen 235 und 236 des St.-G.-B.; hiernach ist aber die Entsührung einer volljährigen weiblichen Person nur dann strafbar, wenn sie wider deren Willen durch List, Drohung oder Gewalt erfolgt, um sie zur Unzucht oder zur Ehe zu bringen; wil!igt die großjährige Person in die Entführung ein. so liegt nach deutschem Recht eine strafbare Handlung nicht vor. Da nun aber anzunehmen ist, daß die Prinzessin Luise mit ihrer Entführung einverstanden war. so ist die Anwendbarkeit des Paragrap 236 ausgeschlonen. Auch die Anwenddung des Paragraph 235 kommt nicht in Frage; dieser Paragraph beschäftigt sich mit der Entführung minderjähnger Personen, bei denen die Einwilligung keine Rolle spielt, weil das Gesetz hierin die Verletzung des Erzie-hungs-und Aufsichtsrechts der Eltern oder des Vormundes erblickt. Man könnte nun sagen, daß Entmündigt; den Minderjährigen gleichstehen und es daher auch bei ihnen auf die Einwilligung oder die Nichteinwilligung nicht ankomme; allein die Strafrechtslehre ist ebenso wenig dieser Anschauung wie die Praxis, sondern hält daran fest, daß volljährige, aber entmündigte Personen nicht als Minderjährige im Sinne des Paragraph 235 zu betrachten sind. Eine Strafverfolgung könnte deshalb in Deuschland auch dann nicht eintreten, wenn sie von berechtigter Seite beantragt würde Hieraus ergiebt sich aber weiter, daß auch einem Auslieferungsgesuch bezüglich desjenigen nicht entsprochen werden könnte, der sich der etwa nach Lsterreichischem Recht strafbaren Handlung schuldig gemacht hat; denn für dieAuslieferung ist unabwei-sliche Bedingung, daß die Handlung auch in dem ausliefeinden Rechtsgebiete strafbar ist. Hiernach kommt also die Strafrechtspflege eines deutschen Vundesstaates bei der ganzen Angelegenheit nicht in Betracht, und es kann sich nur darum handeln, daß eventuell von den deutschen Behörden Rechtshülfe auf zivilrechtlichem Gebiete geleistet wird, wofür. abgesehn von andern Voraussetzungen, die verbürgte Gegenseitigkeit Voraussetzung ist.

Incoanito : Ueber einen seltsamen Zwischenfall, der sich gelegentlich der Reise bayerischer Prinzen durch Mexiko in Guadalajara ereignete, schreibt man von dort dem Berliner Tageblatt": Auf einer Tour vom Chapalasee kommend, besuchten die Prinzen in Begleitung des früheren kaiserlichen Geschäftsträgers Freiherrn v. Floeckher auch Guadalajara, die zweitgrößte und sehr interessante Stadt des Landes. Die Herren reisten zwar incognito, trotzdem hatte der hiesige Konsul Nachricht erhalten, daß sie im Spezialzug des Präsidenten der Republik hier eintreffen würden. Der Konsul und einige Vertreter der ziemlich großen deutschen Kolonie hatten es sich daher nicht nehmen lassen. mit einer Musikkapelle am BahnHof zu erscheinen. Ja, es waren sogar drei offizielle' Vertreter der Regierung erschienen, um die Herren willkommen zu heißen. Beim Eintreffen des Extrazuges erschien nun zwar Freiherr v. Foeckher außerhalb des Wagens und besprach sich flüsternd mit dem Konsul und dem militärischen Reisebegleiter, aber die königlichen Prnzen waren von der Reise zu ermüdet, als daß sie hätten auf ein paar Minuten aussteioen und, wenn schon ' nicht mit den deutschen Herren, so doch mit den Vertretern der Regierung ein freundliches Wort wechseln können. Böse Zungen behaupteten sväter. man hätte aus dem prinzlichen Abtheil des Extrazuges her Damenstimmen gehört. Ungefähr ein: Stunde nach Eintreffen des Zuges wurden die Prinzen gleichwohl im Centrum der Stadt gesehen. Ich theile Ihnen diesen Vorfall mit. denn leider erfährt man, wenn man sich so viel in der Welt herumtreibt wie ich. oft, wie höchst unpolitisch sich die osfiziellen Vertreter des Deutschthums im Auslande benehmen. Es wäre doch für Freiherrn v. Floeckher ein Leichtes gewesen, den Prinzen zu sagen, daß si: sich, wenn auch nur für Minuten, den offiziellen Vertretern der Regierung wenigstens zeigen mußten!" Dazu bemerkt das -..Berliner Tageblatt": Der Briefschreiber trifft so den Nagel auf den, Kopf, daß ein weiterer Commentar sich erübrigt. Eine riesige Wasserhose strich am 7. September, von einem heftigen Regengusse begleitet, durch die Gegend von Ladelund (Kreis Tondern.) Das Ungethüm riß auf seinem Wege Erde. Blätter und Strauchwerk mit sich empor und bewegte sich in so qesahrdrohender Weise auf den westlichen Theil des Dorfes Ladelund zu. daß die Einwohner bereits die Flucht ergriffen. Kur? vor dem Dorf? schwenkte die Wasserhose jedoch ab und nahm ihren Weg in die Heide.

Urtheile per d u Krieg. Der Mensch läßt sich leicht durch seine Tbeilnaöme für die eine oder für

die andere Partei in seinem Urtbeile über den Krieg beeinflussen; denn was man wünscht, das glaubt man gern. Das amerikanisch: Volk hat meist für die Japaner Partei genommen und die Sensationspresse hat denn auch rm, Einblick auf diese Svmvatbie nickt verfehlt, durch Berichte über japanisch? Siege den Volkswünschen auf großentheils ganz unberechtigte Weise entgegen , zu kommen. 3ta Eurova schreiben über Kriegsangelegenheiten meist Sachverständige; bei uns sind solche Leute Verhältnißmäßig selten. In den Vereinigten Staaten hat bekanntlich die allgemeine Dienstpflicht me bestanden und desKalb können die Leitungen ihren Lesern militärische Bären aufbinden. welche (wenn dieser Ausdruck erlauot ist) die in dem Dienst als Soldaten zroßentheils geschulten Völker als dumme Enten sofort zurückweisen würden. Es wimmelt desbalb in der englischen Presse unseres ''Landes nicht nur von unwabren Berichten, über vernichtende Niederlagen der Russen, sondern auch von den unsinnigsten Leitartikeln" über den Krieg, nach welchen der endliche Sieg der Japaner eigentlich schon errungen ist, jedenfalls ader nahe bevorsteht. Daß der.General Kuropatkin mit seiner ganzen Armee nicht schon längst gefangen ist, erscheint danach unerklärlich, und vor PortArthur sind schon viel mehr Forts von den Japanern erstürmt worden, als wirklich von den R..ssen erbaut wurden. Den .Leitartikeln" gegenüber muß man zur Entschuldigung der Schreiber sagen: Vater, vergieb ihnen, was ste thun"; denn sie haben, da sie vom Krieaswr''m nichts verstehe, kein: Ahnung ' on dem. worüber sie schreiben. Ader die Leser glauben ihnen trotzdem das. was sie wünschen. Die deutsche Presse wird in Bezug auf den Krieg weit besser bedient. Auf das Fabriziren von Spczial-Kabc'l-depeschen laßt sie sich grundsätzlich niq: ein und die Aufsatze über die Lage der Dinae in Ostasien werden meist von Leuten geschrieben, welche für militärische Dinge Verständniß haben. So schreibt Herr von Konsly. oer tüchtiae Redakteur des in San Irancisco erscheinenden Kalisornier Demokrat": ,.Mr Denienigen, der seldtt Militär aewesen ist und vom Wesen der Kriegskunst einige praktische Erfahrung hinter sich, hat, sind die Urtheile über den russisch-iapanischen Krieg, wie man sie heutzutage beinahe in ieder englisch-amerikanischenZeitung liest, geradezu unverständlich. Wir meinen unverständlich insofern, als sie alle aus ihrem Kalkül die doch überaus wichtige Thatsach: weglassen, daß bei den bisherigen Kriegsoperationen, zu Wasser wie zu Lande, die Russen der Zahl wie der Bewaffnung nach erheblich schwächer, als ihre Gegner gewesen sind. Es soll hier nicht abermals auf die kaum begreiflichen Sympathien mit den Vorkämpfern der mongolischen Rasse, die hierzulande, in der Presse wenigstens, einer ansteckenden Krankbeit aleick. förmlich grassiren. zurückgekommen werden. Darüber haben wir uns mehrfach bereits ausgesprochen. Sondern als unverständlich" bezeichnen wir heute jene Urtheile und Kritiken der russischen Kriegführung, weil sie sämmtlich d e n Faktor völlig außer Acht lassen, daß auch in der mehrtägigen Schlacht bei Liaojang und in den vorhergegangenen Gefechten, wie in den zur'Tecküng des Rückzuges geschlagenen Treffen die Japaner stets über eine bedeutende numerische Ueb?rmacht und fast übe? die doppelte Artilleriestärke der Russen verfügten!" Herr von Konsky meint mit Recht, der Widerstand Kuropatkin's in den Kämpfen um Liaojang müsse lediglich vom militärischen Standpunkte aus beurtheilt werden. Das sei aber nicht geschehen; denn die angeblichen Sachverständigen" der englischen Zeitungen hätten weder die gewaltige Uebermacht der japanischen Truppenzahl noch die der Artillerie in Betracht gezogen, was doch hätte geschehen sollen. Der Kalisornier Demokrat" fragt ganz richtig, was denn ruhmreichc: war: der Angriff der überlegenen Truppenmacht mit starker Artillerie, der den Japanern erlaubte, mit einem Theil ihrer Uebermacht die Flanken und den Rücken der. Russen zu bedrohen, oder der heldenmüthige erfolgreiche mehrtägige Widerstand und de? geordnete Rückzug der abgehetzten ruffischen Armee. In den ersten drei Zchlachttagen wies Kuropatkin alle Angriffe der Gegner erfolgreich zurück, und erst als Kurcki's starke Trppi'nmacht die russische Rückzugslinie bedrohte, zog das russische Heer ab. ohne ein einziges Geschütz zu verlieren. Bei der Stärk: der Japaner", schreibt Herr von Konsky. war die Verwendung überschüssiger Streitkräfte zu einem derartigen Manöver eine fehr nahe liegende; ein junger Generalsiabsoffizier. der sie mit Erfolg empfohlen, um sich als Stratege die Sporen zu verdienen, hätte dafür vielleicht den nächsten Rang erhalten. Abc? bei einem Militär von der Erfahrung -:nd dem Rubme des javanischen Marschalls deshalb viel Aufhebens zu machen. seine Strategie derjenigen Moltke's bei Sedan ebenbürtig an die Seite zu stellen.. heißt denn doch daZ Blaue vom Himm:l herunterfaseln.Bei Sedan wäre Napoleon mit seinem Heere gefangen worden: von LiaoZang

zog sich. Kuropatkin in guier Ordnung zurück. Aber die Abschneidungs-, die Vernichtuntzsidec spukte nun einmal derart in den Köpfen dieser Z:itungsstrategen, daß sie wenigstens eines der russischen Korps als gänzlich umzinaelt" verarbeiteten., bis dassclbe nach einem glücklich ausgeführten Äcwaltmarsch sich der allgemeinen Rückwärtsbewegung wieder anschloß." Der Demokrat" ist unserer Meinung. daß Kuropatkin von seinem alten Kriegsruhm nichts eingebüßt, sondern im Gegentheil diesen vermehrt habe, und das Urtheil des Herrn von Konsky ist eben so sachgemäß wie rich tig. Es ist höchst bedauernswerih, daß die englischen Zeitungen in Bezug auf den Kiieg nicht eben so gut berathen sind, wie die deutschen.

Die Wasserversorgung Port Ar tynrs. Zur Frage der Wasserversorgung der Festung Port Arthurs schreibt der Russki Jnwalid: Ein Telegramm aus Tokio meldete kürzlich, daß die Japaner bei Port Arthur von der Wasserleitung bei Schuischijing Besitz ergriffen hätten. Man nimmt an. daß diese 'Besitzergreifung den General 5?toessel in eine sehr schwierige Lage versetzen könne. Es ist unzweifelhaft, schreibt das offizielle Organ des Militärrcssorts, daß. wenn diese Mittheilung ihrem Wesen nach richtig ist, in die Vertheidigung Port Arthurs ein neues ungünstiges Moment tritt, das die schwierige Lage unserer heroischen Garnison noch vermehrt. Obgleich sich im Festungsrayon ein Süßwassersee und der am Fuße der Solotaja Gora (des Goldenen Berges) mündende Fluß Lunho befindet, eignet sich weder das See- noch das Flu'ßwasser zum TrinkWasser; der Lunho fließt durch Felder, die mit menschlichen Exkrementen gedüngt sind, und außerdem nimmt er bei der Fluth größere Mengen MeerWasser auf. Der Süßwassersee wiederum ist weiter nichts als ein vom Regen und kleinen Zuflüssen gefülltes natürliches Bassin, dessen Wasser gleichfalls von Exkrementen insizirt ist. Das Trinken des Wassers dieses Sees und des Flusses Lanho ruft, selbst wenn es abgekocht wird, akute Magenerkrankungen bis zur Blutruhr hervor. Diese Umbände veranlagten die Anlage einer Wasserleitung in Vor! Arthur, die mit Quellwasser aus der Umgebung des Dorfes Schuischijing gespeist wird. speziell aus der nach dem örtlichen Götzentempel benannten Ortschaft, wo sich vor unserer Okkupation Kwantungs eine, im Jahre 1887 von einem französischen Ingenieur angelegte, recht große Zisterne befand. Im Jahre 2902 wurden dort mehrere neue Zisternen angelegt und ein Pumpwerk errichtet, welches den Ausgangspunkt der Wasserleitung bildet, die ungefähr vier Werst von der Stadt entfernt ist. Befindet sich dieser Ausgangspunkt in den Händen des Feindes, so kann selbstverständlich die ganze Wasserleitung nicht mehr funktioniren. Mit der städtischen Wasserleitung sind indessen die WasserVersorgungsmittel der Truppen und der Zivilbevölkerung nicht erschöpft. Unzweifelhaft befinden sich im Hafen Destillierapparate zur, Herstellung von Süßwasser aus Meerwasser, die der Flotte gehören. Außerdem existirt ein großer Destillierapparat des Militärressorts, eine ganze Fabrik, deren Lag? derartig ist. daß die Fabrik" vor dem Feuer, der feindlichen Flotte und ihrer Entfernung von den Forts nach auch vor dem ??euer der Belaaerunasöatterien geschützt ist. Der Destillierapparat des Militärressorts ist auf 20.000 Eimer täglich berechnet, und die thatsächliche Leistungsfähigkeit wird auch hinter dieser Ziffer nicht viel zurückbleiben. Wenn auch dieser Destillierappa rat vor zwei Jahren weit weniger als 20000 l5im?r innVub Iipfrfp so ist J W W V W - ' dieser Umstand darauf zurückzuführen, daß ein großer Theil des bereits entsalzten Wassers zur Speisung de? Kessel des Apparats henutzt wurde. Lekteres war durchaus keine Nothwendigkeit. da das zur Speisung der Kessel erforderliche Wasser auch dem SüßWassersee entnommen .werden konnte, wozu damals, im Frieden, keine Notbwendigkeit vorlag. Zum Schlüsse macht der Inwalid" noch darauf aufmerksam. daß in der inneren Festun? mehrere Wasserreservoire angelegt wo? den sind, d'? ch schnell yno-n den redlichen und häufigen Niederschlagen füllen. sodaß ai'ck diese Reservoire hinsichtlich der, Wasserversorgung erhebliche Dienste leisten können. paslonde Wetegenkrsit. Frau: Der Diener vom Versch'önerungsverein ist da was will der von Dir?" Mann (stolz): Ich bin gestern Mitglied des Vereins geworden." F r a u : Was Verschönerungsverein? Und mich läßt Du in dem alten, unmodernen Kleid herumlau fenl" Eine 85jährige Hebamme, die noch rüstig ihres wichtigen Amtes waltet. und mit deren Hülfe vor Kurzem das 2000. Kind geboren wurde, lebt in Cchwentainen in Ostpreußen. Di: treffliche alte Dame hat ihren Dienst in manchen Familien bei drei Generationen ausgeübt. Just 147 verschiedene Sprachen werden in Britisch-Jn-dien gesprochen. Die Bevölkerung des Landes beziffert sich auf über 294.000.DWttovte. v ,.. k-v

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