Indiana Tribüne, Volume 28, Number 37, Indianapolis, Marion County, 5 October 1904 — Page 5

Per silberne Tafelaufsatz. Von Heinrich Lee. Die ehrwürdige, hochangesehene und bedeutungsvolle Firma Memmlmger und Sohn feierte ihr hundertjähriges Eeschäftsjubiläum. Die Glückwünsche regneten zu taufenden, in den ZeZ tungen (Rubrik Handclstheil") wurde von dem freudigen Ereigniß gebühr rend Notiz genommen, es gab großariige Diners und sonstige Festlichkeiten, und in dem prachtvollen Tanzsaal der reizenden Villa, die sich der jetzige InHaber der Firma, Herr Kommerzienrath August Memmlmger, vor nicht langer Zeit gebaut hatte, war eine ungeheuer lange weiß gedeckte Tafel mit den zahlreichen und kostbaren Geschenken aufgestellt, die der Jubilar von seinen vielen treuen Geschäfts- und sonstigen Freunden, Bekannten und Verwandten zum Andenken an den so glorreichen Tag erhalten hatte. Alle diese Gegenstände aber wurden in den Schatten gestellt, als eine schwere Kisie anlangte; angeschleppt wurde sie von den beiden Kaffenboten des Geheimen Kommerzienraths Krusernüller, Memmlings bewährtestem und ältestem Freunde. Eine Empfehlung von Herrn Geheimrath", schnaufte der eine dieser beiden Männer, indem er sich mit dem Aermel den Schweiß von der Stirn wischte und wir sollen hier was abgeben. Der Herr Geheimrath wird nach der Börse selber kommen." Daß Geheimrath Krusemüller sich bei solcher Gelegenheit nicht lumpen lassen würde, war voraus zu sehen. Erstens war er ein vielfacher

Millionär, ferner hatte er vor der ganzen Stadt schon oft genug bewiesen, was ein reicher Mann seiner Würde und seinem Ansehen schuldig ist, und drittens war er, wie schon angedeutet, Memmlingers intimster Duzfreund. Was sich aber jetzt nach Oeffnung der Kiste im Tageslichte zeigte, das mußte die gespannten Erwartungen übertreffen. Das ist ja märchenhaft!" rief in hellstem Entzücken die Frau Kommerzienräthin aus. ' Mein guter Friedrich!" stimmte Memmlmger in tiefster Rührung ein daran erkenn' ich ihn." Echtes Silber, Alles massiv! Alles getrieben! Wirklich, er benimmt sich großartig. Allerdings, ' wenn er sich das nicht erlauben sollte " Sofie!" unterbrach sie Memmlinger in ernst-bittendem Tone. Das Geschenk bestand in einem grandiosen silbernen Tafelaufsatz. Ganz obenauf eine symbolische weibliche Figur mit Schwert und Schild, die vielleicht die Germania war, auf dem Schild eingravirt die Widmung: Seinem alten lieben Freunde August Memmlinqer zur Erinnerung an den 4. Ma!.. F. K" Darunter drei aufs wunderbarste verzierte Platten für das betreffende Obst, Confekt, Gebäck und schließlich der Fuß, bestehend aus allerlei verblüffenden Motiven, deren Bedeutung sich nicht so schnell ersehen ließ also Sezession", wie die Kommerzienräthin mit triumphirender Befriedigung sogleich herausfand. Die beiden Boten erhielten ihr königliches Trinkgeld, und im Lause des Nachmittags erschien Geheimrath Krusemüller in eigener Person erstens, um dem alten Freunde seinen Glückwunsch abzustatten, zweitens, um sich an dem Eindruck zu weiden, den fein fürstliches Geschenk hervorgebracht hatte. Was Memmlmger betraf, so versagte ihm fast die Stimme. Freilich, ich danke Dir", waren seine einzigen gestammelten Worte. Stumm schütte!it er dann dem Getreuen, zu dessen Größe und Bedeutung weshalb wäre er sonst Geheimer" geworden er im Stillen ja ohnehin nur wie zu einem erreichbaren Vorbild emporsah, wohl ein dutzendmal die Hand. Lieber Geheimrath", fiel die Kommerzienräthin mit lebhafter LiebensWürdigkeit ein Sie bringen uns durch soviel Kostbarkeit wirklich in Verlegenheit. Wir armen Leute wie wir uns dafür jemals revanchi.?en sollen " Indem Sie mir gestatteten, hochverehrte Freundin", erwiderte Geheimrath Krusemüller galant, jovial und, wie es einem solchen Weltmann zukam, die Hand der Dame zierlich an die Lippen fübrend mich auch fernerhin als Ihren Ritter und Vasallen betrachten dürfen " Aber massives Silber!" unterbrach ihn die Räthin, von dem Anblick des Kunstwerks, das vor ihr auf dem Tisch stand, aufs neue hingerissen und deshalb seineHuldigung. die sie sonst so gern vernahm, ganz überhörend. Geheimratb Krusemüller wurde plötzlich von einem Husten überfallen. Dann sagte er in einem Tone gewissermaßen, als wäre es ihm lästig, daß von seiner Gencrösität soviel Aufhebens gemacht würde: Ich bitte Sie, reden wir von der Bagatelle nicht , mehr. Also das Fest findet heute Abend im Börsensaale statt?" So war es. Der ganze Börsensaal glich in seiner Ausschmückung und seinem tcrglanz einem Märchen aus . Tausend und einer 'JldS)l. In der Mitte stand die hufeisenförmige Tafel und als allsettlg bestauntes, bewundertes Prachtstück darauf das Geschenk des Geheimraths Krusemüller, der grandloje silberne Tafelaufsatz. .Es wird Zeit, daß man an die

Sommerreise denkt," sagte einige Zeit später Frau Sofie zu ihrem Gatten. Meinst du nicht, Fiekchen", erwiderte er etwas schüchtern daß man mal zu Hause bleiben könnte? Wir haben unsere schöne Villa, wir haden unsern schönen Garten. Und was haben wir vom Reisen? Höchstens, daß der Kellner, wenn er uns die Suppe brinat, den Daumen in den Teller steckt " Frau Sofie sah ihn mit einem Blick an, der eigentlich alle weiteren Entgegnungen von ihrer Seite überflüssig machte. Dennoch öffnete sie noch außerdem den Mund. Zu Hause bleiben? Bist du von Sinnen?" Die Reise wurde' also zur beschlossenen Sache. Und heute Nachmittag", sagte die Räthin drei Tage, bevor man zum Bahnhof fuhr packe ich das Silberzeug zusammen. Die Kassenboten können es dann morgen abholen und du verschließt es wieder im GeschäftsTresor." Diesmal richtete sich Memmlmger zu einem entschiedenen Widerspruche auf. Dort gibt's doch keinen Platz! Und wozu habe ich hier fyi diesem Hause neben unserm Schlafzimmer denRaum mit dem großen Geldschrank machen lassen?? Für was denn fönst, als daß man nicht jeden silbernen Leuchter, wenn man mal verreist, gleich ins Geschäft schaffen muß?" Richtig, das hatte ich beinahe vergessen. Aber rege dich deshalb nicht auf. Wir werden also die Silbersa-

chen m den Geldschrank legen. Drei Tage spater reiste das Ehepaar ab. . Memmlmger hatte für Engel berg gestimmt. Also entschied sich Frau Sofie für Ostende. Wochenlang hingen an der freundlichen Villa die Rolljalousien vor den Fenstern. Auch das Hauspersonal war zum Theil beurlaubt.. Nur Marie, die Köchin, und Lisette, das Hausmädchen, waren zurückgeblieben, und alltäglich sah man Beide in dem hübschen Garten ihre zahlreichen Verwandten empfangen. die mit Kaffee und Kuchen bewirthet wurden. Auch Cchnopf, der Kutscher, war im Hause zurückgeblieben, doch pflegte er diese Versammlungen niemals zu stören, da er außer den Essenszeiten sich regelmäßig in der Stadt aufhielt, wo er feine guten Freunde besuchte und erst im Morgengrauen gewöhnlich in einer kuriosen Zickzacklinie den Weg zurück fand. Endlich aber an einem schönen Morgen es wehte schon herbstlich und imGarten fingen die Pelargonien an zu welken schoben sich die Jalousien an den Fenstern weiter in die Höhe,Kampherbeute! wurden herausgeschüttelt, im Garten wurden die letzten Teppiche geklopft, der Schwärm von Maries und Lisettens Verwandten zerstob wie eine gesprengte Kartätsche, Schnopf blieb zu Hause und wurde wieder nüchtern, über dem Gartenthor prangte eine Guirlande mit den hineingeflochtenen ersten Astern und der .mit weißen Buchstaben auf rothem - Untergrund gedruckten und von einem räthj'clhaften grünen Lorbeerkranz umgebenen Inschrift: Herzlich willkommen!" Schließlich fuhr Schnopf die Pfer de hatte er seit den letzten drei Wochen meist im Stall stehen lassen und sie waren deshalb kaum zu bändigen zur Bahn, und eine Stunde später hielt die Herrschaft, roth und braun gebrannt, in dem trauten Heim wieder ihren Einzug. Gott sei Dank, daß man wieder zu Hause ist", athmete Memmlmger mit kannibalischem Behagen auf, indem er sich zunächst in der Schlafstube krachend auf seinem geliebten .Polsterstuhl niederließ. Dann, als es stillem Zimmer blieb, sah er sich um. Fiekchen, wo bist du denn?" Frau Sofie durchwandelte soeben, noch ehe sie sich vom Reisestaub gereinigt hatte, die sämmtlichen Hausräume, um sich zu überzeugen, daß alles darin in Ordnung war. Plötzlich vernahm Memmlmger einen gellenden Schrei. Er kam von nebenan, aus dem Raume, wo derGeldschrank stand, und cj war die Stimme seiner Frau. Memmlinger sprang auf. Mit gerungenen Händen stürzte ihm Sofie entgegen. Es ist eingebrochen!" ,Was?" Der Geldschrank! Alles Silber ist fort! Es muß sofort die Polizei geholt werden!" Mitfliegendem Mantel rannte sie in den Raum nebenan zurück, und ihr Mann folgte ihr bestürzt. In der That, der Schrank stand offen, aber so friedlich und ohne alle Zeichen irgend einer Zerstörung, als wäre er von seinem gesetzlichen Eigenthümer selber ganz ordnungsmäßig mit dem Schlüssel aufgeschlossen worden. Auch sonst wa? nichts Außergewöhnliches in dem Raume wahrzunehmen außer einem fremden langen Gummischlauche, der an dem Gasarm angeschraubt war und einigen mit Pechpflastern beklebten Fensterscheiben, die sorgsam auf dem Fußboden lagen. Das Innere des Schrankes aber war leer, oder doch wenigstens fast leer. Es war nämlich, als hätten die Räuber ein menschliches Rühren empfunden, denn gleichsam wie zum Trost für ihre Opfer hatten sie ein gewisses Etwas darin zurückgelassen, merkwürdigerweise gerade das Schönste und Kostbarste des ganzen Schatzes den silbernen Tafelaufsatz. - Die Polizei kam. es fand ein Ver-

hör der Dienerschaft statt, und der Kommissär stellte zunächst fest, daß der Einbruch erst in der vergangenen Nacht geschehen' sein konnte. Was im übrigen die Arbeit" der Herren Einbrecher betraf, so konnte er ihnen im Innern für die dabei bewiesene Geschicklichkeit, Sauberkeit und Diskretion seine Anerkennung, ja seinen Respekt nicht vorenthalten. Nun, hoffentlich würde man oie Herren schon noch kriegen! Warum sie nur den Tafelaufsatz dagelassen haben?" schrie Frau Sofie mitten in ihrer Verzweiflung auf. Der Kommissär lächelte. . Vielleicht, weil er nicht echt ist", sagte er. Was faselte dieser Mann? Zur Aufklärung fuhr der Herr Kommissär fort: Solche Leute sind meistens Kenner. Was ihnen nicht lohnend erscheint, damit schleppen sie sich erst nicht." Memmlinger gewann seine Fassung zurück, und gutmüthig klopfte er dem Kommissär auf die Schulter: Mein Lieber, wenn sie wüßten, aus welchen Händen dieser Aussatz stammt. Ihnen gesagt!" Es blieb dem Herrn Kommissär daraufhin nichts anderes übrig, als schweigend die Achseln zu zucken, dann empfahl er sich vorläufig. Die Aufregung im Hause Memmlinger war sehr groß. Man beschloß, Herrn Kirchhofs kommen zu lassen, den bekannten Juwelier, bei .dem sie ihre Einkäufe besorgten: Herr Kirchhoff sollte als Sachverständiger den Tafelaufsatz prüfen. Nur einen kurzen Blick warf dieser auf das Objekt, dann sagte er mit schneidender Besiimmtheit: Es ist Alfenide!" Ein zweiter Goethe.

, Es ist wenig bekannt geworden, daß es in Deutschland schon vor dem Dichter des Faust" einen berühmten Goethe gab. Dieser Goethe war allerdings nicht als Dichter berühmt geworden, sondern als Architekt und daneben als Militär. Es war Johann Friedrich Eosander Freiherr von Goethe, der 1699 von dem Kurfürsten von Brandenburg, dem ersten König von Preußen (Friedrich I.), zum Hofarchitekten ernannt wurde. Von den von ihm ausgeführten, noch heute bemerkenswerthen Bauten feien hervorgehoben: das Schloß Monbijou in Berlin (in dem sich jetzt das Hohenzollern - Museum befindet), das Schloß in SchönHausen, die Favorite zu Oranienburg. Er soll es gewesen sein, der hauptsächlich den Sturz Schlüter's bewirkte, dessen Nachfolger (als Schloßbaudirektor) er auch wurde. Der 1G99 von Schlüter aufgeführte Mittelbau des Charlottenburger königlichen Schlosses wurde 1706 von Eosander v. Goethe vergrößert und mit der wirkungsvollen Kuppel geschmückt. Auch das Berliner königliche Schloß erinnert an Eosander's Thätigkeit. Sein Werk war die Architektur des größeren Schloßhofes und die Front an der Schloßfreiheit. 1705 war er zum Generalquartiermcister der Armee ernannt worden, nach Friedrichs des Ersten Tode trat er (1714) als Generalmajor in schwedische Dienste. Nach der Eroberung von Stralsung gerieth er in preußische Gefangenschaft, erhielt aber, auf sein Ehrenwort hin, die Erlaubniß in Frankfurt a. M. zu leben, wo feine Gattin, eine geborene Merian. zu Hause war. Hier war er auch literarisch thätig, 1722 trat er dann in kursächsische Dienste (als Generalleutnant) und sechs Jahre später starb er in Dresden. Zur Nachah mung für magere Frauen. Die egyptischen Frauen baden sich, um einen gewissen Grad von Wohlbeleibtheit zu erlangen, auf die im Lande der Pharaonen viel gegeben wird, täglich mehrere Male im lauwarmen Wasser. In diesem Bade bleiben sie so lange, daß sie dann essen und tunken. Während dieser Zeit genießen sie alle halbe Stunden die Brühe von einem Huhn, das mit süßen Mandeln, Haselnüssen, Datteln und ähnlichen Früchten gefüllt ist. Nachdem die Frauen diese Brühe etwa viermal genossen haben, verzehren sie noch ein ganzes Huhn, worauf sie das Bad verlassen und nun mit wohlriechendem Oel einaerieben werden. Bor dem Zubettgehen'genießt die holde Weiblichkeit noch einige Myrobolanen, eme pslaumenähnliche getrocknete Frucht; andere Frauen nehmen auch wohl einen aus Gummitragant und Zuckerkand bereiteten Trunk zu sich. Ob es nun das Bad ist, das die egyptischen Frauen seit macht, oder die Huhnerbruhe öd der Zuckerkand, wagen wir freilich nicht zu entscheiden, Tahtsache ist aber, daß sie durch diese ganze Methode die gewünschte Ründlichkeit erhalten. Gebranntes Kind... Warum fürchtest du dich denn, der Mann thut dir doch nichts. Er soll dich ja nur Photographiren. O, er thut mir doch was! Beim Zahnarzt hast du auch immer aesagt, daß er mir nischt thut. 6 a a r i g. Herr Friseur, haben Sie nicht für meinen kahlen Kopf ein gutes Haarwuchsmittel?" Hier, mein Herr, wenn Sie dies acht Tage brauchen, sehen Sie aus wie 'n Asse."

Der einst iae Pariser

Scharfrichter Louis Deibler ist dieser Tage im Alter von 80 Jahren in seiner Villa in Autcuil gestorben. Vor zweieinhalb Jahren trat er m den Ruhestand, und sein Sohn folgte ihm im Amt. Der alte Deibler, dem die Pariser Bevölkerung den Beinamen Monsieur de Paris" aeaeben hatte, war persönlich ein harmloser Mensch u. haßte nichts mehr als dieOeffentlichkelt. Den verschiedentlichen Versuchen der Photographen wußte er immer zu entgehen. Er trug einen offenen Regenschnm, hmter dem er sofort verschwand, wenn er ein Objektiv auf sich gerichtet sah. In seiner Villa in Au teuil lebte er beschaulich und zurückgezogen. Als Staatsbeamter bezog er emen hohen Sold. Seine eigentliche Thätigkeit brachte ihm 6000 Francs, außerdem bezog er für die stete BereitHaltung von zwei leistungsfähigen Guillotinen 10,000 Francs jährlich. Er war auf Grund des Dekrets von 1870 berufen, die Todesstrafe in ganz Frankreich zu vollziehen. Dreißig Jahre lang übte er sein Amt gewissenhaft aus. Nach seiner Penstonirung beschäftigte sich Deibler, der gelernte? Kunsttischler war, mit dem Schnitzen von Sessellehnen. Sein Hauptvergnü gen aber war das Angeln. Das qewaltiqe Volkerringen im fernen Osten zieht unendlich weite Kreise. Im ostpreußischen Konigsberg ist es kürzlich sogar zu einem höchst bemerkenswerthen NachHutgefecht" gekommen, bei dem Rußland ebenso muthig zurückweichen mußte, wie auf den Schlachtfeldern der Mandschurei. Die Wahlstatt war in diesem Falle ein Königsberger Porzellangeschäft. Die beiden Parteien: eine Russin und eine deutsche Verkäuferin. Die Russin erscheint im Laden mit der Äbsicht, Einkäufe zu machen. Die Verkäuferin bringt dienstbeflissen allerleiPorzellanwaaren,Vasen, Teller, Tassen usw. Zuletzt legt sie der Dame auch eine kunstvolle japanische Schale mit Untertasse vor. Beim Anblick des kunstgewerblichen Erzeugnisfes der Japaner überzieht sich das Antlitz der Russin mit flammender Röthe. Sie ergreift die Schale, wirft sie zu Boden, daß sie in tausend Scherben zerschellt und ruft emphatisch aus: So soll's den verfl. . . Japanern ergehen." Die Verkäi?ferin. höchst überrascht von dem wilden Ausruf der bis dahin ruhigen Dame, machte die Kunbin höflich darauf aufmerksam, daß die Schale selbstverständlich bezahlt werden müßte. Die Russin erlegte nun den ihr genannten Preis und schickte sich, ohne etwas gekauft zu haben, zum Gehen an. Unterdeß hatte die Verkäuferin die unbeschädigte Untertasse verpackt und händigte sie der Russin ein. . Doch diese schleuderte auch die Untertasse wüthend zu Boden, ausrusend: Und so soll's den verd. . . . Deutschen ergehen." Nun konnte sich die Verkäuferin nicht mehr halten; sie versetzte der unverschämten Person einen Schlag ins Gesicht mit den Worten: Und so soll's den Russen ergehen". Die Russin erhob gegen die Verkäuferin Klage; das Porzellangeschäft aber hat seit diesem Vorfalle großen Zulauf, denn jeder will die resolute Verkäuferin sehen. Ein Soldatens chinder gefährlichster und gemeinster Art'hatte sich in der Person des Unteroffiziers Heinrich Ruby von der 8. Compagnie des 23. Infanterie - Regiments in Saargemünd vor dem Kriegsgericht zu Landau in der Pfalz zu verantWorten. Der Angeklagte, im CivilVerhältniß Maurer von Profession, ist derjenige Biedermann, der Anfang Juni d. I. verschiedene Jnfanteristen Tabak kauen ließ, den dann andere Infanteristen weiter kauen mußten, bis schließlich Ruby einem Soldaten den Befehl gab, den Tabakssaft einem seiner Kameraden in das Gesicht zu speien. Jetzt hatte sich Ruby wegen fortgesetzter Mißhandlung von 18 Rekruten seiner Korporalschaft zu verärltworten. Er regalirte die Leute beim Exerzieren und aus der Stube mit Ohrfeigen und Faustschlägen auf die Brust, in das Gesicht und unter das Kinn, schlug sie mit der Klopfpeitsche, stieß sie mit dem Gewehrkolben und versetzte ihnen Fußtritte in die Weichtheile. Außerdem belegte er sie mit den gemeinsten Schimpfnamen. U. a. erhielt der Infanterist Pahle einen Fußtritt, 16 Ohrfeigen und etwa 15 Stöße unter das Kinn; der Jnfanterist Haber wurde in gleicher Weise etwa 70 Mal von seinem Peiniger gemißhandelt der. Soldat Breuner bekam die Faust des Unteroffiziers etwa 50 Mal zu kosten und wurde Mistbauer geheißen, einem vierten Soldaten versetzte Ruby 20 Schläge unter das Kinn und in das. Gesicht etc. etc. Zu der Verhandlung, die bei voller Öffentlichkeit stattfand, waren 24 Zeugen geladen. Der Angeklagte will sich auf die einzelnen Mißhandlungen nicht mehr erinnern; sollten sie aber dennoch vorgekommen sein, so habe er diese Behandlung Untergebener von älteren Unteroffizieren gelernt, er beantrage daher Vertagung der VerHandlung, um die betreffenden Kämeraden zu vernehmen; der Antrag wurde natürlich abgelehnt. Der Vertreter der Anklage beantragte ein Jahr vier Monate Gefängniß. Das c richt erkannte auf ein Jahr Gefängniß, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. -

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