Indiana Tribüne, Volume 28, Number 31, Indianapolis, Marion County, 28 September 1904 — Page 4

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Indiana Tribüne, 28. September 190a;

Indiana Tribüne. HttäuZgegeitn von der Suttnders . Indianapolis, Ind.

garry O. Thudinm Präsident. GefchäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 29. Enieied at the Post .Office of Indianapolis as second dass matter. Campagne-Argumente Der unabhängige Wähler, den leine Parteianghörigkeit verpflichtet, kann sich selbstverständlich nur durch die Ar. gumente, die sür und gegen die Par teien vorgebracht werden, und Vorzüge der Persönlichkeiten der Candidaten leiten laffen. ES liegt auf der Hand, daß die Lei ter der Parteien nichts unversucht las sen, um Reklame für ihren betreffenden Candidaten zu machen, und daß dabei aus hohlen Phrasen Argumente g schmiedet und mit Sophistereien Wahr heitöbeweise versucht werden. DaS gilt sowohl von der einen wie der anderen Partei und läuft auf das bekannte Sand in die Augen streuen hinaus. - Eigenschaften, welche Beweise einer stark ausgeprägten Individualität find, werden als Absurditäten von den Gegnern bezeichnet und weidlich gegen den Candidaten ausgenutzt. So wird demokratischerseits gegen Roosevelt'S Impulsivität geeifert, re publikanischerseitS Parker'S Phlegma durch die Hechel gezogen und geradezu lächerlich klingt eZ, wenn demokratische Zeitungen sich in einem Athem über Roosevelt'S angebliche Heißblütigkeit und FairbankS Kälte aufhalten. Merk würdig ist eS nur, daß das intelligente amerikanische Publikum nicht gegen Verzapfung derartigen Blödsinns pro testirt. Dann kommen Meinungsäußerun gen, welche die Candidaten vor so und so langer Zeit gemacht haben sollen. Das Chicago Chronicle machte in der selben Nummer, in welcher eS erklärt, daß cS sich von der demokratischen Seite lossagt und fortan republikanisch sein wird, den wüthendsten Angriff auf Parker, weil derselbe, nachdem er in der ersten Bryan Campagne für Frei filber gestimmt habe, plötzlich das Goldtelegramm in die Welt setzte. Ob daS Chronicle" sich nur allein das Recht anmaßt, seine Prinzipien zu ändern, ist wohl eine . folgerichtige Frage. - Roofevelt wird der Vorwurf ge macht, daß er in seinem Buche Rauh leben und Jagd" daS Farmerelement gröblich beleidigt habe. WaS er hin gegen damals in seinem Büchlein Seite 10 sagte, wird jeder vernünftige Far mer selbst unterschreiben. Auch wir wiffen, daß eZ im Westen eine Klasse amerikanischer Farmer giebt, gegen welche jeder deutsche Bauer als Pro fessor gelten könne. Kaum 60 Meilen von der Großstadt St: Louis, in den gesegneten Fluren Missouri'S, etwa 16 Meilen von der Bahnstation Sullivan, trafen wir noch vor wenigenJahren, also nach Erscheinendes RooseveU'schen Bu cheS, weiße Farmer an die obwohl schon seit Jahren dort ansässig, als BeleuchtungZmaterial Kienspähne be nutzten, welche obwohl in kurzer Ent fernung von ihren Anwesen daS klarste Quellwasser sprudelte, sich ihren Trink bedarf aus einer Zisterne, deren In halt das reinste Pfützenwasser war, holten. Geistig erschlafft, jedem Culturfort schritt verschlossen leben diese Leute zwischen Chininpillen und Gebet Ver sammlungen. Wie eS um die Er Ziehung der Kinder dieser amerikani schen Farmer" bestellt ist, läßt sich leicht crmessen. ' Auch Herr Parker dürfte, wenn er sich mal bequemt, sein geliebtes EsopuS zu. verlassen, um Land und Leute die ser großen Nation kennen zu lernen, kein günstigeres Urtheil über diese Leute abzugeben haben, wie sein Gegen Candidat. Geht man tiefer in den Wust der so genannten Argumente, auf welche die Parteileiter ihre Campagne aufbauen, ein, so lernt man deren ganze Hin fälligkeit erkennen und betrachtet sie als unwichtige Nebensachen. Für den unabhängigen Wähler ist nur die eine Hauptfrage entscheidend: Sind unsere wirthschastlichen Verhält nisse derartige, daß ein Wechsel der Administration rathsam erscheint oder nicht und dieser Hauptfrage gegenüber müssen alle Nebensächlichkeiten, welche von gewerbsmäßigen Politikern borge schoben werden, weichen.

Politik wird recht schmutzig, wenn sie sich dazu hergiebt, einen Nigger gegen einen verdienten Weißen auszu spielen.

Unsere Bloßstellung des Ozone" JöbchenS scheint ihren Zweck glänzend ersüllt zu haben, denn die Wasserver Hetzer schweigen. Das; die Grade Crossing"Ordi nanz nicht vom Stadtrath durchgehst wurde, ist sehr vernünftig; wir wollen keine CroffingS" sondern Hochgeleise. Die Mitglieder der interparlamentarifchen Friedensliga, die kürzlich hier ihren Congreß abhielten, wurden am Samstag in Washington durch Con greßmann Bartpoldt dem Präsidenten vorgegellt. Der Weltfriedenscongreß trägt gute Früchte. Präsident Roose velt hat in seiner Ansprache an die Mit lieder der Friedensliga seine Absicht ge äußert, daß er demnächst die Cultur Völker der Erde zu einem weiteren inter nationalen ' Friedenscongreß im Haag einladen werde. Wie in so vielen an deren Beziehungen, so werden anfchei nend bald auch die Vereinigten Staa ten mit ihren aufrichtigen Bestrebungen für internationale Schiedsgerichte an die Spitze der Culturvölker treten. (Westliche Post.) Wer mikhandelte den irrsinnigen Frank Stout ? In Bezug auf den Fall des irrsinni gen Frank Stout, der ein Patient des Central Irrenhauses gewesen, wurde die Untersuchung vom Coroner sortge setzt. Deputy.Sheriff Otto I. Hinkle aus Lafayette erschien freiwillig vor dem Coroner und gab sein Zeugniß da hin ab, daß er es war, der Stout nach der Anstalt überführte. Er war mit demsslben von Lafayette nach hier mit tels Indianapolis und Northwestern Traction Co. gekommen und von La fayette bis hier habe er wenig oder gar keinen Trubel mit dem Manne gehabt. Stout war ad und zu etwas wider spenstig, aber niemals war der Mann so, daß Gewalt angewendet werden mußte; eS war leicht, ihn zu beruhigen. Stout wurde auch im Tippecanoe Ge fängnißeineZeitlang gehalten, während die JrrfinnZcommifsion über ihn be schloß, soll jedoch niemals Wuthanfälle gezeigt habenZ Hinkle sagte, daß er Stout nicht mißhandelte und daß er be stimmt weiß, daß dem Stout die Ver letzungen nicht vor seiner Ueberführung ins Central Hospital beigebracht wur den. Stout starb an Erschöpfung, jedoch waren 11 seiner Rippen gebro chen und die Angestellten des Irren bauseS behaupteten, daß dem Manne die Verletzungen vor feiner Ueberfüh rnng ins Irrenhaus beigebracht wur den. Neuer Friedensrichter für Franklin Township. Die County Commissäre haben gestern Ernst Brown (Demokrat) zum Friedensrichter für Franklin Township ernannt. Derselbe ist zur Zeit in New Bethel ansässig; er wird aber wahr scheinlich seinen Wohnsitz nach Acton verlegen. Die arztlichen Inspektoren für die Schulen ernannt. Die städtische GesundheitsBehörde hat gestern die Aerzte ernannt, welche die Jnspection der Schulen vornehmen werden. Dieselben find: Dr. I. F. Benham, Dr. Charles A. Bird, Dr. W. C. Buntin, Dr. Nelson D. Brayton, Dr. B. A. Brown, Dr. Dr. I. H. Ballard, Dr. I. Canady, Dr. Chamberlin, Dr. Thomas Dugan, Dr. Dobson, Dr. W. Foreman, Dr. Waiter GivenS, Dr. Gemmill, Dr. S. Hatsield, Dr. W. Hughes, Dr. W. D. Hoskins, Dr. gleicher Hodges, Dr. W. Kitchen, Dr. GoetheLink, Dr. MedS ker, Dr..C. Marlatt, Dr. A. Müllen, Dr. Nitt, Dr. George Pendleton, Dr. John Pfaff, Dr. R. Ritter, Dr. Frank Sommers, Dr. O. Torian, Dr. F. M. TowleS, Dr. I. Ward, Dr. I. H. Wheeler. Die Herren erhalten für ihre Be mühungen keine Vergütung. In die Jnspection find auch die Pfarrschulen und Kindergarten einge schlössen. Neuer Federweißer bei Wm. Stoeffler, 202 Nord Noble Str!

Ein pflichtgetrener Beamter als Lebensretter.

An der Ecke der Pine und Ohio Str. ereignete sich gestern Abend ein Un glücksfall, dem leicht zwei Menschen laben zum Opfer hätten fallen können. Frau Sophia Groß, 923 Ost Mar ket Straße, 65, stand im Begriffe dort die L. E. & W. Geleise zu über schreiten, als die Rangirlokomotive No. 88 der C. C. C. & St. L. - Bahn auf die Kreuzung zufuhr. Wilbelm Rügen stein, der Kreuzungswächter rief der Frau eine Warnung zu, welche die selbe wahrscheinlich nicht gehört hatte, woraustRugenstein hinzusprang, um die Frau vom Geleise zu reißen. Seine Absicht gelang ihm zum Theile, denn obgleich die Frau zwar vom Zuge getroffen wurde und obgleich sie auch erhebliche und schmerzliche Ver Mündungen davontrug, so kam sie doch mit dem Leben davon. Rugenstein erlitt bei diesem Rettungswerke selber schmerz liche Verletzungen an der Hüste und an der linken Seite. Frau Groß wurde am Rücken ver letzt, sowie auf der rechten Seite stark gequetscht, auch erhielt sie eine tiefe Schnittwunde am rechten Arm. Die Ambulanz unter Dr. Reed überführte die Frau nach ihrer Wohnung. Später wurde auch Rugenstein in seine Wohnung. No. 1419 Deloß Str., gebracht. Damen - Verein des Südseite Turn-VereinS. Der Damen Verein des Südseite Turn-VereinS hielt gestern seine regel müßige monatliche Versammlung ab, die sich eines ausgezeichneten Besuches erfreute. Mehrere Candidatinnen, die sich um Aufnahme in den Verein bewarben, wurden vorgeschlagen. Be schlössen wurde, von jetzt ab die Karten Partie für Damen und Herren am Nachmittag deS 2. Sonntags im Mo nate abzuhalten, während jeder 2. Dienstag Abend im Monate für die DameN'Kartenpartie reservirt wurde. Der Verein wird seine regelmäßigen EeschäftS'Versammlungen von jetzt ab an jedem letzten Sonntag Nachmittag im Monate abhalten. Neue Wascherei Gesellschaft. Die Eclipse Laundry Co. von In dianapoliZ erwirkte gestern ihre Jncor porationS Papiere; Kapital $1500. Die Directoren sind W. H. Nickerson, A. W. Paetz und Jesse Pavey. Die Beschwerden eines alten SoteldiebeS. , George LewiS, 72 Jahre alt, ein bekannter Hoteldieb, der kürzlich verhaf tet wurde, als er die Taschen eines Ga steS in StubbinS Hotel einer Untersu chung unterzog, erhielt seinen Fall trotz seines Protestes aus den 12. Oktober verschoben. LewiS bat den Richter, ihn zu verhören oder ihn ins Hospital zu senden, da er krank sei und ärztlicher Hülfe bedürfe, die ihm in der Jail verweigert werde. LewiS sagt, daß er auch die Behörden verschiedentlich bat, ihm einen Anwalt !zu senden und daß ihm anch dieses verweigert wurde. istn Testament aus einer Schiefertafel hat ein alter emeri tirter Lehrer, der kürzlich als Junggeselle in Wriezen a. O. starb und ein Vermögen von 138,000 Mark hinter ließ, zurückgelassen. Ursprünglich hatte er testamentarisch zwei Verwandte, die in Fnesack .und einem Berliner Vorort wohnen, zu seinen Erben ein gesetzt. Dies wurde ihm aber auf seinem Sterbebette wieder leid, so daß er sich eine Schiefertafel geben ließ und auf dieser seinen letzten Willen nieverschrieb, der dahin ging, daß vier Verwandte ihn gleichmäßig zu beerben haben. Die Rechtsgültigkeit dieses Testamentes wird kaum anzuzweifeln sein, so daß jeder Erbe etwa 34,000 Mark erhält. Während das Wunderpferd des Herrn von Osten, genannt der kluge Hans", ganz Berlin beschäftigt und die Leute sich die Köpfe zerbrechen, ob Hans wirklich rechnen kann oder ob es sich um einen geheimen Dressurtrick handelt, erregt tin anderes Pferd, wenn auch nur in kleineren Kreisen, staunende Bewunderung, weil es trotz der Enthaltsamkeitsbewegung leidenschaftlich Vier trinkt. . Es ist der sechsjährige Fuchs eines . Fuhrherrn. Dieser Fuchs trinkt mit einer Vorliebe, die ihn das Wasser fast ganz verschmä, hen läßt, bayerisches Bier und noch lieber eine Berliner Weiße. Eine große Weiße" leert er sehr geschickt und mit viel Behagen in wenigen Zugen, so oft sein Eigenthümer sie ihm nur anbietet.

Kriminalgericht.

Keine Engel sind so rein Folgende von den Großgeschworenen in Anklagezustand versetzte Personen erklärten sich gestern vor dem Criminal Richter der ihnen zur .Last gelegten Vergehen resp. Verbrechen nicht schul big: Steven Alexander, Mordangriff : Ed. Toney, G. McGinnis und Wm. Campbell, Raubanfall ; Hugh Hay3 alias John Wade, Fälschung; Ri chard Roache, Mordangriff ; Queen CollinS, Einbruch und Diebftahl; Charles Schlater und Martin Gannon, Kleindiebstahl; Frank Gleason, Dieb stahl und Hehlerei; Edward Benson, Diedstahl und Hehlerei; James Miller, Betrug und Diebstahl; Charles Jor dan, Diebstahl und Hehlerei; Harry Heidenthal, Großdiebstahl ; Preston Asher, deßgleichen; Edward Lynner, Kleindiebstahl; Ralph Colborn, Groß diebstahl ; Bernhard Benson, Klein diebstahl; Martin Long, Einbruch. Reumüthige Sünder. Weil er der Indianapolis Street Sweeping Co. ein Sattelgeschirr und drei Zäune stahl, erhielt Ollie Smith eine Strafe von $1 und Kosten, nebst 90 Tage. Arbeitshaus. Er hatte feine Thai eingestanden. . Lon Piercesield und John Cum mings, die sich schuldig bekannten, eine Kiste mit Schuhen aus einem Fracht wagen der Pennsylvania Bahn ent wendet zu haben, wurden um 81 und Kosten, sowie auch 60 Tag Arbeitshaus bedacht. Beide sind Weichensteller in Diensten der Bahngesellfchaft. Die Kiste mit dem Schuhzeug hatte einen Werth von $24. Lee Alford, der sich seiner Verhaf tung dadurch zu entziehen suchte, daß er auf einen sich in Fahrt befindenden Eisenbahnzug sprang und der sich bei dieser Gelegenheit erheblich verletzte und durch die Eisendahnbeamten unter der Ansicht, daß er ein Eisenbahnangegellter sei, in'5 Diacomssen'Hospital geschickt wurde, erhielt gestern im Criminal gerichte eine Strafe von 13 Jahren Reformanstalt. Alford bekannte sich schuldig, von Joseph Galvin, 315 N. Pine Straße, einen Rock und ein Gebet buch, im Werthe von zusammen $9 ge stöhlen zu haben. Anklagen ignorirt. Gegen 12 Personen, welche an die Großgeschworenen überwiesen worden waren, wurden keine Anklagen erhoben und dieselben wurden daher vom Richter entlassen. Unter diesen befanden sich Lawrence Conover, welcher in Selbst Vertheidigung Wm. Morris erschossen hatte, sowie Laura Settles und Jennie Bennett, welche angeklagt waren, das Kind der Letzteren getödtet zu haben. Die Großgeschworenen fanden, daß die Beweise gegen sie zu fadenscheinig waren, um ihre Ueberführung herbei zuführen. Sie befanden sich unter hoher Bürgschaft im Gefängniß und wurden, nachdem die Geschworenen ihren Bericht eingereicht hatten, auf Anordnung des Richters Alford aus der Haft entlassen. Schulrath. Der Schulrash erledigte in seiner gestrigen Sitzung, trotzdem sie mehrere Stunden dauerte, doch nur wenige Geschäfte, welche das öffentliche Inte reffe erheischen. Folgende Ernennun gen des Schul'Superintendenten wur den bestätigt: Adalbert F. Cook, Lehrer des Hand arbeitö Unterrichts in den District Schulen; Jane Grandon, Prinzipalin der Schule No. 17; Bessie Hill. Hülfs Prinzipalin in der Horace Mann Schule; Olga Schellschmidt, Directrice in der Morton Schule; Annie Elliott, Substitut'Lehrerin in Schule No. 4; Alice Benton Scott, Lehrerin in der M. T. H. S. Urlaub wurde bewilligt: Cora Day, Prinzipalin der Schule No. 17. bis zum Schluß des Schuljahres; Emilie McCullough, Lehrerin in der M. T. H. S. bis zum 1. Februar 1905, Eli zabeth Kirschbaum bis zum 1. Februar 1905 anstatt wie früher berichtet wurde, bis zum Schluß des Schuljahres. Rechnungen im Betrage von S80. 129.09, (darunter befindet sich die Summe von $56,000 für Gehälter des Lehrpersonals) wurden zur Zahlung angewiesen. ' Der Geschäftsführer berichtete, daß sich der Werth der Grundstücke und der Schulgebäude im verfloffenen Fiskal jähr um $318,343.5 vermehrt hat.

Widersprüche. Der aufmerksame Zcitungsleser wird seit dem Ausbruche'des ostasiatischen Krieges längst die Erfahrung gemacht haben, daß er alle hier eintreffenden Nachrichten über die siattgehabten Kämpfe und über die letzteren zusammenhängenden Truppenbewegungen mit Vorbehalt hinnehmen und deren Bestätigung abwarten muß. Wie oft ist der Fall von Port Arthur schon gemeldet worden und noch immer wird diese Beste von den Rufsen behauptet. Große englische Zeitungen hier sowohl wie in Großbritannien hatten mit Karten, welche fcie Stellung der feindlichen Heere anzcigten, den Nachweis" geführt, daß Kuropatkin thatsächlich der Rückzug abgeschnitten war und daß er der Gesangennahme nicht entgehen könne; und doch steht er heute noch mit feiner Armee seinen Feinden schlagfertig gegenüber. Es wurde ferner am Dienstag gc meldet, daß der General Sassulitsch verwundet und mit 3000 Mann gefangen wurde. Diese Mittheilung wurde widerrufen; ebenso die, daß der japanische GeneralKuroki zu weit vorrückte und sich in der Gefahr befinde, gefangen zu werden. Ferner erwies sich die Nachricht als eine Ente, daß der russische General Linewitsch von Wladiwostok aus mit 50.000 Mann in Korea eingefallen wäre und thasächlich das japanische Heer, welches Kuropatkin gegenüber steht, im Nucken bedrohe. Unrichtig ist auch die Meldung, daß der russische Kontreaomiral Fürst Uchtomsky vor ein Kriegsgericht gestellt wurde, weil er einen Theil der russischen Flotte nach Port Arthur zurück führte, statt mit diesen Schissen den Durchbruch nach Wladiwostok zu versuchen. Aus allen diesen Berichtigungen ist zu erkennen, daß man die Meldungen aus Ostasren mit Vorsicht aufnehmen und stets deren Bestätigung abwarten muß. Nicht minder widerspruchsvoll sind die Berichte über den Standpunkt, welchen unsere Regierung gegenüber dem in den Hafen von San Francisco eingelaufenen und, der Ausbesserung bedürftigen russischen Kreuzer Lena" vornehmen werde. Beim Beginn des Krieges erließ der Präsident Roosevelt eine sehr ruhig und sachgemäß gehaltene Neutrali-täts-Proklamation". in welcher er mit Bezug auf Kriegsschiffe beider Nationen, welche, in Häfen der Vereinigten Staaten einlaufen sollten, ausführlich Folgendes sagte: Wenn nach Jnkraft-

treten dieser Proklamation irgend welches Kriegsschiff oder Kaperfahrzcug irgend einer der kriegführenden Mäcbte in einen Hafen oder sonstige Gewässer der Ver. Staaten einläuft, fonn soll dieses Fahrzeug aufgefordert werden, innerhalb 24 Stunden nach feinem Einlaufen den betreffenden Hafen u f. w. wieder zu verlassen und in See zu gehen, ausgenommen im Falle einer Wettergefahr oder wenn es Mundvorrath oder sonstige Dinge zur Erhaltung seiner Mannschaft bedarf, oder ausbesserungsbedürftig ist. In jedem dieser Fälle soll die zuständige Hafenbehörde dem Fahrzeuge gebieten, sobald als möglich nach Ablauf der 24 Stunden in See zu gehen; und soll demFahrzeuge nicht gestatten, mehr Vorräthe einzunehmen, als für den unmittelbaren Gebrauch nothwendig ist; und ein solches Fahrzeug, welchem Aufenthalt zur Vornehmung von Ausbesserungen in den Gewässern der Ver. Staaten gestattet wurde, soll länger als 24 Stunden nach Beendigung der Ausbesserungen sich dort nicht aushalten dürfen." Danach wäre es der Lena" zu gestatten, ihre Schäden im San Franciscoer Hafen auszubessern, und sie müßte 24 Stunden, nachdem dieses geschehen. wieder in See gehen. Jetzt fordert aber die Japan freundlich gesinnte Presse, daß unsere Bundesregierung im Widerspruche mit dem Wortlaute ihrer Neutralitäts-Prokla-mation die Lena" sofort entwaffne, falls dieses Schiff nicht, sobald ihm die Aufforderung zum sofortigen Verlassen des Hafens zugegangen, von San Francisco aus wieder in See geht. Hoffentlich giebt die Bundesregierung diesem Drängen der Freunde Japans nicht nach, sondern handelt in Nebereinstimmung mit der beim Beginn des ostasiatischen Krieges erlasfenen Neutralitäts - Proklamation, welche damals bei unserem Volke allgemeine Zustimmung fand. Denn liegt kein ersichtlicher vernünftiger Grund vor, weshalb wir als neutrale Macht von den Grundsäken abweichen sollen, die Herr Roosevelt damals verkündete. Auf den weiteren Verlauf des Krieges wird es ja keinen entscheidenden Einfluß ausüben, wenn wir die Lena" ihre Schäden ausbessern lassen, oder auch, wenn wir ihr die Vornahme dieser Arbeiten jetzt versagen. Es würde aber einen schlechten Eindruck machen, wenn wir als Volk die erst vor wenigen Monaten verkündeten Neutralitäts - Grundsätze nunmehr verleugnen wollten. RückstchtsvoU. Herr: Kann ich Deinen Vater sprechen, liebes Kmd?" Die Kleine: Nein, der Vater hat grad' was Wichtiges zu thun!" H e r r : So, was denn?" D i e Kleine: Die Mutter haut ihn!"

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