Indiana Tribüne, Volume 28, Number 31, Indianapolis, Marion County, 28 September 1904 — Page 5

Sommergäste. Slizze von Holma. -' -.'Haft Du Marken, Kind?" Sie kleine Frau schob mir das Kästchen herüber. .Da, unsere gesummten Staaispapiere", schade, daß es nicht mehr sind. Nun lies noch einmal das Inserat vor, das. Du aufgesetzt hast." Also ... Bei jungem, kinderlosem Ehepaar Arzt) elegantes Zimmer mit Loggia und Gartenbenutzung an gebildete junge Dame zu vermiethen. Familienanschluß. Offerten unter X 363 an die Expedition des Blattes." Meine Frau gab nickend ihre Zustimmung zu erkennen. Dann schob ich das Blatt in ein Couvert und adressirte es an unsere Zeitung. Eigentlich waren wir durchaus nicht darauf angewiesen, Sommergäste aufzunehmen. Aber unsere Wohnung, die eine vorsorgliche Schwiegermama für ein ganzes Heer Enkelcherr mitberechnet hatte, war für uns beide alleinstehende Leute viel zu groß, und bei meiner stets zunehmenden Landpraxis klagte meine junge Frau oft über Einsamkeit. Daher der Familienanschluß". Wir brauchten nicht lange auf unseren ersten Gast zu warten. Als ich zwei Tage später todtmüde von meinen Patlentenbesuchen nach Hause zurückkehrte, fand ich den neuen Hausgenossen .bereits in meinem Studirzimmer installirt: ein nicht mehr ganz junges und durchaus nicht reizvolles Fräulein in kurzem Lodenrock, grellrother Hemdbluse und mindestens neun Centimeter hohem Hemdkragen. Die Bildung" glaubte man ihr aufs Wort, auch wenn sie stch mir nicht sofort als engere Collegin vorgestellt hätte. Sie hatte es stch in meinem Schaukelstuhl bequem gemacht, stch eine meiner besten Kyriazi angesteckt, und mein kleines Weib stand mit verstohlenem Händeringen zwischen ihren schönen, neugestärkten Gardinen, die der neue Gast gleich als Bazillenfänger" schonungslos eigenhändig ab genommen hatte. Uebrigens erklärte mir die energische russische Studentin natürlich war ste Russm sofort, daß sie Anhängerin Krapotkins und unbedingte Communistin sei. Sie setze bei mir dieselben freiheitlichen Anschauungen voraus, nahm an, es störe mich nicht, wenn sie meine Instrumente, meine Bücher und meine sonstigen Räume auch als die ihriger, betrachte. Ich war zu derdlüfft, um zu widersprechen. Bei Tisch verwickelte ste mich in ein ungeheuer gelehrtes Gespräch über eine neue Methode der Bakterienbekämpfung. Meine kleine Frau behandelte sie vollkommen als Luft, sie war offenbar zu fossil". So blieb es auch am zweiten und dritten Tage. Wenn ich todtmüde und abgehetzt von der Praxis nach Hause kam, erwartete mich ' meine -kleine Frau mit verweinten ' Augen und einem ganzen Repertoire neuer Unthaten unseres Familienanfchlusses". In unserer entzückenden Loggia hatte ste ein Laboratorium eingerichtet, das zu den unsagbarsten anatomischen Experimenten diente, zwei neue Polsterstühle zeigten häßliche Brandlöcher von Cigaretten, eine krystallene Bowlenschüssel diente etlichen Fröschen zum Aufenthalt, die zur Bivisektion gebraucht wurden, und in einem Mahagonikleiderschrank waren einige frisch geimpfte Meerschweinchen zur weiteren Beobachtung einquartirt. Nadja Petrowna aber bemerkte gar

nichts von dem Unheil, das ste stiftete'.' Sie empfing mich stets m bester Laune, bald mit einem neuen Tolstoi, bald mit einem neuen Spaltpilz und steigerte sich allmählich zu einer Begeisterung für meine Person, die meine kleine Frau wahnsinnig eifersüchtig werden ließ. Als ste mir aber am vierten Tage ihrer Hausgenossenschaft offenherzig erklärte, es wäre doch viel klüger, wenn ich mich von der kleinen Frau, die mir geistig nichts bieten könnte, scheiden ließe, um mit ihr gemeinschaftlich ein freies Leben zu führen und Bücher und Instrumente mit ihr zu theilen, wobei meine Eheliebste zufällig ins Zimmer kam und in die erste Ohnmacht ihres Lebens fiel, da empfahl ich der sarmatischen Collegin in schonenden Worten eine Kaltwasserbehandlung außerhalb meines Hauses und das sorgsame Studium .des bürgerlichen Gesetzbuches. Dieses war der erste Streich. Schon am übernächsten Tage kam unser zweiter. Ein süßes junges Mädchen mit einem Haufen Koffer, aus dem ste eine Unmenge der genialsten Toiletten herauskramte: lauter Reformkleider in den unglaublichsten Stilen und den kühnsten Farbenträumen. Sie hatte ein entzückendes feines Gestcht und Lppiges rothblondes. Haar, das a la Cleo beide' Ohren bedeckte. Als ich nach Hause kam, faß der neue Gast in inniger Harmonie neben meiner Frau, und ste probirten wechselseitig neue Frisuren aus das untrüglichste Symptom beginnender Frauenfreundschaft. Mich ignorirte ste so vollkommen,' wie Nadja Petrowna meine kleine Käthe ignorirt hatte. Ich schien in ihren Augen ein ziemlich prähistorischer Pfahlbürger zu sein.' Gleich in den nächsten Tagen kamen 'auf einmal allerhand fremde Gäste in mein Haus. Jünglinge mit blassen, vergeistigten Gesichtern, langen, gloeinförmigen Gehröcken, hohen Krawatten gleich Prießnitz - Umschlägen und zweifelhafter Wäsche, soweit etwas davon in die Erscheinung trat. Meine Frau merkwürdigerweise immer

mitten dabei. Der Einfluß, den die kleine Sezeffionistin vom ersten Moment auf ste gewonnen hatte, war einfach verblüffend. Unter ihrer Einwirkung begann Käthe ihre hübschen helli Was.chblusen als stillos" zu verachten und sich individuelle" Kleidung mit verrückt gewordenen Schlangenlinien zuzulegen. Zu ihrem Geburtstag wünschte ste stch statt einer neuen hüb-

schen Kuchengarnitur die Nachlaßoande von Nietzsches Werken und die Klingersche Salome in Gips. Und ich bekam zu dem meinen, der nur zwei Tage spater liegt, statt der hübschen rothbraunen Ledermöbel, die ich mir ausgesucht hatte, heliotropfarbene Sesselchen mit ganz dünnen Stelzbeinen, die, da ste sür mein Wartezimmer bestimmt waren, mich zwangen, meine Patienten in eine Unfallversicherung einzukaufen. Aber das war noch nicht das Schlimmsie. Meine blonde Käthe, die sich bis dahin ungeheuer glücklich mit mir gefühlt und tapser ihren kleinen Pantoffel geschwungen hatte, fing nach und nach an, mich mit den Augen ihrer Freundin zu sehen und mich furchtbar zu unterschätzen. Bei dem jetzt meist angebrannten Mittagessen tauchten die Blicke der beiden Frauen fortwährend theünahmsvoll in einander, und in den Äugen der hübschen kleinen Malerin stand dann ein unsagbar mitleidiges: Gott, Du armes Kind!" zu lesen. Sie gingen sehr oft zusammen? aus. Wenn ich mit der Sehnsucht nach mei-nem-traulichen Heim nach Hause kam, war meist niemand da. Sie waren dann zu Kunstvorträgen gegangen oder in Frauenversammlungen, ode? ich weiß nicht wohin. Ich haßte die kleine stilvolle Paletteuse", wie ich ste bei mir nannte, schon ingrimmig, nur eine gewisse Furcht, mich vor meiner Frau durch meine Eifersucht lächerlich zu machen, hielt mich ab, es mir anmerken zu lassen. Fast sehnte ich die Zeiten zurück, wo Nadine Petrowna als Familienanschluß" bei uns gehaust hatte. Aber die Erlösung kam. Gott sei Dank, sie kam. Die neue Hausgenossin hatte noch keine Miethe bezahlt, und meine Frau hatte sich entschieden geweigert, ihr diese gemeine, bürgerliche Verpflichtung nahezulegen. Einer Künstlerin!" hatte sie aufbegehrt. Philister, Du!" Eines Tages ließ ich ihr durch das Mädchen die Monatsrechnung ins Zimmer legen. Und stehe am nächsten. Morgen war ste verschwunden . . . Mit Sack und Pack, mit allen Reformkleidern und mit Hinterlassung nicht unbeträchtlicher Schulden und eines zärtlichen Abschiedsbriefs an meine 5cäthe. Sie möge sich nur recht bald emporschwingen zu dem Lebensideal eines freien, modernen Weibes. An diesem Abend kam ich mit einem wahren Hochgefühl nach Hause. Endlich kein Gast mehr, kein Familienan schlüß .' endlich sollte ich wieder allein sein können mit meinem kleinen Hausschatz, von dem ich so wenig gehabt hatte in der letzten Zeit! n der sorgfältig aufgeräumten Gaststube, in der weder die Spuren der chemischen Experimente noch der sezefstonistischen Ueberweiblichkeiten zu erblicken waren, faß meine kleine Frau am Fenster und nähte eifrig. Sie trug zu meiner geheimen Freude wieder ei-" nes ihrer hübschen einfachen Waschkleider und warf bei meinem Eintreten schnell ein Tuch über ihre Arbeit. Na, Gott sei Dank, Schatz," sagte ich tief aufathmend. Kein Gast mehr! Kein Familienanschluß! Endlich allein. Und nun wollen wir's auch bleiben, wie?" Sie hob ihr Gesicht auf, es war wie von Blut Übergossen. Ich weiß nicht," meinte sie, ich glaube, wir kriegen doch wieder einen Gast ..." Donnerwetter!" entfuhr es mir ärgerlich, schon wieder so einen Familienanschluß? Auf keinen Fall, hörst Du? Ich habe genug von den beiden." Und neugierig - ärgerlich fuhr-ich, näher tretend, fort: Wer ist cl denn?" Da zog ste mich am Rockknopf vol lends zu sich heran und sagte, verlegen wie ein ertapptes Schulkind: Hoffentlich ein Bub'." EineganzneueErscheiung hat die Zunahme der industriellen Betriebe in Berlin gezeitigt. Man baut jetzt Häuser, die nichts enthalten als Bureaux für kaufmännische und industrielle Unternehmungen, ähnlich den amerikanischen Office - Gebäuden. An de? Ecke der Universitäts- und Georgenstraße erhebt stch zur Zeit ein umfanareicker Bau. der seiner baioigen Fertigstellung entgegensteht. In dem Gebäude stnd einzelne Zimmer und auch größere zusammenhängende Bureauraumlichkeiten eingerichtet. Die allen Anforderungen in Bezug aus Be auemlichkeit und Comfort entsprechen. Die Zimmer sind ausschließlich auf ihren Zweck, als Bureauraume zu die nen. zuaescknitten. Der Unternehmer des Baues stellt für die Bureaux auch die Bedienung. Große Warteräume für die Besucker der Bureaux sind em gerichtet, ein Fahrstuhl, Dampfheizung, elektrisches Licht usw. find vor banden. Bei dem Bau ist der Haupt werth darauf gelegt worden, daß die Räume möglichst viel Tageslicht ve kommen. Die Einrichtung eins sol chen Bureauhauseö wird in Berlin zum erstenmal unternommen, in Hanlburg bestehen ahnliche Hauser in kleinerem Umfange.

Jitt Nchbolk.

Humoreske von Adolf Thiele. Daß zum tüchtigen Beamten eine gehörige Dosts Grobheit gegen das Publikum nöthig sei dies war ein entschiedener Grundsatz des Zollvisttators John, welcher noch vor einigen Jahrzehnten in Leipzig seines Amtes waltete. Aber nicht nur wegen seines barschen Wesens, sondern auch wegen seiner Strenge im Amte und seiner Findigkeit war er von den Landleuten gefürchtet, die oft gar zu gern dies oder jenes in die Stadt hineingebracht hätten, ohne die übliche Accise wie man es nannte zu entrichten. Bltttator John sah ihnen aber scharf auf die Finger, und nachdem er ewige ertappt hatte, die durch das ihm im terstellte Ranstädter Thor Lebensmittel hatten hindurchschmuggeln wollen, wagte es schließlich Niemand mehr, den gestrengen Mann zu hintergehen. . Der Tagelöhner Toblas Münz aus Dölzig strich nun schon zwei Tage im Busche herum, um den stattlichen Rehbock, der dort wechselte, zu erlegen, aber er hatte ihn noch nicht zu Gesicht bekommen. Und dabei mußte der Spitzbube doch immer auf der Hut sein vor dem Forster, denn der ließ mcht mit stch spaßen. Endlich aber winkte ihm Waidmannsheil, als er um eine Waldecke bog, erklickte er den Rehbock ruhig äsend. Lautlos hob Münz feinen alten Schießprügel an die Backe plautz da lag der Bock. Auf ihn zuspringen, ihn packen und damit in einen entlegenen Theil des Waldes eilen, war das Werk weniger Minuten. Hier versteckte der Spitzbube seme Beute, und zu verschwiegener Nachtstunde schlich er sich zu dem Bock hm, weidete ihn aus und schleppte ihn heim. Am nächsten Morgen stand Bisitator John wie geroo',l'ch auf seinem Pfosten und blickte ja :m Thore hin aus, durch welches weiland der Kaiser Napoleon nach schiefgegangener Bataille. umgeben von einem Knäuel Soldaten und Wagengerümpel, Leipzig den Rücken gekehrt hatte. Scharf musterte John jeden, der das Thor Passtrte, halbwegs verdächtige Gestalten wurden angeschnauzt, daß es nur so eine Art hatte, und auch diejenigen, welche etwas verzollen mußten, waren froh, wenn sie Johns Gebrumm und Nörgelei hinter sich hatten. Na emal e bischen fix!" herrschte John da den einen an. Halt, nich so voreilig! Ich will's Eich schon beibringen, wie mer mit der Steierbehörde verkehrt!" brüllte er einem anderen zu, während er bei einem dritten die Verzollung mit einem bärenartigen Brummen begleitete, das unter seinem horstigen Schnurrbart rauh hervorströmte. Kinn man Eich verd. . . Pack denn gar keene Raison beibringen?" schrie er eben wieder einen Bauern an, der ganz erschrocken zurückprallte, und zu gleicher Zeit versetzte der vielseitige Blsitator einem zungen Menschen, der ein Eselgespann leitete, eine der unter dem Namen Kopfnuß" bekannten. wenig beliebten Fruchte. Da, mitten im Treiben der zum Markte ziehenden Landleute, erschien ein frisches, dralles Bauernmädel. das einen Schubkarren vor sich herschoö. Auf diesem lag em Sack. Halt! Sack uffmachen!" brüllte John. Das Mädchen zögerte, er blickte in den Sack und sah dort emen fnschge schossenen Rehbock. Is der Bock ooch rechtmäß'g er legt?" schrie sie John an. Das Mädchen sagte in schüchternem Tone: Ach ja, das is er, Herr Rath! Aber, Herr Rath " Was will Se denn noch?" fragte John, den die auszeichnende Titulatur etwas milder stimmte. Ach, mechten Se mer nich vielleicht sagen, wenn Se wollten so gut sinn, wo der Herr Bissetator John wohnt?" Jetzt erstaunte der Gefragte doch. John?" sagte er, das bin Was will Se denn von ihm?" Na, ich sollte nur änne recht scheene Empfehlung sagen vom HerrnPachter Männecke in Klee-Zschober un hier schickte er dem Herr Aissetator e klen Rehbock!" Hm, . warten Se mal e Oogenblick! Kann de Kerl nich warten? Da soll doch e heiliges Himmelkrendun nerledder neinschlag'n, jetzt, wo ich hier zu duhne habbe, dhut der Kerl, als ob's brennte!" Der so Angeredete fuhr zurück, und John sagte nun zu dem zungen Mad chen: Na, nu komm'n Se emalmit!" ging ein Stück mit ihr und sagte dann leise: Bissetator John wohnt Kup pergäßchen neinz'n." Menschlichen Regungen schien der Herr Bisttator doch nicht abgeneigt zu sein, denn er freute sich darüber, daß ihm der Pächter des Rittergutes Klein - Zschocher einen Rehbock verehrte. Daß er, als Zollbeamter, diesen eigentlich auch hätte verzollen müssen, emen solch überflüssigen Gedan ken wies er sofort zurück, um sich seinen Amtsgesch'äften zu widmen. Daß der Tagelöhner Tobias Münz gerade das Thor passirte, konnte nicht auffallen, da der Betreffende nichts Verzollbares be: sich hatte. Weeß der Deibel, will's denn heite gar nich Mittag wer'n?" fluchte John nach einiger Zeit, indem er

seine tombackene Taschenuhr zu Rathe

zog. Endllck aber scklua seine Befreiungsstunde, und eiligen Schrittes lief er in seine Wohnung Kuppergäßchen neinz'n." Schnell klomm er die Treppe empor und trat sogleich in die Küche. Hier fast, wäbrend das Essen kochte. die Frau Visttator in einem bequemen ".-. f ri i . r c Ii cgniuigi uno oeicyasligie ncy oarnu, an gar nichts zu denken. Wo is'n der Bock?" rief John sogleich. Was'n fer e Bock?" fragte langsam die behäbige Frau, deren gewaltig: Leibesfülle in wobltbuendem Gegensatz zur langen Figur ihres Ehegalten stand. Na. der Rehbock, den mer heite gekriegt hamm." Na was'n nur fer e Rehbock? Ich weetz nischt von e Rehbock!" De weeßt nischt davon? Na. immelkreizdunnerledder, is denn kee Mähchen hier gewesen mit t Rehbock aus Klee - Zschocher?" Nee" erwiderte die Frau Visttator gemächlich, ich habbe keene gezeyn. Na. da bert abber dock b'r Bindfaden uff I" sckrie obn und iridhlit seiner lauschenden Ehehälfte die Begegnung mit dem Mädchen aus der Fremde. - Sollte das Mädcken den Bock an derswo abgegeben haben? Diese Frage wurde bald gelost. Der Pächter von Klein - Äsckocker. den John bald darauf traf, wußte nichts von der Sendung, und von einem Wildprethändler erfuhr der Visitator, daß em Mann den Rehbock bei ihm verkauft hätte. Nach der Veschreibung wußte John sofort, daß es Tobias Münz gewesen war. Mörderlich fluchte der Herr Bisitator in sich hinein, als er einsah, daß er selbst die Helferin des ihm wohlbekannten Wilddiebs durcös Tbor aeleitet, grimmig war fein Vorsatz, die Marktleute noch mehr als bisher zu überwachen, und wer ihn am nächsten Markttage beobachtet hätte, dem bätten die Haare zu Berge stehen müssen. Ein eigenartiger Vorfall bei einem Scheidungsprozeß wird aus Elkhorn, Wis., berichtet. Vor fünf oder sechs Jahren heirathete Loren Baker, ein wohlhabender .junger Farmer, ein hübsches Landmädchen. Zwei Kinder wurden dem Paare geschenkt, aber es kam zu einem Streit und das Ende war, daß eine Sckeibillig ausgesprochen wurde. Baker verheiratete stch dann mit einer Chicagoerin. Aber auch diese Ehe schien keine glückliche zu sein, denn die beiden Ehegatten wurden dieser Tage auf Grund .böswilligen Verlassens seitens der Frau auf Antrag des Gatten geschieden. Im Gerichtssaale befand sich die erste Frau Bakers mit ihren beiden Kindern Als nun die Scheidung ausgesprochen war, wandten sich Baker u: seine erste Frau an den Richter mit Bitte, ihnen die Erlaubniß zur fofortigen Wiederverheirathung zu geben und nachdem dies ihnen gewähr: war, wurde die Trauung vollzogen. Die ganze Angelegenheit hatte nach der erfolgten Scheidung nur 30 Minuten in Anspruch genommen. Wegen eines gewiß einzig darstehenden Deliktes wurde dieser Tage ein Pariser Kaufmann verhaftet. Der Brave ist ein großer Nimrod vor dem Herrn, und um dieser seiner Leidenschaft zu sröhnen, hatte er stch mit Gewebr, Patronen und Rucksack nach dem Bahnhöfe aufgemacht, um in der Nähe von Paris ein fröhliches Jagen zu veranstalten. Auf dem Wege nach dem Bahnhof traf er mehrere Bekannte; man besuchte ein Restaurant, ging dann noch in ein Caf6, und der Zug war inzwischen abgefahren. Mißmuthig darüber, daß er ohne Jagdbeute nach Hause zurückkehren sollte, nahm der Kaufmann in seiner Angetrunkenbeit einfach mitten auf dem belebten Boulevard Poissonnitoe seine Flinte und holte ein paar Spatzen von einem Baume herunter. Sofort stürzte ein Schutzmann auf den merkwürdigen Jäger zu und nöthigte ihn zu einem Gang nach der Wache. Dem Herrn wird nun ein Prozeß wegen Jagdvergehens gemacht werdm. Wirksames Abschreckungsmittel. Dame: Sie wurden also im Hochwald von Räubern angefallen, wie kam es, daß die Mordgesellen Sie so schnell wieder frei ließen?" Dichter: Ich begann ihnen meine neue Tragödie aus dem Manu skript vorzulesen schon im zweiten Akt hatte sich einer nach dem anderen fortaestohlen! Vorsichtig. A.: Warum gratuliren Sie Herrn Legationsrath nicht zu seiner Verheirathung?" V.: Ich kann das nicht recht; ich kenne seine Frau nicht!" A.: Dann sollten Sie ihr gratuliren!" B.: Das kann ich als ehrlicher Mann erst recht nicht, denn ich kenne, ihn!" S e i n B e i l e i d. , Herr (eine Wittwe tröstend, die ihren Gatten ver loren hat): Ja, ja, Prüfungen bleiben uns nicht erspart, liebe. Frau, ich habe auch vorgestern zwei Mark im Skat verloren! Unerwarteter Erfolg. . . . Nun, Herr Federl, hat Ihr neues Buch Die Seelen - Energie des Weibes" Erfolg gehabt?" Freilich! Meine Frau hat's mir gleich an den Kopf geworfen!

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