Indiana Tribüne, Volume 28, Number 39, Indianapolis, Marion County, 7 October 1904 — Page 6

Jttdiana Tribüne, 7. Oktober 1901.

.Warum nicht ihr Heim. anziehend machen, durch den Gebrauch eines .'. .. ..

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Garland Ofen... und. Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön - i Ltlll.:i l.f.Cl W QCTl. aueryllsliflleil, cizlruii, unu samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in WILLIG'S ...Möbcl-Handlung... 14) West Washington Straße. TAGGARTS mm BREAD Mj little Mary cornes to me And softly climbs on Mother's knee TU know her wish füll soon ; So with an artsul little sigh She asks when supper will be nigb, This long, long afternoon. Don't keep the little ones hungry. Good bread, butter and sugar will shorten and sweeten the langest afternoon. Puritan Bread is sold at the Taggait bakeries and by grocers. Ask for it. Die Pcrfeet Gas Nmzgc wird zum Kostenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE IIIDIÄIIAP0LIS GAS CO., 49 S. Pennsylvania Str. etadlirt 1863, nunmt jederzeit Sngag.. mtö entgegen. Jrgmdwelche Orcheftn Sfcxslf und irgend eine Anzahl von Musiker,fcnxb geliefert. Neue Ausstattung und neu Uniformen. R. A. Miller, Director Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer. MI Kenwcky venue. Telephon ..... Neu 4598. Theodore F. Smith er. geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech und ttiesdaqer. Dächer vo Asphalt und Giisonit. Xy Engros-Hänolcr in allen Arten vor. Dachmatertalten. Telephon: eu,i. 301 West Maryland Str. 6tte l. Eck vsu Senate Sve. und Maryland Et,. Dichmann L5 Grabhorn, .Fabrikanten von femro.. Schml- Käften. Esa5 Ladentische und Cigarren-Tische. 022 Oft Washington Strafe. klter'kdolltlMainl IM. FRiF . WFSTFRII R. IänW w " leicht ! . . . . Fahrzeit der Züge... WKSy absagt antun hicazo undVttchiganEzvrei.? 7.1 tio.si ZIXQ .it und hicagg Lim i2.a SM Günter vorübwnrie u.LasayttteEplr 7.20 tlO.95

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Europäische Nachrichten'

-Flheinpfarz. S v e v e r. In den Ausrüstunasräumen des 2. Pionierbataillons erfolgte bei der Herstellung von Sprengmurntton eine heftige Explosion. um Theil der Sprengmunition kam zur Entzündung. Der Raum wurde vollstandig demollrt. Der Unteroffizier Suvvinaer und die Pioniere Müller und Holtermann wurden schwer verwundet. An dem Aufkommen Mullers wird gezweifelt. B a t t w e i l e r. Das drei Jahre alte Söhnchen des Ackerers August Schnöder, Namens August, spielte wie gewöhnlich mit einem Volksschüler der 1. Klasse, Namens Jakob Hoffmann, Sohn von Jakob Hoffmann, Ackerer und Maurer in Battweiler. Plötzlich krachte ein Schuß. Als man herbeieilte, fand man das Snöder'sche Kind todt in einer Blutlache auf dem Boden des Wohnzimimers liegend. Das Hoffmann'sche Bübchen hatte einen geladenen sechsläufigen Revolver seines Vaters erwischt und losgedrückt, wobei das jüngere Bübchen in die Herzgegend getroffen wurde. Frankenthal. Ein Schadenfeuer kam im Hause der Wittwe Tropf in der Wörthstraße zum Ausbruch. Ein Seitengebäude wurde von den Flammen fast vollständig zerstört, das Hauptgebäude wurde stark beschädigt. H a r x h e i m. Der Tagner Peter Wilhelm stürzte von einem beladenen Wagen herab, wurde überfahren und sofort getödtet. Der Verunglückte hinterläßt keine Familie. Kaiserslautern. Beim Baden im Vogelwoog ertrank der 9 Jahre alte Sohn des Bahnarbeiters Barz. Der Junge war an Asthma erkrankt und dürfte, kaum im Wasser, einen Schlaganfall erlitetn haben. Die Leiche des Ertrunkenen wurde gelänbet. Ludwigshafen. , Der ledige Kaufmann öabermann aus Vaulaau . in Württemberg, circa 23 Jahre alt, . hat sich im Aborte des Verwaltungs'aebäudes der Badischen Anilin- und . Sodafabrik erhängt. Auf einem hinerlassenen Zettel war zu lesen, datz er aerne aus dem Leben scheide, man möchte seine Mutter trösten und ihn hier beerdigen lassen. Offenbach a. Querch. Der beim Futterholen durch einen Sturz von der Obertenne seiner Scheune ckwer verletzte Ackern Adam Busch von hier ist seinen Verletzungen erlegen. Derselbe hinterlaßt eme Wittwe mit einem Kinde. Elsaß-Lothringen. Straßburg. Wegen roher Mißhandlung eines Untergebenen und Mitzbrauchs der Dienstgewalt traf den Unteroffizier Swohr von der 7. Compagnie des Infanterie - Regiments No. 138, der deswegen bereits vom Kriegsgericht der 30. Division zu 3 Monaten und 1 Tag Gefängniß verurtheilt war, eine noch empfindlichere Strafe, durch die seine weitere milltarische Laufbahn vernichtet sein dürfte E r st e l n. Die Leiche des Landwirthssohnes Alois Heim von hier ist in Freistatt m Baden jetzt ange schwemmt worden. Heim war nicht in seine Garnison Lahr zurückgekehrt, seme Uniform und sein Fahrrad wurden am Rhein gefunden. Muhlhausen. Ein Familiendrama spielte sich Nachmittags in der Dornacher Straße ab. Die 16jährige Fabrikarbeiterin Josephine Gradwohl wohnt nicht bei iren Eltern, sondern möblirt. Ihr Vater, ein Gelegenheitsarbeite?, scheint damit und auch aus anderen Gründen mit seiner Tochter nicht zufrieden gewesen zu sein. Er paßte dem Mädchen aus und feuerte emen Revolverschuß auf dasselbe ab. Tödtlich getroffen wurde es m's Spitag gebracht. Gradewohl erfchoß sich hierauf selbst. R i e d i s h e i m. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich in der Dunkelheit auf der Landstraße nach Rixheim. Der Fabrikant Brenkmann aus Basel rannte mit seinem Automobil gegen einen vor einem Neubau aufgestapelten Haufen Bausteine, der nicht durch ein Licht kenntlich gemacht war. Er wurde sammt seinem Chauffeur aus dem Wagen geschleudert; beide erlitten schwereVerletzungen. Zlleckkenburg. K ö b e l. In Buchholz vergnügten sich mehrere junge Leute mit Kahnfahren auf der Müritz. Der BuchHalter der dortigen Dampfmühle, Penzien, ein noch junger Mensch, sowie ein Müllergeselle begaben sich in's Wasser, um zu baden. Nach kurzer Zeit des Schwimmens hörten die im Kahn Zurückgebliebenen Hilferufe. Sie ruderten ihnen nach, um Hilfe zu leisten, konnten aber nur noch den Müllergesellen retten, da Penzien bereits untergegangen und ertrunken war. Seine Leiche wurde aufgefunden. P a r ch i m. Aus dem Sägereiplatze des Zimmermeisters Harm hierselbst kam der Arbeiter Marks der Kreissäge zu nahe; er erlitt am Kopfe schwere Verletzungen und mußte ?um Arzte geführt werden. N e u b u k o w. Schwer verletzt wurde die Ehefrau des vor dem Wismar'schen Thore wohnhaften Arbeitsmannes Frehse. Die Ftai; riß, bei der Bereitung des Abendbrotes-be-schäftigt, die auf einer Borte in der Nähe des Feuerherds stehende Petroleumkanne herunter, so daß sich der Inhalt über sie ergoß. : In demselben Auaenblick kam sie auch mit dem Rock

ihres Kleides dem aus offenem Herd brennenden Feuer zu nahe und sofort stand sie in hellen Flammen. Die

Verunglückte ist Mutter von vier kleinen Kindern, von denen das altes erst 7 Jahre ist. Ihr Mann hatte sie erst zuvor verlassen, um sich aus em entfetfit liegendes Gut m Arbeit zu begeden, von der er erst später zurückzukehren gedachte. T e s s t n. Die erkundete Frau Rohde. wohnhaft am Alten Markt, stürzte tn die Jauchengrube aus dem Hofe ihres Grundstücks. Erst nach geraumer Zeit wurde die Verunglückte icrn Mitbewohnern gefunden, starb jedoch bald darauf. In der Langenstraße brannten die Hintergebäude des Bäcker Wendt undKaufmann Müller'schen Hauses total nieder. Die freiesthenden Wohngebäude konnten gerettct werden. W i s m a r. Die Arbeiter Hinzmann'schen Eheleute feierten im Kreife ihrer Kinder und Kindeskinder das Fest der.goldenen Hochzeit. Der Großherzog ließ dem Jubelpaar seinen Glückwunsch aussprechen und eine Gnadenunterstützung überweisen. Hsdenburg. Oldenburg. Der Großherzog hat die Nebenzollamts - Assistenten Vogelsang und Heeren in Nordenham zu Hauptamts - Assistenten in Oldenburg befördert. Bürgerfelde. Zur letzten Ruhe bestattet wurde auf dem neuen Kirchhof Hierselbst ein allgemein beliebter und bekannter Einwohner, Lehrer ,a. D. Wülbers. Heppens. Das Etablissement Rüstringer Hof" ist im Zwangsvollstreckungsverfahren für 54.000 Mk. in den Besitz des Werkführers GüntherWilhelmshaven übergegangen. Jade. Die Ehefrau des Geo. Onken - Jaderaußendeich fiel von einem Stuhl und brach das Bein. Norden. Der Bäckermeister H. Peters,- der beim Ausbruch eines Feuers bedeutende Brandwunden davongetragen hatte, ist den Verletzungen leider erlegen. V e ch t a. Der Schlächtermeister Löhr Hierselbst kaufte im Zwangsverkaufstermine das dem Buchbinder A. Konerdmg gehörige Haus nebst Landereien für den Preis von 9960 Mk. Freie Städte. H a m b u An Bord des Leichters Post" fiel dem Schauermann R. Gimpel beim Verladen von eisernen Trägern ein Träger auf den linken Unterschenkel, der schwer verletzt wur de. Der Verunglückte fand Aufnahme im Hafenkrankenhaus. Eine Blut vergiftung zog sich der Matrose Frede rickson vom Dampfer Violet" beim Segelnahen zu. Er stach sich mit der Segelnadel in die linke Hand, die anschwoll' uttd Zeichen von Blutvergiftung zeigte. Auf Anordnung des Arztes wurde er nach dem Hafenkrankenhause aebracht. Im Hornermoor ertrank der 10jährige Knabe Willi Marunka. wohnhaft Baustraße 32, Haus 3. Der anwesende Bruder konnte ihn nicht retten. Das Kind konnte nur noch als Leiche herausgezogen werden und wurde nach der Leichenhalle am Lübecker Thor gebracht. Auf dem Lahnhofe Bergedorf öffnete ein Reisender die Thur eines Wagens, bevor tet Zug zum Stehen gebracht war. Unglücklicherweise wurde der am Zug entlang schreitende hiesige Bahnwärter Joh. Sick so heftig von der Thür an den Kopf aetroffen, daß er eme GeHirnerschütterung erlitt und bald darauf starb. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Aufsehen erregt die Flucht . l - v i- . . . rr ?r Des Inhabers ves hiesigen uommij sionsqeschäfts Ferd. Böttjer & Eo. Er soll gegen 200,0(0 Mark Schulden hinterlassen haben. Paul Eckler. Borgfelde, beging die Feier des 25jähriaen Bestehens semes Geschäfts. Schiveiz. Bern. In der hiesigen Stadt ist eine Typhus - Epidemie ausgebrochen. Die Zahl der Erkrankten ist groß. Die Typhus - Epidemie wird allem An scheine nach verschiedene Folgen haben. Hier starb im Alter von 76 Jahren Architekt. Emil Probst, pensionirter Gemeinderath und Großrath, ein hervorragender Baumeister und um seine Vaterstadt hochverdienter, allseitig beliebter und geschätzter Bürger. Basel. Beim Baden im Rhein bei Rheinfelden ertrank der Elektriker Karl Zeißer, wahrscheinlich infoly: nes Schlaganfalles. ' Er war 25 Jahre alt und erst seit Kurzem verheirathet. Die Leiche konnte nicht geländet werden. E g g i w i l. Aus unbekannter Ursache brach in dem Hause des Landwirths Lüthi Feuer aus. Der Hausbesitz, aus dem Schlaf aufgeschreckt, machte Lärm und eilte in' den Stall hinaus, um das Vieh zu retten. Drei Kühe konnte er rechtzeitig losbinden, eine vierte erhielt bedeutende Brandwunden und eine fünfte blieb in den Flammen. Aber auch Lüthi wurde an den unteren Theilen des Körpers und an den Beinen gräßlich zugerichtet. Er mußte nach Langnau in das Krankenhaus verbracht werden und wurde durch den Tod von den qualvollen Leiden erlöst. Kandersteg. Der Sohn des Wildhüters Wäfler von Frutingen stürzte auf der nahen Alp Ueschinen beim Edelweissuchen zu Tode. Luzern. In der Nähe hiesiger Stadt wurde der 50jährige Xaver Häfliger von Klumerau. Schuhmachermeiste? in der kantonalen Strafanstalt,

' vom Bli.d erschlagen.

Sibirische gaflgauser.

Sieten im Allgemeinen wenig cmpschlenswerthc Herberge. Leiden aus einer Posthalterei Gute Verpffe guttg in den Jurtcn"-Waschschüssel ali Luxusartikel Vcim Torfschulzen-Mangel an modernen Gasthäusern. Unter Sibirien stellt sich das große Publikum gewöhnlich eine unermeßliche, nur spärlich mit Kiefern bestandene Ebene vor, über welche elende Dörser mit halbverblödeten, in Pelze gehüllten Bewohnern und schwer arbeitenden. bunaernden und frierenden Verbannten, verstreut liegen. Dorthin zu reisen, ist ein Gedanke, der wohl die meisten Leute mit Schrecken erfüllt. Und doch gibt es kaum tm lohnenderes Reiseziel, und seitdem die sibirische Eisenbahn gebaut ist, wimmelt es dort von Touristen, welche gekommen sind, die wunderbaren Schönheiten des Riesenlandes kennen zu lernen. Das einzige, worin sich ein gewisser Mangel fühlbar macht, sind Gasthauser, das kernt solche nach europäischem Äcuster. Zum Theil liegt das wohl daran, daß die iLlsenvaynzuge komfortabel, ja luxuriös genug eingerichtet sind, um bei den Touristen während der Reise kem Bedürfniß nach eine: anderwerngen Unterkunft aufkommen zu latu. Nur, wer die Fahrt unterbricht, muß für ein Logis sorgen. Man findet zwar auf zeder Posthalterei ein solches, nur ist es allermeist wenig empfehlenswerth, denn Schmutz gepaart mit Unordnung und äußerster Dürftigkeit bilden die Signatur dieser, ln einem gewissen Grade die Hotels vertretenden Hauser. Indessen braucht man nicht m einer Posthalterei zu loairen. Es erweist sich für den, welcher einigermaßen mit dem ande bekannt ist, als recht gut vermeidlich. Namentliiö im östlichen Sibirien, wo die Städte dünn gesäet sind, smden sich in der Taiga allenthalben Hütten. Jurten aenannt. die dem Tounsten ein durchaus fauoeres, wenn auch einfaches Quartier bieten. Diese Jurten sind ursprünglich für die Arbeiter bestimmt, welche oft in Trupps die Taiga durchwandern, um an einer bestimmten Stelle Holz zu fällen oder zu schürfen, aber neuerdings werden sie auch viel von Touristen benutzt. Es sind kleine, feste Blockhäuser deren Ünterstock von einem größeren Raum, welcher dem Wärter, wie den Touristen als Wohnzimmer dient, sowie einem Kämmerchen für den Wärter und einer winzigen Küche eingenommen wird; aus dem Hauptraum fuhrt ein Stieae auf das kleine, niedriae Dach geschoß, das durch Bretterwände in mehrerl Schlafzellen eingetheilt wird. Die Einrichtung der letzteren erinnert stark an die SchifsskoM; die Bettkästen sind fest an der Wand angebracht daneben befindet sich ein roh gezim mertes Tischchen und ein Schemel einige Nägel an der Wand sind dazu da, um die Kleider anzuhangen. Die Waschschüssel sieht genau so aus. wie die hübschen, lackirten ri'ssischen Schalen. mit reitet, arüner. fctoar.'cr und goldener Bemalung, die sich auch in Deutschland Ollgemeiner Beliebtheit er freuen. So einfach die Ausstatiuna diese Jurten auch erscheint, so gut ist man trotzdem im Großen und Ganzen dort aufgehoben. Der Wärter versteht sich vortrefflich auf's Kochen und setzt seinen Gästen Mahlzeiten vor. die selbst verwöhnte Gaumen befriedigen. Das wildeGeflügel, welches er selbst schießt, ist knusperig gebraten und von äußerster Zartheit, die rothen Rüben- und Buchweizensuppen, nach sibirischer Art fürchterlich kompliziri zubereitet, besitzen einen kräftigen, würzigen Geschmack, und der Thee zumal ist, wie überall in dem unermeßlichen Lande, köstlich. Auch an Nachspeisen fehlt es nicht, einmal gibt's Blinis, eine Art kleiner Pasteten, mit Fleisch, Speck, Sauerkraut oder Marmelade gefüllt, ein andermal kleine, süße Buchweizenkuchen, dann wieder Marmeladensterne, gezuckerte Zirbelnüsse oder Saffranvrot. In Anbetracht dieser Thatsache ist's um so verwunderlicher, daß das Wohnen in den eigentlichen Hotels sibirischer Städte die Kasse der Reisenden so unverhältnißmäßig belastet. Die Preise sind dort höher als in Europa, während das in den Gasthäusern Gebotene qualitativ hinter dem zurückbleibt, was man in Deutschland in Hotels mittleren Ranges gewöhnt ist. Zuletzt wären noch als UnterkunftsHäuser für Reisende die Wohnungen der sibirischen Dorfschulzen zu nennen, die sich durch Aufnahme von Touristen einen Nebenverdienst machen. Lange pneumatische Leitung. Eine pneumatische Röhrenleitung von 18 Zoll Durchmesser zur Beförderung von Postsachen und Packeten zwischen den Städten Chicago und Milwaukee soll demnächst eingerichtet werden. Die Entfernung zwischen Chicago und Milwaukee beträgt L2.5 Meilen, und die Herstellung der pneumatischen Röhrenleitung wird in runder Summe 5.000.000 kosten. Das Betriebssystem, welches die Unternehmer anwenden, ist wesentlich verschieden von dem bisher üblichen p'.ieumatischen Betrieb. Statt des bisherigen Drucksystems wird ein Pumpsystem eingeführt, wodurch die Luft in der Leitung aufgesaugt und die Sendung dann nachgeschickt wird.

Vorgeschichtlicher Eichenwald.

Hochinteressante Entdeckung in einem Tors moore in Sud,chweden. Bei der Vornahme von Ausschachtungsarbeiten auf einem 74 Acker großen Torsmoore ?n der fudschwedischen Provinz Schonen fand man in einer Tiefe von 23 Fuß mehrere Wurzelstöcke, deren kolossale Dimensionen Veranlassung zu Nachforschungen unter fachmännischer Anleitung gaben. Die Untersuchung ergab, daß man es mit einem aus der sogenannten frühskandinavlschen Laubholz-Penode stammenden Ueberrest eines mächtigen EichenHaines zu thun hatte, dessen Alter auf mindestens 6000 Jahre veranschlagt werden muß. Der ganze Wald war von einer hohen Torfschicht bedeckt. während das Wurzellager in einer Verbmdung aus Thon und Flußsand erngebettet schien. Die konservlrend:n Eigenschaften des Torfs hatten sich an den alten Stämmen' so nachdrücklich geltend gemacht, daß die Konturen der Wasserbildung bis in die feinsten Einzelheiten erkennbar waren. Betreffs der übrigen Vegetation konnten gleichfalls vorzüglich erhaltene Ueberreste geborgen werden, deren Beschaffenheit erkennen ließ, daß der altehrwürdige Eichenwald während seines Bestehens von allerlei Parasiten-Gewächsen und Jnsektengethier bevölkert gewesen ist, die heute im Norden nicht mehr vorkommen. Mehrere unter dem Zweigwerk aufgefundenen Abwurfschaufeln vom Elche hatten eine wesentlich andere, flachere Gestalt und breitere Auslage, als man sie bei dem heutigentags im Norden lebenden Elchwilde antrifft. Die zwischen den Eichenstämmen eingesprengte Untervegetation scheint vorwiegend aus Birke und Fohre bestanden zu haben. Die weißleuchtende Rinde der ersteren Baumart zeigte sich derart wohlerhalten, daß hinzugezogene Forst beamte sich außer Stande erklärten, die tausendjährigen Fundstucke von vormh rigem Absorstungsholze zu unterschei den. Aus der Beschaffenheit des Untergrundes ging hervor, daß der EichenWald zu semen Lebzeiten zweifellos einen ganz anderen Standort eingenommen hat als denjenigen, auf wel chem seine letzten Ueberreste jetzt angetroffen worden sind. Mehrere Conabylienspezies. welche in der unter dem Torflager befindlichen Sandschicht aufgefunden wurden, konnten mit Arten identifizirt werden, welche "den Boden des nahe belegenen Ndinae-Sees zur Zeit des vorerwähnten Laubholz-Alterö bevölkert haben. Dieser Umstand in Verbindung mit anderen geologischen Momenten beweist, daß der Wald durch eine Naturkatastrophe, anscheinend einen Moränenrutsch, in das Becken eines thalwärts belegenen Sees dislozirt worden ist. Ein ähnlicher Vorgang ereignete sich vor einigen Jahren in dem norwegischen Distrikte Vaerdalen. Es wurden daselbst ganze Waldstrecken und Dörfer von in Bewegung gerathenen Erdmassen zu Thal geschleift und fanden hier ihren Unter gang. Koreanische NccZitSansclzauungen. Die in St. Petersburg erscheinende SsudebnJia Gazeta" (Gerichtszei tung) hat neuerdings einige charakteristische Abschnitte aus dem Kriminalkodex Koreas veröffentlicht. Jnteressant sind darin die Anklänge an die Rechtsordnung einiger westeuropäischer Staaten. Scheinbar ganz harmlose Handlungen werden in Korea als Majestätsbeleidigungen aufgefaßt und auf s Strengste geahndet. Paragraph 235 lautet: 15 Jahre Zwangsarbeit sind für denjenigen bestimmt, der beim Eintreten in den kaiserlichen Palast vergißt, die Thüre hinter sich zu schließen." Der grobe Unfug-Paragraph lautet in koreanischer Fassung: Para graph 672: Mit vierzig Stockschlägen wird jeder bestraft, der gethan hat, was er Nicr.t thun sollte." Von In teresse sind die Unterschiede der koreanischen und europäischen Rechtsanschauungen. Mitunter zeigt die Ausbildung des moralischen Gefühles bei der vielgeschmähten gelben Rasse feinere Schat tirungen als bei dem Europäer. Paragraph 640 lautet: Em Gläubiger, der sein Tarlehen nicht zurückerhalten und eingewilligt hat, sich statt desjen mit der ftttui ode? der Maüresse des Schuldners zu begnügen, wird mit hundert Stockschlägen bestraft." Wer die Absicht in die That umsetzt, wird härter bestraft. Denn de? folgende Paragraph bestimmt: Ein Gläubiger, der sein Darlehen nicht zurückerhalten hat und die Frau oder die Toch.er sei ncs Schuldners geheirathet hat, unterliegt der Strafe des Erdrosselns." c Serbiflde 5Irön::ngSins!gnien. Die serbischen Krönungsinsignien, welche oet einem Pariser Juweller an gefertigt wurden, bestehen aus einer Krone, Szevter und ReiQsapfel, wel che sämmtlich aus Vronzemetall hergestellt sind. Die Krone ist überaus einfach gehalten; am Stirnbande trag sie eine Inschrift, welche an den Helden aufstand von Popola erinnert. Der Reichsapfel ist ebenfalls aus Bronze getrieben und weist keinen Edelstemschmuck auf. Dagegen tragt das Szep ter einen 13 Karat schweren Brillanten Dieser Stein entstammt einem alten Reiiersäbel des Kara Georg. Diese Krönungsinsignien wuroen aus dem Bronzemetalle einer alten, unter Kara Georg bei dem Aufstande zu Popola m Verwendung gestandenen Kanonen hergestellt. Die Kosten deuefen sich au circa 20.000 Dinars ($3532).

Hungertücher.

SrinnerungSteichen an schwere Zeiten in Teutschland und der Schweiz. In Verbindung mit der großen Dürre, von der Deutschland in diesem Sommer heimgesucht worden ist, hat man häufig von sogenannten Hungersteinen" gelesen, die infolge des außergewöhnlich niedrigen Wasserstandes in der Elbe sichtbar wurden. Treten diese Steine hervor, dann müssen zahlreiche Familien der Elb-Schiffer und -Flößer am Hungertuche nagen. Ein Hungertuch" befindet sich im Museum des SächsischenAlterthumsvereins in Dresden. Ferner gibt es solche Hungertücher noch in Augsburg, im Elsaß und in der Schweiz.. Ursprünglich wurden die Hungertucher im Mittelalter in der Fastenzeit in den Kirchen aufgehängt, wo der Anblick der Tucher ot Gläubi gen mahnen sollte, zu hung:rn. Dann aber wurden die Hungertücher auch gestiftet zur Erinnerung an HungcrLnöthe. So wurde das im Dresdner Museum befindliche Tuch im Jahre 1472 von fcem Gewurzkramer Jakoo Gürtler der St. Johanniskirche in Zittau gestiftet. Es ist 90 Quadratellen groß, oben und unten an Stangen befestigt, und in 10 Reihen sind 90 Felder auf der geleimten Leinwand abgetheilt, auf die 90 Bilder aus der biblischen Geschichte mit Wasserfarben gemalt sind. Alle Personen, selbst Adam und Eva, sind in dp? Tracht der Zeit des Stifters dargestellt, diese? selbst ebenfalls, wie e? vo? dem Gewürzkram semer Firma steht. Unter jedem Bilde steht ein erklärender Vers, wie: Hie schafft Himmel und Erde Gott, Danach die vier Element gemacht hat" oder Allda scheidet er den Tag und die Nacht, Sonne und Mond darnoh macht." Wegen der schlechten Reime kam dann auch das Sprichwort auf: Es reimpt (reimt) sich eben wie der Teufel und unser Herrgott am Hungertuche." Als das Hungertuch 1672 aus der Kirche in Zittau entfernt wurde, sang der damals berühmte Dichter und Rektor Christian Weise: So ist das Hungertuch zerrissen! Und hat die Zeit, die alles frißt. Auch diese Leimpt (Leinwand) entzwei gebissen. Daß sie nun voller Löcher ist, Und daß man sie so hoch hinan, Nicht ohne Schaden hängen kann." Im 16. Jahrhundert kam das Sprichwort am Hungertuche nähen" oder nagen" auf, im Sinne von fasten, sich kümmerlich behelfen. So singt Hans Sachs von einem ungetreuen Hausvater: Dein eigen Weib und Kind. Knecht. Maid und alles Hausgesind, das muß am Hungertuche nähen." Die meisten der Hungertücher sind vom Zahn der Zeit vernichtet worden, in Sachsen ist das erwähnte das einzige, welches der Nachwelt erhalten .worden ist. Ter schlaue Vaunnternckmer. Ein Bauunternehmer hatte vor der Eingemeindung des Amtsbezirkes St. Mauritz in die Stadt Münster, Westfalen, einen zu diesem Amtsbezirk gehörigen Bauplatz erworben und von der Amtsverwaltung auch die Vaulonzession erhalten. Da. der Bau jedoch nach Vollziehung der Eingemeindung noch nicht begonnen war, war eine neue Vauerlaubniß der Stadt Münster erforderlich. Da diese jedoch nicht kostenlos und unter bedeutend schwereren Umständen zu erlangen war, versuchte der Bauunternehmer, die Baupolizei dadurch zu hintergehen, daß er in alle? Heimlichkeit die Fundamente setzen ließ, um den Anschein zu erwecken, der Bau sei schon vor der Eingemeindung begonnen worden. Kam ein Polizeisergeant in die Nähe, so waren Polier, Maurer und Handlanger verschwunden; der Bauunternehmer glaubte, wenn das Mauerwerk erst aus der Erde sei, könne die Genehmigung nicht ausbleiben. Eines Tages erschienen die Vertreter der Baupolizei, vier Polizeisergeanten, in einer geschlossenen Droschke plötzlich vor der Baustelle und verhafteten die ganze, in voller Thätigkeit überraschte Baugesellschaft. Seitdem ruhte der Bau; die vor dem Neubau lagernden Backsteine mußten wieder fortgeschafft werden. Gegen den Unternehmer wurde außerdem das gerichtliche Verfahren eingeleitet. TbeucrungSdenkmünzen. Anläßlich der großen Dürre in den Jahren 1770 und 1772 wurden von den Ständen der Mark Brandenburg Theuerungsdenkmünzen geprägt, welche gegenwärtig von Münzfammlern in Deutschland aufgekauft werden.. D'e anhaltende Trockenheit rief damals im deutschen Reiche eine noch größere Dürre und Mißernte hervor wie im heurigen Sommer. Ganze Wälder, namentlich im Spreewald, entzündeten sich infolge der Sonnengluth, Flüsse und Gräben trockneten aus, und das Gras auf den Wiesen vertrocknete. Von dem Nothstand aus jener Zeit legen diese Thererungsdenkmünzen beredtes Zeugniß ab. Auf der einen Seite der Münze ragt eine Hand mit einer Ruthe aus den Wolken hervor, und unter dem Bilde steht geschrieben: Gottes Hand schlägt das Land." Auf der anderen Seite siehen die Getreidepreise: 1 Scheffel Gerste 12 Thaler. 1 Scheffel Weizen 16 Thaler, 1 Scheffel Hafer 6 Thaler, 1 Pfund Brot 2 Groschen." Unter den 28 Abitur i e n t e n der Oöerrcalschule zu Freiburg. Baden, in diesem Jahre befanden sich 4 Mädchen; 4 Knaben und 3 Mädchen bestanden das Examen mit t der Note 1.