Indiana Tribüne, Volume 28, Number 40, Indianapolis, Marion County, 8 October 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten. :

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M H H In deutschen SauSl,5ltugen so wohl wie in an,ri5znischen ist Dr. Jiugust Xoenig's Smnliurger H H ru swee f) M hoch geschätzt zur Heilung von fjnjlfii, Erkaltung, Dronchitis, Zciscrkeit, Asthma. Der eckte Thee ist ebenfalls bekannt sll das beste Ktil inittrl gegen Grippe. CFr wärmt das Blut, vermin der den Nei,, stärk,, stellt wieder her und heilt. M M M H fc H M : 9 ...Warum nicht ihr Heim... anziehend machen, durch den 0c irauch eines .'. .'. .'. Garland Ofen... .... und .... Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön beit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsamkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in WILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. TAGCARTS N BBEAD My little Mary cornes to me And softly climbs on Mother's knee 111 knowr h er wish füll soon ; So with an artful little sigh She asks -when supper will be nigh, This long, long aftcrnoon. Don't keep the little ones hungry. Good bread, butter and sugar will shorten and sweeten the langest afternoon. Puritan Bread is sold at thex Taggart bakeries and by grocers. Ask for it. CENTRAL COLLEGE OF MUSIG, 550 Nord Meridian Str. ....Schule jetzt eröffnet.... Tag'Schüler sowie auswärtige Schüler, elüe hier im College völlige Aufnahm. suchen, können zu jeder Zeit eintreten. GH modernes gut ausgerüstetes Jnstiwt, voll. B&nfiig in allen Adtheuungen des Lernenk der Kunst der Mustk und- den verwandter ünsten. atalog frei. Edward Taylor, Direktor. mimhmiw 5tn 43 ChMt tnrht GuitarrM usstu? aus irn utvx urganrn durch Cantal-Miiv aufgehoben h Undquemlichklkn. Pi 11.00, bei allen Truggiste oder V. O. Bor 2081. New vorl.

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rsliinz Wrcrndenourg. Berlin. Eine Mordthai wurde

von dem zwanziqiäbriaen Kaufmann Fritz Borstl, dem Sohn einer Gutsbesitzerswlttwe, an semer Geliebten, der 21jährigen Kellnerin Amanda Kohn, versucht. Borstl holte seine Gelisbte aus dem Geschäfte ab. Beim Hausthor angelangt, zog er einen Revolver hervor und schoß auf das Madchen, das indeß nur leicht verletzt wurde. Dann schoß er sich selbst eine Kugel in den Kopf und brach zusammen. Einen tödtlichen Sturz von der Treppe that die 5 Jahre alte Tochter Gertrud des Straßenbabnschaffners Seemann aus der Guineastraße 39. Sie spielte auf dem Geländer des fünften Stockes, wo die Mutter in der Waschsuche beschäftiqt war. Plötzlich horte die Frau einen Fall und fand ihr Kind auf dem Flur des nächsttiefen Stockwerkes liegend auf. Die Kleine starb im Paul Gerhardtstift an einem Schädelbruch. Mit Lyfol vergiftet hat sich hier aus Sorge um die geschäftlichen Angelegenheiten ihres Ehemannes die 44jahrige Frau Anna dea Marmorplattenfabrikanten Raffel aus der Gürielstraße zu Friedrichsberg. In der Lubbener Straße 5 kam em Dachstuhlbrand aus, der mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Leider wurde bei den Löschversuchen der Feuerwehrmann Rudolf Schultze von der 5. Compagnie durch Stichflammen und Rauch so schwer getroffen, daß er bewußtlos vom Dachboden herabgetragen werden mußte. Er wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo eme schwere Rauchvergiftung festgestellt wurde. Die Dachstuhle der zwei Hauser wurden zerstört. Auf einer Mondscheinfahrt ist der hiesige Kaufmann Albert Bertram ums Leben (je kommen. Er hatte mit neun Mitgliedern emes Ruderklubs bei , hellem Mondschein eine Partie auf dem Gatower See unternommen. Das schadhafte Fahrzeug, das du Gesellschaft benutzte, füllte sich bei der starken Besetzung mit Wasser und sank schließlich unter, bevor man das Ufer erreichen konnte. Neun Insassen retteten sich schwimmend ans Land, Bertram gerieth ins Kraut und verschwand im Wasser. Seine Leiche wurde geborgen. Ein Veteran hiesigen Fuhrwesens, der 73 Jahre alte Droschkenkutscher Fritz Hoffmann, Frankfurter Allee 166, beging sein 58jähriges Drosch-Zenkutscher-Jubilaum. B r i tz. Durch eine Feuersbrunst wurde in der Rudowerstraße ein Bauerngehöft vollständig eingeäschert. Aus unbekannten Ursachen entstand in der hinter dem Wohnhause belegenen Scheune des Landwirths Winkel, Rudowerstraße 68, ein Brand, der sich mit unheimlicher Geschwindigkeit ausdehnte. - Innerhalb weniger Minuten bildete das ganze Gebäude ein einziges Flammenmeer, das die angrenzenden Stall- und Vorrathsgebäude ergrisf. C h a r l 0 t t e n b u r g. Die Bewohner des Quergebäudes im Hause Krummestraße 5 machten eine schaurige Entdeckung. ' In der zweiten Etage des betr. Hauses wohnt die 65 Jahre alte Jnvaliden-Rentenempfän-gerin Auguste Brademann. Da sie seit kurzem nicht mehr gesehen wurde, fürchteten die Mitbewohner, daß der Frau etwas zugestoßen sei und benachrichtigten eine Nichte. Als man nun die verschlossene Thür durch einen Schlosser öffnen ließ, bot sich ein entsetzlicher Anblick dar. Die Greisin lag angekleidet auf' dem Fußboden und gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Die rechte Körpuseite war gelähmt und ganz schwarz, als ob sie verbrannt wäre. . Der sofort herbeigerufene Arzt sorgte für die Ueberführung der Schwerkranken in das städtische Krankenhaus. Chorinchen. Ein vorgeschichtliches Urnenfeld hat man auf der Feldmark des hiesigen Dorfes in der Nähe der Choriner Klosterruine entdeckt. Vermuthlich handelt es sich um ein altgermanisches Gräberfeld. Da das anscheinend vier Morgen großeTerrain zur Zeit noch bestellt ist, können weitere Nachgrabungen erst im Herbst stattfinden. Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Ein geborener Königsberg, Professor Gustav Eilers, der geschätzte Kupferstecher und Radierer, Mitglied der königlichenAkademie der Künste zu Berlin, feierte den siebzigsten Geburtstag. Plötzlich gestorben ist in einem hiesigen Hotel der Besitzer des durch seine Kunstsammlung bekannten Gutes Beynubneu bei Drakehmen, Majoratsbesitzer Horst von Farenheid-Beynuhnen. Der Verstorbene war hiergekommen,um an einem Abschiedsessen theilzunehmen. Er entstammte der Familie von Bujak, führte aber, nachdem er nach dem Tode des Begründers der Kunstsammlungen 1888 das Majorat übernommen hatte, auf Grund königlicher Verordnung den Namen v. Faren heid. Altkossewen. Den 85jährigen Altsitzer Schröder fand man auf einer nassen Wiese todt vor, nachdem er zuvor vermißt war. Er liebte bis in sein rüstiges Alter den Alkohol sehr und hatte wieder des Guten zuviel gethan, war mit dem Gesicht in eine Pfütze gefallen und trotz des niedrigen Wasserstandes ertrunken.

Bischofsburg. Von einem

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Unglücksfall wurde die sechsjährige Tochter des Tischlermeisters Orlowski Hierselbst betroffen. Sie fiel von der Zwischendeichsel zwei zusammenh'ängender Torfwagen, auf welche sie sich gesetzt hatte, und gerieth so unglücklich zwischen die Räder, daß ihr der Daumen der linken Hand abgerissen wurde. Außerdem zog sich das Kind noch eine Brustquetschung zu. Engelswalde (Mehlfack). Ein Opfer der Hitze wurde die etwa 20 Jahre alte Tochter der Wittwe Langkau. Als sie' mit Roggenbinden auf dem Felde beschäftigt war, wurde sie vom Hitzschlag betroffen und war sofort todt. Krauthau (Mohrungen). Eine Feuersbrunst hat das' hiesige Dorf schwer betroffen. 15 Gebäude sind abgebrannt, die fünf ländlichen Besitzern gehörten. Nur drei größere Besitzungen blieben völlig verschont. Lab.iau. Der Genuß von unreisem Obst hat dem 7jährigen Sohn des Besitzers Horch im nahen Heidendorf das Leben gekostet. Als die Eltern des Knaben vom Hause abwesend waren, benutzte er die Gelegenheit, um sich einige unreife Aepfel aus dem Obstgarten zu holen und sofort zu verzehren. Nach kurzer Zeit stellte sich heftiges Unwohlsein tn und er starb bereits nach kurzer Zeit. 'Arvinz Westpreußen. D a n z i g. Das izjährige Söhnchen Hans des Werftschreikrs Mielke in der Werftgasse fiel in einem unoc wachten Augenblick aus dem Fenster des 2. Stockwerks und erlitt einen Schädelbruch. Der Knabe war sofort todt. Aus Furcht vor Strafe wegen eines militärischen Vergehens versuchte der Kanonier Warkentin vom 2. FußArtillerie - Regiment sich dadurch den Tod zu geben, daß er sich einen Revolverschuß gegen die Schläfe beibrachte. Der Schuß war aber nicht tödtlich. Der Verletzte wurde nach dem hiesigen Garnisonlazareth gebracht. Elbing. In Pangritz Eolonie brachen zwei Brände aus. Das Wohnhaus des Tischlermeisters Radtke und das Miethshaus des Kaufmanns Ewert brannten vollständig nieder. Es ist nichts gerettet worden; man ver muthet Brandstiftung. Groß - Falkenau (MarienWerder). ?ln der Scheune des Grundbesitzers Glowinski entstand Feuer, das sich bei dem herrschenden Sturme auch auf das Wohnhaus übertrug und beide Gebäude in Asche legte. Bei der Bergung des Inventars hat sich der Besitzer starke Brandwunden zugezozen. L L b a u. Arbeiter Zelmansky aus Pronikau in Rybno verkaufte, eine Kuh auf dem Markte. Einen Theil des Erlöses verjubelte er sofort. Als er betrunken nach Hause kam und seine im Wochenbette befindliche Frau ihm Vorstellungen über seine Ausgaben machte, ergriff er ein Beil und schlug blindlings auf die Frau los. Dann ging er hinaus. Als er wieder die Stube betrat und seine Frau noch lebend fand, soll er sie mit Betten bedeckt haben, so daß sie ersticken mußte. Der Mörder soll es mit einer anderen Frau gehalten und die Absicht gehabt haben, seine Frau auS der Welt zu schaffen. Er wurde sofort verhaftet. Marienwerder. Im 68. Lebensjahre verstarb hier die seit 1872 im Wittwenstande lebende Frau Regierungsrath Krug von Nidda. Sie war das älteste Vorstandsmitglied unserer Kleinkinderbewahranstalt und hat seit 40 Jahren der Fürsorge für die Kleinen der Anstalt ihr ganzes Herz und ihre volle Thatkraft zugewendet. Praust. Schriftsetzer Erdt aus Ohra stürzte in der Nähe des hiesigen Bahnhofes von einem fahrenden Zuge von derPlattform und erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß er in daS Krankenhaus gebracht werden mußte. Ob er am Leben bleiben wird, ist fraglich. Frovinz 'gommexn. Stettin. DaS Fest der goldenen Hochzeit feierten die Kanzlei-Se-

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Empfangszirnirnieit

Der Wlnt of Cardul ist eine Medizin für alle Frauen. Er baut die Kräfte einer Frau auf und macht sie für allq ihre Pflichten tüchtig. Wenn sie leidend ist, dann bringt er ihr beste Gesundheit. Wenn sie krank ist, dann kurirt er sie von solchen Leiden, wie unregelmäßiger Monatsfluß, nieder drückende Schmerzen und alle weiblichen Schwächen. Sie brauchen aber nicht erst krank zu sein, um den Win of Caröul zu gebrauchen. Dieses natürliche Frauen-Stärkungs Mittel ist zu jeder Zeit zuträglich. Periodischer Gebrauch deS Win ol Cardul thut den meisten Frauen noth, welche mit Gesellschaftspflichten belastet sind, und Frauen, welche junge Kinder zu pflegen Haien, und ihre Arbeit selbst verrichten mus sen. Sie finden, Zatz dieses berühmte Stärkungsmittel ein wohlthuendes Gefühl erzeugt, wenn sie matt, nervSS nd erschläfst sind. wollen Sie emen versuch mit Wine ol Cardul. machen? Alle Apotheker verkaufen SI.VV-Flafchen.

kretär a.'D. Carl Leonhard'fchen Eheleute hier, die im Alter von 73 bezw. 75 Jahren stehen. Der Jubilar war früher Hoboist im Kolbergschen Grenadier - Regiment No. 9 in Stargard und dann in Hannover im Eisenbahndienst thätig. Seit 6 Jahren wohnt das Jubelpaar, das sich großer Rüstigkeit und Gesundheit erfreut, hier. Im Eckerberger Forst hier wurde der 30jährige Lehrer Max Krüger aus Pommerensdorf an einem Baumstamm liegend todt aufgefunden. Eine große klaffende Wunde am Kopfe fowie die Thatsache, daß Schmucksachen und das Portemonnaie 'fehlen, lassen die Annahme zu, daß an dem jungen Lehrer ein Raubmord verübt worden ist. Barth. Letztens segelten vier Personen,. die beiden Steuermannsschüler Ahrens undDLrfling, ein Bruder des letzteren, der Schulknabe Dörfling, und eine unbekannte Person von Zingst ab. Später wurde das Boot umgekippt im Barther Bodden aufgefunden. Man nimmt an, daß alle vier Personen ertrunken sind. H 0 l z k a t h e n (S t 0 l p). Das Gehöft des Eigenthümers Albert Noffke, bestehend aus Wohnhaus, Stall und Scheune, ist niedergebrannt. Außer 15 Gänsen, 48 Fischreusen sind noch andere Sachen verbrannt. Klein - Massowitz. Ein den Rentengutsbesitzern Kawalke und Schulz gemeinschaftlich gehöriges GeHöft, bestehend aus Wohnhaus und Scheune mit Stallung, ist nie.dergebrannt. Die Besitzer waren nur gering versichert. Lauenburg. Infolge Genusses von unreifem Obst verstorben ist der 7jährige Sohn des Besitzers Horch, der die Abwesenheit seiner Eltern dazu benutzte, um sich einige unreife Aepfel aus dem Obstgarten zu holen und zu verzehren. S t 0 l p. Amtsgerichtsrath GiMschwesky stürzte beim Oeffnen deö Fensters seiner zwei Treppen hoch gelegenen Wohnung auf den Hofraum hinab; schwer verwundet wurde er in das Kreistrankenhaus gebracht, wo er infolge Hirnblutung verstorben ist. U s e d 0 m. Ein betrübender Unfall traf das 5jährige Enkelkind des Arbeiters Spangenberg hierselbst. Nach Feierabend der Handwerker und in einem Augenblick, wo Niemand auf dem Hofe anwesend war, um das Unglück zu verhüten, hak das Kind muthmaßlich das auf einem Nachbarhofe aufgestellte Maurergerüst bestiegen und ist von demselben abgestürzt. Am Fuße des Gerüstes fand man den kleinen Jungen todt liegen. Lurernvurg. Luxemburg. Glasermeister Jacob Bradtke am Fischmarkt wurde zum Hoflieferanten ernannt. 'D iffer dingen. Ein Deutscher Namens Joseph Kesseler wurde verhaftet. Er hat in seinem Heimathlande Schriftfälschungen begangen, und deshalb wird er ausgeliefert. E i ch. Als die Ehefrau des Schlossers Peter Pastian von Eich Feuer mit Petroleum anzündete, wurden ihre Kleider von - den Flammen ergriffen und sie stand sofort in Flammen. Die Ehefrau B. hat schwere Brandwunden erlitten. .Erkenntsie. Herr (der sei ner Frau ein Geburtstagsgeschenk kaufen will): Geben Sie mir einen Damenhut in der Preislage zu fünfzehn Mark." Bitte, suchen Sie sich etwas heraus." Geben Sie mir einen xbeliebigen; meine Frau tauscht ihn ja doch morgen um!" Zeitbild. Versicherungsagent: und dann muß es für einen Gatten doch ein beruhigendes Gefühl sein, die Existenz seiner Frau auch nach seinem eventuellen früheren Ableben gesichert zu wissen." Herr: Ich glaube gar, Sie muthen mir zu, ich soll mein ganzes Leben lang verheirathet bleiben."

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Slamlnsiy dcr Germanen. Die Wiege der Teutschen aus skandinavisch Srde zu suchen. Die interessante Frage nach dem ursprünglichen Stammsitze der germanischen Nationalitäten beschäftigt schon seit langer Zeit die hervorragendsten skandinavischen Archäologen und Kulturhistoriker, von denen viele die Ansicht vertreten, daß der Ausgangspunk: der germanischen Rasse auf skandinavischer Erde gesucht werden muß. Dei bekannte Archäologe Professor Axel Koch betont in einem unlängst veröffen!lichten Essay, daß die landläufig! Bezeichnung der nordischen und angelsächsischen Stämme als sogenannt? Peripherie - Germanen" sich von Standpunkte der strengen Fachkriti! nicht länger als zutreffend aufrecht erhalten lasse. Allerdings müsse daran festgehalten werden, daß die Ostsee gewissermaßcn das Centrum der gcrmanischen Volksbewegung darstelle. Einen besonderen Anhalt hierfür bieten die Wanderungen der gothischen Stämme, welche nach historischen Ausweisen zu Beginn des 3. Jahrhunderts am Au. fluß der Weichsel ansässig waren. Das Weichselgebist bildete indessen nur eine Art Zwischenstation der Wanderung, die auf einer nordöstlich belegenen Meeresinsel ihren Anfang genommen hatt! und später in gleicher Richtung nach Südost ihre Fortsetzung fand. Auch der Name jener sagenumwobenen Meeresinsel, die in den gothischen Ueberlieferungen als Skandza" (Skandia?) bezeichnet wird, läßt auf die ursprüngliehe schwedische Heimath schließen. Eine Illustration hierzu bilden die heutigentags noch im Gebrauch stehenden BeZeichnungen Gotland, Götaland, Göteborg, welche sämmtlich zu der historischen Gothenwandcrung in engen Bezug gesetzt werden müssen. Aus all diesen Thatsachen folgert Professor Koch, daß die Wiege des germanischen Geschlechtes auf dem Boden der südschwedischen Landschaft Schonen (Skane, Skandia) gestanden ist. von wo aus zunächst eine Besiedelung der großen norddeutschen Tiefebene zwischen Elbe, Oder und Weser erfolgte. Diesem Zuge, der zu einem unbekannten, jedenfalls aber sehr frühen Zeitpunkte seinen Anfang nahm, schlössen sich in jeweils langen Zwischenräumen größer: Dislokationen einzelner Stämme und ganzer Volkseinheiten an. die zuletzt mit der vorerwähnten Massenbewegung der zahlreichen Gothenstämme ihren historischen Abschluß finden sollen. Haifische im Mittelmccr. Die Haifische folgen bekanntlich gern den Schiffen, auch den nach Europa durch den Suezkanal verkehrenden Dampfern, welchem Umstände es zugeschrieben wird, daß die früher in österreichischen Gewässern seltener konstatirien Haifische vom Suezianal hcr jetzt schon im Mittelländischen und Adriatischen Meer in einer stets steigenden Häufigkeit angetroffen werden. Seit Mitte Juni werden nun in der nördlichen Adria auffallend viele HaiMische wahrgenommen. In Jstrien wurden deren drei und in Quarnero eine: gefangen. Es laufen auch fortwährend Anzeigen von Schiffen ein, die Haifische gesehen haben wollen. Wollte man du Notizen gewissenhaft ,registriren wd alljährlich als statistischen Faktor ".n Betrachtung ziehen, so würde man die steigende Häufigkeit und Gefährlichkeit dieser Erscheinung besser würdigen können. Es entsteht nun die Frage, ob man es Kieses Jahr nur mit der Aus-nahme-Erscheinung zu thun hat, indem die vielen S-eminensprengungen in Ostasien die Haifische verscheuchen, fo da sie sich den nach Europa verkehrenden Schiffen anschließen. Es fragt sich auch, ob es nicht schon längst räthlich scheint, diesen menschen- und fischgefährlichen Seeschmarotzern im Wege einer europäischen Fischereikonvention den Weg zu verlegen, was bei der Enge und der geringen Tiefe deZ Suezkanals, der an einer passenden Stelle leicht ?ur Abwehr oder als Falle für Haifi' he eingerichtet werden könnte, durchaus nicht schwierig wäre.

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Iftüdbe, Unzufriedene Neger. Der amerikanische Gesandte Proffii in Pretoria hat dem Staatsdepartement in Washington, D. C., eine Petition zugesandt, -n welcher etwa ein Dutzend amerikanischer Neger über Zurücksetzun gen Beschwerde führen, welche sie in Südafrika zu erleiden haben, indem man sie den eingeborenen Negern vollständig gleichstellt und ihnen nicht erlaubt, auf dem Bürgersteig zu gehen, in Eisenbahnwagen zweiter Klasse zu sah-' ren oder ein Geschäft anzufangen. Proffit bestätigt die Sachlage mit der Ausnahme, daß das Gesetz aufgehoben ist, welches den Negern verbietet, den Bürgersteig zu betreten, was aber die Aufrechterhaltung der Bestimmung in der Praxis nicht hindert. Die Vestimmung bezüglich der Benutzung der Eifenbahnen entspricht nur den Gesetzen rn vielen amerikanischen Südstaaten. Proffit sagt, es sei wahr, daß der amerikanische Neger dem eingeborenen völlig gleichgestellt werde, aber es falle dagegen in's Gewicht, daß der amerikanische Neger im Voraus wisse, welche Behandlung seiner in Südafrika harre. Lottchen auf der Jagd. Frl. Lottie, die Tochter des Farmers Frank Vound in Plainfield. Wis., ist wohl die einzige Dame im Staat, die sich einen Jagdschein erwirkte und jetzt eifrig der Hühnerjagd obliegt. Sakonisci?. Wirth: Was sagen Sie zu unseren Beefsteaks?" G a st (mürrisch): Zu klein für ihr Alter!" Nicht alle Automobil - Fahrer haben nach Unglücksfällen, die ihr Ge fährt anrichtete, solche Gewissensbisse wie Frau Melba, die berühmte Sängerin. Sie hatte das Unglück, in Paris eine alte Frau zu überfahren und zu tödten. Die Melba war so überwältigt von dem Geschehenen, daß sie Paris verließ und Heilung für ihre kranken Nerven sucht; auch hat sie sich entschlossen, nie wieder solchen rasenden Straßenfahrer zu besteigen. Würden die Behörden überall ihre Schuldigkeit -thun um das Nasen der scheinbar vcrrückt gewordenen Maschinen einzudämmen, so brauchten solche Unglücksfälle wohl nicht so häufig Schrecken unter harmlosen Passanten zu verbreiten. - Die berühmte Thiermalerin Rosa Bonhcur ließ sich einst von ihrem so viel weniger berühmten Kollegen Dubuff bewegen, ihr Portrait, das er gemalt hatte, mit einem eigenhändigen'' Ochsen zu schmücken. Infolgedessen er regte das im Pariser Salon ausgestellte Bild großes Aussehen und alsbald fand sich ein Engländer, der cs für 15.000 Mark kaufen wollte. Nun aber war guter Rath theuer, denn der Engländer hatte ganz offen gesagt, es sei ihm nur um den Ochsen zu thun, sodaß also Rosa Bonheur das ganze Honorar hätte erhalten müssen. Sie dagegen war so edelmüthig. die ganze Summe Dllbusf zu überlassen. Dieser fühlte sich aber durch das Geschenk nicht weniger verletzt als durch die Erklärung des Engländers, und er wollie nun den Verkauf rückgängig machen. Aber das ging nicht mehr unJ überdies war das Eigenthumsrecht streitig. Rosa Bonheur hatte das Porträt nicht bestellt, er hatte es zu seinem eigenen Vergnügen gemalt. Sie hatte kein Recht darauf. Ebensowenig httte aber er ein Recht auf den Ochsen, den sie nur in freundlicher Stimmung dazu gemalt hatte.ohne sich weiteres zu denken, ohne ihm ein Geschenk damit zu machen. Die interessante Streitfrage bildete damals eine Sensation der Pariser Gesellschaft und das Bild wäre jetzt, hätte nicht der Engländer seinen Schein schon in der Tasche ehabt, gewiß zu einem Höberen Preiseverkauft, worden. Schließlich einigte man sich dahin, daß Rosa Vonbeur 7000 Franks nahm und der Dubuff 8000. Etwas mehr kann ich ja n?hmen." erklärte der Letztere. Dazu verpflichtet eigentlich ... die Galant:-rie."

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