Indiana Tribüne, Volume 28, Number 34, Indianapolis, Marion County, 1 October 1904 — Page 1

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y GrZÄeint jeden Naöinrittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Samstag, i. Oktober 1 904 No 34. ' ' i

Straßenbandlt aus einige Zeit unschädlich gemacht. ChaS. Müllen, unter der Anklage des Angriffs und de Raubes, wurde gestern durch eine Jury im Criminalgericht zu 214 Jahren Resormatorium verurtheilt. Müllen ist eines der Mit glieder jener Bande, welche vor mehreren Monaten in einem Revolverduell den Radlerpolizisten Kitzmiller durch einen Schuß in's Bein verwundete.

Unfall. Tom Connor, 409 MuSkingum Str. wohnhaft, ein beim Neubau deö Bun deSgebäudes beschäftigter Arbeiter, wurde heute Morgen durch einen von einem Gerüst herabfallenden Mauer stein am Kopfe verletzt. Seine Wun den sind schmerzlich, jedoch glücklicherweise nicht gefährlich. Dr. Hawley brachte ihn zum Dispensarium und sandte ihn, nachdem die Wunden verbunden waren, nach seiner Wohnung. Polizeiliches. Eleve Fleming, 21 Jahre alt, 519 Kentrcky Ave.; Fred. Beckman, 616 West Merrill Str., 25 Jahre alt; George Parker, 21 Jahre, 517 Kentuest) Ave., und Con. Netter, 519 Süd West Str. Obige Namen und Adres sen wurden heute früh in'S Register der Polizeistation eingetragen und neben den einzelnen Namen wurde die An klage Raub vermerkt. Einer der An geklagten soll einen Mann NamenS Joe Herron, 909 Süd . West Straße, um einen kleinen Betrag beraubt haben. wer aber der Verüber gewesen, ließ sich nicht feststellen, da alle unschuldig zu sein behaupten. Ralph Colborn, 17 Jahre alt, der unter der Anklage des Groß iebstahlS im Kriminalgericht vorge führt wurde, wurde mit suspendirtem Urtheil entlassen. W m. D u g a n, ChaS. Kruse und Grcver Becker, welche alle 3 unter der Anklage des Aufruhr standen, wurden gestern im Polizeigericht mit je $25 und Kosten beleg;. v E d. G r i f f i n, ein Farbiger, der seine Wshnung als 221 Douglaß Str. angab, wurde gestern durch die Detectivs Manning und Haley ver haftet. In seinem Besitze wurde ein Uniform Rank Knights of Pythias Schwert nebst Koppel gefunden, wel cheZ er von seinem Vater erhalten zu haben vorgab. Sein Vater behauptete den Detectives gegenüber, daß er von den Sachen nichts wisse. W m. O w S l e y, der mit gänzlich verbundenem Kopfe vor Richter Whal lon geführt wurde, erhielt seinen Termin auf heute verschoben, damit dem Polizeiarzte Gelegenheit gegeben wird, die Wunden desselben zu verbinden und zugleich dieselben auf ihren Ursprung zu untersuchen. OwZley behauptete nämlich, daß er in-der Nähe von Shel byville von einem Zuge abstürzte. Detectiv Bray bezeugte, daß OwZley ein Dieb ist und vielleicht, meinte Richter Whallon, könne es sich erweisen, daß OwZley geschossen wurde. Frau AliceM int er. 219 Nord Illinois Str. benachrichtigt die Polizei, daß sich ein unbekannter Neger in verdächtiger Weise beim Hause 'herumschlich und durch die Fensterläden sah. Beim Eintreffen der Polizei war der Nigger verschwunden. Commereial Club. Der Commercial Club hat folgende neue Mitglieder aufgenommen: Bischof Jos. M. FranciS, S. D. Kiger, W. H. Disher, William M. Fozarty, C. H. Hampton, Rob. Bell, George Cobb, Arthur Wolf, S. T. Songert, T. R. GraveS und P. H. Scullin. Sandarbeits-Schnle für Mädchen. In der Tomlinson-Halle wird heute die HandarbeitZ-Schule für Mädchen wieder eröffnet werden.

Ein bekannter Bürger das

Opfer von StraßenBanditen. err F. A. Blanchard von denselben zu Boden geschlagen und beraubt.Er trug erhebliche Wundem davon und muszte ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen. Während er sich auf dem Wege von seiner Office, 153 Nord Delawar: Str., nach seiner Wohnung, 204 Ost 15. St., befand, wurde gestern Abend um etwa 10.30 Uhr der Leichenbestatter F. A. Blanchard an der Delaware Str., etwas nördlich von der Nord Straße, angefallen, niedergeschlagen und beraubt. Herr Blanchard hatte gerade das elektrische Straßenlicht an der Ecke der Nord Straße passirt und war an einer durch Bäume verdunkelte Stelle der Straße angelangt, als er plötzlich zwei Männer aus dem Dunkel auf sich von hinten losspringen sah. Zugleich erhielt er einen fürchterlichen Schlag mit einem Todtschlüger, der ihn zu Boden sällte. jedoch ihn nur theilweise seiner Sinne beraubte. Wie Herr Blanchard angiebt, hatte er noch um Hülse rufen können, ehe er sein Bewußtsein verlor. Auch zwei in der Nähe befindliche Damen riefen um Hülse, doch hörte sie Niemand. Er versuchte sich zur Wehre zu setzen, als ein zweiter noch wuchtigerer Schlag ihm völlig seine Sinne beraubte. Der ganze Angriff spielte sich mit unheimlichir Geschwindigkeit ab. . Nach einigen wenigen Minuten, als seine Sinne zurückkehrten, sagte Herr Blanchard, sah er zwei Polizisten neben sich stehen, die bemüht waren, ihn ins Leben zurückzurufen. Sobald er fähig war aufzustehen, brachten ihn dieselben in eine benachbarte Apotheke und machten sich dann unverzüglich zur Verfolgung der Banditen auf, denen eS leider gelungen war, ihr Opfer zu berauben und ihre Flucht zu bewerkstelligen. Ein $64Check, S5 in Baar und eine silberne Uhr fielen denselben zur Beute. Herr Blanchard wurde mittels Droschke nach der Wohnung deS Dr. Theo. A. Wagner, 1419 Broadway gebracht, der ihm mehrere Wunden hinter dem Ohre und im Ohre zunähen mußte. Später stellte es sich heraus, daß der wuchtige Schlag den Kinnbackenknochen des Ueberfaüenen zermalmt hatte. i Siaxl Wacker, i Wiederum ist ein bekannter Deutscher im besten ManneSalter von 43 Iahren vom tückischen Nervenfleber dahingerafft worden. Karl Wacker, ein wohlbekannter Metzgermeifter, schon über zehn Jahre in Haughville im Geschäft, ist gestern Nacht in seiner Wohnung, No. 539 Germania Avmue, nach dreiwöchentlicher Krankheit gestorben. Wacker siedelte vor ungesähr 14 Iahren von Grunbach, Oberamt Schorndorf, Württemberg, nach hier über, und währ,d dieser Zeit erwarb er sich durch seine ehrliche deutsche Art einen großen Kreis von Freunden. Er war Mitglied der Goethe-Loge No. 13, I. O. K. P., der Compagnie A der Pythian Guard, des Arbeiter.Kranken-UnterstützungS-VereinS, der HermannsSöhne, da? Schwaben'UnterftützungSVereinS und deS Deutschen MetzgerVereins. Außer seinen vielen Freunden be trauern den Tod des so allbeliebten Verstorbenen eine betagte Mutter in Deutschland, drei Schwestern, eine tiefgebeugte Wittwe und vier Kinder. . Die Beerdigung findet am Montag Nachmittag um 2 Uhr vom Trauerhause aus statt. Staucht die B0NANZA.

Der Gasttag des Mannerchor Damen-Vereins

Gestaltete sich zu einem glänz vollen gesellschaftlichen Ereignis;. Die Dekorationen erregten allseitige Bewunderung. In den Annalen des Männerchor Damen-Vereins wird dem gestrigen Gasttag jedenfalls ein hervorragender Platz eingeräumt werden müssen; mit goldenen Lettern sollte er in denselben verzeichnet stehen. Wohl noch nie zuvor war der Besuch des GasttageS ein solch' zahlreicher, als wie gestern, und dieses war um so erfreulicher, als gerade in diesem, dem goldenen Jubiläums-Jahre außerordeutliche Vorbereitungen zum würdigen Empsang der Gäste getroffen worden waren. v Die an und für sich prächtigen Räume der Männerchor Halle waren in wundervoller Weise decorirt worden. Die Dekorationen waren durchweg in rothen Ton gehalten. Schon einen entzückenden Anblick bot der Parlor mit seinem reichen Schmuck von Palmen, Farren und dem zarten Spargelsträuchen dar, aus welchen die rothen Beeren vergnügt hervorlugten. Ein mit üppigen rothen Geranien gefüllter Korb siel sofort jedem Besucher angenehm in's Auge. Die von dem Unabhängigen Turnverein dem Männerchor zum goldenen Jubiläum geschenkte bronzene Statuette Orpheus" erfüllte gestern zum ersten Male ihren Zweck als Candelaber. Die an ihr angebrachten electr. Glühlichter waren, wie alle anderen elektrischen Lichter durch rothe Manschetten umhüllt, sodaß eine magische Beleuchtung entstand. American VeautieS" aber waren überall in verschwenderischer 'Anzahl vertheilt. In dem Parlor waren ferner auch die goldene vom Kaiser verliehene Medaille, die goldenen Geschenke des hiesigen Liederkranz und des Cincinnati Liederkranz, sowie die Widmungen deS Wiener MünnerGesangvereinS und der Hüdepohl Combination" von Cincinnati ausgestellt. In geschmackvoller Weise waren auch der Speisesaal, das Empfangszimmer und die Kneipe" dekorirt. Die lichtgrünen Spargelzweige, an welchen rothe Beeren hingen, bildeten auch in diesem Raume einen wesentlichen Schmuck. Auf den Tischen aber befanden sich Leuchter und Candelaber mit rothen Stearinkerzen, und rosa Manschetten versehen. Ganz entzückend war auch die bewußte lauschige Ecke in der Kneipe" dekorirt, wo zur Erhöhung der Bequemlichkeit, mehr aber wohl zurZierde noch viele Prachtexemplare von Rückenkissen umherlagen.. Die mit solch' künstlerischem Gcschmack ausgeführten Dekorationen und die stimmungsvolle Beleuchtung erregten denn auch mit Recht die Bewunderung der zahlreichen Gäste. ' Dieselben wurden im Parlor von den Damen deS Vorstandes mit der Präsidentin, Frau Adolph Scherrer an der Spitze, in liebenswürdigster Weise begrüßten. Der Kaffee wurde sodann im Speifesaal eingenommen, in der Kneipe" wurde Jce Cream servirt. und im Parlor de lectirten sich die Damen an einem sehr wohlschmeckenden Punsch. Um Alles harmonisch zu gestalten, wiesen die eleganten Servietten rothe Blumen auf und in dem Punsche tummelten sich rothe Kirschen umher. Im Laufe deS Nachmittags wurde auch ein interessantes musikalisches Programm in vortrefflicher Weise durchgeführt. Die Mitwirkenden waren die Sopranistinnen Frl.' Edith Langsenkamp und Frl. Auguste Rentsch, sowie Eimer , und . Lillie Jttenbach, welche als Mandolin-Virtuosen debütirten; Montani'S Orchester lieferte ge fällige Promenaden-Mufik.

Der gestrige Gasttag deS Männer-

chor Damen-Verein5 wird den Theilnehmerinnen an demselben gewiß noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Für den schönen Erfolg aber gebührt in erste? Linie folgenden Comites hohe Anerkennung: Dekorationen Frauen Jul. Burkhardt, Paul Krauß und Wm. Gardner. Limonade Frauen Jos. Geiger, Emil Steinhilber und Frl. Emma Minter. Ciscream Frauen Theod. Weiß, Reinie Miller und Henry Jungclaus. Kaffee Frauen Eugene Dolmetsch, JameS Galloway nnd Henry Runge. Ein Weichensteller schwer verletzt. William Cain, ein Weichensteller in Diensten der I. M. & I. Bahn, gerieth gestern Mittag zwischen einen Frachtwagen und der Lokomotive eines FrachtzugeS und erlitt gefährliche Quetschungen. Er wurde von Mitangestellten nach dem St. Vincent's Hospital gebracht, wo seine Verletzungen in Behandlung genommen wurden. Gzln wohnte hier an der Oft Washington Str., er stammt aus Edinburg, Ind., wo seine Mutter jet noch wohnt. Der Gefahren wegen, welche einem Weichensteller drohen, verließ er vor längerer Zeit den Bahndienst und war erst seit etwa drei Tagen wieder zu demselben zurückgekehrt. Professionelle Burgen in Angst und Nöthen. Mike Cox, Sarah Beneble und Bert Voß, glänzten alle drei gestern im Polizeigerichte durch Abwesenheit und die beiden professionellen Bürgen, Fordes und Ward wurden aufgefordert. entweder die Abwesenden dem Gerichte vorzuführen, oder die Bürgschaft derselben bezahlen. Beide Bürgen machten sich, nachdem sie von der AbWesenheit ihrer Klienten Nachricht erhalten hatten, sofort auf die Suche nach denselben. Den Automobilisten ist schwer beiznkommen. Gordon E. Varney, der vor meh reren Tagen unter der Anklage, die Fahrordinanz verletzt zu haben, verhastet wurde, wurde ohne vernommen zu werden, im Polizeigerichte entlassen, da der Polizist, welcher die Anklage gegen ihn erhoben hatte, nicht im Stande war, ihn zu identisiziren. Richter Whellon ist der Ansicht, daß solche Automobilisten, welche das Gesetz zu übertreten wünschen, ihren Autos falsche Initialen anhängen und er un terstützt den Plan des Superintendenten Krüger. Nummern direkt an den Au tomobilen anbringen zu lassen. Eine eigenthümliche KofferGeschichte. Im Polizei-Hauptquartier befindet sich gegenwärtig ein Koffer mit Zeug, Bildern und Männerartikeln angefüllt, der auf eine originelle Weise in den Besitz der Polizei kam. Frank Hickason, ein farbiger FuhrwerkSbesier, erhielt von einem Manne, der "seinen Namen als Wm. Hoosley angab, den Auftrag, nach einem LogiShause zu fahren und den Koffer dort abzuholen und mit demselben nach eigenem Wunsche zu verfahren. Er könne denselben behalten oder in'S Wasser werfen, ganz wie ihm gefalle. Detectiv Jley Löwe, dem die Sache kund wurde, und der nicht begreifen konnte, weshalb HvoSley den Koffer aufzugeben beabsichtige, orderte die vorläufige Ablieferung in der Station an, bis eine Untersuchung stattfinden kann. Ein Mann mit Na men Hocöley soll in Diensten der Emerich Möbel Fabrik stehen und soll früher im Hause 829 Süd Meridian Str. Quartier gehabt haben. Neuer Federweißer, bei August PUtsch, Ecke Wabash und Liberty Straße.

Interessante Ausstellung

Im Herron-Jnstitut. Die Ausstellung der Bilder und Skizzen von Frl. Elfe Duden, die heute im Herron-Jnstitut beginnt und bis zum 16. Oktober dauern wird, sollte von Kunstliebhabern nicht versäumt werden. Gestern Abend waren die Presse und intimere Kreise zur Besichtiaung eingeladen und viel schmeichelhafte Anerkcnnung wurde der jungen Künstlerin zu Theil. Frl. Duden stellt neben einigen recht guten Copien niederländischer Meister eine Anzahl Landschafts- und Kopfstudien aus. Eine Prüfung ergab, daß Frl. Duden'S Stärke im Portraitfach liegt. Die Köpfe, die sie ausstellt, sind breit und mit saftigem Pinsel bemalt. Ohne Künstelei weiß Frl. Duden die Charakterzüge ihre? Modelle zu erfassen und in guter Farbengebung und korrekter Zeichnung festzuhalten. Ein vorzügliches Portrait ihres Vaters, Herrn Aug. Duden, fällt sofort beim Eintreten dem Besucher in die Augen. Das Bildniß eines hübschen kleinen Knaben mit einem riesigen Bernhardiner wirkt malerisch anmu thend und muß unbedingt den Auftraggebern viel Freude bereiten. Der Studicnkopf einer alten Dame (No. 24) ist wegen des silbernen LufttoncS, der sich über die ganze Bildfläche zu ergießen scheint, für den Kritiker wohl die beste Leistung der jungen Künstlerin, der unzweifelhaft eine ruhmvolle Zukunft bevorsteht. Die Ausstellung ist bis zum 16. Octoder für Jedermann unentgeltlich .geöffnet. Ein Barbier, der Cheöfälschuug beschuldigt. " " Adrian Haywr.od, 57, ein Barbier, 1401 Columbia Ave. wohnhaft,' wurde durch die Detektivs Löwe und L ancaster verhaftet. Die Anklage gegen ihn lautet auf Fälschung. Haywood soll einen 810 Wechsel auf das Konto von Baker & Thornton gezogen, an Pettigo Bros in Zahlung gegeben haben. Eine Durchsuchung seiner Taschen förderte noch 2 Wechsel für $21 und 2 Wechsel für S1, die mit der Unterschrift Levy Bros versehen waren und die auf Fletchers Bank ausgestellt waren, zu Tage. in Die Staats-Vegnadignugs-Behörde. Die Staats - Begnadigungsbehörde, welche in dieser Woche hier in Sitzung war, hat sich gestern Vormittag, nachdem sie dem Gouverneur ihren Bericht eingereicht hatte, vertagt. Ueber ein Gesuch, W. E. Hinshaw zu begnadigen, wird erst in der im December stattfindenden Sitzung der Behörde berathen werden. Noch ein Selbstmordversuch. Effie McGrecvey, 24 Jahre alt, 930 West Washington Straße wohnhast, wurde gestern Abend kurz nach 7 Uhr durch die Dispensariumsärzte Heinrichs und Earbart nach harter Arbeit von den Folgen einer Dosis Morphium gerettet, die sie in selbstmörderischer Abficht verschluckt hatte. Die Pfianzendiebin bestraft. Frau W. I. Weiler von No. 1107 Bellefountain Str., die unter der Anklage, von einer Anzahl Veranden auf der Südseite Pflanzen und Topfgewüchse entwendet zu haben, verhaftet wurde, erhielt gestern im Polizeigericht eine Strafe von $25 nebst Kosten. Die Vertheidigung, welche Kleptomanie plaidirte, wurde durch die Aussagen des Gatten der Frau unterstützt, welcher aussagte, daß ihre Handlungen wäh rend der letzten paar Tage auf UnzurechnungSfähigkcit schließen ließen. L?" Die beste 5 Cent Cigarre der Stadt, Mucho's Longfellow".

Nachrichten aus Jndiana.

L a p o r t e , 30. Sept. Bert Jones, ein Farbiger, der .in Michigan City unter der Anklage, einen Laden in Dowsgiac. Mich., beraubt zu haben, verhaftet wurde und der seiner Auslieferung entgensah, ist heute aus dem Michigan City Gefängniß durch Sprengen ciue Schlosses entkommen. Seine Flucht wurde erst 6 Stuben spä ter entdeckt. JoneZ wird in Dayton, O., Terre Haute, Ind., und in anderen Städten gewünscht. Er entwich auch im letzten Mai, als man ihn von Dayton nach Terre Haute ausliefern wollte. T e l l City, 30. Sept. Als Jacob Fischer, der 16 Jahre alte Sohn von Herrn Martin Fischer in Tell City, sich am Mittwoch Morgen nicht am Frühstückstisch einfand, nahmen seine Angehörigen eine Suche nach ihm vor, die in der Auffindung der Leiche drS jungen Mannes mitten in der Stadt auf dem Eisenbahngeleise resultirte. Der Kopf deS Unglücklichen und der linke Arm waren durch die unbarmherzigen Räder eines ZugcS vom Rumpfe getrennt worden. Wie man annimmt, war der junge Fischer zur Straßenfair in Troy gewesen und hatte auf einem Zuge der Southern Bahn als blinder Passägier die Heimath zu erreichen versucht, um vielleicht beim Abspringen unter die Räder zu gerathen und seinen Tod zu sinden. Vincences, 30. Sept. Wie aus VincenneS berichtet wird, haben Frau T. N. Redsern und Frau E. E. JenkinS von Hzrrifon Township, Knox County, zusammen mit 5 Bewohnern von Evansville, einen hiesigen Advoka ten engagirt um als einzige Erben eine Erbschaft von etwa einer halben Mil lion unter sich zu theilen. In Alma. Mo., starb kürzlich ein Bankier, Alfred Lewis mit Namen und hinterließ $209,000 fowie einen großen Landcomplez in Wood Co., Va., auf dem eine Ortschaft gelegen ist. Da nahe Verwandte nicht vorhanden sind, so wollen die Vincenneser und Cvansviller als einzige Erben Anspruch auf die Erbschaft erheben. South B e n d, 30. Sept. Soeben ist hier das neue Adreßbuch erschienen und nach den darin enthaltenen Namen hat die Stadt ungefähr 61,000 Einwohner, hätte also Fort Wayne somit überflügelt.' Vorletztes Jahr war die Reihenfolge der fünf größten Städte JndianaS wie folgt: Indianapolis, Evansville, FortWayne, Terre Haute, South Send. Letztes Jahr drängte South Bend Terre Haute auf die fünfte Stufe zurück und jetzt scheint es fast, als ob es Fort Wayne von der dritten verdrängt habe. mw in i Viel Larm umlnichts. Ein Alarm von Kasten No. 5 rief die Feuerwehr gestern Mittag zumEnglish Hotel, wo aus einem Schornsteine ein unbedeutenderRußbrand eineRauch säule nach oben sandte. Selbstvttständlich brachte der Alarm, sowie auch das Gerücht, daß das English Hotel in Flammen stehe, eine ungeheure Menschenmenge zur Stelle. Kein Schaden wurde angerichtet. Der Schornstein in welchem das Feuer brannte, ist einer der aus Eisenblech gemachten und die einzige Gefahr wäre vielleicht die gewesen, daß durch den erhitzten Schornstein das Gebälke sich entzündet hätte. Der Schornstein überragt das Dach etwa 20 Fuß. George Harmon, einer der Fttlerwehrleute kletterte mit einer Ehemikalien - Handspritze hinauf. Der Schornstein oben war fast glühend heiß. der brave Feuerwehrmann ließ sich aber nicht abschrecken, sondern harrte bei seiner Arbeit au, bis er gewiß war, das Feuer gelöscht zu haben. Dr. S. A. Knopf von New Jork, eine Authorität ersten Ranges auf dem Gebiete der Tuberculosis wird hier Mitte deS Monats einen populären Vortrag, zu welchem der Eintritt frei sein wird, halten.