Indiana Tribüne, Volume 28, Number 36, Indianapolis, Marion County, 4 October 1904 — Page 3
Jndlanü Tribüne, Oktober 1904
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udler Geheiinnissc.
Der liormaligc Sprecher Kelly über die GeschäftsMethoden" seiner Kumpane.
Gencralpostmeistcr Payne unmittelbar vor dem Ende. Tod wird jeden Augen blick erwartet. Parker in New York. Bon der Campagne. Senator HoarS Leichenfeier.
Budler-Geständniß. St. Louis, 3. Okt. In einem heutigen schriftlichen Geständniß erzählt Charles F. Kelly, Sprecher des Dele gaten-Hauses zu einer Zeit der BudelCombine", über jene Combination. Hiernach versprach ein namhafter städtischer Politiker, der nächste Krei. anmalt würde gut" sein; falls sie fest bleiben, würde er ihnen entweder Ver iagung der Processe verschaffen, bis der neue Kreisanwalt sein Amt antrete, oder baldige Begnadigung. - Der betreffende Politiker habe gesagt, der neue Kreisanwalt, der heute von den Demokraten nominirt wird, werde sein Mann" sein. Kelly lehnte ab und sagt, er mache dieses Eeständ niß zur Beruhigung seine Gewissen, auf Bitten seiner Frau um andere junge Leute vor dem Pfade zu warnen, der ihn selbst in's Verderben gesührt habe. Weiter berichtet Kelly, Edward Butler habe ihm für die städtische Beleuch. tungsvorloge einen Budel-Fond von' 847,500 gegeben, der an Julius Leh. mann's Geburtstag unter 19 Mitglie der vertheilt worden sei. Seit 25 Jahren herrschte Bestechung in den städtischen Körperschaften von St. Louis. Keine einzige Vorlage in jener Zeit ging durch, für die nicht be zahlt wurde. A!S der jetzige Staats anmalt (KreiZanwalt Folk ist gemeint) dzn Krieg gegen die Budler begann, suchten wir ihn sagt Kelly durch Todesdrohungen einzuschüchtern und als dies keinen Eindruck machte, stellten wir ihm ohne Eolg alle Art von Fallen. Von der Combine sagt Kelly: Niemals dachten wir an Annahme einer Vorlage, aus der irgendwelches Geld herauszuschlagen war, ohne dak wir für unsere Stimmen bezahlt wurden. Wir gingen geschäftsmäßig vor, hielten zu bestimmter Zeit Combine"-Sitzun-gen, wo der Preis für unsere Stimmen durch Mehrheitsbeschluß festgesetzt wurde. Dann wurde Einer aus der Combine erwählt, um das Geld zu erheben. Ein- oder zweimal unterschlugen solche Mandatare ; im Allgemeinen kam aber kein Verrath vor, unter uns selbst herrschte v ein hoher MoralCodex". Kelly ist wegen Meineids verurtheilt und wird am Montag wegen Bestechung processirt. Derzeit befindet er sich unter Bürgschaft auf freiem Fuße. Kelly sage weiter: Wir hatten eine bestimmte Preislifte für verschiedene Vorlagen, je nach dem Werth der ver liehenen Freibriefe oder Privilegien. Selten bekamen wir weniger als $1000 für die Combine. Wir hieltenesunter unsererWürde, weniger als diese Summe zunehmen. Bel emer oder zwei Gelegenheiten gingen wir bis auf $50 pro Stimme herunter und einige drr Boy?" nahmen je S5, schämten sich aber nachher, weil der gezahlte Preis so gar gering war. Zur Combine ge hörten Demokraten und Republikaner; die Budler-Linie richtete sich nur nach ihrem eigenen Interesse, nicht nach Partei-Schattirungen. Payne'S Krankheit. Washington. 3. Okt. Ge neralpostmcister Payne'S Zustand am Vormittage war höchst kritisch, er er holte sich aber, so daß die Aerzte ein günstigeres Bulletin ausgeben konnten. Charakteristisch an der Krankheit ist daS Auftreten von Anfällen in den frühen Morgenstunden, aber bisher zeigte der Patient eine bemerkenswerthe Widerstandskraft. Plötzliches Aufflackern. Washington, 4. Oct. Um 2:30 erHolle sich der Kranke plötzlich und rief den Umstehenden Hella" zu. Er erhielt Milch. Falls die Besserung anhält, wird er wahrscheinlich die Nacht überleben. Washington, 3. Oct. Heute Abend ist daS Befinden schwächer als je zuvor in der Krankheit und der Tod kann jeden Augenblick eintreten. Die stärksten Belebungsmittel in immer
größeren Dosen wurden häusig ange-
wandt und nur ijjnen ist es zu verdanken. falls der Patient die Nacht überlebt. Der Puls war heute zeitweilig kaum hörbar. Dr. Margruder constatirt in m ort I emem naazz.Vuuelm eine uunie 2öe
serung. Herr Payne ist die meiste Zeit fner Zeit möge ein Plan zur Wiederüber bewnßtlos; er litt den ganzen Herstellung des Friedens im Osten an'S Tag über beträchtliche Schmerzen. Für Licht kommen.
morgen früh lft eme ärztliche Confultation anberaumt, zu der auch Dr. Osley aus Baltimore erscheint. Washington, 4. Oct.. 12:20 Morgen?. Die Familie des GeneralPostmeisters ist jetzt am Krankenlager versammelt. Er hatte einen anderen Anfall und das Ende gilt nur für eine Frage weniger Minuten. Das Ende nahe. I W a s b i n a t o n. 4. Okt. Um 2 Uhr Morgens war Herr Payne kaum " r I noch am Leben und alle Hoffnung ist aeschwunden. Es werden keine Stf. mulanzen mehr angewandt und die . I Aerzte lassen der Natur ihren Lauf. Thätigkeit. N e w N o r k. 3. Okt. Ein Blick auf Richter Parker's Empfangszimmer m Hotel Seville enthüllt fast die gleiche politische ArdeltsMte wie m Rosemount. AUS allem geht hervor, daß Parker einen großen Theil seiner Zeit diS zur Wahl in New York zu verbringen gedenkt. Jeder ausgehende Brief wird von Parker gelesen und unterzeichnet. Die heutigen Besuche waren weniger zahlreich als bei früheren Aufentbalten bier. N e w Y o r k. 3. Okt. Joseph T. Fanning aus Indianapolis, welcher dem Vorsitzenden Taggart im Hauptquartier assistirte. reist moraen zur Campagne nach Jndiana. rr c 1 i l . m rr n r.L I u w u i i ü i i r, ju u., o. 9u. VW Mliq, tiicior oes innern in IL . . e !lC .!.!; v.m CV '-- I Präsident Cleveland'S Cabinet, sprach f " " ustl'' ....!. : v . wüi.rnffi... vn..r cw - I uvck u.vgne.rgm. m?. der aus diesem Staaie stammt, erhielt einen oegripeuen mp,llng. SenatorSoar'sBe st a t t u n g. W o r c e st e r , Mass., 3. Okt. Die Stadt Worcester zollte heute ihrem ersten Bürger Senator I. F. Hoar die letzte Ehrung, an der sich der Staat Massachusetts und in großem Maße auch die Nation betheiligten. Die Leichenfeier fand in der Unity Kirche statt. Gemäß dem einfachen Leben des Senators und im Einklang mit seinen Wünschen, fand keine prunkende Ceremonie statt, obwohl die große Verehrung der Bevölkerung die Fa milie-bewog, möglichst allgemeinen Zutritt zu dem sehr beschränkten Raum der Kirche zu gewähren und auch später eine Parade-AuSsteLung in der Stadt haue zu erlauben. Bei dem Gottesdienste im Sause. . . i welchen der SenatsCaplan Dr. Hale, ein lebenslanger Freund des Senators, leitete, waren nur die Familie und einige Nachbarn zugegen. Die Leiche wurde sodann von den Bahrtuchträgern, lauter jetzige oder frühere Sekretäre des Senators, zum Leichenwagen getragen; als Ehren - Bahrtuchträger fungirten : Senator Henry Cabot o cv n f r rt . Lodge, T. Jesserson Coolldge. Charles FranciS Adams. Anwalt Wm. H. Moody. Ex.Gouverneur W. Murray Crane u. A. Bei der Ueberführung der Leiche nach der Kirche bildeten Miliz . Truppen Spalier; als der Leichenwagen vorüberzog. entblößten Alle ihr Haupt und viele Frauen weinten. Die Kirche hat nur Sitz-Gelegenheit für 600, so daß die Zulassung wesentlich beschränkt werden mußte. Ein Sechstel der Sitze waren durch die Abordnung des CongresseS und Vertreter des Senats eingenommen. AbendS wurde die Leiche in der Stadthalle anf dem Paradebette ausgestellt, wo die Tausenden, welche in der SSs-A ter wurde eine Todten-MaSke angefertlgt. Die Beisetzung findet morgen in Concord statt. '
Friedens-ConfcrettZ.
Sekretär Hay Hanvtrevner vor der zahlreich desuchten Versammlung. B o st o n, 3. Oct. Im Nzmen der Ver. Staaten begrüßte heute Staats sekretär John hay die Delegaten zur Internationalen Conferenz, die sich hier zur 13. JahreS -Convention verfammelt haben. Redner beleuchtete kurz Amerikas KriegS-Gefchichte und wies daraus hin. die größten Männer des Landes seien warme Befürworter des Friedens gewesen. Er stimme mit Tolstei überein. der in der Religion ba Heilmittel für den Krieg sehe. 5)t N!e?un merk? da Sckieds, gerichts'Princip, soweit als praktisch durchführbar, unterstützen; zugleich gab der .finttmirm Ausdruck, n n ckt Die außerordentlich zahlreich besuchte Neriammluna fand im remont Temvel statt. Mitten auf der RednerTribüne befand sich ein großes Bild von Senator Hoar.' E. D. Mead, der Vorsitzende des Organisations-Comites, geleitete Hay zur Tribüne; einigen Worten Meads ging der Gesang eines Frauen-Chores uf der Galerie voraus. rv cn cn . n n t -1 cn l Jm "amen '"n 001 uiB. Bister CollinS den Willkomm, worauf w . cfi r jl . p i r. w w - cm ?i 0cr wm von yeresoro uno ein w Ölleb M norwegischen Parlaments I nrn . rr- r amwormen. wu oem Ve,ang einer f'i k;. ra.r.fcu .kr.t. elgenS für die Gelegenheit verfaßten Hymne schloß die Sitzung. - Fragwürdiges Urtheil. Dienst - Ueberbürduna kein Entlastungsgrund für Zugbeamte. Philadelphia, 3. Oktober. Richter Swartz in Norristown lehnte heute den RechtS-Einwand eines AnwaltS ab, daß, wenn ein Bahn.Ange stellte? aus physischer Schwäche erkrankt oder durch Ueberbürdung von langen Stunden in Schlaf verfalle und ein Unfall sich ereigne, dieser Beamte frei gesprochen werden solle. Es handelte sich um I. E. Fleifchutt aus Pottsville. Pa.. Lokomotivführer emeS Penna. Frachtzuges. Bei dem Zusammenstoß deS Fracht- mit einem Vassaaieriiua in der Näbe von Votts ' " " " " ' ööm maTfn o Nennen aetttkt?t und 1 1 12 bnUut toorh. Mannhaft d. Krck,,a,. wurde vom Coroner wegen strafbarer ' 1 t-ü"m--NacklMakeit seliaebaltm. zgeim Prozeffe bezeugte der Heizer, h& w s ,,k .in.m e.ii. Vtp VV U "M(iK UH fcltlbM fcltll aeleise auf die Vorüberfabrt von 4 5Zü gen warten mußte. Die Mannschaft stand W stunden m Dienst und na während des Wartens in Schlaf. Bevor der 4. Zug passirt war, erwachten sie und in der Annahme, daß der 4. Zug vorbeigekommen, führten sie den Fracht zug vom Seitengeleise. Richter !Swartz erklärte, nur Leute in tüchtiger physischer Verfassung hät ten ein Recht bei Bahnen zu arbeiten. Falls Einer schlafe, ganz gleich was der Grund, fo habe er eher aufzuhören, wenn er auch seine Stellung verliere, als durch Weiterarbeit menschliche Le ben zu gefährden. Fleifchutt wurde verurtheilt. -mi m m B r y a n s N e v e - o u r. O m a b a. Neb.. 3. Ott. ZM. . Bryan begann heute eine einwöcbent liche Rede-Tour in Nebraska; die erste Rede.hielt er in Gretna im 2. CongreßDistrikt. Abends fand hier eine Massen-Ver-fammlung statt, zu der sich hauptfächlich Angestellte der Schlachthäuser eingefunden hatten. -t;., enator l5alroanks. . . . " , tL mf Cal.. 3. Okt. Die Senatoren FanbankS und Fulton, Oregon, begannen heute hier am Eingange deS großen Sacramento-ThalS ihre California.Campagne. Senator Fairbanks betonte die Nothwendigkeit der Fortdauer der Politifchen Verhältnisse, damit die gegenwärtige GeschäftZ.Prosperität bestehen bleibe. Nachher sprach der Senator in Red Bluff, worauf Chico folgte; der letzte Aufenthalt des Tages wurde in Marysville gemacht. San Francisco, 3. Oct. Die Senatoren Fairbanks und Fulton sprachen heute Abend vor einer riesigen mm'una im Mchanies Pavillon ersterer meist über Panama Canal und Erweiterung des amer. Handels im I Orient.
Fricöcnovcstrcvuttaen. Die g'i: alte Zeit", von welcher
lna.:cyz :uit nut-iiia i erbarmen, hat ; nie f e$;&.n. "jjiu-.q: dündpirgen 'liihcrec Iah:hu:er!mögeü ja Vielen schöner ec,ch.iuea, als die unserizen; aber im Großen und Ganzen hat die Menschheit sich nie besser befunden ?ls heut. In den sogenannten Kulturländern erfreuen sich alle Bewohner eines größeren Maßes von Freiheit und Wohlstand, als früher und di? Lebensführung der Massen ist besser als je zuvor. Die Folge davon ist. daß die Sterblichkeitsrate geringer und die eoensoauer langer wurde. le gute alte Aeit" zerfällt natür lich in viele Abschnitte. Es ist noch nicyl eyr lange her, als die Fürsten mit unumschränkter Gewalt über ihre Völker herrschten. Land und Leute gehörten ihnen, wie heut ein Gut sammt dem Viehstande dem LandWirthe. Der Fürst konnte Jeden tödten ode? todten lassen, der sein Mißfallen erregte. Er verkaufte mitunter Tausende seiner als Soldaten dienenden Unterthanen an fremde Mächte unv wenn er sein Relimonsbekenntnif'. wecklte. mußten die Bewohner seines Landes dasselbe thun. In dieser guten alten 5Zeit konnte ein Fürst nach Belieben Krieg erklären. oder Frieden schließen; just wie es ihm genehm war. Das Volk mußte alle Opfer an Menschen und Steuern bringen, welche der Fürst forderte. Das ist heut auch ander-Z geworden: womit allerdings nicht gesagt sein soll, datz die Herrscher allen Einflun auf das Völkerleben verloren haben. Der deutsche Kaiser ist heut noch einer der einflußreichsten Menschen derErde; wenn er auch mcht mehr Krieg erklaren, Menschen tödten, oder sich auch nur einen Pfennig von dem Vermögen der Reichsburger aneignen darr. Theils allein, theils in Gemeinschaft mit den verbündeten Reichsfürsten und freien Städten, sowie mit Zustimmung des Reichstages kann der Kaiser Manches durchsetzen, was andere Sterbliche nicht vermögen. Einen besonderen Einfluß übt WilHelm der Zweite als König von Preußen aus und er hat auch hier seine Thätigkeit in den Dienst des Friedens gestellt; ebenso wie seine nächsten Vorfahren seit den Kriegen, welche zur Begründung des Reiches nothwendig waren. Nach den Kämpfen im Jahre 1866 vertrieb Wilhelm der Erste den König von Hannover, den Kurfürsten von Hessen, den Herzog von Nassau aus ihren Staaten; er schloß den Herzog von Augustenburg von der Herrschaft in Schleswig-Holstein aus und nahm Besch von der freien Stadt Frankfurt am Main. Das Großherzogthum Hessen wurde gezwungen, die ihm durch das Erlöschen der landgräflichen Linie zugefallene Landgrafschaft HessenHomburg an Preußen abzutreten und alle diese Maßregeln schufen den Hohenzollern viele erbitterte Feinde. Letztere zu versöhnen war das Ziel ver preußischen Politik. Zunächst wurde der Herzog Adolf von Nassau im Jahre 1867 durch Zahlung von nahezu neun Millionen Thalern abgefunden und im Jahre 1S90 erlangte er .als Großherzog vo:i Luxemburg seine Souveränität wieder. Seine Tochter wurde mit dem Erbzroßherzog Friedrich von Baden dermählt. dessen Mutter bekanntlich eine Tochter Kaiser Wilhelms des Ersten und die mithin eine Tante des jetzigen Kaisers ist. . Der Kunürst Friedrich Wilhelm von HessenKassel hinterließ keine thronberechtigten Kinder. Die croberechtigte landgräfliche Linie trat durch die Heirath eines ihrer Angehörigen mit der PrinzessinMargaretha, Schwester de-s Kaisers, mit den Hohenzollern 1893 in verwandschaftliche Beziehun gen. Der Herzog Ernst Günther von Augustenburg entsagte 188 gegen eine Jahresrcnte seinen Ansprüchen auf Schleswig-Holstein, nachdem seine äl tere Schwester schon einige Jahre vor her den jetzigen deutschen Kaiser qeheirathet hatte. Er führt den Titel Herzoa zu Schleswig-Holstein. Mit dem Herzog von Cumberlaud. dem Sohne des früheren KönigsGeorg von Hannover, ist noch kein endgultl vr. ?-. jr ?.! . i , zer 'usgleil-y erzieii worocn. Äie Krone Preußen hat den Welsen die Zinsen aus einem sehr ansehnlichen Vermögen (48 Millionen Mark) zuge standen und es ist dem Cumberländer" die Thronfolge im Herzo.zlhum Vraunschweig in Aussicht gestellt ivox den, falls er auf Hannover verzichtet und die neue Ordnung im Reiche anerkennen will. Bis jetzt hat der Herog sich dazu noch mcht bequemt. Nun wird aber cr deutsche Krön prinz durch seine Zerheirathung rü der Prinzessin duüit von Mecklen burg mit dem Cumberlander nahe verschwägert und man" hofft im Reiche. daß diese letzte Ehe eine Aussöhnung Herbelfuhren wird. Jedenfalls haben sich die Hohenzol lern seit 1866 bemüht, die Wunden, welche sie in diesem Jahre dem Legt-Zitäts-Prinzip" schlugen, durch Ver)5irathungen mit den geschädigten Fürstenhäusern und durch sonstic? ZuGeständnisse zu heilen, und es wäre ji: wünschen, daß der Herzog von Cumöerland im Neichsinteresse einem Zwi stc ein Ende machte, der ihn selbst am meisten schädigt. ' '
LobenSwerth ist jedenfalls das Be-
müh.'n Wilhelm'-Z d:s Zweiten, nicht xur den europäischen Frieden zu wa) ren; sondern dui.ch rersöhnliches Entg?gcn:ommeu gcgcnder den ?:ichi:i:n Feinden seines Hauses die Einigkeit im Reiche zu fördern. LLi?crsct;lil?)5citol,:isc:icrKi':dcr. Ueber das zweite Wreschen", den polnischen Schultrawall in dem etwa 1000 polnische und 120 deutsche E:nwohne? ?ählenden Dorfe Vukowice, bringt die Schles. Ztg." einen längeren. auf eigenen Erkundigungen beruhenden Bericht, aus dem klar hervorgeht, daß es sich um eine offene Auflehnung der polnischenBevöllerung gegen die deutschen BeHorden bandelt. Das Dorf hat zwei Schul, cnic evangelische und eine katholische. An dieser ist ein polnischer Lehrer schon seit zwanzig Jahren thätig, während der deutsche Lehrer Förster erst in diesem Jahre dorthin verseht wurde. Er wurde, gleich seinen Amtsvorgängern. von der polnischen Bevölkerung mit dem größten Hasse verfolqt. Sem Aufenthalt in dem fanatischen Polenneste ist eine förmliche Leidensgeschich' te. die bei jedem Deutschen Entrüstung hervorrufen muß. In dem Berichte werden die unleidlichen Verhältnisse wie folgt geschildert: Die Kinder lehnten sich von Ansang an gegen die Anordnungen des Leh rers, der lein polnisches Wort versteht, in systematischer Weise auf. Dabei spielten namentlich die Burschen im Alter von zehn bis zwols Jahren eine große Rolle, und unter ihnen thaten sich Domagala und Klo rek besonders hervor. Oft wurde der Unterricht durch lärmende Kinder unterbrochen, die auf die Bänke stiegen und dem Lehrer polnische SchimpfWorte zuriefen, die sich dieser erst durch die Tochter des polnischen Lehrers übersetzen lassen mußte. Das Lied: Großer Gott, wir loben dich", weigerten sich die Kinder zu singen. Als das Lied' Ich bin eine Preuße" gesungen werden sollte, stand ein Mädchen auf und sang: I chbin eine Polin!" Als der Lehrer einen der renitenten Lümmel strafte, erklärte ihm dieser in polnischer Sprache: Wartt nur. du psiakrew rnemiec, mein Vater wird dir das schon anstreichen!" Der Lehrer wurde überhaupt nur in polnischer Sprache mit Du" angeredet. Vom Grüßen war gar keine Rede. Das Gebühren der Kinder wurde in der letzten Zeit immer ärger, und der Lehrer war derVerzweiflung nahe. Eines Tages war Turnstunde auf dem Schulhofe. Der Lehrer ließ dieKinder marschiren und Wendungen ma chen. Als erLinksum" kommandirte, machte der Knabe Domagala die Wen dung absichtlich erheblich langsamer als die anderen Kinder. Der Lehrrr faßte nun den Knaben am Arm, um ihn zu einer schnelleren Wendung zu bewegen. Der Junge aber benahm sich renitent und gehorchte nicht; bei dem Bemühen des Lehreres, ihn mit Gewalt in Reih und Glied zu stellen, riß der Aermel des bei den Dorfkindern im allgemeinen nicht sehr festen Flauschrockes. In seinem Ungehor sam wurde der Junge noch durch einen etwa sechzehnjährigen Burschen oestärkt, der außerhalb des Schulhofes aus der 5anottraVe stano unv u)m über den Zaun. polnisch zurief, er solle sich das nicht gefallen lassen. Der Lehrer holte den Rohrstock, um den Knaben zu züchtigen. Dieser widersetzte sich de? Strafe, sprang dem Lehrer an die Brust und erhielt dabei einen Schlag auf die Hand. Laut schreiend entriß er sich nun dem Leh rer und lief das langgesireckte Dorf entlang zu seinen Eltern. In kurzer Zeit war das halbe Dorf vor dem Sckulbause zusammenaelaufen. und von allen Seiten hagelten nun die polNischen Schimpforte auf den verfl . . . niemiec" nieder, so daß der Lehrer die Turnstunde vorzeitig abbrechen mußte. In seiner Ratlosigkeit setzte sich der Mann auf sein Rad und fuhr zum Kreisschulinspektor nach Neutomischn Dieser veranlaßte sofort beim Landrath eine genaue Untersuchung, die am folaendcn Tage m Bulowice stattsan: Die .aus dem Landrath, dem königlichen Kommissarius und dem Kreisschulinspektor bestehende Kommisiio stellte dabei fest, daß der Lehre? durchaus mcht die ihm zustehenden Beiug nisse überschritten hatte und daß vor allem von einer Mi&yanolung cci Domagala keine Rede sein konnt? Dem Schulvorstande wurde eröffnet. daß die Kinder, falls st? nicht von den Eltern zum Gehorsam angehalten würden, in Zwangserziehung genommen werden wurden. Den Weltrekord als Maschinenschreibe?! hatte Miß Mary Pretty in Boston, Mass., schon vor längerer Zeit gewonnen, indem sie 20.000 Worte in 11 Stunden schrieb; neulich hat sie ihre frühere Leistung noch überholt, indem sie 22,000 Worte in nu? 7 Stunden niede?schrieb. Die Bevölkerung des deutschen Reiches wird dermalen auf 59.495.000 Personen ae schätzt. Bei der letzten Volkszählung die am 1. Dezember 1900 stattfand. wurde eine Einwohnerzahl tc 56.367,178 Köpfen festgestellt. Seit Errichtung des deulschenReiches bis Mitte dieses Jahres hat die Bevölkerung um rund 18,500,000 Kopfe zugenommen
Aerzre.
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