Indiana Tribüne, Volume 28, Number 41, Indianapolis, Marion County, 10 October 1904 — Page 3

JndlanQ Tribüne, 10. Oktober 190H

Angriff ki Russen. Kuroplltlm geht zur Osscusilic über. Bcntsiaputze dm Japanern entrissen. Verlust aus russischer Seite angeblich leicht. Der Tagcs-Bcfchl des russischen Obcrfcldhcrrn. Mandschurische Armee ist endlich genügend verstärkt. Aus dem Deutschen Reiche.

Ostasien. Russen gehen zum Angriff über. Petersburg, 10. Okt. General Kuropatki' TagesBefehl, worin er den Entschluß der Offensive ankündigt, wird heute Abend durch die Nachricht ergänzt, daß die Angriffs-Bewegung bereits begonnen hat und die japanische Linie bei Bentsiaputze dnrchbrochen ist. Die j a p a n i s ch e S t e l l u n g. Die Javaner hielten eine Siellung von etwa 52 Meilen, von Bentsiaputze im Osten durch Jentai und der Bahn entlang nach dem Hun Fluffe im Westen. Seit 4. Oktober standen die Russen mit den japanischen Vorposten in Füh' Jung; am 6. wurde die Station Shahke, 15 Meilen südlich von Mulden, wieder genommen und die Brücke über den Shake Fluß wieder hergestellt. Die Koffaken schlugen die Japaner in verschiedenen Scharmützeln. Bentsiaputze genommen. Die Hauptaction war aber bei Bent Ziaputze, japanische rechte Flanke, wo die Russen dieJapaner durch eine Flanken'Operation aus der Stadt trieben. Unterdessen marschiren zwei japanische Divisionen unter Fushimi westlich den Liao hinauf und stehen jetzt 22 Meilen von Sinmintin. Oestlich dürfte Kuroki ähnlich vorgehen. Die russischen Verluste sollen leicht sein. Japaner auf Liao Fang zurück. Mukden. 8. Okt., viaTient sin, 9. Oktbr. Eine Kreuzung des Taitse Flusses durch russische Reiterei östlich von Bensihu zeigt, daß sich die Japaner auf ihre Stellung in Liao Yang und östlich von Jentai zurückziehen, als wünschten sie noch immer einen entscheidenden Kampf nahte Lia5 Dang. Nachdem die Japaner sich dem Hun Fluß genähert, scheinen sie lediglich Gen. Kuroki'S früheres Schlachtfeld zu besetzen, wo am 7. Okt. eine Kanonade auf russische Cavallerie erfolgte. . Gestern war eS ruhig. Zwischen den Kossaken Vorposten und den Javanern sind seit einer Woche keine Gefechte gemeldet. Um verlorenes Gebiet wieder zu gewinnen, liegt den Russen jetzt eine ähnliche Aufgabe vor wje den Japanern, nämlich nene Straßen zu bahnen, aber das trockene Wetter begünstigt diese Arbeiten. Unthätigkeit nicht seit, s a m. Die Unthätigkeit der Japaner ist nicht ungewöhnlich. Sie erinnert an ihren Rückzug aus der Nähe von Kai chou vor der Schlacht von Vafangow. Ferner auch an Kurokis Strategie in den Kämpfen am Motien Paß. Die japanische Nord-Front steht jetzt von Bensihr bis nach den Jentai Kohlen Bergwerken. Blockade-Flotte auf der Wacht. C h eF o o, 9. Okt. Die lebhaf. tere Thätigkeit der japanischen BlockadeFlotte vor Port Arthur, die sie beim Anhalten von Handelsschiffen entwickelt, gilt 3 britischen Schiffen. Man hat diese im Verdacht, daß sie Büchsenfleifch und Gemüse nach Port Arthur bringen wollen. Heute Abend wurde der britische Dampfer Victoria bei Wei Hai Wei angehalten und der japan. Durchsuch UNgS Offizier gab die obige Ertlärung. N Hand-Granaten. Tokio, 9. Okt. Einem Privat, briefe eines japanischen OssizZerS zu folge, der bei der BelagerungS Armee von Port Arthur steht, benutzen jetzt die Ruffen mit Erfolg Hand-Granaten, mit starken Explosivstoffen gefüllt. Die Wirkung dieser Granaten, falls gut gezielt, ist tödlich, wie der Offizier behauptet. Zeit des Vormarsches gekommen. Bisher verließ sich der Feind auf feine große Ueberzahl und konnte unS

mit seinen Armeen nach Belieben um zingeln und die Zeit des Angriffs wäh' len. Jetzt aber ist der Augenblick, nach dem sich die ganze Armee gesehnt, gekommen und die Zeit ist da, die Japaner zu unserem Willen zu zwingen; denndieTruppenderM and schurischen Armee sindjetzt stark genug, um den Vor, marsch beginnen zu können. K u r o p a t k i n a n seine Truppen. St. Petersburg, 9. Okt. General Kuropatkin erließ am 2. Oktober in Mukden einen Armeebefehl, der im Wesentlichen folgendermaßen lautet: ES ist über sieben Monate her, daß der Feind uns verrätherisch vor der Kriegserklärung in Port Arthur über fiel. Seitdem vollbrachten die rufst fchen Truppen zu Lande und 'zur See viele Heldenthaten; der Feind jedoch ist nicht blos nicht besiegt, sondern träumt in seiner Anmaßung sogar von einem vollständigen Siege. Begründung des Rück, z u g e s. Die Truppen der Mandschurei.Armee waren bisher numerisch zu schwach, um die japanische Armee zu schlagen. Damit die russische Armee die ihr gestellte schwierige Aufgabe mit völligem Erfolge lösen kann, war lange Zeit zur Stär kung des Feldheeres nöthig. Aus diesem Grunde hielt ich die Zeit nicht für gekommen, trotz der wiederholten Ab-

Weisungen japanischer Angriffe bei Tatchekao, Liandiansian und Liao Z)ang, aus diesen Erfolgen Vortheil zu ziehen, den Vormarsch zu beginnen, und gab deshalb den Befehl zum Rückzüge. Nach der Schlacht von Liao Fang zogt Ihr Euch unter den schwierigsten Bedingungen nachMukden zurück. gVon Gen. Kuroki'S Armee angegriffen, marschirtet Ihr durch fast ungangbaren Schmutz, den Tag über fechtend, des Nachts Geschütze und Wagen mit den Händen herousziehend. Ihr kehrtet nach Mukden zurück, ohne den Verlust eines einzigen Geschützes, ohne Gefangene oder Verwundete, und mit einem völlig unversehrten Train. Alle Schwierigkeiten bewältigt. Ich befahl den Rückzug sorgenvollen Herzens, aber mit unerschüttertem Vertrauen, daß eS zum entscheidenden Sieg nothwendig sei. Der Kaiser hat genügende Truppen zur Erzielung des Sieges bestimmt. Alle TranSport'Schwierigkeiten über 10,000 Werst sind durch Energie, Geschick und Selbstaufopferung von Ruffen in jeder socialen Stellung bewältigt, ein Werk, das in der Kriegsgeschichte an Schwierigkeit ohne Beispiel dasteht. Nußland. Der Chef der Gendar m e r i e. St. Petersburg. 9. Okt. Wie in diesen Depeschen vorhergefagt, wurde Unterstaatssekretär des Innern RidzovSky zum Chef der Gendarmerie ernannt. Dieses Departement ist jetzt thatsächlich von dem Ministerinm deS Innern abgetrennt, wenn eS auch nominell ihm noch unterstellt ist. Tüchtige Hilfstruppen. St. Petersburg, 9. Oktober. Eine Special-Depefche aus Mukden besagt, daß ein regulärer RekrutirungsDienst von der japanischen Armee organifirt worden ist, und daß die so genannte chinesische Freiwilligen-Miliz zu diesem Zwecke herangezogen wird. Die Japaner werden in dieser Arbeit von Li See, einem Prinzen des chinesischen Kaiserhauses, unterstützt. Die Leute erhalten von den Japanern Löhnung, werden aber nicht mit dem modernen japanischen Gewehr bewaffnet. Sie erhalten statt dessen alte Musketen von enormem Kaliber. Die Russen sind mit diesen Hilfötruppen mehrfachen feindliche Bü& rung gekommen, und deren Kriegs' tüchtigkeit ist zur Evidenz erwiesen worden. Die J7paner machen gar kein Hehl aus dieser Organisation.

Dokumentarische Beweise für deren Existenz sind von den Ruffen in Form eine Briefes gefunden morden, den der japanische General Vitche an den Chef der chinesischen Freiwilligen Miliz" adressirte. Italien. Arzt zu Prinzessin Luise. Rom, 9. Oct. Die Erzherzogin Stephanie (Gräsin Lonyay) bestürzt

über die Nachrichten vom Gesundheitzustande ihrer Schwester Louise hat den italienischen Abgeordneten Bossi, einen der tüchtigsten Aerzte für FrauenKrankheiten, nach Paris gesandt. Er soll eine gründliche Untersuchung anstellen, eine Kur verschreiben und genauen Bericht erstatten, um diesen bei dem Schiedsgericht gegen Louisens Gatten, Philipp v. Sachsen-Coburg Gotha, verwenden zu können. Der Prinz ist beschuldigt, Luise in brutalster Weise mißhandelt zu haben. Louisen's Untersuchung. R o m , 9. Oktbr. Dr. Bossi, der Frauenarzt, erklärte nach einem Besuche bei der Prinzessin Louise von SachsenCodurg, er habe keine Spuren von Irrsinn an ihr gefunden, dagegen Spuren von Mißhandlungen an ihrem Körper. Deutschland. Caruso'S Gast. Spiel. Berlin, 9. Okt. Signor Caruso, der italienische Tenor, sang zum erstenmal diese Woche in Deutschland. Berlin bekommt selten die größten Sänger zu hören, da das Publikum an die hierbei verlangten Preise nicht gewöhnt ist. Carusos Auftreten im Theater des Westens zu Charlottenburg erregt deshalb unter den Kritikern Sensation und da? kühle deutsche Pnblikum zeigte eine große Bewegung. Am Ende der Mittwochs - Vorstellung wurde der Sänger 20 Mal hervorgerufen. Er war für 2 Mal im Theater des Westens engagirt, schiebt aber sein' Londoner Engagement hinaus, um noch weitere 2 Mal im Wefter-Theater zu spielen. Nächste Woche kommt er hierher. Der Tenor bekommt S1000 pro Abend, die Eintritts-Preise betrugen das Dreifache der sonst üblichen, von S6 aufwärts. Auf dem derzeit hier unter Vorsitz von Prof. Scharwenka tagenden Con greß von Musik'Lehrern griff Prof. Somigli aus London die CharlatanLehrer" an, die eine vollkommene musikalifche Ausbildung in lächerlich kurzer Zeit versprechen. London sei mit solchen Personen angefüllt. Die Betheiligung an dem Congreß ist eine über Erwarten große. Auf der Tagesordnung standen Referate über allgemeine musikpädagogische Fragen, u.a. Die Pädagogik als Lehrgegenstand im Musiklehrer-Seminar"; Die Musikästhetik und ihre praktische Einführung"; Musikalische Akustik"; Das Musikdiktat und feine Pflege" etc. Ferner Vorträge über Die Physiologie des Anschlags und der Bogentechnik", Reformen auf dem Gebiete der Notenschrift" etc. ' Ein trauriger I u st i z m in i st e r. Berlin, 9. Oct. Die oldenburgische Affaire Ruhstrat hat sich weiter verschärft durch einen aggressiveu Artikel des Residenzboten", der u. A. die Mittheilung enthält, daß bei der Staatsanwaltschaft des großherzoglichen Landgerichts Oldenburg die Anzeige wegen Verdachts des schweren wissentlichen MeineidS gegen den Justizminister Ruhstrat erstattet und zugleich die Erhebung der öffentlichen Anklage auf Grund durchaus zuverlässiger Zeugenaussagen gefordert worden sei. ES wird ferner behauptet, daß auch StaatSanwalt Riesedieter f. Zt. zusammen mit dem jetzigen Justizminister Ruhstrat jenem Reserveoffizierskreise angehört habe, der zum erheblichen Theil an früher geschilderten Affairen (Hazardspiel) betheiligt war. Biermann wurde dieser Tage schon verhaftet. Somit wird endlich gerichtliche Klarstellung in die schmachvolle Affaire kommen. . Schwimmendes Hotel. B e r l i n. 9. Oct. Ein schwimmendes Temperenzhotel soll für das nächste Jahresfest von Deutschlands Großloge II des Guttempleordens, das in Danzig stattfinden wird, eingerichtet werden. ES wurde nämlich ein großer Passagierdampfer gechartert, der durch den Nordseekanal von Hamburg nach Danzig fahren und dort während der Tagung auch als LogirhauS für die

etwa 500 Gäste, die er dann mitbringt, dienen wird. Sorgen der Weinhändler, Berlin, 9. Oc. In Bingen am Rhein tagte soeben die DelegirtenConferenz der südwestdeutschen Weinhänd-ler-Verbände. Sie beschloß die Entsendung einer Abordnung an den Reichskanzler Grafen v. Bülow und den HandelZminister Möller, um sie zu bitten, sie möchten daraufhinwirken, daß die Repressivmaßregeln, welche die Ver. Staaten genüber dem Import ausländischer Weine planen, keine Gesetzeskrast erlangen. Die fraglichen Maßregeln würden den Weinexport nach den Ver. Staaten geradezu lahm legen. Hochstapler gefaßt.

Berlin, 9. Oct. Der berüchtigte Georg Steffen, alias Graf Salviac, hinter dem ein Steckbrief erlassen war, ist nunmehr in Haft genommen worden. Der Pfeudo-Graf, welcher feit langen Jahren der Polizei und den Gerichten zu thun gegeben, wird diesmal beschuldigt, den Versuch gemacht zu haben, sich in den Besitz militärischer Geheimpläne und Zeichnungen zu setzen, um diese an Frankreich zu verkaufen. Kurze Depeschen. 9. Oktober. Inland. Das olympische Mara-thon-Rennen, welches unlängst auf dem Weltausstelwngs-Gelände in (5. Louis stattfand, war die erste deraritge Veranstaltung auf amerikanifchcm Boden. Washington. Der VollblutIndianer Billy Fixcat hat in trunkener Wuth zwei weiße Ansiedler, Jack Ellis und Walter Reddy, in ihren Behausungen nahe Holdenville im IndianerTerritorium erschossen. Mebrere Gehülfen der Bundesmarschalls sind abgeschickt worden, um den Indianer lebend oder todt einzufangen. Ausland. Rom. Alle auf Urlaub befindlichen Offiziere sind unverzüglich zu ihren Regimentern befohlen. - Lima, Peru. Sunjimiyao, ein Special-Abgesandter aus Japan, ist gestern hier angekommen. Rom. Erzbifchof AgiuS, päpstlicher Delegat auf den PhilippinenInseln, ist nach den Ver. Staaten und den Phil. Inseln abgereist. Schiffsnachrichten. Angekommen: New Jork: Columbia" von Glasgow und Moville; Hamburg" von Hamburg. San Francisco: Jap. Dampfer America Maru" von Hongkong und Jokohama; brit. Schiff Delcairnie" von Newcastle, Australien. Liverpool: Lonian" von Montreal; Umbria" von New York. Abgefahren: Rotterdam: Noordam" nach New York. Queenstown: Lucania" nach New York. Dover: Pennsylvania" nach New York. Base-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt : National-Liga. Chicago, 9. Okt. Chicago 000 1 0000 0 1 PittSburg 0000000022 Batterien Brown und' Kling; Rabertaille und PhelpS. v St. Louis, 9. Okt. E r st e s S p i e l. St. LouiS ...00000000 00 Cincinnati....0 1 1 1 0 00 0 0- 3 Batterien McGinley und Zerfofa; Walker und Schlei. Zweites Spiel. St. LouiS 0. Cincinnati 3. Zlt, 23, E!ne Flasche frei. Palmetto Wins stellt dett Wpettk wieder her,' hilft der Verdauung, stimuliert die Leber und die Nieren und kuriert krankhaftes Kopsweö, Krämpse, Uebelkeit. Dyspepsie. Un derdaullchkeit, BilioMät und Verstopfung. Jr end ein Leser dieses Blattes, der leidend ist, kann sich eine Probeflasche frei verschaffen. Die selbe bringt schnelle Linderung, und eine dauernde Heilung und kostet nichts. Schreibt heute darum an die Drake Fornmla Comy.any. Frake Building, Chicoso,

Nepotiömuö uud Grokcngländer tNUNl. Einer der skrupellosesten Vorkämpfer für das Cyamberlainsche Erotzengländerthum, Mr. Seddon, der Plemierminister von Neuseeland, ist wieder einmal, wie das in den letzten Jahren so oft vorgekommen ist, heftigen persönlichen Angriffen von Seiten seiner politischen Gegner ausgesetzt. Und zwar wirft man ihm offenbar nicht ohne Grund ein Maß von Nepotismus vor, das selbst über die Grenzen des in jenen entlegenen Kolonien Erlaubten hinausgeht. Die Ursache aller Unruhen ist sein Sohn, der Rittmeister Seddon. Der junge Mann hat nach einer gemäß der Ansicht seiner Kameraden, Vorgesetzten und Untergebenen viel zu schnellen Beförderung den südafrikanischen Krieg an ' der Spitze einer Schaar von Freiwilligen mitgemacht und soll sich dabei mit allem Möglichen bedeckt haben, nur nicht mit Ruhm. Man wirft ihm vor, er habe sich direkt der Feigheit vor dem Feinde schuldig aemacht. und se!neL:ute im Gefecht "einfach 'im Stiche gelassen. Trotzdem wurde ihm nach seiner Rückkehr nach Neuseeland ein Posten anvertraut, auf den Hunderte anderer vor ihm Anwartschaft zu haben glaubten. Darüber gerieth der ganze Sc zirk dieSache spielte in Ausland in Aufregung, und Mr. Seddon sah sich schließlich doch gezwungen, ihn abzuberufen. Er war aber durch die schlimme Erfahrung noch nicht belehrt, denn Rittmeister Seddon erhielt kurz darauf einen noch besseren Posten im K"iegsministerium. Jetzt wollen die Gegner Mr. Seddons die Sache im Parlamente zur Sprache bringen, und es stehen daher einige interessante Szenen bevor. Inzwischen hat aber der Rittmeister Seddon nach dem strategischen Grundsatze, daß der Hieb die besie Vertheidigung sei, beschlossen, seinerseits zum Angriffe überzugehen, und er will die Leute, die ihn der Feigheit vor dem Feinde bezichtigen, wegen Beleidigung und Verleumdung vor Gericht zur Verantwortung ziehen. Von dem Ausgange dieses Prozesses wird es natürlich .in erster Linie abhängen, wer aus dem im neuseeländischen Parlamente zu erwartenden Rededuell als Sieger hervorgeht, falls nicht Mr. Seddon sen. es vorzieht, seinen schon so oft angekündigten (55ntschluß, von seinem Posten zurückzutreten und in eine gut bezahlte Stellung nach London überzusiedeln, entweder als Generalagent der Kolonie oder als Direktor der Nationalbank für Neuseeland oder dergleichen, endlich zu verwirklichen. In solchem Falle wäre es das einfachste, wenn er seinen hoffnungsvollen Sohn, für den sich dann auch wohl im Zivildienst, in dem Vorficht der bessere Theil der Tapferkeit ist, irgend ein gut bezahltes Plätzchen findet, nach London mitnehmen und so allen weiteren Konflikten auö dem Wege gehen wollte.

Eine neue Grotte bet Trieft. Bei dem auf dem GörzerKarste, drei Stunden von Trieft entfernt liegenden Dorfe Sutta befindet sich eine sehr tiefe Schlucht, welche wegen ter großen Zahl der in diesem Bereiche nistenden Wildtauben, den dortigen Jägern wohlbekannt ist. In diese Schlucht stürzte sich in selbstmörderischer Abficht vor Kurzem der 86jährige Greis Johann Sepanschisch. Häusliche Kümmernisse waren das Motiv der That. Dort weilende Hirten entdeckten am Rande der Schlucht den Rock und den Stock des alten Mannes und alarmierten sofort die Dorfbewohner. Der Jagdaufseher aus Komen, Andreas Lega. entschloß sich, in die Tiefe zu steigen. Er versuchte mit einem 45 Meter langen Seile zweimal den Abstieg und mußte, da das Strick zu kurz war, jedesmal zurückkehren. Bald danach unternahm er jedoch einen dritten Versuch, welcher ihn auch mit Hilfe eines 100 Wltitz langen Taues glücklich in die Tiefe brachte. Er fand unten, noch etwas tiefer, die Leiche des Stepantschitsch auf. Um sie zu bergen und die Hilfe eines zweiten Mannes aus Sutta in Anspruch 'zu nehmen, mußte Lega nochmals ans Tageslicht zurück. Die Leiche in der Tiefe wurde in einen Sack gehüllt und mit Mühe zutage gefördert. Lega erzählte nun, daß sick von der mehr als 100 Meter tiefen Schlucht eine kolossale stalagmitenreicheGrotte abzweigt, welche eine Länae von circa 300 nw?r fiat.-i brachte auch einige Stalagmiten mit. 9At Gemeinde vannovarad, tt welcher der Ort Sutta gehört, belohnt? Leaa mit 100 und seinen Gehilfen mit 50 Kr. , Der Friedensvertrag zwischen Großbritannien und Tibet enthält im Wesentlichen folgende Bedingungen: Ersatz der Expeditionskosten, Genuathuung für die Beleidigung der britischen Vertreter und den bewaffneten Widerstand. Handelserleichtcrungen zwischen Indien und Tibet und Errichtung eines englischen Grenzpostens auf tibetanischem Gebiet. Aus Lhaffa wird ferner telegraphir . daß der Dalai-Lama wahrscheinlich nrrM aitritrff ffrtt werde. Wöltlit l MVWMV " - ' " Macht werde demRegenten übertragen. ' . . V . und der Taschl-uama von cylgaiie würde wahrscheinlich als religiöses . rf. . '.1 1 mm! liV1t - oeroauoi ancuuuui iuuu.u.

sonders die Errichtung eines englischen Grenzpostens erregt in St. Petersburg Unwillen. s

Eil? Ntttcr5cdU!ltZ m t Admiral ntussctv t56'. Dem Reuterschen Bureau wird aus Tstngtau gemeldet: Der verwundete Admiral Matussewitsch erklärte in einer Unterredung, die größte Lehre des Seekrieges sei die Bedeutung der drahtlosen Telegraphie. die während der Schlacht angewendet wurde, bis die Apparate zerschossen waren. Sie arbeite sicher und schneller als die bisherigen Flaggensignale. Gegen die treibenden Minen gebe es keinen anderen Schutz, als Minenfänger vorauszuschicken, denen die Flotte folgen müsse. Torpedos hätten sich nicht bewährt. Die Japaner hätten in einer Nacht 13 Torpedoangriffe ohne jeden Erfolg gemacht. Mehrere gemeinschaftlich mit Scheinwerfern arbeitende Kriegsschiffe seien vor Torpedoangriffen sicher. Torpcdonetze seien den Schiffen im Kampfe nutzlos; sie schadeten lediglich der Manövrierfähigkeit und behinderten die Geschwindigkeit 'der Schiffe. Die Zapanischen Berichte über die Seekämpfe seien ungenau, da sie die japanischen Verluste verschwiegen. Der Vauaewe r k s mei ster

Karl Äüttner. ??riedland. Mecklenb.. ist nach Verübung von Wechselfälschungen in Hohe von circa 50,000 M. flücötia Geworden. Ueber sein und seiner Ehefrau Vermögen ist Konkurs verhangt. Für die Festnahme Hultners ist eine Belohnung ausgesetzt. Gänsefedern zumSchreib e n wurden zuerst im 6. Jahrhundert n. Chr. benützt. Sie blieben dann das ausschließliche Schreibgeräth bis zur Einführung der Stahlfedern. Aerzte. v. F. M. PKAT, Spezialist. Vngen, Ohren, Nase und SalS 31 Ost Ohio Straße, Indianapolis. Hume Sebäude. 0IftceEtundn : f 1 Uhr orm.; 16 Uhr. Nachm. Sonntagd da bis 4 Uhr Nach. Dr. Carl G. Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Krant heiten. GeburtShütfe Spezialität. Office: l 4 West Ohio Str. vfftctStundm: 1011 Form. 1 Nachm. Sonntag : 9.80-10.80 V. DtlePhon, Neu 43. Wohnung: 1250 Wadiso Ade. eprelkftllnden : 7 S benll Sonntags : 6 6 Nachm. Wohuung Telephone : HU, 2025; Neu, 92L2. Dr. J. A. Suteliffe, Wund -Arzt, tSefchlechts-, Urin. unÄectum Rrankheiten. Offfee ? 155 OS Market Str. Tel. 941 OfficeStnnde : s bik 10 Uhr 8m. : 2 lil 4vhr. 90 GEH. COLLEGE OF HUSIG, 550 Nord Meridian Str. ....SchuZe jetzt eröffnet.... Tag'Schüler sowie auswärtige Schüler, welche hier im College völlige Aufnahm suchen, können zu jeder Zeit eintreten. Ei modernes gut ausgerüstetes Institut, voll ftönvig in allen Abtheilungen deS Lernenk der Äimst der Musik und den verwandter Künsten. Katalog frei. Edward Taylor, Direktor. Etablirt 1863, nimmt jederzeit Engags, mentS entgegen. Irgendwelche OrchesterMusik und irgend eine Anzahl von Musikern wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. R. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer, 301 Kentuckv Avmue. Telephon Neu 4598. alssn. 202 Nord Noble Str. Reueö Telephon 2001. Theodore F. Smith er, geschickter und zuverlässiger ! ...Dachdeöev... Pech, und Kiesdächer, Dacher von Asphalt und Gilsonit. EnaroS-öändler in allen Arten von Dachmaterialien. Telephon: Neu 661. 301 West Naryland Str. SlUwe l. Ecke von Senate ve. und Mailand 6tr.

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