Indiana Tribüne, Volume 28, Number 41, Indianapolis, Marion County, 10 October 1904 — Page 4

L .i :I-..,,.4

l Jndiana Tribüne, 10. Okwbe? i9oa.

Jndiana Tribüne. HeräuSgezebkN von der Outrate'f g Indianapolis, Ind. Harry O. Thndium .... Präsident. Geschäfts local: 9lo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 29. Knte.c! xt the Post Office of Indianapolis a seeond class matter. Eine angebliche Uebereinkunft zwischen Nttfjlanv und Dentschland.

Nach der hochgespannten Begeister ung, die die englische Presse infolge der Ueberschätzung der japanischen Siege in Liaojang 14 Tage lang wach erhielt, ist jetzt der übertriebene Rückschlag der Ernüchterung und Verdrieß lichkeit, nach Shakespeares Ausdruck die kranke Stunde über die öffrnt liche Meinung England- gekommen. Da nun der japanische Gesandte, Vi comte Hayashi, und Varon Suyematso Kencho ihre Wahrnehmungen sofort nach Tokio depeschierten, so blieb auch die telegraphische Warnung deZ dortlgen hochverdienten TimeZEorrespondenten nicht aus, den Bundesgenossen durch solche Verdrießlichkeit nicht zu verstimmen. Aber solcher Appell wirkt nicht so plötzlich, und der schnelle Fall der japanischen Anleihen um 2 Prozent ist ein zu deutliche Indizium der Richtung, wohin jetzt der Wind weht. Aus ficht auf einen baldigen Frieden und eine baldige Wiederherstellung eines guten Verhältnisses zwischen England und Rußland ist jetzt das Losungswort der hiesigen öffentlichen Meinung. Um nun die übliche Wirkung dieses Umschlage abzuschwächen, sucht die TimeS". als Hüterin . deZ British Interest in der ganzen Welt, die all gemeine Aufmerksamkeit abzulenken, indem sie schnell ein neue geheimes Verständniß zwischen Deutschland und Rußland mit dem Endziele einer künf iigen Machterweiterung Deutschlands als Belohnung für angebliche deutsche Begünstigungen Rußlands während des Krieges erfand und wahrscheinlich machen wollte. Ein anonymer Eorrespondent, den die Redaction als außergewöhnlich gut Informirt" hinstellt, dessen Wohnort wir aber nicht erfahren, fabelt von gewissen .neuen", nur dun kel angedeuteten Engagements", die im Juli bei Witte' Besuch des Reichs. kanzlerS in Rorderney abgeschlossen sein sollen. Die Redaction unterstützt die Phantasie ihreS Eorrefpondenten durch das fadenscheinige Argument, daß Wit. Höft'S letzte? Signal, nicht nach Port Arthur zurückkehren", bedeutet habe, folgt Alle dem Eefarewitjch" und rettet Euch so für Rußland nach Kiau tschou". Nun war ja aber leider der Eesarewitsch" gar nicht das Flaggschiff. Withöft starb, ohne zu ahnen, wohin es gehen würde. Wären die anderen Panzerschiffe ebenfalls nach Kiautschou gefahren, so wäre daZ für Japan viel vortheilhafter gewesen, als die Rückkehr nach Port Arthur. Denn hier nehmen jetzt doch die Panzerschiffe mit ihren Kanonen und ihrer Munition an der Vertheidigung theil; in Kiautschou wären die auf Grund der deutschen Neutralität, wenn sie innerhalb 24 Stunden nicht wieder abdampften, ebenso wie der Eesarewitsch" entwaffnet und die Mannschaft internirt worden. Die neuesten Thatsachen reden zu deutlich, als daß verständige Männer durch dieses Hirngespinst eines neuen geheimen Abkommens zwischen Deutschland und Rußland getäuscht werden könnten. Die Entscheidung der Rechtsabtheilung des Auswärtigen Amtes, daß während des Krieges russische Kriegsschiffe den Kaiser Wilhelm-Ea-nal nicht benützen dürfen, die Entfendung des Prinzen Anton von Hohenzollern Zn5 japanische Hauptquartier, die von den Japanern den Chinesen als Muster vorgehaltene Behandlung der russischen Kriegsschiffe in Kiautschou find noch zu frisch in aller Erinnerung. Der Zweck der Auffrischung dieses Märchens in der Times" war aber gar nicht, das Richtige zu treffen, sondern in dem impressionablen" Japan wieder einmal Argwohn gegen Deutschland aufzuwerfen und so lange im Vordergründe des Interesses zuhalten, birder üble Eindruck der lneuesten Wendung der öffentlichen Meinung in England verwischt und eine andere Frage aufgetaucht ist. Ob aberlim Reiche der auf. gehenden Sonne noch immer die Stirn mung des Volkes sich von London aus beherrschen läßt, scheint mir nach den

neuesten Aeußerungen hier weilender Japaner sehr zweifelhast. .Man hat auf japanischer Seite noch nicht die öar ten und da nationale Ehrgefühl beleidigendenBedingungen vergessen, die ih nen die englischen Bundesgenossen" bei der letzten Anleihe auferlegten. Die von dem internationalen Burea der Telegraphen- und TelePhonverwaltungen in Bern herauSgegebene Statistik stellt eine Uebersicht der Entwicklung des Fernsprechdienstes in Europa auf. Daraus geht hervor, daß in England und in Deutschland etwa gleich viele telephonische Gespräche stattfinden, nämlich in jedem Lande etwas über 840 Millionen, in beiden Ländern zusammen mehr als zwei Drittel aller in diesem Jahre gezählten Gespräche. Dabei hat aber die Rational Telephone Co., der die englischen Fernsprechleitungen gehören, nur 953 städtische Netze, Deutschland 3692 und 7593 Anschlüsse zwischen den Städten. In England gibt eö 249.817 Fernsprechämter. in Deutschland 411,534. Es ergibt sich also, daß man in England verhältnißmäßig mehr Gebrauch von der zeitsparenden Einrichtung des telephonischen Gespräches macht, waS sich wohl aus der Kürze der täglichen Geschäftszeit in diesem Lande erklärt. Alle anderen Länder bleiben in der Entwicklung des Telephonnetzes hinter Deutschland und Englano weit zurück. Frankreich erreicht noch nicht ein Viertel der Telephongespräche eines dieser beiden Länder. Die telephonischen Verbindungen verschiedenerStüdte erreichen noch nicht die Hälste der entsprechenden deutschen Zahl. Sehr bemerkenswerth ist die Entwicklung des Fernsprechwesens in der Schweiz und in Schweden. Dagegen hat OesterreichUngarn nur 336 städtische Netze, also kaum mehr als die Schweiz und nur 117 Anschlüsse verschiedener Städte, nicht einmal 16 der deutschen Zahl. Am weitesten ist das Fernsprechwesen noch in Rußland zurück, wo es nur 104 städtische Netze und 37 Anschlüsse zwischen Städten gibt. Nicht alle Länder geben Anhaltspunkte für die Einnahmen, die sie aus dem Telephondienst ziehen. Von denen, die daraus kein Geheimniß machen, steht Deutschland mit 64 Millionen Mark obenan; Frankreich folgt mit 24 Millionen; Oesterreich, Schweden, die Schweiz und Rußland kommen mit je 7 Millionen an letzter Stelle. Nur in England hat der Staat es verabsäumt, sich den telephonischen Dienst ebenso zu reserviren, wie den Postdienst. Ganz neuerdings sucht aber die englische PostVerwaltung der mächtigen NationalTelephone Co. Konkurrenz zu machen. Gut Seil!

Der West-St. LouiS-Turnverein", der aus dem damaligen SchillerClub" hervorging, wurde am 22. September 1879 gegründet. Einer der eifrigsten Befürworter und thatkräftigsten Mitardeiter an der Gründung des Vereins war der allen Turnern unvergeßliche Dichter Ernst Anton Zündt. Niemand glaubte damals, daß sich der Verein so glänzend in der Geschichte der deutschen Vereine in St. Louis 25 Jahre halten würde, da Viele an seiner Lebensfähigkeit zweifelten. Dank der' umsichtigen Leitung der Geschäfte seitens der Beamten, sowie der großartigen Erfolge der Turnschule unter der tüchtigen Leitung seines ersten Turnlehrers August Mügge und dessen Nachfolgern, ist der Verein zu nationalem Rufe gelangt. Der Verein hat beschlossen, sein 25. jähriges Jubiläum am nächsten Sonntag durch ein glänzendes Fest in seiner prächtig-n Halle zu feiern, für welches das folgende Programm festgestellt wurde: Nachmittags von 2 bis 6 Uhr, Concert; von 6 bis 8 Uhr großes Fest Bankett, und von 8 bis 11 Uhr Schauturnen, an welchem sämmtiiche TurnVereine der Stadt St. Louis sich activ betheiligen werden. Zwei Eisenbahnunfälle auf einmal verursachte in Güterzug, der in den Bahnhof von Chambe'ry einlief. Er prallte gegen einen dort haltenden Personenzug an und versetzte ihm einen solchen Stoß, daß dessen Lokomotive, die noch nicht angekoppelt war, sich in Bewegung setzte. Lokomotivführer und Heizer hatten sich gerade nicht auf der Maschine befunden, und so raste sie allein weiter, bis sie bei Pont-Saint-Ombre eine ihr entgegenkommende Collegin traf, deren Führer und Heizer bei dem Zusammenstoß schwer vuwundet wurden. Passagiere deS Personenzuges wurden nicht verletzt.

England's Grenadier Kapelle! Die ljcdcutcndstc mnsilalischc Attraction auf der Wclt-Äusstcllung in St. Louis

eute werden hier zwei Konzerte stattfinden.

Den unermüdlichen Bestrebungen deS Herrn Prof. Karl Schneider hat das musikliebende Publikum in Jndianapolis es zu verdanken, daß h e u t e die englische Garde'Grenadier-Capelle, die bedeutendste musikalische Attraction auf der St. LouiS Welt-AuZstellung. hier conzertiren wird. Die Bemühungen deS Herrn Karl Schneider sollten von dem Publikum in gebührender Weife gewürdigt werden, indem es sich zu den heute Nachmittag und Abend in der Tomlinfon Halle stattfindenden Conzerten zahlreich einfindet. Folgende Programme werden zur Durchführung gelangen: Nachmittags 2:15. 1. Marrfi Unity A. Wiliarns 2. Selection II Troyatore G.Verdi 3. Piccolo Solo Silver Birds . . . . Le Thiere Soloist: W. Bullock. 4. Grand Orerture Solennelle 1812" P. Tschaikowsky 5. Pomp and Circumstance E. Elgar 6. Gornet Solo The Star of Bethle hem S. Adams Ein Aufruf vom Schweizer Na-tional-Berein des Nöthen Kreuzes. Alle Schweizer Vereine sollen sich demselben anschließen. Der Schweizerische Central - Verein ! vom Rothen Kreuz hat an alle Schwei zer Vereine im Ausland einen Ausruf erlassen, diesem gemeinnützigen und humanen Verein beizutreten. Der Aufruf hat folgenden, sich selbst erklärenden Wortlaut: In der Schweiz, wie überall auf dem Erdenrund, ruht das Nöthe Kreuz auf Den Grundsätzen der Genfer Conven tion vom 22. August 1864, eines toter nationalen StaatSvertrageS, der von Schweizern- entworfen, auf SchweizerBoden abgeschlossen und vom schweize rischen BundeSrath gehütet, der Huma nität in der Kriegführung Platz geschaffen hat. : In 35 Staaten find zur Erleichte, rung des Looses der verwundeten und kranken Soldaten Gesellschaften vom Rothen Kreuz entstanden, und unge zählte Millionen sind in den letzten Jahrzehnten von ihnen aufgewendet worden, um die Schrecken deS Krieges zu mildern. . Während bei unseren Nachbarn fern und nah seit vielen Jahren Fürsten und Staaten, Städte und Landge meinden in Theilnahme und Opfer Willigkeit für ihre Roth.Kreuz.Vereine wetteifern, steht die Schweiz ihnen darin heute noch weit nach. Unser Vaterland, die Wiege des Rothen Kreuzes, dessen Wappenbild für das Symbol der barmherzigen Liebe im Kriegsgetümmel als Vorbild diente: unser Vaterland, das sonst so stolz ist auf seine zivilisatorische Aufgabe, es läßt sein Rothes Kreuz von den meisten anderen Staaten überflügeln. Das muß anders werden. Das schweizerische Rothe Kreuz, 1882 gegründet und über drei Vier, theile der Schweiz verbreitet, besitzt ge genwärtig etwa 15,000 Mitglieder. Seine Arbeit ist nicht ausschließlich auf den Krieg gerichtet: auch die Sorge für Volksgesundheit und-Verbesserung der Krankenpflege spielen in seiner Thätig keit eine gewisse Rolle und beschäftigen eZ unausgesetzt. Im Frieden befaßt eS sich mit der Unterstützung des SamariterwesenS, mit der Ausbildung und Anstellung von Krankenpflegerpersonal und mit der Anlage und Unterstützung von Kran kenmobilien-Magazinen; es arbeitet an der Hebung der Volksgesundheit durch Belehrung in,Kursen und Borträgen, und eS trägt zur Linderung von Nothständen einzelner Gegenden bei, durch LiebeSgabensammlungen, bei Wasser noth, Brandschaden, Epidemien und ähnlichen Nothfällen. Für den Kriegsfall ist ihm von den eidgenössischen Behörden die verantwortungsvolle Aufgabe anvertraut wor den, die zahlreichen freiwilligen Helfer zu sammeln und bereit zu halten, die unumgänglich nothwendig sind, wenn das SanitätSwesen unserer Armee im Kriege nicht versagen soll, und ebenso soll eö das gewaltige Material beschaf. fen, das zuldiesem Zwecke nöthig ist und dessen Anschaffungskosten auf über drei

7. Aubade Printaniere Lacombe 8. Selection Lohengrin R. Wagner 9. ReminiscencesofallNations. .F. Godfrey Introducing: (1) England, Ilearts of Oak". (2) Germany, Schubert's Serenade, Watch by the Rhine". (3) Ireland, St. Patrick's vay". (4) Austria, The Hymn". (5) France, The Marseillaise". (6) Russia, The Hymn". (7) America, Yankee Doodle". (8) Scotland, Auld Robin Gray". (9) Spain, Cachuca". (10) Italy, Garibaldi's Hymn". concluding with, See the Conquering Hero Comes." Abends 8:15. 1. March The Old Dessauer" A. Williams 2. Grand Selection Faust". .Gh. Gounod 3. Piccolo Solo The Wren" Damare 4. Overture Tannhaeuser" . . . . R. Wagner 5. Grand Selection from Gavalleria Rusticana" Mascagni 6. Gornet Solo The Lost Chord" Sullivan 7. Second Hungarian Rhapsody Liszt 8. Serenade The Warbiers" . . . Hutchins 9. Nautical Fantasia A Voyage in a Troopship" George Miller

Millionen berechnet sind. Die Sorge für die kranken und verwundeten Sol daten und damit für die Schlagfertig keit der Armee liegt also in einemKriege zum gutenjTheil auf den Schulterndes Rothen Kreuzes. Seine hohe Bedeutung ist denn auch in jüngster Zeit von der BundeSver. sammlung ausdrücklich anerkannt und ihm zur Unterstützung seiner schweren Aufgabe, durch Bundesbeschluß vom 25' Juni 1903 eine jährliche Subven tion von 25,000 Fr. bewilligt worden. Durch die Verhandlung in den eidgenössischen Räthen wurde so vor dem ganzen Schweizervolk bekundet: Das schweizerische Rothe Kreuz ist nicht nur ein gemeinnütziger Verein, wie mancher andere, eS ist geradezu ein nationales Werk, in gleichem Range wie die Winkelriedstiwng, eine Schöpf ung echt vaterländischer Nächstenliebe. Seine werkthätige Unterstützung ist für die weitesten Kreise des Sch!veizervolkeS eine Ehrensache. Soll nun aber das Rothe Kreuz wirklich die gewaltigen Ausgaben er füllen, die seiner im Frieden und im Kriege warten, dann darf eö nicht im bisherigen Rahmen stehen bleiben, es muß sich zu einer macht und kraft vollen Volksorganifation entwickeln, die jederzeit und überall zu helfen bereit im Stande ist. Zu diesem Behufe müssen die bisherigen bescheidenen Jahresein nahmen so vermehrt werden, daß sie die Höhe der Bundesfubvention errei chen, und eS muß die Mitgliederzahl so anwachsen, daß der Baum deS Ro then Kreuzes durch reich verzweigtes Wurzelwerk tausendfältig mit dem Hei mathboden verwachsen ist. Wir wenden uns daher mit gegen wärtigem Aufrufe an alle Kreise unseres Schweizervolkes, an die ein zelnen Bürger, an die patrio tischen Vereine, an Corporationen und Gemeindebehörden und bitten Euch: Helfet durch zahlreichen Beitritt dem schweizerischen Rothen Kreuze zu allge meinem Aufschwung, damit eS nicht länger hinter den Vereinen anderer Länder zurück, sondern ihnen eben bürtig zur Seite stehe! Helfet die Auf gäbe, welche die Bundesversammlung uns anvertraut hat, zum Wohle des Landes erfüllen! Schließt Euch, ohne Unterschied der Sprache, der Confession und der politischen Partei, mit uns zu einem allgemein vaterländischen Ver bände zusammen, fruchtbar an Werken deS Friedens und rechtzeitig gerüstet für die Tage, wo unsere Wehrmänner be rufen sein sollten, die Freiheit und Un abhängigkeit des Vaterlandes zu schützen, damit es den Wehen und Wunden eines Krieges nicht fehle an der helfenden, rettenden Liebe. Hie Weißes Kreuz! Hie Rothes Kreuz! Für die Direktion des schweizerischen Rothen KreuzeS: Der Präsident: Hoggenmacher, Oberst. Der Secretär: Dr. W. Sahli. Agnew Fischer, ein 9 Jahr altes kleines Mädchen die hier im Dia konisseN'HoZpitale Heilung suchte, ist ihren Leiden erlegen. Die kleine Leiche wurde gestern früh mit der Bahn nach ihrer Heimathsstadt ReelSville, Ind., überfandt.

Nachrichten aus Jndiana. EvänSville, 9. Okt. Im Evansville Sanatorium wurde an ei mm Frl. Anna Bradly, einer jungen Dame von Dale. Ind., eine ebenso sel tene wie schwierige Operation durch Dr. JameS Z). Welborn vorgenommen, die jedoch in diesem Falle den gewünfch ten Erfolg zu haben scheint und aller VorauSstcht nach der Patientin den Ge brauch ihres eines ArmeS wieder der schaffen wird. Frl. Bradly trug bei einem Sturze vor etwa drei Monaten einen Armbruch g-rade im Ellbogen Gelenk davon und die Folge war, daß das Gelenk zwar zu heilen begann, jedoch vollkommen steif wurde, fodaß der Verunglückten der Ge brauch deS Arms verrloren ging. Man beschloß zu der seltenen Operation als letztes Mittel Zuflucht zu nehmen, und Frl. Bradlywurde deshalb am Mitt woch Morgen hierher gebracht, wo am Nachmittag Dr. Welborn ein etwa ein Zoll langes Stück des Knochens aus dem Gelenk entfernte und sodann die kunstgerechten Verbände anlegte. Der Arzt hofft, daß in diesem Falle, wie schon in verschiedenen anderen, die Natur sich selbst helfen und durch die sich ersetzende Knochensübstanz ein neues Gelenk schaffen wird, sodaß die Pa tientin den Gebrauch des Armes zurück erhält. I e f f e r s o n v i l l e, 8. Oct. Großes Interesse hat hier die Nachricht erregt, daß Loms Kleespies sich in Ein cinnati vergiftet hat. Vor 52 Jahren hier geboren, hinter läßt er hier mehrere Geschwister, wäh rend Frau und zwei Söhne in Ein cinnati leben. Vor etlichen zwanzig Jährchen war Louis Kleespies einer der bestbekannten Männer an den Fällen. Nach mancherlei Mißgeschick lächelte ihm das Glück und eine Konzerthalle in Jeffersonville brachte ihm Geld die Fülle ein. Später zog er Vortheil daraus, daß die Gämbler" aus Louisville verjagt wurden, und Kleespies rupfte die Vö gel nun in seinem kosigen Spieltempel in Jeffersonville. Die Stadt wurde ein Miniatur.Monte Carlo. Das ging, bis 1837 eine Gesetz- und OrdnungSliga gegründet wurde. Eines schönen Abends wurden alle Spielhöllen der Stadt auf einmal ausgehoden. Klee spieö führte seine Wirthschaft ohne Spielfaal weiter, und da er tüchtig und liberal war, ;hatte er' Erfolg damit. Schließlich kam ihm das Geld in dem

Neste doch zu langsam ein, und er wandte sich nach der Quäkerstadt Fair mount in Grant County. Trotz aller Warnunzen begann er daselbst eine Wirthschaft. Nicht lange, so packte ihn das Gesetzt. Er wurde erst schwer be bestraft, dann sein Geschäft mit Dyna mit gesprengt und er selbst, mit dem Tode bedroht. Inzwischen war sein Vermögen dar. auf gegangen. Ein neuer Versuch, mit einer Wirthschaft in Jeffersonville zu floriren, . mißlang völlig. Dann wandte sich der Vielgeprüfte nach Cincinnati und ging in's Eisengeschäst, aber ebenfalls ohne Glück und Stern", und der jetzt Verschiedene dürfte nichts hin terlassen haben. D e l p H i. 9. Okt. Eontre.Admiral George W. Pigman will sich, so bald seines Ernennung zum Contre Admiral vom Ver. Staaten Senate bestätigt ist, hier niederlassen, um den Rest seiner zTage hier zu verbringen. Er traf in Begleitung seiner Familie ein. Im Jahre 1861 trat er, empfoh len vom Congreßabgeordneten James Wilson, in die Flotten-Akademie ein und schon nach drei Jahren, ein Jahr vor derZZeit, legte er sein glänzend be ftandeneS Examen ab. Stufe für Stufe hat er sich seitdem empor gearbeitet, bis er jetzt die zweit höchste Rangstufe in der Marine er reicht hat. Den letzten aktiven Dienst sah der Admiral alsCommandeur der Charleston, die später strandete, in den Philippinen. Eine bezüglich der Strandung des 5SchiffeS angestellte Untersuchung sprach ihn von jeder Schuld an derfelbsn' ehrenvoll frei. Dann übernahm er das Commando des Monitor Montery. Sein letztes Commando führte er auf dem Em pfangöschiffe Wabash in Boston. Diese Ernennung wurde als ein Tri but deS Staates Jndiana gemacht, da man es gerne sah, daß er seine Carriere auf dem Schiffe beschließen sollte, wel ches den Namen des historischen Thales trug, in welchem der Admiral das Licht der Welt erblickte. Die 86 Jahre alte' Mutter des ContreAdmiralS wohnt in unserer

Stadt und trotz ihres hohen Alters er freut sich dieselbe einer ausgezeichneten Gesundheit. O Die Familie des Admi rals besteht aus drei Töchtern und ei Sohne, George W. Pigman jr., Assi ftenz.Zahlmeister der Vereinigten Staa ten Armee.

Permanuter Elnhaltsbefehl v gen Streiker. Der Einhaltsbefehl gegen die Strei ker der McBeth-AdamS Glaswerke in Elwood ist von Richter Anderson zu einem dauernden gemacht. Durch den selben werden die Streiker behindert, Wachposten in Nähe der Fabrik aufzu stellen und Drohungen, welche neue Arbeiter von der Arbeitsannahme be hinden können, denselben gegenüber auszustoßen; friedfertige Unterredungen jedoch find nicht verboten. Als die Glaswerke im September eröffnet wur den, weigerten sich die Besitzer die Union anznerkeunen und der Lohn der Ma fchinenarbeiter wurde herabgefetzt. Die in den Werken beschäftigten Union Arbeiter legten hierauf die Arbeit nieder und haben seit der Zeit einen Vor postendienst aufrecht erhalten. Zelte wurden auf allen Seiten der Glaswerke 'errichtet und alle möglichen Anstrengungen. wurden gemacht, Leute zurückzuhalten, in den Werkstellen Ar beit zu nehmen. Bereits vor einer Woche erließ Richter Anderson einen zeitweiligen Einhaltsbefehl und eS er gab sich, daß derselbe nicht beachtet wurde. Richter Anderson behandelte die Arbeiter mit Nachsicht, da dieselben den Einhaltsbefehl nicht verstanden zu haben schienen. Der neue Einhaltsbe fehl wird den Abbruch der Zelte, sowie auch die Einstellung der Vorposten zur Folge haben. in ' JnderSchweizsindalleinimMonatAugust von der Polizei beim Durchqueren größerer Ortschaften 253 Automobilisten angehalten und wegen Schnellfahrens entsprechend bestraft worden. Aus die fern Grunde ermahnt der französische Automobilklub seine Mitglieder zum Boycott des herrlichen Ländchens, worauf jedoch der Bund mit der Erklärung erwidert, daß derartige AuSschreitungen, die Leib und Leben der Passanten gefährden, auf keinen Fall ungeahndet bleiben würden, gleichviel in welcher Weise die Betroffenen dagegen reagiren. Thatsächlich haben die Motorfahrer gerade in der Schweiz durch ihr tolles Dahinreisen so viel Unheil angerichtet, daß dort schon die öffentliche Meinung ganz energisch auf entsprechende polizeiliche Abwehr drängt. Fronzel S5o. 1 W. Washington St? (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schisssscheine nach und von Eurova. An- und verkauf ausländischen Geldes. Warten Sie nicht eine große SunMe Geld anzusannneln, ehe Sie anfangen, ein Spar-Conto zu eröffnen. Thun Sie es Diesen Monat. Müßig liegendes Geld sollte keinen Platz in einem Haushalt finden. Sie können irgend eine Summe deponiren von 23 Cents aufwärts in der und Sie erhalten 3 Prozent Zinfen daran, halbjährlich verrechnet, am 1.' Mai und 1. November jeden Jahres. Kapital 81,000,000.00 Ueberschuß 22 5,000.00

Bros..

MM M l!

Office im Gesellfchafts-Gebaude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave.