Indiana Tribüne, Volume 28, Number 42, Indianapolis, Marion County, 11 October 1904 — Page 4

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L. Ai. x L l Judkana Tribune. 11. Oktober 1001. 5

Jndiana Tribüne. Hnau! gegeben von dn uttnderg S. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudium .... Präsident. GeschäftSlocal: Slo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.

Rrte. ei at the Post Office of Indianapolis a second clais matter. Möglichkeiten. In der Planke gegen den Schutzzoll hat die demokratische Platsorm ihre stärkste Waffe geschmiedet. Sie ist es auch, die das Volk am meisten interef firen sollte, obwohl sie schon alt genug ist, um völlig, selbst von den großen Massen verstanden zu sein. Der Schutzzoll ist, wie bald ersichtlich, dermaßen arrangirt, daß Einzelne da Volk zu ihrem privaten Vortheil besteuern und immense Vermögen anhäufen können er allein hat das Bestehen der Riesen-TrustS ermöglicht. Für das Volk führen die Hochzölle nur eine Scheinproöperität, keine wirkliche herbei, die erhöhten Preise für die Bedarfsartikel verschlingen die geringen Lohnerhöhungen, die den Arbeitern bewilligt wurden, vollständig. Der Schutzzoll macht es den Corpo rationen möglich, aus dem amerikanischen Volke tausendmal mehr zu sau gen, als sie an Lohnerhöhungen ihren Arbeitern zahlen. Gar häufig wird die Bemerkung laut, daß selbst wenn die Demokraten im November siegen sollten, die demokratische Administration nichts - gegen den Hochzoll unternehmen könne, weil die große republikanische Mehrheit im Senat alle derartigen Versuche mit leichter Mühe schlagen könne. Trotzdem ist eS im Bereiche der Möglichkeit, daß, wenn die Demokraten in der Kampagne siegen, daß sie auch eine Majorität im Bundessenat erlangen können. Denn am 4. März 1905 werden dreißig Sitze im Bundes senat vakant. Dieselben sind zur Zeit von 23 Republikanern und 7 Demokraten besetzt. Einer derselben, derjenige des Senators LouiS McEomas von Ma ryland, ist bereits von dem Demokra. ten Jsidor Rayner übernommen wor den. Von den restirenden 22 Sitzen werden 13 in Staaten erwählt, welche die Demokraten bei der kommenden Wahl für sich beanspruchen und zwar sind dies die Sitze von Aldrich, Rhode Island; Bard, Ealifornien; Clark, Wyoming; Depew, New Jork; Bederidge, Jndiana Dietrich, Nebraska; Foiier, Washington; Hawley, Eon necticut; Kean,' New Jersey; Quarles, Wi-consin; Scott, West.Virginia, und Stewart von Nevada. Würden diese 12 Senatoren sämmt lich durch Demokraten abgelöst, dann würden die Demokraten eine Majorität von zwei Stimmen im Bundessenat erhalten. Etwas mehr Hoffnung auf eine solche Majorität dürften sie im Falle eines diesmaligen Erfolges zwei Jahre später bei der Zwischenwahl hegen. Weitere 7 republikanische Sitze werden dann im Bundessenat vakant und zwar von Cullom, Illinois, Dry den von New Jersey; Clkins, West. Virginia; Millard, Nebraska; Mitchell, Oregon; Warren, Wyoming, und Wet more von Rhode Island. Aus dem Obigen ist ersichtlich, daß es im Bereiche der Möglichkeit liegt, daß die Demokraten eine Majorität von "2 Stimmen im Senat erlangen können.' Aber der Fall wird kaum eintreten. Die Geschichte der kaiserlichen BowlewSchenkung über die jetzt eine Controverse gesührt wird, ist folgende: Der deutsche Kaiser hatte anläßlich der letzten Revue in Kiel den: Kapitän und Ossizieren des Panzerschiffes Kear sarge" eine silberne Punsch-Bowle zum Geschenk gemacht. Kapitän Hemphill der damalige Befehlshaber der Kea? sarge", ist seine? CommandoS enthoben und nach dem Brooklyner Schiffsbau Hof versetzt worden. Als er fein Schiff verließZ nahm er die Punfch.Bowle mit und hat seither erklärt, die Bowle ge 'höre nicht dem Schiffe, sondern den Of pzieren der Kearsarge", und er sei der Hüter derselben, weil er der rangälteste Ofsizier des Schiffes gewesen. Ge wöhnlich, wenn derartige Geschenke ge macht werden, so gehören sie dem Schiff und gchen von einem Commandeur auf den andern über. Wenn diese Punch-Bowle allen Ossi zieren der Kearsarge" gemeinschast

lich gehört, wo bleiben dann die übn

gen, falls Kapitän Hemphill das Schaustück für sich beansprucht ? Fer. ner aber sollte das Geschenk des Kaisers wirklich ein persönliches gewssen sein. so müßte dasselbe im Staatsdepartement deponirt werden, bis der Congreß dem Empfänger Erlaubniß gegeben, dasselbe zu behalten. Capt. Hemphill erklärt, er habe die Punch-Bowle mit Genehmigung des Staats Departements und des MarineDepartements in feine Obhut genommen. Seltsam ist die Haltung deS MarineDepartements in der Sache. Handelte e5 sich nicht um einen Ofsizier, welcher von der Klique" des Departements begünstigt wird, so wäre wahrscheinlich schon längst eine Untersuchungeinge' leitet woröeu. Marine-Sekretär Mor ton sollte sich nach seiner Rückkehr ein wenig nach den Einzelheiten dieses Falles umsehen, sonst wird man ihm nachsagen wie seinen beiden unmittelbaren Vorgängern, daß cr sich Mon der allmächtigen Klique" des Departements auf der Nase herumtanzen läßt. Die Nachricht, daß eS nicht die Adsicht des Kaisers bei der Uebersendung der Punchbowle an die Kearsarge" geWesen, dieselbe dem Capitän des Schis seS resp, den Offizieren zum Präsent zu machen, sondern daß die Punchbovle für das Schiff bestimmt gewesen ist, ist im Marine-Departement mit großem Interesse zur Kenntniß genommen worden. HülfS Marinesekretär Darling gab zu, eS werde wahrscheinlich dahin kommen, wenn Capitän Hemphill nicht aus eigenem Antrieb eine Erklärung abgebe, daß das Departement eine solche von ihm fordern möge. Indeß fügt er hinzu, er sei überzeugt, daß Capitän Hemphill eine befriedigende Erläuterung zu liefern imstande sein werde; es dürfte sich herausstellen, daß er correkt gehandelt. Herr Darling äußerte dann einige fcharfe Kommentare über ungehörige Preßangriffe auf einen trefflichen Ofsizier". Wie die Uebersendunjz der Punchbowle sie vollzogen, scheint selbst den Offizieren der Kearsarge." nicht klar erinnerlich zu sein. Einer dersel den glaubt sicher zu sein, daß auf der Bowle keine Inschrift stehe; ein anderer meinte indessen, eS liege ihm in Erinnerung, daß ein Billet sie be gleitet habe, auf welchem gestanden, daß die Bowle dem Capitän, den Offizieren und Mannschaften der Kearsarge" zum Geschenk gemacht sei." Die ganze Geschichte ist in der That geeignet, ein höchst unerquickliches Streiflicht auf den Capitän Hemphill zu werfen. ArbeitZstatistiker Mc Mackin hat ausgerechnet, daß im Quartal April bis Juni .im Staate New York 43 Streiks ausbrachen, an welchen 39,500 Personen betheiligt waren. Von diesen 43 Streiks gingen 20 für die Arbeiter verlören, während nur fünf zu ihren Gunsten aus fielen. Neun Ausstände wurden durch Compromisse beigelegt, doch wurden in diesen Fällen die Hauptfragen zu Gunsten der Arbeitgeber entschieden. Das Resultat war demnach für die Arbeiter recht ungünstig. Eine wahre Hungersucht hatte sich dieser Tage in Düsseldorf entwickelt. Die Lorbeeren des Hungerkünstlers Succi, der im Vergnügungspark der Ausstellung seine 21 Tage abhungerte, ließen eine Frau Schenk aus Dortmund nicht schlafen. Sie verpflichtete sich, 11 Tage und 11 Nächte zu hungern und führte dies auch durch. Einige Tage später wollte eine achtzehnjährige Düsseldorferin, Fräulein Klärchen, auch eine 14jägige Hungerkur beginnen, angeregt durch die Erfolge der Frau Schenk." Zum Glück wurde dieser Unfug noch im letz ten Augenblick durch die Polizei ver hindert. E ine de r neuesten'Nummern des vom kaiserlichen Pateniamte herausgegebenen Patsntblatts" macht eine Anordnung von Schiffsschraubenflügeln für zwei- und mehcflügelige Propeller" bekannt, deren Erfin der der Großherzog Friedrich August von Oldenburg ist. Bemerkenswerth ist in diesem Fälle noch die Art und Weise der Zuertheilung der Geschäfts nummer. Diese besteht stets aus dem Anfangsbuchstaben des Familiennamens des Anmelders und einer Num mer. Da nun der Großherzog von Oldenburg einen eigentlichen Familiennamen nicht führt so wurde der Anfangsbuchstaben seines Namens ge wählt und die Geschäftsnummer für seine Erfindung lautet demnach F. 1873 4 Klasse 65 f. (Klasse 65 enthält die Anmeldungen über Schiffbau und Seewesen.") Es ist dies der erste Fall, in dem ein regierender deutscher Fürst amtlich in die Listen deö Pa tentamis eingetragen wurde.

Gute Rathschlligc

ßüv Alle, welche im Herbst nicht krank werden wollen. Wenngleich der Mensch im Sommer wie im Winter leicht gefährlichen Krankheiten ausgesetzt ist, wie in anderen Jahreszeiten, so mahnt uns immerhin das Herbstwetter mit seinen schroffen Uebergängen, seinen mannig faltigen Abwechselungen dringend zur Vorsicht. Schnupfen, Hals- und LungenKrankheiten bringt der Herbst gern mit sich. Entzündungen der Schleimhäute sind häufige Erscheinungen zu der Zeit, wenn die Blätter fallen, die Morgen und Abende kübl werden, am Tage aber es noch immer recht schön warm" ist. Nicht der Winier allein weist Ent zündungen der Lungen, des Brustfells, der Luftröhre auf, sondern die jetzige Jahreszeit besonders ist eS, in der wir uns am meisten vor den genannten Krankheiten vorsehen müssen. Man ist nur zu oft geneigt, sich Abends vor die Thüre, auf kalte Steine zu setzen, oder nach Sonnenuntergang den Rock auszuziehen und sich dem Zuge auszusetzen. Die Folge ist eine Erkäl tung. Die herabstnkende Luftwärme, die zunehmende Feuchtigkeit stellen der Wärmeregulirung des Organismus stärkere Hindernisse entgegen und in Folge dessen Erkältung und Krankheiten den Homo Sapiens" in erhöhtem Maße oft recht unangenehm, oft auch recht bedenklich heimsuchen. Der Som mer und der Winter geben günstigere Bedingungen für Epidemien, oft aber wird der Grund zu diesen im Herbst gelegt; aus einer bloßen Erkältung kann Influenza, DiphtheritiS, Lungenentzündung und andere böse Krankheiten, die sich manchmal schnell verbreiten und sich schwer ausmerzen lassen, entstehen. Im Herbst sorgen zwar die kräftigen Niederschläge für Reinigung und ErNeuerung der Lust, sie geben auch zu mancher Unvorsichtigkeit Anlaß, die der Culturmensch schwer büßen muß. So sind nasse Füße oft die Ursache unan genehmer Krankheiten oder Unpäßlichleiten. Daher ist es geboten in dieser Hinsicht durch Abhülfe Wechseln der Strümpfe und Schuhe jener Gefahr vorzubeugen. Es gehören zwei Bedingungen zum Entstehen von Krankheiten, eine äußere Ursache und ein zugänglicher OrganiSmuS. Jwar sind die Bedingungen im Herbste weniger günstig, den Körper für Krankheiten zugänglich zu gestalten als im Winter und Sommer, doch muß man immerhin in Betracht ziehen, daß Krankheitskeime oft lange im Körper schlafen, um bei eintretender Bedingung zu erwachen und ihr zerstörendes Werk zu beginnen. Bei der Mehrzahl der Leute steht die Widerstandsirast gegen äußere Krankheitserreger im Herbst auf der höchsten Stufe, so lange die meteologischen Verhältnisse günstige sind, eS tritt aber eine starke Reaktion ein, sobald diese Verhältnisse sich in ungünstige verwandeln. Eine ununter

brochene Kette von Reizen auf unser gesammteö organisches Leben bedingt die chemischen und physiologischen Aenderungen in der Zelle. Diese Reaktionen sind sowohl die wesentlichen unseres organischen Lebens, als auch die Mittel, welche auf die einzelne Zelle, und dadurch auf den ganzen OrganiS muS wirken und, je nachdem, den Gesundheitszustand verbessern oder ver schlechtem. Die äußeren Reize in der Hauptfache find Luft, Licht und Temperatur Diese Drei wirken, je nachdem, günstig oder ungünstig auf den Körper ein, je nachdem sie selbst günstig oder ungünstig find. Wie allzugroße Hitze den Körper erschlaffen läßt, so wirkt allugroße Feuchtigkeit ebenso erschlaffend auf den Körper ein. Im Herbst ist nun, um den Körper vor schädlichen Einflüssen zu schützen und ihn widerstandsfähig zu machen, energifche Beweguug im Freien geboten, sich der erschlaffenden Ruhe hinzugeben verpönt. Der gesammte MuökelapparatuS muß gehörig in Bewegung gesetzt werden. Dadurch wird der Appetit gehoöen, die Verdauuung befördert und schädliche, unbrauchbar gewordene Substanzen werden abgestoßen; die rotenBlutkörperchen werden vermehrt,kurz der ganze Organismus wird in Ordnung gebracht und kann den äußeren Ursachen, welche Krankheiten hervorrufen, kräftigen Widerstand entgegenstellen. Nicht 'zu vergessen ist. daß die Sonne der mächtigste Reiz ist, der die

Lebensgeister weckt und stärkt und daß daher eine Einwirkung derselben aus den Körper ebenso nothwendig ist, wie das tägliche Brod. . Zugleich müssen wir uns vor dem bösen Einfluß der abwechselnden Witterung und der ; Herbstfeuchtigkeit schützen, wenn wir unseren Körper in den Zustand setzen wollen, in dem er den Winterkrankheiten am kräftigsten widerstehen kann. Vorsicht ist besser als Nachsicht", da gilt auch zu jetziger Jahreszeit in der Lungenentzündungen, Diphteritis und andere Krankheiten gar manche Opfer fordern.

Local-PolitischeS. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die demokratische Massenversammlung. welche morgen Abend in der T'omlinfon Halle abgehalten wird, und in welcher William Jennings Bryan der Hauptredner sein wird, eine großartige Demonstration werden wird. Herr Bryan wird seine erste Rede in Jndiana morgen Vormittag um 10 Uhr in Rockville halten; um 3 Uhr Nachm. wird er in Crawsord-ville sprechen. ES heißt, daß . Col. Harry B. Smith, Vorsitzer des republikanischen County-Comites, für den letzten Samstag vor der Wahl sämmtliche MusikCapellen in der Stadt betreffs Demon ftrationen engagirt hat. Vorsitzer Charles B. Clark vom demokratischen County - Comite hat ihm jedoch einen bösen Trick" gespielt, indem eS ihm' gelang, für diefen werthvollen Samstag Abend die Tomlinfon Halle für die Demokraten zu sichern. Am nächsten Samstag, den 15. Ort., Abends 8 Uhr, wird in der Südseite Turnhalle unter den Auspizien des Deutsch Amerikanischen DemokratenClubs eine Teutsche Massen-Versamm-lung abgehalten werden. Herr Georg von Skal aus New Jork, der wohlbekannte Staatsmann und Redner, wird in deutscher Sprache die politischen Tagesfragen beleuchten. Der DeutschAmerikanische Demokraten Club wird um 7:30 Uhr Abends unter Vorantritt einer Musikkapelle vom Club-Lo-kale, 217 Oft Washington Str., nach der Südseite Turnhalle abmarschiren. Folgende Marschlinie ist aufgestellt worden: Vom Vereins-Lokale westlich zur Illinois, südlich bis zur McCrea Str. (Union Bahnhos) östlich zur Meridian, südlich zur Morris, östlich zur Madison Ave., nördlich zur Prospect, östlich an Prospect zur Südseite Turnhalle, dem Versammlungslokal. Ein völlig erwachsener Mann mit all' seinen physischen und geistigen Kräften, völlig gesund, der aber jetzt erst sprechen lernt, ist Harry I. Scott, ein junger Mann in Goshen, N. F. Vor einiger Zeit, als er eine neue chemische Maschine erprobte, welche seine Feuerwehr - Compagnie gejaust hatte, explodirte dieselbe und Scott erlitt dabei einen Schädelbruch. Er schwebte einen Monat lang zwischen Leben und Tod, ist aber jetzt vollkommen vieder hergestellt, nur hat r das Sprachvermögen verloren. Er Zernt jetzt auf dieselbe Weise sprechen, wie ein kleines Kind. Eine Eigenthümlichkeit dabei ist, daß er alle Wörjer, welche er spricht, mit einem N"Laut beginnt. Ueber die That eines entmenschten Vaters wird aus dem schlesisch - russischen Grenzorte Sosnowice berichtet. Der Fall, der mit seinen grauenhaften Einzelheiten an die Barbara Ubryk - Affäre erinnert, scheint noch sehr der Aufklärung bedürftig. Wie es heißt, fand man in dem Keller eines Hauses in Sosnowice ein 14jähriges irrsinniges Mädchen, das dort seit zwei Jahren gefangen geholten worden ist. Als die Mutter gestorben war, wollte der Rabenvater durch das unglückliche Kind nicht gebunden sein. Er zog den HausVerwalter durch Bestechung ins Vertrauen, und beide beschlossen, das bedauernswerthe Geschöpf in dem dumpfen, feuchten und fensterlosen Keller zu interniren. Hier wurde es in Lumpen gehüllt, und nothdürftig ernährt. Sein Lager war ein Faß mit nassem Stroh, in dem es von Angeziefer wim melte. Als jetzt das Verbrechen entdeckt und das Mädchen als ein nur menschenähnliches Wesen mit verwor renem Haar, mit Ungeziefer und Wunden bedeckt, von Schmutz triefend, ans Tageslicht gebracht wurde, hatte das Kind die Sprache vollständig verloren, es gab nur unverständliche Laute von sich, verfiel in Zuckungen und schließlich in Besinnungslosigkeit. Vater und Hausverwalter wurden verhaftet.. ,

Die Küche im Mil elalter

Die Küche imMittelalter war durch aus nicht so einfach", als die Lobreden der guten alten Zeit" gewöhnlich predigen. Kaum hatten unsere Vorfahren angefangen, überhaupt zu kochen, als sie auch schon auf allerlei Kochkunststücke bedacht waren. Und sehr rasch ging es dann in dieser EntWicklung weiter bis zu einer derartigen Vorliebe für's Pikante, daß man dann von einem rechten Fortschritt" eigentlich kaum mehr sprechen kann. In Arnolds von S. Emmeran Lib. 2. (geschrieben am Anfang des II.Jahrhunderts) ruft der Einsiedler Günther im Nordwalde, da er einmal im Winter durch den Schnee neun Tage lang von dem ihn mit Brot" versorgendenKlosier Reichnach abgeschnitten, aus: Wo sind nun die duftenden, weichen Semmeln? Wo die Geißschultern, das Bären- und Wildsausleisch, von den Köchen schmackhaft bereitet? Wo die weichgebratenen Pfauen und Fasanen mit den Würzbrühen?" An Würzbrühen" scheint man sogar ganz Außerordentliches geleistet zu haben. Wird doch in einem Liede Seinmars verlangt, daß aus dem zum Trinken sich öffnenden Munde des Essers ein heißer Dunst gleich dem Rauche eines Brandes steige und der Mund wie eine Apotheke rieche." (Als Gewürze wurden neben Salz hauptsächlich verwen det: Pfeffer, Safran, Senf, Ingwer, Zimmt, Muskatnüsse, Muskatblüthen, Galgan, Nägelein", Kardamom.) Mit welchem Raffinement man unter diesen vermeintlichen einfachen VerHältnissen schon für Abwechslung zu sorgen wußte, dafür mag der erhalten gebliebene Speisezettel, mit dem im Jahre 1303 bei der Einweihung der Weißenfelser Pfarkirche der Bischof Zeitz geehrt wurde, Zeugniß ablegen. Am ersten Tage wurde vorgesetzt: als erste Tracht Eiersuppe mit Safran, Pfefferkörnern und Hering. Hirsegemüse, Schaffleifch mit Zwiebeln, gebratenes Huhn mit Zwetschen;" als zweite Tracht: Stockfisch mit Oel und Rosinen, in Oel gebackene Bleie, gesottener Aal mit Pfeffer, gerösteter Bückling mit Senf!" als dritte Tracht" sauer gesottene Speisefische, gebackene Speisefische, gebackene Barbe, kleine Vögel, in Schmalz hart gebacken, mit Rettich, Schweinskeule mit Gurken. Am zweiten Tage gab es dann: als erste Tracht" Schweinefleisch. Eierkuchen mit Honig und Weinbeeren, gebratenen Hering; als zweite Tracht" kleine Fische mit Rostnen, aufgebratene Bleie, gebratene Gans mit rothen Rüben; als dritte Tracht" gesalzene Hechte mit Petersilie, Salat mit Eier und Gallert, mitMan dein belegt. Grenze des Muihs. Kumm Korl, wir willen tausamm'n eenen drinken gähn!" Nee Krischan, ich mllt tau Hus, sonst möckt mi min Olsche de Hölle het." - Oewer Korl, wat een brower dütscher Kierl is. de därft sick för'n Düwel nich förchten!" Du häst klok snackcn, vör'n Düwel häbb ich ok keene Angst, ower för mine Olsche reißt sülfst der Düwel ut." Verleidet. Die Hochzeitsreise hat Dir also nicht gefallen, Cousinchen?" Nein, mein Mann hat in jedes Beschwerdebuch eine Beschwerde wegen meiner geringen Mitgift geschrieben!" Passende Gelegenheit. Streitbauer (der bei einer fürchterlichen Rauferei beide Ohrwascheln verlor, zum Bader, der ihn verbindet): Wenn 's si' mach'n läßt, naa setz' s' nur glei a wen'g höher an, damit mir künfti der Huat uet gar so im G'sicht sitzt." , MotZvirung. Bekannter: Das ist aber ganz verkehrt, den Fisch zuletzt zu serviren!" Hausherr: Mag sein; aber wenn einer der Gäste eine Gräte verschluckt und erstickt daran, dann kommt er wenigstens nicht um die anderen vier Gänge!".

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