Indiana Tribüne, Volume 28, Number 34, Indianapolis, Marion County, 1 October 1904 — Page 4

a

Vr ann ripuuc, i. wwmw

Jndiana Tribüne. HttauZzegeben don der Sutdrg S. Indianapolis, Ind. Serry O. Thndium Präsident. GeschäftSlocalt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. J teied nt the Post Office of Indianapolis a second class matter. Fott's Campagne.

Die Campagne des demokratischen GouverneurZ.Candidaten von Missouri Jos. W. Fott, des berühmten Verfol. gers der Budler, ist in ein hoch interessanteZ Stadium getreten. Als vor den nationalen Campagnen der Enthusiasmus der Bürger für Fott seinen Höhepunkt erreicht hatte und keine Ehrung für ihn zu groß erschien, wurde in leitenden republikanischen Kreisen die Besorgniß wach, daß Folk, wenn von der demokratischen Partei nominirt, ein höchst gefährlicher Gegner für den republikanischen Präsident schafts-Candidaten sein würde. Von der St. Louiser republikani schen Presse wurde nun, um Folk als PräsidentfchaftZ - Candidaten kalt zu stellen, mit aller Krast dafür agitirt, daß Folk als Gouverneurs-Eandidat von Missouri in den Vordergrund ge schoben wurde. Versprechungen wurden gemacht, daß alle guten Republi kaner und selbstverständlich auch die Presse für Folk eintreten würde. Als die demokratische National-Con-vention für die Republikaner durch Nominirung Parker's die Situation geklärt hatte und ihnen den Alp einer möglichen Folk (Kandidatur von der Brust gewälzt hatte, waren die republikanischen Zeitungen in die Lag? versetzt, den demokratischen Candidaten für das Gouverneursamt zu unterstützen oder das beschämende Eingeständniß zu machen, daß ihr Folk-Enthusiasmus nur Blendwerk und Trug war. Die Wahl steht nun vor der Thür. Der republikanische GouverneurS-Can didat Cy. P. Walbridge hat selbstver ständlich Anrecht auf Unterstützung seiner Parteipresse; letztere aber hatte sich in unzweideutiger Weise dahin erklärt, daß es nur einen EouverneurS-Candi baten und zwar Folk geben könne, daß sie kaum zurück könne. Es ist lustig die Versuche zu beobachten, welche diese Zeitungen machen, gegen Folk Argumente zu schmieden. Man windet und krümmt sich, um sich aus der unheilvollen Patsche zu ziehen, Aber so kautfchukartig die amerikanische Presse auch ist, so ist es auch ihr kaum möglich, den Mann, den sie gestern bis in den Himmel hob, nun anzugreifen. Der Globe-Temocrat" bricht in seiner Verzweiflung in den Ruf aus: Folk habe eigentlich an dem ganzen Unwesen Schuld. St. Louis wäre so zufrieden gewesen, bis Folk gekommen sei und den Staub aufgewirbelt habe. Er sei ein Ruhestörer und habe den ganzen Rummel aus Eitelkeit angestiftet." Die deutsche republikanische Zeitung geht nothgedrungen bedeutend Vorsicht! ger gegen Folk, den sie vor der Na-tional-Convention .vergötterte, vor. Mit dem Mann ist eben nicht zu spaßen. Ganz leise wird den Lesern insinuirt, daß Folk nicht ganz so brav ist wie früher, weil er sich in der bösen Gesellschaft von San Cook befinde und daß Walbridge, der, übrigens als Mayor in ber Tornado-Episode den St.Louisern seine Unfähigkeit glänzend demonstrirte, ein vertrauenswürdiger Candidat fei. So werden Artikel die anscheinend zu Folk's Gunsten geschrieden sind, in Wirtlichkeit Argumente für den Candidaten Walbridge. Folk selbst kümmert sich um die Wes penftiche nicht, er führt seine Campagne in furchtloser, ehrenhafter Weise und weist mit eiserner Consequenz die von Budlern eingesandten Campagnebei träge zurück. VSeine Wahl scheint sich?r und seine weitere Lausbahn wird von nationalem Interesse sein. Bunes'Schatzmeiger Ellis H.Noberts giebt den Goldvorrath der Welt auf annähernd $5,500,000,000 an, wovon die. Vereinigten Staaten ein Fünftel, $1,342,000,000, besitzen, und davon liegen 700 Millionen im Schatz amte. Die Bedeutung dieser Zahlen tritt noch mehr hervor, wenn wir auf das Jahr 1896 zurückblicken. Damals belief sich der Goldvorrath der Welt auf $4,280,000,000 und von die. fem Betrage entsiel ein Siebentel (8599,000,000) auf unfer Land. Un fer Goldvorrath hat demnach in den

acht Jahren ganz bedeutend zugenommen. Im Sommer 1896 befanden sich 150 Millionen Dollars Gold, also etwas mehr als ein Fünftel des jetzigen Vrrrathes, im Vundesschatzamie. Da die Gewölbe des Schatzamtes und der Banken zum Ueberlaufen mit dem gelden Metall gefüllt sind, fallen die gelegentlichen Goldsendungen nach Europa, die vor acht Jahren ein Gesühl höchster Beunruhigung hervorgerufen hätten, nicht weiter auf. Da unsere Goldproouction S80.000.000 im Jahre be. trägt, gegen eine Weltproduction von 8300,000,000, so können wir bedeutend mehr aus als einführen und unfere Vorräthe dennoch wesentlich erhö hen. Das Geschwätz Bryan'S im Jahre 1896 von der zu kurzen Golddecke erscheint lächerlich angesichts der Thatfache, daß auf den Kopf der Bevölkerung $16 in Gold entfallen. (C. V.) In einem Artikel, überschrieben: DaS dumme Europa", nimmt die Kopenhagener Zeitung Köbenhavn" Notiz davon, daß fünfzehn chinesischen Offizieren gestattet worden sei, im deut schen Heere zu dienen. Die fünfzehn Chinesen sollten an alle Waffengattungen vertheilt werden, um die schlitzäugigen Herren mit jeem Dienstzweige vertraut zu machen. Dazu be' merkt das Blatt: Das ist gewiß das Merkwürdigste, daS wir bisher erlebt haben. Während der russisch'japanische Krieg Europa zeigt, wie gefährlich dem europäischen Lehrmeister die Gelehrigkeit deS gelben Schülers werden kann, erzieht eine europäische Großmacht andere Angehörige der gelben Rasse. Während das siegestrunkene Japan damit prahlt, daß es der Führer und Herr des mon golischen Asien werden und China zm Kampf gegen die Weißen modilisiren will, nimmt man in Deutschland fünfzehn Gelbe in die Lehre, um sie im Gebrauch der Waffen gegen die Europäer zu unterweisen. Während China 400 junge Leute nach Japan sendet, um sie in euro päisch-japanifcher Kriegskunst ausbilden zu lassen, zeigt man in Deutschland selbst den Chinesen, wie sie Europa schlagen können. Und wenn es sich noch um eine Macht in Europa handelte, die mit China eine Allianz zu schließen wünschte, oder um eine Macht, die keine Interessen in China hat! Aber Deutschland hat eine große Colonie in China, eine Colonie, die sicher zuerst bedroht werden wird, wenn die gesammte gelbe Rasse Front gegen Europa machen wird. Der europäische Staat, der zur Zeit einen erbitterten Kampf gegen die Hereros führt und England beschuldigt, diese mit Waffen versehen zu haben, derselbe Staat unterrichtet fünfzehn Chinesen in der Heerführung und in der Anwendung moderner Geschütze und Sprengstoffe, die diesen Unterricht nur nehmen, um gegen die Europäer gerüstet zu sein, mithin auch gegen die Deutschen! Wenn die Chinesen sich über die Aufnahme ihrer fünfzehn Landsleute in Deutschland nicht ins Fäust-

chen lachen, dann wären sie nicht die verschlagenen Burschen, für die man sie immer gehalten hat." 45,000 wird die Stadt sur den neuen Park bezahlen. Die von der verflossenen Legislatur mit dem Verkaufe des Eigenthums der Taubstummen-Anstalt betraute ComMission hat gestern Nachmittag dasselbe wie folgt verkauft : Tract No. 1, bekannt als das Staatsfeld (17.02 Acker) an John I. Appel und E. L. Cottrell für 850,000. Tract No. 2, umfassend 14.71 Acker südlich von der Washington Str., auf welchem die Gebäude der Anstalt sich befinden, an die Stadt Indianapolis für 845,000. Tract No. 3, an die Pennslvania Bahn-Gefellschaft sür 835,000 ; derselbe umfaßt 9.13 Acker. Ein Theil von Tract 4, bestehend aus 2 81 Acker an die C. H. & D. Bahn für 6,000; der Rest von 17.28 Acker wurde noch nicht verkauft. Tract 5 blieb noch unverkauft. Tract 6, nur 0.62 Acker groß, an den Kohlenhändler I. R. Wasson für $1,640. Bauerlaudnlßfchein e. John Clark, Wohnhaus, 33. Straße, zwischen- Cliston und Rader-Straße, 81200. John Clark, Wohnhaus, 34. und Rader Str., 81200. ChaS. A. Jewell, Cottage, La Salle-, nahe 13. Straße, 81200. Dr. Hy. Jameson, Backstein-Stall, No. 962 Nord Pennsylvania Str., 86700. I. H. Kettler. HauS, 10. Straße und Jeffer son Avenue, 81500. ,

Ans Stadt- nnd Counth-Ber-valtung.

82.14 wird die gesammte Steuerumlage fein. Die gesammte Steuer-Umlage für das Jahr 1905 für die steuerzahlenden Bewohner von Indianapolis, einschließend. Staats-, County-, Townfhip-, Stadt- und Schulsteuern wird sich auf 82.14 für jede 8100 steuerbaren EigenthumZ belaufen. Die Umlage ist um 5 Cents höher als in diesem Jahre; sie vertheilt sich wie folgt: Staat 30s Cents, Stadt 83 Cents, County 37 Cents, Schulen 57 Cents, Township 1 Cent. Im Jahre 1891 betrug die Steuer-Umlage nur 81.50, seitdem ist sie beständig in die Höhe gegangen. Die H e i z g a s-O r d i n a n z. Das Stadtraths.Comite für Contracte und Freibriefe, in dessen Händen die Ordinanz liegt, durch welche der Verkauf von KunstgaS für HeizungSzwecke regulirt und den Preis auf 50 Cents pro 1000 Cubikfuß festgesetzt werden soll, wird in der am nächsten Montag stattfindenden regulären Sitz ung des Stadtraths die Ordinanz noch nicht einberichten. DaS Comite wird im Laufe der Woche eine öffentliche Sitzung abhalten, um allen Denjenigen, welche sich für diese wichtige Frage interefsiren, Gelegenheit zu geben, ihre Meinung zu äußern. DaS Comite setzt sich aus folgenden Stadtvätern zusammen: I. H. Crall, Vorsitzer; F. W. Eppert, I. L. GaSper, Daniel Linus, C. G.,DaviS, A. H. Wahl und I. D. Moriarity. AnklagengegenPoliziften. C. P. Foreman, ein Angestellter der Federal Union Suretry Co., hat vor der Sicherheits-Bchörde Anklagen gegen die Polizisten Frank E. Bolen und Henry Christ erhoben. Er beschuldigt dieselben, ihn ohne Ursache verhaftet und insultirt zu haben. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 31. Juli, in früher Morgenstunde. Der Kläger befand sich auf dem Wege vom Bahnhof nach seiner Wohnung, als er von den genannten Polizisten verhastet wurde. Die An klage gegen ihn lautete auf Vagabundiren. Im Polizeigericht wurde er jedoch freigesprochen. Jnspection des Engli sh O p e r n - H o u s e. Das Stadtraths.Comite für öffent liche Sicherheit nahm gestern eine Infpection des English Opernhaus vor, um sich zu vergewissern, ob die Vorschriften der neuen Bau-Ordinanz ein gehalten worden sind. DieUntersuchung desstädtischen Trinkwassers. Die Wasser-Cxperten C. E. Ferguson und G. W. Füller, die Stadtresp, die Wasser-Gesellschaft repräsentirend, haben die chemischen Analysen der von ihnen genommenen WasserProben beendet und sind jetzt mit der tabellarischen Aufstellung ihrer Resultäte beschästigt. Sie werden ihren Bericht der Gesundheits-Behörde in etwa 14 Tagen einreichen. Die Behörde für öffentliche Werke hat Prof. E. S. Ferry von der Pur due Universität zum Experten ernannt, um die Qualität des von der Jndpls. Gas-Gesellschast der Stadt gelieferten GaseS zu untersuchen. Die Kosten der Untersuchung trägt die Gesellschaft. Die Behörde hat die Aufmerksamkeit des Stadt-JngenieurS auf den bedenklichen Zustand der Brücke über deu Pleafant Run an O. Washington Str. gelenkt. Auf Empfehlung des Bau-Jnspec-torS Stanley condemnlrte die Behörde gestern folgende Gebäude: ' 531, 533 und 535 Ost Washington Str. und 142 und 144 Süd Illinois Str. Gesuche wurden eingereicht für: Wasser-Röhren in Alabama Str., von 29. bis 30. Str. Wasser-Röhren in 26. Str.. von Sherman DriveiS 30. Sir. Die Primär Asseßment-Liste wurde bestätigt für: Kiespflasterung und Rinnsteine in La Salle Str., von New York bis Michigan Str. Cement Seitenwege in Downing Str., von Vermont bis Michgan Str.

Jndiana Zweig der Nationalen

Industrie -Friedens-Verei-nignng. In der Mafonic Halle fand gestern Abend eine Versammlung des Jndiana Zweig der Nationalen FriedensVereinigung statt. Die Hauptredner waren P. H. Scullin von Seattle, Wash., der National-Secretär . der Verein!gung, .Pfarrer Gavisk, Wia. Cochran und L. P. MeCormick. " Deutscher Militarverein. Der Deutsche ilitärverein hält heute Abend in seinem Clublocale, Ottmar Keller's Halle, seine regelmäßige Versammlung ab. In derselben wird auch die Beamtenwahl vorgenommen werden. Teuflischer Reisegefährte. Auf einer Chaussee unfern Stettin, Pommern, wurde ein auf der Wanderschaft befindlicher Handwerkstausche schwer verletzt aufgefunden. Mit einem Neisekollegen" hatte er sich an einem Tümpel niedergelegt. Einige Zeit darauf durch heftigen Schmerz geweckt, sah er zu seinem Entsetzen, daß er am ganzen Körper brannte. Sein inzwischen verschwundener Genosse hatte ihn mit einer brennbaren Flüssigteit begossen und dann angezündet. Der Unglücklich: erlag bald darauf seinen Verletzungen. Harte Strafe. Der Arbeiter Szepokat in Berlin hatte auf einem Bahnhof zu thun, als dort gerade Preßkohlen abgeladen wurden. Von diesen eignete er sich sieben Stück an, die ihm aber bald wieder abgenommen wurden. Die Kohlen hatten emen Werth von wenigen Pfennigen; da aber der Angeklagte schon wiederholt wegen Diebsiahls vorbestraft worden war und nach dem deutschen Strafgesetzbuche in solchem Falle drei Monate Gefängniß das niedrigste Strafmaß ist, so mußte der Gerichtshof diese Strafe aussprechen. Fünfzig Jahre imJrrenHaus. Der Anfangs der 50er Jahre in Wien fehr bekannt gewesene Dichter Konrad Kertl befindet sich seit dem Jahre 1854 als Kranker in der Niederösterreichis chen Landesirrenanstalt. Kertl, der dermalen 75 Jahre zählt, ist ein ruhiger Irre und bethätigt sich noch jetzt als Gelegenheitsdichter bei den verschiedensten Anlässen. Sonst lebt er apathisch dahin und nährt sich als eingefleischter Vegetarier ausschließlich von Pflanzenkost. Ueberbürdete Richter. In . welchem Maßstabe das deutsche Reichsgericht in Leipzig an Arbeiten überbürdet ist, kann man aus der Thatfache ersehen, daß jüngst verschiedene Termine gemeldet wurden, die erst für das nächste Jahr im Juni und Juli angesetzt sind. Den Rekord in dieser Angelegenheit hat aber entschieden d:r zweite Civilsenat geschaffen. Dieser, wie es scheint am meisten beschäftigte Senat, setzte für einen Kölner Prozeß, dessen Revision angemeldet war, den 25. September 1905 als Terminstag an. Es handelt sich um einen Prozeß, den die Stad'tgemeinde Köln mit der dortigen evangelischen Kirchengemeinde führt. Der schlaue Ortsvorst e h e r. - Der Vorsteher eines kleinen westfälischen Ortes telegraphirte an das in Paderborn liegende Jnfanterie-Regi-ment, man habe in seinem Orte einen Strolch aufgefangen, der sich als Deferteur des PaderbornerRegiments entpuppt habe. Der Ortsvorsteher erhielt darauf die Antwort, er solle den Festgenommenen an die nächste Polizeibehörde abliefern. Der Deserteur aber kam nicht. Nach einigen Tagen des Wartens fragte das Kommando bei dem Ortsvorsteher an, wo der Deserteur sei. Die Antwort lautete: Wir haben ihn mit Reisegeld versehen und nach Paderborn entlassen." Gii'cr. Junge Dame (im Schuhe Waarengeschäft): Die Schuhe würden mir ja recht gut gefallen, mein Herr; nur fürchte ich, daß sie reichlich eng sind und in den ersten Tagen den Fuß arg drücken werden V e r k ä u f e r: O, mein gnädiges Fräulein, da ton nen Sie ganz urbeforgt fein; in' den ersten Tagen brauchen Sie derartige Schuhe überhaupt nicht zu tragen." Dructrlclzler. Mit düsterer Miene betrat er das Zimmer, stellte sich an den Ofen und wurmte sich. Festen Schrittes betrat er mit seiner Frau und Schwiegermutter den Kahn; dann senkte er rasch entschlossen die beiden Luder in'S Wasser und stieß ab. SpekulatiV. Tourist: Herr Wirth, auf Ihren Ansichtspostkarten haben Sie ein vierstöckiges Prachtgebäude abgebildet, während Ihr Haus thatsächlich doch nur einstöckig ist!" W i r t h : Ja, schau'n S', für die vielen verschämten Sommergäst' haben wir extra a besondere Renommirpostkarte anfertigen lassen!"

Allgemeiner nnd Jndiana Wet. ter- u. Ernte-Wochenbericht.

DaS Ver. Staaten WetterBureau hat folgenden Allgemeinen Wetterund Erntebericht für die am Montag abgelaufene Berichtswoche veröffentlicht: Der Regen war ungleich vertheilt. Derselbe war übermäßig in Theilen der Eolfstaaten und in Oklahoma und abnorm heftig an der südlichen PacisicKüste, wo er großen Schaden anrichtete. Wohlthätige Regen gingen in Illinois, Jndiana, dem unteren Michigan und Theilen von Iowa und Missouri nieder und in Minnesota und Nord-Dakota verzögerte Regen die Feldarbeiten, aber in anderen Gegenden regnete es nur schwach oder gar nicht und die Witterungsverhältnisse waren dem Einheimsen von Späternten günstig. In den hauptsächlich Mais poduzirenden Staaten westlich vom Mississippi hat der Spätmais günstiges Wetter gehabt und derselbe reift allgemein rasch, außer im nördlichen Missouri, jedoch hat er auch dort keinen wesentlichen Schaden durch Frost erlitten. In Iowa braucht der spät gepflanzte Mais noch eine Woche warmen trockenen Wetters, und in Missouri zehn Tage zum Reifen, und in Kanfas und Nebraska ist derselbe zum größten Theile gegen Schaden durch Frost gesichert. Oestlich vom Mississippi ist der Spätmais in 'Folge kühlen Wetters langsam gereift. In Illinois ist ein Theil des Maises im südlichen Theile deS Staates gesichert und der größte Theil wird bis zum 10. Oktober aller Gefahr entrückt fein. In Jndiana ist noch ein großer Theil des Maises durch Frost gefährdet und in' Ohio ist er im südlichen Theile ziemlich sicher, während er im nördlichen Theile noch etwa vier zehn Tage zur Reise bedarf. Fröste verursachten dem Maise einigen Scha den im nordwestlichen Theile deS letzt genannten Staates und bedeutenden Schaden in Neuengland, dem nördli chen Theile der mittelatlantischen Staa ten, der Region der oberen Seen und im oberen Mississippithale. Der Allgemeine Wetter- und ErnteBericht für Jndiana lautet: Die ersten Tage der Woche waren abnorm kühl;! ein -leichter Frost kam an einigen Plätzen am Mittwoch und Donnerstag Morgen vor, doch that derselbe keinen Schaden. Dann folgte wärmere Witterung, und die letzten 3 Tage waren im Durchschnitt wärmer als imiDurchschnitt. Schauer sielen in allen Theilen des Staates am Dienstag und Samstag und dann wieder in der Nacht von Sonntag ans Montag, so daß der Boden in gute Versassung für Pflügen und Weizensäen kam. Es war weniger als der normale Betrag von Sonnenschein während der Woche. ' Welschkorn und Tomaten reisten nur langsam, und namentlich im mitt leren und südlichen Theile des Staates ist ein großer Theil von beiden Ernten noch für eine Woche und darüber in Frostgefahr; einiges späte Welschkorn im mittleren Theile des Staates ist noch immer in milchigem Zustande. Wo das Wclschkorn hinlänglich reif ist, wird es abgehackt und geschockt. Weizenfäen geht im ganzen Staate vorwärts, in den nördlichen Counties ist man fast damit fertig, und der zuerst gesäete Weizen geht gut auf. Trockene Witterung und der schlechte Stand der Welschkornpflanzen verzögerte in mittleren und südlichen Counties die Arbeit einigermaßen, und dortist noch ziemlich viel Säen und einiges Pflügen zu thun. Im Süden wird viel Weizen gesät, dagegen durchschnittlich weniger iniden mittleren und nördlichen Sectionen. Tomatoranken sind sortgesetzt ertragreich ; daS Einmachen geht noch für die ganze nächste Woche fort. Spätkartoffeln sind meist emgeheimst; eS giebt deren nicht sehr viele, aber sie find von guter Qualität. Der Tabak ist völlig geschnitten und in guter Versassung eingeheimst. Zwiebeln giebt eS viele in Noble und Marfhall Counties, und der Versandt hat begonnen. Weintrauben und Pflaumen giebt eS genug; dagegen Birnen . und Pfirsiche weniger als durchschnittlich. Winterüpfel fallen immer noch viel ab, auch ist viel davon von schlechter Qualität. Gottlied L eukhardt, .Die gemüthliche is&t,m Ecke Noble und Market Str

Frenie

iros

No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbricfe und Poftanweismtgen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine "r An und verkauf ausländischen Geldes. lVie man Erfolg im Leben haben kann ist wirklich eine ernste Frage. Kein besserer Rath kan ertheilt werden, als der, em Spar Conto anzulegen. Nehmen Sie das Sparen zum Vorsatz und halten Sie an dem Vorsätze scst. Mit der Zeit ist der Erfolg sicher. Die Jndiana Trust Compagnie accepttrt Depo siten von 25 Cents lis $5,000.00 und zahlt 3 Proz. Zinsen, halbjährlich verrechnet. Kapital - - - $1,000,000.00 Ueberschnß 1225,000.00Mm Tut sin j 0 Ecke Washington Str. und Virginia Are. ssa Durchlaufende Zuge. sr. Z5vms. Die einzige Linie, welche Passagiere und Gepäck in dem AnsstellungSplatz landet, ehe der Zug in St. Louis einfährt. ?R nsl Waggon Excursion jeden Tag, OUiUU ausgenommen Freitags und Samstags, giltig für 7 Tage. $9 00 JA" Tag. Giltig für IS Abfahrt von Indianapolis II .50 Uhr Vormittags und 11.10 Uhr.Abends. Ankunft auf dem Ausstellungsplatz 7 Uhr Abends und 7:40 Uhr Morgens. Stadt'Osfice: 8 Nord Illinois Str. z f . r Berauschter unter denl Fußboden. In Stadskanaal, Holland, baute ein Mann ein Haus. Er trank gern einen Bittern, und so kam es vor, daß er oft des Mittags mehr nach Hause schwankte als ging. Das ereignete sich auch neulich. Der Mann kam nach seinem Neubau, in dem gerade der Fußboden gelegt wurde. In dem einen Zimmer war die Arbeit zu zwei Drittel beendet. Der schwankende Herr gerieth in- dieses Zimmer, stolperte, fiel vornüber und rollte unter den Fußboden, wo er bald den Schlaf des Gerechten schlief. Als nun die Zimmerleute nach 'der Mittagspause wieder an die Arbeit gingen, dielten sie das letzte Drittel des Zimmers, ohne ihren Herrn bemerkt zu haben. Und er bemerkte sie auch nicht. Der tolle Lärm und das Hämmern hatten ihn nicht zu wecken vermocht. Nach einigen Stunden erst ward er nüchtern; er griff um sich, fühlte -nur Sand und konnte sich nicht erklären, wo er war. Schließlich zog er einen Schuh aus und schlug damit unaufhörlich gegen den Holzboden. Aber lange dauerte es, ehe man ihn hörte und ihn aus seinem unfreiwilligen Versteck befreien konnte. Selbstbeschädigung von Soldaten. Bei deutschen Marinesoldaten kamen häufig Ohrentzündungen vor, die zur Dienstentlassung wcgen Invalidität führten. Die Entzündung hatte einen eitrigen Ausfluß und eine zeitweilige Verhärtung der Haut zur Folge. Neulich stellte sich heraus, daß dieses ganze Krankheitsbild künstlich hervorgerufen worden war, und zwar durch Einführung eines SeifenPfropfens in den Gehörgang, wo er einen derartigen Reiz auf die Haut ausübte, daß eine schmerzhafte Entzündung entstand. Wegen dieser Selbstveschaolgung wurde em Angeklagter vom Kriegsgericht zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Gegen eine Reihe anderer Marinesoldaten wurden aus gleichem Grunde Strafprozesse ein-geleitet.

IxSimmmC jr"T?