Indiana Tribüne, Volume 28, Number 41, Indianapolis, Marion County, 10 October 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, I. Oktober 190U

...Warum nicht ihr Heim. anziehend machen, durch den 0e

brauch eines Garlattd Ofen... und. Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit. Heizkraft und Spar' samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselbe werden mit Vergnügen gezeigt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. TAGGARTS i H BßEAD My little Mary cornes to rne And softly climbs on Mother's knee 111 know her wish füll soon ; So with an artful little sigh She asks when supper will be nlgb, This long, long afternooa. Don't keep the little ones hungry. Good bread, butter and sugar will shorten and rveeten the langest asternoon. Puritan Bread is sold at the Taggart bakeries and by grocers. Ask for it. Durchlaufende Züge. St. Soitfo Die einzige Linie, welche Passagiere und Gepäck indem Ausstellungsplatz lan det, ehe der Zug in St. Louis einfährt. CG sin Waggon Exkursion jeden Tag, OUiUU ausgenommen Freitags und Samstags, giltig für 7 Tage. $9i00 DAen Tag. iltig für IS Abfahrt von Indianapolis 11.50 Uhr Vormittags und 11 10 Uhr Abends. Ankunft auf dem Ausstellunasplatz 7 Uhr Abends und 7:40 Uhr Morgens Stadt'Osfice: 8 Nord JUinoiS Str. Pennsylvania Linien Letzte Excursion der Saison. Louisvillc und znrück $1 50 Sonntag, 16. Oktober Abfahrt von Indianapolis um 7.15 Uhr Morgens. Retourfahrt vom Louisviller Mainstr. Bahnhof 7 Uhr Abends. ig A Route ...Excursioncn... Sonntag, 16. Oktober. 1 -st Cincinnati ULt und znrück. Spezialzuz, (nach beiden Richtungen nir. gendö für Passagiere anhaltend) verläßt In dianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Für Information svreche in der Ticket Office No. 1 Ost Washington Straße oder Union Bahnhof vor. H. M. Bronson, A. G. P. A. IM ERIE & WESTERN N. R. .. ..Fahrzeit der Züge.. . bfahrt Rn!un! lokdo. Chicago und Mchigan Exvreß. 7.1k iiOAi loledo. Tetroit und Chicago Lim 12.20 f 8.28 Vichigan lty, Munrie n.SafafittteCuLt 7.20 fio.n t3jU5 f euSseaomme Sonntag!.

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Europäische Nachrichten

J'ovinz Sctzceswig'Kolltein. A l t o n a. Das in der Behnstraße dienende Mädchen Emma Noroait stürzte vom, zweiten Stockwerk in ven Lichlschacht und trug so schwere Verletzungen davon, daß es in hossnungZlosem Zustande nach dem Kranken Hause gebracht werden mußte. Dem ehemaligen Sergeanten Haß, der als Ordonnanz des GeneralscldmarschallS Graf Waldersee den Chinafelozug mitgemacht hat, ist vom Kaiser von Japan die siebente Klasse des japanischäl Ordens der aufgehenden Sonne verliehen worden. Bor des Holm. Der hier in der Sommerfrische weilende Quartaner Pahl aus Kiel ist beim Bootfahren aus dem Bordesholmer See ertrunken. Friedrichsstadt. Der 72jährige Rentier Drückhammer in Lügumkloster wollte in dem dortigen Kohlkatabache baden, erlitt aber einen Herzschlag und ertrank. Der Verstorbene bekleidete zahlreiche Ehrenämter im Orte. Jtzehoe. Die 33 Jahre alte Haushälterin Amanda Kay, die sich zur Zeit auf Bökenberg aufhielt unv seit Kurzem vermißt worden war, wurde im Teich am Gehölz hinter Augustenthal" von badenden Kindern als Leiche aufgefunden. Die Berstorbene, hatte in letzter Zeit Spuren von Schwermuth gezeigt. Kiel. Matrose Brüggemann au3 Hamburg verunglückte an Bord des Linienschiffes Zähringen", indem beim Uebernehmen von Kohlen eine Trosse brach und die schweren Körbe auf den im Prahm Stehenden herabstürzten, so daß der Tod auf der Stelle crfolgte. Dr. med. Rüge, welcher 35 Jahre lang Arzt in Tellingstedt in Norderdithmarschen war und seit 13 Jahren in der Heuberg'schen Klinik hier thätig ist, feierte kürzlich sein 50jähriges Doctorjubiläum. L a u e n b u r g. Die 12jährige Tochter des Fuhrmannes' Hartmann ist beim Baden in der Elbe ertrunken. Nottfeld. Landmann Schonberg in Nottfeld, ein alter Achtundvierziger, stürzte so unglücklich von einem Fuder Heu herab, daß er eine Schädelbruch erlitt, woran er gestorben P. S ch a d 8 (Tondern). Bei einem zum Ausbruch gekommenen Gewitter fuhr der Blitz in das Wirthschaftsgewese des Landmannes A. Bennedsen Petersen, das in kurzer Zeit eingeäschert ward. Es wurde sehr wenig gerettet. Frsvinz Schkslien. ' B r e s l a u. Das Runge'sche Ehepaar in Oltaschin feierte das ubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit bei Commerzienrath Ledermann, bei wel chem es 1879 in Dienst trat. Als der 11 Jahre alte Knabe Max Jung in dem Hause Neudorfstraße 88 ssck in den Pferdestall seines Vaters begab, erhielt er von einem Pferde einen so heftigen Schlag an den Hinterkopf, daß er zur Stallthür hinausflog und mit dem Gesicht auf das Steinpflaster aufschlug. Das Kind erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß ein Arzt nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen konnte. Das 12 Jahre alteMädchen Hildegard Winkler spielte auf dem Balkon der elterlichen Woh nung im 1. Stockmerk des Hauses Hildebrandtstraße 3 und kletterte anscheinend zuerst auf eine Fußbank und dann auf das Geländer. Hiebei derlor das Kind das Gleichgewicht und stürzte aus das Straßenpflaster, wodurch es eine schwere Gehirnerschütterung' erlitt. Das Kind ist verstorben. D i t t e.r Z b a ch. Durch herabstürzendes Gestein auf der MelFiorgrübe wurde der Steiger Stiller und der Häuer Hack ziemlich schwer verletzt, ebenso der Vorhäuer' Bienert aus Hermsdorf und der Häuer Spielmann aus Waldenburg auf dem Schwesternschacht. H a y n a u. Verunglückt ist in der hiesigen Papierfabrik der Arbeiter Riesenberger. Im Begriffe, von dem durch die Walzen laufenden Papier ein Stück herauszureißen, gerieth er mit einer Hand in die Walze, so daß ihm einige Finger zerquetscht wurden und er außerdem Abschürfungen am Arme davontrug. Scharley. Die Ehefrau des Arbiters Konoppa von hier, die stark dem Trunke ergeben war, wurde von ihrem Mann so mißhandelt, daß sie an den Folgen derMißhandlung starb. Konoppa wurde verhaftet und in's Beuthener Gerichtsgefänaniß eingelie fert. Die Leiche wurde sezirt. W o h l a u. Viehhändler Karauschke stürzte so unglücklich in einen unverdeckten Brunnen, daß er nur als Leiche herausgezogen werden konnte. Der Verunglückte, dem erst vor kurzem die Frau gestorben ist, hinterläßt drei unmündige Kinder. Frovinz Fosen. Posen. Dem pensionirten Eisenbahnzugführer WilhelmLips wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens und dem pensionirten Eisenbahnweichensteller Fliegner, sowie dem pensionirten Eisenbahnbremser Dallmann, das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Deutsch Runden. Die bei einem hiesigen Besitzer beschäftigte Arbeiterfrau Zech wurde von einem schweren Unglück betroffen. Als sie

beim Dreschen mit der Dreschmaschine

das Stroh ausharkte, wurden ihre Kleider von der Betriebswelle der Maschine erfaßt und sie mehrere Male um die Welle herumgefchleudert, so daß sie jedesmal mit dem Gesichte auf den Scheunenboden aufschlug. Der auf das Geräusch herbeigeeilte Ehemann sah seine Frau noch mehrere Male um die Welle fliegen, ehe es ihm gelang, die Maschine zum Stillstand zu bringen und seine Frau aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien. Die Frau hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß sie in das Kreis - KrankenHaus gebracht werden mußte, wo sie starb. G o n s a w a. Dem hiesigen Fleischermeister Nyka war seine 11jährige Tochter verschwunden. Da Zigeuner hier gewesen waren, so vermuthete man, die kleine Nyka sei von diesen verschleppt worden. Die Annahme erwies sich aber als irrig, denn man fand die Nyka im Schilf des Gonsawaer See? als Leiche. Ueber den traurigen Lorfall stnd die verschiedenartigsten Gerüchte im Umlauf. Vesiimmtes dürfte man erst nach den amtlichen Untersuchungen erfahren. K o st s ch i n. Im DiakonissenHause in Posen verstarb der Rittergutsbesitzer und PostVerwalter a. D. Schulz von hier im Alter von 75 Iahren. Noch vor kurzem konnte er sein fünfzigjähriges Jubiläum als hiesiger Bürger begehen. O st r o w o. Der Nestor der preußischen Lehrerschaft, Pietzonka in Mikorzyn, tritt zum 1. Octoöer im Alter von 84 Jahren in den Ruhestand, nachdem er 61 Jahre hindurch ununterbrochen an der katholischenSchule daselbst gewirkt hat. P l e s ch e n. Nach längerem Leiden starb Superintendent Raddatz im Alter von 56 Jahren. Er war seit 1884 Pfarrer der hiesigen evangelischen Gemeinde und wurde im Jahre 1900 zum Superintendenten ernannt. Schneidemüh l. Hilfsbremser Prellwitz von hier wurde in seinem Bremserhäuschen auf der Station Driesen todt aufgefunden. Wahrscheinlich hat er einen Schlaganfall erlitten. Frovinz Sachsen. Magdeburg. Die Firma J.J. Glorius blickte auf ein 75jähriges Bestehen zurück. 1829 errichtete Johann Jakob Christian Glorius in der Knochenhaueruferstraße ein kleines Handelsgeschäft mit Farben und Pinseln und fabrizirte daneben auch Lacke. A3 .diesen bescheidenen Anfängen hat sich öie Firma nach und nach zu ihrer jetzigen Bedeutung entwickelt; jetzt wird sie als Begründerin der hiesigen Lackindustrie mit zu den ersten Firmen dieses Geschäftszweiges gezählt. Altenplathow (Jerichow). Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Sattler'sche Ebepaar. E i s l e b e n. In dem benachbarten Grunddorfe Ahlsdorf wurde der gewerkschaftliche Förderungsaufseher Thurm, der Sohn des dortigen Ortsschulzen, von dem 19jährigen Bergmann Haacke nach eine mvoraufgegangenen Wortwechsel auf der Straße durch Messerstiche so schwer verletzt, daß er in das hiesige Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er seinen Verletzungen erlag. Haacke . hat sich nach der That in den HohenthalSchacht gestürzt und dabei den Tod gefunden. Glasehausen. Weber Conradi nahm in erhitztem Zustande einen kühlen Trunk. Bald darauf sank er als Leiche vom Stuhle herab. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein rasches Ziel gesetzt. H a l l e a. d. S. In der Käserei von Fr. Germer in der Thorstraße brach Feuer aus, durch das die Käserei, der Pferdestall und ein Tyeil des Wohnhauses vernichtet wurden. Durch das thatkräftige Eingreifen derFeuerwehr wurde das Feuer auf seinenHerd eingeschränkt. Nordhausen. Dem Oekonomen Holzapfel hier gingen die Pferde durch, wobei er von seinem Wagen geschleudert wurde und so schwere Verlctzungen erlitt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Schönebeck. Das noch nicht zwei Jahre alte Töchterchen, der Römer'schen Eheleute stürzte aus dem Fenster der V2 Stock hoch gelegenen Wohnung. Es ist seinen schweren Verletzungen erlegen. W e i ß e n s . 1 3. LchrerDaumann, der seit 37 Jahren im städtischen Schuldienst stand, ist verstorben. VroVinz Hannover. Hannover. Der 26jährige Telegraphenarbeiter Paul Friedrichs, Hildesheimerstraße wohnhaft, hatte das Unglück, von einem Neubau in der Blumenstraße, wo er Drahtleitungen legte, abzustürzen. Er erlitt complicirte Arm- undBeinbrüche, sowie einen Schädelbruch und ist den Verletzungen im städtischen Krankenhause erlegen. Ein schwerer Unglllcksfall ereignete sich in Herrenhausen. Der in der Eisen bahnwerkstätte in Leinhausen beschäftigte Arbeiter Lürßen war beim Abladen von Eisenbahnschienen beschäftigt, wobei ihm em schweres Stück Eisen auf den Kopf fiel, so daß der Unglückliche einen Schädelbruch erlitt. Lürß wurde mit dem Sanitätswagen in's Krankenhaus geschafft. Erhängt hat sich der Armenhäusler Schuhmacher Gustav Schulz in Lin-den.

Pyramuö und ThiSbe.

Humoreske von Th. B. Gall Du könntest doch wenigstens auf einen Moment an das Coupefenster treten und Mama einen Abschiedsgruß zusenden!" Aber wozu in aller Welt, Hedi! .. Sie weiß ja, daß ich kurzsichtig bin!" So winke mit dem Taschentuch!" Meinetwegen! Wenn ich dir damit einer Gefallen erweise, lieber Schatz!" Der junge Ehemann hatte stch's in der weichen Polsterecke schon bequem gemacht. Langsam erhob er sich und schob sich vorwärts. Hedi zog beglückt den Gatten neben sich an das offene Fenster. Beide blickten hinaus. Zugleich flatterten zwei lichtweiße Tücher in ihren Händen der Gruß an eine alte vornehmeDame, die auf dem Perron stand und unentwegten Auges dem in die Ferne rollenden Zuge nachschaute. Uff!" machte Fritz, indem er das Taschentuch zurückzog und sich wieder in seine Ecke streckte. Die kleine Frau warf ihm einen strengen Blick zu. Weißt du," sagte sie vorwurfsvoll, daß du Mama gegenüber gar nicht nett bist? .... Ich hab' es schon wiederholt gefunden, aber ich versuchte immer, es mir auszureden! Vorhin jedoch zeigte es sich ganz klar! Es scheint geradezu, als freust du dich, daß wir so lange Zeit von ihr getrennt sein werden!" Offengestanden: ja!" Aber, Fritz!" Er faßte nach der kleinen, weichen Hand, die sie ihm nur widerwillig ließ. Sage, Maus, hab' ich eigentlich dich-allein geheirathet oder Euch beide?" Welche Frage!" Eine Frage, die durchaus nicht der Berechtigung entbehrt! ... Denke nur mal nach, Hedi! . . . Während des ganzen Vierteljahres, das wir nun verheirathet sind, ließ uns Mama auch nicht einen einzigen Tag allein! .... Eine Hochzeitsreise machten wir nicht; ich konnte damals auf dem Gute nicht abkommen wir gedachten sie, wie das ja jetzt auch geschieht, mit derSommerreise zu verschmelzen .... Statt dessen kam Mama zu uns auf den Hof. Und sie that es mit solcher Ausdauer, daß sie erst in dem Augenblick, da wir den Zug bestiegen haben, ihre eigenen Penaten in der Residenz gleichfalls aufsucht!" Oh, sie war mir eine sehr nützliche Helferin in manchen Dingen! Vergiß nicht: eine ganz junge Frau, die eben von Standesamt und Altar kommt da muß man dem Himmel danken, wenn man so glücklich ist, eine Mutter noch eine Zeit hindurch sich zur Seite zu wissen!" Ach, das redest du dir nur ein! Du hast dich sofort ganz vorzüglich in sämmtlichen wirthschaftlichen Angelegenheiten zurecht gefunden! Aber wie dem a'uch sei wir sind allein, ganz allein in diesem allerliebsten molligen Coupe! Und hinaus geht's in die Welt, in das Weite, wonach du schon lange Sehnsscht empfindest! Komm, leg' das Köpfchen an meine Schulter und sieh, wie hier ein Berg, dort ein Wald an uns vorüberjagt! Und vor Allem, gib mir einen Kuß einen lieben, langen, süßen!" Der Friede war besiegelt. Dicht gelehnt an den Nacken des Gatten des Gatten, den sie sich aus echter, wahrer Neigung gewählt und auf dessen Besitz sie so stolz war lugte Hedi mit Kinderaugen, die sich noch an allem, was sie erblicken, schier berauschen, hinaus irrdas Gaukelspiel der vorübertanzenden Landschaft. Sie war glücklich sie durfte es auch sein! Gleichwohl sollte der eben erst der Gefährdung entronnene Friede bereits nach knappester Frist von Neuem eine Trübung erfahren. Als erste größere Etappe war Dresden ausersehen. Man verweilte hier einen vollen Tag, um den Reichthum zx Kunstschätzen möglichst mit Muße in Augenschein zu nehmen. Sie wanderten eben durch die berühmte Gemälde - Sammlung, als die junge Frau plötzlich stehen blieb: Daß ich's nicht vergesse, Fritz! Etwas müssen wir Mamcja doch von der Reise mitbringen! Nun wünscht sie sich so innigst irgend einen recht hübschen Kunstgegenstand vielleicht ein Bild oder eine Statue! Sie hat's mir auf die Seele gebunden! Weißt du, für ihren Salon mit der lichtgrünen Damasttapete! Da ist noch eine Stelle frei " Er zog die Brauen zusammen. Da werde ich wohl wieder einen tüchtigen Griff in den Geldbeutel thun müssen!" Nur ein Andenken ein kleines, recht nettes! .... Es braucht nicht zudiel zu kosten!" versetzte Hedi kleinlaut. Da kennst du Mama schlecht! Ihre Wünsche sind immer äußerst kostspielig! Und meistens gelangen sie sofort in der Form von Befehlen zum Ausdrnck! Geruhte sie nicht bereits zu genehmigen, daß ihr etwas ganz Bestimmtes zu Füßen gelegt werde?" Du wirst hart, Fritz! Du übertreibst!" Mag sein aber Mama selber trägt die Schuld! Es muß endlich eine Grenze errichtet werden zwischen ihrem Willen und dem meinen! ... Bisher verfügte sie ja über meine Habe

über unsere, Hedi! , als o5 sie ibr

zugehörte! Nein, wenn ich denke, was sie sich alles herausgenommen in den paar Monaten, wo ich das Glück habe, ihr Schwiegersohn zu sein! Die Zeit, da sie bei uns zu Gaste weilt, benützt sie dazu, ihre eigenen Wohnräume in der Residenz vollständig renoviren zu lassen. Die Rechnung wird mir geschickt, selbstverständlich bezahle ich sie! Nun, ste war sehr gesalzen! Inzwischen findet sie, daß im Park eine Kaskade fehlt! Es war in den Tagen, da ich in die Kreisstadt mußte, um meines Amtes als Geschworener zu walten. Als ich zurückkehre, sehe ich zu meinem Schrecken alte, schöne Bäume gefällt, die Erde aufgewühlt kurzum, die Arbeit schon im vollsten Gange! Ich bitte dich um des Himmels Willen, wozu braucht ein Landwirth Kaskaden auf seinem Gute! Für das Geld, das dieses kleine, nette Reisegeschenk" wieder kosten wird, wollte ich einen neuen Schafstall bauen! Ein Landwirth, der vorwärts kommen will, muß eben sparen und rechnen! Das hat Mama leider niemals verstanden! Denke nur, was für eine leillose Wirrniß in dieser Hinsicht bei Euch herrschte, als dein guter Vater starb! Wenn ich da nicht eingegriffen " In Hedi's Augen schimmertenThränen. Nun," schluchzte sie leise nun spielst du auf die Mittellosigkeit meiner doch so braven Eltern an!" Fritz sah ein, daß er sich von seiner wenn auch vielleicht durchaus gerechtfertigten Erregung wohl hatte zu weit fortreißen lassen. Verzeih," sagte er. Jawohl, ich bin grausam, ungerecht! Nur weine nicht.' Hedi! Du weißt, ich kann keine Thränen an deinen Wimpern sehen! Verlaß dich darauf, Mama bekommt das gewünschte Reisegeschenk! Nichts soll mir zu theuer sein, und wäre es auch ein Murillo oder eine Statue des Praxiteles!" Weiter fuhr das junge Paar. Ihr Glück erlitt nunmehr keinerlei Trübung. Im Gegentheil schien es sich noch zu verdichten. Die große, weiteGotteserde, die sie jetzt zum ersten Male in ihren schönsten Punkten kennen lernten, rief in ihnen selber alle guten Seiten des Gemüths wach. Des ominösen Geschenks für Hedi's Mutter geschah mit keiner Silbe Erwähnung. - Es war, als ob man sich gegenseitig das Versprechen abgenommen habe. So verstrich die Zeit; man mußte endlich an die Heimreise denken. In München war die letzte größere Rast in Aussicht genommen. Hier gedachte Fritz auch, wie er sich's längst vorgenommen, das Geschenk für Hedi's Mutter zu kaufen. Suchend, prüfend, schritt er durch die Straßen. Hedi war im Hotel zurückgeblieben. Er hatte sich unter irgend einem Vorwand freigemacht. Sie sollte durch die Thatsache selber überrascht werden. Vor einer Kunsthandlung blieb er stehen. Die weißen Glieder antiker Statuen lachten ihm entgegen. Dazu gesellten sich inAnlehnung an jene neuere Skulpturen. Alles edle Formen, Nachahmungen oder Originalschöpfungen erster Meister. t r Der junge Gutsbesitzer dachte mit Schmerz an die Lücke, die nunmehr in seiner mit Banknoten gefüllten Brieftasche entstehen würde. Aber abgesehen davon, war es nicht leicht, fürHedi's Mutter etwas zu kaufen. Als Wittwe eines UniversitätsProfessors und bei der steten Fühlung, die sie mit den berühmtesten Autoritäten auf dem Gebiete der Kunst unterhielt, besaß sie ein sicheres Auge, einen überaus geläuterten Geschmack. Sie wog jedes Stück nach feinem inneren Werthe und kannte außerdem ganz genau die Preise, die man dafür zahlte. Vorwärts! Es mußte überstanden werden! Im Geschäft wurde man des Ankömmlings zuerst nicht gewahr. Sämmtliche Anwesenden hatten sich zu einer Gruppe versammelt, in der lebhaft, ja sogar mit Erregung tn Vorfall besprochen wurde, der offenbar das allgemeine Interesse im höchsten Grade beschäftigte. Endlich bemerkte ihn der Geschäftsinhaber. .Ich bitte um Verzeihung," sagte er, sicb zu ihm wendend. In dem Augenblick erkennt Fritz auch sofort selber, was geschehen. Ah!" bedauert er aufrichtig, indem er auf die Marmorsiücke weist, die zerstreut auf dem Fußboden liegen. Jawohl!" erwidert der Kunsthändler. Ein Schaden, ohne gleichen, den ich soeben erlitten! Einer meiner Angestellten hat ich weiß noch nicht, war es Unachtsamkeit oder Mißgeschick zwci Statuen heruntergeworsen, Pyramus und Thisbe in der Auffassung, wie sie Shakespeare in seinem Sommernachtstraum" übermittelt! Es waren Kunstwerke allerersten Ranges, die, davon bin ich überzeugt, das denkbar größte Aufsehen in den Kreisen der Kenner erregt hätten! Jetzt Sie sehen es ja sind es nur noch werthlose Trümmer, für die kein Mensch mehr einen Pfifferling hergeden würde!" Nun wohl! So werde ich sie Ihnen abkaufen!" Sie, mein Herr! Aber was in aller Welt, wollen Sie damit?" Pah! Es handelt sich um einen

Scherz, den ich im Schilde führe!... Zwanzig Mark lege ich an! .... Wollen Sie?" Zwanzig Mark! Für zwei Statuen! Unmöglich, mein Herr!" Aber Sie fagten doch eben erst selber, daß sie keinen Pfifferling mehr werth seien! Sehen Sie her: zerbrochene Stück sind es, zum Theil sogar nur Splitter!" Nun denn: so mögen sie Ihnen gehören! Bestimmen Sie gefälligst, was damit geschehen soll!" Fritz ordnete an, daß die Trümmer jeder Statue sorgfältig gesammelt und aneinandergereiht würden. Dann schrieb er die Adresse seiner Schwiegermutter auf. An diese sollte die Sendung schnellstens abgehen. Er zahlte zwanzig Mark und verließ die Kunsthandlung. Draußen athmete er erleichtert aus! Ein famoser Gedanke das, der ihm so plötzlich in den Sinne gekommen! Außerdem waren verschiedene blaue Scheine gerettet! Hurrah, nun konnte er auch seinen Schafstall bauen! Schmunzelnd kehrte er ins Holel zurück. Hedi wartete bereits auf ihn. Sei nicht böse, mein Lieb, daß ich länger fortblieb, als ich in Aussicht gestellt. Aber jetzt kann ich's dir sagen: Ich habe das Geschenk für Mama besorgt!" Sie schlug sreudig erstaunt die Hände ineinander. Ja! Zwei entzückende Statuen Pyramus und Thisbe, wie sie uns Shakespeare in seinem Sommernachtstraum" geschildert! Na. Mama wird Augen machen! Ich sage dir, die Stelle in ihrem lichtgrünen Salon konnte gar nicht würdiger ausgefüllt werden!" O du lieber, süßer, einziger Mann!" Es ging heimwärts mit fliegender Hast. Im rollenden Zuge saß da.5 junge Ehepaar. Noch wenige Augenblicke, und das Dampfroß rastete auf dem Bahnhofe, wo man aussteigen mußte. Mama!" rief Hedi. indem sie sich in die Arme der Professorin stürzte. Ja, ich konnte mir's nicht nehmen lassen, Euch zu erwarten! Wenn man so lange Zeit getrennt war und so viel auf dem Herzen hat! Zumal drängte es mich, Ihnen, lieber Schwiegersohn, Dank zu sagen für das so kostbare Ceschenk, das mir in Ihrem Auftrage übersandt worden! Besser konnten Sie Ihren Geschmack sowie Ihre Gesinnung gar nicht offenbaren! Das haben Sie wirklich famos gemacht, lieber Schwiegersohn! Nur fürchte ich, daß man sich nicht genau an die Anordnung gehalten hat, die Sie jedenfalls getroffen haben! Der die Statuen verpackte und für den Versandt fertigmachte, muß eben ein Tölpel ohne gleichen gewesen sein! Denken Sie nur, welch Mißgeschick: er hat den Lockenkopf der Thisbe an den Rumpf des Pyramus gelegt!" Der Herr Gutsbesitzer soll über die anatomische Unbildung des Packers ein sehr verdutztes Gesicht gemacht haben. Schlechtes Geschäft. Sie: Der letzte Konkurs hat uns nicht viel eingebracht!" Er (seufzend): Eingebracht!... Noch so Konkurs dann sind mer pleite!" Vielsagender Nei d. Verschuldeter Graf (in der Ahnengallerie): Beneidenswerther Ahnherr! Zu Deiner Zeit gab's noch keine Auskunftsöureaux!" Mitgabe. Alter Lebemann (zu seinem Sohne): So, nun bist Du großjährig nun tritt an Dich die Pflicht heran. Dich allein durch's Leben zu pumpen!" Verdächtig. Diener (zum jungen Zahnarzt): Herr Doktor, es schleicht ein ganz verdächtiger Mensch um's Haus herum! Entweder haben wir bis heuteAbend den ersten Patienten . . . oder der gnädigen Frau ist die Wäsche vom Boden gestohlen worden!" Arithmetische Schmeich e l e i.

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A. : Ich mochte nur wissen, wie eS unserem Freunde Müller gelang, so rasch die Neigung des reichenFräuleins Schneider zu gewinnen? B. : Ganz einfach, er schickte ihr zu ihrem achtundzwanzigsten Geburtstage zwanzig prächtige Rosen. In der Rechenstunde. Lehrer: Denk mal. Karlchen, Du wärst ein Mann und hättest 3,000 Dollars, Du möchtest Dir aber ein Haus, das 10,000 Dollars kostet, kaufen; was brauchst Du da noch? Karlchen: Eine reiche Frau.